Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

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Storstadstjej

Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Storstadstjej » 21. Februar 2008 11:28

Aurora hat geschrieben:Die eigene, alte Sprache pflegen, kann ich auch zu Hause.

Und wenn man nicht aufpasst, hat man am Ende eine ganze Parallelwelt Zuhause.
Mehr mag ich eigentlich nicht mehr zu dem Thema sagen, jeder will lediglich Recht haben, sehe hier wenig Bereitschaft, über andere Meinungen grossartig nachzudenken, weil ja auch jeder im gewissen Maße Recht hat.
Jeder soll's machen, wie er will, sich aber anschliessend nicht über den eventuellen Fall auf die Nase wundern.

Manty

Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Manty » 21. Februar 2008 11:28

Man muß nicht alle Traditionen seines neuen Heimatlandes mitmachen, sollte aber schon darüber Bescheid wissen und sich dafür interessieren und nicht sagen, nee, also so einen Mist mache ich jetzt nicht mit. Das hat auch etwas mit Respekt gegenüber der anderen Kultur zu tun. Man sollte schon wissen, wo man lebt und warum dieses oder jenes so gemacht wird und nicht nur wissen, achso ja, da war ja irgendwie Feiertag, weiß nicht warum, aber ich habe auf jeden Fall frei.
Das gleiche gilt im übrigen auch für die eigenen Traditionen.
Auf keinen Fall sollte man andererseits seine eigene Kultur/Traditonen vergessen oder gar verleugnen. Das würde ich z. B. absolut lächerlich finden.
Ich finde, eine gute Mischung aus allem ist schon schön. In jeder Kultur findet man etwas, wo man sagt, daß ist aber eine schöne Tradition und warum diese dann nicht einfach mal mitmachen? Das heißt ja nicht, das man seine Wurzeln dadurch vergißt.

nysn

Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon nysn » 21. Februar 2008 11:32

Auf die Gefahr hin, dass ich nun etwas vom Thema abweiche:

Heute ist der "Internationale Tag der Muttersprache" - und mein Sohn hat mir gestern eine Einladung auf den Tisch gelegt mit den schönen Worten:

Der Muttersprachentag dient dazu:

- att främja språklig mångfalt och språkundervisning
(Förderung sprachlicher Vielfalt und des Sprachunterrichts)
- att höja medvetenhet om språkliga och kulturella traditioner
(Bewusstseinsstärkung über sprachliche und kulturelle Traditionen)
- att främja förståelse, tolerans och dialog
(Förderung von Verständnis, Toleranz und Dialog)

In unserer Kommune (Kungsbacka) gibt es ca. 300 Kinder mit verschiedenen Muttersprachen und die größte Gruppe davon ist lt. Info der Kommune - DEUTSCH !


In diesem Sinne möchte ich Euch allen noch einen schönen Tag wünschen und auch verraten, welches "landestypische Traditionsgericht" heute auf dem Speiseplan der Schule steht, nämlich : "Minestronesoppa"

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Aelve » 21. Februar 2008 11:43

Hej S-Nina,

Dein posting paßt doch ausgezeichnet zu dem Threat. Das liebe ich so an den Schweden, dass sie tolerant sind, dass sie aufgeschlossen sind, dass sie bemüht sind, den anderen zu verstehen und dass síe sogar Kritik in nette Worte verpacken.
Z.B. sagt der Schwede ja auch, das könntest Du so oder so machen, nicht etwas das mußt Du so oder so machen.
Wenn alles klappt, dann fahren wir morgen für einige wenige Tage nach Schweden. Wir werden bestimmt wieder unsere schwedischen Nachbarn treffen, obwohl mein Mann nur etwas schwedisch spricht, ich nur schlecht etwas englisch kann und die Frau des Nachbarn ein wenig deutsch. Aber wir arbeiten daran und hoffen, dass wir uns bald ganz und gar in schwedisch mit diesen wirklich ganz lieben Leuten, die uns in ihrer Gemeinde aufs netteste vällkommen geheißen haben, austauschen können.
Grüße Aelve :?
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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Imrhien » 21. Februar 2008 12:00

Aelve hat geschrieben:wenn ich Kontakte haben will, dann muß ich selbst auch was dafür tun und die Möglichkeit schaffen, dass ich eingeladen werde oder dass ich dazu gehöre. Das ist nicht nur in Schweden so, das ist überall so, entweder will ich irgendwo dazu gehören oder ich möchte für mich alleine sein, aber der Anstoss muß doch von mir selber kommen.


Damit hast Du absolut recht. Es ist keine Garantie, aber die einzige Chance Einheimische kennenzulernen. Auch wenn es manchmal vielleicht nicht sooo einfach ist. Aber es kann sich lohnen.
Erste Kontakte zu knüpfen ist sogar relativ einfach, wenn man auf die Menschen zugeht. Die Frage ist, wie mehr daraus wird. Das kann sich nur mit der Zeit, etwas Glück und Geduld ergeben. Und auch das gilt für jedes Land und innerhalb des Landes für die verschiedenen Bezirke.

