Norrbotten

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
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Lila

Re: Norrbotten

Beitragvon Lila » 13. November 2008 19:48

Hallo an alle,

also ich denke schon, dass es nicht nur um den "Fun" geht, wie Fanny vermutet.
:smt017 Aber eine Auswanderung und wenn's auch nur für eine gewisse Zeit erstaml sein soll benötigt doch auch ein gewisses Maß an Abenteuerlust und Verrücktheit wie meine Mutter sagte... :smt023

Jedoch ist die Zeit gerade super günstig!! :P Ich bekomme einen Sprachkurs bezahlt, das Arbeitsangebot ist attraktiv und ich habe noch keine mich an einen Ort bindenen Verpflichtungen... Außerdem gefiel mir das Land! :lol:

Wenn ich jetzt noch einen Job für meinen Freund finde... Denn ohne ihn, glaube ich, will ich nicht gehen... :smt058

Liebe Grüße Lila :huepf:

hansbaer

Re: Norrbotten

Beitragvon hansbaer » 13. November 2008 20:51

Lila hat geschrieben:Wenn ich jetzt noch einen Job für meinen Freund finde... Denn ohne ihn, glaube ich, will ich nicht gehen... :smt058


Job ist momentan natürlich so eine Sache. Was macht er denn beruflich?

nysn

Re: Norrbotten

Beitragvon nysn » 13. November 2008 21:10

Was für ein Verständnis hast Du denn von Auswandern?


Mir scheints als hätten die Privatsender in D den Begriff - Auswandern vor einigen Jahren wieder "rausgekramt" - als man anfing, aus der Neugierde der Leute sog. "Docu-Soaps" zu machen ....

Früher - zu meiner Zeit - hört sich jetzt uralt an - also so vor 20 Jahren - da ging man einfach für ein paar Jahre ins Ausland - man wanderte also nicht aus - tat aber genau das selbe wie heute. Irgendwann so Mitte der 80er bis Anfang der 90er-Jahre wurden die Leute dann noch etwas mobiler und beispielsweise in München "ploppten" dann plötzlich sog. Relocation-Büros auf - und überall wimmelte es nur so von "Expats"

... also nur verschiedene Namen für das gleiche Kind ....

S-nina (expat seit 1994)

http://en.wikipedia.org/wiki/Expatriate

Lila

Re: Norrbotten

Beitragvon Lila » 17. November 2008 23:53

Hallöle,

also mein Freund ist Betriebswirt für Immobilienwirtschaft und ich bin voll unsicher, ob wir in Gällivare oder Umgebung etwas für ihn finden... :| Besonders von hier aus scheint das momentan echt schwer zu sein... Kennt vielleicht jemand einen Jobvermittler o.ä.?
Sonst läuft uns noch die Zeit weg... :smt073

Liebe Grüße Lila :nacht:

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Skogstroll
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Re: Norrbotten

Beitragvon Skogstroll » 18. November 2008 09:57

Hej Lila,

habe den Thread jetzt erst gesehen, und als "alter" Gällivarebo fühle ich mich natürlich berufen, meinen Senf dazuzugeben.
Das mit Gällivare ist schon etwas speziell. Wenn du ein tolles Jobangebot inklusive bezahltem Sprachkurs (Sprachkurse gibt's aber auch gratis) bekommen hast, bist du vermutlich Ärztin oder Zahnärztin. Liege ich da richtig? Also warum nicht, das sind hier gesuchte Berufsgruppen. Allerdings halten die meisten es hier nicht sooo lange aus, und das dürfte weniger am Klima liegen. Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber abgesehen vom nicht vorhandenen Frühling finde ich persönlich das Klima nicht so unangenehm, was aber auch daran liegen dürfte, dass ich viel besser mit Kälte klarkomme als mit Hitze.

