Schulranzen in Schweden!

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Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon janaquinn » 22. April 2008 11:05

Hej Aelve,
du hast jaa TRAUMKINDER!! Yannic ist auch ein sehr liebes und ausgeglichenes Kind, ruhig und immer gut gelaunt.
Taima dagegen macht ihrem Namen alle Ehre, sie ist ein Hurrikan mit der kleinen oder grösseren Aufheiterung. Ich denke aber, durch unsere sehr spezielle Familiensituation ist dies normal, sie würde sonst praktisch untergehen, einfach weil sie kaum auffallen würde.
Die Kinder sind komplett verschieden, da bei Yannic der Papa durchkommt, der eher ruhig ist, und bei Taima meine Gene und die des Grossvaters aus Puerto Rico durchschlagen. Sie hat den Spitznamen "Jlo", eine Latina in Reinkultur :roll: :roll:


LG JANA
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Niels
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Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon Niels » 22. April 2008 11:07

Hallöchen

Auf einem Privatgymnasium, wo er ab den Alter von ca. 14 Jahren dann hinging änderte sich dann alles, da die Lehrer erkannten, dass auch ruhige und bescheidene Kinder nicht dumm sein müssen. Auf dem Privatgymnasium ging es insgesamt strenger zu, das begrüßten unsere Kinder, da es in der Klasse mehr Diziplin gab.

Grüße Aelve


dem kann ich nur zustimmen: Von der 1. - Anfang der 6.Klasse musste ich die Pseudopädagokig der Deuteschen Regelschulen über mich ergehen lassen. Noch heute denke ich an diese Jahre mit Schrecken. Mitnichten aber denke ich negativ an meine Zeit auf dem Internat. ICH wollte da hin und wurde, da dieses Vorurteil ja nur zu gerne gebraucht wird, NICHT von meinen Eltern dort "geparkt".

Die Strenge die dort herschte war im Gegensatz zu der laschen und verweichlichten Grundhaltung der '68er Lehrer eine wohltat.

Allerdings ist dieses Manko nicht Deutschlandspezifisch, sondern stellt wohl eher ein globales Problem dar.

Um die Schulranzen auch noch zu erwähnen: Ich halte es seitens der Deutschen Schul-/Bildungspolitik für verwerflich, dass Kinder mit Schulranzen und/oder Rucksäcken umherlaufen müssen, die ein Gewicht haben, welches nicht Kindgerecht ist. Wenn ich mir unsere ansehe und dann deren Schulranzen anhebe, mir dann vorstelle, dass die Kinder damit eine nicht unbeachtliche Wegstrecke zurücklegen müss(t)en, dann kommt mir die Galle hoch.

Ach ja, ich bin übrigens ein absoluter befürworter von Schuluniformen.

So, das war mal mein Standpunkt -- und all das ohne dem Kindgerechten Denglisch ;)

Gruß
Niels
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bjoerkebo

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon bjoerkebo » 22. April 2008 11:13

...ich finde es auch sehr angenehm,das sie Schule das Schulmaterial besorgt.
denn die Lehrer wissen am besten was die Kids brauchen.vor allem wenn ale das gleiche Material haben gibt es keinen Neid,wei der eine vielleicht beinen besseren Bleistift hat als der andere.
Dafür zahl ich dann gern kommunale Steuern.

Was die Klamotten angeht,ist es hier bei uns auf dem Dorf zum Glück kein Thema,die kommen auch mit Jogginghose zur Schule oder Löcher in den Socken.Hier läßt man es noch nicht so raushängen,wenn man etwas besser gestellt ist.Das ist sehr angenehm.

nysn

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon nysn » 22. April 2008 11:20

ich behaupte mal ganz fest,hier ist es bei einigen wirklich Faulheit und Bequemlichkeit.


Hej Björkebo,

das sind "harte" Worte und gut, dass du sie hier in einem "deutschen" Forum äußerst. Sie treffen genau den Punkt und spiegeln auch die Haltung vieler schwedischer Eltern wider.

Faulheit würde ich nicht unbedingt sagen, aber Bequemlichkeit und einfach, weil keine Zeit mehr übrig bleibt, sich neben der Arbeit auch noch um die Belange der Kinder zu kümmern.

Das schwedische Dagis ist für die meisten Eltern tatsächlich eine "Kinderaufbewahrungsstätte", wo in erster Linie die Erzieherinnen für die Erziehung verantwortlich zeichnen sollen (die sind ja dafür ausgebildet) und wenn ich mich an die Dagis-Zeit meines Sohnes zurück erinnere, so war es nicht unüblich, dass Kleinstkinder (unter 2 Jahren) schon mehr als 40 Stunden pro Woche im Dagis verbringen mussten.

