Schwanger nach Schweden?!

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Mioletta

Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Mioletta » 21. Oktober 2008 13:20

Wow!!
Vielen Dank!!
Mein Schwede kommt heute und ich werde in aller Ruhe
nochmals mit ihm sprechen!
Bin halt sehr ängstlich, weil ich schon Blutungen
hatte und wär mir das in Schweden passiert, weiß
ich nicht wie es geendet hätte...

Mein Freund lebt in Mjölby, wo ich auch hinziehen würde!

Werde auf jeden Fall berichten, wohin mich die Entscheidung trägt!

Liebsten Dank an alle!!

vinbär
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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon vinbär » 21. Oktober 2008 14:26

noch eine Anmerkung, bei der Anmeldung zur Schwangerenvorsorge haben sie mir in Schweden eine deutschsprechende Hebamme und Frauenärztin zugewiesen, obwohl ich das sprachtechnisch gar nicht "gebraucht" hätte. Alle waren vom ersten Kontakt bis hin zur Geburt superbemueht. In Linköping sitzt uebrigens ein phantastischer Ultraschallspezialist, der ebenfalls deutsch spricht.
alles Gute

Nanna
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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Nanna » 21. Oktober 2008 17:38

Ich habe meine 3 Monster ;) zwar alle hier in Schweden bekommen und bin nie in D schwanger gewesen. Aber ich möchte noch etwas zu den ganzen skeptischen Äusserungen über das shcwedische Gesundheitwesen sagen, es aus anderer Sicht beleuchten.
Wir wohnen nicht in der Nähe der grossen Ballungsgebiete sondern gehören in Småland zu einem "kleineren" (alles ist relativ :D )Krankenhaus. Und hier ist es zwar manchmal auch voll gewesen, weil es einen Babyboom gegeben hat ;) aber es ist jeder versorgt worden und nach Möglichkeit darf der Kindsvater mit im Krankenhaus bleiben (nach der Geburt dann, während ist ja selbstverständlich :) ). Ich habe mich immer sehr gut versorgt gefühlt und hatte auch etliche Blutungen vor allem während der ersten beiden Schwangerschaften. Dann sind wir eben akut ins Krankenhaus, abends, am Wochenende usw, war kein Problem. Es wurde alles gemacht, um mich zu beruhigen und festzustellen, was los war. Gut, wir haben rund 45 km bis zum Krankenhaus, aber das war eigentlich kein grosses Problem. Ultraschall macht man hier meisten um Woche 17-18 und manchmal auch später, um Woche 35-36, wenn z.B: die Plazenta beim ersten Ultraschall ungünstig sass etc.
Gibt es kleinste Unregelmässigkeiten wird hier sofort ein Ultraschall gemacht, um zu kontrollieren, dass alles in Ordnung ist. Gibt es Probleme, dann macht man diese auch regelmässig etc.
Es gibt Studien, nach denen häufiges kontrollieren via Ultraschall nicht ganz unbedenklich ist, von daher hat das Ultraschall bei jedem Arztbesuch in D vielleicht auch Schattenseiten und ist nicht unbedingt das non plus ultra? Das Wichtige ist doch, dass jeder nach seinen Voraussetzungen korrekt behandelt wird und das ist meiner Ansicht nach hier ebenso häufug der Fall wie in D :) . Sonst wäre die Geburtenrate/Sterberate hier sicherlich schlechter.
Die Hebammen hier sind dafür ausgebildet, den Bauch und Wachstum an Hand von Messungen etc zu kontrollieren, die haben damit Erfahrungen, die in D sicherlich fehlen, weil man halt anders arbeitet. Aber anders ist ja nicht unebdingt falsch, darauf will ich hinaus :) . Und bei mir haben sie immer die Herztöne mit einem "Doppler" abgehört (keine Ahnung ob das so heisst auf deutsch ;) ). Holz kam nicht vor ;)

