Nix wie weg aus Deutschland Forum

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Skogstroll
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Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon Skogstroll » 7. März 2007 16:50

Hej Minge,

warum tut dir das Leid? Dazu besteht keine Veranlassung! Im Gegenteil, dein Beitrag hat eine interessante Diskussion angestossen, und das ist es ja wohl, was den Spass an diesem Forum ausmacht, oder?
Ich bitte um weitere Beiträge!

Skogstroll
:D

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Findus
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Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon Findus » 8. März 2007 16:55

eben! wegen sowas muss man sich doch nicht schämen. ohne diskussionen wäre das forum überflüssig und das ist es ja eindeutig nicht!

Ole Svensom

Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon Ole Svensom » 14. März 2007 10:08

Hallo ihr Lieben...

Es gibt sicherlich tausende Gründe für eine Auswanderung, egal in welches Land.
Uns lag einfach sehr viel an der zukunft unserer Tochter und dazu kam, das uns die "schnell-schnell /keine Zeit/ Geiz ist geil" Mentalität der Deutschen auf die Nerven ging.
Auch die höher,schneller,weiter Masche, die aus der Werbung täglich gefüttert wird, hatte uns gefrustet.

Ich persönlich finde es nicht schick, jemanden auszulachen oder anzufeinden nur weil die Einstellung zu einer Auswanderung ( oder dagegen?) nicht mit der eigenen übereinstimmt.

Dem Staat zeigen wo`s lang geht?
Wozu?
Zeigt euch, wo`s langgeht. Egal wo es hin führt.

Der Staat macht seinen Weg bestimmt!
Ihr auch?
Fein! :wink:

scoopy

Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon scoopy » 25. Oktober 2007 15:59

Hallo Schreiberlinge des Forums,

bin neu hier... :oops: Wir (Mann, Frau+Kind ) planen auch die Auswanderung. Vor einigen Tagen sind wir erst von unserem Schwedeurlaub zurückgekehrt und sind dadurch unserem Ziel ein Stück näher gekommen. ( um gleich Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen, wir wollen nicht erst seit dem Urlaub auswandern, sondern der Urlaub war dafür vorgesehen, dieses Land hautnah zu erleben ) Selbstverständlich wissen wir auch, das 2 Wochen Urlaub kein Alltag ist, aber wir hatten die Möglichkeit "reinzuschnuppern"

Unsere Pläne sind die, das wir einen Lehrer suchen, oder Schule je nach dem um die Sprache vorab zu lernen, damit die Arbeitssuche erleichtert wird.

Klar haben wir hier die Schnauze voll, die Arbeitskraft ist nix wert. Du arbeitest dir den Hintern wund, und am monatsende kommt nix bei raus. Die Kinder habe null Perspektiven, es sei denn sie kommen aus einem reichen Haus. Selbst die Grundschüler haben schon Ängste und Sorgen ! Wir haben ein Land gefunden, indem die Kinderfreundlichkeit noch Priorität hat. So das sind diese Gründe. Aber auch das Land an sich, das Klima, die Landschaft haben es uns angetan.

Sicherlich sind wir noch absolute Greenhorns, aber wir planen ja nicht morgen auszuwandern, sondern versuchen alles zu durchdenken, Informationen zu finden etc. Alles mögliche an Vorbereitungen, damit wir am Ende keine böse Überraschungen erleben.

Gibt es Erfahrungsberichte von Euch ? Einfach mal so querbeet was ihr raten oder abraten könnt ?


Vi ses snart :D

Volker
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Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon Volker » 25. Oktober 2007 17:40

Hallo zusammen,

nach längerer Pause wollte ich mich mal wieder melden. Wie Schweden so ist, kann man wirklich nicht in einem Satz beantworten. Das ist auch persönliche Ansichtssache. Auf jeden Fall kinderfreundlich und alles geht viel gemächlicher ab, fast schon langweilig. Was fällt mir so spontan ein?

