nordische Lieblings-Lektüre

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frasimi74
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon frasimi74 » 1. Juni 2008 19:37

Hej Sápmi och Amarok,

danke für die Infos. Werde mir das Buch zulegen.
Und da es aus den 60'er Jahren ist bin ich sehr gespannt.

LG Frank
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon Sápmi » 9. Juli 2008 16:59

Ach, das hier hatte ich ja noch ganz vergessen, eines meiner ersten Lappland-Bücher:

"Joiken - Ein Lapplandkrimi" von Henning Boëtius.

Damals (Mitte der 90er) wusste ich noch gar nicht, was Joiken ist. :oops: Hab mir das Buch beim Nordis-Versand bestellt, weil mir die Beschreibung der Geschichte interessant erschien. Hab das Wort dann, glaub ich, wirklich erst durch das Buch kennengelernt.
Es ist nicht nur ein guter Krimi, sondern beschreibt auch schön die Lebensweise bei den Sámi (spielt in Kautokeino, was ich damals natürlich auch noch nicht kannte, aber nach dem Buch war mein Interesse geweckt)
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."
(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)

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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon amarok » 10. Juli 2008 16:57

Eine Buchempfehlung für geschichtlich interessierte Nordländerinnen und Nordländer:

Die Romantrilogie von A. E. Johann über die Erschließung Kanadas, erschienen mit dem Untertitel „Aus der Frühe Kanadas“:

Der von A. E. Johann über viele Jahrzehnte exakt recherchierte inhaltliche Rahmen des Romans führt Euch ins Kanada des 18. Jahrhunderts. England und Frankreich streiten um die Vormachtstellung in Nordamerika. Europäische Einwanderer, besonders Franzosen, Engländer und auch Deutsche, geraten in diesen Konflikt obwohl sie u.a. wegen solcher Konflikte ihre Heimat in Europa verlassen haben.
Auf der Flucht vor Repressalien durch die englische Exikutive gelangen der aus der Lüneburger Heide stammende Deutsche, Walter Corssen, und andere Einwanderer immer weiter in den Westen des Nordamerikanischen Kontinents.
Auf der Suche nach einem freien Leben erschließen sie mit ihren Kanus über die Großen Seen, die Flusssysteme und beschwerliche Portagen das Land und betreiben, neben der mächtigen Hudson Bay Company, Pelzhandel mit den Indianern.
Die Voyageure, die in ihren Birkenrindenlastenkanus Tauschwaren von Ost nach West und Pelze von West nach Ost transportieren, müssen unter unmenschlichen Strapazen gewaltige Entfernungen auf dem Wasser zurücklegen und bei den Portagen Boote und Ladung über riesige Strecken schleppen.
Die Konkurrenz zwischen den Pelzhandelskonzernen, zunehmende Ausbeutung der Pelztierjagdgründe und die immer länger werdenden Transportwege zwingen zur Suche nach immer neuen Handelsposten und Transportwegen. So wird im Roman auch geschildert wie sich der Schotte Alexander Mackenzie im Auftrag der North West Company auf die abenteuerliche Reise begibt, um einem Wasserweg zum Pazifischen Ozean zu finden.

Zu der Romantrilogie über die Erschließung Kanadas, in der auch die Bedeutung des Kanus als Transportmittel umfassend geschildert und gewürdigt wird, gehören die Bände „Ans dunkle Ufer“ (Bd. 1), „Wälder jenseits der Wälder“ (Bd.2) und „Hinter den Bergen das Meer“ (Bd. 3). In diesen Büchern sind auch kleine Kartendarstellungen enthalten, die teilweise die Wege der Pioniere nach Westen auf den Flüssen und Seen darstellen. Die Hauptkanurouten sind genau beschrieben.

Im Weltbildverlag ist die Trilogie in einem Band gekürzt zusammengefasst worden und dort unter dem Titel „Jenseits der Wälder“, 660 Seiten (ISBN 3-8289-0204-9) erschienen.

Der Autor hat viele Jahre in Kanada gelebt und hat fast alle im Buch beschriebenen Orte selbst kennen gelernt. Die im Roman geschilderten historischen Abläufe und genannten Ereignisse sind authentisch. Wer mehr über den Autor und seine Werke wissen möchte, der kann sich auf der Seite http://www.a-e-johann.de informieren.

Ich habe die gekürzte Ausgabe „Jenseits der Wälder“ das erste Mal 2002 bei passender Atmosphäre während eines Urlaubaufenthaltes in einem Blockhaus am Österdalälven gelesen und war total begeistert. Mit der gleichen Begeisterung hab ich es auch das zweite Mal gelesen und hatte dabei immer den Atlas mit dem Kartenblatt von Kanada neben mir zu liegen. Namen wie „Grand Portage“, “Lake Winnipeg”, „Grand Rapids“, „Rainy Lake“, Saskatchewan River, „Lac la Biche“ und „Athabasca River“ begleiten den Leser mit den Pelzhändlern in ihren Kanus auf den Weg nach Westen.

Natürlich war ich dann neugierig auf die ganze, ungekürzte Romantrilogie, die ich mir im online-Handel günstig beschaffen konnte und dann sofort mit dem Lesen begonnen habe.
Mein Fazit: Unbedingt die komplette Trilogie lesen. Es lohnt sich!
Zahlreiche geschichtliche Zusammenhänge, historische Hintergründe und viele Handlungsabläufe werden dem Leser in der gekürzten Ausgabe vorenthalten. Wenn man sich einmal vor Augen hält, dass die komplette Trilogie über 1500 Seiten umfasst und die gekürzte nicht einmal die Hälfte wird klar, wie viel Inhalt dem Leser vor enthalten wird.
(Quelle: Peter Peuker, http://www.northtrail.de)

Dieser Roman ist sicherlich eine schöne Lektüre für den bevorstehenden Nordlandurlaub und wird Lust zur Planung kommender Touren in der Weite Skandinaviens machen, auch wenn die Orte der Handlung in Kanada liegen.