Grüße Wiebke

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Imrhien » 21. Februar 2008 12:08

Aelve hat geschrieben:dass síe sogar Kritik in nette Worte verpacken.
Z.B. sagt der Schwede ja auch, das könntest Du so oder so machen, nicht etwas das mußt Du so oder so machen.


Das ist richtig und auch ich finde das ganz schön und angenehm. Die Gefahr ist dabei allerdings, dass man irgendwann mal nicht mehr merkt, dass es Kritik ist. Und dann kann es schnell gefährlich werden. Ich finde es doof, wenn nicht mehr einschätzen kann was mein Gegenüber so von mit hält. Freundlich hin oder her, manchmal ist es ganz gut mal richtig sauer zu sein. Danach kann man sich ja wieder vertragen :)
In USA ist das auch so mit der Freundlichkeit. Und an denen orientieren sie die Schweden ja manchmal ganz gerne. Da kann schon einer total freundlich gesagt bekommen, dass er nicht gut genug arbeitet und dass er Mist gebaut hat. Wenn er das nicht richtig versteht, weil ja der Chef so freundlich ist, dann hat er bald die freundliche Kündigung auf dem Tisch.
Nicht falsch verstehen, ich finde es auch schön, dass die Schweden freundlich sind und merke auch den Unterschied im Alltag.
Nur manchmal finde ich es eben angenehmer wenn ich sofort weiss ob mich jemand mag oder einfach nur nett ist.
Aber mit der Zeit, wenn man die Leute und die Kultur und auch die SPrache etwas besser kann, dann wird es sicherlich wieder einfacher zu deuten was da gemeint ist. Noch gehen einfach ganz viele solcher Feinheiten verloren. Das ist schade. Damit muss man aber wohl leben im Ausland.

Grüße Wiebke

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Aelve » 21. Februar 2008 12:42

Hallo Wiebke,

auch damit, dass es Dir manchmal zu freundlich erscheint, kann ich Dich gut verstehen. Ich bin auch eher so veranlagt, dass ich direkt sage, was ich meine, das kommt manchmal auch nicht gut an. Aber man ist wie man ist und ich bin auch der Meinung, dass das Gegenüber es doch vielleicht besser einordnen kann, wenn man klare Worte spricht, anstatt etwa hinten rum. Das ist wohl des Schwedens Mentalität, die es ihnen nicht erlaubt, anderen etwas offen aber auch ehrlich ins Gesicht zu sagen. Insofern muß man dann wohl versuchen, sich auf die Art der Schweden einzulassen. Vielleicht kann man ja bei einer nett und sehr freundlichen Kritik eines Schweden einfach nachfragen, wie er das wohl machen würde. Also immer Bereitschaft zeigen, dass man von ihm lernen will. Oder auch erklären, warum man es anders macht, weil man selbst es so und so eben besser erledigen kann.
Viele Sachen entstehen doch durch Missverständnisse, der eine hat es so gelernt, der andere so, der eine sieht etwas so, der andere sieht es anders. Manchmal übt man ja auch Kritik, die nur aus eigenem Unvermögen resultiert. Ist es nicht besser, wenn die Kritik nett ausgesprochen wird, dass man erläutern kann, wieso es zu dem Kritikpunkt gekommen ist. Ich denke da mal an die Arbeitswelt, wenn man von Vorgesetzten kritisiert wird. Hier in Deutschland kann man sich kaum wehren, wenn ein Vorgesetzter etwas "besser weiß", da muß man es dann so hinnehmen, vielleicht auch deshalb weil es barsch rüberkam.
Wenn aber eine Kritik nett ist, hat man doch mehr Mut, seine Sichtweise und Handlungsweise anzubringen.
Klappen diese Probleme in Schweden, wenn sie durch die Blume gesagt werden, nun besser zwischen Chef und Angestellten als in D? Erzähle da doch mal von Deinen Erfahrungen.
Herzliche Grüße Aelve
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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon nysn » 21. Februar 2008 13:28

Aelve hat geschrieben:Hej S-Nina,

Das liebe ich so an den Schweden, dass sie tolerant sind, dass sie aufgeschlossen sind, dass sie bemüht sind, den anderen zu verstehen und dass síe sogar Kritik in nette Worte verpacken.

Wenn alles klappt, dann fahren wir morgen für einige wenige Tage nach Schweden. Wir werden bestimmt wieder unsere schwedischen Nachbarn treffen, obwohl mein Mann nur etwas schwedisch spricht, ich nur schlecht etwas englisch kann und die Frau des Nachbarn ein wenig deutsch.


