Schulsystem in Schweden

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Aurora

Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon Aurora » 25. Februar 2008 17:50

Skogstroll hat geschrieben:
Storstadstjej hat geschrieben:Und wann lernen die Kinder?


Die Frage ist berechtigt. Faktenvermittlung gehört auch nicht unbedingt zu den starken Seiten der schwedischen Schule. Frontalunterricht ist sicher nicht erstrebenswert, aber in Schweden schwingt das Pendel ziemlich weit zur anderen Seite aus.

Skogstroll

Bin der Meinung, dass es aber nicht ganz ohne Frontalunterricht geht, auch wenn man das hier nicht so gern hört. Nur Gruppen-u. Projektarbeit ist auch nicht die super Lösung!
Die Phase nach der Wende, wo jedes Kind machen sollte, was es mochte, ist nun zum Glück auch vorbei.
Wenn ich dich richtig verstehe, hat der "offene Unterricht" in der schwedischen Schule auch voll Einzug gehalten.
Auch bei uns gibt es diese Schüler, die nicht wissen, dass man...- eigentlich fast gar nichts wissen.

bjoerkebo

Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon bjoerkebo » 25. Februar 2008 18:42

Aurora hat geschrieben:
bjoerkebo hat geschrieben:Also wir wohnen auf dem Land.
Da sind die Klassenstärken etwas kleiner.Die Schule hat um 65 Kids.
Derzeit ist die 3.(14 Kinder).,4. und 5.(1 Kind)Klasse zusammen in einem Raum,werden aber in Mathe usw.getrennt unterrichtet.
Hier gehten sie oft in die Natur.Unsere Schule hat einen skolskog(Wald) wo sie z.B. heute den ganzen Vormittag sind.Da werden Buden gebaut und die Natur erkundet.


Das hört sich ja toll an.Ich denke, die Erfahrungen aus der Natur kommen in Deutschland einfach zu kurz - einfach zuviel Stoffvermittlung!
Was haltet ihr vom "Klassenübergreifenden Unterricht" ?
Bei uns umstritten, s. Flex, da man zum Unterricht in den Nachkriegsjahren den Vergleich zieht.
bjoerkebo hat geschrieben:In der Freizeit werden versch.Dinge gemacht.Hier oft kreative Sachen oder sie können die Bibliothek nutzen.In den Ferien werden auch Ausflüge gemacht.

Zusammen mit den Lehrern?


Dafür ist dann das Fritidspersonal im fritids zuständig.

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Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 25. Februar 2008 19:11

Aha- jetzt kann ich genauer antworten, Aurora.

In unserer Schule sind ein paar behinderte Kinder integriert. Sie haben überwiegend Extrastunden und -lehrer, nehmen aber auch am normalen Unterricht teil. Richtet sich wohl nach dem Schweregrad des Handikaps.

Auch hier arbeiten die förskoleklass (Nullte) und die erste Klasse teilweise zusammen. Sind in gemeinsamen Räumlichkeiten untergebracht, die Erste hat allerdings zusätzlich einen richtigen Schulraum.

Ja Schulpflicht beginnt in Schweden mit 7 Jahren.
Ab 6 gehen die Kinder in die Förskola. Eine sehr gute Einrichtung finde ich.
Man darf aber auch zuhause unterrichten, dh in Schweden gibt es nicht diesselbe Schulpflicht wie in D! In Deutschland ist soetwas nicht möglich, Eltern machen sich damit strafbar!



Die Schulpflicht wird hier nun schon auf "5 Jahre" heruntergefahren. Ob das gut ist, ist bestimmt eine Diskussion wert.


Also das finde ich schlichtweg nicht gut!
Unser Jüngster (geb. Anfang Juni 2000) sollte gegen unseren Willen in D eingeschult werden (also damals mit gerade 6) Knallhart ohne Diskussion! Die Rektorin befand ihn nach einem 5-minütigem Gespräch (bei dem er sich unter dem Tisch und hinterm meinem Stuhl versteckte und kein Wort mit ihr reden wollte) für voll schulpflichtig. Begründung: Sie müsse alle Kinder laut Stichtag einschulen. Das deutsche Schulgesetz gäbe ihr keine Möglichkeit mehr ihm ein Jahr zu schenken!
Viel Spaß all denen, die ihre Kinder dann mit 5 Jahren einschulen müssen!

