Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

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svenska-nyheter
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Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon svenska-nyheter » 30. April 2015 13:25

Für rauchende Mieter wird in Schweden die Luft dünn. Die Nachricht von zwei städtischen Wohnungsbaugesellschaften in Göteborg, nur noch rauchfreie Mietshäuser zu bauen, ruft nun die Mietervereinigung auf den Plan.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

Petergillarsverige
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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon Petergillarsverige » 4. Mai 2015 10:28

Gut so. Zigarettengestank ist echt übel.
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Volker
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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon Volker » 4. Mai 2015 13:44

In unserer Straße wird nicht geraucht. Das würde ich wahrscheinlich riechen. Und Kippen sehe ich auch keine herumliegen. Meine Nachbarn habe ich noch nie rauchen sehen. Es ist sehr selten, dass ich in unserer kleinen Stadt überhaupt mal einen Menschen mit einer Zigarette gesehen habe.

Es muss aber in unserer kleinen Stadt Raucher geben, da es in den Geschäften Zigarattenpackungen zu kaufen gibt. Mein Vorschlag wäre es den Verkauf von Tabakwaren nur noch im Systembolag zuzulassen. Damit wäre die Schraube weiter angezogen. Wegen der Gefahr eines blühenden Schwarzmarktes lassen sich Tabakwaren nicht von heute auf morgen völlig verbieten. Das Rauchen muss über viele Jahre in kleinen Schritten erschwert werden.

Wer raucht, ist mit einer höheren Wahrscheinlichkeit psychisch krank als der Durchschnitt der Bevölkerung:

http://www.bas-muenchen.de/fileadmin/do ... 130207.pdf

Das sollte zu denken geben.

vibackup
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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon vibackup » 4. Mai 2015 17:04

Volker hat geschrieben:Wer raucht, ist mit einer höheren Wahrscheinlichkeit psychisch krank als der Durchschnitt der Bevölkerung:

Da Nikotinabhängigkeit an sich eine psychiatrische Diagnose ist, ist das ein Zirkelschluss, das ist dir klar, oder?
;-)

//M

Volker
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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon Volker » 4. Mai 2015 18:12

Auf diese Antwort habe ich eigentlich gewartet :)

Das ist streng genommen richtig. Wollte mich aber hier nicht mikrodetailgenau äußern. Selbst wenn man die Nikitonabhängigkeit ausklammert, trifft meine Aussage laut dem von mir verlinkten PDF-File immer noch zu. Irgendwo habe ich gelesen, dass 30% der Raucher abgesehen von der Nikotinabhänigkeit psychische Probleme haben. Das ist mehr als der Durchschnitt. Zudem haben nicht alle Raucher Schwierigkeiten sich das Rauchen abzugewöhnen, sind also nicht süchtig, wobei das wieder Auslegungssache ist. Die Zahlen habe ich vergessen. Ich bin natürlich "strenggläubiger und militanter" Nichtraucher, wobei diese Aussage bitte nicht auf die Goldwaage zu legen ist, wie vieles, was ich schreibe. :wink:

Nee, Rauchen ist wirklich nicht mein Ding, weder aktives noch passives Rauchen. Der starke Raucher verlernt es oft die normalen Gefühlsschwankungen zu akzeptieren und mit diesen umzugehen. Bei großer Freude, etwas Anspannung und Ärger muss gleich eine gepafft werden. Siehe die "geniale" HB-Männchen-Werbung, die in überzeichneter Weise genau darauf abzielt:



Man stelle sich mal vor, man hätte das ganze Geld, das für die Zigarettenwerbung ausgegeben worden ist, z.B. für die Verbreitung des autogenen Trainings oder ähnlichen Entspannungstechniken reingesteckt. Geld war ja vorhanden gewesen, das von der Tabaksteuer kommt.

jörgT
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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon jörgT » 5. Mai 2015 07:28

Herrlich, Volker! Diese Werbung hatte ich beinahe vergessen!
Jörg :lol:

EuraGerhard
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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon EuraGerhard » 5. Mai 2015 08:08

Hallo,

auch ich bin eingefleischter Nichtraucher, schon immer gewesen. Das nur vorweg zur Klarstellung.

