Schule in Schweden will privat werden.

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Haui
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Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Haui » 2. März 2007 13:03

Hallo
Gestern war ich wieder auf dem Weg zum Schwedisch-Kurs.
Auf dem Weg dahin höre ich immer Radio Schweden aus
Stockholm um mich einzustimmen. Die sind bei und auf
MW 1179khz zu empfangen. Gestern wurde berichtet das
eine Schule in Schweden, wegen der hohen kosten, sich
privatisieren will. Das bedarf aber einer Gesetzesänderung.
Weiß darüber jemand etwas genaueres?
Grüß Haui
:smt087
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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Shaka » 2. März 2007 13:47

Hallo Haui!
Was ich im Fernsehen gesehen habe handelt es sich dabei um ein finanzielles Problem. Ich glaube es war Mullsjö kommun. Wenn die Schule privatisiert wird und die Kommune die Privatschulen nach Anzahl der Schüler bezahlt, werden die kommenden geburtenschwachen Jahrgänge für die Stadt billiger. Die genannte Kommune hat finanzielle Schwierigkeiten.
Gruss Shaka

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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Haui » 2. März 2007 16:46

Shaka hat geschrieben:Wenn die Schule privatisiert wird und die Kommune die Privatschulen nach Anzahl der Schüler bezahlt, werden die kommenden geburtenschwachen Jahrgänge für die Stadt billiger.


Hejdå Shaka
Danke für deinen Beitrag. Ich befürchte nur das die Bildung darunter leiden wird. Für den Betreiber muß sich das Ganze irgendwie rechnen. Und Einsparungen sind leider meistens mit Personalabbau verbunden. Wirtschaftlich einzusehen aber Menschlich eine Katastopfe. Oder die Schule muss sich Zusatzfinazieren, und schon sind wir bei der Zweiklassengeselschaft. Mehr Bildung für mehr Geld. Mir graut vor dem Gedanken.
Gruß Haui
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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon jörgT » 2. März 2007 19:12

Bisher geht es nur um eine einzige kommun und es gibt auch viele warnende Stimmen.
Insgesamt liegt Mullsjö damit aber ganz auf der Linie der bürgerlichen Regierung, deren einziges "Allheilmittel" in der Privatisierung aller staatlichen Aufgaben besteht ...
Jörg :roll:

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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Auswanderer » 5. März 2007 12:05

jörgT hat geschrieben:Bisher geht es nur um eine einzige kommun und es gibt auch viele warnende Stimmen.


Hoffentlich bewirken die warnenden Stimmen etwas!

jörgT hat geschrieben:Insgesamt liegt Mullsjö damit aber ganz auf der Linie der bürgerlichen Regierung, deren einziges "Allheilmittel" in der Privatisierung aller staatlichen Aufgaben besteht ...


Daher meine Befürchtung, dass die neue Regierung doch vieles
abschafft, was ich an Schweden schätze. Klar, viele Vorteile in Schweden
hängen nicht von der Regierung ab, aber viele eben doch. Und, was
ich vor kurzem nicht für möglich gehalten hätte, scheint es wirklich
Bewegung in Deutschland zu geben. Die Hauptthemen sind
Kinderbetreuung und Klimaschutz. Vor kurzer Zeit nur noch
Gedöns. Klar, die typisch deutschen Probleme (z.B. falsch
verstandener Föderalismus) sind auch noch hier, und noch ist nicht
all so viel konkret, aber immerhin streitet man sich nur um den Weg
und nicht um das Ziel.

Ich habe sowieso jetzt viele andere Sachen, die viel Zeit beansprüchen,
also paßt es ganz gut, erst die Wahl in Deutschland (2009) abzuwarten,
bevor ich entscheide, ob ich meine Auswanderungspläne weiter
verfolge. Wenn hier eine konservative Regierung kommt, und in
Schweden hat die jetzige nicht zu viel kaputt gemacht und/oder es
ist klar, dass eine linke Regierung zurück kommt, dann versuche ich
wieder, nach Schweden auszuwandern. Wenn nicht, dann werde ich
wahrscheinlich nur dann nach Schweden auswandern, wenn in 2010
eine linke Regierung kommt.