Hausaufgaben halten sich an schwedischen Schulen in Grenzen. Die älteren Semester haben aber durchaus lange Schultage wie an den Ganztagsschulen in D üblich. Wenn, gibt es meist Wochenaufgaben. Regelmäßig zuhause üben -wie Vokabel pauken- tun meine Jungs aber schon.

Eltern helfen z.B. mit Plätzchenbacken zum Weihnachtsbasar ;-). Nej, nej: Gemeinsame Treffen ab und zu statt. Wenn es um das Organisieren von Geld für gemeinsame Klassenfahrten geht sind sie tüchtig dabei. Sie kommen als Begleitperson auch mit auf Klassenfahrt wenn sie können. Neulich wurde von den Schülern ein gemeinsamer Bowlingabend organisiert. Beim Fußballverein sind viele Väter als Trainer tätig. Oder man trifft sich bei den Pfadfindern...
Nachhilfe zuhause oder von Eltern in der Schule?
Nee, gibt es meiner Erfahrung nach nicht.

Ich erlebe es hier jedoch oft, das meine Jungs mir unbedingt etwas aus dem Unterricht erzählen müssen, weil sie es wahnsinnig interessant fanden! :lol:

Aurora

Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon Aurora » 25. Februar 2008 20:55

HeikeBlekinge hat geschrieben:
Also das finde ich schlichtweg nicht gut!
Viel Spaß all denen, die ihre Kinder dann mit 5 Jahren einschulen müssen!


Ich habe davon gehört. Da bleibt nur noch der Weg zum Schulamt und dann geht es doch mit der Rückstellung. Hier werden jetzt die Überprüfungen an der Schule ohne Eltern gemacht.
Aber dennoch von wegen "einschulen müssen" , viele Eltern wollen das, da sie dadurch die Gebühr für den Kindergarten ein Jahr lang sparen.

Es scheint mir nach deinen Worten, als würde die Unterstützung durch die Sonderpädagogen besser organisiert sein.
Was bringt es, wie bei uns, wenn die LRS-Stunden oder Stunden für Rechenschwäche ständig ausfallen, außerdem fallen diese Stunden in den Unterrichtsalltag, d. h. diese Schüler müssen aus dem gemeinsamen Unterricht herausgenommen werden und verpassen damit den laufenden Stoff, den sie dann wieder zu Hause nacharbeiten müssen.
Was nützt da die zeitige Überprüfung auf LRS-bzw Rechenschwäche in Klasse 2?
Ach, ich könnte noch so viel erzählen oder fragen, aber die Zeit fehlt mir so oft. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Aurora

Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon Aurora » 26. Februar 2008 21:19

Wie sieht die Entwicklung bei euch mit der Disziplin und Achtung gegenüber Erwachsenen und Eltern aus bei den Jugendlichen ? Ist es auch gelinde ausgedrückt, abfallend? Woran liegt es und was kann man tun, um da eine Barriere zu setzen?

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Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 26. Februar 2008 23:22

Sehr gute Frage, Aurora!
Obwohl ich nicht ganz mitkomme wenn soetwas in einem "Schulthread" angesprochen wird!
Weil: Schlichtweg da spez. die Schule nicht allein zuständig sein kann!
Für mich persönlich sind da drei Dinge hauptverantwortlich - in dieser Reihenfolge:
-Eltern/Familie/Erziehung
-Gesellschaft/Umwelt
-Schule - an letzter Stelle

Welches prägender ist? Ich rechne mal das, was bewußt zeitlich überwiegender auf Kinder einwirkt!

Was ich von schwedischen Kindern mitbekomme empfinde ich zur Zeit ausreichend respektvoll. Da meine ich nicht nur das "Tack för maten!" Sehr zurückhaltend, nicht frech, eher immer brav.
Allerdings habe ich auch erlebt, dass schwedische Kinder sehr empfindlich (irritiert?) auf Reglementierungen reagieren. (Ich habe da z.B. echte Probleme was meinen Nutzgarten und die Tiere angeht und sage schon mal was sie nicht tun dürfen!)

