Pendeln in Schweden

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Imrhien
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Pendeln in Schweden

Beitragvon Imrhien » 4. Juli 2007 14:28

Hallo,

ich hatte ja schon geschrieben, dass wir vielleicht ein Haus haben. Der einzige klitze kleine Nachteil ist, dass sehr recht weit entfernt von der Arbeitsstelle ist. Zumindest für uns... aber wir wissen, dass es in Schweden viele Pendler gibt. Und naja, wir kennen auch genug in Deutschland. EIgentlich ist es sogar optimal, da mein Mann einen Teil der Fahrtzeit (im Zug) sogar als Arbeitszeit anerkannt bekommt. Aber trotzdem wollten wir noch ein wenig darüber nachdenken und deshalb die Frage. Pendelt Ihr selber? Kennt Ihr Pendler? Wie lange, wie weit ist denn so üblich? Klar, letzten endes entscheiden wir was für uns geht und was nicht. Aber ich bin wie immer neugierig wie es anderen so geht.
Also ran an die Tasten und danke für die Hilfe

Liebe Grüße

Wiebke

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Skogstroll
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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon Skogstroll » 4. Juli 2007 15:07

Ich habe 3mil bis zum Büro. Das ist bei lappländischer Verkehrsdichte ganz gut machbar, aber trotzdem nicht immer stressfrei, auch hier gibt es merkwürdige Fahrstile, z.B. wenn man von Leuten überholt wird, die ganz offensichtlich vergessen haben, dass sie mit Anhänger unterwegs sind (ist mir gerade erst passiert).
Weiter als die 30km möchte ich es aber auch nicht haben. Wenn man vielleicht nach einem stressigen Arbeitstag in dichtem Schneefall nach Hause fährt, dann ist das schon ziemlich weit.
Dann kommen auch sehr schnell ziemlich viele Meilen zusammen, und die Sache geht ins Geld. Ich habe Kollegen, die gut 50km fahren, aber das wäre mir zu viel.

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Marcus
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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon Marcus » 10. Juli 2007 17:09

Hallo Wiebke,

was es für die Familie bedeutet zu pendeln habe ich am eigenen Leibe mitbekommen, da meine Frau etwa ein Jahr lang "Hardcorependlerin" war - allerdings in Deutschland. Täglich 220 km von Hamburg nach Osnabrück, anschließend noch ein Jahr täglich 110 km nach Bremen. Mittlerweile arbeitet sie in HH...

Abgesehen von den Auswirkungen auf das Familienleben sind die Erfahrungen meiner Frau jedoch überraschend positiv. Die Reisezeit konnte mit Arbeiten oder der Lektüre schwedischer Krimis sinnvoll ausgefüllt werden. Die Züge waren meist pünktlich, fuhren im Takt (bis spätabends mindestens stündlich) und waren auch recht komfortabel (InterCity).

Das sind drei wesentliche Punkte, denn nichts ist ärgerlicher als wenn es im Büro mal etwas später geworden ist und der nächste Zug erst in zwei Stunden fährt. Abhängig davon wo Ihr leben wollt, ist das Bahnsystem in Schweden oftmals erstaunlich schlecht, selbst auf Strecken, auf denen bei uns eine S-Bahn fahren würde, z.B. Göteborg - Borås. Also unbedingt einmal das Zugangebot checken, bei festen (starren) Arbeitszeiten kann es auch entscheidend sein, ob der Fahrplan halbwegs passend ist. Das heißt z.B., dass man nicht täglich 45 Min. zu früh im Büro ist.

Stellt Euch doch einfach mal die Frage, ob der tägliche Verlust an Freizeit durch die schöne Lage oder den günstigen Preis des Hauses aufgewogen wird!

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen!
Beste Grüße aus Hamburg

Marcus

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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon jörgT » 10. Juli 2007 22:54

Silvia musste 5 mil zur Arbeit fahren und ich kann Skogstroll nur zustimmen, das kann - besohders im Winter - richtig stressig sein ...
Mit dem Auto sind für mich auch ca. 3 mil die Grenze, mit dem Zug evtl. mehr. Das kommt auf die Verbindungen an.
Aber vergleicht nicht mit Deutschland, der Zug- und Busverkehr ist dort deutlich dichter und engmaschiger!
In Stockholm samt Umfeld sollte es aber möglich sein, Wiebke!
Jörg :wink:

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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon Fischkopf » 11. Juli 2007 06:57

Hallöchen!

