Zitat:
In Deutschland hatte ich viele Kollegen/innen mit Kindern, die trotzdem abends mal unterwegs waren, das scheint hier seeehr unüblich zu sein
... in Deutschland (in meinem Fall München) war es ganz üblich, dass man sich z. B. während der Biergarten-Saison (ab April bis Ende September) mit den Kollegen in demselbigen getroffen hat - dazu kamen dann meist auch die Kinder und PartnerInnen der Kollegen dazu. Das war immer ganz lustig und es musste auch keiner hingehen, wenn er mal keine Lust hatte (das war auch OK). In Schweden zu sagen, man hätte z. B. keine Lust auf Julbord oder eine sonstige gemeinschaftliche Aktivität, wäre undenkbar - es ist ja schon fast ausgeschlossen, dass man mal eine Fikapause ausfallen lässt ...
In der Arbeit meines Mannes gehen die Kollegen manchmal gemeinsam Golfspielen - es ist aber durchaus nicht üblich, dass dann z. B. ein Familienmitglied auch mitkommen könnte. Mein schwedischer Mann trifft sich hier auch nur in organsierter Form mit seinen Kollegen - ein zwangloses Bier oder so nach der Arbeit kommt fast nie vor - wenn, dann meistens auf Dienstreisen, wenn die Kollegen im Hotel abends zusammen essen.
Einfacher mit Kontakten fand ich es am Anfang, als mein Sohn noch klein war und er in diverse Krabbelgruppen ging. Da haben sich die Mammas (Pappas waren z. B. keine dabei - die waren zumeist in der Arbeit) schon mal auf dem Spielplatz oder zum Kaffeetrinken getroffen. Allerdings musste man von Anfang an mit dabei sein und ein Baby/Kleinkind haben - ab 2 Jahren sind die meisten Kinder dann schon wieder im "Vollzeit"-Dagis.
Die meisten meiner schwedischen Bekannten/Freunde stammen übrigens noch aus dieser Zeit ... später ist nicht mehr viel hinzugekommen - außer eben oberflächliche Nachbarschafts-, Mittsommer- oder Krebesfeiertreffen ... richtige Freundschaften sind dadurch eigentlich nicht mehr entstanden.
P. S. ... wohne übrigens nur ca. 10 km von Bettina Z-Wohnort entfernt
die meisten Leute, die hier wohnen, sind in den letzten 30 Jahren "damals noch aufs Land" gezogen - die allermeisten pendeln zum Arbeiten nach Göteborg und sind nur selten zu Hause (außer an den Wo-Enden, wo dann aber diverse Sportaktivitäten oder Hausreparaturen usw. erledigt werden müssen - für den Umgang mit Nachbarn bleibt eigentlich auch wenig Zeit)