Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

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EuraGerhard
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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon EuraGerhard » 27. März 2013 18:56

Hallo,

ich sehe das ein bisschen anders: Zunächst einmal hat Pink_Panther - wie er ja auch selbst ausdrücklich betont! - keine Fakten zusammengetragen, sondern Behauptungen aufgestellt. Ich will diese gar nicht weiter kommentieren, weil sie erstens größtenteils auf "gefühlten Beobachtungen" beruhen. Deshalb müssen sie zwar nicht weniger richtig sein, aber sie lassen sich nur sehr schwer bis gar nicht durch Fakten belegen oder falsifizieren. Und zweitens weil ich noch viel zu kurz in Schweden lebe, um dazu irgendetwas beisteuern zu können.

Aber auch ich habe den Eindruck, dass man hier in Schweden vielleicht etwas stärker als z.B. in Deutschland, oder gar den Niederlanden, dazu neigt, unbequeme Fakten, die nicht ins eigene Weltbild passen, unter den Teppich zu kehren. Wenn es diese Tendenz gibt, dann ist es immer gut, wenn jemand den Teppich mal gründlich aufschüttelt.

Wenn dies eine schwedische Neigung ist, dann verhalten sich die Schwedendemokraten in dieser Hinsicht allerdings ziemlich typisch schwedisch, denn auch ihr Teppich beult sich an einigen Stellen verdächtig auf. :wink: Nehmen wir als Beispiel mal ihr Lieblingsthema, die Einwanderung:

  1. Schweden hat zwar hinter Irland und Frankreich die dritthöchste Fruchtbarkeitsrate Europas. Vermutlich ist dieser gute Wert nicht zuletzt der schwedischen Familienpolitik zu verdanken. Aber dennoch erreicht diese mit 1,98 (2010) nicht den für einen langfristigen Bevölkerungserhalt nötigen Wert von 2,1. Und da sich inzwischen die geburtenstarken Jahrgänge vor dem "Pillenknick" langsam aus dem gebärfähigen Alter verabschieden (schnüff, ich gehöre da auch dazu :wink: ), ist hier keine nennenswerte Steigerung mehr zu erwarten. Mit anderen Worten, Fakt 1: Einwanderung ist unbedingt nötig, um die langfristige Existenz Schwedens zu sichern.
  2. Nun kann man natürlich darüber diskutieren, woher diese nötigen Einwanderer kommen sollen. Aber auch da liegen einige unliebsame Fakten unter dem Teppich. Denn auch die beiden Spitzenreiter bei der Fruchtbarkeitsrate, Irland und Frankreich, erreichen die 2,1 nicht. Alle anderen europäischen Länder liegen noch niedriger, sind also für ihr Fortbestehen in noch höherem Maße auf Einwanderung angewiesen. Selbst manche Länder am Rande Europas, die früher hohe Geburtenüberschüsse aufzuweisen hatten, wie z.B. die Türkei, sind inzwischen unter die 2,1 gerutscht und werden daher in der Zukunft als Arbeitskräftelieferant ausfallen. Fakt 2: Die notwendige Einwanderung nach Schweden wird also zum allergrößten Teil aus außereuropäischen Ländern kommen müssen.
  3. Ich arbeite in einer internationalen Firma mit Hauptsitz in Schweden. Und ich habe dabei viel mit Kollegen z.B. aus Indien, China und anderen Ländern zu tun. Viele dieser Kollegen - allesamt hervorragend ausgebildete Fachkräfte - könnten sich durchaus vorstellen, zumindest für einige Jahre mal nach Europa zu kommen. Dabei beobachten sie allerdings sehr genau, wie in den in Frage kommenden Ländern mit Ausländern umgegangen wird. Wenn es hier irgendwelche rechtsradikalen und rassistischen Umtriebe gibt, dann schreckt das ab. Aber es müssen nicht gleich Mordanschläge sein, auch rein verbale Entgleisungen werden im Ausland sehr genau registriert. Weiß man doch, dass diese früher oder später immer irgendwelche Holzköpfe zu physischen Attacken animieren. Also Fakt 3: Man kann nicht nur gegen bestimmte Ausländergruppen polemisieren. Entweder man trifft alle, oder man lässt es sein.
  4. Und schließlich gilt auch: Wenn es in einem Land für Ausländer unangenehm wird, dann sind es gerade die gut ausgebildeten, gut integrierten Fachkräfte, die als erstes gehen werden! Und der Rest bleibt. Fakt 4: Wer gegen Einwanderer polemisiert, sorgt automatisch dafür, dass bei den Einwanderern eine "Negativauslese" stattfindet.

Schließlich noch ein Kommentar dazu:
Pink_Panther hat geschrieben:Jimmie Åkesson hat vollkommen richtig erkannt, dass es in Schweden keinen Platz und keine Zukunft für rassistische Parteien gibt. Seine Nulltoleranzlinie gegen rechtsradikale in den eigenen Reihen gleicht zwar einem Drahtseilakt, aber er setzt es konsequent durch. Er scheint sich zum Ziel gemacht zu haben, die SD in eine salonfähige, wenn auch sehr konservative Partei umzuwandeln

Natürlich weiß man nicht, was in Åkessons Kopf vorgeht. Aber die Säuberungsaktionen, die er in seiner Partei durchzieht, könnten auch bedeuten, dass er der SD lediglich ein bürgerlich-demokratisches Deckmäntelchen überziehen will, um sie für die nächste Wahl aufzuhübschen. Das ist jedenfalls, was meine schwedischen Kollegen durch die Bank weg befürchten.

MfG
Gerhard

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon Pink_Panther » 29. März 2013 22:26

Hallo Gerhard,

EuraGerhard hat geschrieben:Hallo,

ich sehe das ein bisschen anders: Zunächst einmal hat Pink_Panther - wie er ja auch selbst ausdrücklich betont! - keine Fakten zusammengetragen, sondern Behauptungen aufgestellt. Ich will diese gar nicht weiter kommentieren, weil sie erstens größtenteils auf "gefühlten Beobachtungen" beruhen.




hier hast leider etwas ganz falsch verstanden! So wie Du das schreibst gibt das den Eindruck, als ob ich hier rate oder mir den größten Teil aus den Fingern sauge.
Das ist sicherlich nicht der Fall! Meine Schlussfolgerungen ergeben sich aus 13 Jahren Teilnahme an der schwedischen Gesellschaft und den schwedischen Medien - und da meine ich nicht nur Aftonbladet und Expressen. Ich kann nicht anders als sagen dass wenn du meinen Beitrag als "grösstenteils gefühlte Beobachtung" verstehst, dann hast du ihn nicht richtig gelesen.
Was ich nicht mache ist 13 Jahre Zeitunglesen mit Quellen zu belegen. Wer mich da widerlegen möchte, darf gerne selbst recherchieren und die Ergebnisse vorlegen, du aber gehst nicht einmal auf diese Punkte ein, daher kann ich deine Einwürfe hier auch nicht gelten lassen. So sind die Punkte Kriminalstatistik sowie das Unterdrücken von von Einwanderern begangenen Verbrechen in den Medien durchaus nachprüfbar - beweise mir doch bitte das Gegenteil.

