Schwanger nach Schweden?!

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Mioletta

Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Mioletta » 20. Oktober 2008 16:34

Hallo!!
Bin ganz neu hier.
Ich habe seit 10 Monaten einen Freund in Schweden und habe mir eigentlich vorgenommen Ende nächsten Jahres hinzu ziehen, wenn alles gut läuft
und ich die Sprache gelernt habe.
Nun ist "etwas" dazwischen gekommen: Ich bin schwanger!
Ist natürlich total schön, nur jetzt stehe ich etwas unter Druck:
Mein Freund, der in Schweden arbeitet, möchte die Schwangerschaft und Geburt
hautnah miterleben-kann ich gut verstehen!
Ich selbst arbeite in Hamburg, verdien aber auch nicht das große Geld!
Nun ist die Frage, soll ich vor der Geburt nach Schweden ziehen?
Leider kann ich die Sprache nicht, hätte ja aber ein paar Monate, um
mir sie etwas anzueignen.
Was ist finanziell vorteilhafter??
Wie läuft die Versorgung während einer Schwangerschaft?
Kann ich meinen Wohnsitz hier behalten oder muss ich mich komplett
Ummelden?
Wenn jemand einen Rat hat oder mir sagt, wie ihr selbst entscheiden würdet,
bin ich für jede Antwort sehr dankbar!!!

LG M

hansbaer

Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon hansbaer » 20. Oktober 2008 17:34

Zu Kindern kann ich wenig qualifiziertes sagen, aber was das ummelden angeht: Rechtlich gesehen musst Du Dich ummelden, wenn Du aus Deutschland wegziehst. Es nicht zu tun, ist aber "nur" eine Ordnungswidrigkeit, weswegen viele sich nicht abmelden. Es hat auch keine übermäßigen Vorteile, in Deutschland gemeldet zu bleiben - im Zweifelsfall hat man sogar Ärger am Hals.
Nur bei einem bin ich ziemlich sicher: Wenn Du versuchen solltest, über einen vorgetäuschten Wohnsitz in Deutschland z.B. Kindergeld zu beziehen, dann ist das sicherlich illegal. Für so etwas würde ich also keinesfalls den Wohnsitz beibehalten.

Da Dein Freund ja der Kindsvater ist und legal in Schweden lebt, sollte es für Dich auch möglich sein, nach Schweden zu ziehen. Allerdings habe ich hier schon ein paarmal gelesen, dass man Kindergeld nur dann voll bezieht, wenn die Mütter gleich wieder in den Arbeitsmarkt zurückkehren. Im Allgemeinen ist das schwedische Sozialsystem so gut ausgebaut, dass das der Mutter auch erheblich leichter fällt als in Deutschland.

Übers Kinderkriegen an sich würde ich mich jedenfalls auch gründlich informieren. Technisch gesehen ist es in Schweden zwar auch nicht anders, aber man liest immer wieder solche Schauergeschichten darüber, dass im Sommer wegen Personalmangels empfohlen wird, keine Kinder zu kriegen.

Und wenn es interessiert: ein schwedischer Staatsbürger wird euer Kind mit der Geburt in Schweden nicht werden.

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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Peggys001 » 20. Oktober 2008 18:33

Hej,

also ich persönlich würde schwanger in D bleiben, aber meine Schwester z. B. hat ihre beiden Mädels in Schweden bekommen. Also da du einen schwedischen Freund hast, weiss er ja, das die Wege zum Krankenhaus weit sein können und wenn es mal schnell gehen soll..., naja ist vielleicht nur meine Angst :oops:

Die Versorgung ist eigentlich ganz normal, nur machen die hier keinen Ultraschall, wenn es nicht in irgendeiner Weise notwendig ist und dann mal schnell gucken, was es wird ist hier auch eher selten.