Mit diesem Thema befassen wir uns auch bei der Arbeitssuche.
Wir haben uns 1 1/2 Sunde Fahrzeit als Grenze gesetzt und ich denke
das dürfte reichen. Ich denke ganz besonders an die Winterzeit, kann nur zu stimmen das es stressig wird nach langen Arbeiten auch noch nach Hause zu fahren.

Bis dann
Fischkopf

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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon Imrhien » 11. Juli 2007 07:45

Danke für Eure Meinungen.
Wir sind letzten Endes zwar auf uns gestellt bei der Entscheidung aber es tut immer gut zu lesen was andere so denken und tun.

Ich melde mich wieder wenn wir weiter sind :)

Danke.

Wiebke

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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon Skogstroll » 11. Juli 2007 09:27

Fischkopf hat geschrieben:Wir haben uns 1 1/2 Sunde Fahrzeit als Grenze gesetzt und ich denke
das dürfte reichen.


Du meinst doch hoffentlich nicht 1 1/2 Stunden pro Strecke? Falls ja, rechnen wir doch mal kurz nach:
Der Tag hat 24h. Wenn du geregelte Arbeitszeiten hast, dann sind das 8h + 30min Pause, mach 8,5h. Weitere 8h schläfst du am Tag, solltest du zumindest. Wenn man sich mit Duschen und Zähneputzen beeilt, ist auch das in 30min zu schaffen. Wenn du dann noch 3h in Auto/Bus/Bahn verbringst, bleiben dir zum Einkaufen/Putzen/Ausruhen/Essen/Familie kuscheln... noch 4 Stunden am Tag. Optimistisch gerechnet.
Wolltest du wegen der Lebensqualität nach Schweden?

Nun gibt es Leute, die gern unterwegs sind, und hat man günstige öffentliche Verkehrsmittel, so kann man zumindest zum besten Kunden der örtlichen Bibliothek werden. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, aber ich würde es definitiv niemandem empfehlen. Ich sitze pro Tag schon etwa 50min im Auto (hin + zurück), und das reicht mir dann auch wirklich. Es geht einfach zuviel Zeit (und Geld) dabei drauf.
Wenn das als Motivation nicht reicht: Rechne doch mal die Fahrzeit pro Jahr aus! Da wird einem himmelangst.

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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon xcycler » 11. Juli 2007 10:21

Skogstroll hat geschrieben:... Wenn du geregelte Arbeitszeiten hast, dann sind das 8h + 30min Pause, mach 8,5h. Weitere 8h schläfst du am Tag, solltest du zumindest.



Also das kommt natürlich auch auf den Job an. Bei so manchen Beamten fällt die Arbeitszeit mit der des Schlafes zusammen .... :smt081

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Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon Lisaflisa » 11. Juli 2007 10:32

Ich kann Skogstroll nur beipflichten.

Fünf Monate bin ich von Uppsala nach Stockholm gependelt. Inkl. Autofahrt, Zug, umsteigen/U-bahn und laufen in Östermalm war ich ca. 1 h 15 min unterwegs ... wenn nichts dazwischenkam, was im Winter mit Schnee und Sturm oft genug vorkam. Ich war soooo dankbar als wir Anfang Mai nach Järfälla gezogen sind und ich nun mit dem Zug in 20 Minuten an T-Centralen bin. Zeittechnisch brauche ich immernoch zwischen 40 und 50 min aber es macht einen Riesenunterschied, wenn man flexibler ist und die Züge alle viertelstunde laufen. Dann kann man abends auch mal shoppen gehen oder mit Kollegen was trinken.
Letzteres war für mich besonders wichtig, da Kollegen doch die ersten sozialen Kontakte waren, die ich in Stockholm schloss.

Ich will später auch mal weiter von der Stadt entfernt und gerne auch auf dem Land leben. Aber dennoch würde ich immer darauf achten, dass ich gute Anbindungen habe. Zumindest so lange ich noch kein lokales soziales Netzwerk habe.

bjoerkebo

Re: Pendeln in Schweden

Beitragvon bjoerkebo » 11. Juli 2007 12:17

Ich musste damals für einen Job selbst in Deutschland für eine Strecke über 60km fahren.Was ich sehr weit fand.(War erst ein Halbtagsjob)
Aber ich finde hier in Schweden hat Entfernung eine andere Dimension.Dezeit fahre ich 40km eine Stecke und es macht mir nicht so viel aus.Vielleicht weil ich auf dem Weg nicht eine Ampel habe :gutefrage:


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