Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

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Nyckelpiga
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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Nyckelpiga » 18. Februar 2008 14:59

Hej ich meinte mit meinem Artikel auch nicht das man Blauäugig sein soll,
wollte doch nur die Angst vorm schnacken nehmen.

Ich weiß auch das ich mit meinem Schwedisch im Augenblick nicht weit kommen würde, es reicht um einzukaufen, nach dem Weg zu fragen und nette Höflichkeiten auszutauschen. Und um zu verstehen was mein Gegenüber erzählt ( zumindestens etwas)
ich weiß du willst nur vor der "Blauäugigkeit" der Leute warnen...
:smt041
Das ist das, was ich hier in diesem Forum sehr schätze, :smt060 Ehrlichkeit !
Und da ich in meinem Traumland "nur" Urlauber bin, hab ich noch Zeit, und kann noch weiter lernen. :lol:
Und hier immer noch mehr Tipps bekommen und lernen
Liebe Grüße Nyckelpiga

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Aelve » 18. Februar 2008 15:34

Und lasst Euch nicht täuschen - er wird Euch noch eine Weile erstaunt ansehen und behaupten, dass Euer Schwedisch "sååå jättebraaaaaa" ist und seine angebliche Verwunderung über Euere Sprachlernfähigkeiten verbalisieren. Was der Schwede sich dabei denkt ....


Hallo Storstadstjej,

Du weiß also genau, was ein Schwede denkt, was er fühlt, wie er andere einschätzt. Na, bravo!
Wir lernen nun alle ganz schnell schön schwedisch und auch natürlich die richtige Aussprache, damit kein Schwede etwas Negatives über uns denkt.
Wenn ich immer darüber nachdenken würde, was jemand über mich denkt, wenn er denkt, dann würde ich nur noch gehemmt rumlaufen.
Natürlich ist es super, wenn man gut schwedisch spricht, wenn man ans Auswandern denkt, ich kenne aber auch einige, die erst vor Ort ein gutes Schwedisch sprechen lernten. Man darf auch nicht vergessen, dass selbst Schweden Probleme haben, jemanden mit einem ausgesprochenen schonischen Dialekt zu verstehen. Oft kann man in Deutschland gar nicht so perfekt schwedisch lernen, wie bei einem Sprachkurs in Schweden.

Grüße Aelve :lol:
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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Storstadstjej » 18. Februar 2008 16:45

Aelve, liess doch bitte vor dem posten das, was ich geschrieben habe. Nein, man muss nicht bei Umzug schon perfektes Schwedisch können, es ist auch in den meisten Fällen recht unrealistisch das zu erwarten (Ansprüche der potentiellen Arbeitgeber mal aussenvor). Aber 1. kann man sich zuhause schon gute Grundlagen aufbauen - sodass das weiterlernen im Land fast oder ganz automatisch weiterläuft und 2. kann man sich sicher nicht nach dem man seinen täglichen Beschäftigungen nachgehen kann (einkaufen & wäsche waschen) sich auf seinen Hintern setzen und erwarten, dass die Umwelt sich mit Deinen Schwedischkenntissen zufriedengibt. Mein Posting hatte aber auch das primäre Ziel, zu sagen, dass es einen UNTERSCHIED zwischen Urlaub und hier leben gibt - unter anderem den in den Anforderungen und Erwartungen der Umwelt.

Lieber Aelve - wie schaust Du denn in D einen Ausländern an, der vor X Jahren nach Deutschland gezogen ist und immer noch kein gutes Deutsch spricht? Da sind die Schweden nach aussen hin netter und geben Komplimente um zu wissen, was sie tatsächlich denken - denk Dich einfach in die beschriebene Situation hinein.

Ich schliesse übrigens auch nicht aus, dass man eine gewisse Zeit lang im Ausland sehr zufrieden leben kann, ohne die Landessprache zu kennen. Diese Möglichkeit steht aber den wenigsten zur Verfügung. Und anhand glücklicher Zufälle und "Glück gehabt" kann man leider keine Ratschläge erteilen.

