Regierung will Sorgerecht ändern

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sommarida
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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon sommarida » 9. Februar 2011 08:06

Hej!

Das hört sich für mich nachteilig an, was Beatrice da einführen will. Wie soll das praktisch funktionieren, da, wie ihr ja schon festgestellt habt, die meisten Kinder eh wechselweis bei beiden Eltern wohnen. Und wo bleibt da denn die jamställdhet bei den Eltern?

Tulipa, was meinst du mit Betreuungskosten, Betreuungskosten wofür? Kindergarten?

hälsningar
Ida
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blueII
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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon blueII » 9. Februar 2011 09:07

sommarida hat geschrieben:Tulipa, was meinst du mit Betreuungskosten, Betreuungskosten wofür? Kindergarten?

hälsningar
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Die Unterhaltszahlungen in D berechnen sich aus unterschiedlichen Komponenten.
Der Betrag soll also nicht nur die laufenden Kosten des Kindes tragen (Nahrung, Kleider ect) sondern der Mutter wird sozusagen ein indirekter Betreuungsaufwand "bezahlt". Das ändert sich sobald die Kinder 18 sind, dann geht es nur noch um reinen "Unterhalt".

Die Unterhaltszahlungen in S sind meines Wissens "Verhandlungssache" und wirklich verschwindet gering. EIne alleinerziehende Mutter hat hier nichts zu lachen.
Ein Mann/Frau aus D kann kaum eine neue Familie gruenden, wenn er/sie unterhalt fuer z.b. 2 Kinder zahlen muss. Er/Sie ist das schlicht und einfach finaziell erschöpft.
Das ist in Schweden weniger das Problem.
Und wenn der Mann/die Frau selbst die 1000-2000 Kronen sparen will, wird halt das Kind wöchentlich hin und her geschoben, so muss er/sie gar nichts zahlen.

Während in D es fuer meine Begriffe sehr nachteilig fuer die Männer geregelt ist, benachteiligen die Gesetze in S sehr die Frau und natuerlich das Kind.
Schlimm genug das dieses "Lebensmodel" so ueblich in Schweden ist.

LG
Heike

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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon Tulipa » 9. Februar 2011 09:45

sommarida hat geschrieben:Tulipa, was meinst du mit Betreuungskosten, Betreuungskosten wofür? Kindergarten?


Guten Morgen,
danke für eure Antworten, habe mich wohl etwas unklar ausgedrückt.

Ich meinte die "inkomstuppgift barnomsorg", also das anzugebende Einkommen, wonach der Beitrag für dagis und fritids berechnet wird.
Ich habe gerade mal so ein Formular hergekramt: da heisst es
"räkningsmottagare" = Rechnungsempfänger, also i.d.R. ein leibliches Elternteil.
Und dann "make/maka/sambo/reg.partnerskap" = Ehemann/-Frau/Partner mit dem man zusammenwohnt/eingetragener Partner. Es geht also allein um den Bezug dieser Person zur Mutter/dem Vater des Kindes. Ob Verwandtschaft zu dem Kind besteht, scheint egal zu sein. Und nach dem zweiten leiblichen Elternteil wird gar nicht gefragt.

Ich verstehe das also so: die Kiga/Freizeitbetreungsabgaben werden anteilmässig aus den Einkommen zweier Personen berechnet die zusammen wohnen und von denen mindestens eine ein Elternteil des Kindes ist. Also entweder das der Mutter und ihres neuen Freundes oder des Vaters und seiner neuen Freundin. Oder liege ich da falsch?

LG
Tulipa
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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon Tulipa » 9. Februar 2011 09:52

blueII hat geschrieben:Die Unterhaltszahlungen in S sind meines Wissens "Verhandlungssache" und wirklich verschwindet gering. EIne alleinerziehende Mutter hat hier nichts zu lachen.
...
Und wenn der Mann/die Frau selbst die 1000-2000 Kronen sparen will, wird halt das Kind wöchentlich hin und her geschoben, so muss er/sie gar nichts zahlen.


Aber das erklärt dann doch genau die hier gängige Variante der Patchworkfamilie:
- erstaunlich schnell neue Partner, damit das Einkommen insgesamt reicht
- wechselweises Wohnen der "alten" Kinder, damit keine Geldzahlungen zwischen ehemaligen Partnern anfallen

LG
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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon sommarida » 9. Februar 2011 10:02

Hej Tulipa, hej BluII!