Ich habe hier eine Schwangerschaft einer Bekannten vor Ort mitgemacht und ich fand es nicht so toll, auch wenn ich dann doch mit ihr 110km weit fahren konnte 1-2x die Woche. Ich habe meine Kinder in D bekommen und bin auch froh drüber, man konnte halt zum Arzt gehen, wenn einem nur mal zum reden war oder so, hier ist das in den seltensten Fällen möglich. Das ist natürlich nur meine Meinung, andere können das auch anders sehen :?

swedenlive

Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon swedenlive » 20. Oktober 2008 18:39

Vielleicht ist ja auch die Betreuung während der Schwangerschaft für Dich wichtig? Diese erfolgt in Schweden fast ausschliesslich durch eine Hebamme. Man geht ca. alle 4 Wochen hin. Ab der 36. Woche ungefähr alle 2 Wochen, Risiko-Schwangere evtl. öfter. Einen Gynäkologen sieht man in der Schwangerschaft nur ein - bis max zwei Mal oder auch gar nicht, je nach Landsting. Risiko-Schwangere treffen aber wohl schon einen. Ultraschall macht man ein Mal zwischen der 16. -18. Woche und eventuell noch ein weiteres Mal. Die Betreuung ist also nicht so intensiv, wie man es von Deutschland aus gewöhnt ist, und es soll Hebammen geben, die hier noch mit hölzernem Hörrohr arbeiten bzw. abhören, habe ich gelesen. Wobei ich vom Für und Wider dieser Abhör-Technik :-) keine Ahnung habe.

Es gibt eine schwedische Seite für Fragen zur Schwangerschaft und Mütterbetreuung, da steht so einiges.

http://www.niomanader.se/content.asp?ID=48

Im Sommer sind schon Frauen aus Stockholm zur Entbindung nach Finnland oder in andere schwedische Städte geflogen/gefahren worden, weil es keine Entbindungsplätze bzw. kein Personal gab. Steht alle Jahre wieder in den Zeitungen.

Das Kindergeld beträgt übrigens zur Zeit 1050 schwedische Kronen.

blueII
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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon blueII » 20. Oktober 2008 18:43

Hallo Mioletta

da gibt es bestimmt finanziell, rechtlich und weiß wieviel Gründe abzwägen.

Aber in erster Linie sollest Du an DEINE Schwangerschaft denken.
Bedenke Du sprichst die Sprache nicht und vieles Ungewohnte kommt auf Dich zu.
Die Gemütslage einer Schwangeren ist nicht immer die stabilste und Ungewissheit in der Umgebung, kann da ein schwerwiegender negativer Faktor für Dich sein.
Du verstehst vielleicht nur die Hälfte was Dir die Hebamme oder der Arzt sagt und hast in der ersten Zeit keine Gleichgesinnten in Deiner Muttersprache.

Bestimmt gibt es auch tausend Gründe, die dafür sprechen nach Schweden zu gehen, z.b. in erster Linie die Anwesenheit Deines Freundes. Aber ich würde Dir Raten diese Entscheidung gefühlsmäßig zu Treffen.
Wo wird es Dir als Schwangere am besten gehen, wo fühlst Du Dich wohl?
Eine vernunftsmäßige Entscheidung würde ich unter Deinen "Besonderen" Umständen nicht fällen.

Hör auf Deinen Bauch...sollte sowieso immer jede Schwanger tuen. :wink:

Viel Glück und alles Gute
Heike

Mioletta

Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Mioletta » 20. Oktober 2008 18:58

:? Danke für die raschen Antworten!!
Natürlich würde ich mich wohler fühlen dass Kind hier zu bekommen, allein
wegen der Sprachbarrieren! Aber andersherum tut mir mein Freund auch unglaublich
leid!
Trotzdem habt ihr Recht und ich muss das machen, wass für mich und dem Baby am Besten ist!!
Werde Bericht erstatten.

(Die Wohnung hier wollte ich nur für alle Fälle behalten, man weiß ja nie was kommt, nicht wegen des Kindergeldes ;-))

hansbaer

Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon hansbaer » 20. Oktober 2008 20:11

Eine Wohnung in D zu behalten, wenn man in Schweden wohnt, ist ja nicht illegal. Wenn Du sie vermietest, musst Du die Einnahmen versteuern, aber das wäre in D ja auch nicht in anders.

Darf man fragen, wohin es gehen soll? In den größeren Städten gibt es internationale Kindergärten und Schulen. Ich denke, da würdest Du Dich als Mutter aus dem Ausland in so einem Umfeld schneller eingewöhnen als auf dem Land. Was für die Erlernung der Sprache besser ist, ist natürlich eine andere Frage.

nysn

Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon nysn » 20. Oktober 2008 21:24

Hej Mioletta,

also ich habe das gemacht - ich bin hochschwanger von Deutschland nach Schweden gezogen. Allerdings war das vor 14 Jahren. Ich habe auch einiges bereut, was ich so nie wieder machen würde.