[list=1][*]Schweden hat zwar hinter Irland und Frankreich die dritthöchste Fruchtbarkeitsrate Europas. Vermutlich ist dieser gute Wert nicht zuletzt der schwedischen Familienpolitik zu verdanken. Aber dennoch erreicht diese mit 1,98 (2010) nicht den für einen langfristigen Bevölkerungserhalt nötigen Wert von 2,1. Und da sich inzwischen die geburtenstarken Jahrgänge vor dem "Pillenknick" langsam aus dem gebärfähigen Alter verabschieden (schnüff, ich gehöre da auch dazu :wink: ), ist hier keine nennenswerte Steigerung mehr zu erwarten. Mit anderen Worten, Fakt 1: Einwanderung ist unbedingt nötig, um die langfristige Existenz Schwedens zu sichern.


Ein gewagter Schlussatz - wenn Schweden die dritthöchste Fruchtbarkeitrate Europas hat und dennoch nur durch Einwanderung seine langfristige Existens sichern kann - was bitte mach dann der Rest Europas? Das klingt in meinen Ohren höchst suspekt, schon mal abgesehen davon, dass in deinen Augen Einwanderung die einzige Lösung für Nachwuchsarmut ist. Wer die schwedische Gesellschaft besser kennt, weiss, dass viele schwedische Frauen einfach die Karriere dem Kinderbekommen vorziehen. Hier wäre etwas mehr Stimulans angesagt, was jedoch ein recht komplexes Thema ist, auf das ich hier jetzt nicht näher eingehen möchte. Wie man überhaupt von Arbeitskräftemangel angesichts der schon fast grausamen Jugendarbeitslosigkeit Schwedens reden kann, ist mir auch
schleierhaft.

[*]Ich arbeite in einer internationalen Firma mit Hauptsitz in Schweden. Und ich habe dabei viel mit Kollegen z.B. aus Indien, China und anderen Ländern zu tun. Viele dieser Kollegen - allesamt hervorragend ausgebildete Fachkräfte - könnten sich durchaus vorstellen, zumindest für einige Jahre mal nach Europa zu kommen. Dabei beobachten sie allerdings sehr genau, wie in den in Frage kommenden Ländern mit Ausländern umgegangen wird. Wenn es hier irgendwelche rechtsradikalen und rassistischen Umtriebe gibt, dann schreckt das ab. Aber es müssen nicht gleich Mordanschläge sein, auch rein verbale Entgleisungen werden im Ausland sehr genau registriert. Weiß man doch, dass diese früher oder später immer irgendwelche Holzköpfe zu physischen Attacken animieren. Also Fakt 3: Man kann nicht nur gegen bestimmte Ausländergruppen polemisieren. Entweder man trifft alle, oder man lässt es sein.



Auch hier hast du das ganze missverstanden: Es geht eigentlich überhaupt nicht gegen die Ausländer! Das ist zwar das, was die Gegener der SD ihnen so gerne in die Schuhe schieben, aber von
den "faulen Eiern" abgesehen (welche Jimmie Akesson ja loswerden möchte), geht es um etwas ganz anderes. Das habe ich ja auch geschrieben!
Es geht darum, dass das Thema Einwanderung - Aussmass und vor allem Art und Weise - endlich offen diskutiert werden darf. Und da schiesst man vor allem gegen die etablierten Parteien, welche
seit langer Zeit dieses Thema tabuisiert haben. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb viele so viele die SD wählen, weil die SD dieses Thema aufgreifen, während die anderen Parteien es totschweigen.

Und falls du meinst, dass es keine Probleme mit der Einwanderung in Schweden gibt, dann empfehle ich dir dringend, in einen der vielen Stadtteile Schwedens zu gehen, der von den Schweden fluchtartig verlassen wurde. Und am besten deine Kinder auch auf die entsprechende Schulen zu schicken. Selbst die Einwanderer klagen darüber, dass sie unter diesen Umständen keine Chancen haben, sich zu integrieren.
Auch weicht der typische Einwanderer in Schweden wohl erheblich von dem von dir geforderten Profil ab. Die allermeisten kommen aus Entwicklungsländern und sind schlecht ausgebildet.

Gemäß meinem Verständnis von Demokratie gehören Probleme auf den Tisch und diskutiert. Tabuisierung ist vollkommen fehl am Platze.
Und was Jimmie Åkesson vielleicht will, weiss vermutlich nur er selbst. Sicherlich ist eine Portion Vorsicht und Misstrauen hier angebracht, aber im Übrigen gilt immer noch solange nichts bewiesen ist: In dubio pro reo. Dass Åkesson ein äusserst fähiger Parteiführer ist wurde im ja sogar vom gegenerischen Lager bescheinigt. Er weiss sehr genau, dass alles zu Ende ist, wenn die SD sich als die Rassisten entpuppen, für die sie von den meisten gehalten werden.
Ein anderes Phänomen in Schweden ist, dass man aus allen Rohren auf die Rechten schießt, dabei allerdings vollkommen die Linken vergisst.
Welche Auswüchse sich die schwedischen Linken geleistet haben kann man in dem Buch "En lik i garderoben" von Lars-Arne Norborg nachlesen. Unter anderem die Greueltaten der russischen Kommunisten gutgeheissen und sich bis heute noch nicht davon distanziert. Das ist ein exellentes Beispiel von schwedischer Doppelmoral.

Möglicherweise haben wir aneinander vorbeigeredet - mir ging es in allererster Hinsicht um Aufklärungsarbeit bezüglich der Tabuisierung der Einwanderungspolitik und des Zieles der multikulturellen Gesellschaft Schwedens. Es missfällt mir die Art und Weise wie die Öffentlichkeit durch einseitige Berichterstattung in die Irre geführt wird und Diskussionen abgewürgt werden. Kritiker werden als Rassisten beschimpft und mundtot gemacht. Das alles habe ich ja bereits in meinem ersten Beitrag geschrieben. Dass es Probleme gibt, wissen alle, die seriöse schwedische Zeitungen lesen. Mehr kann und will ich nicht dazu sagen.