Wie eine Barriere setzen?
Puh - bei eigenen Kindern kein Problem. Aber bei anderen?
Schauen wir uns mal die Einwirkung durch die Umwelt an! Was da rein medienmäßig vorgegeben wird! Da ist doch das Resultat "respektlose Jugendliche" kein Wunder!
Und ist es nicht zuviel verlangt, dass dies Eltern und Schule wieder geradebiegen sollen? Wie sollen das z.B. berufstätige Eltern schaffen?

Zschirli

Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon Zschirli » 27. Februar 2008 07:36

@aurora: die Rechnung mit dem gesparten Kindergartengeld ist aber auch ne Milchmädchenrechnung, was?
Wenn ich ueberlege, was wir fuer das erste Schuljahr unseres Grossen damals geblecht haben. ... Unterrichtsmaterial, Schulbuecher, Kopiergeld (ueber hundert Euro!), Schulspeisung, Schulbus .... denen fiel aller Vierteljahre wieder was Neues ein. Mag das gar nicht zusammenrechnen. Da kommt man sich ja selber vor wie die Milchkuh oder der Goldesel persönlich!

HeikeBlekinge hat geschrieben:Also das finde ich schlichtweg nicht gut!
Unser Jüngster (geb. Anfang Juni 2000) sollte gegen unseren Willen in D eingeschult werden (also damals mit gerade 6) Knallhart ohne Diskussion! Die Rektorin befand ihn nach einem 5-minütigem Gespräch (bei dem er sich unter dem Tisch und hinterm meinem Stuhl versteckte und kein Wort mit ihr reden wollte) für voll schulpflichtig. Begründung: Sie müsse alle Kinder laut Stichtag einschulen. Das deutsche Schulgesetz gäbe ihr keine Möglichkeit mehr ihm ein Jahr zu schenken!


Ja, da hab ich auch so meine Erfahrungen mit dem System gehabt. Schlichtweg ist das mit der Rueckstellung so, dass die Grundschule nachher Probleme kriegt, wenn die Klasse nicht voll ist. Letztendlich muss der verantwortliche Direktor sich rechtfertigen, warum er ein Kind jetzt nicht nimmt/zurueckstellt. Wir haben selber einige Lehrer in der Familie und ich bin auch so ein Exemplar (aber Ex), weiss also, wovon ich rede.

Wir hatten, als es bei uns damals um die zeitige Einschulung ging, sogar Atteste und Gutachten gebracht, die eine Rueckstellung dringend erforderlich und absolut ratsam machten ... und es war dennoch noch ein knallharter nervenaufreibender Kampf!
Dummerweise wohnten wir auch noch in einem kleinen aber vertratschten Dorf. Und nach geglueckter Rueckstellung waren wir dann die Buhmänner der Nation ... denn die zuständige Direktorin hatte damals wohl mächtig Ärger gekriegt.

Will sagen: es geht schon, wenn man lang genug kämpft und sich wehrt. Von einer Beurteilung der Situation im Sinne des Kindes und zum Wohle des Kindes kann aber keine Rede sein. Und man hat auch nachher noch jede Menge Scherereien ... ob das dann lohnt?

Auch so ein Grund, warum wir jetzt hier sind ...

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Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon Aelve » 27. Februar 2008 09:05

