Schwanger in Stockholm

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simonhard
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Schwanger in Stockholm

Beitragvon simonhard » 11. Januar 2014 17:10

Hallo zusammen,

nun ist es so weit, wir werden vom aktivem Leser zum aktivem Schreiber :)

Kurz zu uns, meine Freundin arbeitet seit knapp drei Jahren in Stockholm, ich bin seit Anfang 2013 ca. 50% der Zeit bei Ihr - ich pendel' quasi zwischen Deutschland und Schweden. Gemeldet bin ich in Deutschland - auch mein selbständiges Gewerbe läuft über Deutschland, meine Freundin registriert in Schweden (klar..).

Sie ist nun schwanger. Wir freuen uns sehr! Jetzt geht die vage Planung in konkrete Pläne über.
Wir möchten gerne die 100% Elternzeit meiner Freundin in Deutschland bei unseren Familien verbringen. D.h. für etwa ein Jahr wieder "zurück" kommen und uns danach alles offen lassen: gehen wir zurück nach Schweden oder bauen wir uns in Deutschland wieder ein Nest.

Meine Frage an Euch lautet: Ist es ohne große Probleme möglich, die Elternzeit in Deutschland zu bestreiten? Auch bzgl. fester schwedischer Adresse. Braucht man eine fixe Adresse in dieser Zeit? Sonst würden wir darüber nachdenken, unsere Wohnung unterzuvermieten.

Auch bzgl. Geburt gibt es die zwei Optionen. Entweder 2-4 Wochen vor Entbindungstermin schon nach Deutschland und dort entbinden oder 2-4 Wochen nach der Entbindung in Schweden erst das Land "verlassen"? Habt Ihr Meinungen dazu? Wie sieht es mit der Registrierung des Kindes aus? Auch bzgl schwedischem Elterngeld für meine Freundin.
Die försäkringskassan übernimmt meines Wissens zumindest die Arztkosten in Deutschland.

Tack für jeden Kommentar und jede Beantwortung einer Frage :)

Lieben Gruß
Simon


P.S.: Hat jemand gute Erfahrungen mit einer Barnmorska in Stockholm und kann diese empfehlen?

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon vibackup » 11. Januar 2014 18:03

simonhard hat geschrieben:Meine Frage an Euch lautet: Ist es ohne große Probleme möglich, die Elternzeit in Deutschland zu bestreiten? Auch bzgl. fester schwedischer Adresse. Braucht man eine fixe Adresse in dieser Zeit? Sonst würden wir darüber nachdenken, unsere Wohnung unterzuvermieten.

Rechtlich ist die Sache einfach: wenn deine Freundin für ein Jahr ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlegt, dann verfallen die Gründe für ihre Meldung beim skatteverket.
Mehr Infos hier.
Damit ist sie dann nicht mehr in Schweden mannzahlgeschrieben (gemeldet). Ob sie damit Föräldrapenning behalten kann, geht nicht klar aus der Seite der FK hervor; auf jeden Fall muss der Auslandsaufenthalt angemeldet werden.

//M

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon simonhard » 12. Januar 2014 12:20

Danke schon mal für Deinen Beitrag!

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon tjejen » 17. Januar 2014 17:52

Wenn ihr euer Kind in S zur Welt bringt, bekommt es auf jeden Fall die dt. und die schwed. Staatsbürgerschaft. Sollte das Kind bis zum 18. Lebensjahr allerdings nie in S gelebt haben, muss es beantragen diese zu behalten...

Die Frage ist wohl eher wo ihr eure Zukunft seht. Die schwed. Kasse wird es nicht gerne sehen, wenn ihr euch nach bezug des Elterngeldes ausm Staub macht...

Habt ihr hier schon gelesen?
https://www.forsakringskassan.se/wps/po ... _utomlands
Gnäll suger, handling duger.

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon vibackup » 17. Januar 2014 20:04

tjejen hat geschrieben:Wenn ihr euer Kind in S zur Welt bringt, bekommt es auf jeden Fall die dt. und die schwed. Staatsbürgerschaft.

Warum sollte es die schwedische Staatsbürgerschaft bekommen?
Beide Eltern sind doch wohl Deutsche?

//M

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon tjejen » 17. Januar 2014 23:12

vibackup hat geschrieben:Warum sollte es die schwedische Staatsbürgerschaft bekommen?
Beide Eltern sind doch wohl Deutsche?

