Rückwanderung?

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hansbaer

Re: Rückwanderung?

Beitragvon hansbaer » 14. Oktober 2008 16:14

Bei mir war es so, dass das Heimweh eigentlich erst nach längerer Zeit ein bisschen kam. Vor kurzem habe ich "Ortsgespräch" von Florian Illies gelesen und verspürte auf einmal den Wunsch, an einem kühlen Wintertag durch die Felder der Oberrheinebene zu gehen.

Aber zum Thema: Es klingt natürlich fürchterlich, was Du derzeit da durchmachst. Du solltest deswegen aber nicht gleich aufgeben. Eine Normalität stellt sich erst nach längerer Zeit ein, und einen Umzug (geschweige denn eine Auswanderung), bei dem alles glatt lief, hat es noch nie gegeben. Auch woanders hätte Deine Tochter Probleme gehabt, ihren Platz in der Schule zu finden.

Ich stimme Gottfried zu, dass es wirklich keine Schande ist, zurückzukehren, wenn es einfach nicht hinhaut. Aber wenn du schon nach ein oder zwei Monaten die Sachen packst, wird die Zeit in Schweden für Dich wohl immer der teuerste Unsinn bleiben, den Du in Deinem Leben gemacht hast. Natürlich wirst Du Dir irgendwann eine Grenze setzen, wo eine endgültige Entscheidung getroffen werden muss. Ein oder zwei Monate scheint mir jedenfalls (deutlich) zu kurz.

Nur in einem Punkt muss ich sagen, dass ich da nicht so mitfühle: die Distanzen. Ich weiß nicht genau, wo ihr wohnt, aber ihr wusstet sicherlich schon vorher, dass Schweden auf dem Land viel dünner besiedelt, die Infrastruktur weitmaschiger ist und die Distanzen (viel) länger sind als in Mitteleuropa. Da kannst Du nachher nicht darüber klagen, dass die Wege so weit sind.
Vielleicht habt ihr euch einfach nur für den falschen Ort entschieden. Im Umland der großen Städte gibt es auch schöne (und ruhige) Ecken, wo die Infrastruktur deutlich engmaschiger ist und sich die Probleme mit Schule und Kindergarten in der Form gar nicht stellen würden.

bjoerkebo

Re: Rückwanderung?

Beitragvon bjoerkebo » 14. Oktober 2008 16:23

hansbaer hat geschrieben:Nur in einem Punkt muss ich sagen, dass ich da nicht so mitfühle: die Distanzen. Ich weiß nicht genau, wo ihr wohnt, aber ihr wusstet sicherlich schon vorher, dass Schweden auf dem Land viel dünner besiedelt, die Infrastruktur weitmaschiger ist und die Distanzen (viel) länger sind als in Mitteleuropa. Da kannst Du nachher nicht darüber klagen, dass die Wege so weit sind.
Vielleicht habt ihr euch einfach nur für den falschen Ort entschieden. Im Umland der großen Städte gibt es auch schöne (und ruhige) Ecken, wo die Infrastruktur deutlich engmaschiger ist und sich die Probleme mit Schule und Kindergarten in der Form gar nicht stellen würden.


Daher finde ich es ganz wichtig,das man auch die Kinder miteinbezieht.Wenn du für jede Verabredung 10km fahren musst,hast irgendwann auch kein Bock mehr.
Alleinlage ist nicht immer nur von Vorteil,gerade mit Kindern.Und auch als Erwachsener tun soziale Kontakte gut.Es ist ja nicht immer nur Sommer in Schweden.

Hans

Re: Rückwanderung?

Beitragvon Hans » 14. Oktober 2008 16:34

Heimweh ist eine schwere Krankheit

Ihr habt ja noch den Weg zurück.
Es ist ja auch eine gemeinsame Sache.
Alle in der Familie müssen sich ja wohlfühlen.

Vorschlag:
Jede Woche eine Familiensitzung, wie ist jetzt die Lage.
Bis Weihnachten durchhalten und dann einen langen Aufenthalt im Heimlande.

Wie fühlen sich dann alle?
Und dann von da aus Weiterplanen.

Grüsst
H :smt006 ans
Zuletzt geändert von Hans am 14. Oktober 2008 16:36, insgesamt 2-mal geändert.

tilmann

Re: Rückwanderung?

Beitragvon tilmann » 14. Oktober 2008 16:35

Hej!
Das ist wirklich keine schöne Lage, in der Du Dich befindest. Viele haben Dir schon gute Tipps gegeben, vielleicht ist auch noch eine Idee, professionelle psychologische Hilfe zu suchen. Manchmal ist es hilfreich, wenn andere helfen, die eigenen Gedanken zu strukturieren, dadurch kommt vielleicht wieder etwas Ausgeglichenheit in Dein Leben und vielleicht sieht nicht mehr alles so traurig aus und Du erinnerst Dich vielleicht mehr daran, warum Ihr umgezogen seit. Oder Du entscheidest Dich, wieder zurückzukehren, warum nicht.
Alles Gute,
Tilmann

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Re: Rückwanderung?

