Schulranzen in Schweden!

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

nysn

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon nysn » 22. April 2008 15:50

Taima ist ein wunderbares Kind, aber man kann einfach keine tiefergehenden Gespräche mit ihr führen und den ganzen Tag nur Windeln und Geschrei macht mich wahnsinnig.


Hej Jana,
das ist total nachvollziehbar und wohl ziemlich "normal".

Als ich nach 2 Jahren Vollzeit zu Hause zum ersten Mal wieder zu einem Vorstellungsgespräch musste (für den Distanzarbeitsplatz, den ich immer noch habe, hatte mich mein Chef damals zum Essen eingeladen), da hatte ich echt Befürchtungen, ich würde dem Mann aus lauter Gewohnheit dann dabei behilflich sein, das Fleisch auf dem Teller aufzuschneiden ... :D

Gruß
S-nina

nysn

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon nysn » 22. April 2008 16:01

Man kann ja auch von zuhause aus eine selbständige Tätigkeit ausüben. Versichert man sich dann für die Rente selber?


Ja Aelve,
das muss man dann so machen.

Ein anderer Nachteil ist ja auch, dass man dann z. B. als "Familienunternehmen-Managerin" und möglicherweise sogar mit Teilzeitjob auch ziemlich benachteiligt ist, wenn es mit dem "Familienunternehmen" nicht mehr klappt.

Auch hier in Schweden, ähnlich wie in D, sind auch in erster Linie die Frauen betroffen - meistens haben die trotz Gleichberechtigung das niedrigere Einkommen - und wenn der Partner sich dann nach einer neuen "Chefin" umsieht, hat die Frau das Nachsehen - Niedrig-Status-Job, niedriges Einkommen plus Kinder.

Also auch hier sind die "Verlierer" der Gesellschaft trotz "Wohlfahrtsstaat" alleinerziehende Frauen mit Kindern. Die Aussichten darauf sind in S bei ca. 50 % - daher auch die hohe Anzahl "Patchwork"-Familien. Die Frauen suchen sich ja auch deshalb ziemlich schnell wieder einen neuen Partner, um nicht in diese Situation zu geraten.

Gruß
S-nina

Benutzeravatar
Aelve
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1454
Registriert: 14. Januar 2008 11:20
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon Aelve » 22. April 2008 18:18

Hallo,

auch ich bin keine besonders gute Hausfrau, es liegt mir einfach nicht so. Finanzen, Buchhaltung und diese Dinge liegen mir einfach mehr, deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, nur zuhause zu sein und ohne die Kontakte zu Kollegen.
Aber manchmal geht es ja nicht anders. Könnt Ihr denn nicht versuchen, für Eure Rente etwas vom Einkommen abzuzwacken, damit Ihr, falls Euer Partner es sich irgendwann anders überlegt, auch abgesichert seid? Ich denke auch mal, dass das nicht unerheblich ist, wenn man einerseits dem Mann den Rücken frei hält, wenn er einen anstrengenden Posten hat, aber später ist man dann nicht abgesichert. Das wäre nicht korrekt, wenn einer die Kindererziehung übernimmt und der andere hat nachher die dicke Rente und die Frau schaut in die Röhre.

Grüße Euch Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2203
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon janaquinn » 23. April 2008 05:18

Hej Aleve,
das gute ist, dass ich durch meine Beruftstätigkeit in Schweden und Deutschland, sowie der Pflegestufe für Yannic in D. auf jedenfall Rentenansprüche aufgebaut habe. Insofern wäre ich ja auf jedenfall abgesichert, aber ich werde mir trotzdem noch einen anderen Job suchen. Irgendwann ist Yannic aus dem Haus, Taima ist auch bald aus dem "Gröbsten" raus und wird immer selbstständiger, braucht die Mama nicht mehr ständig um sich herum.
Ich habe da so einige Träume, u.a. würde ich gerne einen kleinen aber feinen Antikladen eröffnen...aber das ist noch Zukunftsmusik.
Aber irgendwann werde ich wieder "richtig" arbeiten gehen, ich freue mich auch schon richtig drauf.

LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Benutzeravatar
Imrhien
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 3310
Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon Imrhien » 23. April 2008 10:17