So, das war erst der Anfang :D

Ich würde Dir raten, genau wie etliche vor mir, auf den Bauch zu hören. Natürlich sind das Baby und du die wichtigsten im Moment, aber auch der Vater ist wichtig. Gehst Du jetzt nach Schweden, hat Dein Partner die Möglichkeit, sich mit Dir darauf einzustimmen, Eltern zu werden. Nicht ganz einfach, vor allem nicht für einen Mann, der es ja nicht am eigenen Körper erfährt so wie wir Frauen :). Kommst Du plötzlich mit einem Neugeborenen, mit allem was da an Schlafmangel, Kolik etc auftreten kann, ist die Umstellung von null auf hundert. Mit der schwangerschaft könnet auch er in die Rolle reinwachsen, ihr habt die ersten Diskussionen darüber wer wann was im Haushalt macht schon hinter Euch UND - DU hast jemanden, der sich mit Dir über den ersten Tritt freut, der den Herztönen lauscht und Dir die Hand hält, falls es Komplikationen gibt. Da kann keiner den werdenden Vater ersetzen und sollte es schiefgehen in D, wer ist dann bei Dir? Ja, leider geht es auch manchmal schief, und ehrlich gesagt ist es wahrscheinlich auch so schwer für einen Mann nachzuvollziehen, was dann in uns vorgeht. Ist er dann selber auch nicht teilhabend an der Schwangerschaft gewesen, fällt es ihm vermutlich noch schwerer, das muss ja dann alles ziemlich abstrakt sein für einen Mann. Auch ein Faktor, den man zumindest mal kurz andenken sollte, auch wenn ich Dir/Euch von ganzem Herzen wünsche, dass alles gut geht. :)

So, jetzt mus ich aufhören zu schwafeln :)

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deiner Entscheidung, egal wie sie ausfällt :)

Nanna

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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Imrhien » 21. Oktober 2008 19:36

Hej Nanna,
ich kann Deinen Äusserungen nur zustimmen. Auch wenn ich ein wenig skeptisch bin was die Versorgung angeht, ich hatte halt 2 Schwangerschaften in Deutschland. Aber ich denke, dass es in Schweden nicht schlecht sein kann, da ja sogar mehr Kinder pro Kopf auf die Welt kommen als in Deutschland. Scheint also nicht so schlecht zu sein... :) Und wie Du sagst, Hebammen sind hier sehr gut ausgebildet, haben viel mehr Befugnisse als in Deutschland. Das finde ich eher positiv. Mancher Arzt macht schon mal Panik wo keine hingehört.
Viel wichtiger als das finde ich aber was Du über den Vater gesagt hast. Denn es dreht sich hier nicht um ein Dorf in der hinteren Monholei. Man kann davon ausgehen, dass die medizinische Versorgung nicht so schlecht ist und dann sollte man eher von anderen Faktoren ausgehen. Ich meine, ob es ein oder drei Ultraschallbilder sind, die man sieht, das ist egal. Ob aber der Vater dabei ist oder vielleicht die Mutter, eine Freundin oder wer, das ist ein riesen Unterschied. Und ja, er hat viel mehr Zeit sich darauf einzustellen und man kann gemeinsam planen, Vorfreude geniessen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es gemeinsam klappt, ist viel größer. Und wie ich schon sagte, wenn man früh zieht, kann man notfalls im schlimmsten aller Fälle wieder zurück. Das hofft natürlich niemand. Das Zusammenleben als Paar ist schon nicht so einfach am Anfang. Man muss sich kennenlernen, wie man so lebt, welche Macken man hat. Wenn da sofort noch ein Baby dabei ist, dann ist das nicht mehr die gleiche Ausgangssituation. Vielleicht seid Ihr später froh wenn Ihr die Zeit gemeinsam ohne Kind noch hattet?

Wie auch immer,
alles Gute

Wiebke

nysn

Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon nysn » 21. Oktober 2008 19:56

Mein "Kardinalfehler" war eigentlich damals neben der Sprache auch, dass ich ziemlich spät - schon fast am Ende der Schwangerschaft nach Schweden umgezogen bin. Ich hatte zwar alle Untersuchungen usw. in Deutschland gemacht, habe aber an den anderen Kursen - Geburtsvorbereitung usw - nicht teilgenommen. Meine Freundinnen die dort in D hingingen, haben sich dann teilweise auch wieder nach der Geburt in irgendwelchen Gruppen getroffen und konnten somit schon einen Kontaktkreis aufbauen.

Dazu hatte ich dann in Schweden keine Zeit und auch keine Kraft mehr. Ausserdem konnte mein Mann ja auch nicht ständig ueberall mit mir hingehen zum Dolmetschen.

