Hej Wiebke,
ich habe jetzt noch mal meine Mama gefragt, weil ich plötzlich dachte, ich sei etwas naiv gewesen als ich sagte, versicherungstechnisch sei das nie ein größeres Problem gewesen. Tatsächlich sagte sie, dass diejenigen Französinnen bei uns, die über die Vermittlung der Landesregierung bei uns waren, in der Schule/auf dem Schulweg wohl ähnlich wie wir versichert waren, weil sie ja eben hier auch die Schule besuchten. Bei den anderen Austauschschülern konnte sie da spontan nicht so viel zu sagen. Kranken- und Haftpflichtversicherung war Sache der Eltern des Gastschülers, bzw. Sache meiner Eltern, als wir im Ausland waren.
Wiebke hat geschrieben:
Jedenfalls wäre ich mehr als vorsichtig einen minderjährigen aufzunehmen. Man hat da noch eine gewisse Aufsichtspflicht. Was wenn da was passiert? Wer übernimmt Verantwortung und Kosten?
Diese Frage regelt das Vertrauen der Eltern untereinander, die meist auch Kontakt zueinander aufgenommen habne. Unsere eine 16jährige Austauschschülerin etwa wollte während ihres Aufenthalts hier ein mehrtägiges Festival besuchen - das war eine Frage, die zum einen der prinzipiellen Einstimmung ihrer Eltern bedurfte und zum anderen zusätzlich der Einschätzung meiner Eltern unterlag. Der gleiche Fall trat ein, als meine kleine minderjährige Schwester mit ihrer Austauschschülerin alleine in den Urlaub fahren wollte. Also: Geteilte Verantwortung und offener Umgang der Eltern untereinander sowie eine gehörige Portion Vertrauen regelt hier schon vieles.
Zitat:
Wer zahlt und in welcher Höhe, Taschengeld und Kost? Schulgeld wäre wohl eher kein Problem. Die Frage ist aber auch ob man an einer Schule als Gastschüler aufgenommen wird. Das muss man vor Ort klären, da reicht die Familie ja nicht aus.
Taschengeld haben immer die Eltern übernommen, Schulgeld war keine relevante Frage. Kost und Unterbringungsmehrkosten trägt üblicherweise die Gastfamilie. Monatsticket und Ähnliches war Verhandlungssache, meist haben die Eltern des Gastschülers da etwas zu beigetragen. Klassenfahrten und ähnliches übernahmen die Eltern. Als ich im Austausch war, zahlte die Gastfamilie mir Monatsticket und wenn ich mich recht erinnere auch die Kosten für das Schulessen. Keine der beteiligten Schulen hat sich bei uns je gesträubt, Gastschüler aufzunehmen, auch nicht für total private Austausche.
Wenn man sich mit der Gastfamilie nicht gut versteht, wird das übrigens immer zum Problem. In meinem Bekanntenkreis mussten auch diejenigen, die mit den großen Organisation klassischerweise in Amerika waren, sich für einen Wechsel hauptsächlich selbst engagieren. Hilfe war da bei dem raren Angebot an Gastfamilien möglichst nicht am anderen Ende von Amerika (weil ja vor Ort schon soziale Kontakte geknüpft wurden) meist nicht gegeben.
Wir hatten nur Austauschschüler, die auch Deutsch in der Schule gelernt haben; ich hatte ebenfalls Kenntnisse in der Sprache meines Gastlandes. Zusätzliche Sprachkurse gab es nie. Auch diejenigen, die ich kenne, die ihr Austauschjahr in exotischen Ländern gemacht haben, deren Sprache sie nicht sprachen, bekamen keinen Sprachunterricht, sondern mussten sich ihre Sprachkenntnisse irgendwie selbst erarbeiten. Ich kenne keinen Fall, in dem das nicht geklappt hätte. Schulnoten und so sind in dem Fall ja nicht so wichtig und sollte man während der Zeit im Ausland viel verpasst haben, kann man zur Not ja noch das Schuljahr wiederholen.
So weit,
einen Gruß von:
Berta.