Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

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Eipoksolok

Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon Eipoksolok » 19. März 2013 10:09

Nichts anderes war zu erwarten.

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 19. März 2013 11:06

Erst ein Thema anstossen und sich dann ganz schnell verdruecken! :haeh: Gibt Wiki nicht mehr her ????

Eipoksolok

Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon Eipoksolok » 23. März 2013 04:10

filainu hat geschrieben:... Ich denke die Menschen die SD wählen wissen ganz genau was sie tun


Das befürchte ich mal: leider nein.

Menschen die rechts wählen, erhoffen sich einfache Lösungen für komplexe Probleme. Nur wird die Komplexität vieler Probleme nicht so leicht erkannt. Das machen sich die populistischen Parteien zu Nutze. Nicht nur in Schweden.

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 23. März 2013 11:23

Der Unterschied fuer diese Auffassung liegt vermutlich darin begruendet, dass jemand eben nicht dauerhaft hier wohnt und deshalb sich auch kaum ein Urteil ueber die Meinung der Leute, die hier wählen, machen kann. Spricht man mit Bekannten und Freunden, deren politische Auffassung bekannt ist, so kann man zu dem Schluss kommen, dass diese sehr genau wissen, weshalb sie jetzt SD statt z.B links wählen. Wenn man sieht, wie sich die linken und die buergerlichen Parteien in ihren Programmen starr verhalten, wundert man sich nicht, dass viele sich aus Protest, nicht aus Ueberzeugung!, an eine Partei wenden, die möglicherweise die Volksparteien aus ihrer Lethargie wecken könnte. Man hat es ja schon vor Jahren gesehen, wie sich viele aus Protest verhalten haben, "Greven och Betjänten" duerften wohl noch gut in Erinnerung sein. Wer ueber Jahrzehnte mit der Politik hier gelebt hat sieht die Probleme hier mit anderen Augen. Rassismus ist hier in Schweden keine Domäne der Rechten, Rassismus zieht sich hier durch alle politischen Lager. Auch wenn dies heftig bestritten wird.

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon HeikeBlekinge » 23. März 2013 12:39

GF geschrieben:
Um es konkret zu sagen, deine Kommentare zu diesem ernsten Thema sind wie viele andere deiner Kommentare in diesem Forum so ueberfluessig wie ein Kropf. Zu allem eine flashige Meinung zu äussern kann natuerlich sein eigenes Ego stärken, aber profilieren sieht anders aus.


Was oder wer ein ueberfluessiger Kropf ist, solltest nicht DU bestimmen, GF.
Deine agressiven Äusserungen erinnern mich an einige Vorkommnisse in einem anderen Forum.
Bitte reiss dich hier mehr zusammen, bevor es zu einer Wiederholung kommt bei der du mit dem Ergebnis sicher abermals nicht gluecklich wirst. Und denke dran, das du hier keine grosse Lobby hinter dir hast.
Wenn du diskutieren willst, halte dich auch an die allgemein gueltigen Regeln einer Diskussion. Hier findet man dazu etwas:
http://www.ethik-werkstatt.de/Diskussionsregeln.htm
Und bevor du jetzt mich anmachst:
Das war ein ehrlicher, gutgemeinter Rat!

Rassismus zieht sich hier durch alle politischen Lager. Auch wenn dies heftig bestritten wird.


Rassismus zieht sich nicht nur durch alle politischen Lager, sondern vielmehr auch durch die ganze schwedische Gesellschaft.
... was diese natuerlich auch vehement abstreitet.

Schon seltsam in einem Land, welches fuer Diskriminierungen aller Art die besten Gesetze zum Schutze Diskriminierter hat.
Wobei, liest man sich die Internetseite des Diskriminierungsombudsmannes durch, haben Diskriminierte nur dann eine Chance gegen etwas vorzugehen, wenn sie im öffentlichen Bereich diskriminiert wurden.
Äussert sich z.B. ein Nachbar abfällig uber Herkunft, Hautfarbe oder anderes, geschieht nichts!

lg
Heike
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>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 23. März 2013 13:44