Ich habe auch keinerlei Bedenken, wenn es vertraglich verboten wird, in den öffentlich zugänglichen Bereichen der Wohnanlage, und meinetwegen auch auf dem Balkon, zu rauchen. Ich hätte auch keine Bedenken, wenn - auf einem entspannten Wohnungsmarkt! - zusätzlich zu "normalen" Wohnanlagen auch reine Nichtraucher-Wohnanlagen gebaut würden, in denen auch das Rauchen in der eigenen Wohnung untersagt ist.

Nur ist der Wohnungsmarkt in Schweden alles andere als entspannt, zumindest in den Städten. Wer nicht genügend Geld für ein eigenes Haus oder zumindest ein Bostadsrätt hat, steht jahrelang auf der Warteliste. Unter diesen Umständen geht es meiner Meinung nach daher entschieden zu weit, nur noch Nichtraucher-Wohnanlagen zu bauen. Das ist ein zu großer Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte.

Hinzu kommt, dass man zumindest bei Neubauten die Belästigung der Nachbarn durch lüftungstechnische Maßnahmen ausschließen könnte. Wenn man nur wollte.

MfG
Gerhard

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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon Petergillarsverige » 5. Mai 2015 09:37

Trotz Lüftungsanlage ist das kritisch. Ich hab mein Schlafzimmerfenster meist offen. Wenn der Nachbar 6 m entfernt eine Zigarette auf dem Balkon anzündet, stinkt es bei mir im Schlafzimmer nach Rauch.
Wenn in einem Wohnhaus ein Raucher an einer Zigarette im Flur auch nur einen Zug nimmt, stinkt das Treppenhaus bis obenhin nach Rauch.
Wer niemals raucht riecht den Gestank meilenweit. Die Raucher merken gar nicht wie das stinkt, wie sie selber stinken, auch wenn die letzte Zigarette 30 min. zurück liegt.

Baut Raucherhäuser an der Müllkippe, dem Kompostwerk oder neben der Fischfabrik. Der Rest der Stadt bleibt rauchfrei. :-)
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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon EuraGerhard » 5. Mai 2015 11:58

Petergillarsverige hat geschrieben:Wer niemals raucht riecht den Gestank meilenweit.

Ich weiß! Ich bin ja auch "lebenslänglicher" :wink: Nichtraucher und empfinde das genauso. Dennoch ist es meiner Meinung nach ein zu großer Eingriff in die persönliche Freiheit, das Rauchen innerhalb der eigenen Wohnung zu untersagen.

Und wo kämen wir hin, wenn das Beispiel Schule machen sollte? Gibt es dann vielleicht auch bald reine Vegetarier-Wohnanlagen, weil man ja den Nachbarn nicht den Geruch von gebratenem Fleisch im Hausflur zumuten kann? Oder reine Erwachsenen-Wohnanlagen, weil die Bewohner sich am Kinderlärm und am Geruch vollgesch...ener Windeln im Hausflur stören könnten? In denen dann jeder schwangeren Frau postwendend die Kündigung ins Haus flattert?

Noch einmal: Wenn der Wohnungsmarkt entspannt sein sollte und man solche Sachen als Alternative zu - in ausreichendem Maße vorhandenem! - uneingeschränkten Wohnraum anbieten kann, dann meinetwegen. Oder wenn eine Gruppe überzeugter Nichtraucher sich zusammenschließt und sich aus eigener Initiative selbst ein solches Haus baut. Aber wenn in Zeiten der Wohnungsnot eine noch dazu staatlich subventionierte Wohnungsbaugesellschaft so etwas macht, dann kann ich nur sagen: Wehret den Anfängen!

MfG
Gerhard

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Re: Obligatorisches Rauchverbot sorgt für Zündstoff

Beitragvon Volker » 5. Mai 2015 12:55

Das ist in der Tat eine heikle Frage und ich kann die Argumente gegen ein Rauchverbot in Mietwohnungen verstehen. Aber wie kann man von einer persönlichen Freiheit reden, wenn die meisten Raucher an einer Nikotinabhängigkeit leiden. Eine Sucht, die zudem noch lebensbedrohlich krank macht und eine Menge Geld kostet, ist für mich das Gegenteil von persönlicher Freiheit.

Ich hatte zwei entfernte Verwandte, die Kettenraucher waren und mit knapp 70 gestorben sind. Als Nichtraucher hätten sie wahrscheinlich noch mindestens 10 Jahre länger gelebt. Und mit dem eingesparten Geld hätten sie sich als rüstige Rentner noch viele schöne Weltreisen gönnen können.


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