schule in stockholm

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daxie

schule in stockholm

Beitragvon daxie » 6. September 2010 15:41

hej, meine tochter möchte die 9. oder 10. klasse in stockholm zur schule gehen und sucht deshalb eine nette familie, die sie aufnimmt. wer kann uns bei dieser suche helfen?? Austauschorganisationen sind leider viel zu teuer, deshalb versuchen wir es nun etwas privater. Vielleicht hat hier jemand eine idee??!!
Danke für`s lesen, hoffentlich kommt bald eine positive antwort.
Tschüss
daxie

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Re: schule in stockholm

Beitragvon Faxälva » 6. September 2010 18:12

daxie hat geschrieben: Austauschorganisationen sind leider viel zu teuer
daxie


...Austauschorganisationen sorgen dafuer, dass das Schulgeld bezahlt wird und der Schueler im Ausland und an der Schule versichert ist und auch bei Schwierigkeiten mit der Gastfamilie betreut wird ... und sowas gibt es eben nicht zum Nulltarif...
...bei AFS kann man sich aber z.b. auch um ein Stipendium bemuehen ...
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Berta
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Re: schule in stockholm

Beitragvon Berta » 6. September 2010 20:23

Hallo Daxie,

ich halte einen Austausch immer für eine gute Idee. Ich weiß aber auch, dass es ziemlich schwierig ist, so etwas privat zu organisieren. Dennoch: Wenn Ihr das frühzeitig plant, dann kann ich mir schon vorstellen, dass das klappen könnte.

Meine Eltern haben den letzten Austauschschüler im vorigen Jahr aufgenommen (in Deutschland), jetzt hören sie wohl damit auf, weil auch meine kleine Schwester mit der Schule fertiggeworden ist. Wir hatten ziemlich regelmäßig Schüler/innen aus ganz verschiedenen Ländern zu Gast (etliche Franzosen, eine Bolivianerin, einen Chinesen) und ich fand das für unser Familienleben sehr bereichernd. Und all diese Menschen kamen ohne irgendeine Organisation im Hintergrund zu uns.

@Faxälva: Ein Auslandsaufenthalt soll doch auch denjenigen ermöglicht werden, die nicht über die Massen an Geld verfügen, wie man es für die Schüleraustausch-Organisationen braucht. Nulltarif erwartet sicherlich niemand, aber ich beispielsweise hätte niemals einen längeren Schüleraustausch machen können, wenn wir das nicht weitgehend selbst organisiert hätten und das Bundesland die durchaus hohen Anreisekosten übernommen hätte. Ebenso wenig meine Geschwister.

Versicherungstechnisch war das so nie ein Problem. Schulgeld gab es nicht und die Schulmensa haben meine Eltern bezahlt. Wenn es mit den Gastfamilien nicht geklappt hätte, wäre das ziemlich schlecht gewesen und ich wäre vermutlich nicht mutiger gewesen, als ein paar Zettel in der Schule aufzuhängen und die dortigen (Deutsch-)Lehrer zu fragen. Möglicherweise hätte ich den Aufenthalt in diesem Fall abgebrochen (was ja aber auch kein Drama gewesen wäre). Aber wegen dieses Risikos gar nicht erst loszufahren, halte ich für falsch.

@Daxie: Zur Not würde ich alle Register ziehen und auch in verschiedenen Schulen direkt anfragen - obwohl ich keine Ahnung habe, wie so etwas ankommt. Aber: Versuch macht klug und schaden kann einem eine solche Anfrage ja auch nicht.

Allerdings würde ich mir genau überlegen, ob das neunte oder das zehnte Schuljahr in Frage kommt. Denn das ist ja auch eine Frage nach der Schulform: Grundschule oder Gymnasium. Und dann: Was für ein Gymnasium. Ich kenne die schwedische Schule nicht von innen - aber den Wechsel nach der neunten Klasse solltet Ihr meiner Meinung nach bei der Vorbereitung bedenken.

Einen Gruß
Berta.