Beitragvon Imrhien » 14. Oktober 2008 16:57

Hej Snickare,
ich habe gerade gelesen was Du geschrieben hast und was die anderen dazu sagen. Es tut mir sehr leid wie es Dir geht, ein wenig hat man das ja immer schon rauslesen können. Ich denke ebenso wie die anderen, dass es keine Schande ist wenn man sich eingesteht, dass es einfach nicht passt. Ich glaube jeder Mensch hat einen Platz an dem er sich wohlfühlt. Und wenn es nicht der Ort ist, dann kann man das nicht erzwingen. Manchmal kann man sich arrangieren, manchmal eben nicht.
Ich denke aber auch, dass ein Monat nicht lange ist. Mein Tipp, wenn man überhaupt einen geben kann, wäre, dass Ihr (wie Gottfried schon sagte) die Kontakte und das Hilfenetz nach Deutschland aufrecht erhalten solltet. Dann denke ich, dass es sinnvoll wäre einen Familienrat zu machen und gemeinsam zu besprechen was jeder will. Ziel des Gesprächs sollte es meiner Meinung nach sein, dass man gemeinsam eine Frist festlegt bis wann man es versuchen möchte. Solltet Ihr entscheiden in drei Wochen wieder in Österreich zu sein ist das ebenso ok wie wenn Ihr entscheidet noch ein halbes Jahr zu warten. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass der der am unglücklichsten mit der Situation ist, die Hauptstimme bekommt. Zumindest dann, wenn es eine frei wählbare Möglichkeit gibt und so klingt es ja bei Euch.
Das schwächste Glied in der Kette (also hier derjenige der am unglücklichsten ist) sollte entscheiden, denn sonst kanns genau da brechen, um mal metaphorisch zu sprechen.
Vielleicht hilft es Dir, wenn Ihr Euch eine Frist setzt. Dann weisst Du, dass keinen Druck hast. Entweder wird es besser oder Du kannst mit gutem Gewissen sagen, dass die Entscheidung richtig ist zurück zu gehen.

Abgesehen davon, ich wünsche Dir viel Kraft und erst mal viel Hilfe durch Deine Mutter. Versuch, selbst wenn es wirklich zu einem erneuten Umzug kommt, die schönen Dinge, die Euch ja mal zu einem Umzug bewegt haben, zu geniessen, dann wirds Dir nicht so lang.

Viele liebe Grüße und viel Kraft

Wiebke

Hans

Re: Rückwanderung?

Beitragvon Hans » 14. Oktober 2008 17:01

Kluge Worte Wiebke. Kluge Worte.

Grüsst
H :smt006 ans

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Re: Rückwanderung?

Beitragvon Imrhien » 14. Oktober 2008 17:03

Hans hat geschrieben:Kluge Worte Wiebke. Kluge Worte.

Grüsst
H :smt006 ans


:oops:
Danke. Hab nur geschrieben was ich denke und fühle. Kann mir vorstellen, dass das nicht einfach ist und habe selbst immer ein wenig Angst gehabt, dass es uns so gehen könnte. Schliesslich kann man sowas einfach nicht vorher wissen. Theorie und Praxis sind nicht immer gleich...

Liebe Grüße
Wiebke

nysn

Re: Rückwanderung?

Beitragvon nysn » 14. Oktober 2008 17:43

Vor kurzem habe ich "Ortsgespräch" von Florian Illies gelesen und verspürte auf einmal den Wunsch, an einem kühlen Wintertag durch die Felder der Oberrheinebene zu gehen.


hansbaer: Habe gerade auf Amazon nachgeschaut. Es scheint, als käme ich auch aus einem "Schlitz".
Fandest du das Buch gut - empfehlens-/lesenswert?

S-nina

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Re: Rückwanderung?