Nach der Entbindung hatte ich auch Muehe zu verstehen, wie das hier in Schweden mit der Barnavårdcentral usw. funktionierte. Dort gab es dann zwar solche Elterngruppen, wo wir hingegangen sind, aber es war nicht besonders leicht, Anschluss zu finden - eben aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und auch weil sich die anderen zum Teil schon von frueher kannten.

Fuer meinen Mann war das auch eine äussert anstrengende Zeit, da ich mich eben vorwiegend auf ihn verlassen habe und er sich wirklich um alles kuemmern musste - auch um die kleinsten Dinge, die ich in Deutschland locker hätte selbst erledigen können.

Natuerlich kann man in Schweden wie in Deutschland "Kinder bekommen". Die Problematik wuerde ich eher darin sehen, wenn man die ganze Vorbereitungszeit usw. in Deutschland mitgemacht hat und erst zur Entbindung nach Schweden kommt, dann kommt man ja auch mit den deutschen Erwartungen hierher und diese erfuellen sich eben gar nicht oder nur teilweise.

Das Beste waere natuerlich, wenn man die Entbindung in Schweden plant, dass man dann auch die ganze Schwangerschaft hier verbringt. So lernt man das hiessige System kennen und wächst sozusagen mit hinein. Das setzt natuerlich voraus, dass man es sich arbeitsmässig/finanziell auch leisten kann - nicht jeder kann sich die ganzen 9 Monate frei nehmen.

S-nina

P.S. Trotz katastrophaler Anfangsplanung haben sich die Dinge bei mir dann mit der Zeit auch in Schweden gut gelöst. Hat nur etwas länger gedauert und war streckenweise recht anstrengend.

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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Die Vier » 22. Oktober 2008 17:08

Hej,

nachdem ich nun lange genug um diesen Beitrag herum geschlichen bin,werde ich mich mal als " nur Hebamme " ( :evil: ) einbringen.
Ich kenne die Arbeitsweisen nunmehr aus deutscher(15 Jahre) und schwedischer Sicht( das 1.Jahr ist gemeistert!).
Die deutschen Hebammen sind weder schlechter ,geschweige denn minder und die schwedischen Hebammen auch nicht besser oder kompetenter ausgebildet, das Gesundheitssystem setzt andere Prioritäten.In Schweden gehören eine normale Schwangerschaft und Geburt und eben auch Frauengesundheit und Familienplanung in die Hände einer kompetenten Fachkraft, Hebamme genannt.Weicht irgendetwas vom normalen Verlauf ab,wird der Spezialist ( Gynäkologe ) h i n z u g e z o g e n und die Schwangere bei Bedarf gemeinsam weiter betreut.Es gibt kein Konkurrenzkampf zwischen den beiden Berufsgruppen...
In Deutschland gilt eigentlich das Gleiche, zumindest laut Gesetzgeber, aber in der Praxis sieht es so aus, dass Schwangere zu ihrem Gynäkologen geht,der ja eigentlich Spezialist fuer einen nicht normalen= krankhaften Verlauf ist. Im Krankenhaus betreut die Hebamme den gesamte Geburtsverlauf und ruft den Arzt zur Geburt hinzu,ohne ihn eigentlich zu benötigen( er steht eigentlich meist daneben):Krankenhausvorschrift! Die Hebammen werden somit aus einem Bereich verdrängt, der eigentlich zu ihren ureigensten Aufgaben gehört und somit gilt sie vielleicht desshalb als weniger kompetent in den Augen der deutschen Patienten ???
Leider herrscht in Deutschland auf diesem Fachgebiet ein grosser Konkurrenzkampf zu ungunsten der Hebammen,was beim Klientel als weniger kompetent ankommt.
Ich denke in diesem Zusammenhang ,es ist schlichtweg Verschwendung von Zeit und Geld und Kompetenzen.
So,jetzt aber zum eigentlichen Thema:
Setzt euch beide zusammen,macht eine Liste:was spricht fuer ,was gegen einen Umzug. Wer kann dich,ausser deinem Mann, unterstuetzen-vor allem nach der Geburt.Hast du jemanden aus deiner Familie/Freundin,bei dem ihr beide euch eine Unterstuetzung unter der Geburt vorstellen könnt.Oder im umgekehrten Fall:kann dein Mann sich auf "Abruf" frei nehmen ,um bei der Geburt in Deutschland dabei zu sein.Bedenke dabei,dass die wenigsten Kinder wirklich am errechneten Termin geboren werden...
Ansonsten finde ich die Idee der "Probezeit" ueberlegenswert,ihr habt Zeit zusammen und du kannst nachfuehlen( im wahrsten Sinne des Wortes)wie es sich fuer dich hier in Schweden anfuehlt: ja es ist unbedingt das Bauchgefuehl,nicht der rationelle Verstand,der entscheiden sollte plus das familiäre Netzwerk als Unterstuetzung.
Macht unbedingt einen Termin bei der Hebamme in der mödrarvårdcentral(MVC) und besprecht genau diese Dinge! Es gibt sicher auch die Möglichkeit sich die Entbindungsstation anzusehen und mit dem Team dort zu sprechen, im uebrigen steht dir auch ein Dolmetscher bei solchen Terminen zu!!!! Fragt die Hebamme,sie wird sich darum kuemmern.
Zu den Untersuchungen ist zu sagen: soviel wie notwendig und nichts was ueberfluessig ist. Wichtig ist der Kontakt zur Schwangeren,die Gesprächsbereitschaft,wenn es viele Fragen gibt ,wird darauf eingegangen !Die Hebamme arbeitet mit all ihren Sinnen und was dann nicht (er)greifbar ist,wird mit Hilfe der Technik abgeklärt. Im uebrigen ist das beschmunzelte Holzhörrohr ein sehr effektives und i m m e r funktionierendes Hilfsmittel zum abhören der kindlichen Herztöne ! Fragt mal euren Arzt in Deutschland ob der das noch beherrscht-auf die Ausreden bin ich gespannt...( zur ausgleichenden Gerechtigkeit muss ich sagen,dass die juengeren Hebammen wahrscheinlich auch nicht so besonders fit in der Anwendung sind - leider)! Eine wachsame,mit allen Sinnen arbeitende Hebamme ist mehr wert als alle "nur mal gucken wie das Kind liegt"-Ultraschälle zusammen !
Kurz gesagt: klopft hier wie da mal ein bisschen "auf den Busch" und stell deine Fragen; fuehlst du dich ernst- und angenommen,hast du ein gutes Gefuehl ??!!!
Ich kann sicher noch viel mehr aus dem Nähkästchen plaudern,aber das sollte wohl fuer den "öffentlichen Teil" genuegen,bei ganz speziellen Fragen kannst du mir gerne eine PN schicken,keine Hemmungen !
Nur der Vollständigkeit halber: ich hatte nicht eine Sekunde lang Probleme hier in den Arbeitsalltag einzutauchen und schwedischen Erdenbuergern auf die Welt zu helfen...
Viele Gruesse
Susanne
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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Imrhien » 22. Oktober 2008 17:58

