Schule in Schweden

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Mias

Schule in Schweden

Beitragvon Mias » 25. Juli 2011 07:34

Hallo
ich werde nächsten März meinen schwedischen Verlobten heiraten und nach Schweden auswandern. ICh selbst spreche recht gut schwedisch. Ich habe einen 10 jährigen Sohn, der (noch) kein schwedisch spricht. Deswegen mache ich mir Gedanken, wie das dann in der Schule funktionieren soll. Gibt es in Schweden spezielle Schulen für Immigranten oder kommen die Kinder einfach direkt in eine schwedische Schule? Ich danke für Euren Beitrag. :danke:

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Re: Schule in Schweden

Beitragvon Imrhien » 28. Juli 2011 20:03

Hej,
das hängt ein wenig davon ab wohin ihr geht.
Grundsätzlich würde ich sagen, dass Dein Sohn in die normale schwedische Schule geht. Dort hat er ein Anrecht auf Unterstützung. Das heisst, einen Specialpedagog, der mit ihm schwedisch lernt. Und einen Studiehandledare, jemanden, der Deutsch kann und ihn stundenweise im Unterricht begleitet. Du musst, je nach Ort selber danach fragen, oder die bieten das gleich an. Zumindest der specialpedagog ist fast nie ein Problem, da die in den meisten Schulen eh schon sind. Aber alles andere muss die Schule noch extra "einkaufen" und kostet. Daher hängt es vom Ort und der Bereitschaft der Schule ab, wie sehr sie da behilflich sind. Manche haben super Erfahrungen, andere weniger.
Aber grundsätzlich ist es für ein Kind aus Deutschland recht gut machbar. Am Anfang dauert das natürlich alles ziemlich und wenn möglich würde ich schon vorher lernen und auch vor Ort noch einen Sprachlehrer privat suchen. Das kostet natürlich auch wieder... Aber die normalen Kurse, SFI und co, gibt es nicht für Kinder soweit ich weiss.

Ist es eine vielbewohnte Ecke, dann kannst Du Glück haben, dass es eine förberedelse klass gibt. Das heisst, dass da nur Ausländer sind, die gemeinsam Schwedisch lernen. Da werden die Kinder auch schon unterrichtet in normalen Fächern, aber der Schwerpunkt liegt erst mal bei der Sprache. Aber man muss auch wissen, dass da grösstenteils Kinder aus nichteuropäischen Ländern sind. Das ist ja nicht schlimm, heisst aber eben auch, dass sie manchmal recht harte Lebensbedingungen hinter sich haben und daher auch andere Lernfortschritte. Das könnte auch hinderlich sein.

Ich würde sagen, sucht Euch eine nette kleine Dorfschule, sprecht mit den Lehrern vor Ort und fragt den Rektor was die Schule an Hilfe bieten kann. Normalerweise geht das recht fix. Dass er fehlerfrei und vor allem total sicher sein wird, das kann länger dauern. Aber nach ein paar Monaten wird er schon einiges verstehen und selber sagen können. Und nach einem Jahr ist er höchstwahrscheinlich schon recht gut drin. Trotzdem kann es bei manchen Kindern länger dauern. Mein Sohn brauchte länger, dabei war er deutlich jünger. Noch heute sagt er, dass ihm deutsch leichter fällt. Aber der letzte Rest an Akzent verwächst sich auch noch. Gib ihm einfach alles an Unterstüztung von daheim aus was Du kannst, dann schafft er das. Wichtig ist, dass Ihr gemeinsam auch die Heulzeiten, in denen er sich alleine und unverstanden fühlt, durchsteht und er sich da geborgen fühlt. Dann schafft er das auch schon mit der Sprache :)

Grüsse und alles Gute
Wiebke

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Re: Schule in Schweden

Beitragvon Freddy » 28. Juli 2011 21:23

Wenn Du jetzt mit dem Sohnemann anfängst fleißig schwedisch zu lernen tut es ab nächsten Sommer auch eine ganz normale Schule. Die kinder lernen sehr schnell. Guck einfach mal ob bei SVTplay ihm bekannte Kinderfilme/serien zu sehen sind. Ihn auf eine Schule mit hohem Migrantenanteil zu schicken halte ich nicht für prickelnd. Problem wird eher sein bestehender Freundeskreis sein, von dem er sich trennen muß.

Tommy3

Re: Schule in Schweden

Beitragvon Tommy3 » 29. Juli 2011 15:16

Hej,

ich rate davon ab, Kinder schon vor dem Umzug auf Sprachkurse zu schicken, das ist nur frustrierend (meistens). Und ganz schlimm ist es, wenn die Eltern, die vielleicht schon en wenig Schwedisch können, diesen Unterricht zu hause machen wollen, weil sie vermutlih auch haufenweise Fehler vermitteln.
Vor Ort in der Schule lernt es sich am schnellsten und effektivsten. Kann Rückschläge geben, manche Kinder sagen ein halbes Jahr garnichts, aber dann fängt es aller Erfahrung nach an zu sprudeln. Bitte keine Sorgen machen!

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Re: Schule in Schweden

Beitragvon Imrhien » 31. Juli 2011 19:11

Hej,
ich seh es ähnlich wie Tommy, denke aber, dass man das Interesse für die Sprache schon wecken kann. Oder einen speziellen Kurs, für Kinder. Einen Muttersprachler, der mit Kindern lernt oder so was. Gibt es halt vermutlich eher selten.
Man kann aber schon mal das eine oder adnere Buch daheim haben oder einen Film oder eine CD. Nicht direkt lernen, aber vielleicht das Interesse in die gewünschte Richtung lenken. Nur nicht zu dolle, dann kann es ja auch gegenteilige Wirkung haben. Wir haben damals, bei kleineren Kindern allerdings, die Reisemaus in Schweden gehört. Nicht wegen der Sprache, sondern einfach um auf das Land "vorzubereiten". Es ging mehr darum das Thema mit Spass zu füllen und den Kindern die Vorfreue und Neugier zu schaffen. Man kann auch andere Bücher lesen. Wobei das ja mit dem Leben hier meist nicht viel zu tun hat. Schaden tuts aber ja nicht :)

Grüsse
Wiebke


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