Rueckwanderung

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
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Rueckwanderung

Beitragvon Älven » 8. Dezember 2009 14:44

Hejsan,
einige von euch schwedenfans möchten wieder zurueck. bei s-nina und fischkopf kann man es sehr deutlich raus lesen kann.
warum??
was denkt ihr ihr wird/könnte in deutschland besser sein?
was ist der ausschlaggebene punkt das ihr schweden verlassen wollt?
ich bin zwar erst etwas ueber 2 jahre hier, möchte aber auf keinen fall zurueck. Fischkopf, du bist genauso lange hier wie ich, was ist falsch gelaufen in schweden?
eure erfahrungen sind sicher sehr interessant.

liebe gruesse
älven
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Re: Rueckwanderung

Beitragvon HeikeBlekinge » 8. Dezember 2009 14:59

Guter Thread, Älven. Das hilft bestimmt manchen einiges zu verstehen, nachzuvollziehen - hoffentlich.
Wir leben zwar auch erst seit 3 1/2 Jahren in Schweden, haben ab und
dann was zu kritisieren (ich speziell in einigen Punkten bei der schwedischen
Mentalität die mir persönlich begegnet ist!) aber wollen absolut nicht nach
D zurueck. Soll/Darf ich deshalb NICHT negative Dinge offen aussprechen?
Es ist ja auch so, dass man mehr ueber die negativen Erlebnisse spricht.
Man vergleiche es mal mit den Medien: Wenn die nix negatives mehr zu berichten hätten, wo wären wir dann ;-) ??
Und das man Dinge offen ausspricht, heisst noch lange nicht das man jammert
oder nörgelt. Man will es nur offen ansprechen!
Das ich heute nach ueber drei Jahren einiges anders sehe weiss ich.
Das bedeutet fuer mich allerdings nicht Enttäuschung, nur etwas mehr Durchblick.
Man mus natuerlich mit den Dingen umgehen können, sie bis zu einem bestimmten Grad akzeptieren können.
Das dies nicht jeder kann, heisst mitnichten das er versagt hat!
Ich ziehe vielmehr den Hut vor denen, die offen sagen das sie so oder so nicht mehr leben können/wollen. Gemäß dem Motto:
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Zu ersterem gehört zumeist sehr viel Mut!

Das mal so vorweg :wink:
Heike
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Gottfried
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Re: Rueckwanderung

Beitragvon Gottfried » 8. Dezember 2009 15:23

Hej Älven!
Erst mal es ist nichts schief gelaufen.....
Wir waren einige Jahre in Schweden, sind bewusst und gut vorbereitet ausgewandert und sind bewusst und gut vorbereitet wieder nach Deutschland zurück gegangen.
Wir haben NICHTS davon bereut, weder die Auswanderung noch die Re-Migration!
Die Gründe: Das wird erheblich schwieriger, weil da doch sehr, sehr vielschichtig ist. Das wäre vielleicht auch mal ein Buch wert :D :_)
Ich habe es irgendwo schon mal geschrieben, das Land ist großartig aber ich (wir) konnten uns plötzlich nicht mehr vorstellen, dort alt zu werden..….In der Summe aller Betrachtungen waren die unendlichen Wälder, tollen Seen und die (fast) unberührten Natur nicht ausreichend um den Rest, der das Leben ausmacht, so positiv zu beeinflussen, das ich alle Nachteile dieses Landes in Kauf nehmen wollte. Ich habe halt andere Ansprüche an meine Lebensumstände.... Viele machen es sich mit der Betrachtung zu leicht oder wollen sich damit beruhigen, die Rückwanderer haben es halt nicht „geschafft“. Ist es nicht doch nur ein Pfeifen im Wald.......?
Interessant ist halt, wenn man die Beitrage der langjährigen Ausgewanderten liest, stellt man fest, das eben doch nicht alles Gold ist was glänzt. Auch „die Schweden“ kritisieren ihr Land. Es gibt sogar ein Anti-Nationalsong: „Du fega........ der sicher nicht aus einer migrationsbelasteten Feder stammt.
Ich möchte mich aber so öffentlich nicht weiter zu diesem Thema auslassen. Es lesen so viel merkwürdige Menschen mit und interpretieren in meine Entscheidungen rein, was ihnen eigentlich nicht zusteht. Das Internet ist mir zu öffentlich dafür.....
Nur noch so viel: Wir haben keine Minute bereut wieder nach Deutschland zu gehen.

Vielleicht mal mehr und LG

Gottfried

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Re: Rueckwanderung

Beitragvon Fischkopf » 8. Dezember 2009 15:51

Lieber Älven!