Falls ich Dir gegenüber etwas überdeutlich wurde Gerhard, dann bitte um Verzeihung. Es ist nicht böse gemeint, aber ich will einfach meinen ersten Beitrag nicht als einen "Ausbruch von Gefühlen" verstanden haben, sondern als Summe von Eindrücken und Studien über einen Zeitraum von 13 Jahren.

Viele Grüsse,

Paul

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 29. März 2013 23:32

@Gerhard

Nun hat Paul ja schon auf deinen Beitrag geantwortet, trotzdem möchte ich doch noch ein paar Zeilen dazu schreiben. Wie du richtig erkannt und dies auch geschrieben hast, kannst du dir aufgrund deiner kurzen Zeit hier in Schweden kein Urteil erlauben. Trotzdem ist es intressant zu lesen, wie Aussenstehende (entschuldige den Ausdruck) dieses komplexe Thema sehen. Ich selbst lebe und arbeitete ja schon sehr lange in Schweden und habe noch die Zeiten der totalen Vorherrschaft der Linken erleben duerfen. Wie Paul richtig schreibt, hat sich durch jahrelange Indoktrination der Linken der Grossteil der Bevölkerung auf den rechten Fluegel, egal ob Moderaten oder rechtsextreme Parteien "eingeschossen" und dabei "vergessen", welche "Dummheiten" sich die Linken geleistet haben. Nur am Rande erwähnt, weshalb wurde die "Ghettobildung" z.B. in Malmö oder Södertälje von den Linken so gefördert? Oder in bestimmten Vororten von Stockholm?
An diesen Problemen wird man sich noch lange die Zähne ausbeissen, ob sie denn ueberhaupt gelöst werden können. Den Arbeitskraftmangel konnte man durch diese Politik nicht lösen, möglicherweise konnte die Geburtenstatistik geschönt werden. Du schreibst: [i] Die notwendige Einwanderung nach Schweden wird also zum allergrößten Teil aus außereuropäischen Ländern kommen müssen.[/i] Das mag zum Teil wohl so sein, nur wird diese Art der Einwanderung nicht den Fachkräftebedarf decken können. Aus dem Asylbewerberlager werden auf Jahre hinaus kaum qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren sein. Man muss es so sagen wie es ist, Asylbewerber sind fuer die Gemeinschaft ein Kostenfaktor, der einem Land wie Schweden auf Dauer Probleme bereiten wird, wenn die Menge der Asylbewerber weiterhin so ansteigt. Vergleicht man die Anzahl der Asylbewerber/Einwohner die Schweden aufnimmt im Vergleich zu anderen Ländern wird man feststellen, dass Schweden ziemlich hoch oben an der Spitze steht. Die eigentliche Einwanderung ist dagegen ziemlich moderat. Wie schreibt Paul: Wie man überhaupt von Arbeitskräftemangel angesichts der schon fast grausamen Jugendarbeitslosigkeit Schwedens reden kann, ist mir auch schleierhaft.
Treffender kann man es doch garnicht beschreiben. Vielleicht lehne ich mich etwas weit vor, wenn ich die Meinung vertrete, dass wir Arbeitskrafteinwanderung eigentlich garnicht benötigen, wir haben sehr viele Arbeitslose die durch entsprechende Massnahmen den Bedarf decken könnten. Gewiss nicht in allen Bereichen, dass ist mir auch klar. Aber dass Schweden wie du schreibst: Einwanderung ist unbedingt nötig, um die langfristige Existenz Schwedens zu sichern. Einwanderung als Existenzsicherung benötigt, bezweifle ich doch sehr stark.
Einwanderung in begrenztem Masse wird auch von den SD nicht abgelehnt. Es geht vielmehr um ein anderes Problem, die Einwanderung an bestimmte Kriterien zu knuepfen. Und die Fluechtlingspolitik in geregelte Bahnen zu lenken. Und dieses Thema ist das grosse Tabuthema bei den etablierten grossen Parteien. Darueber muss ganz einfach endlich mal offen diskutiert werden duerfen ohne sofort als Rassist abgestempelt zu werden.

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon EuraGerhard » 31. März 2013 23:12

Pink_Panther hat geschrieben:So wie Du das schreibst gibt das den Eindruck, als ob ich hier rate oder mir den größten Teil aus den Fingern sauge.

Nein, diesen Eindruck will ich nicht erwecken. Ich gehe lediglich nicht darauf ein, weil ich es mangels ausreichender Erfahrung in Schweden schlicht und einfach nicht kann!

Doch schließlich sagst Du ja selbst, dass es sich um Behauptungen handelt, und zumindest in einem Fall sprichst Du selbst von "gefühlter" Beobachtung. Aber ich zweifle Deine Beobachtungen, egal ob gefühlt oder durch Fakten belegbar, auch gar nicht an. Meine folgenden Aussagen basieren dafür ausschließlich auf Fakten, und zwar auf solche Fakten, die die SD am liebsten unter den Teppich kehrt.

Pink_Panther hat geschrieben:So sind die Punkte Kriminalstatistik sowie das Unterdrücken von von Einwanderern begangenen Verbrechen in den Medien durchaus nachprüfbar - beweise mir doch bitte das Gegenteil.

Das ist aber kein guter Stil, eine unbewiesene Behauptung aufzustellen und dann von den Diskussionspartnern zu erwarten, sie zu widerlegen. Aber auch wenn die Sache mit der Kriminalstatistik stimmen mag, so verkennt bzw. ignoriert die SD doch auch hier wichtige Fakten:

Es ist sicher richtig, dass in Schweden genauso wie in anderen europä8schen Ländern etliche Leute nur deshalb einwandern, um hier Verbrechen begehen zu können. Eben die von Dir so genannten "faulen Eier". Dass die SD solche Leute gerne los wäre, ist klar. Ich auch! Nehmen wir als Beispiel mal das sog. Skimming, also das Manipulieren von Geldautomaten und Bezahlterminals zwecks Auslesen von Kartendaten und PIN mit anschließender Plünderung des Kontos. Ich nehme an, dass es in Schweden genauso ist wie in meinem bisherigen Wohnsitzland, den Niederlanden, dass nämlich diese Art des Verbrechens größtenteils von rumänischen Banden verübt wird.

Nur, wenn man jetzt ertappte Straftäter "loswerden", sprich abschieben will, sollte man Folgendes bedenken: Die Leute, die hierher kommen und hier Straftaten begehen, das sind die kleinen Fische, die Handlanger. Die Bosse sitzen zu Hause in ihrem Heimatland, wo sie viel besser von dem ergaunerten Geld in Saus und Braus leben können, und viel leichter durch Bestechung etc. sich vor Strafverfolgung schützen können. Und wenn man jetzt die kleinen Fische nach Hause schickt, dann werden erstens sofort andere nachrücken, und zweitens können die Abgeschobenen sofort wieder - z.B. in einem anderen europäischen Land - "eingesetzt" werden. Sperrt man sie hingegen in den Knast und lässt sie ihre volle Strafe absitzen, dann sind sie erstens für diese Zeit aus dem Verkehr gezogen. Und zweitens besteht ja doch die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann mal jemand "singt", z.B. um Straferleichterung zu erreichen, und seinen Boss verrät. Also Fakt 5: Abschieben von Straftätern kann kontraproduktiv sein.


