Problemlösung Schulwahl?

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glada

Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon glada » 18. März 2007 14:03

nobse hat geschrieben:Leider Gottes ist es so. Mir haben die Züchtigungen meines Lehrers geholfen und das einzige was Vater mir mit auf den ersten Weg zur Schule mitgab war: "Wenn du kommst und sagst der Lehrer hat dir eine gegknallt , bekommst du von mir noch eine geballert!"
Heute heiß es ."Ärgert den man schön , den konnten wir schon nicht leiden!"
Die Probleme dafür sind vielfältig ,aber gesellschaftlicher Art.
Es ist traurig ,aber eben wahr!

Der Jugend wird immer wieder Respektlosigkeit vorgeworfen, die die ältere Generation haben soll. Ich habe da meine Zweifel, Respekt wird doch allzu leicht mit Angst verwechselt.
Sollen Kinder und Jugendliche Respekt zollen, so ist es an der Eltern- und Großelterngeneration, ihnen Respekt entgegenzubringen. Da sind die Schweden uns Deutschen wirklich weit voraus (womit auch endlich wieder der Bogen zum Forum geschlagen wäre :wink: )

Oliver

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Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Imrhien » 18. März 2007 17:33

Schläge helfen keinem und wer sagt das würde nicht schaden lügt. Wer glaubt, dass Kinder schläge brauchen oder wollen, der hat keine Ahnung und macht es sich nur verda... einfach. Schläge sind nicht zu rechtfertigen, in keinster Weise. Es mag Situationen geben in denen man den Fehler begeht und doch schlägt. Nun, Fehler macht jeder. Das ist nicht das Problem. WIchtiger ist wie man hinterher damit umgeht. Sich selbst entschuldigen und rausreden, dass es ja nicht so schlimm ist, macht es erst wirklich schlimm.
Kinder brauchen keine Schläge. Schläge machen kaputt.
Das ist meine Meinung dazu und ich weiss, dass es viele gibt die das anders sehen. Denen sei nur gesagt, in Deutschland ist seit einigen Jahren auch die körperliche Züchtigung durch die Eltern gesetzlich verboten!
WIe gesagt, es gibt Situationen in denen es passieren kann. Das ist aber keine Rechtfertigung es immer wieder zu tun.

Grüße
WIebke

Und nebenbei gesagt, ich finde manche der Beiträge hier geschmacklos. Auch auf die Gefahr hin, dass man mich als humorlos ansieht... Aber ich finde es gibt Themen oder Gruppen über die man keine Witze machen sollte. Auch das nur meine ganz persönliche Meinung.

Peter i Klackbua

Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Peter i Klackbua » 18. März 2007 20:36

Sicher haben ein paar Ohrfeigen niemandem geschadet - das ist ja eigentlich auch gar nicht die Frage. Die Frage ist vielmehr ob die Ohrfeigen etwas genutzt haben.
Das hängt jedoch wieder nicht von der Ohrfeige als solcher ab - sondern von der Frage ob sie von dem Kind (der jeweiligen Zeit) als gerechte Strafe empfunden wurde - oder nicht.

Ich finde es gut dass man heute generell körperliche Gewalt tabuisiert (leider nur nicht in den Medien...) - und sie als Mittel der Bestrafung ablehnt.
Aber damit ist ein Problem geblieben - das Problem der gerechten Sanktion die auch vom Kind als angemessen gesehen werden kann.

Die Art der Bestrafung ist eigentlich egal - sie ist immer schrecklich wenn sie vom Betroffenen als Ungerecht oder kränkend empfunden wird.
Wenn ich heute so mitbekomme warum und wie ganz besonders "pädagogische" Eltern/Lehrer strafen - dann denke ich manchmal dass sich ausser der Art der Bestrafung nicht viel verändert hat. Willkür oder Übermaß bleibt elterliche Willkür und ungerecht - egal wie die Strafe konkret aussieht.