Viel Spaß!

amarok
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon Sápmi » 10. Juli 2008 18:15

Wenn wir schon bei den nordischen Ländern anderer Kontinente sind, da könnte ich noch das hier empfehlen:

"Walden- oder Leben in den Wäldern" von Henry David Thoreau

Ich hab's leider selbst immer noch nicht fertig gelesen, sondern vor einiger Zeit dann doch wieder weggelegt, weil's irgendwie so anstrengend war. Muss es mir aber irgendwann mal wieder vorknöpfen, enthält auch viel Philosophisches.

Aber hier mal meine Lieblingszitate von den ersten 126 Seiten:

"Kein Mensch stand noch deshalb tiefer in meiner Achtung, weil er einen Fleck auf dem Rock hatte, doch bin ich überzeugt, dass man im Allgemeinen mehr darauf besorgt ist, moderne oder wenigstens reine und ungeflickte Kleider zu besitzen, als ein reines Gewissen."

"Ich möchte lieber allein auf einem Kürbis als auf einem überfüllten Samtkissen sitzen"

:D

Näheres hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Walden
http://www.amazon.de/Walden-Ein-Leben-m ... 3423126841
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon amarok » 10. Juli 2008 18:24

Sápmi hat geschrieben:"Walden- oder Leben in den Wäldern" von Henry David Thoreau

Hab mal bei Wikipedia nachgelesen. Macht neugierig und das Buch scheint wie Du sagst, viele philosophische Passagen zu haben.

Auf alle Fälle nehme ich in den Urlaub "Verzauberte Wälder" von Robert Crottet mit. Deine Empfehlung. :wink:
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon Sápmi » 10. Juli 2008 18:43

amarok hat geschrieben:Auf alle Fälle nehme ich in den Urlaub "Verzauberte Wälder" von Robert Crottet mit. Deine Empfehlung. :wink:


Viel Spaß! Da sind wirklich ein paar echt witzige Geschichten dabei. :lol:
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon Drottning » 11. Juli 2008 16:32

Ich lese gerne die Krimis von Camilla Läckberg, habe mir gerade die, die es in Deutschland noch nicht gibt, aus Schweden mitgebracht. Da ich vor zwei Jahren in Fjällbacka war, kenne ich natürlich so manches... war mir aber nicht dessen bewusst, dass es da soooo gefährlich ist! :wink:

Gerade fertig bin ich mit Linda Olssons "Nu vill ja sjunag dig milda sånger", einem einmalig schönen Roman einer Schwedin, die jetzt in Neuseeland lebt. Absolut lesenswert!

Und dann verschlinge ich noch die nicht anspruchsvollen, aber einfach nett zu lesenden Romane von Kajsa Ingemarsson, letzte Woche habe ich "Lyckans hjul" gelesen, einfach schön. Eben zum Entspannen.

Was ich oft und viel gelesen habe ist "Der Pfarrer aus Uddarbo" von Axel Hambraeus, eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Aber auch Astrid Lindgrens "Emil" und "Ferien auf Saltkrokan" gehören zu meinen Favoriten.

Liebe Grüße
Dorothea
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon Sápmi » 12. September 2008 22:17

Sápmi hat geschrieben:„Laponia – Weltkulturerbe“ (herausgegeben von Länsstyrelsen i Norrbottens Län)



Dieses Buch gibt's übrigens auch komplett als pdf im Netz:
http://www.fjallen.nu/laponia/15_00_tysk.pdf
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon amarok » 13. September 2008 14:38

Sápmi hat geschrieben:Dieses Buch gibt's übrigens auch komplett als pdf im Netz:
http://www.fjallen.nu/laponia/15_00_tysk.pdf

:danke: für den Tipp.

Aus dem NATURVÅRDSVERKET FÖRLAG gibt es einen sehr schönen Bildband "NATIONALPARKS IN SCHWEDEN" von Peter Hanneberg und Rolf Löfgren. Möglicherweise ist dieses Buch aber zur Zeit vergriffen oder wird neu aufgelegt. Unsere Ausgabe ist von 1998 und darin fehlt z.B. der Fulufjäll Nationalpark. An den langen Winterabenden nehmen wir es uns immer wieder mal vor und halten Ausschau nach neuen Zielen. :wink:
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Re: nordische Lieblings-Lektüre

Beitragvon Sápmi » 17. November 2008 18:03

amarok hat geschrieben:Robert Crottet verwendet in seinem Buch "Am Rande der Tundra“ auch die Wörter "Lappe" und "Lappen".


Ich lese gerade ein Buch aus dem Jahr 1989 und selbst dort ist noch von "Lappen" die Rede. Es wird zwar irgendwann erwähnt, dass sich die Sámi selbst nicht so nennen - immerhin - , aber trotzdem wird das Wort die ganze Zeit gebraucht. :roll:

Aber sonst finde ich das Buch übrigens total super, hab es letzte Woche für knapp 2 Euro bei E-bay ersteigert, es ist eine Art Jugendbuch:

"Auf der Suche nach Padjelanta" von Anton Quintana (Holländer).
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."

(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)


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