Opposition lässt Steuererleichterung im Reichstag scheitern

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svenska-nyheter
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Opposition lässt Steuererleichterung im Reichstag scheitern

Beitragvon svenska-nyheter » 11. Dezember 2013 17:26

Die rot-rot-grüne Opposition hat zusammen mit den Stimmen der Schwedendemokraten die umstrittene Neuregelung der Steuerprogression gekippt. Die bürgerliche Minderheitsregierung hat damit in einer wichtigen politischen Frage eine Niederlage erlitten.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

vibackup
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Re: Opposition lässt Steuererleichterung im Reichstag scheit

Beitragvon vibackup » 11. Dezember 2013 17:41

svenska-nyheter hat geschrieben:Die rot-rot-grüne Opposition hat zusammen mit den Stimmen der Schwedendemokraten die umstrittene Neuregelung der Steuerprogression gekippt. Die bürgerliche Minderheitsregierung hat damit in einer wichtigen politischen Frage eine Niederlage erlitten.

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Das ist doch endlich mal etwas Gutes, was die Sozialdemokraten machen.
Hat man lange drauf gewartet.
Wer mehr verdient, muss auch mehr beitragen, weil man es kann.

//M

Rallaren
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Re: Opposition lässt Steuererleichterung im Reichstag scheit

Beitragvon Rallaren » 13. Dezember 2013 10:17

quote]
Das ist doch endlich mal etwas Gutes, was die Sozialdemokraten machen.
Hat man lange drauf gewartet.
Wer mehr verdient, muss auch mehr beitragen, weil man es kann.

//M[/quote]
Das ist Deine Sicht.
Vielleicht kommt Dir aber auch mal in den Sinn, warum es Menschen gibt, die mehr als andere verdienen? Weil sie ev. mehr und verantwortungsvoller arbeiten? Weil deren Arbeitstag nicht nur 8 Stunden hat?
Was macht Ihr eigentlich, wenn wir "Besserverdienenden" sagen: okay, wir arbeiten jetzt weniger. Mir reicht, das was ich dann bekomme. Sind wir dann assozial? Woher wollt Ihr eigentlich immer wissen, dass es mir nicht wehtut, mehr Steuern zu zahlen? Vieleicht habe ich auch Lebenspläne, fuer die ich arbeite? Mal was fuer mich zu machen? Nachdem ich eine Frau durchgefuettert habe, drei Kindern das Studium, teils mit Docktorabschluss, ermöglicht habe? Mich also vor meiner Rente noch mal richtig reinhänge, um dann auch eine Rente zu bekommen, von der ich leben kann?
Und fuer Systembedingte Ungerechtigkeiten können auch wir nichts. Eine Krankenschwester könnte gerne mehr verdienen als die Verwaltungsleute eines Krankenhauses.
Wie kommt Ihr darauf, dass ich einfach mehr abzugeben habe, weil ich mehr arbeite? Ich zahle 120000 SEK im Jahr an Steuern und Abgaben. Ein Teil meines Einkommens wird mit 50% versteuert. Reicht das immer noch nicht? Wollt Ihr noch mehr?
Diese unreflektierte Gesäusel, denen tut es ja nicht weh, geht mir so auf den Senkel. Aber schön, dass Ihr das immer alles besser wisst.

vibackup
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Re: Opposition lässt Steuererleichterung im Reichstag scheit

Beitragvon vibackup » 13. Dezember 2013 19:51

Das ist doch endlich mal etwas Gutes, was die Sozialdemokraten machen.
Hat man lange drauf gewartet.
Wer mehr verdient, muss auch mehr beitragen, weil man es kann.

Rallaren hat geschrieben:Das ist Deine Sicht.
Vielleicht kommt Dir aber auch mal in den Sinn, warum es Menschen gibt, die mehr als andere verdienen?

Hej Rallaren!
Donnerwetter, was für ein Ausbruch!
Ja, das ist meine Sicht.
Und ja, ich gehöre zu den Besserverdienenden.
Und ja, mein Arbeitstag hatte (zumindest im letzten Jahr) ca 14 Stunden.
Und dennoch: wir haben mehr, und deshalb können wir mehr tragen.
Ich bleibe dabei.
Du magst das anders sehen.