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Re: schule in stockholm

Beitragvon Imrhien » 8. September 2010 10:26

Hej,
wieso war die Versicherung nie ein Problem? Wer hat die den getragen?
Wir hatten auch mal überlegt so etwas zu machen. Also, jemandem die Möglichkeit zu geben. Aus verschiedenen Gründen klappt das aber nicht. Jedenfalls wäre ich mehr als vorsichtig einen minderjährigen aufzunehmen. Man hat da noch eine gewisse Aufsichtspflicht. Was wenn da was passiert? Wer übernimmt Verantwortung und Kosten?
Wer zahlt und in welcher Höhe, Taschengeld und Kost? Schulgeld wäre wohl eher kein Problem. Die Frage ist aber auch ob man an einer Schule als Gastschüler aufgenommen wird. Das muss man vor Ort klären, da reicht die Familie ja nicht aus.
In Schweden würde sich die 9. Klasse eher anbieten als die 10. da diese schon das Gymnasium ist. Hier ist die Wahl des Gymnasiums aber schwieriger, da nicht jedes Gymnasium auf die Hochschulreife vorbereitet. Man müsste also schon im Vorfeld wissen was der Schüler machen möchte und dann das richtige Gymnasium aussuchen. Es gibt da Gymnasien mit Richtung Soziales, Tanz/Kultur, ein Reitergymnasium haben wir hier und die ganzen technischen Schulen von ABB und co. Hier in der Stadt gibt es mehr als 25 Gymnasien, da fällt die Auswahl schon mal schwer, zumal die sehr sehr unterschiedlich sind im Profil. Daher würde ich eher die 9. Klasse empfehlen.
Die Frage ist halt auch wie in der Zeit der Schwedischunterricht organisiert wird, wer zahlt den? Die Schule ist vermutlich nicht bereit das zu machen? Das kostet ja Geld. Als hier lebender Schüler hat man ja Anrecht auf extra Stunden, aber als Gast?
Grundsätzlich finde ihc das eine tolle IDee. Aber ich würde zumindest die ganzen Dinge wie Kosten und Versicherung und Versorgung im Ausnahmefall (unfall, Probleme mit der Familie), vorher genau klären und absichern.

Grüsse
Wiebke

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Re: schule in stockholm

Beitragvon Berta » 9. September 2010 21:40

Hej Wiebke,

ich habe jetzt noch mal meine Mama gefragt, weil ich plötzlich dachte, ich sei etwas naiv gewesen als ich sagte, versicherungstechnisch sei das nie ein größeres Problem gewesen. Tatsächlich sagte sie, dass diejenigen Französinnen bei uns, die über die Vermittlung der Landesregierung bei uns waren, in der Schule/auf dem Schulweg wohl ähnlich wie wir versichert waren, weil sie ja eben hier auch die Schule besuchten. Bei den anderen Austauschschülern konnte sie da spontan nicht so viel zu sagen. Kranken- und Haftpflichtversicherung war Sache der Eltern des Gastschülers, bzw. Sache meiner Eltern, als wir im Ausland waren.
Wiebke hat geschrieben:Jedenfalls wäre ich mehr als vorsichtig einen minderjährigen aufzunehmen. Man hat da noch eine gewisse Aufsichtspflicht. Was wenn da was passiert? Wer übernimmt Verantwortung und Kosten?
Diese Frage regelt das Vertrauen der Eltern untereinander, die meist auch Kontakt zueinander aufgenommen habne. Unsere eine 16jährige Austauschschülerin etwa wollte während ihres Aufenthalts hier ein mehrtägiges Festival besuchen - das war eine Frage, die zum einen der prinzipiellen Einstimmung ihrer Eltern bedurfte und zum anderen zusätzlich der Einschätzung meiner Eltern unterlag. Der gleiche Fall trat ein, als meine kleine minderjährige Schwester mit ihrer Austauschschülerin alleine in den Urlaub fahren wollte. Also: Geteilte Verantwortung und offener Umgang der Eltern untereinander sowie eine gehörige Portion Vertrauen regelt hier schon vieles.
Wer zahlt und in welcher Höhe, Taschengeld und Kost? Schulgeld wäre wohl eher kein Problem. Die Frage ist aber auch ob man an einer Schule als Gastschüler aufgenommen wird. Das muss man vor Ort klären, da reicht die Familie ja nicht aus.
Taschengeld haben immer die Eltern übernommen, Schulgeld war keine relevante Frage. Kost und Unterbringungsmehrkosten trägt üblicherweise die Gastfamilie. Monatsticket und Ähnliches war Verhandlungssache, meist haben die Eltern des Gastschülers da etwas zu beigetragen. Klassenfahrten und ähnliches übernahmen die Eltern. Als ich im Austausch war, zahlte die Gastfamilie mir Monatsticket und wenn ich mich recht erinnere auch die Kosten für das Schulessen. Keine der beteiligten Schulen hat sich bei uns je gesträubt, Gastschüler aufzunehmen, auch nicht für total private Austausche.