Nun verstehe ich besser, was mit Betreungskosten gemeint ist.
Zu den "inkomstuppgift barnomsorg" hier in S kann ich soviel sagen, weil im Freundeskreis und Kollegenkreis vorhanden, dass immer nur die leiblichen Eltern herangezogen werden. Leben diese getrennt oder sind geschieden verbringen die Kinder ja meist wechselweis ihre Zeit bei beiden Eltern. Das Einkommen eines sambos wird nicht angerechnet, jedenfalls nicht, so lange das Kind nicht adoptiert ist und somit einen anderen Status gegenüber dem Sambo bekommt.

Eine Unterhaltszahlung wie in D kennt man hier nicht, da die Kinder ja, wie gesagt, wechselweis wohnen und so beide Elternteile gleiche Kosten haben. Über zusätzliche Kosten wie für Schülerreisen, Kleider, Hobbys etc. sind die meisten Eltern in der Lage, sich zu einigen und diese Kosten so zu teilen, dass den Kindern kein Nachteil daraus entsteht.
Vielleicht hört sich das alles etwas zu positiv an, wenn ich das nun selbst lese :oops: , aber so funktioniert es in meiner Umgebung.
Ich kenne nur einen Fall von Streitigkeiten persönlich und in dem Falle hat die Mutter versucht, dem Vater das Kind zu entziehen, in dem sie in eine andere Stadt zog, ohne eine Adresse zu hinterlassen. Dieser Fall wurde via barnomsorgen geregelt in Zusammenarbeit mit einem Kurator und seit dem klappt es auch bei denen. Obwohl die Mutter ca. 250km weit weg gezogen ist, ist das Kind, heute 3 Jahre alt, wechselweis 2 Wochen beim Vater und 2 Wochen bei der Mutter, inklusive Tagesbetreuung im Kindergarten.

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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon sommarida » 9. Februar 2011 10:16

Hej Blue!
Das
blueII hat geschrieben: EIne alleinerziehende Mutter hat hier nichts zu lachen.
Während in D es fuer meine Begriffe sehr nachteilig fuer die Männer geregelt ist, benachteiligen die Gesetze in S sehr die Frau und natuerlich das Kind.
Schlimm genug das dieses "Lebensmodel" so ueblich in Schweden ist.

LG
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will ich so nicht stehen lassen. Es kommt sicher sehr darauf an, wie man es sich einrichtet, welchen Beruf man hat und was man verdient.
Unser Nachbar und seine Frau sind getrennt und ich sehe nicht, dass es der Mutter der Kinder schlechter geht als dem Vater oder umgekehrt. Sie ist immer noch allein (ohne sambo) hat inzwischen aber ein Haus gekauft, hergerichtet und fährt auch jährlich mit den Kindern in Urlaub. Er hat inzwischen eine sambo, lebt weiterhin in seinem Haus und fährt einmal im Jahr in Urlaub. Den Kindern geht es hier wie dort sehr gut, sie haben keine Nachteile.Die Kommunikation zwischen den Eltern ist problemfrei. Da die Kinder zu den Freunden unserer Kinder gehören, traue ich mich, das zu beurteilen.
Also entweder ist das eine Ausnahme oder es trifft zu: Wie man sich bettet, so liegt man.

hälsningar
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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon Tulipa » 9. Februar 2011 10:25

sommarida hat geschrieben:Zu den "inkomstuppgift barnomsorg" hier in S kann ich soviel sagen, weil im Freundeskreis und Kollegenkreis vorhanden, dass immer nur die leiblichen Eltern herangezogen werden. Leben diese getrennt oder sind geschieden verbringen die Kinder ja meist wechselweis ihre Zeit bei beiden Eltern. Das Einkommen eines sambos wird nicht angerechnet, jedenfalls nicht, so lange das Kind nicht adoptiert ist und somit einen anderen Status gegenüber dem Sambo bekommt.


Danke für die Erklärung, das macht ja auch Sinn.
Aber wo, bitte, geht das aus dem offiziellen Formular hervor?!
Da sträuben sich ja meine im Verwaltungsrecht geschulten Haare!

