Ostara

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Wickie von Wisby

Ostara

Beitragvon Wickie von Wisby » 21. März 2008 10:52

Hej!

Sollten sich außer mir noch andere Heiden hier im Forum befinden, so wünsche ich denen keine frohe Ostern.

Statt dessen:

Ein besinnliches Ostara-Fest!

Hej då!

Wickie von Wisby

Ostara? - Hier ein paar kurze Erklärungen für Nicht-Heiden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ostara

http://www.asentr.eu/f_ost.htm

http://schamanca.de/Jahreskreisfeste/Ostara

nysn

Re: Ostara

Beitragvon nysn » 21. März 2008 12:51

In Schweden heißt "Ostern" übrigens "Påsk" - genau wie in vielen romanischen Sprachen leitet sich das Wort aus dem hebräische Pessach (hebräisch: פסח) oder Pascha (aramäisch, gesprochen Pas’cha) ab!

Vielleicht gut mit etwas Sprachkenntnissen, wenn du im "Norden" leben möchtest.
:D

Wickie von Wisby

Re: Ostara

Beitragvon Wickie von Wisby » 21. März 2008 13:14

S-nina hat geschrieben:Vielleicht gut mit etwas Sprachkenntnissen, wenn du im "Norden" leben möchtest.
:D


Hej!

Natürlich weiß ich, dass Ostern auf Schwedisch Påsk heißt. Aber bei Ostara geht es eben nicht um Ostern, sondern um das alte heidnische Frühlingsfest. Und deshalb hat das auch überhaupt nichts mit Hebräisch, Aramäisch oder einer sonstigen nicht-germanischen Sprache oder einem nicht-germanischem Fest zu tun. Vielleicht hättest Du vor Deiner Antwort Dich mal besser mit den Hinweisen beschäftigt, die ich extra zur Information mit notiert habe. - Und das Ostara-Fest wird auch von vielen Heiden gefeiert, die es ebenfalls zahlreich in den nordeuropäischen Ländern gibt.

Übrigens hatte ich sieben Jahre Privatunterricht in Schwedisch bei einer waschechten Schwedin aus Stockholm.

Hej då!

Wickie von Wisby
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Mark
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Re: Ostara

Beitragvon Mark » 21. März 2008 13:31

Uebrigens gibt es verschiedene Einfluesse auf das Osterfest (christliche, altgermanische, etc), kann man nachlesen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern

Vielleicht ganz interessant :)

Wickie von Wisby

Re: Ostara

Beitragvon Wickie von Wisby » 21. März 2008 14:11

Mark hat geschrieben:Uebrigens gibt es verschiedene Einfluesse auf das Osterfest (christliche, altgermanische, etc), kann man nachlesen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern

Vielleicht ganz interessant :)


Hej!

Tatsächlich ist es so, dass sich die Christen für ihr Osterfest bei heidnischen Bräuchen das eine oder andere an Äußerlichkeiten ab geguckt haben. Dies sollte dazu dienen das noch junge Christentum in den ländlichen Gebieten zu etablieren. Diese waren oft noch sehr stark von heidnischen Bräuchen und Vorstellungen geprägt. Das spiegelt sich auch in dem lateinischen Wort "Paganus" wieder, was Dorfbewohner bedeutet. Gleichzeitig ist das Wort "Pagan" aber auch ein Synonym für "Heidnisch". Deshalb wird das so genannte "Neu-Heidentum" auch als "Neo-Paganismus" bezeichnet.

Ähnliches wie für Ostern gilt auch für das Weihnachtsfest, dass nach dem alten julianischen Kalender auf die Wintersonnenwende fiel. Im Schwedischen heiß Weihnachten "Jul", was ebenfalls schon bei den Wikingern die Bezeichnung für das Fest der Wintersonnenwende war. Das schmücken des Weihnachtsbaums ist in seinem Ursprung ebenfalls ein heidnischer Brauch, der im 19. Jahrhundert wiederbelebt wurde.

Es gilt aber: Die Äußerlichkeiten haben die Christen übernommen, aber der Sinn der Feste ist grundsätzlich unterschiedlich.

Hej då!

Wickie von Wisby

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amarok
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Re: Ostara

Beitragvon amarok » 21. März 2008 15:43

Wickie von Wisby hat geschrieben:Sollten sich außer mir noch andere Heiden hier im Forum befinden, so wünsche ich denen keine frohe Ostern.
Statt dessen:
Ein besinnliches Ostara-Fest!


Wie definierst du den einen "Heiden"? Hier im Osten von Deutschland sind viele Menschen aus der Geschichte heraus nicht an eine Religion gebunden. Aus Sicht religiösgebundener Menschen wahrscheinlich "Ungläubige" (?). Als ein solcher religiös Ungläuber interessieren mich schon die Hintergründe von Traditionen, Bräuchen etc. . Unbestritten ist sicherlich auch das der Ursprung sog. heidnischer Bräuche im Verlauf der Geschichte durch die Dominaz der sog. Weltreligionen in Vergessenheit geraten sind. Richtig ist sicherlich auch, dass man sich heidnischer Bräuche bediente, um die Menschen zu bekehren. Um mal das Thema auf Skandinavien (weil hier ein Schwedenforum ist) zu lenken. Wie erfolgte die Bekehrung der heidnischen Samis zum Christentum?
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

Wickie von Wisby

Re: Ostara

Beitragvon Wickie von Wisby » 21. März 2008 16:14

amarok hat geschrieben:Wie definierst du den einen "Heiden"? ....