Pink_Panther hat geschrieben:... wenn Schweden die dritthöchste Fruchtbarkeitrate Europas hat und dennoch nur durch Einwanderung seine langfristige Existens sichern kann - was bitte mach dann der Rest Europas? Das klingt in meinen Ohren höchst suspekt, schon mal abgesehen davon, dass in deinen Augen Einwanderung die einzige Lösung für Nachwuchsarmut ist. Wer die schwedische Gesellschaft besser kennt, weiss, dass viele schwedische Frauen einfach die Karriere dem Kinderbekommen vorziehen.

Ganz einfach, der Rest Europas steht ohne Einwanderung noch schlechter da. In keinem einzigen europäischen Land liegt die Fruchtbarkeitsrate noch über der kritischen Marke von 2,1. Und Schweden hat vermutlich nur deshalb noch eine relativ hohe Fruchtbarkeitsrate, weil es eben hier für Frauen vergleichsweise leicht ist, Karriere und Kinderkriegen miteinander zu vereinbaren. In anderen Ländern, in denen das schwerer ist, z.B. auch in Deutschland, liegt die Fruchtbarkeitsrate nochmal um einiges tiefer als in Schweden.

Wenn Du eine bessere Lösung für dieses Problem kennst als Einwanderung, dann sage es bitte. Ich weiß keine.

Pink_Panther hat geschrieben:Wie man überhaupt von Arbeitskräftemangel angesichts der schon fast grausamen Jugendarbeitslosigkeit Schwedens reden kann, ist mir auch schleierhaft.

Wenn schon, dann zitiere mich bitte richtig: Ich habe nicht von Arbeitskräftemangel gesprochen. Ich habe von Fachkräftemangel gesprochen. Und den gibt es in bestimmten Branchen schon heute. Du wirst doch wohl nicht leugnen wollen, dass es z.B. im schwedischen Gesundheitswesen einen erheblichen Fachkräftemangel gibt. Weshalb sonst werden systematisch z.B. Ärzte aus Deutschland abgeworben? Und auch meinen Job hier habe ich nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass es in meiner Branche - der medizinischen Physik - einen eklatanten Mangel an Fachleuten gibt.

Natürlich stimme ich Dir zu, die Jugendarbeitslosigkeit in Schweden ist viel zu hoch. Und mir ist natürlich schon klar, dass meine obigen Aussagen den vielen arbeitslosen Jugendlichen nichts helfen. Allerdings bin ich der Meinung: Wenn es Fachkräftemangel in bestimmten Branchen und zugleich hohe Jugendarbeitslosigkeit gibt, dann stimmt etwas mit dem Bildungssystem nicht! Mit Einwanderung hat das erst mal nichts zu tun.

Pink_Panther hat geschrieben:Es geht darum, dass das Thema Einwanderung - Aussmass und vor allem Art und Weise - endlich offen diskutiert werden darf. Und da schiesst man vor allem gegen die etablierten Parteien, welche seit langer Zeit dieses Thema tabuisiert haben. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb viele so viele die SD wählen, weil die SD dieses Thema aufgreifen, während die anderen Parteien es totschweigen.

Ich bin grundsätzlich gegen alle Denk- und Diskussionsblockaden. Wenn die SD eine solche Blockade in der schwedischen Politik durchbrochen haben, dann ist das natürlich positiv.

Pink_Panther hat geschrieben:Auch weicht der typische Einwanderer in Schweden wohl erheblich von dem von dir geforderten Profil ab. Die allermeisten kommen aus Entwicklungsländern und sind schlecht ausgebildet.

Auch hier sprechen die Fakten eine andere Sprache: Sortiert man die Einwanderer nach Schweden nach Herkunftsländern, so stellen die Iraker die größte Gruppe dar. Anschließend folgen die drei nordischen Nachbarländer, dann kommt Polen. Erst auf Platz 6 folgt das erste Entwicklungsland, nämlich Somalia.

Pink_Panther hat geschrieben:Gemäß meinem Verständnis von Demokratie gehören Probleme auf den Tisch und diskutiert. Tabuisierung ist vollkommen fehl am Platze.

Da kann ich Dir nur voll und ganz zustimmen.

Pink_Panther hat geschrieben:Ein anderes Phänomen in Schweden ist, dass man aus allen Rohren auf die Rechten schießt, dabei allerdings vollkommen die Linken vergisst.

Kann gut sein. Auch das sagen mir meine schwedischen Kollegen, dass man hier in Schweden eher dazu neigt, auf dem linken Auge blind zu sein. Das ist natürlich genauso schlimm wie der umgekehrte Fall, dessen Auswüchse wir jetzt gerade wieder in Deutschland im Zusammenhang mit dem "NSU" erleben können.

Pink_Panther hat geschrieben:Falls ich Dir gegenüber etwas überdeutlich wurde Gerhard, dann bitte um Verzeihung. Es ist nicht böse gemeint, aber ich will einfach meinen ersten Beitrag nicht als einen "Ausbruch von Gefühlen" verstanden haben, sondern als Summe von Eindrücken und Studien über einen Zeitraum von 13 Jahren.

Keine Ursache! Ich bin es gewohnt, mit meinen Meinungen häufig anzuecken und ich habe hohen Respekt vor anderen Meinungen. In einem anderen Beitrag hier im Forum habe ich ja schon mal gesagt: "Diskussion erfordert die Bereitschaft, die eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen." Das gilt auch hier und schließt mich selbst natürlich ein.

MfG
Gerhard

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon Pink_Panther » 2. April 2013 17:43

@Gerhard:

Ohne jetzt lange Textpassagen zu zitieren:
Eine Behauptung ist ja alles, was nicht durch fundierte Quellen belegt ist. Das trifft wohl auf die allermeisten Postings in allen Foren zu, sowie auch auf das was du zu diesem Thema geschrieben hast. Nur weil ich meine Statements explizit auch Behauptungen nenne, macht es diese nicht mehr oder weniger glaubwürdig als alle anderen Beiträge ohne Quellenhinweis.