Falls es sich heruasstellt, dass Schweden kein Ziel mehr ist, werde ich
Dänemark und Norwegen näher unter die Lupe nehmen. Klar, am
besten gefällt mir Schweden, aus vielen Gründen. Aber ich denke,
es ist ein großer Vorteil, dass Norwegen nicht in der EU ist. Im Prinzip
habe ich nichts gegen die EU, aber ihre Politik des kleinsten gemeinsamen
Nenners (was in einem Land erlaubt ist sollte überall erlaubt sein) ist
manchmal schlecht. Ich bin auch kein Freund eines EU-Beitritts der
Türkei. Zum Glück ist es schwierig, mich und meine Frau wegen dieser
Meinung als ausländerfeindlich abzustempeln (wie manche linke Politiker,
z.B. Claudia Roth, tun: entweder ist man für den Beitritt der Türkei oder
man ist rechtsradikal), denn sowohl meine Frau als auch ich kommen
aus dem nicht-EU-Ausland. Ich denke auch, dass Dänemark in manchen
(aber nicht in allen; ob in den meisten ist nicht klar) Fällen Sachen
geregelt hat, wie ich sie geregelt hätte. Die Dänen scheinen etwas
mehr freidenker zu sein, ohne in neoliberalen Schwachsinn abzudriften.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson

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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Chiona » 5. März 2007 13:06

Hallo
jetz schreibe ich meinen ersten "richtigen" beitrag.
Für mich gibt es 2 Hauptgründe nach S zu gehen,Arbeit und meine beiden Kinder. Ich tue alles damit es ihnen besser geht als mir dazu gehören auch die besseren Bildungs bedingungen und die damit verbundenen chanchen in der Arbeitswelt und spätere zukunft. Wenn die Schulen wirklich privatisiert werden wird es bald genauso wie in :toimonster: D und das möchte ich IHNEN und mir nicht antun.
Jedes Wesen, das seine Fusspuren auf diesem
Planeten hinterlässt, hat die Berechtigung, darauf
anständig zu leben........

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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon janaquinn » 5. März 2007 15:06

Hej, ich denke, man sollte erstmal diese eine Schule beobachten, die dort privatisiert wird. Denn es ist ja, z.Z., ein Einzelfall und greift nicht automatisch auf´s ganze Land über. Zumindest wurde durch die Komune eine Lösung gefunden, ohne das die Schule komplett geschlossen wurde.
Ob es eine Änderung in der Quälität gibt, zeigt sich sowieso nicht sofort, sondern erst in einigen Monaten oder in den nächsten 2 Jahren.

@Auswanderer:
Wenn man Auswanderungspläne vom nächsten Wahlergebniss abhänig macht, kann es mit der Liebe zur neuen Heimat nicht weit her sein.
Die Anfänge unser Planung fiel mit der Wahl der neuen Regierung zusammen, und es hat sich sicherlich seitdem viel geändert, aber deswegen alles abzusagen und einfach abwarten, was sich noch ändert, kam für uns nie in Betracht.
Außerdem sollen die Dänen sehr viel Ausländerfeindlich sein, als die Schweden. Vielleicht sollte man das auch in Betracht ziehen.

LG JANA
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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Findus » 5. März 2007 17:41

Natürlich ist eine Privatisierung im Schulsystem erstmal nichts unbedingt positives (kann das beurteilen, bin ja Schüler ;) ), aber auch bei privaten Schulen gibt es große Unterschiede. Bei uns gibt es in der Stadt zwei größere Privatschulen (beides Gymnasien) und sie haben beide recht unterschiedliche Rufe. Die eine steht eher im Ruf einer "Eliteschule" (die beste oder eine der besten in Darmstadt zu sein), wo hauptsächliche sehr gut bis gute Schüler hingehen. Die hat eher den Ruf "lasch" zu sein, wo sich die Schüler reicher Eltern dann entsprechend mit Spenden beteiligen, falls es mal auf der Kippe steht und man sich (angeblich) den Abschluss mehr oder weniger "kaufen" kann. Ich bin mal gespannt, wie beide Schulen bei den dieses Jahr zum ersten Mal in Hessen zentral gesteuerten Abiturprüfungen (alle die gleichen Aufgaben + Bewertungen zur gleichen Zeit) abschneiden werden.
Es kommt denke ich vor allem drauf an, an wen die Schule verkauft wird und man kann für die Schüler hoffen, dass es eben nicht an jemand geht, der nur auf Gewinn aus ist. Weiß jemand wie das aussehen soll in dem betreffenden Fall? Sollen die Eltern der Schüler dann einen Beitrag zahlen, oder wie?

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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Shaka » 6. März 2007 20:22

Also jetzt mal sachte. Bis es soweit ist, dass alle kommunale Schulen komplett privatisiert werden ist es noch ein langer Weg. Erstens handelt es sich bis jetzt nur um einen Vorschlag, zweitens müsste noch ein Gesetz geändert werden, drittens kommt die Idee aus einer Kommune.
Gruss Shaka

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Re: Schule in Schweden will privat werden.