Hej!

Der Begriff "Heide" ist zunächst einmal ein abwertender Begriff gewesen, den das Christentum für alle "Nicht-Christen" benutzte. Später dann wurde er nur noch für die religiösen Gruppen angewendet, die nicht zu den monotheistischen "Buch-Religionen" gehören, also alle außer Christen, Juden und Moslems. Nach dieser Definition sind auch Atheisten "Heiden". Seit aber vor hundert Jahren in Europa die Rückbesinnung auf die vorchristlichen Religionen einsetzte, hat sich der Begriff "Heide" geändert. Aus dem sprachlichen bisher negativ besetzten Begriff wurde eine positive Definition für alle, die sich wieder den sogenannten ethnischen Religionen zugewendet haben. Ob keltisch, germanisch, römisch, griechisch oder schamanisch spielt da zunächst mal keine Rolle. Ich selber bezeichne mich im weitesten Sinne einfach nur als "naturgläubiger Pantheist".

Was die Bekehrung der Samen zum Christentum angeht, so weiß ich darüber auch nicht mehr als das, was hier steht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Samen_%28Volk%29

Hej då!

Wickie von Wisby
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Grund: Vollquote gelöscht

nysn

Re: Ostara

Beitragvon nysn » 21. März 2008 16:27

Deshalb wird das so genannte "Neu-Heidentum" auch als "Neo-Paganismus" bezeichnet.


Das ist ja schon ein bisschen widersprüchlich, einen lateinischen Ausdruck zu verwenden, wenn man Traditionen wiederbeleben möchte, die noch aus vor-römischer Zeit stammen.

Warum nicht Klartext? Heide kommt vom Adjektiv "heidare / heida" = bäuerlich, grob, außerhalb der Dorfgemeinschaft lebend. Das deutsche Wort die "Heide/Heidelandschaft" erinnert noch daran. Latein: campus = Feld

Paganus - wurde möglicherweise auch aus dem Hebräischen in Lateinische übernommen, und bedeuet auch bäuerlich, auf dem Land wohnend, grob Ein lateinisches Synonym ist auch "agricolus".

Dieser Ostara-Brauch geht also darauf zurück, dass man den Beginn des Frühlings gefeiert hat und die Zeit zum Bestellen der Felder usw. gekommen ist. Dass Ostern/Påsk auch auf diese Zeit fällt ist wohl Zufall und rührt ja daher, dass sich im Laufe der Zeit so einiges vermischt/weiterentwickelt hat.

Also ohne Mischungen kein Fortschritt.

In diesem Sinne - glad påsk

S-nina

nysn

Re: Ostara

Beitragvon nysn » 21. März 2008 16:35

Hej Wickie,

Ich selber bezeichne mich im weitesten Sinne einfach nur als "naturgläubiger Pantheist".


Schreib doch im Klartext oder besser auf Schwedisch, dann muss man weniger nachschauen, was du meinst:

Kopiert aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheismus

"Pantheismus (griechisch pan = „alles, ganz“; theós = „Gott“) bedeutet, die Gottheit bzw. „das Göttliche“ in allen Erscheinungen der Welt zu sehen (Allgottglaube). Somit vertritt der Pantheismus die Ansicht, dass das Universum gleichbedeutend mit Gott ist.

Anhänger des Pantheismus glauben an keinen persönlichen oder personifizierten Gott; sie sehen die ganze Welt vom Makro- bis zum Mikrokosmos als „göttlich“ an. Ein Vertreter des Pantheismus war Baruch Spinoza, der seine Sicht auf die Formel Substanz = Gott = Natur (Deus sive natura, „Gott oder die Natur“) reduzierte. Auch viele Erscheinungsformen des Atheismus sind eigentlich pantheistisch, da das gottlose Weltbild mit religiösen Gehalten versehen wird."

Wickie von Wisby

Re: Ostara

Beitragvon Wickie von Wisby » 21. März 2008 16:36

S-nina hat geschrieben:Das ist ja schon ein bisschen widersprüchlich, einen lateinischen Ausdruck zu verwenden, wenn man Traditionen wiederbeleben möchte, die noch aus vor-römischer Zeit stammen. S-nina


Hej!

Gerade weil "Neo-Paganismus" ein Lateinischer Begriff ist, verwende ich ihn äußerst ungern. In diesem Fall war er aber zur Darlegung eines Sachverhaltes im Zusammenhang mit der Christianisierung der Landbevölkerung einfach passend. Übrigens waren die Römer auch mal Heiden. :P

Hej då!

Wickie von Wisby


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