Schlafmittel-Gebrauch bei Kleinkindern wächst

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Imrhien
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Re: Schlafmittel-Gebrauch bei Kleinkindern wächst

Beitragvon Imrhien » 12. August 2008 17:27

Hej,
mich hat das Ganze schon ein wenig erschreckt. Ich habe jetzt nicht gerade die rosarote Schwedenbrille auf, denke nicht, dass die Schweden die besseren Pädagogen oder Eltern sind. Sowas würde mich in Deutschland auch erschrecken. Ich meine, wenn ich ehrlich bin, eigentlich weiss ich es ja. Man sieht und hört ja einiges, im sozialen Sektor besonders. Aber hin und wieder gönn ich mir den Luxus einer heilen Welt... Das heisst, ich komme heim und denke, dass alle anderen genau so normal sind wie ich und dass diejenigen die sowas irres tun wie ihren Kindern unnötige Medikamente zu geben, einfach die Minderheit sind. Wenn ich dann genauere Zahlen lese, erschrecke ich, erwache aus meiner Traumwelt und finde es echt nur traurig.
Vorab: Es mag Gründe geben, im Einzelnen kann man das vielleicht gar nicht überschauen und dahinterschauen. Ich will niemanden verurteilen der einen guten, berechtigten Grund hat und das medizinisch hat abklären lassen. Bei einer so hohen Zahl muss man aber davon ausgehen, dass da auch Missbrauch im Spiel ist. Ebenso wie bei Ritalin und ähnlichen Medikamenten, die auch in Deutschland extrem angestiegen sind in den letzten Jahren. Schade, dass sich Schweden darin anscheinend nicht unterscheidet... Man hätte ja hoffen können.
Ich habe mich auch schon gefragt wie manche schwedische Familien das machen, mit 2 Vollzeitjobs und Kindern und Haus und Garten. Wir haben einen Vollzeit und einen Minijob (ich arbeite gerade mal ein paar Stunden in der Woche zur Zeit) und 2 Kinder und Haus und Garten und wissen manchmal nicht wie wir das alles gebacken bekommen sollen. Allein die Gartenarbeit... Und wir gehören zu den Menschen die gerne was mit ihren Kindern tun. Wir fahren halt lieber raus, schauen uns die Umgebung mit ihnen an, gehen Baden, oder einfach nur in einen Tierpark. Manchmal ist es auch nur das Rumlungern vor dem Haus mti der Spielkreide bewaffnet. In den Ferien haben wir dabei große Unterstützung gehabt und haben es mal genossen, dass andere das übernehmen und wir nicht so viel mit den Kindern machen. Und ja, ab und zu sind wir auch genervt und wollen mal unsere Ruhe haben. Aber deswegen zu Schlafmitteln greifen? Echt traurig dass es sowas gibt. Warum ist das so? Ich denke die Eltern haben keine Zeit mehr und keine Nerven mehr sich zu kümmern. Sie wissen es vielleicht auch nicht mehr wie es geht?
Und Nina, ich denke, mal ganz böse gesagt, vielleicht ist hier so viel Ruhe im Land, weil so viele Medikamente im Spiel sind? Böser Gedanke, ich weiss.
Und ich weiss auch, dass es zum Glück noch nicht die Regel ist, dass Menschen wie wir, die wir uns so über so einen Bericht ereifern, hier und in Deutschland Kinder haben, weiterhin welche bekommen und es doch noch "richtig" machen. Wenn man bei Erziehung überhaupt jemals von richtig sprechen kann.

Grüße
Wiebke


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