Sprache - ich konnte kein Wort - dachte 8 Wochen vorher reichen zum Eingewöhnen und alle können sowieso Englisch in einem größeren Krankenhaus. Wenn du vorhast, in Schweden zu entbinden, dann versuche so viel wie möglich Schwedisch zu lernen. Am besten du versuchts schon mal, dir alle relevanten Vokabeln anzueignen - wie Milch, Stillen, Windeln, Kolik, usw.

Untersuchungen während der Schwangerschaft - wurden oben schon beschrieben - die erfolgen in der Regel nur bei der Hebamme. Ich hatte zwar einen deutschen Mutterschaftspass dabei und dachte, die medizinische Terminologie müsste auch hier verstanden werden. Das war auch sicherlich so, doch ein Schwede traut nur einer schwedischen Unterlage - also mein Mutterpass und alle in Deutschland durchgeführten Untersuchungen wurden hier komplett ignoriert. Da ich die Entbindung aber in Schweden plante, musste ich dann alle Untersuchungen hier nochmals machen (Blutgruppe, Röteln u. HIV).

Die Betreuung im Krankenhaus war hier in Schweden auch ganz anders, als ich es von meinen deutschen Freundinnen in Deutschland gehört hatte. Generell geht man in Schweden davon aus, wenn es eine normale Geburt ist, dass man dann auch sehr schnell wieder nach Hause gehen kann/muss. "Man ist ja nicht krank".

Hier habe ich nun aber von schwedischen Frauen gehört, dass man sich in Schweden das Krankenhaus sehr genau anschauen sollte - es gibt sehr gute Erfahrungen bis ganz schlechte. In Göteborg z. B. sollte man möglichst nach Mölndal gehen - oder wenn man in Halland wohnt, ist Varberg eine gute Klinik. Dort bekommt man ein Familienzimmer und der Vater kann auch mit dabei sein.

Richtig raten kann frau dir hier auch nichts - du musst wirklich selbst ganz stark nach deinem eigenen Gefühl entscheiden, was sich für dich am besten anfühlt. Wenn dein Freund in Südschweden ist, dann ist Hamburg ja nicht sonderlich weit weg. Dann würde ich eher in Deutschland bleiben und auch dort entbinden. Dein Freund kann ja dann die letzten Wochen zu dir kommen.

Deinen Wohnsitz kannst du auf jeden Fall noch in Deutschland behalten. Solltest du nach Schweden umziehen, wenn das Kind dann da ist, dürfte es eigentlich auch kein Problem sein, in Schweden Kindergeld zu bekommen. Du musst dafür nicht in Schweden arbeiten oder gearbeitet haben, da bei dir ja dann die sog. anknytning (Anknüpfung) gilt, weil der Vater Schwede ist.
Ich war damals das gesamte erste Jahr nicht angemeldet und habe dann das Kindergeld trotzdem rückwirkend bekommen.

Auch bekamen wir schwedisches Elterngeld - erst nur den Garantiebetrag - aber später, als mein Mann dann gearbeitet hatte, bekamen wir sogar einen Teil basierend auf seinem Gehalt ausbezahlt, und zwar für die Tage, die er frei genommen hatte und die er zu Hause war.

Da sollte sich dein Freund mal erkundigen, möglicherweise ist es dann bei Euch auch so.

Wo es nun finanziell für Euch vorteilhafter ist, ist auch schwer zu beurteilen - da hat sich ja gerade auch in Deutschland im letzten Jahr so einiges geändert und die neuen Regeln kenne ich überhaupt nicht.

Es kommt ganz darauf an, was für ein Typ du bist - ich gehöre eher zu der "ängstlicheren" Sorte und für mich wäre es damals besser gewesen, in Deutschland in meiner vertrauten Umgebung mein erstes Kind zur Welt zu bringen. Auch habe ich meine engsten Verwandten, besonders meine Mutter vermisst.