LG
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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon sommarida » 9. Februar 2011 10:38

Hej Tulipa!
Tulipa hat geschrieben:Da sträuben sich ja meine im Verwaltungsrecht geschulten Haare!

:D
Ich musste lächeln, als ich das las, verzeih :D
Aber im Formular steht ja auch:
Vårdnadshavare 2 eller sammanboende

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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon blueII » 9. Februar 2011 12:34

sommarida hat geschrieben:Hej Blue!
. Es kommt sicher sehr darauf an, wie man es sich einrichtet, welchen Beruf man hat und was man verdient.
Unser Nachbar und seine Frau sind getrennt und ich sehe nicht, dass es der Mutter der Kinder schlechter geht als dem Vater oder umgekehrt. Sie ist immer noch allein (ohne sambo) hat inzwischen aber ein Haus gekauft, hergerichtet und fährt auch jährlich mit den Kindern in Urlaub. Er hat inzwischen eine sambo, lebt weiterhin in seinem Haus und fährt einmal im Jahr in Urlaub. Den Kindern geht es hier wie dort sehr gut, sie haben keine Nachteile.Die Kommunikation zwischen den Eltern ist problemfrei. Da die Kinder zu den Freunden unserer Kinder gehören, traue ich mich, das zu beurteilen.
Also entweder ist das eine Ausnahme oder es trifft zu: Wie man sich bettet, so liegt man.

hälsningar
Ida

Natuerlich lkommt es darauf an was man verdient als Alleinerziehende.
Aber welche Durchschnittsschwedin kann sich als Alleinverdienende ein Haus leisten und in Urlaub fahren? :roll:
Ist die Durchshnittsschwedin nicht eher an der Kasse oder im Buero???
Ich will die Situation Deiner Bekannten ja nicht in Frage stellen aber was ist normal = Durchschnitt, Karrierefrau oder geringverguetete Jobs?
Selbst die schwedischen Zeitungen sprechen mittlerweile von steigender Kinderarmut präzise bei alleinerziehenden Muettern!!!

Und der Satz "wie man sich bettet,..." kann sehr schnell missverstanden werden, als "Selbstschuld??"

Zum speziellen Kinderkegeln...klar beschweren sich Kinder nicht.
Kinder sind Meister der Anpassung, und manche können diese Situation verarbeiten und manche nicht. Bei Scheidungen sind immer die Kinder die Verlierer, da sind wir uns wahrscheinlich einig. Aber ich empfinde die Situation aus Kindersicht schrecklich, jede Woche "umziehen" vielleicht gar mit Wechsel des Kindergartens. Gerade in dem Alter verkkraften die Kinder solch eine Unbeständigkeit nur schlecht und werden auffällig. Davon kann ich leider einige Beispiele aufzählen.

Ohje Tulipa, Deine Sorge kann ich verstehen :wink: . Aber soetwas wie die Duesseldorfer Tabelle samt Anhang wirst Du wohl hier umsonst suchen.

LG
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Re: Regierung will Sorgerecht ändern

Beitragvon sommarida » 9. Februar 2011 13:22

Hej blue!
blueII hat geschrieben:Natuerlich lkommt es darauf an was man verdient als Alleinerziehende.
Aber welche Durchschnittsschwedin kann sich als Alleinverdienende ein Haus leisten und in Urlaub fahren? :roll:
Ist die Durchshnittsschwedin nicht eher an der Kasse oder im Buero???
LG
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Diese Schwedin empfinde ich als Durchschnitt, genau wie ich mich als Durchschnitt empfinde. Sie arbeitet in 3 Schichten in einer Fabrik. Ich allerdings arbeite in 3 Jobbs zu unterschiedlichen Zeiten. Ein Jobb würde mich auch nicht erhalten :?

Zum Kinderkegeln (welches Wort :oops: )
Ich weiss noch nicht, was ich besser finde. Wenn Kinder den einen Elternteil nur am Wochenende sehen oder wenn sie mit beiden Elternteilen den jeweiligen Alltag erleben. Im Moment tendiere ich eher zum "schwedischen Modell des Kinderkegelns". Verhaltensauffälligkeiten bei den mir bekannten Kindern habe ich noch nicht festgestellt, aber das bedeutet ja nicht, dass es sie nicht gibt.
Und von Selbstschuld will ich auch nicht reden. Jeder Lebensabschnitt hat seine Formen und Erfahrungen.

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