Hej,
ich bin vielleicht priviligiert, mag sein. Aber mir fehlen einfach andere Kontakte. Kontakte nicht nur zu Müttern oder ausnahmsweise auch Vätern die sich mit mir über Windeln und Entwicklungsphasen unterhalten. Ich gehe sehr gerne in die öppna förskola mit meinen Kindern. Da kenne ich nun viele, fühle mich aufgenommen und willkommen (bis auf ein oder zwei Ausnahmen) und kenne andere Frauen mit denen ich mich auch zum Kaffee treffe. Aber ich brauche doch auch mal was anderes. Ich hasse es Hausfrau zu sein, ich kann es auch nicht sonderlich gut und will es nicht sonderlich gut können. Eine Putzfrau wäre der Traum, leider nicht finanzierbar für uns. Vielleicht irgendawann???? Ich träume und das darf man ja noch.
Ich weiss nicht, ich sehe es als nicht so schlimm an, dass ich einen Standard habe, den mich mir erhalten will. Dass wir dafür auf lange Sicht zwei Gehälter brauchen, das ist doch klar. Und das finde ich nicht verwerflich. Die Kinder gehen in die dagis, ein paar Stunden am Tag, dafür wohnen sie in einem Haus im Grünen, mit Garten und Freunden aus der dagis in der Nachbarschaft. Wir hätten natürlich auch an das andere Ende der Stadt ziehen können. Da gibt es "Hochhaussiedlungen" mit vielen hunderten Familien. Das wäre billiger geworden. Wir hätten da dann auch in 5 Jahren nur ein Gehalt gebraucht. Dafür wäre ich vermutlich unglücklich. Die Kinder hätten viele Kinder zum Spielen, aber keine Nachtruhe mehr... Es wäre für meinen Mann merkwürdig, denn für die Schweden hier ist diese Wohngegend nicht sooo dolle. Da wohnen fast keine Schweden und wenn sind es die, deren Kinder keine Schule schaffen.
Klingt hart, ist aber so. Und da würde ich nicht wohnen wollen. Nicht weil ich denke, dass die Menschen da alle doof und schlecht sind. Einfach weil ich denke, dass man da schon schlechtere Chancen hat, wenn dieser Wohnort im Lebenslauf steht. Ist gemein und nicht fair. Richtig. Ich wills meine Kinder aber nicht ausbaden lassen, nur weil ich politisch korrekt sein will.
Wir haben nach anderen Häusern geschaut. Haben geschaut was man mieten kann, was man kaufen kann, in welchen Gegenden.
Zu mieten haben wir fast nichts gefunden. Das was wir gefunden hatten, war fast so teuer wie jetzt die Rate an die Bank. Klar, so ist es teurer. Dafür brauche ich niemanden fragen ob ich das Kinderzimmer grün streichen darf, wenn mir danach ist. Oder ob ich einen Baum planzen darf...

Das alles ist Luxus und Privileg. Dessen bin ich mir bewusst. So will ich es und ich schäme mich nicht dafür. Nicht umsonst wird unsere Generation auch als "neofeudalistisch" bezeichnet. Und nur weil es so schlecht klingt, heisst es noch nicht, dass es gänzlich schlecht ist. Ich liebe mein Leben so wie es ist, mit allem Luxus und auch mit allem Verzicht, denn den haben wir auch. Es ist ja alles eine Frage der Blickrichtung und jammern kann man immer, auch wenns bei dem ein oder anderen auf hohem Niveau ist (da schliesse ich mich nicht aus).

Grüße
Wiebke

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2203
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon janaquinn » 23. April 2008 10:50

Danke Wiebke, so denke ich auch!! Meine Kinder haben in Deutschland in vieler Hinsicht zurückstecken müssen, dass soll aber nicht mehr sein. Weder Yannic noch Taima wissen, wie es ist mit Papa und Mama in den Urlaub zu fahren. Das können wir uns hier, im nächsten Jahr, auf jedenfall leisten und werden es auch tun. Wir haben hier einen normalen Lebensstandard, geniessen es und wollen es uns auch erhalten, aber dafür brauchen wir auf die Dauer 2 Gehälter, das meiner Schwester wird im nächsten Jahr wegfallen, weil sie sich was eignes suchen wird.

Wir leben hier in vieler Hinsicht besser, als in Deutschland.

LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Aurora

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon Aurora » 23. April 2008 20:55

Hallo,
Thread bloß nicht schließen! Absolut keinen Grund dafür! Will ja noch antworten. Habe ihn heute überflogen und könnte, wenn Zeit, zu jedem Beitrag etwas schreiben. Sehr interessant. Hoffe morgen, alles loswerden zu konnen, was meine "Birne" dazu zu sagen hat. Warum hat der Tag nicht 24 Stunden?
LG :smt006

helden

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon helden » 23. April 2008 21:26

Hallo,

wir hoffen mal, dass doch ein Gehalt reicht und einer von uns die Zeit mit den Kinder verbringt, macht meinem Mann ja auch Spaß.

