Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaft

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EuraGerhard
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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 4. April 2013 11:06

Klarälvangler hat geschrieben:Solange man sich nicht 100%ig auch gefühlsmäßig schwedisch fühlt, sollte man es lassen, denkt
Andreas

Um einmal den genauen Gegenpol zu vertreten und damit Stoff zum Nachdenken zu geben:

Ich betrachte die Staatsbürgerschaft, zumindest wenn es um EU-Länder geht, als eine rein administrative Angelegenheit.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich zwar in Deutschland geboren bin und auch den Papieren nach deutscher Staatsbürger bin. Gefühlsmäßig bin ich jedoch in erster Linie Europäer. Was sicherlich unter anderem daran liegt, dass ich insgesamt rund ein Drittel meines Lebens in anderen europäischen Ländern als Deutschland verbracht habe (mit steigender Tendenz). Schweden ist nun mein fünftes Wohnsitzland, und ich will zwar eigentlich nicht mehr umziehen, könnte mir aber durchaus vorstellen, auch in einem der vorherigen vier Länder wieder heimisch zu werden.

MfG
Gerhard

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon vinbergssnäcka » 4. April 2013 14:29

also, ich habe ja nun Beide, die Deutsche und die Schwedische. Meine eigenen Beweggründe waren vor allem Emotionale. Ich lebe hier, bin zufrieden und möchte auch nirgendwo anders hin...und auch nie wieder zurück. Daher war es für mich einfach klar. Die Deutsche habe ich behalten, weil man das automatisch tut...und auch aus einigen anderen pers. Gründen. Meine Freunde findens toll, das ich die Deutsche noch habe...(also meine schwedischen Freunde)...das macht die Sache doch noch ein wenig "exotisch"..

Gründe für die schwedische: man darf Parlament wählen....und, vielleicht für den einen oder anderen noch wichtiger: man darf auch an Projekten arbeiten, die mit "försvarsmakten" zu tun haben. Wenn man, wie ich, Kontruktör ist (aber auch in anderen Berufen) kann man sonst plötzlich mal in dumme Situationen kommen. Mein Chef hatte zb keine Ahnung, das ich da hätte nicht arbeiten dürfen als Ausländer.

Naja, zum Thema Wehrpflicht, die ist ja abgeschafft....im Gegensatz zu meinen deutschen Freunden u Bekannten sind meine schwedischen Freunde Bekannte und Kollegen da eher traurig, da das hier wohl eher als eine Art "Abenteuer-Urlaub" angesehen wird...die meisten erzählen zumindest mit Begeisterung..:)

Weitere Vorteile fallen mir beim besten Willen nicht ein...also, wer es nicht absolut selber möchte, für den ist es die Mühe nicht Wert.

Übrigens mit den Bundestagswahlen, das war nicht immer so...ich habe (war das 2004?) ohne deutschen Wohnsitz in Deutschland gewählt...seit dem aber nicht mehr....da kein Interesse....
liebe Grüsse

Heike

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Klarälvangler » 4. April 2013 14:47

Hey Gerhard,
irgendeine Staatsbürgerschaft muß man ja nunmal haben. In der Regel ist es diejenige des Geburtslandes. Diese wird in der Regel nur dann aufgegeben, wenn sich für die betreffende Person Vorteile aus einem Wechsel ergeben. So ist der Mensch nun mal gestrickt. Vorteile in der Annahme einer schwedischen Staatsbürgerschaft sehe ich nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Als Europäer fühlen, ich weiß nicht so recht. Ich begrüße teilweise die Öffnung Europas, was die Reisefreiheit betrifft. Dem Euro stehe ich eher skeptisch gegenüber, was ja durch die Ereignisse der letzten Jahre bestätigt wird. Auch die nun fast unbeschränkte Freiheit, das jeder auch ohne sich und seine Familie selbst versorgen zu können , seinen Wohnsitz im vereinten Europa frei wählen kann sehe ich eher mit gemischten Gefühlen. Garkeine Frage das Menschen die an Leib und Leben bedroht sind in der EU Schutz finden sollen. Dazu müssen diese Menschen aber nicht zwangsläufig Staatsbürger des Aufnahmelandes werden, sondern sollten sich doch eher am Aufbau ihres jeweiligen Heimatlandes beteiligen, wenn sich die Umstände im jeweiligen Heimatland geändert haben. Aber das jetzt weiter auszuführen ist hier der falsche Tread.
Gruß Andreas

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 4. April 2013 16:06

Klarälvangler hat geschrieben:In der Regel ist es diejenige des Geburtslandes.

Nicht unbedingt. Meine Tochter ist beispielsweise in Österreich geboren. Aber da beide Eltern zum Zeitpunkt der Geburt deutsche Staatsbürger waren, erhielt sie automatisch auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Klarälvangler hat geschrieben:Als Europäer fühlen, ich weiß nicht so recht.

Über Gefühle kann man natürlich nicht streiten. Vielleicht liegt es ja wirklich an meiner internationalen Vergangenheit, dass ich kein patriotisches Gefühl für irgendein bestimmtes Land aufbauen kann, ich weiß es nicht. Meiner Frau, die in ebenso vielen, wenn auch teilweise anderen Ländern gewohnt hat, geht es jedenfalls genauso.

Mit der Gesamtheit der europäischen Kultur, einschließlich aller über die Jahrtausende eingeflossenen Anteile, empfinde ich allerdings sehr wohl eine Verbindung.

