Rechtsruck in Schweden? - Web-TV

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blueII
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Re: Rechtsruck in Schweden? - Web-TV

Beitragvon blueII » 6. Oktober 2010 13:16

Dietmar hat geschrieben:ich tue nichts dergleichen.
Ich hatte einen Scherz gemacht, der ganz klar als solcher gekennzeichnet war. .


nun, da sieht man entweder die unterschiedliche Auffassung von Humor
oder
vielleicht doch eher, das der ein oder andere nicht erkennt, wo ein schlechter Scherz anfängt,
da helfen dann auch keine Smilies zur "Erklärung" oder ironische Gegenfragen.

Das zur meiner Klarstellung.

Pink_Panther
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Re: Rechtsruck in Schweden? - Web-TV

Beitragvon Pink_Panther » 6. Oktober 2010 13:34

Skogstroll hat geschrieben:Man darf nicht wie viele Schweden dem Irrtum aufsitzen, die SD für eine normale und demokratische Partei zu halten. Das sind sie nicht.


Da gebe ich dir Recht. Ich denke jedoch, dass viele Schweden sie nur als ein Mittel zum Zweck sehen.

Ihr Verhältnis zum Rassismus haben sie klar gemacht, als bei der Reichtagseröffnung die Rede vom gleichen Wert aller Menschen war.


Hier gehst du - glaube ich - der schwedischen Presse auf den Leim. Wenn man die ganze Geschichte liest, dann kann man durchaus zu dem Schluß kommen, dass das ein schmutziger Coup war. Es war nicht nur vom Wert der Menschen die Rede, sondern aus von Rassismus und als Beispiel wurden die Anti-SD - Demonstationen in der Predikt genannt. Es bestand ein klarer Bezug zu den SD in der Predikt. So macht man aus dem Saulus keinen Paulus! Wohlgemerkt - ich kritisiere nicht das Ziel, sondern die Methoden!



Was mit der Demokratie passiert, wenn solche Gruppen erst einmal eine parlamentarische Mehrheit erreicht haben, dafür gibt es genug historische Beispiele. Es geht diesen Leuten nicht um die Diskussion von Einwanderung und Integration, schon deshalb nicht, weil das das Ergebnis für sie längst feststeht.
Der nächste logische kulturpolitische Schritt ist der von der Nicht-Förderung zum Verbot, und von dort ist es nur noch ein winziger Schritt zu Bücherverbrennungen, und wo Bücher brennen...



Die Gefahr ist natürlich da, deshalb haben wir ja in Deutschland die Gewaltenteilung, das Bundesverfassungsgericht, usw. Wie das in Schweden aussieht, weiss ich ehrlich gesagt nicht. Ich möchte doch darauf hinweisen, dass in vielen anderen Ländern Europas der Rechtsanteil bedeutend höher ist, ohne dass gleich wieder Konzentrationsläger gebaut werden. Ich mag rechts nicht, aber wenn ein System zu weit links liegt, dann ist die einzige Möglichkeit, es wieder in die Mitte zu bekommen, nach rechts zu ziehen, oder?

"Im Namen der Toleranz sollten wir uns die Freiheit nehmen, die Intoleranz nicht zu tolerieren." (Karl Raimund Popper)


Intoleranz gegen Intoleranz - Feuer gegen Feuer? Ich weiss nicht ....
Diskussionen und Überzeugungsarbeit würde ich gerne sehen ....



P.S.: Ach ja, vielleicht nochmal ein Lesetipp: Robert Merle, "Die geschützten Männer". Da wird sehr schön beschrieben, wie aus einer Demokratie eine Diktatur wird, nur mit Hilfe einiger weniger Gesetze, die für sich genommen sogar völlig harmlos und gerecht wirken. Demokratie ist extrem verletzlich


Werde ich mir mal zu Gemüte führen. War eine Weile her, seit ich ernsthafte deutsche Literatur gelesen habe :-)

Nichts für Ungut!

