Schule in Schweden

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djmona
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Re: Schule in Schweden

Beitragvon djmona » 3. Juni 2013 09:10

Hej, lieben Dank erst Mal. Das beruhigt mich. Die Info habe ich bei Eures gelesen, daß man Vollzeit arbeiten muß, es sei denn man hat Kinder unter 8 Jahren. Die wissen also auch nicht alles :D . Danke nochmal und Grüße in meine Traumheimat. Hej då
Mona

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Re: Schule in Schweden

Beitragvon Frenja » 3. Juni 2013 15:09

Hallo Mona,

also hier an unserer Schule ist das so dass ganz viele Kollegen Teilzeit arbeiten, unabhängig davon, wie alt die Kinder sind. Ich denke auch, dass die das vielleicht etwas mit der Elternzeit vermischelt haben. Und es stimmt, wenn die Schüler aus haben (das ist bei uns etwa 15 Uhr, manchmal ein bisschen früher oder später) da sitzen wir hier und haben irgendwelche Treffen, Konferenzen, Fortbildungen o.ä. Ich arbeite auch die meisten meiner 45 h in der Schule und nicht daheim. Es ist hier bei Vollzeit so aufgeteilt, dass ich 35 h in der Schule arbeite und 10 h daheim. Die 10 h kann ich aber natürlich auch in der Schule arbeiten. Das ist mir selbst überlassen.
Viele Stellen sind sogar zur Zeit nur als Teilzeitstellen ausgeschrieben fällt mir grade ein.

LG

djmona
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Re: Schule in Schweden

Beitragvon djmona » 3. Juni 2013 18:05

Hallo, vielen Dank, das klingt ja gut. Dann werde ich mich mal weiter bemühen. LG
Mona

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Nobbi & Caro
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Re: Schule in Schweden

Beitragvon Nobbi & Caro » 11. Juni 2013 16:06

Hej Frenja,

Nun in ca. 3 Wochen kommen wir nun endlich in Schweden an. Wir waren bei unserem letzten Besuch in Schweden auch in der Schule um diese naja sagen wirs mal so "abzuklopfen". Mein Großer soll in Schweden in die 6.Klasse kommen und mein Kleiner soll in die 2. Klasse kommen. Wir haben uns lange mit der Rektorin unterhalten und ihr auch erklärt das der Große Lernschwierigkeiten hat. Beide Kinder sprechen nun immer noch kein Wort schwedisch (nagut ein paar Bröckchen) und der Große hat sich beim letzten Besuch zu unserem positiven Erstaunen auf Englisch mit anderen Schweden/Kindern unterhalten (was wir ihm nicht zugetraut haben). Um den Kleinen mache ich mir ja keine Sorgen - der ist so plietsch das er selbst das Schwedisch mit links lernen wird. Ich mache mir eher um den Großen sorgen. Er hat eine so starke Abneigung gegen das Lernen, das ich denke, das ich von der Schule und seiner Ausbildung nichts mehr mitbekommen werde. Er muss hier schon ziemlich angetrieben werden um überhaupt den Anschluss zu halten - wie wird das erst in Schweden. Hast du dazu eine Idee.

Danke Norbert

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Re: Schule in Schweden

Beitragvon vinbergssnäcka » 11. Juni 2013 16:41

ich würde das mal auf mich zukommen lassen. Schule in Schweden ist ziemlich anders, und vielleicht gibt das ja auch den Ausschlag zu einer Kehrtwende.

Die meisten Kinder, die ich kenne gehen gerne in die Schule und ich durfte, obwohl selber keine Kinder, schon mal schauen, was da so gemacht wird und wie. War allerdings eine Dorfschule...
liebe Grüsse

Heike

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Re: Schule in Schweden

Beitragvon AnJo » 11. Juni 2013 17:13

Nobbi & Caro hat geschrieben:Ich mache mir eher um den Großen sorgen. Er hat eine so starke Abneigung gegen das Lernen, das ich denke, das ich von der Schule und seiner Ausbildung nichts mehr mitbekommen werde. Er muss hier schon ziemlich angetrieben werden um überhaupt den Anschluss zu halten - wie wird das erst in Schweden. Hast du dazu eine Idee.

Danke Norbert



Hallo Norbert!
Ich komme gerade von einer Fortbildung zum Thema "Barn som utmanar" (Kinder, die [Lehrer/Eltern/Klassenkameraden] herausfordern) zurück, die heute für alle Lehrer in meinem Stadtteil gehalten wurde. Insbesondere Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten waren ein großes Thema.
Ich habe den Eindruck, dass eine große Sensibilität herrscht gegenüber Schülern, die besondere Anforderungen an ihre Lernumgebung stellen. Und ganz klar war, dass eine positive Beziehung zwischen Lehrern und Schülern die Grundlage für gelungenen Unterricht und erfolgreiches Lernen ist und nicht umgekehrt, wie ich es in Deutschland oft erlebt habe ("Ist mir egal, ob die Klasse ein Mobbingproblem hat, ich hänge total im Lehrplan hinterher und muss noch unbedingt drei Kapitel bis zu den Sommerferien schaffen.")

