Personnummer / samordningsnummer

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

aurinko88
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 10
Registriert: 29. Juli 2012 23:53

Personnummer / samordningsnummer

Beitragvon aurinko88 » 1. Oktober 2012 20:06

Hej!

Nach einer bürokratischen Odysee und viel Unterstützung meiner zukünftigen Chefin ein kleiner Tipp: Wenn ihr auch in der Situation seid, die Personnummer bereits zu beantragen, ehe ihr die Stelle antretet, müsst ihr zuerst eine Übergangsnummer, die so genannte Samordningsnummer beantragen. Leider hatte mir das beim Skatteverket keiner gesagt. Die Personnummer kann man dann erst mit Arbeitsbeginn beantragen.

Vänliga hälsningar
Caro

jörgT
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1841
Registriert: 14. Oktober 2006 14:48
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Personnummer / samordningsnummer

Beitragvon jörgT » 2. Oktober 2012 11:57

Das stimmt so nicht, Caro!
Eine pn erhältst Du, wenn Du dem Skatteverket glaubhaft versichern kannst, dass Du länger als ein Jahr im Land bleiben willst und nachweist, dass Du dem schwedischen Staat nicht auf der Tasche liegst: Dazu brauchst Du entweder einen unterschriebenen Arbeitsvertrag (Mindestdauer 6 Monate und kein Praktikum oder sonstige Kurzzeitanstellung) oder ausreichende Mittel und eine gültige Krankenversicherung! Quelle: Persönliche Nachfrage beim Skattekontor in Mora heute ca. 10 Uhr!
Jörg :?

draussen
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 37
Registriert: 5. April 2012 13:15
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Personnummer / samordningsnummer

Beitragvon draussen » 2. Oktober 2012 20:55

Hallo,

ich würde sagen es stimmt halb. Wenn man in Schweden arbeiten will, kann man frühestens sieben Tage vor Arbeitsantritt eine PN beatragen (Quelle Sachbearbeiter des Skatteverekt im "Hauptquatier Göteborg", der unseren Antrag abgelehnt hat weil der 2,5 Wochen vor Arbeitsantritt gestellt worden ist). Ausreichende Mittel und Krankenversicherung haben ja dann erstmal mit der Option "direkt arbeiten" weniger zu tun, oder :lol:.

MfG

Georg

draussen
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 37
Registriert: 5. April 2012 13:15
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Personnummer / samordningsnummer

Beitragvon draussen » 2. Oktober 2012 20:59

Hallo noch ein Nachtrag:

an der 7-Tage-Frist ändert auch ein Arbeitsvertrag nichts. Gleichwenn in unserem Fall nur eine Absichtserklärung des Arbeitgebers vorlag, da von diesem ein Arbeitsvertrag nur mit vorhandener PN ausgestellt werden kann (ist hier vlt. ein wenig spezifisch).

MfG

Georg

unbekannt

Re: Personnummer / samordningsnummer

Beitragvon unbekannt » 3. Oktober 2012 08:10

Irgendwie habe ich den Eindruck sich nicht mehr auf die Auskünfte der Behörden verlassen zu können. Ständig ändern sich die Verfahren im Detail und nicht alle auf den Behörden sind auf dem neuesten Stand.

Mal klappt alles reibungslos und in Windeseile und ein andermal werden vollkommen konfuse und unverständliche Entscheidungen getroffen. Das sind nicht nur meine persönlichen Erfahrungen. Zur Zeit ist das migrationsverk fast jede Woche in den Nachrichten mit unfassbar hartherzigen Abschiede-Entscheidungen nach Gutsherrenart, worüber sich die halbe Nation empört und einige sich für Schweden schämen. Und das ist nur die Spitze des Eisberges, die an die Öffentlichkeit dringt.

Mit Geduld und Hartnäckigkeit auf die sanfte, freundliche und sachliche Art lässt sich aber sehr vieles auf der zwischenmenschlichen Ebene in Schweden regeln. Manchmal muss man einfach in bisschen länger warten als in Deutschland und dann geht alles von alleine. Hektik ist Gift in Schweden.