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Imrhien » 18. Februar 2008 17:45

Zu dem was der Schwede sich denkt kann ich nur sagen, ich wüsste es manchmal gerne. Denn mir wird auch so ein gutes Schwedisch bescheinigt. Was ich selber davon halte? Naja, es geht grade mal so. Eigentlich wäre ich gerne besser (aber wer nicht?).
Ich merke aber, dass Schweden, die mich ein paar Tage oder Wochen nicht gesehen haben, plötzlihc doch deutlich erfreuter reagieren wenn sie mich reden hören. Den Satz, dass ich nach 4 Monaten im Land aber gut schwedisch kann, den höre ich oft. Aber die Reaktion (Gesicht und Freundlichkeit) ist schon sehr unterschiedlich. Wie gesagt, wenn sie merken, dass da ein Fortschritt ist, dann reagieren sie freundlicher und reden plötzlich länger mit mir. Und das obwohl sich an dem Kompliment erst mal nicht viel ändert...
Ich hoffe, dass ich weiter so fortschritte mache, denn ich weiss nicht was sie wirklich denken.
Und wenn ich überlege wie ich Ausländer in Deutschland anschaue, die nach vielen Jahren noch kein Deutsch können.. naja, ich bin gelinde gesagt, genervt und verwundert, dass sie das geschafft haben.
Übrigens sind auch die Auswanderer (aus Deutschland) die schon lange hier leben (seit den 50ern) sehr skeptisch. Ich wurde da von einer auf Herz und Nieren geprüft. Sie will auf keinen Fall mit den Fernsehauswanderern der schlechten Sorte verwechselt werden und findet es schlimm. Sie glaubt wohl, dass diese ein schlechtes Bild auf alle Auswanderer werfen und ich kann die Sorge verstehen.

Gruss Wiebke

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Aelve » 18. Februar 2008 19:42

Hallo,

selbstverständlich ist es immer ein anzustrebendes Ziel, möglichst schnell und perfekt eine Sprache sprechen zu können, wenn man irgendwo leben und zurecht kommen will. Hier war aber die Anfangsfrage, ob es möglich sei, auch ohne Schwedischkenntnisse nach Schweden auszuwandern oder ob dieses ganz unmöglich wäre. Ich kenne Deutsche, die konnten fast kein Wort schwedisch, bekamen trotzdem sofort eine Anstellung und sprechen natürlich jetzt auch schon sehr gut schwedisch, da sie es ja jeden Tag sprechen müssen. Bei einem Pärchen bekam der Mann ohne Schwedischkenntnisse sofort eine gute Anstellung und benötigte natürlich etwas länger um schwedisch zu lernen, seine Frau bekam keine Arbeit und absolvierte erst den angebotenen Kursus in Schweden. Sie spricht insgesamt natürlich schon besser die Sprache; muß sie auch, denn sie muß heute telefonisch Kunden betreuen bei H & M, das hätte sie bestimmt ohne den Sprachkurs in Schweden schlecht gemeistert.
Deshalb würde ich generell sagen, dass es zwar erstrebenswert ist, mit Schwedischkenntnissen auszuwandern, aber falls es nicht andes geht, kann es auch gut gehen.
Grüße Aelve
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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Infosammler » 19. Februar 2008 09:06

Verfasst am: 18.02.2008 15:37 Titel: ”Schwedisch für Einwanderer”-Kurse sollen besser

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Einwanderer sollen künftig nachweisen, dass sie sich um das Erlernen der schwedischen Sprache bemüht haben. Diese Forderung unterbreiteten am Montag Bildungsminister Jan Björklund und Immigrationsministerin Nyamko Sabuni. Damit will die Liberale Volkspartei ihr Wahlversprechen einlösen, Immigranten mehr Integrationsbemühungen abzuverlangen.


(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)


Das habe ich gerade hier im Forum gelesen.

Finde es gut, dass man nachweisen soll die Sprache zu lernen. Auch hier wird es zwischen den einzelnen Personen unterschiede geben. Der eine lernt schnell der andere langsamer. Wichtig ist das man sich bemüht. Sollte es eigendlich in Deutschland auch geben!