Das mit dem "gefühlt":
- Einwanderer waren überrepräsentiert auf Titelseiten, Warenverpackungen und in den Medien. Statt "gerechten" 10% waren es gefühlte 20-30% Anteil an Präsenz

Ich sage es nochmal anders: Statt den 10% Präsenz, welche der Einwandererquote von 10% entsprochen hätte, waren es empfundene - geschätzte - gefühlte 30%.
Das hat mit "gefühlten Behauptungen" nichts zu tun :-). Deswegen auch der Verdacht, dass du meinen Beitrag nicht richtig gelesen hast.

Was das mit der Verbrechenstatistik betraf: Die Rede war von Gewaltverbrechen. Also Vergewaltigungen, Raubüberfälle, Mord. Und 400 % Überrepräsentation ist soweit von Gut und Böse entfernt, dass man das nicht ignorieren kann. Und - die Statistik umfasste lediglich Einwohner OHNE schwedische Staatsangehörigkeit. Hätte man das auf alle Einwohner, welche nicht gebürtige Schweden sind ausgedehnt..... nicht auszudenken. Aber das ist nur Haarspalterei, ich wollte nur auf deine Antwort antworten - deine Argumente sind zwar nachvollziehbar, aber aus oben genannten Gründen hier nicht anwendbar, da anderer Sachverhalt :-)

Zum Thema Fachkräftemangel: Hier muß ich Dir leider - bei allem Respekt - bescheinigen, dass Du Schweden einfach noch nicht gut genug kennst. Gerade das Thema Krankenschwestern oder allgemein Pflegepersonal ist ein sehr gutes Beispiel: Weisst du denn, warum da in Schweden Mangel herrscht? Ganz einfach: Weil der Verdienst so schlecht ist (oder zumindest lange Zeit war) dass ein guter Teil des Personals nun in Norwegen arbeitet. Was machen die schlauen Politiker? Sie werben, Polen, Thailänder usw. an, von denen erwartet wird, dass sie für diesen Lohn arbeiten. Was geschieht nach einigen Jahren? Natürlich arbeiten die dann auch in Norwegen. Dann holt man einfach die nächsten.
Schweden hat derzeit einen Einwanderanteil von 14%. Natürlich müssen alle Länder bei Kompetenzmangel ihre Nischen mit zugewanderten Arbeitskräften besetzen. Dazu gibt es ja das Green-Card Prinzip. Aber mal ehrlich, Gerhard: 14 % ???? Du mußt doch mal diese Grössenordnung sehen. Abgesehen dass du wohl keinem hier den Bären aufbinden kannst, dass der Grossteil dieser 14% Menschen mit einer qualifizierten Ausbildung sind? Selbst wenn, dann müßte man die Frage stellen, ob eine Nation welche um des Überlebens willen soviele qualifizierte Einwanderer braucht, wirklich überlebensfähig ist. Der nächste Gedanke wäre: Schweden ist nicht in der Lage, seinen eigenen Nachwuchs auszubilden, und holt sich den dann lieber fertigausgebildet aus Entwicklungsländern. Das klingt schon mal grotesk. Überhaupt das Prinzip - wie du es schilderst - als fortschrittliche europäische Industrienation nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte ausbilden zu können und diese dann lieber aus weniger entwickelten Ländern abzuwerben- das kann es wohl nicht sein, oder?
Für die ethnischen Anteile unter den Einwanderern hätte ich von Dir gerne eine Quelle. So wie ich dich verstehe meinst du also dass der grösste Teil der Einwanderer aus nicht-Entwicklungsländern kommen? Ausgangspunkt war ja eigentlich meine Behauptung, dass der größte Teil NICHT dem von dir geschilderten Profil des nützlichen Facharbeiters entspricht. Ich stehe hier zu meiner Behauptung.

Ich schätze wirklich, dass Du dir die Mühe gemacht hast, Zahlen zusammenzutragen, aber ich befürchte dass das Bild, welches du hier malen möchtest, nicht der Wirklichkeit entspricht.

Viele Grüße,

Paul

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 2. April 2013 20:39

Erstmal Links mit einigen Zahlen:

http://www.migrationsverket.se/info/2552.html
http://www.migrationsinfo.se/migration/sverige/
http://rod.se/rekordstor-invandring-till-sverige

Ein wenig Zahlenakrobatik:
111000 Personen erhielten Aufenthalts oder Arbeitstillstånd 2012
ca 44000 Personen suchten Asyl, davon die meisten aus Syrien,Somalia,Afganistan
ca 41000 Personen sind Angehörige zu Personen die bereits in Schweden leben.
ca 17000 Personen kamen um hier zu arbeiten
Das bedeutet, dass ca 85000 Personen dem Arbeitsmarkt in vielleicht 5 Jahren zur Verfuegung stehen. Das bedeutet aber auch, dass wir diese 85000 Personen mindestens 5 Jahre versorgen und ausbilden muessen. Und jedes Jahr kommen nochmals mind.ca 50000 neue Personen hinzu.

Rechnet man nur nach den Sätzen des Migrationsverkes kostet nur die Versorgung dieser Personen ca. 11,5 Millj kr. Hinzu kommen noch die Kosten fuer wohnen, Kleidung, Ausbildung usw. Nach Ausrechnungen von Prof. Jan Ekberg kostet die Einwanderungs und Asylpolitik dem schwed. Steuerzahler 30-40 milijarden kronen pro Jahr. Prof.Ekberg gehört meines Wissens nach NICHT dem rechten politischem Spektrum an, wer mehr ueber ihn wissen möchte sollte mal googeln.
Da seit den 90er Jahren die Arbeitskrafteinwanderung mit einem positivem Nettoeffekt fuer den öffentlichen Sektor in eine Fluechtlings und Angehörigen Einwanderung umgeschlagen ist, liegt der Nettoeffekt im negativem Bereich mit steigender Tendenz.

Ist es da verwunderlich, dass die SD versuchen angesichts dieser Tatsachen eine Diskussion anzustossen?

EuraGerhard
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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon EuraGerhard » 3. April 2013 08:53

Hallo nochmal,

selbstverständlich kann ich alle meine Behauptungen durch Quellen belegen.

Pink_Panther hat geschrieben:Die Rede war von Gewaltverbrechen. Also Vergewaltigungen, Raubüberfälle, Mord. Und 400 % Überrepräsentation ist soweit von Gut und Böse entfernt, dass man das nicht ignorieren kann. Und - die Statistik umfasste lediglich Einwohner OHNE schwedische Staatsangehörigkeit.

Dafür hätte ich gerne eine Quelle.

Pink_Panther hat geschrieben:Zum Thema Fachkräftemangel: Hier muß ich Dir leider - bei allem Respekt - bescheinigen, dass Du Schweden einfach noch nicht gut genug kennst. Gerade das Thema Krankenschwestern oder allgemein Pflegepersonal ist ein sehr gutes Beispiel: Weisst du denn, warum da in Schweden Mangel herrscht? Ganz einfach: Weil der Verdienst so schlecht ist (oder zumindest lange Zeit war) dass ein guter Teil des Personals nun in Norwegen arbeitet.