@Heike

Natuerlich nehme ich gute Ratschläge auch von dir an, da haben wir etwas gemeinsam, wir richten uns ja beide nach den Ratschlägen anderer. Bisher habe ich mich ja vermutlich an die allgemein gueltigen Regelnin diesem Forum gehalten und werde dies auch in Zukunft so halten, denn bisher hat Dietmar wohl an meinen Beiträgen nichts auszusetzen gehabt, auf jeden Fall ist mir nichts gegenteiliges bekannt. Du bemängelst einen Kommentar von mir gegenueber E., dieser richtete sich alleinig gegen ihn, ist also kein Diskussionsbeitrag. Sondern allein meine Meinung ihm gegenueber die ich auch vertreten kann, genauso wie du deine Meinung ueber mich äusserst. Ob meine Äusserung agressiv ist, ueberlasse ich dem Forumsbetreiber zur Beurteilung, deine versteckten Anspielungen sind allerdings lächerlich. Ich bin in der gluecklichen Lage, auch ohne Lobby auszukommen und meine Diskussionen und Meinungen darzustellen und auch dazu zu stehen. Ich hoffe dass du dieses OT nicht als Anmache auffasst, sondern als dass was es ist, eine Klarstellung und Aufforderung, doch die Beurteilung meiner Beiträge der Forumsleitung zu ueberlassen.

Zu deinem Themenbeitrag gibt es nichts hinzuzufuegen, es beschreibt die Lage in der Gesellschaft treffend. Vielleicht könnte man eine Ursache dafuer in der Vergangenheit finden, aber dass wäre schon wieder einen eigenen Thread wert.

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon Pink_Panther » 25. März 2013 12:16

Hallo.

Ich sehe mich genötigt, G.F. hier etwas Schützenhilfe zu leisten, zumal es um ein Thema geht, welches mich seit eh und je hier in Schweden beschäftigt hat.

Ich stelle hier einfach mal ein paar Behauptungen auf, jeder kann für sich selbst prüfen, ob diese plausibel erscheinen, oder noch besser: Selbst recherchieren! Aber bitte andere Quellen als die schwedische Wikipediaseite.

- Schwedische Politiker haben sich irgendwann einmal Einwanderung und die mulitkulturelle Gesellschaft als oberste Ziele gesetzt. Eine moderne Vorzeigegesellschaft für den Rest der Welt. Da Schweden einen gewissen Geltungs- und Missionierungsbedarf in der Aussenpolitik hat, kann ich mir vorstellen, dass ein Nebenziel die Stärkung der eigenen Position durch Bevölkerungszuwachs war (Platz war ja vorhanden).

Sofort nachdem ich 1999 nach Schweden kam, fielen mir einige Dinge auf:
- Einwanderer waren überrepräsentiert auf Titelseiten, Warenverpackungen und in den Medien. Statt "gerechten" 10% waren es gefühlte 20-30% Anteil an Präsenz. Das Ganze wirkte forciert auf mich, unnatürlich auf jeden Fall.

- Einwanderer tauchten nie als Verbrecher in den Medien auf. Es schien ok, Russen, Polen, Deutsche, Franzosen, usw mit ihrem Herkunftsland als Verbrecher zu nennen, aber niemals Personen, welche aus den typischen Einwanderungsländern stammen. Da fühlte ich mich manipuliert. Entweder alle oder keiner, so war ich es gewohnt.

- Ein Schwede sagte mir, dass Einwanderer mit ca. 400% als Gewaltverbrecher überrepräsentiert seien. Tatsächlich fand ich bei der statistischen Behörde in Schweden eine Statistik, welche dieses bestätigte.
Ich habe erst vor einiger Zeit aus Neugier im Netz recherchiert und bin auf etliche Berichte gestossen, welche genau dieses aufgreifen: Es wurden von staatlicher Stelle etliche Untersuchungen angestellt (welche vermutlich das Gegenteil beweisen sollten), aber dann wieder abgewürgt, als das Resultat allzu deutlich wurde.

- Kritik an der Einwanderungspolitik und an dem Ziel der multikulturellen Gesellschaft wurde noch bis vor wenigen Jahren (bevor die Schwedendemokraten durch ihre Erfolge eine Öffnung in dieser Frage erzwangen) rigoros mit der Nazi-/Rassistenkeule totgeprügelt. Vielleicht erinnert sich jemand noch an den Versuch der Folkpartiet, einen Sprachtest als Vorbedingung zur Erlangung der schwedischen Staatsangehörigkeit zu erlangen. Lars Leonborg wurde damals fast als Rassist gesteinigt. Das ist übrigens ein gutes Beispiel zu erkennen, wie weit es in dieser Hinsicht in Schweden gekommen war. Der Begriff "Rassist" wurde laufend auf Menschen angewandt, welche Einwanderer kritisierten, das Thema Einwanderung kritisierten oder auch einfach die Schwedische Kultur als Leitkultur (Begriff stammt von Merkel) verstanden haben wollten.

- Alle etablierten Parteien waren sich in dieser Hinsicht einig. Auf die Schwedendemokraten wurde eine Hatz veranstaltet, welche an die Kommunistenhatz McCarthies erinnerte. SD-Anhänger verloren ihre Jobs, Gewalttätigkeiten (meist aus der linken Ecke) wurden nicht verfolgt, Banken weigerten sich den SD Konten zur Verfügung zu stellen, usw.....
Hier heiligt der Zweck NICHT die Mittel - jedenfalls nicht in einer Demokratie, so meine bescheidene Meinung. Regeln müssen prinzipiell für alle gelten, sonst sind sie wertlos.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich keinerlei Sympatie für für Rassismus hege. Die Menschenrechte sind für mich unantastbar. Unbestreitbar ist auch, dass die SD ihre Wurzeln im Rassismus haben. Ich muss sie jedoch aus 3 Gründen hier in Schutz nehmen:

1.) Wahrheit und Gerechtigkeit:
Keine andere Partei ist so verleumdet und auf schmutzige Art und Weise bekämpft worden wie die SD

2.) Neuformation / Abkehr von den Wurzeln
Jimmie Åkesson hat vollkommen richtig erkannt, dass es in Schweden keinen Platz und keine Zukunft für rassistische Parteien gibt. Seine Nulltoleranzlinie gegen rechtsradikale in den eigenen Reihen gleicht zwar einem Drahtseilakt, aber er setzt es konsequent durch. Er scheint sich zum Ziel gemacht zu haben, die SD in eine salonfähige, wenn auch sehr konservative Partei umzuwandeln

3.) Demokratie und Gleichgewicht
Erst seit die SD solche massiven Wahlerfolge eingefahren haben, sehen sich zumindest einige andere Parteien gezwungen, sich in der Einwanderungsfrage zu öffnen und zumindest Themen zu diskutieren, welche vorher tabu waren. Die heilige Kuh ist endlich geschlachtet. Der Wähler hat endlich wieder eine Alternative, das politische Gleichgewicht ist damit wieder hergestellt. Für mich sind die SD ganz klar das Salz in der Suppe.

Ich glaube, jemand hat in diesem Thread Wörter wie "Verführung" oder "Verblendung" benutzt - oder so ähnlich. Man muss schon aufpassen, dass man sich nicht selbst in der Masse derjenigen wiederfindet, welche laut "2 legs bad - 4 legs good" schreit (G. Orwell lässt grüssen). Oder in diesem Fall würde es heissen: Multikulturell & Einwanderung gut - alles andere schlecht :-)
Das Thema ist viel komplexer als dass man es einfach nur schwarz-weiss malen könnte, wie es hier in Schweden doch ach so viele Politier gerne haben wollten. Menschen fühlen sich in die Irre geführt und einsamgelassen mit den Problemen welche eine missglücke Einwanderungspolitik mit sich führt.

Und @Heike: G. F. mag schon manchmal eine spezielle, direkte Art haben, aber er ist damit nicht alleine. [WinkmitdemZaunpfahlmodus = OFF] Leben und leben lassen :-)

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon GF.Skaraborg » 25. März 2013 13:07

Ein riesengrosses Kompliment zu diesem fundierten Beitrag, dieser Beitrag ist einer der besten in diesem Forum, er hebt das Niveau dieses Threads dorthin, wo er aufgrund seines ernsten Hintergrundes gehört, ganz nach oben. Ohne Wertung geschrieben, nur Fakten wie sie eigentlich nur jemand bringen kann, der in diesem Land lebt und sich fuer die Vorgänge intressiert. :danke:

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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon Klarälvangler » 25. März 2013 13:29

Auch von mir großes Lob für den Beitrag von Pink-Panter. Auf den Punkt gebracht, sehr gut Formuliert und ich denke damit kann jeder, egal welche pol. Meinung vertreten wird, etwas anfangen und leben.
Danke für diesen Beitrag.
Andreas

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meckpommbi
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Re: Rechtspopulisten schließen 12 Mitglieder aus

Beitragvon meckpommbi » 25. März 2013 16:41

ja es ist nicht so einfach dieses thema
auch ich finde pink hat das gut gemacht - besonders die stelle mit dem geltungsbeduerfnis hat mich koestlich amuesiert :oops:
und ja ich erinner mich auch an die kampanien
gruss birgit


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