Beitragvon Auswanderer » 6. März 2007 21:10

janaquinn hat geschrieben:
@Auswanderer:
Wenn man Auswanderungspläne vom nächsten Wahlergebniss abhänig macht, kann es mit der Liebe zur neuen Heimat nicht weit her sein.


Es ist immer ein Abwägen. Ich mache es auch allein vom Ergebnis
EINER Wahl ab, sonst hätte ich schon endgültig entschieden. Ich
warte also die nächste Wahl in Deutschland ab und, falls sie dann nicht
zu schlecht ausgeht, die nächste Wahl in Schweden. Es müssen also
2 schlechte (aus meiner Sicht) aufeinanderfolgende Wahlergebnisse
gewesen sein, bevor ich zunächst die Auswanderungspläne begrabe.
Im Moment sind sie nicht begraben, sondern warten nur, einfach weil
es aus anderen Gründen (im Gegensatz zu den letzten 2 Jahren oder
so) nicht paßt. Selbst wenn ich sie begrabe, werden sie 2018 wieder
ausgegraben und neu geprüft.

janaquinn hat geschrieben:Außerdem sollen die Dänen sehr viel Ausländerfeindlich sein, als die Schweden. Vielleicht sollte man das auch in Betracht ziehen.


Ich glaube, man kann das so nicht sagen, jedenfalls nicht so einfach.
"Die Dänen" und "Die Schweden" sowieso nicht. Ausländerfeindlich
in welchem Sinne? Gegen uns? Meine Frau und ich sind beide auch
in Deutschland Ausländer, fallen aber nicht als solche auf. Das wäre
in Dänemark oder Schweden sicher nciht anders. Gegen "richtige"
Ausländer? Manche Gesetze mögen in Dänemark strenger sein, was
vielleicht damit zusammenhängt, dass das Land viel kleiner ist, nur
eine echte Großstadt hat, und leichter zu erreichen ist. Persönlich
befürchte ich, dass wir zunehmend schlechten Einflüssen ausgesetzt
werden, die überwiegend von Ausländern verbreitet werden. (Die
meisten Ausländer verbreiten sie nicht, und nicht nur Ausländer
verbreiten sie.) Viele Errungenschaften in Deutschland, aber auch
in Schweden, sind Errungenschaften linker Politik, der Politik der
Aufklärung usw.: Toleranz, Rolle der Frau, sekuläre Gesellschaft.
Ich will nicht in einer solchen Gesellschaft leben, wo diese
Errungenschaften abgebaut werden. Wenn du also meinst, es ist
ausländerfeindlich, dass eine muslimische Lehrerin nicht mit
Kopftuch unterrichten darf, dann bin ich "ausländerfeindlich". (Ich
bin auch der Meinung, dass Religion ganz von der Schule verschwinden
sollte.)

Ich denke, die Mohammed-Karikaturen haben vieles ans Licht gebracht.
Leute, die mit Gewalt dagegen protestieren, dass sie als gewalttätig
bezeichnet werden, sind nicht glaubwürdig. Und natürlich wurde vieles
inszeniert. So viele dänische Flaggen, die dabei in dem Nahen Osten
verbrannt worden sind, gab es in all den Jahren davor nicht.

Klar, ich bin in keiner Weise ausländerfeindlich. Ich spreche mich aber
gegen manche Sachen aus, und mache das natürlich von der Sache
selbst abhängig, werde also nicht davor zurückschrecken, wenn meine
Aussagen eher von Ausländern als von anderen abgelehnt werden.

Viel mehr Leute kommen nach D, S und DK als von dort weggehen.
Wohl, weil es dort besser ist. Aber wenn diese Leute nicht ein
Mindestmaß der Kultur des Gastlandes aufnehmen, wird mit der Zeit
das Gastland von denselben Problemen geplagt, von denen sie
geflohen sind. Es ist keinesfalls so, dass alle Leute, die gefoltert sind,
der Meinung sind, dass Foltern an sich schlecht ist; manche sind nur
der Meinung, die anderen sollten gefoltert werden.

Historisches Beispiel: Die "Pilgrims" fühlten sich in England diskrimiert,
gingen zunächst nach Holland, was damals zu Recht einen guten
Ruf als toleranten Staat hatte. Es gefielen ihnen aber nicht, dass sie
nicht anderen Leuten ihre Moralvorstellungen aufzwingen konnte, also
gingen sie nach Amerika. Das Ergebnis kennen wir.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.



---Stig Johansson


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