Das mag schon sein. Aber selbst wenn man jetzt in Schweden das Gehalt für das Pflegepersonal so weit erhöhen würde, dass all das nach Norwegen ausgewanderte Personal wieder zurückkäme, dann hätten halt die Norweger einen Mangel und müssten diesen durch Anwerben ausländischer Arbeitskräfte wieder auffüllen.

Und zumindest bei Ärzten ist es tatsächlich so, dass z.B. in Deutschland gezielt abgeworben wird. Und einen deutschen Arzt, noch dazu einen mit abgeschlossener Facharztausbildung, wird man kaum mit einem Mickergehalt nach Schweden locken können, selbst wenn man ihm als Ausgleich ein rotes Holzhaus im Grünen anbietet.

Pink_Panther hat geschrieben:Schweden hat derzeit einen Einwanderanteil von 14%.

Die 14% sind aber nicht allen Einwanderer, sondern Einwohner Schwedens die nicht in Schweden geboren sind. Darunter befindet sich ein erheblicher Anteil im Ausland geborener schwedischer Staatsbürger. Wenn Du die bei allen weiteren Betrachtungen mitzählen willst, dann kommen sämtliche Asylbewerber, Flüchtlinge etc. nur unter Ferner Liefen. Der tatsächliche Anteil an Ausländern in Schweden liegt bei ca. 7% und damit ungefähr beim europäischen Durchschnitt. Quelle siehe z.B. hier. Von diesen Ausländern sind ungefähr die Hälfte Bürger anderer EU-Länder.

Pink_Panther hat geschrieben:Für die ethnischen Anteile unter den Einwanderern hätte ich von Dir gerne eine Quelle. So wie ich dich verstehe meinst du also dass der grösste Teil der Einwanderer aus nicht-Entwicklungsländern kommen?

Gerne: Klick mich!

Und genau das meine ich! Zugegeben, diese Zahlen von 2012 habe ich - dank der Links von G.F. - erst jetzt gefunden. Meine Zahlen waren noch von 2010, und damals standen tatsächlich die Iraker an der Spitze der nicht-schwedischen Einwanderer. Lassen wir die schwedischen "Rückwanderer" wie gesagt weg, so stehen zwar jetzt zwei "Entwicklungsländer", Afghanistan und Somalia, auf den Plätzen zwei und drei, in der Summe aber haben entwickelte Länder wie Syrien, Polen, Irak, China, Finnland etc. immer noch bei weitem die Nase vorn.

Pink_Panther hat geschrieben:Ausgangspunkt war ja eigentlich meine Behauptung, dass der größte Teil NICHT dem von dir geschilderten Profil des nützlichen Facharbeiters entspricht. Ich stehe hier zu meiner Behauptung.

Das mag so sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Fruchtbarkeitsrate in Schweden ebenso wie in allen anderen europäischen Ländern nicht ausreicht, um die Bevölkerungszahl langfristig zu halten. Ohne "Netto-Einwanderung" (= Anzahl der Ein- minus Anzahl der Auswanderer) würde also in allen europäischen Ländern, auch in Schweden, die Bevölkerung heute schon schrumpfen. Und in manchen Ländern, z.B. auch in Deutschland seit etwa 2008, tut sie das auch.

Pink_Panther hat geschrieben:Ich schätze wirklich, dass Du dir die Mühe gemacht hast, Zahlen zusammenzutragen, aber ich befürchte dass das Bild, welches du hier malen möchtest, nicht der Wirklichkeit entspricht.

Ich male keine Bilder, ich trage lediglich Fakten zusammen. Und zwar die Fakten, die die SJ offensichtlich unter den Teppich kehrt, wohl weil sie ihr nicht ins politische Konzept passen. Womit ich von den ganzen Zahlenspielereien zurück zu meiner Ausgangsthese komme, nur etwas anders formuliert: Wenn es in der schwedischen Politik dazugehört, unangenehme Tatsachen unter den Teppich zu kehren, dann ist die SJ in dieser Hinsicht eine "ganz normale" schwedische Partei.

MfG
Gerhard

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Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 3. April 2013 20:37

@Gerhard

Eine Statistik ueber den Anteil von nichtschwedischen Personen bei Gewaltverbrechen wird schwer zu finden sein. Schon allein aus dem Grunde, dass verurteilte Gewaltverbrecher nach inkrafttreten des Urteils nicht mehr statistisch nach ihren etnischen Ursprung erfasst werden duerfen.
(Vad som får registeras i systemen regleras i lagen "Lag om behandling av personuppgifter i Kriminalvården" (2001:617). I denna lag står;
"5 §
Uppgifter om en person får inte behandlas enbart på grund av vad som är känt om personens ras eller etniska ursprung, politiska åsikter, religiösa eller filosofiska övertygelse, medlemskap i fackförening, hälsa eller sexualliv.
Om uppgifter om en person behandlas på annan grund får uppgifterna kompletteras med sådana uppgifter som avses i första stycket, om det är absolut nödvändigt för syftet med behandlingen.
Personuppgifter enligt första stycket får inte användas som sökbegrepp om inte regeringen har föreskrivit det. Sådana föreskrifter får meddelas endast för det ändamål som anges i 3 § första stycket 3. Lag (2008:577).")
Es gibt aber einen intressanten Artilkel von Jan Guillou, zwar schon eines älteren datums, aber trotzdem intressant. http://wwwc.aftonbladet.se/nyheter/guil ... llou6.html

Fachkräftemangel: Weshalb kommen deutsche Ärzte nach Schweden? Nicht nur wegen des Gehaltes, denn dass ist in Schweden auch fuer einen Arzt nicht gerade berauschend. Aber die Arbeitszeit/Bezahlung ist wohl der grösste Anreiz, bezahlte Ueberstunden usw., weniger Stress, weniger Patienten mm. Da liegst du also nicht gerade richtig mit deiner Vermutung. Bei den Krankenschwestern ist dass Gehalt das grösste Manko, allerdings ist die Rekrutierung von ausgebildeten Krankenschwestern aus dem Ausland nicht gerade einfach, weil sich in der Ausbildung zuviel unterscheidet. Aber was hat der event. norwegische Mangel an Personal mit unserem Problem zu tun?