Wenn man sich mit der Gastfamilie nicht gut versteht, wird das übrigens immer zum Problem. In meinem Bekanntenkreis mussten auch diejenigen, die mit den großen Organisation klassischerweise in Amerika waren, sich für einen Wechsel hauptsächlich selbst engagieren. Hilfe war da bei dem raren Angebot an Gastfamilien möglichst nicht am anderen Ende von Amerika (weil ja vor Ort schon soziale Kontakte geknüpft wurden) meist nicht gegeben.

Wir hatten nur Austauschschüler, die auch Deutsch in der Schule gelernt haben; ich hatte ebenfalls Kenntnisse in der Sprache meines Gastlandes. Zusätzliche Sprachkurse gab es nie. Auch diejenigen, die ich kenne, die ihr Austauschjahr in exotischen Ländern gemacht haben, deren Sprache sie nicht sprachen, bekamen keinen Sprachunterricht, sondern mussten sich ihre Sprachkenntnisse irgendwie selbst erarbeiten. Ich kenne keinen Fall, in dem das nicht geklappt hätte. Schulnoten und so sind in dem Fall ja nicht so wichtig und sollte man während der Zeit im Ausland viel verpasst haben, kann man zur Not ja noch das Schuljahr wiederholen.

So weit,
einen Gruß von:
Berta.

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Re: schule in stockholm

Beitragvon Imrhien » 10. September 2010 10:53

Hej,
Du hast Recht. Vieles kann man da gut durch Vertrauen und Reden regeln. Trotzdem gehen da, meiner Meinung nach, viele recht naiv dran. Nicht alle machen sich wirklich ernsthaft Gedanken wie sie abgesichert sind, wenn was passiert. Daher würde ich darauf bestehen, dass eine Versicherung (Kranken/Haftpflicht) vorliegt. Eltern vergessen das schon mal... und als Gastfamilie steht man im Zweifelsfall dumm da. Was dann?
Und vorher sagen, dass man das dann im Ernstfall schon diskutieren kann, das geht schnell und leicht. Was aber, wenn wirklich etwas ernstes ist? Was wenn das Kind schwer verletzt in der Intensivstation landet, schwanger ist? Zumindest drüber nachgedacht und drüber geredet haben, würde ich wollen. Jedenalls hab ich mir das irgendwann so überlegt. Man sagt leicht, dass man das dann alles klären kann.

Grüsse
Wiebke

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Re: schule in stockholm

Beitragvon Berta » 10. September 2010 15:16

Hallo Wiebke,

natürlich hast du Recht. Es kann innerhalb der Zeit, in der die Gastschüler/innen in der eigenen Familie sind, einiges passieren. Die sind ja zusätzlich auch in einem Alter (so 15 bis 17), in dem man eine ganze Menge ausprobiert. Und wenn jemand ein halbes oder ein ganzes Jahr im Ausland lebt und sich dort auch ausprobiert, Regeln, die zuhause möglicherweise strenger oder wenigstens anders sind, neu hinterfragt usw., dann sind manche Konflikte schon vorauszusehen.

Das größte Problem, das wir hatten, war (moderater) Drogenkonsum. Eine Austauschschülerin, die in der Jugendzeit meiner Mutter ein Jahr in deren Familie lebte, hatte aber richtig dramatische psychische Probleme, wollte dennoch auf keinen Fall zurück nach Amerika, wo auf sie eine Familie wartete, wie man sie sich nicht unbedingt wünscht. Meine Großmutter hatte da doch sehr viel Verantwortung zu übernehmen und musste sich große Sorgen machen. Zwar war dort eine der großen Austauschorganisationen im Hintergrund, aber die konnten da auch nicht helfen (wobei sich ja möglicherweise auch die Organisationen seit den 1970ern etwas verändert haben...). Gefeit ist man vor solchen Dingen sicher nicht - und es kann auf keinen Fall schaden, sich darüber im Klaren zu sein.

Einen Gruß von:
Berta.


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