Schulbetreuung ll

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Fischkopf
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Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon Fischkopf » 11. Mai 2007 15:18

Hallöchen!

Elternabende stehen an den Schulen meiner Kinder auch nur wenn eine Klassenfahrt ansteht. Ansonsten findet ein Elterngespräch statt, wo auch die Kinder dabei sein dürfen. In diesem Punkt ändert sich dann ja nicht viel, wenn man Auswandert.
Zur jetzigen Schriftart die an den deutschen Schulen gelernt werden, kann ich auch nur sagen es ist grauenvoll. Ich kann es sehr schwer lesen und meine Kinder können meine Schrift nicht lesen.

In Deutschland fallen ja sehr viele Unterrichtsstunden aus, es gibt einfach keine Vertretungslehrer, wie ist dieser Punkt in Schweden geregelt?

Bis dann
Fischkopf

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Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon Skogstroll » 11. Mai 2007 15:31

Reguläre Lehrer geben praktisch keine Vertretung. Es gibt den ziemlich ungeliebten Job des resurslärare. das sind Lehrer (oft ohne richtige Ausbildung), die nur eine Art Bereitschaftsdienst haben und bei Bedarf und oft mit einer halben Stunde Vorwarnzeit irgendwo einspringen müssen.
Bei längeren Krankheiten (besonders bei geplanter Abwesenheit) wird meist eine Vertretung eingestellt. Durch dieses System fällt zwar wenig aus, die qualitativen Abstriche können aber erheblich sein.
Als meine Komvux-Schwedischlehrerin operiert wurde, hatte ich z.T. Vertretung bei einer Eiskunstlauftrainerin (!). Breiten wir lieber den gnädigen Mantel des Schweigens darüber.

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Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon oka-kate » 11. Mai 2007 15:32

hej uta,

na schlimmer wie hier kann es ja fast nicht mehr kommen.

ich kann die schrift auch kaum lesen. und lege mich regelmässig mit den lehrern an, hab mich ihnen angelegt auch wegen der schrift, es ging bis zum schulamt nach tübingen. aber nichts hats gebracht, in baden württemberg ist es ja so das jede gemeinde selbst entscheiden kann ob sie die neue schrift einführt oder die alte behält.
ich hab sie damals gefragt warum die schrift geändert wird, sie konnten mir die frage nur damit beantworten, das es halt so ist und ich mich damit abfinden muß. fertig! in welchem land gibt es das noch, das die oberen deppen sowas beschliessen, und dann nicht mal wissen warum?
total wirr!
aber man kann ja leider nichts dagegen tun.
grüßle katja
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glada

Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon glada » 11. Mai 2007 15:57

Das System mit den Vertretern ist mir auch bekannt. Bei uns in der Schule ist es häufiger ein sehr junge Frau, die eigentlich als Kassiererin arbeitet und ggf. in der Schule Vertretungen macht. Die Vermittlung von Schulstoff hat nicht die höchste Priorität, vielmehr sollen die Kinder die Schule als ein Ort verstehen, zu dem man gerne geht. Da werden im Unterricht Spaziergänge gemacht, Videofilme geguckt, gebastelt, Spiele gespielt. Arbeiten und Prüfungen gibt es eigentlich nicht, gelegentlich werden staatliche Prüfungen gemacht, die aber weniger der Wissenstand des Kindes überprüfen als vielmehr den der Lerngruppe erfragen will. Alle Schüler sollen auf ein national einheitliches Niveau (auf schwedisch "nivå" - was die aus manchen Wörtern machen ist schon aus Graus... aber das nur als Bemerkung am Rande) gebracht werden. Es wird oft themenbezogen gelehrt. Ich kann ja mal beispielhaft den heutigen Schultag auflisten:

8.00 Uhr Unterrichtsbeginn, der Letzte kommt um 8.10 vom Schulhof rein.

8.00 - 8.25 Uhr "pratstund": Die Kinder erzählen, was sie am Wochenende machen werden, was sie gestern gemacht haben, zeigen ihr neusten Spielzeuge usw.

8.25 - 9.15 Uhr eget arbete: Die Schüler/innen arbeiten in ihren Aufgabenbüchern gemäß Wochenplan selbstständig.

9.15 - 9.30 Uhr frukt och bok: Die Kinder essen Obst, während die Lehrer aus einem Kinderbuch vorlesen.

9.30 - 9.50 Uhr: Pause

10.00 Uhr: Der letzte Schüler kommt vom Schulhof rein.

9.50 - 10.30 Uhr: die Kinder arbeiten weiter in ihren Aufgabenbüchern, die Lehrer gehen rund und helfen.

10.30 - 10.50 Uhr utvärdering: Es wird über die vergangene Woche gesprochen, was schön oder blöd war, etc.

10.50 - 11.40 Mittagessen und Pause.

11.55 Uhr Der letzte Schüler kommt vom Schulhof

11.40 - 12.20 Spiel: Die Kinder dürfen ein Spiel bestimmen, was dann in der Gruppe gespielt wird.

12.20 Schulschluss

Das ist ein normaler Schultag in einer dritten Klasse unserer Schule. Hausaufgaben gibt es ein mal in der Woche, die selten gemacht werden.

glada

Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon glada » 11. Mai 2007 15:59

Zur Schrift: An schwedischen Schule gilt die Maßgabe, dass die Kinder lernen sollen, sich schriftlich zu verständigen. Das heißt viel oder auch gar nichts.

Oliver

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Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon ilnav » 11. Mai 2007 16:14

Interessant. Dann hat also jede Kind aus der Grundskola ein eigenes Logbuch mit einem individuellen Lehrplan?

Es wurde im Forum erwähnt,dass Schulen z.B. die erste und zweite Klasse zusammen legen. Sitzen dann Erst-und Zweitklässler alle durcheinander gewürfelt zusammen und helfen sich dann gegenseitig? Der Lehrer steht dann also nicht vor der Tafel ,sondern sitzt zwischen den Schülern und gibt Hilfestellung?

glada

Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon glada » 11. Mai 2007 16:24

Ja, so kann man es nennen.

In unserer kleinen Dorfschule ist eine Klasse mit den Schülern der Klassen zwei und drei, in der anderen Klasse sind es die Klassenstufen vier bis sechs. Die Schüler sitzen gemischt und "helfen" sich gegenseitig (ich würde sagen, sie sabbeln die ganze Zeit miteinander).
Frontalunterricht ist durchaus üblich, meist wird aber selbstständig gearbeitet, eigenständiges Arbeiten wird gefördert.

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Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon ilnav » 11. Mai 2007 16:38

"...Zur Schrift: An schwedischen Schule gilt die Maßgabe, dass die Kinder lernen sollen, sich schriftlich zu verständigen. Das heißt viel oder auch gar nichts..."

@Oliver:Kannst Du mir das bitte etwas näher erläutern?

glada

Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon glada » 11. Mai 2007 16:45

Dass das Schriftbild oftmals sehr dürftig ist und man Schwierigkeiten hat, selbst einfache Sätze zu lesen. Meine Überzeugung ist, dass man es bei einer sauberen Handschrift sehr viel einfacher hat, Grammatik und Rechtschreibung zu begreifen.

Oliver

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Re: Schulbetreuung ll

Beitragvon oka-kate » 11. Mai 2007 17:12

also sprich,
in schweden gibt es gar keine schreibschrift? sondern sie schreiben nur mit druckbuchstaben?
aber ob das hier besser ist mit der "vereinfachten ausgangsform", möchte ich bezweifeln!
gruß katja
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