Falsch gelaufen ist nichts wie mein Vorgänger schon geschrieben hat!
Aber mein Lebensgefährte hat in Schweden einfach keine Arbeit gefunden.
Es wurden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, Arbeitsamt, Zeitungen, Bewerbung per mail, schriftlich oder auch persönlich usw. Leider gab es keine Antwort von seitens der Arbeitgeber. Jetzt hat er im Januar in Deutschland ein Vorstellungsgespräch, welches er nutzen möchte. Es ist halt eine Kette ohne Ende, keine Arbeit kein Bleiberecht und somit auch kein Anspruch auf Kindergeld usw.
Wir haben kein Problem mit dem hiesigen Schulsystem, Schulessen oder dem Gesundheitswesen, diesbezüglich lief alles glatt. Meinen Kindern wurde hier vieles mit auf den Weg gegeben, was sie irgendwann mal brauchen werden.

Wir haben viele Erfahrungen hier gemacht und den Schritt nicht bereut. Jetzt endet der Weg aber für uns und wir gehen nach Deutschland zurück.

Liebe Grüße
Fischkopf

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Re: Rueckwanderung

Beitragvon BettinaZ » 8. Dezember 2009 15:54

Hallo zusammen,

ich schliesse mich Gottfried in vielem an. Auch darin, dass ich nicht sicher bin, wieviel persönliches ich im Forum schreibe....
Und nein, bei mir ist auch nichts schief gelaufen :D Ich habe damals, als ich das Jobangebot bekommen habe, eben zugegriffen, da dies die einzig kurzfristige Chance war, aus einer Fernbeziehung eine richtige Beziehung zu machen - was auch geklappt hat...

Meinen Umzug nach Schweden habe ich mehr als Umzug als als "Auswanderung" verstanden. Genauso gut hätte ich von Freiburg nach Berlin ziehen können um dann evtl. festzustellen, dass ich Freiburg vermisse. Was ich ehrlich gesagt tue. Ich vermisse: die Straussenwirtschaften (in manchen Teilen Deutschlands auch Besenwirtschaften genannt), die allemannische Fastnacht, den Schwarzwald (Berge!!), die vielen lauen Sommerabende, den deutschen gemütlichen Weihnachtmarkt, die Ausgehkultur und das entsprechende Angebot auch in kleineren Dörfern (Dörfer: gibt es hier ja auch nicht richtig viele.. so mit schönem Ortskern), die Nähe zu Frankreich, Schweiz, Italien (mal eben mit dem Auto nach Milano ? Undenkbar hier oben...).

Und nun denken mein Mann (der wohl nie mein Mann geworden wäre, wäre ich nicht umgezogen :D ) und ich laut daruber nach, ob, wann und wie wir nach Freiburg zurück gehen sollen. Der Witz ist, dass ER lieber heute als morgen umziehen würde und sich im Badischen Ländle (auch wenn er sie nicht verstanden hat :lol: ) sauwohl gefühlt hat. Ich bereue nicht, dass ich umgezogen bin. Aber auf Dauer fehlt mir hier eben doch ein wenig "Leben"...

Und wenn wir gehen, wandere ich nicht rück sondern ziehe eben wieder um ganz ohne mich als frustriert oder gescheitert zu sehen.

Gruss Bettina

Samweis
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Re: Rueckwanderung

Beitragvon Samweis » 8. Dezember 2009 16:23

Hallo Bettina,
BettinaZ hat geschrieben:dass ich Freiburg vermisse. Was ich ehrlich gesagt tue. Ich vermisse: die Straussenwirtschaften
Oh ja, die Straussen! - Und das "Käsestüble" in Staufen. Oder die "Sonne" in St. Peter. Oder die in Vörstetten....
Aber das ist natürlich alles Quatsch, denn da gibt's ja noch nicht einmal eine korv med bröd.

Viele Grüße

Samweis

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Re: Rueckwanderung

Beitragvon BettinaZ » 8. Dezember 2009 16:42

Ach neee - Samweis - jetzt bin ich aber platt :lol: Letzten Juni war ich übrigens bei Wein und Musik in Staufen... oups, hab ich in meiner Liste ganz vergessen - die Weinfeste oder vielmehr alle Feschtle im allgemeinen...

nysn

Re: Rueckwanderung

Beitragvon nysn » 8. Dezember 2009 17:11

was denkt ihr ihr wird/könnte in deutschland besser sein?