/Paul

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Re: Rechtsruck in Schweden? - Web-TV

Beitragvon Skogstroll » 6. Oktober 2010 14:08

Pink_Panther hat geschrieben:Ich möchte doch darauf hinweisen, dass in vielen anderen Ländern Europas der Rechtsanteil bedeutend höher ist, ohne dass gleich wieder Konzentrationsläger gebaut werden. Ich mag rechts nicht, aber wenn ein System zu weit links liegt, dann ist die einzige Möglichkeit, es wieder in die Mitte zu bekommen, nach rechts zu ziehen, oder?

Zunächst mal sind die Rechten zwar in mehreren europäischen Ländern recht stark geworden (nicht zuletzt in Dänemark und Norwegen), eine parlamentarische Mehrheit haben meines Wissens aber nirgends. Die Entscheidungsgewalt oder gar die Möglichkeit, eine Verfassung zu ändern, haben sie somit (noch) nicht. Abgesehen davon muss man die Demokratie nicht gleich abschaffen, um sie effektiv auszuhebeln.

Das mit rechts und links ist meiner Ansicht nach eine stark vereinfachte Sichtweise. Rechtsaussen hat seinen Ursprung nicht selten im linken Teil des "politischen Spektrums", wobei ich diese Sichtweise des Spektrums mit zwei Enden wie gesagt für grundsätzlich falsch halte.
Die Skinheads haben ihre Wurzeln in der englischen Arbeiterjugend, und selbst die NSDAP führte in ihrem Namen eher linke Terminologie. Treibt man irgendeine politische Richtung ins Extrem, finden sich "rechte" oder "linke" Diktaturen zusammen mit Monarchien in erstaunlicher Nähe zueinander wieder. Die Begriffe "Rechts" und "Links" stammen in diesem Zusammenhang einfach von der Sitzordnung im Parlament her und beschreiben kaum die Realität. Auch die schwedische Sozialdemokratie hatte samt den Gewerkschaften finstere, ausgesprochen fremdenfeindliche Perioden.

Insofern glaube ich nicht, dass man ein politisches System, von dem man glaubt, es liege zu weit links, in die Mitte bekommt, indem man rechts zieht. Dadurch entsteht kein Gleichgewicht, das System wird nur instabiler, im konkreten Fall ohne Mehrheitsverhältnisse, die eine klare politische Linie ermöglichen würden. Wenn es schon ein einfaches Modell sein soll, dann eher ein "Spektrum" mit einer funktionierenden Demokratie am einen und Extremismus jeder Coleur am anderen Ende. Zieht man am extremistischen Ende (egal, ob "links" oder "rechts"), entfernt man sich nur vom Idealpunkt.
Ich glaube auch nicht, dass viele Schweden die SD in diesem Sinne als Mittel zum Zweck sehen. Ich denke eher, dass dahinter wirklich Ansichten stehen, für die man sich eigentlich ein bisschen schämt, die aber jetzt langsam durchschimmern. Schweden mag ein liberales Land sein, aber das bedeutet keineswegs, dass die Schweden liberal sind. Ich muss nur meinen Kollegen zuhören, welche Ansichten da über Ausländer/Samen/Laestadianer/Roma/Schwule/Juden... gelegentlich ans Licht kommen. Herregud!

Aber vielleicht kann mir mal jemand erklären, warum Menschen so enorme Schwierigkeiten haben, jemanden zu akzeptieren, der nur minimal anders ist als sie selbst.

Skogstroll

P.S.: Merle war Franzose, wird also nix mit deutscher Literatur.

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Re: Rechtsruck in Schweden? - Web-TV

Beitragvon Dietmar » 6. Oktober 2010 15:19

blueII hat geschrieben:nun, da sieht man entweder die unterschiedliche Auffassung von Humor
oder vielleicht doch eher, das der ein oder andere nicht erkennt, wo ein schlechter Scherz anfängt,

Du hast ein Problem. Chatte mich dazu bitte an wenn ich online bin, oder schreib mir eine PN.
Dein Problem mit dem Admin gehört nicht in dieses Thema.