Hallo Aelve,
was ich an den Schweden nicht "liebe" ist gerade die Art, alles "codiert" auszudrücken - manchmal treibt es mich sogar regelrecht "zum Wahnsinn".

Nach 13-jährigen - mal mehr oder weniger engagierten Phasen - des Verständnisaufbaus - habe ich mittlerweile aufgegeben. Mir ist es schlicht und ergreifend "wurscht", was "die Schweden" von mir denken und ob ich nun angepasst bin oder nicht.

Ich stehe mittlerweile auch zu meinem Akzent - den ich im Laufe der Jahre nie verloren habe - und verstehe auch, wenn man mir ganz freundlich sagt: "Oh, du sprichst ja sehr gut schwedisch, genauso wie Königin Silvia" - das heißt nämlich übersetzt in Klarsprache: "Die Frau ist schon so lange hier im Land und hat es immer noch nicht richtig gelernt!"

Dann habe ich heute - das ist nun wohl auch etwas abseits des Themas - gerade an dich gedacht, als ich die Zeitung las. Da steht nämlich - wieder mal - ein interessanter Artikel zum Schulsystem in Schweden. Die Überschrift könnte nämlich lauten:
Sag mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wer und wie gut du ausgebildet bist ...
Hier frei übersetzt aus dem Zeitungsartikel der GP:
"Der Beruf der Eltern ist entscheidend ...
aber die soziale Struktur spielt auch eine Rolle. Der Beruf der Eltern und deren Ausbildung ist maßgeblich dafür, wie die Kinder wählen. Die zehn Kommunen (von denen die meisten Kinder auf weiterführende Schulen nach der Grundschule gehen) liegen auch an der Spitze hinsichtlich des Durchschnittseinkommens der Eltern."

Die Kommunen an der Spitze insgesamt sind die Universitätsstädte - Uppsala, Stockholm, Lund und hier für die Gegend um Göteborg sind es
Partille, Göteborg, Kungsbacka, Mölndal, Halmstad. Genau dort, wo es also auch relativ teuer ist, zu wohnen, erhält man die besten Ausbildungschancen für die Kinder.
Dort, wo die Lebenshaltungskosten günstiger sind - auf dem Land - gehen nur 2 von 10 Kindern auf weiterführende Schulen - dazu zählen
Essunga, Lilla Edet, Grästorp, Hylte, Strömstad ...

Natürlich wünsche ich Dir und Deinem Mann nächste Woche dann eine schöne Zeit in Schweden und verstehe auch, dass du das Land liebst und dort, wo ihr Eure Häuser habt, die "Welt" auch noch quasi "in Ordnung" ist.

Würde mir aber auch wünschen, dass du bei deinem Besuch etwas genauer hinschaust, denn auch in Schweden ist mittlerweile "Multikulti" angekommen und die Unterschiede zu Deutschland sind gar nicht so groß ...

:wink:

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Aelve » 21. Februar 2008 14:43

Hej S-Nina,

das glaube ich Dir, dass Schweden in den genannten Bereichen negativ nachzieht. Aber trotzdem bin ich noch nicht davon überzeugt, dass es so krass wie in Deutschland ist. Hier ist es wohl mehr der Verdrängungswettbewerb, Du bekommst hier nur noch einen Ausbildungsplatz, wenn Du entweder Abitur hast oder einen sehr guten Realschulabschluß. Trotzdem jammern die Ausbildungsbetriebe, dass die Schulabgänger, die ja vom Gymnasium kommen, sehr schlecht gebildet sind. Wenn die Eltern aber nur Handwerker sind, dann haben die Kinder schon Probleme, auf einem Gymnasium anerkannt zu werden.
Man muß natürlich auch berücksichtigen, dass Akademiker-Eltern selbstverständlich ihren Kindern mehr helfen können oder auch wegen des hohen Einkommens Nachhilfe bezahlen können, dadurch auch wohl der Umstand, dass Kinder aus bestimmten Wohngebieten dann eher eine gute Ausbildungschance haben.
Aber bekommt man nicht in Schweden auch noch gut eine Stelle, auch wenn man kein 1er Zeugnis hat? Ist es nicht so, dass die Arbeitslosenquote noch weit unter der unsrigen in Deutschland liegt?
Kann man nicht, wenn man evtl. handwerklich begabt ist, nicht trotzdem eine gute Anstellung finden?
Grüße Aelve
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Storstadstjej

Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Storstadstjej » 21. Februar 2008 15:16

Nun sage ich doch etwas dazu...

Wie kommt es, dass ZUFRIEDENE nach Schweden Ausgewanderte eine Schwierigkeit darstellen und jemand, der bisher "nur den Urlauberstatus" hat es niemandem so richtig glauben möchte?


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