Radonmessung

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Rwitha
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Radonmessung

Beitragvon Rwitha » 21. Februar 2012 18:58

Hej, ich hatte heute Vormittag einen Anruf, wo mir jemand die Planung für die anstehende Radonmessung erleichtern wollte.
Auf meine Nachfrage hiess es, dass bei allen Häusern, die vor 1970 gebaut wurden, eine Radonmessung durchzuführen sei.

Ich hab mich schon mal im Netz umgesehen, kann aber nichts konkretes finden.
Weiss jemand was dazu?
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Re: Radonmessung

Beitragvon Petergillarsverige » 22. Februar 2012 09:20

Was soll man da groß planen? Radon wird vom Boden emmitiert und dringt in den Keller ein. Gemessen wird mit Plättchen die dort gelagert werden und später im Labor ausgewertet.
Es gibt mit Sicherheit bereits Radonkarten, in denen verzeichet ist welche Gebiete höher belastet sind.
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Re: Radonmessung

Beitragvon stavre » 22. Februar 2012 10:01

http://www.sgu.se/sgu/sv/samhalle/grund ... atten.html

etwas runterscrollen und dann sieht man die karten.

ist schon interessant

lg aus jämtland

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Re: Radonmessung

Beitragvon HeikeBlekinge » 22. Februar 2012 11:48

Bei der Kommune bekommt man so Dosen die man in den Wintermonaten auslegt. Es ist wesentlich guenstiger als wenn man Firmen beauftragt.
Es ist KEIN MUSS Radon zu messen, in betroffenen Gebieten aber empfehlenswert, wenn man in älteren Häusern mit murstock lebt oder evtl. blåbetong im Untergrund verarbeitet wurde! Ebenso bei borrad brunn - da wird aber anders gemessen.

Radon ist wenn nicht nur im Keller, sondern das Gas steigt auch in den Stockwerk darueber! Mit einfachen Entlueftungsmassnahmen und evtl. Abdichtungen ist es in den Griff zu bekommen!

Hier kann man eigentlich alles darueber lesen:
http://www.radonguiden.se/index.asp

Lycka till!
Heike
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Re: Radonmessung

Beitragvon ekorre » 22. Februar 2012 12:04

Manche Kommunen haben richtig gute Karten, die über das Radonrisiko im Boden informieren.
Södertälje zum Beispiel:

http://www.sodertalje.se/Stad-miljo--bo ... odertalje/

http://www.sodertalje.se/mainupload/dok ... ep2010.pdf

Weitere Tips gibts zum Beispiel beim Boverket:

http://www.radonguiden.se/sa_mater_du.asp

Wir haben selbst im Moment so zwei Dosen ausgelegt, die wir dann im Frühjahr ins Labor schicken... Dann müssen wir uns bei den nächsten Renovierungsarbeiten hoffentlich keine Gedanken über spezielle Ventilationsvergnügen machen. Falls es doch sehr hohe Werte sein sollten, nehmen wir die Fensterrenovierung zum Anlass, das Lüftungssystem zu ändern.

Hoppas att ni alla har radonbrist i era hus!
...wünsche Euch allen Radonmangel in Euren (Ferien-)Häusern!

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Re: Radonmessung

Beitragvon Rwitha » 22. Februar 2012 15:47

Zunächst vielen Dank für eure Antworten.

HeikeBlekinge hat geschrieben:Bei der Kommune bekommt man so Dosen die man in den Wintermonaten auslegt. Es ist wesentlich guenstiger als wenn man Firmen beauftragt.
Es ist KEIN MUSS Radon zu messen...


Danke Heike, genau das meinte ich. Es hörte sich nämlich so an, als ob man eine Messung durchführen muss und sicherlich wollte man uns hier zu einer Beauftragung bringen. Werde nun mal gucken, was ich auf den Seite unserer Kommune dazu so finde.
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Re: Radonmessung

Beitragvon Sverige-Fan » 22. Februar 2012 17:27

falls Radon Probleme vorhanden sind, ist es mit einer einfachsten Querlüftung zu beseitigen. Haben wir früher in der Schweiz, Österreich und in Süddeutschland sehr oft gemacht.
Auf jeden Fall sich keine teure, komplizierte Lüftungslösung aufschwatzen lassen.
Lebenskünstler ist, wer einen Sommer so erlebt, daß er ihm noch den Winter wärmt (A.Polgar 1873-1955)

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Re: Radonmessung

Beitragvon Petergillarsverige » 22. Februar 2012 18:43

Bei sehr gut gedämmten Häusern sollte man eine Lüftungsanlage mit einbauen. Die Werte sind telweise schon recht hoch. Kein Wunder, dass die Schweden im Schnitt älter werden, die härten ab.
Da ist ein Korn Ernst drin. In Südtirol hab ich mal einen Vortrag über Radioaktivität gehalten. Dabei habe ich auch mit einem Messgerät die Hintergrundstrahlung gemesen. Die war deutlich höher als in Deutschland. Dann habe ich einen bekannten Arzt gefragt, ob die Krebsrate dort höher ist. Er minte sie sei niedriger. Das Meraner Mineralwasser hatte damals eine Aktivität von über 1000 Bq pro Liter auf dem Etikett angegeben.
Bei 1.000 Bq pro Liter im Trinkwasser hört er Spaß aber eindeutig auf. Uran ist zu meiden, weil chemisch giftig.
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Radon

Re: Radonmessung

Beitragvon Radon » 22. Februar 2012 20:05

Hej,
das Radonproblem betrifft in Schweden nicht nur Bodenradon (markradon), sondern ein größeres Problem sind vielmehr die Häuser, die mit sog. "Blaubeton" (blåbetong) in den Jahren 1929 bis 1975 gebaut wurden. Dort erreicht man im Haus sehr hohe Radonwerte. Eine geeignete Lüftung/Sanierung z. Teil teuer und aufwändig.

unbekannt

Re: Radonmessung

Beitragvon unbekannt » 22. Februar 2012 23:01

Ich hatte mir mal die BBC Horizon Doku "Nuclear Nightmares" angesehen. Schade, dass der Film inzwischen in Youtube gelöscht worden ist.

Demnnach spricht vieles dafür, dass Radioaktivität erst ab einer bestimmten Schwelle schädlich ist. Manche Autoren gehen sogar so weit und vermuten, dass eine sehr geringe Dosis Radioaktivität gesundheitsfördernd ist und die Krebsrate senkt.

Die meisten Autoren sehen allerdings einen stets linearen Zusammenhang zwischen der Dosis an Radioaktivität und der Krebsgefahr. Sie haben einfach die hohen Krebsraten aus denen durch Atombomben und Unfällen hochverstrahlten Gebieten genommen und das Verhältnis Krebsrate/Strahlenbelastung verglichen. Bei hohen Dosen zeigt sich ein linearer Zusammenhang. Dann hat man einfach nach unten linear interpoliert - also einfach eine Gerade gezogen - und hat deshalb auch bei geringsten Dosen eine Krebsgefahr vermutet, obwohl dies statistisch schwer zu belegen ist. Das schwedische Gesundheitsamt geht wahrscheinlich auch von diesem stets linearen Zusammenhang aus.


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