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Re: Rechtsruck in Schweden? - Web-TV

Beitragvon Pink_Panther » 6. Oktober 2010 16:03

Skogstroll hat geschrieben:
Das mit rechts und links ist meiner Ansicht nach eine stark vereinfachte Sichtweise.


Ja, ich wollte vereinfachen. Im Nachhinein merke ich jedoch, dass es nicht einmal korrekt war. Die Regierung ist ja bürgerlich - also eher noch rechts von der Mitte. Aber wie du sagtest, diese Sichtweise führt hier zu nichts. Es geht eigentlich doch um den kleinsten gemeinsamen Nenner der klassischen Parteien - die Einwanderungspolitik. Deren heiliges Kind eben.

Ich glaube auch nicht, dass viele Schweden die SD in diesem Sinne als Mittel zum Zweck sehen. Ich denke eher, dass dahinter wirklich Ansichten stehen, für die man sich eigentlich ein bisschen schämt, die aber jetzt langsam durchschimmern. Schweden mag ein liberales Land sein, aber das bedeutet keineswegs, dass die Schweden liberal sind. Ich muss nur meinen Kollegen zuhören, welche Ansichten da über Ausländer/Samen/Laestadianer/Roma/Schwule/Juden... gelegentlich ans Licht kommen. Herregud!

Aber vielleicht kann mir mal jemand erklären, warum Menschen so enorme Schwierigkeiten haben, jemanden zu akzeptieren, der nur minimal anders ist als sie selbst.

Skogstroll


Ja, den Typen Schweden kenne ich auch, ich treffe ihn täglich. Fast hätte ich gesagt, dass der auch schon vorher SD gewählt hat, aber das würde nicht stimmen. Es ist tatsächlich seit der letzten Wahl so, dass die SD für viele salonfähig geworden sind. Und dann gibt es (und ich hoffe, dass das wirklich die Mehrheit ist) solche wie mich - die SD aus reinem Protest wählen würden. Einfach um etwas zu bewirken.
Im Ernst: Warum sollten die anderen Parteien sonst etwas an dem Status Quo, der anscheinend herrscht, ändern? Ich habe kein Problem mit Einwanderern, sondern eher eines mit Politikern. Verschiedene Kulturen führen verschiedene Probleme mit sich, das ist nun einmal so. Probleme aber löst man nur durch Offenheit und Diskussion, nicht durch Manipulation, Tabuisierung und Schweigen. Nun haben sich die klassischen Parteien aber in ein Eck hineingemalt, aus dem sie nur schwer wieder herauskommen dürften. Entweder geben sie zu, dass sie Fehler gemacht haben (und geben damit den SD indirekt recht), oder sie machen weiter so, und werden sehen, dass die SD nur noch stärker werden.

Schlecht, schlecht!

Wir werden sehen, wie es weiter geht!

Grüße,

Paul

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Re: Rechtsruck in Schweden? - Web-TV

Beitragvon blueII » 6. Oktober 2010 21:41

Dietmar hat geschrieben:Du hast ein Problem. Chatte mich dazu bitte an wenn ich online bin, oder schreib mir eine PN.
Dein Problem mit dem Admin gehört nicht in dieses Thema.


Ein Problem mit Dir? Das wäre mir neu.
Ich habe zum Ausdruck gebracht, dass ich Deine gewählten Worte, fuer unangebracht halte und muss feststellen das Du dies nicht einsiehst.

Man darf also mit Hilfe der SED kleine Scherze machen.
Passt doch prima zum Thread...der Umgang mit Rechts....

Das können wir gerne so stehen lassen. 8)



Admin-Hinweis: Ich lass das mal so stehen... Und jetzt: Back to topic -- oder PN!
Zuletzt geändert von Dietmar am 6. Oktober 2010 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Admin Kommentar


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