Nun ist es in Schweden ganz schwierig, etwas allgemeines über "die Schule" zu sagen, weil die Kommunen oder private Unternehmen die Schulträger sind und darüber hinaus sehr viel Verantwortung bei den einzelnen Schulen liegt.
Ich finde es gut, dass ihr Kontakt zur Schulleiterin aufgenommen habt und die Problematik dort bereits bekannt ist. Dann wird das sicherlich auch im Kollegium besprochen werden und der/die Klassenlehrer/in ein Auge darauf haben.

An den Schulen, an denen ich unterrichte, gibt es immer ein "Elevhälsoteam" bestehend aus Psykolog/Sjuksköterska/Specialpedagog/Kurator (Schulpsychologe/Krankenschwester/Sonderpädagoge/Sozialpädagoge), die sich bei Bedarf um einzelne Schüler oder auch um ganze Klassen kümmern; außerdem haben Schüler mit einer Diagnose wie ADHS, Autismus, etc. oft persönliche Assistenten, die sie den Schultag lang begleiten.

Auch bemüht man sich hier viel um individuelle Lösungen: wenn ein Kind unter Zeitdruck seine Leistung nicht abrufen kann, dann hat es eben keine Zeitbegrenzung in einer schriftlichen Prüfung.
Wenn ein Kind Konzentrationsschwierigkeiten hat und regelmäßig die Bücher, die es für die Hausaufgaben braucht, in der Schule vergisst, dann bekommt es eben einen zweiten Satz Bücher für zuhause.

Ich will euch nicht zu viel versprechen, denn wie gesagt, das kann in jeder Kommune ein wenig anders aussehen, aber ich erlebe die Unterstützung, die die Lehrkräfte durch dieses zusätzliche Team erhält, als sehr positiv für die Kinder (und auch für uns Lehrer).

Im Vergleich mit Deutschland erlebe ich hier den Kontakt zwischen Lehrern und Eltern als deutlich enger. In D gab es an den Schulen, an denen ich unterrichtet habe, meist zwei Elternsprechnachmittage pro Jahr, die sowohl für Eltern als auch für die Lehrkräfte unglaublich anstrengend waren, weil alles an einem Nachmittag abgefertigt werden musste.
Hier ist es einfach an der Tagesordnung, dass regelmäßig "utvecklingssamtal" zwischen Lehrer, Eltern und Schüler stattfinden, d.h. die Lehrer haben immer 2-3 Elterngespräche pro Woche und wenn alle Schüler durch sind, geht es wieder von vorne los.

Wenn ihr euren Großen nicht gerade an eine Schule schickt, die nur Problemfälle hat, kann ich mir gut vorstellen, dass sein/e neue/r Klassenlehrer/in ein besonderes Auge auf ihn haben wird und er die Unterstützung bekommt, die er braucht.

Ich wünsche euch einen guten Start in Schweden und drücke euch die Daumen, dass die Kinder sich schnell einleben (und ihr euch natürlich auch)!

Viele Grüße, An.
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Re: Schule in Schweden

Beitragvon EuraGerhard » 12. Juni 2013 07:50

Hallo Norbert,

wundere Dich nicht, wenn auch Dein Großer schneller Schwedisch lernt als Du.

Als ich gerade 12 geworden war und praktisch noch kein Wort Englisch konnte (meine erste Fremdsprache war - leider! - Latein), sind wir mit der ganzen Familie für ein Jahr nach England gezogen. Zwar ging ich dort auf eine deutsche Schule, aber im Alltag, beim Spielen auf der Straße etc. war natürlich nur Englisch angesagt. Nach etwa einem Monat konnte ich das Wichtigste verstehen, nach zwei Monaten konnte ich mich gut verständlich machen und war bereits dabei, meine Eltern zu überflügeln. Nach ungefähr drei bis vier Monaten ging das dann ziemlich fließend. Und nach ca. sechs Monaten machte irgend etwas in meinem Kopf "Klick", und ich fing an, auf Englisch zu denken, zu träumen etc., und musste übersetzen, wenn ich Deutsch sprach. Als wir dann nach einem Jahr nach Deutschland zurückgekehrt sind, konnte ich besser Englisch als Deutsch, hatte sogar schon einzelne deutsche Worte vergessen.

Gut, es hat sicherlich geholfen, dass ich in England an unserem Wohnort zu den Pfadfindern gegangen bin. Und ich habe natürlich auch einige Worte gelernt, die in keinem Wörterbuch zu finden sind, bei denen selbst die Autoren von Eichborns Schimpfwörterbuch vor Scham errötet wären, aber das gehört nun mal dazu. :oops: :lol:

MfG
Gerhard

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Re: Schule in Schweden

Beitragvon Nobbi & Caro » 13. Juni 2013 17:33

Na das klingt ja erst mal nicht schlecht und lässt einen etwas ruhiger schlafen was ihr da schreibt.
:danke: :danke: :danke:


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