Egal ob ein Einwanderer die schwedische Staatsbuergerschaft hat, er bleibt statistisch immer ein Einwanderer. Und somit ist der Anteil der Einwanderer nach wie vor 14%. Wenn man die "entwickelten" Länder lt deiner Auffassung zusamenrechnet so komme ich auf eine Zahl von 25000Personen, die Summe der Einwanderer, Asylbewerber etc liegt aber bei 80000 (ich habe die schwed. Einwanderer weggelassen. 55000 gegen 25000, nach meiner Rechnung liegst du da mit deiner Annahme absolut verkehrt.

Ich weiss nicht, weshalb du immer mit der "Fruchtbarkeitsrate"kommst, die ist doch vollkommen unerheblich. Das Problem liegt doch auf einem ganz anderen Plan. Was nuetzt uns denn eine höhere Fruchtbarkeitsrate, wenn fuer die heranwachsende Generation die Arbeitsplätze immer weniger werden.

Ich nehme an, dass du mit SJ die Sverigedemokraten meinst, also SD, oder? Nur muss ich dir widersprechen, von den Fakten, von denen du sprichst ist die SD weit davon entfernt diese unter den Teppich zu kehren. Ueber das politische Konzept der SD haben wir ja schon diskutiert, nämlich die grossen Parteien zur Diskussion ueber die verfehlte Einwanderungs und Asylpolitik zu bringen. Ich glaube auch dass mit unserer Diskussion hier klargeworden ist, dass gerade die grossen Parteien lieber ein Problem unter den Teppich kehren als sich damit auseinanderzusetzen.

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Beitragvon EuraGerhard » 4. April 2013 10:44

Hallo!

GF.Skaraborg hat geschrieben:Es gibt aber einen intressanten Artilkel von Jan Guillou, zwar schon eines älteren datums, aber trotzdem intressant. http://wwwc.aftonbladet.se/nyheter/guil ... llou6.html

Ich werde noch etwas Zeit brauchen, mir diesen Artikel vollständig zu Gemüte zu führen. Trotzdem ist mir gleich beim Überfliegen im zweiten Absatz schon ein Fehlschluss aufgefallen: Aus der Tatsache, dass 82% aller Straftaten in Schweden von Schweden begangen werden, schließt er, dass 18% von Einwanderern begangen werden, und vergleicht diese Quote mit dem Anteil der Einwanderer an der Gesamtbevölkerung. Er vernachlässigt dabei, dass ein nicht unerheblicher Teil der Straftaten auch in Schweden von reisenden Straftätern begangen wird, die entweder als "Touristen" oder vollständig illegal einreisen und somit in der Einwandererstatistik nicht erfasst werden! Europaweit sind solche mobilen Banden mittlerweile für einen erheblichen Teil der Wohnungseinbrüche, für den allergrößten Teil des sog. "Skimming" (Manipulation von Geldautomaten zwecks Abgreifen von Kartendaten und PIN), und für zahlreiche andere Straftaten bis hin zum Raubmord verantwortlich. (Natürlich handelt es sich dabei im eigentlichen Sinne auch um "Einwanderer", aber weil sie eben in der Statistik nicht erfasst sind, ist es falsch, diesen Anteil der Straftaten den registrierten Einwanderern in die Schuhe zu schieben.)

Und selbst wenn man diesen Fehler ignoriert, so kommt man nie und nimmer auf eine Überrepräsentanz von 400%, wie von Pink_Panther behauptet. Sondern gerade mal 50%. Wobei der Artikel auch von einem Einwandereranteil von 12% und nicht 14% an der Gesamtbevölkerung ausgeht. Berücksichtigt man die reisenden Straftäter, so dürfte die Überrepräsentanz auf wenige Prozent zusammenschrumpfen.

GF.Skaraborg hat geschrieben:Fachkräftemangel: Weshalb kommen deutsche Ärzte nach Schweden?

Die Frage ist nicht so sehr, weshalb sie kommen, sondern weshalb sie gezielt im Ausland angeworben werden. Die Antwort ist ganz einfach: Weil es in Schweden nicht genug Ärzte gibt! Gleiches gilt für meine Branche, die Physik: Es gibt einfach nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte, um alle offenen Stellen zu besetzen. Das nenne ich Fachkräftemangel.

Derzeit betrifft der Fachkräftemangel in Schweden tatsächlich (noch!) nur wenige, hochqualifizierte Berufe. Aber das wird sich ändern! Die letzten geburtenstarken Jahrgänge vor dem "Pillenknick" werden in ungefähr 20, Jahren den Arbeitsmarkt verlassen haben. Spätestens dann wird der Fachkräftemangel ein branchenübergreifendes Problem sein. Und da wir uns ja alle einig darüber sind, dass die Ausbildung von Fachkräften nicht von heute auf morgen geht, muss man jetzt schon damit anfangen, sich auf die Situation in 20 Jahren vorzubereiten.

Natürlich liegt es nicht nur an der Fruchtbarkeitsrate. Auch das Bildungssystem ist mitverantwortlich, wenn es in bestimmten Branchen zu wenig Fachkräfte gibt. Insbesondere dann, wenn es gleichzeitig Arbeitslosigkeit in anderen Branchen gibt. Und sicherlich lässt sich durch Umschulung einiges erreichen. Aber man wird wohl nur sehr selten einen arbeitslosen Frisör zu einem Arzt umschulen können.

GF.Skaraborg hat geschrieben:Egal ob ein Einwanderer die schwedische Staatsbuergerschaft hat, er bleibt statistisch immer ein Einwanderer. Und somit ist der Anteil der Einwanderer nach wie vor 14%.

Gut, wenn Du ein Kind zweier schwedischer Staatsbürger, das während eines vorübergehenden Auslandsaufenthaltes der Eltern geboren wurde, als Einwanderer zählen willst, dann sei dem so. Dann müssen aber auch die Quoten der Einwanderer aus Entwicklungsländern auf diese 14% der Gesamtbevölkerung bezogen werden. Tut man das, so haben die derzeit in Schweden lebenden Einwanderer aus "Entwicklungsländern" einen Anteil von etwa 10% an der Anzahl aller Einwanderer. (Quelle)

GF.Skaraborg hat geschrieben:Wenn man die "entwickelten" Länder lt deiner Auffassung zusamenrechnet so komme ich auf eine Zahl von 25000Personen, die Summe der Einwanderer, Asylbewerber etc liegt aber bei 80000 (ich habe die schwed. Einwanderer weggelassen. 55000 gegen 25000, nach meiner Rechnung liegst du da mit deiner Annahme absolut verkehrt.

Du vergisst dabei aber, dass sich unter den "sonstigen" Ländern auch zahlreiche entwickelte Länder wie z.B. Deutschland, die USA oder Frankreich befinden. Wenn Du die alle den Entwicklungsländern zuschlägst, dann kommt natürlich Unsinn raus.

