Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaft

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Imrhien
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Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaft

Beitragvon Imrhien » 30. März 2013 21:13

Wir haben hier schon öfter drüber geredet was es denn bringt, wenn man die schwedische Staatsbürgerschaft annimmt. Irgendwie sind wir nicht richtig auf den Nenner gekommen. oder? Jedenfalls haben wir letztens im Bekanntenkreis darüber geredet und sind nicht richtig drauf gekommen was es an Vorteilen bringt, oder gar an Nachteilen.
Man darf wählen. Das ist ja schon mal positiv. Aber sonst? Man kann nicht mehr einfach ausgewiesen werden wenn man keinen Job mehr hat. Oder? Wäre ja auch positiv. Sonst kamen wir nicht richtig auf was, was wir als so hier lebende Ausländer nicht haben.
Andererseit kam dann die Frage auf, welche Nachteile man davon haben könnte. Wie ist das mit den Kindern? Wo müssen die dann zur Wehrpflicht, vorausgesetzt, die gibt es im anderen Land noch? Wie ist das in Schweden? Wozu verpflichtet man seine Kinder, vielleicht unwissentlich durch die annahme der schwedischen Staatsbürgerschaft?
Wer hat das schon durchgespielt und kann mir positive wie auch negative Beispiele nennen? Selbst unsere schwedischen Bekannten konnten da nicht richtig sagen was denn nun der riesen Vorteil wäre oder welche Nachteile man hat.
Sie haben aber ja auch noch nie über so etwas nachgedacht, da sie ja schon Schweden sind :)
Wir haben uns die Frage zum ersten Mal gestellt als wir im Herbst unser 5jähriges feiern durften. Aber wir haben sie für uns eben noch nicht endgültig beantwortet.


Grüsse
Imrhien

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Lussekatt » 31. März 2013 18:35

Hier ist ein interessanter Link von UD zum Thema doppelte Staatsbürgerschaft:

http://www.regeringen.se/sb/d/6998/a/84070

:smt006

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 31. März 2013 23:21

Hallo Imrhien,

die Frage stelle ich mir auch. Und wenn ich mir die von @ Lussekatt verlinkte Seite so durchlese, dann bleibt - jedenfalls aus der Sicht eines EU-Bürgers - was die Vorteile betrifft eigentlich wirklich nur noch das Wahlrecht für das nationale Parlament übrig. Für Nicht-EU-Bürger mag dies jedoch völlig anders aussehen.

MfG
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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Sumac » 2. April 2013 10:08

vielleicht sollte man diese frage nicht so pragmatisch sehen.
wenn ich eine staatsbürgerschaft annehme, dann zeige ich doch damit, das ich mich in diesem land wohl fühle und es eben nach aussen auch zeigen möchte (da man als EU-bürger zwei haben kann [oder mehr?] fühlt man sich eben zu beiden staaten hingezogen.
übrings in DE dürfen auslandsdeutsche nicht an der bundestagswahl teilnehmen. (habe ich vor kurzem gelesen http://www.bundeswahlleiter.de/de/bunde ... sdeutsche/ )

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 2. April 2013 12:06

Sumac hat geschrieben:übrings in DE dürfen auslandsdeutsche nicht an der bundestagswahl teilnehmen.

Nicht mehr lange. Eine (hoffentlich) verfassungskonforme Neuregelung wurde am 31.01.2013 vom Bundestag verabschiedet und am 01.03 vom Bundesrat gebilligt. Einer Teilnahme von Auslandsdeutschen an der Bundestagswahl 2013 sollte also nichts mehr im Wege stehen.

MfG
Gerhard

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Imrhien » 3. April 2013 15:24

Hej Sumac,
da es oft auch Kinder betrifft, finde ich schon, dass man sich das genau anschauen sollte.
Mal scherzhaft ausgedrückt, was wenn ich mit der Staatsbürgerschaft verpflichtet bin, mir alle 10 jahre einen neuen Volvo zu kaufen? Meine Frage ging ja in Richtung Wehrpflicht. Oder eben auch anderen Dingen, an die ich vielleicht nicht denke. Meine schwedischen Bekannten hatten ja gefragt warum man das machen will und wie das geht. Und mein erster Gedanke war auch, warum nicht, schadet ja nicht. Aber dann fragten wir uns eben alle: Was bringt es? Schadet es wirklich nicht? Schaden ist da ja relativ. Wir reden ja immer noch von Schweden und so extrem wird der Unterschied zu Deutschland nicht sein. Ich rechne also nicht damit, dass man regelmässig den Volvo vor die Tür und die Rechnung in den Briefkasten bekommt :) Aber ich möchte eben gerne wissen was das beinhaltet bevor ich überhaupt einen Entschluss fasse ob ich das will oder nicht. Und ob meine Kinder das müssen oder nicht. Denn die sind zu klein um von wirklichem Wollen zu reden. So eine Entscheidung kann man da nicht überblicken.

Grüsse
Imrhien

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 3. April 2013 17:07

Imrhien hat geschrieben:Meine Frage ging ja in Richtung Wehrpflicht.

Die Wehrpflicht in Schweden wurde 2010 ausgesetzt, in Deutschland 2011. Eine Wiedereinführung ist in beiden Ländern beim derzeitigen Stand der Militärtechnik und der militärischen "Großwetterlage" eher nicht zu erwarten.

Und wieso man Dir alle 10 Jahre ein Produkt der schwedischen Zweigstelle eines chinesischen Autobauers (Die PKW-Sparte von Volvo gehört seit 2010 zu 100% dem chinesischen Autohersteller Geely) vor die Tür stellen sollte, weiß ich nicht. :wink:

MfG
Gerhard

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Sumac » 4. April 2013 07:09

hej Imrhien,
ich kann ja deine bedenken und gedanken verstehen, aber verbaut man sich nicht dadurch, weil alles gut durchdacht sein muss, den weg des lebens?

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Klarälvangler » 4. April 2013 08:20

Wir hatten uns auch schon darüber Gedanken gemacht und sind zu dem Entschluß gekommen, keinen Antrag auf die schwedische Staatsbürgerschaft zu stellen, weil wir im Grunde unseres Herzens doch deutsch denken, fühlen und handeln. Das wird sich auch nicht ändern da wir von unserer Erziehung her so geprägt sind ( Stichwort deutsche Tugenden wie Fleiß, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit ).
Solange man sich nicht 100%ig auch gefühlsmäßig schwedisch fühlt, sollte man es lassen, denkt
Andreas

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Speedy » 4. April 2013 10:15

Klarälvangler hat geschrieben:Wir hatten uns auch schon darüber Gedanken gemacht und sind zu dem Entschluß gekommen, keinen Antrag auf die schwedische Staatsbürgerschaft zu stellen, weil wir im Grunde unseres Herzens doch deutsch denken, fühlen und handeln. Das wird sich auch nicht ändern da wir von unserer Erziehung her so geprägt sind ( Stichwort deutsche Tugenden wie Fleiß, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit ).
Solange man sich nicht 100%ig auch gefühlsmäßig schwedisch fühlt, sollte man es lassen, denkt
Andreas


Hej Andreas,

da kann ich Dir nur zustimmen. Ich hatte schon alle Papiere zusammen aber habe es dann doch gelassen. Ich stehe nun nach 10 Jahren weniger dahinter als am Anfang. Das Argument mit der Erziehung etc. kann ich auch nur voll bestätigen. Mein Mann sagt auch immer wieder, Du bist und bleibst typisch deutsch und das wird sich nun mit Mitte 50 auch nicht mehr ändern.

Speedy


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