Später verlagert sich das auf die Schule - dort werden dann die Lehrer mit der "Erziehungsarbeit" beauftragt - schließlich zahlt man ja "hohe" Steuern dafür.

Das ist die Kehrseite der Medaille und für die allermeisten schwedischen Eltern ist es ein Muss, dass sie bei kleineren Kindern (bis 8 Jahre) mindestens Teilzeit (75 % = ca. 30 Stunden/Wo) oder bei größeren Kindern dann Vollzeit arbeiten. Die allermeisten haben gar keine Wahlmöglichkeit.

Jana und Imrhin ihr müsst wirklich bedenken, dass ihr Euch in einer für schwedische Verhältnisse "privilegierten" Situation befindet. Und ich teile auch Euren Ansichten über die Erziehung - doch würde ich sagen diese Ansichten klingen in "schwedischen Ohren" halt auch recht deutsch.

Herzlichst
S-nina

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Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon Aelve » 22. April 2008 11:33

Hallo,

auch wir würden Schuluniformen begrüßen, so gibt es keine Kinder, die mit ihrer Markenkleidung angeben und die anderen, die sich schämen, weil ihre Eltern sich das nicht leisten können.
Und es stimmt, wir können sehr froh sein, dass unsere Kinder so lieb waren, aber wie Ihr schon sagt, man kann sich die Kinder ja nicht schnitzen, der eine ist temperamentvoller, der andere eher ruhiger Natur. Solange man nicht schlägt, finde ich es auch nicht so schlimm, wenn man mal etwas lauter wird, die Kinder wissen einen schon zu nehmen und können es einordnen. Ich habe auch immer erklärt, warum etwas so und so gemacht werden soll. Was ich schlimm finde, wenn man die Kinder immer aus dem Spielen rausreißt wegen jedem Schiet, mein Motto war immer, wenn sie schön spielen, dann soll man sie nicht immer dabei stören, das fördert auch die Konzentrationsfähigkeit, wenn man sich lange mit einer Sache beschäftigt und nicht laufend etwas anderes machen will.
Viel draußen spielen ist nach meiner Ansicht auch sehr wichtig, sobald bei uns die ersten Sonnenstrahlen heraus kamen, wurde im Garten eine Decke ausgebreitet, wo dann diverse Sachen wie Bauernhof usw. aufgebaut wurden. Da denke ich mal, dass in Schweden dieses Draußenspielen auch noch mehr praktiziert werden kann, weil man oft ländlich wohnt und es auch größere Grundstücke gibt.

Grüße Aelve :elch:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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nysn

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon nysn » 22. April 2008 11:34

Mitnichten aber denke ich negativ an meine Zeit auf dem Internat. ICH wollte da hin und wurde, da dieses Vorurteil ja nur zu gerne gebraucht wird, NICHT von meinen Eltern dort "geparkt".


Hej Niels,

genau aus dem selben Grund "parkten" mich meine Eltern in den 70ern auf einem
katholisches Mädcheninternat - die Grundschule auf dem Dorf im Baden-Württembergischen war eine Zeit, in der ich lernen musste, diversen Hänseleien standzuhalten und ich empfand dann das Gymnasium auch als eine Art "Befreiung".
Das Internat möchte ich aber meinem Sohn nicht unbedingt zumuten - im Nachhinein weiß ich auch, dass es gut war für die Disziplin - aber ich kann mich auch noch an die vielen "durchheulten" Nächte erinnern, geplagt von Heimweh.

Muss aber auch sagen, dass ich hier in Schweden wieder ein ziemlicher "Außenseiter" dadurch geworden bin, ging es doch in meiner Schulzeit darum, ein eigenständiger, selbstdisziplinierter und eigenverantwortlich denkender Mensch zu werden, wird hier sehr großen Wert auf das sich Einfügen in eine recht homogene Gruppe gelegt - Individualisten haben es hier schwerer und wenn man andere Interessen hat, als die Mehrheit, z. B. nicht unbedingt gerne Fußball/Eishockey spielt, hat man es hier viel schwerer Freunde zu finden.