Weshalb ich trotzdem manchmal darüber nachdenke, hier wegzugehen, liegt mehr an manchen Aspekten der norrbottnischen Mentalität und der ungewöhnlich inkompetenten Kommunalpolitik. Die Kultur- und Schulpolitik ist nur von Kürzungen und Einsparungen (und zwar koste es was es wolle) geprägt, wobei bei der Kultur nicht mehr viel zu kürzen ist. Allerdings gibt es auch keine grosse Nachfrage, da die Region stark durch den Bergbau geprägt ist. Wenn jemand, der trotz niedrigster Anforderungen nur mit Mühe seine neun Schuljahre herumgebracht hat, locker in der Grube viel mehr verdient als ein Lehrer, der nach seinem Studium mit ein paar hunderdtausend Kronen Studienkredit dasteht, dann steht (Aus-) Bildung nicht sehr hoch im Kurs. Arbeiterbewegung ist angesagt, und zwar mit all ihren Untiefen.

Als nichtschwedischer und vermutlich nicht schwedisch sprechender Betriebswirt für Immobilienwirtschaft kann man natürlich auch in Gällivare eine Stelle finden. Aber ich würde mich lieber auf einen Hauptgewinn im Lotto verlassen.

Und schliesslich haben wir noch die medizinische Versorgung. Oder besser gesagt Nichtversorgung. Der Sektor leidet unter erheblichem Geld- und Personalmangel, was immer wieder zu Schagzeilen führt, wenn z.B. wie letzte Woche in Kiruna jemand mit Schädelfraktur und Hirnblutung unter Verweigerung einer Röntgenuntersuchung gleich zweimal nach Hause geschickt wird.

Nun höre ich aber auf zu meckern, denn wenn du wirklich Medizinerin bist, dann wollen wir dich hier haben!

Skogstroll

Lila

Re: Norrbotten

Beitragvon Lila » 25. November 2008 12:29

Hallöle,

tut mir echt leid, dass ich nicht eher antworten konnte, aber ich hatte Schichtdienst und war danach einfach zu müüüüüde.... :zzz:
Vielen Dank :danke: Skogstroll für deine ehrlichen und ungeschminkten Worte. Bei unserer Kennenlerntour haben wir natürlich nur die schönen und vorteilhaften Seiten dargestellt bekommen, dass es auch Probleme gibt, haben wir nach unserem ausführlichen "Literaturstudium" von Erfahrungsberichten so richtig gesehen...

Und dass die Mentaliät manchmal etwas für mich gewöhnungsbedürftig sein wird, merke ich jetzt schon, denn davon bekomme ich mittlerweile eine gehörige Portion ab... :cool2:

Und du hast recht ich bin Ärztin, um genau zu sein, Zahnärztin. Gefühlsmäßig wäre es für mich eine Auswanderung auf Zeit...Denn solange wir noch jung sind, hatten wir uns überlegt auch mal im Ausland zu arbeiten und für Norrbotten wird intensiv gesucht...Man wird regelrecht umworben! Das ist ein schönes Gefühl,aber leider bewegt sich seitdem ich sagte, dass ich mir das gut vorstellen könnte nicht mehr viel... :|
Und diese Hinhaltetaktik kann einen ganz schön zermürben, da ja hier auch Verträge laufen, die gegebenenfalls gekündigt werden müssen usw.

Aber nun will ich nicht weiter meckern - habe gestern im Fernsehen einen kurzen Beitrag aus Gällivare :zwinker: gesehen und mich wieder darauf gefreut - denn ich hoffe doch, dass alles noch irgendwie klappt... :smt031

Viele Grüße aus dem winterlich verschneiten Berlin von Lila :snow:

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Re: Norrbotten

Beitragvon Skogstroll » 25. November 2008 14:36

Hej Lila,

na, vielleicht lande ich ja noch unter deinem Bohrer...
Die norrbottnische Mentalität ist gewöhnungsbedürftig, hat aber auch ihre angenehmen Seiten (solange man nicht auf den Klempner wartet). Wenn man eine Weile hier lebt und auch ein paar Leute kennt (und als Zahnarzt lernt man viele Leute kennen), das ist das sooo schlecht nicht.

Gällivare als Stadt macht nicht viel her, und Malmberget ist noch schlimmer. Malmberget ist eine sterbende Stadt, sie stirbt entweder an der Anwesenheit oder an der Abwesenheit der Grube, aber sie stirbt auf jeden Fall. Dazu kommt eine bemerkenswerte - und zuweilen sogar liebenswerte, meist aber nervige - Geschäftsuntüchtigkeit der Schweden, die potentielle Touristenziele wie die Kåkstan in Malmberget einfach verfallen lassen.
Die Umgebung macht dafür umso mehr her. Für Skifahrer ist es ein Eldorado und dabei nicht so furchtbar überlaufen. Wer freilich mehr des Jagertees oder der Party wegen seine Bretter durch die Landschaft trägt, ist hier schlicht falsch, denn es gibt weder das eine noch das andere.

Für (Zahn-) Ärzte ist die Arbeit hier in jedem Fall nicht schlecht, schon weil es auch für die eine Gewerkschaft und geregelte Arbeitszeiten gibt. Das mit der Gewerkschaft hat bisweilen schon kuriose Auswüchse, das mit den Arbeitszeiten ist aber nicht schlecht.

Natürlich kann man sich darauf einrichten, nur eine gewisse Zeit hier zu leben. Viele habe das schon so gemacht, aber manche bleiben trotz allem hier hängen.

Dann bis bald in der folktandvård! :wink:

Skogstroll

nysn

Re: Norrbotten

Beitragvon nysn » 25. November 2008 16:12

Wer freilich mehr des Jagertees ...


Ist Norrland nicht die Heimat von "hembränt"??
:D

S-nina

http://sv.wikipedia.org/wiki/Hembr%C3%A4nning

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Re: Norrbotten

Beitragvon Hiltrud Baier » 25. November 2008 18:51

Hej Lila,
ich lebe seit ein paar Monaten in Jokkmokk, das liegt ca. 100 km von Gällivare entfernt. Ich persönlich hätte den Umzug von Deutschland direkt nach Lappland nicht geschafft; es ist ein sehr großer Kulturschock. Deshalb haben wir den Umweg über Dalarna und Jämtland gemacht und sind nun nach 7 Jahren Schweden in Lappland gelandet. Es gefällt uns hier sehr gut. Allerdings musst du die Natur lieben, das ist oberstes Gebot. Denn sonst gibt es nicht so viel. Ich würde dir raten, nicht alle Brücken sofort abzubrechen, probiere erst mal, ob es dir hier gefällt (falls das möglich ist).
Liebe Grüße
Hiltrud
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Re: Norrbotten

Beitragvon Lucia007 » 26. November 2008 07:27

Hallo Lila,

ich bin ja auch gerade dabei, als Ärztin meinen Weg nach Schweden zu finden gemeinsam mit meinem Mann. Und uns wurde von allen Seiten (besonders von schwedischer Seite aus) geraten, nicht nach Schweden zu gehen, solange nur ich eine feste Arbeitsstelle habe und mein Mann noch nicht. In der heutigen Zeit ist es in den meisten Berufen, die nicht gerade zu den unheimlich gefragten gehören wie Arzt oder Zahnarzt in Schweden, extremst schwierig, als nicht perfekt schwedisch sprechender Einwanderer in Schweden eine Arbeit zu finden.

Und ich würde mich nicht auf freundliche Versprechungen und mündliches "wir werden uns bemühen..." verlassen.

Wie gesagt, das wurde uns so geraten, nur auszuwandern, wenn beide einen festen Arbeitsvertrag haben und ich gebe das nur so wieder. Die meisten Rückwanderer tun das angeblich aus dem Grund, weil der Partner keine Arbeit in Schweden findet. Ich würde daher lieber im Vorfeld länger suchen, bis ihr beide eine Arbeit habt. Die Ärzte- und Zahnärzte-Stellen laufen nicht weg, zumindest im Moment noch nicht. Und wenn Du nach Lappland willst erst recht nicht.

Wenn bei uns sonst nichts geht, würden wir auch nach Lappland gehen. Mir gefällt es dort. Auch wenn ich das sicher noch nicht mit "schwedischen Augen" sehe.

Lieben Gruß und bin gespannt, wieder von Dir zu hören, wie es bei Dir weitergeht

Lucia


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