Verwaltungsakte funktionieren in Schweden nicht so formaljuristisch, wie man dies von den deutschen "Rechtsmittelbelehrungen, Widerspruchsfristen und so weiter" gewohnt ist. In Deutschland ist eher der Konfrontationskurs bei Konflikten angesagt, während in Schweden erst einmal der Kooperationsweg zur Konfkliktlösung erwartert wird. Bei aller Schlampigkeit und Nachlässigkeit, die einem in Schweden manchmal widerfährt, ist mir die schwedische Art doch lieber, wobei ein bisschen mehr Korrektheit Schweden ganz gut täte. Entweder man nimmt es locker in Schweden ohne sich unnötigen Stress zu machen oder man zieht wieder nach Deutschland.

Pink_Panther
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 342
Registriert: 1. September 2010 01:15
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Personnummer / samordningsnummer

Beitragvon Pink_Panther » 3. Oktober 2012 17:16

Volker hat geschrieben:
Mit Geduld und Hartnäckigkeit auf die sanfte, freundliche und sachliche Art lässt sich aber sehr vieles auf der zwischenmenschlichen Ebene in Schweden regeln. Manchmal muss man einfach in bisschen länger warten als in Deutschland und dann geht alles von alleine. Hektik ist Gift in Schweden.

Verwaltungsakte funktionieren in Schweden nicht so formaljuristisch, wie man dies von den deutschen "Rechtsmittelbelehrungen, Widerspruchsfristen und so weiter" gewohnt ist. In Deutschland ist eher der Konfrontationskurs bei Konflikten angesagt, während in Schweden erst einmal der Kooperationsweg zur Konfkliktlösung erwartert wird. Bei aller Schlampigkeit und Nachlässigkeit, die einem in Schweden manchmal widerfährt, ist mir die schwedische Art doch lieber, wobei ein bisschen mehr Korrektheit Schweden ganz gut täte. Entweder man nimmt es locker in Schweden ohne sich unnötigen Stress zu machen oder man zieht wieder nach Deutschland.


Das kann ich so unterschreiben! Guter Beitrag, Volker!

Eine Sache möchte ich allerdings noch hinzufügen: Leider gibt es auch in Schweden richtige Amtsschimmel, und solche, welche sich in ihrem Amt als absoluter Herrscher über alle Untertanen fühlen. Ist mir persönlich noch nie passiert, ich bin immer mit Höflichkeit und auch Hartnäckigkeit (wie Du es bereits oben beschrieben hastI) an mein Ziel gekommen. Dagegen habe ich leider einige Male in Zeitungen von Vorfällen gelesen, wo arme Teufel der Willkür von irgendeinem Sachbearbeiter ausgesetzt waren, ohne dass es für die entsprechenden Beschlüsse eine Rechtsgrundlage gegeben hätte. Ein prominentes Beispiel ist auch Mats O. Sundquist, ein jämtländischer Ex-Milliardär, welcher möglichweise vom Staat grob übers Ohr gehauen wurde und wo es fraglich ist, ob der Fall nun nach seinem tragischen Tod nochmals aufgerollt wird. Auf die Frage, warum nicht zu Lebzeiten geklagt wurde, antwortete ein Rechtsexperte, dass in Schweden die Gerichte doch recht staats- und obrigkeitshörig sind und dass eine Klage zweifelhafte Aussichten auf Erfolg hatte. Da lobe ich mir doch die Gewaltenteilung in Deutschland und klare Vorschriften.
Ausser dem bisher genannten erlebe ich leider auch eine gravierende Unkenntnis des Vetragsrechts bei Behörden. Ich lese immer wieder von Fällen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Veträge werden geschlossen und gebrochen, wie es gewissen Beamten so passt. Ich habe zwar selbst nur Recht im Rahmen meines BWL Studiums aufzuweisen, aber von Personen die Verträge mit Firmen in Millionenhöhe abschliessen, sollte man doch zumindest grundlegende Rechtskenntnisse erwarten können. Aber da ist oft Fehlanzeige!

Schließlich kann ich mich nur Volker anschließen: Man sollte zunächst einmal versuchen, die Situation zu erklären und sich aufs Bitten zu verlegen. In den allermeisten Fällen haben die Sachbearbeiter ein Einsehen ;-)

/Paul


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast