Nochmal Bullerbü-Syndrom

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hansbaer

Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon hansbaer » 26. Februar 2009 09:21

Aelve hat geschrieben:Habe ich aber Familie und suche ich Ruhe und eine schöne Natur, will ich soziale Gerechtigkeit, auch wenn das für einen Gutverdiener hohe Steuern bedeutet, dann bin ich in Schweden gut aufgehoben. Will ich Karriere, will ich Trubel haben und habe keine Familie, dann ist Deutschland gegebenenfalls besser für mich.


Rund die Hälfte der schwedischen Bevölkerung lebt in den Großstädten. Deutschland ist ja auch nicht nur Berlin und Hamburg, sondern auch Sauerland, Allgäu und Lausitz. In Schweden gibt es genauso Karrieristen, und nicht wenige davon.

Es kommt auf jeden einzelnen Fall an. Und die gesetzte Priorität kann wechseln, je nachdem in welcher Lage ich mich befinde, welche Dinge mir gerade wichtig sind. Ich bin aber der Meinung, dass ich so realistisch sein muß, wenn ich ausgewandert bin, dass ich dann natürlich auch Nachteile in Kauf nehmen muß. Entscheidend ist doch letztendlich, dass ich die Vorteile eines Landes mit den daraus entstehenden Nachteilen aufwiegen muß und dann für mich entscheiden muß, was für mich schwerer wiegt und was für mich leichter zu ertragen ist.
Wir sollten vielleicht mal dazu übergehen, einzusehen, dass uns niemand ein sorgenloses Leben versprochen hat und auch einsehen, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat, mal schwerer mal leichter.


Du musst aber auch sehen, dass wir Schweden nicht als Wohnort gewählt haben, wie wir die Kaufentscheidung für ein Auto treffen würden. Ich würde auch in die USA oder Großbritannien gehen, auch wenn dort das Sozialsystem deutlich schlechter ist. Wenn es dort eine interessante Aufgabe für mich gibt, dann spielt das keine große Rolle.

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Aelve
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Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon Aelve » 26. Februar 2009 09:35

Lieber Hansbaer,

ich weiß nicht, warum Du nach Schweden gegangen bist, vielleicht kannst Du Deine Situation mal etwas erläutern, dann ist es evtl. besser zu verstehen.

Wir haben uns schon speziell für Schweden entschieden, wir hätten uns auch ein Ferienhaus in Griechenland oder Türkei zulegen können, wollten wir aber nicht. Bei uns sind es ja auch andere Gründe Schweden zu lieben, als Deine es sicherlich sind. Auch das ist doch so, dass jeder Auswanderungsfall oder jeder Umzug in ein anderes Land einen anderen Hintergrund hat.

Und mir geht es auch in Deutschland nicht grottenschlecht, ich kann es hier gerade noch aushalten, weil ich noch Arbeit habe. Wir können aber auch nicht unsere Probleme hier unaufgearbeitet liegen lassen und unserem Traum nachgeben. Wir haben noch unsere Tochter, die studiert, wir müssen Studiengeb. sowie Zimmer für sie bezahlen und unser Sohn hat auch erst im letzten Jahr seine Lehre beendet und war auf unseren Unterhalt angewiesen.

Bevor wir also unser Leben auch mal genießen können, stehen uns noch ein paar Jährchen bevor. Es wird im Alter auch nicht leichter, das politische Rumgeeiere zu verkraften, Du magst ohne unsere fehlenden Negativerlebnisse alles lockerer sehen. Das steht Dir auch zu.

Grüße Aelve
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Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon janaquinn » 26. Februar 2009 09:49

Natürlich sind die Auswanderungsgründe bzw. Umzugsgründe so vielfältig, wie es User in diesem Forum gibt. Die einen hat die Liebe zu einem Schweden hierher verschlagen, die anderen ein Jobangebot und andere wiederrum sind aus Liebe zum Land nach Schweden gegangen. Unsere Familie ist sowohl wegen Yannic und Taima, als auch aus Liebe zum Land nach Schweden gegangen. Und wir würden es jederzeit wieder tun, egal welche Probleme im Lande vorhanden sind.
Aber mit Ruhe und Frieden war an Anfang nicht viel, der 1. Job meines Mannes war keine Verbesserung zu Deutschland, er hat genauso viel gearbeitet und deshalb haben wir im September 2007 die Notbremse gezogen und er hat sich was neues gesucht.

