Schulwechsel mit 17 ein Problem?

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sinlalu
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Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon sinlalu » 25. März 2008 10:40

Hallo - noch ´ne Frage... :smt100

Wir planen und planen - und wir wollen im Sommer 2009 auswandern. Bis dahin sind noch jede Menge Vorbereitungen zu treffen. Aber unsere Große ist dann 17 und käme hier in die 11. Klasse. Jetzt habe ich gehört, ein Wechsel sei dann schwierig weil das schwedische Schulsystem ja ganz anders aufgebaut ist.

Ist das wirklich so schwierig?

Und wenn ja: Kann mir jemand sagen, ob es möglich ist, dass sie schon jetzt alleine nach Schweden geht, quasi für ein Jahr - so eine Art Austausschülerinnengeschichte? Und gibt es da irgendeine Organisation an die man sich wenden muß, geht das auch privat und was kostet das und und und ????

Hach ist das alles schwierig - aber hier lassen? Nee, wir wollen alle nach Schweden!
Aber, warten, bis sie mit der Schule fertig ist - das dauert viel zu lange! Und dann ist die nächste in genau der gleichen Situation. Und dann? Wieder warten?

Das muß doch irgendwie gehen!

Liebe Grüße Silke
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Hans

Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon Hans » 25. März 2008 11:52

Hallo
Wo solls denn in Schweden hingehen?
Grüsst
Hans

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Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon Imrhien » 25. März 2008 11:55

Hej Silke,
spontan fällt mir ein Soyiales Jahr ein...
Wenn Deine Tochter lust auf sowas hätte, schau mal hier im Forum. Es gibt hier mindestens einen User, der gerade in Schweden ist und sowas macht. Ich glaube da heisst es diakonisches Jahr... Schau mal in der Suche danach.
Der User heisst Findus, vielleicht bekommst Du da mehr Infos.

@Findus, ich hoffe das war ok.

Liebe Grüße
Wiebke

P.S. Wenn Deine Tochter ebenfalls gerne auswandern möchte und Lust auf so eine Sache hat, dann finde ich das übrigens eine ganz tolle Idee. Der eventuelle Ausfall von Schulzeit wird meiner Meinung nach durch Erfahrungen ausgeglichen, die viel bringen und gerade dann wenn Ihr nach Schweden wollt.

Hans

Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon Hans » 25. März 2008 12:08

Hallo ein Tip.
http://www.cisv.se/page.asp?p=2
Gruss
Hans
:smt006

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Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon Findus » 5. April 2008 19:52

Klar war das ok, so ein Jahr im Ausland bringt auf jeden Fall viel und ist klasse, allerdings muss man da normalerweise mindestens 18 sein, soviel ich weiß und dann ist natürlich noch das Bewerbungsverfahren zu schaffen. In diesem speziellen Fall hier, ist das also vielleicht nicht das richtige. Mit dem schwedischen Schulsystem habe ich selber keine Erfahrungen (außer das ich schwedische Schüler kenne), aber ich stell mir einen Wechsel zu dem Zeitpunkt schon recht problematisch vor, da ja das System wirklich grundlegend anders ist und außerdem gehts in dem Alter dann ja langsam aufs Abitur zu und dann sollte man sich ja eher auf den Stoff konzentrieren und sich nicht noch mit einer Fremdsprache rumplagen, die man evtl. kaum spricht.
Das soll aber nicht bedeuten, dass es nicht möglich ist in dieser Situation auszuwandern, sondern einfach das man sich auf mögliche Probleme einstellen sollte.
"Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen." Franz Beckenbauer

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Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon Nanna » 6. April 2008 10:24

Ob das klappt oder nicht, kann keiner sagen. Ist sie selber vom Gedanken begeistert, ist das ja aber schon die halbe Miete.
Ich weiss, dass es beim Freund am Gymnasium ältere Schüler gibt, die direkt aus Deutschland gekommen sind und dort klappt es. Die haben das Jahr wiederholt, um die Energie auf die schwedische Sprache legen zu können. Klappt aber sicher nicht überall, das hier ist eine kleine Privatschule, wo sehr individuell gearbeitet wird. Bei einem grossen staatlichen Gymnasium sieht die Lage schon anders aus.
Und grundsätzlich könnte sie sicherlich schon ein Jahr hier hoch, wenn Ihr eine Familie findet, die sie aufnimmt. Und sie das selber möchte.
Lernt sie denn in Deutschland schon schwedisch? Das ist ja nun mal das A und O und wirklich wichtig. Und geht ihr erst im Sommer 09 alle zusammen hoch, hat sie ja die Möglichkeit, viel schwedisch zu lernen bis dahin.
Vielleicht könnte sie ja erstmal nur die Sommerferien über hier hoch? Für die Sprache sicherlich förderlich. Aber nicht zu jemanden im Forum, der deutsch spricht:D
Wisst Ihr denn schon, wo Ihr wohnen werdet? Dann würde ich mich jetzt schon mit den Schulen vor Ort in Verbindung setzen und schauen, wo sie vermutlich am besten aufgehoben sein wird, welche Schule Ihr sprachlich helfen wird.

Gruss
Nanna

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Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon sinlalu » 8. April 2008 15:28

Hallo Nanna,

eigentlich wollten wir Richtung Eksjö, Jönköping, aber jetzt ist im Moment Karlskrona uns Torsa auch ganz doll im Gespräch. Laura würde am liebsten direkt nach Eksjö gehen. Aber Du siehst, ganz ist für uns alle die Entscheidung noch nicht gefallen. Es muss halt alles passen... und das ist ganz schön schwierig!
Um konkrete Pläne zu machen müssen wir uns sicher fest legen. Aber wir suchen immernoch nach einem Haus und einer Möglichkeit zum Fechten für unsere 2. Tochter. Das wäre erstmal das wichtigste, da rar gesäht. Alles andere würden wir versuchen drum herum zu planen. Und: klar, wir lernen alle fleißig schwedisch.

Danke und liebe Grüße Silke
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Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon Skogstroll » 8. April 2008 16:29

Für eine 17-jährige in der 11. Klasse dürfte der Schulwechsel ein enormes Problem werden. Es ist ja nicht nur das völlig andere Schulsystem, es gibt ja auch noch ein Sprachproblem. Und ganz abgesehen davon haben 17-jährige meist schon ein recht ausgeprägtes soziales Netzwerk, das sie auch noch hinter sich lassen sollen. Wenn Eure Tochter nicht wirklich stark selbst nach Schweden will, würde ich ihr das definitiv nicht zumuten.
Im schwedischen Gymnasium käme für sie - einfach aus sprachlichen Gründen - wahrscheinlich nur das sog. individuelle Programm in Frage. Das ist normalerweise ein Programm für solche Schüler, die keines der anderen gymnasialen Programme schaffen, auch keines der nicht-studienvorbereitenden. Das ist nicht unbedingt eine gute Voraussetzung für den weiteren Lebensweg und kann für den Schüler selbst sehr frustrierend sein.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch in eine Situation bringt, in der eure Tochter nur noch nach Hause will, ist recht gross.

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Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon sinlalu » 9. April 2008 08:07

Sie will, will, will aber auch nach Schweden - und zwar unbedingt!!! :supz:

Sie ist diejenige, die uns ständigt sagt: macht, macht, macht, und die, die am liebsten morgen umziehen würde.

Du hast zwar recht was das soziale Netz angeht, aber sie hat auch in Schweden schon Freunde gefunden.

Liebe Grüße Silke
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Re: Schulwechsel mit 17 ein Problem?

Beitragvon Berta » 9. April 2008 19:41

Hej.

Ich kenne ein paar Leute, die in der elften Klasse eben nicht "nur" ein Jahr nach Amerika oder Frankreich oder so gegangen sind, sondern es gewagt haben, ihr Auslandsschuljahr in einem Land zu machen, in dem sie die Sprache nicht konnten. Das hat in allen mir bekannten Fällen - meist aber waren die in Südamerika oder Asien - geklappt, wenn auch in allen Fällen viele Krisen zu überstehen waren.

Wenn also deine Tochter die Option bekommen könnte, als "normale" Austauschschülerin mit allen Privilegien, die man als solche hat (dass man zum Beispiel ein gewöhnliches, studienvorbereitendes Gymnasium besuchen kann, und nicht aufgrund fehlender Sprachkenntnisse ein Individuelles Programm besuchen muss) für ein Jahr nach Schweden zu gehen, dann könnte sie sich ein bisschen eingewöhnen - und könnte nach dem Jahr immer noch wieder zurückkehren, in Deutschland eventuell eine Klasse wiederholen, und gut ist.

Und wenn sie sich wohl fühlt, alles gut läuft, sie die Sprache so gelernt hat, dass sie unter gewöhnlichen Umständen das Gymnasium absolvieren kann, kann sie ja auch dableiben. Wir hatten früher einen französischen Austauschschüler, der, nachdem er über vier Jahre hinweg mehrere Male für ein paar Wochen bei uns in der Familie war, ganz nach Deutschland gekommen ist, die gesamte Oberstufe hier absolviert, Abitur gemacht hat und inzwischen in Deutschland studiert. Es geht also, auch wenn es schwer ist.

Meine kleine Schwester kam nach ihrem Auslandsaufenthalt in der elften Klasse in eine fremde Stadt in Deutschland, weil meine Eltern in der Zwischenzeit umgezogen waren - sie hat sich trotz aller Bemühungen noch nicht besonders gut eingewöhnt, reist immer wieder in die alte Stadt, leidet tatsächlich mehr unter dem Verlust des sozialen Netzwerkes, ihres Jobs, ihrer Freizeitaktivitäten als sich das alle in der Familie, inklusive sie selbst, vorgestellt haben. Und das ist nur ein Umzug innerhalb Deutschlands.
Mit 17 ist das, glaube ich, alles nicht so einfach - man kann hoch motiviert sein, sich freuen, und trotzdem ist das schwierig.

Und, wie Skogstroll schon geschrieben hat, ist der Besuch eines nicht unbedingt den Begabungen deiner Tochter entsprechenden Individuellen Programms bezüglich der Perspektiven nicht wirklich vergleichbar mit den Perspektiven, die deine Tochter mit einem normalen Gymnasialabschluss in Deutschland hätte. Es wäre schade, wenn sie nur aufgrund der Sprachschwierigkeiten kein Programm besuchen könnte, das sie wirklich interessiert.

Ihr solltet auf alle Fälle sicherstellen, dass eure Tochter, so sie denn mitkommt, die Möglichkeit erhält, ohne Gesichtsverlust nach Deutschland zurückzukehren - beispielsweise durch einen Einstieg als Austauschschülerin, eventuell auch bevor ihr nach Schweden geht. Es geht um ihre Zukunft - und die sollte ihr möglichst nicht verbaut werden.

Naja,
Berta.


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