- Weniger Umständlichkeit - mehr Wahlmöglichkeiten (mehr Freiheit selbst zu entscheiden).
Beispiele: Wohnungssuche - in D gibt es überall Mietwohnungen - man kann leichter umziehen, wenn es einem mal an einem Ort nicht gefällt. In Göteborg und Umgebung ist dies z. B. ein Riesenprojekt. Häuser und Bostadsrätter sind obendrein teuer, dass man dann auch nicht einfach mal wechseln kann, wenn man sich mal für das "falsche Objekt" entschieden hat.
- Arbeit: in Süddeutschland, wo ich herkomme, ist der Arbeitsmarkt einfach besser. Wenn man in S seine Arbeit verliert oder es einem schlicht und ergreifend nicht mehr an seinem Arbeitsplatz gefällt, muss man/frau über ein ausgeklügeltes Netzwerk verfügen (sprich sich bei anderen anbiedern) oder sich in zig Datenbanken bei Bemanningsföretag eintragen, um eine Chance auf einen neuen Job zu haben. Außerdem habe ich bisher noch nie davon gehört, dass man in D nicht mehr persönlich mit Menschen sprechen könnte, sondern erst darauf warten muss, dass man anhand "ausstudierter" Mails dazu auserwählt wird, einen menschlichen Kontakt zu bekommen. Siehe meinen Beitrag heute unter "Zeitarbeitsfirmen".
- Der Umgang mit den Schweden/innen überhaupt erscheint mir desöfteren recht kompliziert und anstrengend. Nie scheint es möglich zu sein, mal einfach direkt und offen sagen zu können, was man denkt, fühlt usw. - stets muss man/frau sich komplizierte Verhaltensweisen ausdenken, um die einfachsten Dinge erledigen zu können. Diese ständige "politische Korrektheit" - dieses ständige Taktieren - gehen mir zuweilen ganz einfach auf die Nerven. Ich vermisse die direkte und sei es auch manchmal etwas rauhe Art der Menschen im Süden. Ich mag ganz einfach Leute mit Ecken und Kanten - das finde ich spannender als glatte, polierte Hochglanz-Oberflächen ...

was ist der ausschlaggebene punkt das ihr schweden verlassen wollt?

hier zietiere ich Bettina Z:
Aber auf Dauer fehlt mir hier eben doch ein wenig "Leben"...

Ich fühle mich auch nicht gescheitert oder sonst was. Ich bin auch nicht ausgewandert oder habe mich in besonderer Weise auf Schweden vorbereitet ... bin durch Zufall hier gelandet und versuche einfach jeden Tag aufs Neue das Beste daraus zu machen. Manchmal gelingt mir das gut, manchmal habe ich wirklich mieserable Tage - besonders in den Herbst-/Wintermonaten, wenn hier in Göteborg der Himmel BLEIGRAU und wochenlang von dicken Wolken verhangen ist ... die Kälte, die Nässe, die fehlende Sonne machen mir zuweilen extrem zu schaffen.

Ansonsten dürfte man über meine Gründe (warum mir S nicht so gut gefällt) auch einiges über die Suchfunktion erfahren können. Ein Teil davon ist auch auf der Trollwiese gelandet (wahrscheinlich, weil ich gute Ratschläge missverstanden habe ...)
S-nina

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Re: Rueckwanderung

Beitragvon Älven » 8. Dezember 2009 17:43

Hejsan,
es ist doch ganz schön spannend es mal aus verschiedenen perspektiven zu sehen.
ich komme aus dem ruhrpott, bin aber alles andere als ein ruhrpottkind. wir, mein sambo und ich haben 2 jahre unseren umzug vorbereitet. was wir wollten!! keine städte mehr in der nähe, wald und see vor der haustuere. als krankenschwester brauchte ich mir nicht ganz so viele gedanken darueber zu machen, dass ich ohne arbeit bleibe. pflegepersonal wird nach wie vor immer gebraucht. mein sambo ist fruehrentner ( schwer nierenkrank ) das seine ärztliche betreuung in schweden funktioniert haben wir mit hilfe seiner ärzte in deutschland vorab ueberprueft. wir wohnen wirklich auf dem lande und hier ist das sociale netzwerk wahrscheinlich wirklich anders als in den grossen städten. man hilft sich gegenseitig, man trinkt kaffee zusammen und ab und an wird ein tanz abend organisiert. dann gibt es mal einen tag wo man mit freunden nach sundvall zum einkaufen fährt und ich bin wahnsinnig froh wenn ich dann wieder zurueck in meinem winzigen dorf bin.
mein sambo spricht sehr schlecht schwedisch, so gut wie garnicht :D , aber auch das spielt hier keine rolle, wenn ich arbeiten bin kommen trotzdem nachbarn vorbei um ihren hund mit unserem spielen zu lassen. das wird dann mit händen und fuessen ausgetragen.
Vielleicht werde ich irgendwann mal das pulsierende leben vermissen, denke aber ehr nicht, da ich es schon 45 jahre hatte :D
probleme wie sie s-nina mit dem umziehen in eine andere wohnung hat, gibt es hier auch nicht. die meisten haben sowieso ihre häuschen und ansonsten weiss immer irgend einer wo grade irgendwas frei ist. das gleiche gilt hier mit der arbeitssuche. hier wird nur angerufen, ist die gut, kannst du sie mit ruhigem gewissen empfehlen und schon kannst du eine einschulung machen, mit der chance auf ein vikarieat oder eventuelle anstellung.
so weit zu meiner betrachtung.

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Re: Rueckwanderung

Beitragvon Tulipa » 9. Dezember 2009 12:02

Wie wäre es denn mit "Heimweh" als Begründung für eine Rückwanderung?

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute


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