Hallo,

gerade wieder aus Schweden zurück, möchte ich Euch auch an unseren Erfahrungen mit Schule und hier speziell frühe Einschulung, teilhaben lassen, da wir bei 2 Kindern, die heute Mitte Zwanzig sind, diese Probleme aus der Sicht erzählen können, dass für uns die Probleme erledigt sind.
Auch uns ging es so, dass unser Sohn, der gerade 6 Jahre alt geworden war, den Schultest gut bestand und eingeschult wurde, womit ich nicht hundertprozentig einverstanden war. Unser Sohn war sehr verspielt, sehr klein für sein Alter, wie wir heute wissen, auch eher Spätzünder. Eine Anmeldung auf der Waldorfschule hat deshalb auch nicht zum Erfolg geführt, da er dort beim Schultest erst 5 Jahre alt war und mir sofort gesagt wurde, er wäre noch nicht schulreif. Beim Schuleignungstest sprach ich den Rektor an, dass ich es besser finden würde, dass unser Sohn noch ein Jahr den Kindergarten besuchen könnte, aber da stieß ich auf Granit.
Später zeigte sich dann tatsächlich, dass ein weiteres Jahr oder eine Vorschule, die es aber nur für minderbegabte Schüler gab, ihm gut getan hätten. Ab der 3. Klasse bekam er Schwierigkeiten, die Lehrkräfte erkannten aber nicht, dass es eine Legasthenie war, die ihm Probleme bereitete, die er aber aufgrund hoher Intelligenz sowie guter Förderung durch uns, in den ersten beiden Schuljahren kompensieren konnte.
Wir erbaten eine Klassenwiederholung, die abgelehnt wurde, da seine Zensuren ja soweit ganz gut waren, bis auf seine Rechtschreibung, die sehr schlecht war. Mit Noten zwischen 2-3 bekam er dann in der 4. Klasse eine Hauptschulempfehlung, wobei er in Mathe immer gut war und nur etwas Probleme in Deutsch hatte. Diese Schulempfehlung, die selbst der Rektor als nicht angebracht hielt bei einem überwiegenden Zweierzeugnis, brach ihm später auf einem öffentlichen Gymnasium den Hals, die Vorurteile gegen einen Hauptschulempfohlenen waren immens.
Meiner Meinung nach, die ich durch viele Erfahrungen in Gesprächskreisen Legasthenie sowie Foren, habe ist die, dass die Schulen in Deutschland (bei uns Schlesw.-Holst.) sich nicht nach dem Wohl des Kindes richten, sondern nur danach wie der Schule es am besten paßt. Wir wohnen im kleinen Ort, dort sollte die Hauptschule bestückt werden, so dass die damalige Grundschullehrerin überwiegend Hauptschulempfehlungen aussprach. Dass das Eingangsalter auf 5 Jahre herabgesetzt werden soll, empfinde ich als großes Manko. Unsere Tochter, die ihren Geburtstag erst im August hat, wurde erst mit 7 Jahren eingeschult, selbst da gehörte sie zu den Kleinsten, eine frühere Einschulung wäre fatal gewesen. Mir fehlt die Vorschule, die es früher mal gegeben hat und die es aus Geldmangel nicht mehr gibt. Ich selber bin auch erst mit 7 Jahren eingeschult worden und wurde im gleichen Jahr 8 Jahre alt, aber unsere Familie ist eben nicht so frühreif und mit 8 Jahren war ich von der Größe so wie andere mit 6 Jahren. Da wurde bei unserem Sohn überhaupt keine Rücksicht drauf genommen, wäre ich damals schon dagegen angegangen, hätte ich mir evtl. später viele Sorgen erspart.
Was mir von schwedischen Schulen berichtet wurde, ist so, dass es dort mehr nach dem Elternwillen geht und auch mehr um das Wohl des Kindes. Genau dieses habe ich in allen Schuljahren unserer Kinder vermissen müssen, obwohl sie stets artig waren, stets respektvoll gegenüber Lehrkräften, nie bummelten, sehr zuverlässig waren und von uns vollste Unterstützung in allen schulischen Dingen bekamen.
Grüße Aelve :elch:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

Aurora

Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon Aurora » 29. Februar 2008 20:31

Aelve hat geschrieben:Meiner Meinung nach, die ich durch viele Erfahrungen in Gesprächskreisen Legasthenie sowie Foren, habe ist die, dass die Schulen in Deutschland (bei uns Schlesw.-Holst.) sich nicht nach dem Wohl des Kindes richten, sondern nur danach wie der Schule es am besten paßt. Wir wohnen im kleinen Ort, dort sollte die Hauptschule bestückt werden, so dass die damalige Grundschullehrerin überwiegend Hauptschulempfehlungen aussprach. allen schulischen Dingen bekamen.
Grüße Aelve :elch:


Leider muss ich deinem Beitrag in vollem Umfang zustimmen.
Die Unterstützungen im Bereich der "Legasthenie-Schüler" haben sich aber in den letzten 4 Jahren verbessert, wenn es auch heute noch nicht optimal ist.
Deine Aussagen zum Wechsel in eine andere Schulform finde ich auch sehr ungerecht. Das ist leider noch heute so!
Die reinen Grundschulen stellen super Gutachten für die Schüler aus, weil die Kinder so und so die Schule verlassen und vermeiden damit Auseinandersetzungen mit Eltern und glänzen als Schule mit vielen leistungsstarken Kindern. Manchmal allerdings aber auch zum Schaden der Kinder, die dann total auf dem Gymnasium einbrechen und sich im Durchschnitt da um 3 und mehr Noten verschlechtern und psychisch völlig einbrechen.Es ist aber auch nicht immer leicht, die Entwicklung eines Kindes vorauszusehen.
Wenn ich an meine Person denke, hätte ich in der Grundschule niemals vom Lehrer bestätigt bekommen, dass aus mir mal etwas werden könnte. Ich war noch viel zu verspielt.Dazu kam, dass ich mit meiner Lehrerin keinen Konsens finden konnte und für allen Unfug, den meine Mitschüler machten, bestraft wurde. Wenn ich Zeit am Wochenende hatte, habe ich schon viele Seiten an Strafarbeiten vorgeschrieben. Dann waren diese eben schon erledigt für das nächste Mal. Das seitenweise Schreiben hat aber meine Schrift nicht gerade verbessert. Zum Glück erhielt ich in der 5. Klasse eine neue Lehrerin, frisch vom Studium, die mir das Lernen "schmackhaft" machte und ich wurde allmählich die Klassenbeste. Aber zurück zum Thema, will euch nicht mit meinem Leben langweilen.

Zur "Bestückung" von bestimmten Schulen, die ja auch erhalten werden wollen.
Leider ist es eine Tatsache, dass man versucht, die Gutachten bzw. Zensuren der Schüler in den 6. Klassen zu drücken, damit an den gekoppelten Grund-und Oberschulen oder Grund-und Gesamtschulen
auch noch genügend Kinder verbleiben, um die nächsten 7. Klassen "voll" zu machen und das Bestehen der Schule zu sichern.
Das ist natürlich ungerecht gegenüber den "reinen" Grundschulen, deren Schüler somit viel mehr Chancen haben, sich bei einem Gymnasium zu bewerben.
Aber auch zu meiner Schulzeit, die ja nun auch schon über 35 Jahre zurück liegt, war es ähnlich. Es wurde eine Zahl an Schülern vorgegeben, die zur EOS durften und dabei musste noch die Bauern-bzw.Arbeiterzugehörigkeit der Eltern bzw. Parteizugehörigkeit stimmen.
l

Aurora

Re: Schulsystem in Schweden

Beitragvon Aurora » 2. März 2008 18:37

HeikeBlekinge hat geschrieben:Sehr gute Frage, Aurora!

Schauen wir uns mal die Einwirkung durch die Umwelt an! Was da rein medienmäßig vorgegeben wird! Da ist doch das Resultat "respektlose Jugendliche" kein Wunder!


Dass bestätigt die Aussage, die ich gerade von einem Freund aus Schweden erhielt, der in 3 Tagen bei uns für eine Woche mit seinen Töchtern verweilen wird. Er war auch der Meinung, dass, besonders in den größeren Städten, die Respektlosigkeit zugenommen hat. Da seine Kinder am Unterricht der Schüler, mit denen sie sich nun schon über Monate schreiben, teilnehmen wollen, habe ich auf diesen Sachverhalt hingewiesen, um keine evtl. negativen Überraschungen zu erleben.
Als ich im Tomteland Weihnachten war, war es auffällig, dass die Kinder (kleinere) dort wesentlich ruhiger und ausgeglichener waren als unsere.Auch in den Dörfern traf ich nur höfliche, nette Kinder, deren Englischkenntnisse für mich überraschend gut waren. Viele Jugendliche sprechen sicher die englische Sprache, was man hier in D. nicht behaupten kann.Oder waren das nur Zufälle? Unsere Kinder beginnen mit dem Erlernen der Sprache jetzt schon im 1. Schuljahr, aber was bringt es? Irgend etwas muss hier falsch laufen!
Wann setzt der Englischunterricht in Schweden ein? Nach Auskünften der Kinder müsste es in der 2. Klasse sein, liege ich da richtig?
Bin schon sehr gespannt auf unsere Gäste, denn diese kenne ich noch nicht persönlich.


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