Schöne Grüße

Rita

blue

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon blue » 23. April 2008 22:52

[quote="S-nina]
Als ich nach 2 Jahren Vollzeit zu Hause zum ersten Mal wieder zu einem Vorstellungsgespräch musste (für den Distanzarbeitsplatz, den ich immer noch habe, hatte mich mein Chef damals zum Essen eingeladen), da hatte ich echt Befürchtungen, ich würde dem Mann aus lauter Gewohnheit dann dabei behilflich sein, das Fleisch auf dem Teller aufzuschneiden ... :D

Gruß
S-nina [/quote]
:smt082 :smt082 :smt082

ich schmeiß mich gleich weck vor lachen, nina. was für ein super passender spruch. man mutiert wirklich irgendwann zum muttertier.
aber ich gehöre eher der fraktion..ich bleibe zu hause und das ist gut so ...an.

ich bin eine sehr sehr späte mama und sehr bewußt ausgestiegen aus etwas man karriere nennt.
ich hätte es nicht mein lebenlang machen wollen, dort wo ich zuletzt stand. der job war toll aber er verändert auch und diese entwicklung an mir gefiel mir gar nicht.

heute nach 4 jahren kann ich mir gar nichts anderes vorstellen, als wie heikeblekinge es so treffend beschrieben hat ,zu hause zu sein und für die familie da zu sein.
ich gebe zu, dort wo wir in d zuletzt gewohnt haben - tiefste eifel - begann mir diese hausfrauenatmosphäre (dort war nur jede 5.mama berufstätig) langsam und sicher auf den geist zu gehen. da muß man halt für sich sehen wie und was man tun kann um sich erfüllung zu schaffen. priorität bleibt jedoch für mich zu hause zu bleiben.

die aktion schweden hatte für mich natürlich den positiven nebeneffekt den ganzen "alltag" wieder neu zu erlernen und somit auch eine herausforderung, neue aufgabe. dies ist natürlich nicht von langer dauer, auch hier wird irgendwann alles mal zur routine, obwohl ich es mir bis jetzt noch nicht vorstellen kann :wink:

aber wie es auch andere schon gesagt haben, es kommt immer auf die eigene familienkonstellation an. bei uns ist mein männe sehr bis besonders viel in seinem job eingespannt. trotzdem haben wir uns für kinder entschieden. mein anspruch ist es denen einen gewissen rahmen zu geben, haus mit garten etc. und da ich weder im noch außen am haus von meinem mann nennenswerte unterstützung aufgrund seines jobes erwarten kann, übernehme ich die aufgabe gerne komplett.
einen haltagsjob kann ich mir dabei nicht vorstellen. dann müßten ja alle häuslichen tätigkeiten gemacht werden, wenn die kleine aus dem daggi kommt und diese zeit gehört dann eigentlich der kleinen. ob sie sie dann in anspruch nimmt oder zu den nachbarskindern verschwindet bleibt ihr überlassen. ich will nur - wenigstens zur jetzigen zeit - als ansprechpartner präsent sein.

leider ist mir natürlich das schwedische rentengesetz bei meinem lebenskonzept nicht besonders symphatisch und auch das schwedische umfeld reagiert ein wenig erstaunt.

aber auch hier war es vor 20 jahren noch anders und so einige schweden haben mir bereits gestanden, dass sie ihren kindern auch lieber wünschen würden, so aufzuwachsen wie sie selbst; bis zu einem gewissen alter mit mama oder papa zu hause anstatt einer ganztags-daggi betreuung.

und das ist halt hier der nachteil...hatten wir zuhause nicht genügend betreuungsplätze für die kinder geschweige denn genügend arbeitsplätze um auch den mama´s einen job anzubieten, haben die schwedischen frauen keine wahl, weil sie auf ihre rentenansprüche achten müssen oder/und weil ein gehalt meistens nicht ausreicht.

lg
heike

nysn

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon nysn » 24. April 2008 08:30

heute nach 4 jahren kann ich mir gar nichts anderes vorstellen, als wie heikeblekinge es so treffend beschrieben hat ,zu hause zu sein und für die familie da zu sein.


Hallo Heike,
diese Einstellung finde ich gut und es soll doch auch jedem selbst überlassen sein, welches Leben er/sie führen möchte. Was mich am schwedischen System etwas "nervt" ist dieser "lagom"-Gedanke und dass sich eben alles am "Mittelmaß" orientiert.

Das spiegelt ja genau auch die schwedische Familienpolitik - die mittleren Einkommen - möglichst gleich zwischen M u. F verteilt - werden bevorzugt.

Wählt man für sich selbst einen anderen Weg, wird man unter Umständen sogar in Form von höheren Steuern "bestraft".

Bei uns ist es zum Beispiel der Fall, dass mein Mann für schwedische Verhältnisse ein relativ hohes Einkommen hat und ich eben im Mittelfeld liege - zusammengelegt bezahlen wir aber sehr viel mehr Steuern, als eine Familie, die genau über dasselbe Gesamteinkommen verfügt, wenn dieses von beiden ungefähr im gleichen Maße "erwirtschaftet" wird.

Das finde ich im deutschen System einfach besser und auch gerechter, dass das Familieneinkommen berücksichtigt wird.

Vielleicht bin ich vom Wesen her einfach auch nicht so richtig "Sozialismus"-tauglich. :D

Gruß
S-nina


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste