Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaft

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Imrhien
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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Imrhien » 10. April 2013 15:46

Sumac hat geschrieben: aber verbaut man sich nicht dadurch, weil alles gut durchdacht sein muss, den weg des lebens?


Hej,
was verbaut man sich dadurch? Ich meine, ist es der Weg meines Lebens unbedingt die schwedische Staatsbürgerschaft zu haben? Wer sagt das? Oder ist es der Weg meines Lebens sie auf keinen Fall zu haben?
Nachdenken schadet ja nicht. Und auch nicht, sich über Folgen seines Handelns zu informieren. Wie gesagt, ich denke vor allem so weil ich Kinder habe, die davon betroffen sind. Für mich allein ist es was anderes. Da kann ich tun und lassen was ich will.
Aber auch den Schritt damals nach Schweden, den haben wir gründlich durchdacht. Nicht in alle Details, das geht ja nicht. Aber immerhin so, dass wir zufrieden waren und wussten, dass wir, vor allem für die Kinder, kein Risiko eingehen, dass uns langfristig schadet. Mehr ist es nicht.
Wir sind durchaus spontane Menschen. Aber durch die Kinder eben auch sicherheitsbedacht.

Ich glaube, dass wir vielleicht irgendwann die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen werden. Wir haben nun wieder mehr darüber nachgedacht.
Und das ist dann eher eine emotionale Geschichte. Vor- oder Nachteile haben wir uns angeschaut und keine gefunden. Nichts was man unbedingt braucht oder befürchten muss. Ausser, dass man wählen darf in Schweden.
Aber abgesehen davon sehe ich keine direkten Vorteile für uns. Trotzdem wäre es eine Erklärung (wenn vielleicht auch nur an uns und die direkten Freunde), dass wir uns mit dem Land so verbunden fühlen, dass wir bleiben möchten.
Sieht derzeit jedenfalls so aus :)
Ich denke aber auch nicht, dass man es machen muss um das zu zeigen. Das entscheidet jeder für sich.
Aber ich würde meine deutsche Staatsbürgerschaft nie aufgeben wollen. Denn auch ich bin nun mal einfach eine Deutsche. Das bleibt so, auch wenn ich die schwedische annehmen sollte.

Grüsse
Imrhien

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon vibackup » 10. April 2013 17:51

Imrhien hat geschrieben:Und das ist dann eher eine emotionale Geschichte. Vor- oder Nachteile haben wir uns angeschaut und keine gefunden. Nichts was man unbedingt braucht oder befürchten muss. Ausser, dass man wählen darf in Schweden.
... Trotzdem wäre es eine Erklärung (wenn vielleicht auch nur an uns und die direkten Freunde), dass wir uns mit dem Land so verbunden fühlen, dass wir bleiben möchten.
Sieht derzeit jedenfalls so aus :)
Ich denke aber auch nicht, dass man es machen muss um das zu zeigen. Das entscheidet jeder für sich.
Aber ich würde meine deutsche Staatsbürgerschaft nie aufgeben wollen. Denn auch ich bin nun mal einfach eine Deutsche. Das bleibt so, auch wenn ich die schwedische annehmen sollte.

Gute Beschreibung, finde ich.

//M

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon irni » 11. April 2013 17:16

Ich denke da ähnlich. Solange die Österreicher keine doppelte Staatsbürgerschaft für den Normalbürger zulassen werde ich nicht um die schwedische Ansuchen.
Irgendwie habe ich doch meine Wurzeln noch in der alten Heimat und das wird sich nicht ändern. Zum Reichstag wählen zu können wär grossartig, aber wenn´s nicht geht, geht´s eben nicht.

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon vibackup » 11. April 2013 17:24

irni hat geschrieben:Zum Reichstag wählen zu können wär grossartig....

Das ist nun gerade kein Argument für mich.
Aber gut, dass die Geschmäcker verschieden sind.

//M

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon vinbergssnäcka » 11. April 2013 18:36

irni hat geschrieben:Ich denke da ähnlich. Solange die Österreicher keine doppelte Staatsbürgerschaft für den Normalbürger zulassen werde ich nicht um die schwedische Ansuchen.
Irgendwie habe ich doch meine Wurzeln noch in der alten Heimat und das wird sich nicht ändern. Zum Reichstag wählen zu können wär grossartig, aber wenn´s nicht geht, geht´s eben nicht.


Echt?? Das gehört doch zum EU abkommen, das Du mehr als eine EU Staatsbürgerschaft haben kannst....sollten die Österreicher da wirklich ne Ausnahme haben? Warum?