Für unsere Familie hat sich beinahe alles zum besseren gewandelt, was wir aber nicht nur ausschliesslich Schweden zu verdanken haben, sondern eigner harter Arbeit und uns auch viel Frust gekostet hat.
Das wir diese harte Zeit überstanden haben, ohne alles hinzuschmeissen, haben wir uns als Team zu verdanken, zudem wir in den letzten 2 Jahren geworden sind.
Das wir Deutschland verlassen haben, hat mit einer Müdigkeit zutun gehabt, wir wollten nicht mehr nur kämpfen und betteln, um jede Kleinigkeit für unseren Sohn. WIr waren des Kämpfens müde, wir waren es müde keine Zeit für die Familie zu haben.
Nun haben wir mehr Zeit, aber diese Zeit bezieht sich auf´s WE, wenn mein Mann frei hat und manchmal nicht mal da. Ab Juli übernimmt Schweden die EU-Ratspräsidentschaft, dann sehen wir uns wieder sehr sehr wenig, weil er mehr im Hotel ist als zuhause.

Wir haben uns ein Leben aufgebaut, was wir soo schnell nicht wieder aufgeben würden, wir würden jederzeit wieder nach Schweden kommen und den Kampf jederzeit wieder kämpfen und uns auch jederzeit wieder mit den Problemen im Lande auseinandersetzen.
Was aber nicht heisst, dass wir stillschweigend alles akzeptieren was im Lande geschieht.

LG JANA
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hansbaer

Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon hansbaer » 26. Februar 2009 09:55

Ich bin als Austauschstudent hierher gekommen. Mittlerweile bin ich Doktorand. Die Wahl fiel auf Schweden zwar wohl auch, weil das Land nicht uninteressant schien - aber aus praktischen Gründen zählte viel mehr, dass es ein Masterprogramm gab und ich die Unterrichtssprache spreche. Es war also nicht Schweden um des Landes willen, sondern einfach als interessante Option für ein Auslandsstudium.

Das mit dem "gerade noch aushalten" betrachte ich übrigens auch deswegen so kritisch, weil ich auch einen entsprechenden Hintergrund habe. Ich komme aus einer Handwerkerfamilie mit nur einem Vollverdiener. Meine beiden Geschwister sind noch in Ausbildung und damit finanziell abhängig, und ich war es bis vor kurzem auch. Trotzdem leben wir alle nicht schlecht.

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Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon Haro » 2. März 2009 20:01

Hejsan alle

Sorry, das ich erst jetzt schreibe, habe keine Benachrichtigung bekommen das hier schon weiter geschreiben wurde.

Lieber hansbaer
hansbaer hat geschrieben:Erst einmal vorweg: ich meinte eigentlich nicht Kinderarmut, sondern Kindermangel. Dass das Wort eigentlich was ganz anderes bedeutet, ist mir erst später aufgefallen.
Na gut das kann ich als Missversündniss gelten lassen.
hansbaer hat geschrieben:Ähm - aber was ist denn dann deine Botschaft? Soll der Staat per Gesetz bessere Chefs vorschreiben? Man kann nicht per Gesetz die Einstellung der Menschen ändern.
Also, was der Spruch von Dir jetzt aussagt möcht ich lieber nicht komentieren. Ich hatte von "Rahmenbedinungen" geschreiben und das sind die Vorraussetzungen die ein Staat schaffen kann das heißt vernünftige Bedinungen für Firmen, Arbeitnehmer, Kinder und Rentner zu schaffen. Und zum Staat gehören für mich der Bund, Länder und Kommunen oder sollte ich vielleicht Kommunen doch zu Privatleuten zählen. :roll:
hansbaer hat geschrieben:Ja, wie soll er denn die Rahmenbedingungen schaffen?

Dass heute eine Familie weniger Spielraum hat, liegt vielmehr an gesunkenen Reallöhnen als an höheren Steuern.
Dazu möchte ich Dir folgendes schreiben, wenn Du schon mal so wie ich längere Jahre in Deutschland gearbeitet hättest wäre Dir gewiss aufgefallen das die Bruttolöhne in Deutschland garnicht schlecht sind. Mein Schwiegersohn z.B. verdient zur Zeit ca. 4.000 - 4.500 € Brutto und hat nach abzug der Sozialabgaben und Steuern gerade mal ca. 1.900 € Netto und das nicht weil der Arbeitgeber schlecht bezahlt sondern der Vater Staat richtig zuschlägt. Bevor ich vor 10 Jahren Frührentner wurde habe ich zum Schluss auf Montage auch ca. 4.000 DM Netto im Monat verdient allerdings bei ca. 5.800 DM Brutto. Und nun kannste ja mal nachrechen wie sich die Brutto- und Nettolöhne verändert haben.

hansbaer hat geschrieben:Du hast eine interessante Vorstellung von Regierung. Künftig beschweren wir uns also bei der Bundeskanzlerin über einen schlechten Bebauungsplan, beim Landwirtschaftsminister über die Müllgebühren, beim Entwicklungshilfeminister über die Festsetzung der Gewerbesteuer und beim Bürgermeister über Hartz IV.
Und das was Du hier geschreiben hast zu möchte ich lieber erst garnicht kommentieren.