S-nina

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Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon janaquinn » 22. April 2008 11:39

Hej Nina,
meinst du mit "priviligiert", dass ich und Wiebke zuhause arbeiten und/oder dass wir das Glück haben, den Vater zur Seite zu haben?
Ich habe auch in Deutschland, nach Yannic´s Geburt, mind. 30h/Woche gearbeitet,dort lag die gesamte Erziehungsarbeit auf meinen Schultern, einfach weil der Vater extrem viel und lange gearbeitet hat. Yannic ist die erste Zeit bei seiner Oma und danach in der HPT gewesen, er kam nachmittags gegen 16.00 Uhr heim. Feierabend hatte ich um 15.30 Uhr, heimgehetzt, noch schnell eingekauft und auf´s Kind gewartet. Dann wussten Therapien organiert werden, es wurde mit Terminen jongliert und tja.... auch der Haushalt forderte sein Recht. Meist habe ich bis abends 22.00 Uhr gestanden und gewaschen, gebügelt...whatever. Wenn ich glück hatte, konnte ich die Nacht wenigstens 2h am Stück schlafen, wenn ich Pech hatte bekam ich garkeinen Schlaf, habe morgens um 3.30 Uhr meine erste Tasse Kaffee inhaliert und bin gerädert in die Arbeit gefahren, nachdem ich Sohnemann in den Bus gesetzt habe.

Hier arbeite ich von zuhause aus, aber auch erst seit wir hier in Mölnbo wohnen, in Huddinge bin ich täglich mit Yannic in die Schule gefahren, habe danach Taima vom Kindergarten abgeholt. Gut, ich habe hier meine Schwester, die mit mir den Haushalt schmeisst. Aber die Termine für Spezialschuhe, Elterngespräche in der Barnhab., Termine für Röntgen ect... müssen trotzdem erstmal unter einen Hut gebracht werden.

Ja, ich mag priviligiert sein, für die Schweden, aber ich möchte irgendwann in diesem Kreislauf auch mal wieder Zeit für mich und ein gutes Buch haben. Oder, welch ein Traum....bis 10.00 Uhr schlafen und mal ne ganze Nacht am Stück durchschlafen....das kenne ich seit 8 Jahren nicht.

LG JANA
P.s. sind keine Vorwürfe, sondern nur Gedanken :wink:
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Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon nysn » 22. April 2008 11:54

Hej Jana,

das "privilegiert" ist KEINE Kritik!

Ich meine damit tatsächlich, dass ihr einen großen Vorteil habt, wenn ihr von zu Hause aus arbeitet - ich mache das auch und zähle mich daher auch zu den "Privilegierten", wenn es darum geht, dass ich nicht andauernd irgendwelche Zeiten einhalten muss.

Ich beneide weiß Gott nicht meine schwedischen Nachbarinnen, die mit 2 Dagiskindern um halb acht morgens an meinem Küchenfenster vorbeiziehen und abends gegen halb sieben wieder zurückkommen.
Doch das ist eben für die meisten hier Realität und Alltag.

Ich verstehe auch deine Situation und weiß, dass für dich das Leben keinesfalls immer ein Tanz auf Rosen ist/war und freue mich auch, dass du für dich und deine Familie hier in Schweden eine bessere Lösung gefunden hast, als es euch in Deutschland möglich gewesen wäre. Das ist doch ein "Privileg", das du unbedingt auch genießen sollst und auch darfst - warum auch nicht?

Herzlichst
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Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon janaquinn » 22. April 2008 11:58

Hej Nina,
ich weiss, dass du es nicht als Vorwurf meintest, hatte ich ja auch geschrieben.
Deswegen ist es auch keine Kritik, sondern ein normales Gespräch.....oder??

Ich geniesse einfach das Privileg in Schweden ruhiger und normaler leben zu können, als Eltern in meiner Situation in Deutschland.
Und deswegen, bin ich dir auch garnicht böse.

Ganz liebe Grüsse
JANA
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bjoerkebo

Re: Schulranzen in Schweden!

Beitragvon bjoerkebo » 22. April 2008 12:48

Also,entspannter geht es in der Schule allemal zu,gerade auf dem Land.
Komme gerade vom "Utvecklingssamtal" in der Schule.
Habe gemüdlich mit dem Lehrer meiner Tochter(der übrigens u.a ein Kigapapa von mir ist)draußen in der Sonne über die schulische Entwicklung meiner Tochter geplaudert.
Und wir können echt stolz sein.Dafür das sie nun grad erst über ein Jahr in Schweden ist und die Sprache lernt schwimmt sie bei den kommunalen Tests in der obersten Liga mit.
Sowas hört man doch gerne........ :D


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