//M

Da hast du natürlich recht, da hat mich mein Gedächtnis ordentlich getäuscht. Nehme alles zurück ;)
Gnäll suger, handling duger.

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon vibackup » 18. Januar 2014 10:13

tjejen hat geschrieben:Da hast du natürlich recht, da hat mich mein Gedächtnis ordentlich getäuscht. Nehme alles zurück ;)

Vad bra... und ich dachte schon ich hätte da etwas missverstanden...

//M

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon simonhard » 19. Januar 2014 12:18

Wir sind beide Deutsch, richtig. Um die Staatsbürgerschaft geht es nicht, nur darum, dass wir die Zeit rund um die Geburt und die Elternzeit gerne in Deutschland bei unseren Familien verbringen würden. Was danach passiert, ist noch offen. Wir haben zum Glück die Möglichkeit unseren Wohnsitz in SE zu halten und mehr oder weniger kostenfrei in Deutschland bei der Familie zu wohnen.

Deswegen wüsste ich einfach gerne, wie die FK die Kostenübernahme für "Notfälle" (Geburt) und für sonstige Arztbesuche von Mutter und Kind handhabt.
Die zweite Frage ist, wie ich den schwedischen Behörden die Geburt dann mitteile, damit das Kind eine Nummer bekommt und alles ordentlich festgehalten wird. Geht das auch per "Remote" oder über die Botschaft ggf?

Wir haben mal ein Telefonat in Muttersprache bei der FK gebucht in drei Wochen. Das erleichtert alles doch ein wenig, auch wenn wir mit unserem schwedisch klar kommen.

Tack!

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon vibackup » 20. Januar 2014 19:57

simonhard hat geschrieben:Deswegen wüsste ich einfach gerne, wie die FK die Kostenübernahme für "Notfälle" (Geburt) und für sonstige Arztbesuche von Mutter und Kind handhabt.

Das kann am besten die FK beantworten. Aber wie gesagt: es kann sein, dass die schlicht sagen: "ihr seid nicht mehr bei uns gemeldet, wir sind nicht für euch zuständig."
Aber ich nehme an, dass das mit der blauen Versicherungskarte, die deine Freundin vom SLL hat, kein Problem sein dürfte. So den die Voraussetzungen erfüllt sind für die Meldung in Schweden.
simonhard hat geschrieben:Die zweite Frage ist, wie ich den schwedischen Behörden die Geburt dann mitteile, damit das Kind eine Nummer bekommt und alles ordentlich festgehalten wird. Geht das auch per "Remote" oder über die Botschaft ggf?

Wenn ich die Regeln recht deute, gilt folgendes: eine Personnummer automatisch bekommt das Kind nur, wenn es in Schweden geboren wird. Genauso wie umgekehrt: wenn deine Freundin in Deutschland gemeldet wäre, und aber ein Jahr in Schweden verbringt und dort das Kind zur Welt bringt, wird es ja auch erst einmal nicht in Deutschland gemeldet.
Oder dann, wenn es wieder mit deiner Freundin nach Schweden kommt und damit offiziell "einreist".
Da muss sie dann eben zum Skatteverket. Erwachsene müssen, afair, persönlich erscheinen, jedenfalls war das bei uns so.
Aber das kann das Skatteverket besser beantworten.
simonhard hat geschrieben:Wir haben mal ein Telefonat in Muttersprache bei der FK gebucht in drei Wochen. Das erleichtert alles doch ein wenig, auch wenn wir mit unserem schwedisch klar kommen.

Das scheint mir die beste Idee zu sein.

//M

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Re: Schwanger in Stockholm

Beitragvon EuraGerhard » 21. Januar 2014 09:20

vibackup hat geschrieben:Wenn ich die Regeln recht deute, gilt folgendes: eine Personnummer automatisch bekommt das Kind nur, wenn es in Schweden geboren wird.

So ist es. Wird ein Kind in Deutschland geboren, so wird es automatisch von den Behörden des Geburtsortes registriert und erhält eine deutsche Geburtsurkunde. Ist mindestens ein Elternteil deutscher Staatsbürger, so erhält es auch automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Schwedische Staatsbürger, die ihr Kind in Deutschland zur Welt bringen, haben anschließend die Möglichkeit, es in Deutschland auf der schwedischen Botschaft anzumelden und eine PN zugeteilt zu bekommen. Deutsche Staatsbürger, die in Schweden wohnen, können ihr Kind hingegen nur in Schweden anmelden.

MfG
Gerhard


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