Bei der Ohrfeige ist es vielleicht für alle Beteiligten leichter Beginn und Ende der Strafe zu begreifen. Das Thema ist damit erledigt.
Ein Satz wie "Das finde ich jetzt ganz schlimm wie Du Dich benimmst" hat eine ganz andere Langzeitwirkung - Die Mißachtung bleibt im Raum stehen und könnte erst mit einem klärenden Gespräch beseitigt werden - ein Gespräch für das Lehrer und Eltern heute dann aber meist nicht die nötige Zeit finden.

Das Grundproblem ist also geblieben - weil man heute generell weniger Zeit füreinander hat sogar eher gewachsen.
Wenn wir etwas von "gestern" abgucken können - dann sicher nicht das Schlagen - sondern das sich Zeit nehmen. Natürlich wäre schlagen bequemer... ;)

Tommy
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Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Tommy » 18. März 2007 21:52

Erstaunlich, dass in D immernoch das Für und Wider der Züchtigung diskutiert wird - auch wenn es Ohrfeige heisst.

Manchmal, auch wenn ich die aktuelle Diskussion um die Kita-Plätze höre, denke ich, dass D zwanzig Jahre hinter S her ist, zumindestens auf diesem Gebiet.

Peter i Klackbua

Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Peter i Klackbua » 19. März 2007 15:56


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Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Imrhien » 19. März 2007 16:33

@Peter: Ich gebe Dir absolut recht. Es gibt Strafen die mindestens genauso schlimm wenn nicht gar schlimmer siend als eine Ohrfeige. Als Pädagogin fühle ich mich natürlich von Deinem Pauschalurteil über diese Berufsgruppe sehr verletzt :)
Scherz beiseite. Ich gebe mir Mühe mit meinen Kindern zu reden und ihnen die Strafen bzw. eigentlich sind es Konsequenzen die sich aus ihrem Handeln ergeben zu erklären. Das gelingt nicht immer und mein Sohn findet mich sicherlich auch oft gemein. Das habe ich bei meinen Eltern auch oft gedacht. Irgendwann habe ich aber verstanden warum man nicht einfach ohne zu schauen über die Strasse laufen darf (um ein kleines Beispiel zu nennen). Die Konsequenz dafür ist bei uns nämlich, dass unser Sohn (fast 3) an der Hand laufen muss. Verstehen tut er das sicher nicht. Ärgern tut es ihn, aber ich denke es ist trotzdem sinnvoll. Und ich tue ihm dabei ja keine Gewalt an. Ob es mir gelingt sie immer so zu erziehen wie ich es mir wünsche? Ich werde es in ein paar Jahren sehen. Wichtig ist doch nur, dass ich es in bestem Gewissen tue und mich selbst hin und wieder hinterfrage. Oder mein Mann :) Wir sagen uns oft: "Das war jetzt aber ein klein wenig übertrieben". Das holt einen wieder runter und setzt alles ins rechte Licht.
Wiebke

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Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Imrhien » 19. März 2007 16:42

Argh, schon wieder lasse ich mich verführen zu einer Grundsatzdebatte!

Um mal wieder den Bogen zu Schweden zu schlagen:

Wie läuft das denn in Schweden? Mit der Erziehung so ganz allgemein. Ich weiss ja, dass man sowas pauschal schwer sagen kann.
Ohne jetzt irgendjemanden verurteilen zu wollen oder was zu werten:
in Deutschland ist es in den letzten Jahren zu "Mode" geworden schon von der Schwangerschaft an alles zu kontrollieren. Auch bei den Kidnern wird genau darauf geachtet was sie essen, wann wieviel und es wird höllisch aufgepasst, dass sie nicht zu früh das Falsche essen.
WIe gesagt, ich will gar keinen Verurteilen. Bei manchen Trends hab ich auhc mitgemacht. Man weiss vor lauter Expertenratschlägen ja schon nicht mehr was man tun soll und was man lassen soll. Es hängt wohl auch vom Wohnort ab. Gleiches gilt für das Impfen. Homöopathie ist in und die Impfgegner auf dem Vormarsch. Ob ich es richtig mache weiss ich nicht. Darum soll es nicht gehen hier.
Ich will nur mal wissenob es solche Trends auch in Schweden gibt und ob sich überhaupt jemand solche Gedanken macht. Gibt es ebenso "strenge" Regeln was man mit den Kindern machen darf? Oder ist alles ganz typisch schwedisch, lagom?