Edit: hmm, dachte das gilt für die gesamte EU, aber ist wohl nicht an dem....man lernt immer dazu ;-)
liebe Grüsse

Heike

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 12. April 2013 08:14

vinbergssnäcka hat geschrieben:Das gehört doch zum EU abkommen, das Du mehr als eine EU Staatsbürgerschaft haben kannst....

Nein. Entgegen anderslautenden Gerüchten gibt es keinerlei EU-Richtlinie, die die Anerkennung einer doppelten Staatsbürgerschaft vorschreiben würde. Dies entscheiden nach wie vor die jeweiligen Einzelstaaten.

MfG
Gerhard

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon knut245 » 12. April 2013 08:54

Was will denn Dein Heimatland dagegen tun, dass Du eine weitere Staatsbürgerschaft erwirbst? Ich glaube kaum, dass sie Dich ausbürgern. Auch in D ist die doppelte Staatsbürgerschaft nicht vorgesehen, aber es wirkt sich mW nur dann aus, wenn man die deutsche beantragt, nicht, wenn man sie schon hat.
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

EuraGerhard
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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 12. April 2013 10:38

knut245 hat geschrieben:Was will denn Dein Heimatland dagegen tun, dass Du eine weitere Staatsbürgerschaft erwirbst? Ich glaube kaum, dass sie Dich ausbürgern.

Doch, genau das werden sie tun. Ist im § 27 des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes so geregelt.

knut245 hat geschrieben:Auch in D ist die doppelte Staatsbürgerschaft nicht vorgesehen, aber es wirkt sich mW nur dann aus, wenn man die deutsche beantragt, nicht, wenn man sie schon hat.

In Deutschland ist das auch anders geregelt. § 25 des deutschen Staatsangehörigkeitsgesetzes besagt nämlich in Absatz 1:
Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen Antrag oder auf den Antrag des gesetzlichen Vertreters erfolgt, der Vertretene jedoch nur, wenn die Voraussetzungen vorliegen, unter denen nach § 19 die Entlassung beantragt werden könnte. Der Verlust nach Satz 1 tritt nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union, der Schweiz oder eines Staates erwirbt, mit dem die Bundesrepublik Deutschland einen völkerrechtlichen Vertrag nach § 12 Abs. 3 abgeschlossen hat.

Mit anderen Worten: Ein deutscher Staatsbürger, der die Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Staates annehmen will, kann seine deutsche Staatsbürgerschaft behalten. Das ist aber ein freiwilliges Entgegenkommen Deutschlands und einiger anderer EU-Staaten. Eine Verpflichtung für EU-Staaten, es genauso zu machen, besteht jedoch nicht. Andere Staaten wie eben z.B. Österreich machen dies nicht so.

Es gibt dazu ein Europäisches Abkommen über die Staatsbürgerschaft. Laut Artikel 7 dieses Abkommens darf ein Vertragsstaat sehr wohl den Verlust der eigenen Staatsangehörigkeit anordnen, wenn der Betroffene eine andere Staatsangehörigkeit freiwillig annimmt.

MfG
Gerhard

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon irni » 13. April 2013 11:40

Ja, als Österreicher wird man automatisch ausgebürgert falls man nicht sehr gute Gründe hat eine andere Staatsbürgerschaft anzunehmen. Da stellt man einen Antrag um die österr. behalten zu dürfen und zahlt 500€. In meinem Fall würde es nicht durchgehen (habe ich kontrolliert), ich bin meiner Heimat unter solchen Umständen einfach eine Staatsbürgerschaft nicht wert. Wär ich eine Celebrität wär´s kein Problem!
Komischerweise sind meine Kinder doppelte Staatsbürger!
Ja und ich finde es wichtig am demokratischen Leben in dem Land teilnehmen zu können in dem man wohnt. Politische Entschlüsse beeinflussen mein tägliches Leben, da hätte ich gerne volles Mitspracherecht = Wahlrecht. Wahlrecht habe ich in Österreich, aber was die da zusammenkochen im Parlament in Wien berührt mich eben nur marginell. Aber ich begnüge mich damit an Gemeinde- und Landstingswahlen teilnehmen zu können.
Wer weiss, ob die Österreicher nicht doch noch umdenken oder so pfeif ich eben auf die österreichische Staatsbürgerschaft. Aber so weit bin ich noch nicht.

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon knut245 » 13. April 2013 17:30

Wer will schon Österreicher sein, wenn er Schwede werden kann :wink:
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.


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