Ich denke nach dem Du ja wie Du selber geschreiben hast bis vor kurzem die Unterstützung deiner Eltern in Anspruch genommen hast solltest Du erst mal in "Deutschland" arbeiten, eine Familie gründen, ein Haus bauen und dann sehen wir mal ob Du dann noch genauso redest. So, und nun ist dieses Thema damit für mich beendet.

Gruß aus Småland :flagge:
Harald
Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.

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nysn

Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon nysn » 2. März 2009 21:10

Mein Schwiegersohn z.B. verdient zur Zeit ca. 4.000 - 4.500 € Brutto und hat nach abzug der Sozialabgaben und Steuern gerade mal ca. 1.900 € Netto und das nicht weil der Arbeitgeber schlecht bezahlt sondern der Vater Staat richtig zuschlägt.


Nun jetzt hast du aber auch etwas nach unten abgerundet. Hier ein Link zu einem deutschen Brutto-/Netto-Rechner:

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/ ... index.html

Bei einem Brutto von 4.500 bleiben netto in der höchsten Steuerklasse I, ohne Kinderfreibetrag und mit Kirchensteuer ca. 2.400 netto übrig.

Bei 4000 brutto = ca. 2.200 netto

Das ist schon ein Unterschied zu 1.900 Euro - oder?

blueII
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Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon blueII » 2. März 2009 21:36

S-nina hat geschrieben:
Bei einem Brutto von 4.500 bleiben netto in der höchsten Steuerklasse I, ohne Kinderfreibetrag und mit Kirchensteuer ca. 2.400 netto übrig.



Zudem ist es sein Schwiegersohn, also ist er verheiratet und hat entweder eine noch günstigere Lohnsteuerklasse oder seine Frau verdient mehr, und er hat die ungünstige Klasse V

ODER...Geldwerter Vorteil in Form von auto, Dienstwohnung, oder einfach Kantinenessen wurde abgezogen. Hohe Krankenversicherung oder Direktversicherungen?

Also die Rechnung von Haro ist - denke ich -ein wenig hoch gehalten. Wobei von 4000 Euro bis 4500 Euro schon wieder eine recht große Spanne ist

Außerdem bist Du Haro denn mit deinem Schwiegersohn vergleichbar? Vor 10 Jahren habe ich auch noch in D gearbeitet.
Du hast damals scheinbar nur 20% abzüge gehabt...davon konnte ich nur träumen. Realistisch waren es bei mir ca 38% Gesamte Abzüge bei Steuerklasse 1.
Bei meinen Mann sah es natürlich später rosiger aus, als Einzelverdiener mit einem Kind hast du tolle steuerliche Vorteile in D.

Mal als Gegenbeispiel:
Die Bedingung für uns nach Schweden zu gehen, war natürlich nicht weniger im Geldbeutel zu haben als in D.
Wie gesagt - mein Mann damals Einzelverdiener -ein Kind.
Es muß ihm in Schweden rund 18% !!mehr Brutto gezahlt werden, um wieder zum ursprünglichen Nettolohn aus D zu gelangen.

Aber auch meine Rechnung ist eine Milchmädchenrechnung - bei manchen Löhnen, bekommt man glaube ich netto mehr in S als in D

LG
Heike

nysn

Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon nysn » 2. März 2009 21:42

Du hast damals scheinbar nur 20% abzüge gehabt...davon konnte ich nur träumen. Realistisch waren es bei mir ca 38% Gesamte Abzüge bei Steuerklasse 1.


Das kann ich auch bestätigen - hatte mal kurz überschlagen und nachgerechnet - vor 15 Jahren hatte ich auch ungefähr diese Abzüge (38 %), Steuerklasse 1, kein Kind.

Heike - wir passen schon auf, gell? :wink:

S-nina

blueII
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Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon blueII » 2. März 2009 21:44

S-nina hat geschrieben:Heike - wir passen schon auf, gell? :wink:

S-nina


jawoll!! :wink: :smt006

hansbaer

Re: Nochmal Bullerbü-Syndrom

Beitragvon hansbaer » 2. März 2009 21:49

Ähm, Entschuldigung, aber mit "das kommentiere ich nicht" kann man jede Diskussion totschlagen.