Gruß Claudia

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Aelve » 19. Februar 2008 09:41

Hallo Claudia,

wie Recht Du doch hast. Aber hier in Deutschland ist es so, dass es, wenn es nach einigen Leuten einer bestimmten Partei geht, dann sollen die Deutschen als zweite Fremdsprache Türkisch bekommen. Darüber hinaus wäre es, laut unserer Kultusministerin in Schleswig-Holstein Ute Erdsiek-Rave, erstrebenswert, türkische Schulen in Deutschland zuzulassen, damit die Türken es dadurch leichter haben, ihre Sprache beizubehalten, so wie es gerade durch Erdogan gefordert wurde.
Da sträuben sich bei mir die Nackenhaare, wenn die deutschen Schüler nicht genügend Förderung und Bildung erfahren, aber statt dessen zugezogenen Bürgern immer mehr Rechte eingeräumt werden sollen, die gerade eine nötige Integration schwerer machen.
Da wundere ich mich nicht mehr, dass Deutsche dieses zum Anlaß nehmen, um ihrem Heimatland den Rücken zu kehren.
Ich finde, dass Schweden da besser davor ist, zum einen bieten sie sofort kostenlose Sprachkurse für Einwanderer an und üben auch den nötigen Druck aus, das Angebot anzunehmen.
Grüße Aelve :)
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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Imrhien » 19. Februar 2008 09:45

Hej,
grundsätzlich finde ich es auch gut. Allerdings muss es da gute Unterscheidungskriterien geben. Und im Grunde gibt es das schon in Deutschland. Zumindest je nach Bundesland, Kommune und jenachdem was Du willst. Ich kenne zumindest einige Familien die einem Test unterzogen wurden. Manche waren allerdings echt lächerlich, denn ich kann nicht von jemandem verlangen einen deutschen Text zu lesen und zu verstehen, wenn er einfach nicht lesen kann...
Da sehe ich echt die Gefahr bei solchen Unternehmungen. Zu viel Aktionismus um die Wähler zu gewinnen und kein durchdachtes System.
Wenn es gut gemacht ist und auch solche Fälle berücksichtigt, finde ich, dass es in jedem Land grundsätzlich ok wäre, einen solchen Test zu machen. Ich würde mich auch sofort ohne Murren unterziehen.
Die Frage ist allerdings auch was passiert wenn man den Test nicht schafft :)
Eben für solche muss es ja auch eine Regelung geben. Man kann ja niemanden verhungern lassen nur weil die Eltern vielleicht etwas schwach im lernen sind... so lange sie sich aber bemühen...
Das ist aber wieder (vermutlich in allen Ländern) ein sehr heisses Eisen.

Grüße Wiebke

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Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon gundi » 19. Februar 2008 10:21

Also für meinen Teil kann ich nur sagen, das Sprache immer noch zur Kommunikation gehört. Auch die Muttersrpache!
Aber, wenn ich an die Zeit zurück denke, so 70-er und 80- er Jahre, dann hatten wir doch in Deutschland die selbe Diskussion, wenn Emigranten in Deutschland einwanderten und der Sprache nicht mächtig waren.
Ich glaube es gehört immer mit dazu, dass diese Diskussion geführt wird. Nur so bleibt alles in Bewegung und erstarrt nicht. Hier in Bergslagen haben wir viele Auswanderer aus Finnland, die seit 30 Jahren hier leben und nicht der schwedischen Sprache mächtig sind. Leider bleiben sie fremde im Land in dem sie leben. Bemühungen der Kommunen wurden nicht angenommen und die Finnen blieben heute noch lieber unter seinesgleichen. Ich für mich kann nur sagen, dass es wichtig ist die schwedische Sprache zu beherrschen, allerdings liebe ich es auch in der Muttersprache zu kommunizieren und mir fällt auf, wenn ich nicht in Übung bleibe, dann passiert es mir, das ich deutsche Begriffe vergesse und durch schwedische ersetze. :roll: Hört sich lustig an und unsere Kinder sagen oft. "typisch ausländisch"! lach....
Alles liebe Gundi

Storstadstjej

Re: Ohne Sprachkenntnisse nach Schweden?

Beitragvon Storstadstjej » 19. Februar 2008 10:28

Die Regelungen in Schweden rühren daher, dass es gewisse Leute gibt, die durch einen ewigen Besuch und das ewige Nichterreichen der SFI-Abschlussanforderungen sich den scheinbar ewigen Unterhalt durch den Staat "sichern".
Jaja, die Regierung will nicht nur den Arbeitslosen und Kranken an die Tasche, sondern auch den armen Einwanderern. ;-)


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