Bitte Eure Meinungen, wenns geht ohne Grundsatzdebatte. Ich will ja gar nicht wissen wer der bessere in Sachen Kindererziehung ist :)


Liebe Grüße Wiebke

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Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Skogstroll » 19. März 2007 17:29

Hej Wiebke,

die Kontrollwut ist hier weit weniger ausgeprägt, manchmal fast zu wenig. Bei einer normalen Schwangerschaft bekommt die Mutter z.B. gar keiner Arzt zu sehen. Die eine Ultraschalluntersuchung macht auch die Hebamme.
Homöopathie ist beihnahe unbekannt, und geimpft wird einfach, basta. Impfgegnern begegnet man im günstigsten Fall mit Unverständnis.

Hingegen essen die Kinder Sachen, dass sich einem die Fussnägel hochrollen. Die Tüte mit den lördagsgodis enthält eine Menge an völlig naturfrei hergestellten Lebensmitteln (?) samt Hilfs- und Zusatzstoffen, dass es mich graust. Auch das Schulessen ist u.U. gewöhnungsbedürftig, besonders dann, wenn es irgendwo zentral zubereitet und breitgefahren wird. Zum Glück spricht es sich gerade unter Kommunalpolitikern (zumindest in Norrbotten) herum, dass es sogar billiger ist, direkt in den Schulen zu kochen, das verbessert die Situation etwas. In Malmberget hat das Schulessen vor drei Jahren einen Schülerstreik ausgelöst.
In Sachen Kindererziehung (Erziehung, nicht unbedingt Wissensvermittlung) würde ich dem schwedischen System den Vozug geben. Viel Wert wird auf soziale Kompetenzen gelegt, und im Fach hemkunskap lernen auch die Jungs richtig backen und kochen, worauf die meisten übrigens ganz heiss sind, und schwedische Männer sind oft richtig gute Köche. Mit anderen Worten: Die Geschlechterrollen werden weitaus weniger konservativ definiert als in Deutschland.

Hälsningar,
Skogstroll

nobse

Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon nobse » 20. März 2007 16:13

Skogstroll hat geschrieben:lernen auch die Jungs richtig backen und kochen, worauf die meisten übrigens ganz heiss sind, und schwedische Männer sind oft richtig gute Köche.
Hälsningar,
Skogstroll


Die zwei Bücher die mir durchs Leben halfen:

Das Sparbuch meines Vaters und
das Kochbuch meiner Mutter. (Achtung ,jetzt nicht wieder in den falschen Hals bekommen!)

Im übrigen : Bei den Weltmeisterschaften im Kochen , hatte ich so gut wie keine Frau gesehn.
Jetzt weis ich nicht wer das immer falsch auslegt. Und zu Hause bei mir bin AUCH ich für das leibliche Wohl zuständig. Die Betonung liegt auf AUCH!

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Re: Problemlösung Schulwahl?

Beitragvon Imrhien » 21. März 2007 10:20

Jaja, sich vom Vater aushalten lassen und bei der Mutter im Kochbuch schauen was sie am nächsten Sonntag kochen soll :)

So sind se die Jungen Leute von heute :)


Keine Angst, ich denke das hat jeder richtig verstanden.

Mein Beitrag war auch nicht böse gemeint. Nur hin und wieder bin ich bei manchen Themen empfindlich, vielleicht manchmal zu sehr.

Liebe Grüße
Wiebke


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