Schaut man sich die Einwanderer an, die während 2012 ins Land gekommen sind, sortiert nach Staatsbürgerschaft, so waren dies 2012 insgesamt rund 103000 Personen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und dies nach "entwickelten" und "Entwicklungsländern auseinanderklamüsert, wobei ich lediglich die Länder weggelassen habe, aus denen weniger als 10 Personen eingewandert waren. Das ist das Ergebnis:

102929 Einwanderer insgesamt (einschließlich schwedische Staatsbürger, siehe oben)
84630 davon aus entwickelten Ländern
18299 aus Entwicklungsländern

Mithin hatten die Entwicklungsländer 2012 einen Anteil von rund 18% an der gesamten Einwanderung, also weit weniger als die Hälfte. Dabei war ich bei der Auswahl der "Entwicklungsländer" eher großzügig und habe z.B. sämtliche staatenlosen Einwanderer pauschal den Entwicklungsländern zugeschlagen. Und selbst wenn man die schwedischen Staatsbürger doch herausrechnet, obwohl Pink_Panther und Du sie ja ausdrücklich drinhaben will, dann kommt man lediglich auf 22% aus Entwicklungsländern.

GF.Skaraborg hat geschrieben:Ich weiss nicht, weshalb du immer mit der "Fruchtbarkeitsrate"kommst, die ist doch vollkommen unerheblich.

Die Fruchtbarkeitsrate gibt an, wie sich die Bevölkerung ohne Ein- und Auswanderung entwickelt. Sie ist daher sogar extrem wichtig, zumindest auf längere Sicht. (Gut, Politiker denken oft nur kurzfristig, bis zum nächsten Wahltermin. Da mag das dann weniger wichtig erscheinen.) Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau druchschnittlich in ihrem Leben auf die Welt bringt. Damit die Bevölkerungszahl (wie gesagt ohne Ein- und Auswanderung) nicht schrumpft, muss diese in hoch entwickelten Ländern mit geringer Säuglingssterblichkeit mindestens bei 2,1 liegen. (Der Wert muss etwas über 2,0 liegen, weil immer einige Mädchen z.B. durch Unfälle vor dem Erreichen der Gebährfähigkeit sterben, und weil das Geschlechterverhältnis bei der Geburt nicht ganz ausgeglichen ist.) Das bedeutet: Liegt die Fruchtbarkeitsrate in einem Land unter 2,1, so kann die Bevölkerungszahl nur durch Netto-Einwanderung langfristig konstant gehalten werden. (Netto-Einwanderung = Anzahl der Einwanderer minus Anzahl der Auswanderer)

In allen, aber auch wirklich allen europäischen Ländern liegt die Fruchtbarkeitsrate inzwischen unter 2,1, und zwar zum Teil deutlich. Alle europäischen Länder sind also auf Netto-Einwanderung angewiesen, wenn sie ihre Bevölkerungszahl konstant halten wollen. Folglich muss die zum Bevölkerungserhalt nötige Einwanderung aus außereuropäischen Ländern kommen.

Schweden ist hier mit einer Fruchtbarkeitsrate von 1,98 (2010) noch relativ gut dran, wohl nicht zuletzt dank der sehr familienfreundlichen Politik. Aber eben nur relativ. In manch anderem Land, z.B. auch in Deutschland seit etwa 2008, schrumpft die Gesamt-Bevölkerungszahl inzwischen tatsächlich, weil es nicht (mehr) genug Netto-Einwanderung gibt um das Geburtendefizit auszugleichen.

MfG
Gerhard

P.S: Mit "SJ" meinte ich tatsächlich "SD".

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 4. April 2013 19:10

Der Artikel von Jan Guillou ist ja, wie ich darauf hingewiesenhabe, älteren Datums, allerdings haben sich die Verhältnisse nicht so sehr verändert. Deine Schlussfolgerungen sind allerdings etwas voreilig, denn in der Statistik tauchen nur abgeschlossene Fälle auf. Dein Argument mit Straftätern, die als Urlauber oder illegal eingereisten Straftaten begehen, kannst du deshalb nicht mit heranziehen.
Je nach dem wie man sich die Statistik ansieht wird man immer auf eine Ueberrepräsentanz stossen, ob diese nun bei 400% oder 50% liegt, ist dabei eigentlich unerheblich. Vielleicht wird Paul seine Prozentzahl noch erläutern. Ziemlich sicher ist aber, dass ca 75% der Insassen in schwedischen Gefängnissen in der Kategorie Gewaltverbrechen Personen mit Einwandererhintergrund ausmachen. Dass es darueber keine offizielle Statistik gibt, habe ich bereits erläutert, aber die Quellen die diese Zahlen zur Diskussion bringen, wurede ich doch als ziemlich verlässlich bezeichnen.

Dass in einigen spezialisierten Bereichen Fachkräfte fehlen, ist nicht erst seit gestern so. Und es wird auch kaum eine Lösung zu finden sein. Schweden ist in diesem Bereich nicht allein, die Jagd auf Spezialisten wird in allen Industriländern betrieben. Dass auf die Fruchtbarkeitsrate zu schieben finde ich eine gewagte Hypothese. Meiner Meinung nach liegt es an der Ausbildung, da haben wohl alle Industrieländer geschlafen. Eine Veränderung der Migrationspolitik könnte theoretisch diesem Problem abhelfen. Man setze nur die Quote der Asylsuchenden um 25% jährlich herab so wuerden die Ausgaben fuer um fast 50% sinken. Nimmt man diese freigewordenen 15-20miljarden und verwendet sie im Bildungsbereich, wäre schon sehr viel gewonnen. Sicherlich eine etwas gewagte Hypothese, aber so denken viele Schweden. Nur wagt keine der grossen Parteien solch ein Thema zu diskutieren.

Nochmals zu deiner Ansicht "Fruchtbarkeitsrate". Weshalb muessen wir die Einwohnerzahl konstant halten? Dass ist doch am Ende eine Milchmädchenrechnung. Bei einem schrumpfenden Arbeitsmarkt hat doch eine Erhöhung oder zumindest ein 0-Zuwachs einen gegenteiligen Effekt. Immer weniger arbeitene Personen muessen einen immer grösseren nichtarbeitenden Personenkreis versorgen. Wie soll dass auf Dauer gehen?

Aber um jetzt nicht zu sehr offtopic zu gehen, die eigentliche Diskussion geht um das Verhalten der SD. Meine Meinung dazu habe ich bereits mehrfach geäussert, die Probleme die wir hier diskutieren wäre eine Angelegenheit der grossen Parteien dies zu tun, diskutieren und nicht schweigen. Deshalb finde ich das agieren der SD nicht als Manko sondern als Versuch, mit einer einigermassen "stubenreinen" Partei die grossen Parteien zu einer Diskussion herauszufordern.


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