Haro hat geschrieben:Also, was der Spruch von Dir jetzt aussagt möcht ich lieber nicht komentieren. Ich hatte von "Rahmenbedinungen" geschreiben und das sind die Vorraussetzungen die ein Staat schaffen kann das heißt vernünftige Bedinungen für Firmen, Arbeitnehmer, Kinder und Rentner zu schaffen. Und zum Staat gehören für mich der Bund, Länder und Kommunen oder sollte ich vielleicht Kommunen doch zu Privatleuten zählen. :roll:


Wenn ein Firmenchef einem Mitarbeiter sagt, dass er nicht gedenkt, das Recht einzuhalten und eine Frau doch hinter dem Herd viel besser aufgehoben ist, dann würde ich das Problem ganz klar in der Einstellung verorten. So ein Chef würde seinen Arbeitnehmer auch nicht weglassen, wenn er jeden Tag lecker Kuchen dafür bekäme. Es kostet ihn Geld, und das gefällt ihm nicht. Da muss man sich aber fragen, wie das in Schweden zum Standard wurde - ich bezweifle, dass die Chefs hier so idealistisch waren, dass sie das einfach so hingenommen haben. Dafür mussten die Arbeitnehmer auch kämpfen.
Ein Arbeitgeber wird nie begeistert sein, einem Arbeitnehmer zusätzliche Rechte einzuräumen, und ich sehe nicht ganz, was der deutsche Staat tun soll, um die Einstellung der Arbeitgeber zu verbessern. Eine "Elterngeldpolizei" einzurichten kostet wiederum Geld und würde sicherlich auch nicht positiv aufgenommen werden.

Dazu möchte ich Dir folgendes schreiben, wenn Du schon mal so wie ich längere Jahre in Deutschland gearbeitet hättest wäre Dir gewiss aufgefallen das die Bruttolöhne in Deutschland garnicht schlecht sind. Mein Schwiegersohn z.B. verdient zur Zeit ca. 4.000 - 4.500 € Brutto und hat nach abzug der Sozialabgaben und Steuern gerade mal ca. 1.900 € Netto und das nicht weil der Arbeitgeber schlecht bezahlt sondern der Vater Staat richtig zuschlägt. Bevor ich vor 10 Jahren Frührentner wurde habe ich zum Schluss auf Montage auch ca. 4.000 DM Netto im Monat verdient allerdings bei ca. 5.800 DM Brutto. Und nun kannste ja mal nachrechen wie sich die Brutto- und Nettolöhne verändert haben.


Siehe auch die anderen Beiträge, die in der Zwischenzeit aufgelaufen sind.
Hier ein paar Fakten:
Eine kleine Grafik: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Reall%C3%B6hne.png
In den Jahren 2001 bis 2006 sind die Reallöhne jedes Jahr ein Stückchen gefallen. Das dürfte sich mit dem Lohndumping der letzten Jahre kaum geändert haben.

Hier auch die Entwicklung der Einkommenssteuer: http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuer_(Deutschland)#Entwicklung_des_Einkommensteuertarifs_seit_1958

Ich weiß ja nicht, wie du die Zahlen deutest, aber ich sehe seit 1996 nur noch Steuersenkungen, wenn man von der Reichensteuer absieht, die wir hier in diesem Kontext sicherlich nicht als negativ bewerten wollen.

Fakt ist, dass wir eine negative Reallohnentwicklung haben, und die liegt nicht an den gestiegenen Abgaben. Das deutsche Steuersystem ist schlecht, aber eine Steuererhöhung in den letzten Jahren ist einfach nicht vorhanden. Das Weniger im Geldbeutel liegt an stagnierenden Löhnen und der Inflation. Und das müssen sich wohl vor allem die Gewerkschaften vorwerfen.

Und das was Du hier geschreiben hast zu möchte ich lieber erst garnicht kommentieren.

Ich denke nach dem Du ja wie Du selber geschreiben hast bis vor kurzem die Unterstützung deiner Eltern in Anspruch genommen hast solltest Du erst mal in "Deutschland" arbeiten, eine Familie gründen, ein Haus bauen und dann sehen wir mal ob Du dann noch genauso redest. So, und nun ist dieses Thema damit für mich beendet.


Sorry, aber das ist das typische Argument von Alten gegenüber Jungen: mach du erstmal...

Ich kann dir hiermit mitteilen, dass ich seit dem Jahr 2000 (Jahr meines Abiturs) permanent zu meinem eigenen Einkommen beigetragen habe, und zwar über lange Zeiten zu 100%. Ich habe in dieser Zeit oft 50% und mehr als Abgaben und Steuern bezahlt, und mir würde im Traum nicht einfallen, mich darüber zu beklagen.
Ich habe nie Bafög bezogen, und die elterliche Unterstützung war nur notwendig, weil ich auch bei emsiger Tätigkeit kaum in der Lage gewesen wäre, die Lebenshaltungskosten in Stockholm zu finanzieren.
Ich habe also meine Eltern und den Staat sicherlich nicht über Gebühr belastet und weiß sehr wohl, was es heißt, sein Geld zu verdienen - und zwar in beiden Ländern.

Ich bin etwas enttäuscht ehrlich gesagt - jeden Punkt tust du mit irgendwelchen Totschlagargumenten ab.


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