Auf jeden Fall hat Heike recht:

Eine vernunftsmäßige Entscheidung würde ich unter Deinen "Besonderen" Umständen nicht fällen.


Deinen Freund solltest du nicht an erster Stelle setzen - erst DU, dann das Baby und dann der Rest ...

Auch von mir alles Gute und viel Glück

S-nina

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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Imrhien » 21. Oktober 2008 10:40

Hej,
ich kann mich teilweise anschliessen. Aber nur teilweise. Wichtig: Du zählst und Dein Bauchgefühl. In soweit schliesse ich mich an. Entscheide so, dass Du Dich wohlfühlst, lass Dir notfalls ein Hintertürchen offen. Du darfst ohne rechtlichen Ärger drei Monate ungemeldet in Schweden leben bzw. musst Dich nicht in Deutschland abmelden. Wie schon beschrieben, es ist nicht legal, aber viele behalten ihren Wohnort in Deutschland und letztlich fragt auch nicht jeder nach. Gerade in einer solchen Übergangssituation kannst Du durchaus glaubhaft machen, dass Du noch in in Deutschland wohnst und Deinen Freund besuchst. Theoretisch müsstest Du dafür nur hin und wieder mal nach Deutschland in die Wohnung...

Was die vielen Sorgen angeht: Ich kann sie einerseits verstehen, es ist in Schweden wirklich alles etwas anders als in Deutschland. Gerade in der Schwangerschaft kann es ganz angenehm sein, wenn man noch in Deutschland ist. Nur wenn man ein "kritischer" Fall ist, also eine Fehlgeburt hatte, eine Krankheit die die Schwangerschaft beeinträchtigen könnte oder so, wird man häufiger untersucht. Ansonsten ist es für unsere Verhältnisse eher mässig und fühlt sich rückständig an.
Man muss aber bedenken, dass in Schweden die Kinder auch zur Welt kommen und zwar keinesfalls schlechter. Ich meine, es gibt keine höhere Kokmplikationsrate oder Sterberate als in Deutschland.
Es hängt letztlich tatsächlich davon ab wie sicher oder unsicher Du Dich fühlst.

Ein paar Gedanken zu einem Umzug nach Schweden:
- möglichst früh wäre einerseits wünschenswert, da Du dann Zeit hast die Sprache zu lernen und die Lage in der Gesundheistbetreuung zu kennen bis es soweit ist.
- ein Vorteil davon so spät wie möglich umzuzuziehen ist der, dass Du dann in Deutschland erstens alle Untersuchungen hast, die in Schweden deutlich weniger sind und dass Du (wenn Du mit Mutterschutz umziehst) noch in Deutschland versichert bist. Das hat auch Vorteile, da Du notfalls auch was an Untersuchungen bekommen kannst die es normal nicht gibt, die aber die deutsche Kasse zahlen würde...

Fazit für mich:
Solltest Du eine Möglichkeit haben in Deutschland weiter krankenversichert zu bleiben und einen Testbalon zu starten (probeweise umziehen), dann mach das!

Eine weitere Frage die viele nicht bedacht haben, scheint mir:
Ist es besser mit einem Neugeborenen in eine fremde Umgebung zu ziehen wo man nicht mal die Sprache besonders gut kann?
Ich persönlich weiss es nicht. Aber wenn für Euch eh nur Schweden als Alternative in Frage kommt, musst Du für Dich entscheiden was Du dir besser vorstellen kannst.
Ein Umzug jetzt, mit Schwangerschaft und Geburt in Schweden oder ein Umzug nach der Geburt, mit einem Vater weit weg und dann mit Baby im Land.
Ich behaupte, dass man schwanger noch mehr Energiereserven hat sich mit der neuen Situation zu befassen als mit einem Baby. Aber das muss nicht für jeden passend sein.
Fahr doch mal nach Schweden, buche mit Deinem Freund einen Termin bei der barnmorska (Hebamme). Erkläre die Situation und das Problem. Also auch die Frage ob Du umziehen willst oder nicht.
Lass Dir persönlich alles zeigen und erklären. Ich könnte mir vorstellen, dass sie es tun, wenn sie verstehen weshalb. Vielleicht nimmt es Dir die Angst.
Dein Freund muss sich halt bewusst sein, dass er bei allen Terminen als überstzer dabei sein muss und dass es stark an ihm hängt ob Du Dich wohlfühlst und bleiben möchtest. Entscheide danach und lass in Deutschland so viele Untersuchungen wie möglich noch vor dem Umzug machen. Ultraschall gibts in Schweden z.B nur einmal. Wenn Du also ein Erinnerungsbild haben möchtest, mach es vorher.