//M

Volker
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Re: Opposition lässt Steuererleichterung im Reichstag scheit

Beitragvon Volker » 13. Dezember 2013 20:57

Bei der gekippten Steuererleichterung, die mit einer höheren Haushaltsverschuldung bezahlt worden wäre, hätte es sich für besserverdienende Doppelverdiener um Größenordnungen von umgerechnet etwa 50 bis 150 Euro pro Monat pro Familie gehandelt. Dieses zusätzliche Geld für Menschen, die eh kaum Geldsorgen haben, hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Lebensqualität, da es hauptsächlich für kurzfristige Konsumgüter ausgegeben wird, die zudem meistens im Ausland produziert werden. Glücklich macht das niemanden auf Dauer, weil Dinge gekauft werden, die die Käufer nicht unbedingt brauchen und die Wirtschaft kurbelt es auch nicht an, wie versprochen wird. Mehr Arbeitsplätze werden dadurch auch nicht in Schweden geschaffen, aber vielleicht ein paar in Thailand durch ein paar schwedische Touristen, denen das Urlaubsgeld etwas lockerer in der Tasche sitzt als sonst. Mich wundert es nicht, das ausgerechnet die Wählerschichten, die finanziell gut ausgestattet sind, sich von der bürgerlichen Allianz überproportional abwenden. Jeder Volkswirtschaftstudent im ersten Semester würde durch die Prüfung rasseln, wenn er so eine Steuerpolitik vorschlagen würde, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Ohne moralisieren zu wollen, macht eine zusätzliche Haushaltsverschuldung wenn überhaupt nur dann Sinn, wenn durch die Schaffung zusätzlicher sinnvoller, langfristiger Investitionen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies kann zum Beispiel durch die Sanierung maroder Bahnstrecken, einem Wohnungsbauprogramm oder einer Verbesserung des Ausbildungswesens erfolgen, weil diese Investitionen für die Zukunft durch eine Produktivitätssteigerung mehr Steuereinnahmen versprechen, wodurch die Schulden leichter zurückzuzahlen sind.

Heute kam in den Nachrichten, dass ein neues Gesetz in Planung ist, welches kleine Häuschen von 25 qm ohne Baugenehmigung auf bereits bebauten Grundstücken erlaubt und das darin auch das Dauerwohnen erlaubt sein soll. Solche Gartenlauben sind (friggebod http://sv.wikipedia.org/wiki/Friggebod ) sind schon länger ohne Baugenehmigung erlaubt, aber nicht in dieser Größe. Aber ich finde das schon zynisch hier von einer Lösung des Wohnungsproblems zu reden. So kann man wohl auf seinen 4000 qm Grundstücksfläche seine Hausangestellten oder Altenpfleger aus Somalia unterbringen oder wie? So stellt man sich wahrscheinlich Integration vor. Entschuldigung für meinen zynischen Ausbruch, aber ich verfolge die Entwicklung schon seit einigen Jahren.

vibackup
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Re: Opposition lässt Steuererleichterung im Reichstag scheit

Beitragvon vibackup » 13. Dezember 2013 21:30

Volker hat geschrieben:Bei der gekippten Steuererleichterung, die mit einer höheren Haushaltsverschuldung bezahlt worden wäre, hätte es sich für besserverdienende Doppelverdiener um Größenordnungen von umgerechnet etwa 50 bis 150 Euro pro Monat pro Familie gehandelt. Dieses zusätzliche Geld für Menschen, die eh kaum Geldsorgen haben, hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Lebensqualität, da es hauptsächlich für kurzfristige Konsumgüter ausgegeben wird, die zudem meistens im Ausland produziert werden. Glücklich macht das niemanden auf Dauer, weil Dinge gekauft werden, die die Käufer nicht unbedingt brauchen und die Wirtschaft kurbelt es auch nicht an, wie versprochen wird. Mehr Arbeitsplätze werden dadurch auch nicht in Schweden geschaffen, aber vielleicht ein paar in Thailand durch ein paar schwedische Touristen, denen das Urlaubsgeld etwas lockerer in der Tasche sitzt als sonst....

Ohne moralisieren zu wollen, macht eine zusätzliche Haushaltsverschuldung wenn überhaupt nur dann Sinn, wenn durch die Schaffung zusätzlicher sinnvoller, langfristiger Investitionen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

Gut gesagt.

//M


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