Hej Susanne,
ich hoffe Du hast Dich nicht angegriffen gefühlt, denn das war zumindest nicht in meinem Sinne. Ich hatte in Deutschland eine sehr kompetente Hebamme, die auch mit Holzrohr Herztöne abgehört und mit den Händen die Größe des Kindes ertastet hat. Wir haben uns bei ihr immer gut aufgehoben gefühlt. Allerdings ist es, wie Du schon sagtest, in Deutschland ja eben so, dass die Frauen in der Regel häufiger beim Gyn landen und nicht mal wissen, dass sie ihn nicht bräuchten ausser für CTG später oder Ultraschall, wobei manche Hebammen wohl auch schon in Praxen sind wo man sowas machen kann...
Dass der Arzt bei der Geburt nur Beisteher ist, war mir klar. Ich denke auch nicht, dass Hebammen in Deutschland schlechter ausgebildet sind, sollte ich sowas ausgedrückt haben, war das keine Absicht. Als deutsche ist man nur eben ein wenig erstaunt über das schwedische System und vielleihct ein wenig verunsichert. Hinzu kommen dann persönliche Erfahrungen, die allerdings andere vielleicht in Deutschland ebenso gemacht haben können. Man kann halt nur aus der eigenen Erfahrung raus sprechen...
Ich denke aber schon, dass es sich in dem vorliegenden Fall lohnen könnte einen Versuch in Schweden zu wagen und wie schon angesprochen, die Probezeit zu machen.
Je früher, desto besser. Denn wie Nanna sagte, dann ist mehr Zeit auch ein soziales Netzwerk aufzubauen und die Sprache zu lernen.
Für mich persönlich ist es so, dass ich nach einem Jahr in Schweden zwar in den meisten Lebenslagen klarkomme, aber eben denke es gibt Situationen in denen man gerne in der eigenen Sprache reden möchte. Dazu gehört für mich Eindeutig die Situation wenn während der Schwangerschaft etwas schief gehen sollte.... Da muss man vorher die Sicherheit haben, dass man im Notfall jemanden hat der einen versteht und den man auch verstehen kann.