Beitragvon Aelve » 14. Oktober 2008 17:55

Hallo Snickare,

auch mir tut es echt leid, was Ihr jetzt durchmacht und dass es doch nicht so geworden ist in Schweden, wie Ihr Euch bei Eurer Planung erhofft hattet. Mein erster Gedanke war auch sofort, vielleicht habt Ihr Euch in Schweden eine falsche Ecke ausgesucht, wenn alles so weit entfernt ist. Ich bin nicht in Eurer Sache so sehr drinnen, aber wie war es mit einer Arbeit?
Hat Dein Mann eine Arbeitsstelle, könntet Ihr evtl. innerhalb Schwedens nochmal wechseln in eine mehr besiedelte Gegend, vielleicht sogar in ein kleines Städtchen? Ich weiß ja auch nicht, wie Ihr in Österreich gelebt habt, eher ländlich oder städtisch? Ich kann mir schon gut vorstellen, dass es sehr ungewohnt ist, wenn man von einer Stadt dann in Schweden auf eine Ortschaft mit nur einigen Häusern zieht, das ist vielleicht für Euch dann nichts. Von den Entfernungen kann ich berichten, dass wir, da wir vor über 30 Jahren von Lübeck (Großstadt) nach Reinfeld (Kleinstadt) gezogen sind, auch zunächst große Umstellungen erlebt haben. Als wir keine Kinder hatten, war das noch kein so großes Problem, da wir jeder unsere Arbeit in Lübeck hatten, aber als die Kinder dann da waren, da mußte ich dann auch laufend fahren, sei es wegen Musikunterricht für die Kinder, Termin beim Kiefernorthopäden, Augenarzt, Kinderarzt usw. Das war eben der Nachteil, dass wir eher ländlich bzw kleinschädtisch wohnen wollten. Heute wo unsere Kinder erwachsen sind, sind wir mit unserem Wohnort mehr als zufrieden - auch wenn wir (mein Mann und ich) nun wiederum lieber in Schweden sein würden. So ist es oft, dass man gerne das haben möchte, was man gerade nicht hat. Dabei muß man berücksichtigen, dass man ja gar nicht weiß, was man am anderen Ort für andere Probleme gehabt hätte, oft verklärt sich einiges, was weit entfernt liegt.
Euch nun einen Ratschlag zu geben, fällt auch mir schwer. Einerseits ist es überhaupt nicht schlimm, wenn Ihr nach einer gewissen Zeit wieder nach Österreich zurück geht, dann habt Ihr eben mal eine Auswanderung versucht, andererseits bin ich davon überzeugt, dass Ihr Euch noch eingewöhnt. Geht auf die Menschen in Schweden zu, schließt Euch Vereinen an, es gibt doch in Schweden sowas wie Landfrauenvereine. Seht Euch die Umgebung an, ladet Euch öfter Gäste ein, schaut erstmal positiv in die Zukunft. Denkt erstmal an die guten Sachen, die Schweden bietet, wie z.B. gute Luft, gesundes Klima, keine Überforderung in der Schule, Erlernen einer Sprache, Kennenlernen der schwedischen Kultur und der Sitten usw.
Versucht schwedische Gerichte zu kochen, geht doch jetzt gut, da Eure Mutter zu Besuch kommt. Ich würde auch meinen, dass Ihr noch etwas Eingewöhnzeit benötigt.

Alles Gute wünsche ich Euch und schöne Zeiten mir Eurem lieben Besuch.

Liebe Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon janaquinn » 14. Oktober 2008 18:19

Hej Snicki,

so nun nochmal in aller Ruhe und mit vernünftiger Tastatur. Ich habe mir dein erstes Posting nochmal durchgelesen, war gerade an den Wegen interessiert, die ihr täglich fahren müsst.
Und....wir haben die gleichen Wege, teilweise länger, aber nach 8 Monaten haben wir uns dran gewöhnt. Yannic hat ebenfalls einen täglichen Schulweg von 60km, mein Mann pendelt täglich sogart 160km, Lebensmittel müssen auch 30km rangefahren werden und auf einen Daggisplatz warten wir noch immer. Nun gut...es ist ebenso...für uns ist es in Ordnung, bis auf den Daggisplatz. Einen Schulwechsel für Yannic streben wir gerade mal wieder an, aber nicht nur wegen der täglichen Fahrt für ihn, haben ja einen Fahrdienst, sondern weil die neue Schule einfach besser ist.

Heimweh ist eine furchtbare Sache, weil sie unvermittelt kommt und sich schleichend entwickelt, man kann aber auch was dagegen tun. Es ist auch schlimm, dass sich die Kinder einigeln, aber habe ja schon geschrieben, nimm Kontakt zu den Foris in Orsa auf, die nehmen euch sicherlich gerne unter die Fittiche und eure Kinder haben Spielkameraden. Ein Neubeginn, noch dazu in einem neuen Land, ist niemals einfach und immer mit Tränen verbunden, aber gebt euch und auch dem Land eine Chance. Setzt euch eine Frist, von mir aus bis Weihnachten oder bis ins Frühjahr, wenn es dann immer noch schlimm ist, dann setzt der ganzen Sache ein Ende und kehrt heim nach Östereich. Aber ich weiss nicht, ob es soo gut ist, bereits nach einem Monat die Flinte ins Korn zu werfen....Probleme sind dafür gelöst zu werden und um daran zu wachsen...

LG JANA
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