Ich wünsche Euch alles Gute
Wiebke
Wie gesagt, lass Dir ne Hintertür offen und sei es bei den Eltern erst mal....
Das nimmt Dir den Druck und die Angst davor, dass es nicht klappen könnte.

vinbär
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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon vinbär » 21. Oktober 2008 12:32

Hallo Mioletta,
erstmal auch ein herzliches Grattis euch beiden zum gemeinsamen Nachwuchs. :)
Zum Finanziellen kann ich nicht sagen, was vorteilhafter ist. Am besten wäre es noch 6 Monate in Schweden gearbeitet zu haben, um in der Elternversicherung drin zu sein. Bei Försäkringskassan erfahrt ihr, wie das mit der Anrechnung von Arbeitszeiten aus D fuer das schwedische Erziehugsgeld läuft. Kindergeld bekommt ihr sofort nach der Geburt, aus dem Land, wo Du dann wohnst. Ist Dein Freund Schwede, dann bekommt euer Kind auch gleich die schwedische Staatsbuergerschaft und die deutsche. Personennummer erhält es ebenfalls wenige Tage nach der Geburt. Ich habe vor wenigen Tagen mein Kind hier in Schweden geboren :wink: , und kann zumindestens was zum Thema Schwangerschaftsvorsorge/Geburt in Schweden beitragen, wenn es Dich interessiert.
Persönlich denke ich, dass es eine ziemlich bedeutsamer Veränderung im Leben eine Paares ist, wenn es durch die Schwangerschaft und Geburt eines gemeinsamen Kindes zur Familie wird. Wenn Du nach Schweden ziehen könntest, so hätten Dein Freund und Du die Möglichkeit eine Phase eures Lebens gemeinsam zu erleben, die ziemlich einmalig ist. Ich war bei meinem ersten Kind einen Grossteil der Schwangerschaft ohne meinen Freund, weil dieser an einem anderen Ort wohnte und wir nicht zusammenziehen konnten (Ende des Studiums/Examenssemester), und wir haben uns oft gewuenscht, dass wir diese besondere Zeit zusammen hätten erleben duerfen. Ich fand es nicht schön ohne ihn schwanger zu sein und wuerde das nie wieder so machen.
Ausserdem halte ich persönlich es fuer einfacher sich noch schwanger woanders neu einzuleben, schon eventuell Kontakte zu anderen Schwangeren knuepfen zu können, das gemeinsame "Nest" fuer die Familie einzurichten, als mit einem Neugeborenen auf dem Arm in die neue Heimat aufzubrechen und seine gewohnte Umgebung und Freunde zu verlassen.
Wenn Du die Schwangerschaft in Schweden verbringst (und somit hier oben versichert bist) , so kannst Du je nach Wohnort auch "deutschen" Vorsorgestandard bekommen und nicht nur einen Ultraschall. Es hat auch nicht jeder in Schweden 150km bis zur Entbindungsklinik. Abgesehen davon kannst Du die Vorsorgen auch beim Heimatbesuch in D machen lassen. Du könntest sogar in D entbinden, wenn Du es wolltest.
Was das abhören mit dem Holzrohr betrifft, muss ich uebrigens anmerken, dass man damit gewisse Unregelmässigkeiten des kindlichen Herzrythmus genauer auskultieren/abhören kann, als mit dem Dopton. Leider beherrschen das nicht mehr alle Hebammen.
Was mir noch einfiel, solltest Du die Schwangerschaft alleine in D verbringen, so muesste sich Dein Freund die Wochen vor und nach dem Termin freinehmen können, wenn er gerne bei der Geburt dabei wäre.
So, mein Kleines hat wieder mal Hunger, Euch alles alles Gute, kannst mich auch bei Bedarf per PN anmailen .
In jedem Fall werden nächstes Jahr im Sommer Deine Sorgen der Freude gewichen sein,egal, wie ihr es nun angeht.


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