Grüße
Wiebke

vinbär
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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon vinbär » 22. Oktober 2008 18:47

Gluecklicher Weise kommt bei der komplikationslosen Entbindung im schwedischen Krankenhaus generell erst mal kein Arzt als Beisteher hinzu, sondern man ist bestens durch die Hebamme betreut. Diese ist meist auch kompetenter was den promblemlosen Geburtsverlauf angeht, als der Doc.

blueII
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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon blueII » 22. Oktober 2008 19:48

Die Vier hat geschrieben:Hej,

nachdem ich nun lange genug um diesen Beitrag herum geschlichen bin,werde ich mich mal als " nur Hebamme " ( :evil: ) einbringen.

( Die Vier )


Arme Susan, mir war die Satzwendung auch aufgefallen, die Dich erregt hat, wollte aber keine Offtopic-Diskussion anfangen :lol: .
Ich weiß nur nicht mehr wer es geschrieben hatte, wenn es Wiebke war ..sie hat ja auf Dein Posting reagiert, hat sie es bestimmt nicht so gemeint.
Und ich gebe Dir recht.
Die "Deutsche" Schwangere wird in einem derartigen Strudel der Schulmedizin gesogen, dass sie schon selbst nicht mehr daran glaubt, dass auch eine Hebamme, die zu Dir nach Hause kommt Dich bestens versorgen und umsorgen kann.
Die Gabe als Schwanger in sich Hineinzuhören und seinem Körper zu vertrauen, ist die Jagd auf das nächste Ultrashallbildchen gewichen.

Ich habe die Arbeit einer Hebamme sehr früh in der Schwangerschaft in Anspruch genommen und mußte mir einige freche Bemerkungen meines Frauenarztes dazu anhören. Er konnte halt nicht mehr alle Vorsorgtermine abrechnen und war sauer.
Dieser Konkurrenzkampf nervt auch sehr die Schwangeren.
Als ich bei einer Komplikation im Krankenhaus war und mich nicht mit den Behandlungsmethoden einverstanden erklärte, habe ich mir die dortige Hebamme zur Hilfe gerufen, um mir Rat bei ihr einzuholen und den weiteren Verlauf abzusprechen.
Sie hatte die, wie ich finde, Zivilcourage, trotz angestellten Status, etwas Gegenteiliges als der Arzt zu äußern und mich in meiner Haltung zu bestärken.
Da war was los!!!!! So eine Hysterie im Arztkittel habe ich selten erlebt. :twisted: :roll:

Solch eine Haltung der Mediziner ist sehr schade und verunsichert eine Schwangere sehr.
Aber ich glaube, dass der Trend sich in Deutschland doch immer mehr wieder zur Hebamme wandelt und das ist auch gut so.

Ich war sehr positiv überascht, dass hier in Schweden die Hebamme eine größere Rolle spielt.
Über die Qualität und Ausbildung kann ich natürlich nichts sagen. Habe nur bei einer Nachbarin erlebt, dass die Hebamme nur noch einmal nach der Geburt nach Hause kommt. Da waren unsere Nachsorgetermine in D schon sehr angenehm.
Zur Vorsorgeuntersuchung gegen Gebährmutterkrebs war ich übrigens in S auch bei einer Hebamme.

LG
Heike

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Re: Schwanger nach Schweden?!

Beitragvon Die Vier » 22. Oktober 2008 20:29

Hej Wiebke ,

ich fuehle mich keinesfalls persönlich angegriffen,aber wohl meinen Berufsstand sehr unterschätzt,zumindest wird unsere Kompetenz meist von deutschem Klientel in Frage gestellt,was ich hier noch nie erlebt habe.Es ist eher so,dass die Eltern unruhig werden,wenn ein Arzt auftaucht! Naja,aber es geht ja nun nicht darum.
Ich denke man kann den beiden nur raten sich alles in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen ,das Fuer und Wieder abzuwägen und nach ihren eigenen Beduerfnissen zu entscheiden-nur ueber diese muss man sich klar werden.

Die Vier-Susanne
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