MfG
Gerhard

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon GF.Skaraborg » 4. April 2013 18:16

Als ich die schwedische Staatsbuergerschaft beantragte, musste man die deutsche ablegen. Fuer mich war es ein leichter Entschluss, weil meine berufliche Tätigkeit eine schwedische Staatsbuergerschaft zwingend erforderlich machte. Ob ich heute beide Staatsbuergerschaften haben möchte, ich bezweifle es. Nur um ein Wahlrecht in DE zu haben? Ich glaube ich wuerde auch heute mich nur fuer die schwedische entscheiden. Hier lebe ich, hier bin ich zuhause, hier werde ich alt, hier werde ich einmal begraben. Die Verbindungen zu DE sind ausser zu meinen Verwandten dort schon so sehr verblasst, ich empfinde keine emotionelle Bindung mehr dorthin. Das einzige was ich noch als gemeinsam empfinde ist die Sprache. Ob Vorteil oder Nachteil einer schwedischen oder beider Staatsangehörigkeit(en), darueber habe ich eigentlich nie ernsthaft nachgedacht. ich kann mich mit diesem Land hier identifizieren und empfinde es als natuerlich Schwede zu sein.

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Speedy » 4. April 2013 18:32

GF.Skaraborg hat geschrieben:Als ich die schwedische Staatsbuergerschaft beantragte, musste man die deutsche ablegen. Fuer mich war es ein leichter Entschluss, weil meine berufliche Tätigkeit eine schwedische Staatsbuergerschaft zwingend erforderlich machte. Ob ich heute beide Staatsbuergerschaften haben möchte, ich bezweifle es. Nur um ein Wahlrecht in DE zu haben? Ich glaube ich wuerde auch heute mich nur fuer die schwedische entscheiden. Hier lebe ich, hier bin ich zuhause, hier werde ich alt, hier werde ich einmal begraben. Die Verbindungen zu DE sind ausser zu meinen Verwandten dort schon so sehr verblasst, ich empfinde keine emotionelle Bindung mehr dorthin. Das einzige was ich noch als gemeinsam empfinde ist die Sprache. Ob Vorteil oder Nachteil einer schwedischen oder beider Staatsangehörigkeit(en), darueber habe ich eigentlich nie ernsthaft nachgedacht. ich kann mich mit diesem Land hier identifizieren und empfinde es als natuerlich Schwede zu sein.


Da bist du gut dran, ich kann das alles nicht von mir behaupten. ABer so ist das unterschiedlich. Gottseidank sind wir nicht alle gleich und haben nicht die gleichen Erfahrungen gemacht...

meint Speedy

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon meckpommbi » 4. April 2013 18:39

nun manchmal habe ich so meine probleme mit meiner staatsangehoerigkeit wobei ich trotz allem durch und durch tysk bin
also irgendwann hät ich gern beide
gruss birgit

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon Sumac » 5. April 2013 11:18

Klarälvangler hat geschrieben:Vorteile in der Annahme einer schwedischen Staatsbürgerschaft sehe ich nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall.

was ist das gegenteil, wo liegen die nachteile deiner meinung nach ?

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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon EuraGerhard » 5. April 2013 14:30

Hallo,

bei uns wird sich die Frage nach der schwedischen Staatsbürgerschaft ja erst in 5 Jahren stellen. Wie ich dann handeln werde, weiß ich natürlich noch nicht. Als wir in den Niederlanden die 5 Jahre vollhatten, war uns eigentlich schon klar, dass wir wohl nicht für den Rest unseres Lebens dort bleiben würden. Nicht zuletzt deshalb, weil sich am Horizont schon die Möglichkeit des Wechsels nach Schweden abzeichnete. Deshalb hatten wir uns um die niederländische Staatsbürgerschaft nicht weiter bemüht.

Derzeit jedenfalls gehen wir davon aus, den Rest unseres Lebens in Schweden zu bleiben. Sollten wir dies in 5 Jahren immer noch so sehen, werden wir wahrscheinlich die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen.

Und zum Thema doppelte Staatsbürgerschaft: Ich finde es gut, dass es diese Möglichkeit gibt! Ob ich selbst allerdings davon Gebrauch machen würde, nun, ich glaube eher nicht. Denn wie gesagt, Staatsbürgerschaft ist für mich eine rein administrative Angelegenheit, und doppelte Staatsbürgerschaft würde auch doppelten administrativen Aufwand, sprich doppelte Bürokratie, bedeuten.

MfG
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Re: Rechte und Pflichten bei übernahme der Staatsbürgerschaf

Beitragvon vibackup » 5. April 2013 19:02

EuraGerhard hat geschrieben:Gefühlsmäßig bin ich jedoch in erster Linie Europäer.

Ich bin gefühlsmäßig in erster Linie Schleswig-Holsteiner, in zweiter Nordeuropäer, in dritter Deutscher.
Europäer sicher auch, aber da weniger mit dem heutigen Europa, sondern eher mit der europäischen Tradition.
Phänomene wie Mozart, Händel, Voltaire, Kierkegaard, die europäische Geschichte, die ja unsere Länder und Heimaten geprägt hat. Aber auch wenn mich eine freundliche Neugier mit bspw Frankreich oder Spanien verbindet, sind diese Länder für mich Ausland.
Genauso wie oder vielleicht sogar noch mehr als die USA oder Kanada; in den letzteren Ländern kann ich jedenfalls die Sprache, was in ersteren beiden kaum oder nicht der Fall ist.

//M


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