Wenn Schweden auf E-Mails nicht reagieren, nicht böse sein. Viele können nicht richtig die Rechtschreibung, trauen sich deshalb nicht oder finden einfach die Buchstaben auf der Tastatur nicht. Den Tipp habe ich von einem Schwedisch-Lehrer. Der persönliche Kontakt durch einen Telefonanruf wird allerdings immer meistens wichtig genommen. Tja, und da wären wieder bei der Sprache, an der keine Weg vorbeiführt.

Wenn man Katzen hat, sollte man vorher in der Gemeineordnung "ordningsföreskrift" nachschauen, ob die draußen frei rumlaufen dürfen. In einigen wenigen dürfen sie das nämlich nicht. Einige Schweden haben erhebliche Probleme mit Katzen, besonders wenn fremde Katzen in deren Gärten herumstromern, rasten einige sogar aus. Zum Glück haben wir nette Nachbarn, die sogar auf unsere Katzen aufpassen, wenn wir verreist sind.

Wenn man sich ein Haus kauft, sollte man sich auch vergewissern, dass keine lärmende Luftwärmepumpe auf Nachbarsgrundstück sein Unwesen treibt. Die dürfen nämlich ganz schön laut sein. Tagsüber 50 dBA an der Grundstücksgrenze, wenn ich mich recht erinnere. So ein Ding hatte nämlich ein Nachbar, bis er sich zum Glück Erdwärme "bergvärme" zulegte.

Es ist auch kein Fehler bei der Hausversicherung "erweiternden Schutz" (utökat skydd) zu wählen, was uns eine Menge Geld gespart hat, als ein im Kellerboden einbetoniertes Heizungsrohr ein Leck hatte.

Wir selbst wohnen ja auf dem Land in der Nähe einer Kleinstadt. Viele Schweden können das nicht verstehen und sehnen sich nach dem pulsierenden Leben in der Großstadt. Von Letzterem habe ich schon genug in Deutschland abbekommen. Also ziehe ich lieber auf´s Land, wo die Häuser noch erschwinglich sind. Trotzdem steigen die Hauspreise hier immer noch um 5 bis 10% pro Jahr. Die Preise für Häuser und bostadsrätt in Stockholm sollen ja der glatte Wahnsinn sein.

Der größte Stress macht ehrlich gesagt die Sprache. Sich im Alltag zurechtzufinden und mit dem Nachbarn übers Wetter plaudern, geht ja relativ schnell. Nur wünscht man sich mit der Zeit so gut Schwedisch zu sprechen wie man seine Muttersprache beherrscht. Dazu muss man also die ganze Bandbreite der Themen, mit denen man sich beschäftigt hat, sprachlich beherrschen. Außerdem will man sich mit Takt und Fingerspitzengefühl ausdrücken können. Das dauert leider einige Jahre, bis man die in seiner Muttersprache gewohnten Sprachsicherheit besitzt. Das einfachste finde ich noch die Fachsprache seines Berufes. Je nach Beruf geht das erstaunlich schnell. Vorträge auf Schwedisch halten, habe ich mir viel schwieriger vorgestellt.

Das ist mir so spontan eingefallen. Schweden ist unsere Heimat geworden. Ein Leben in Deutschland können wir beide, meine Frau und ich, uns nicht mehr vorstellen. Alleine schon, dass man sich da mit Sie und Herr und Frau Soundso anredet, kommt einem nach einer gewissen Zeit wie das ganze Deutschland irgendwie verkrampft, steif und altbacken vor.

Herzliche Grüße aus Östergötland
Volker

jörgT
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Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon jörgT » 25. Oktober 2007 22:55

Hej Volker,
ich dachte schon, Dich gibts nicht mehr! :lol:
Deine Sicht auf das Leben in Schweden hast Du sehr schön formuliert - auch wir können uns nicht mehr vorstellen, in Deutschland zu leben!
Viele Grüsse aus dem schönen Dalarna!
Jörg :wink:

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Infosammler
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Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon Infosammler » 26. Oktober 2007 09:10

Halloo scoopy, du hast genau das geschrieben was ich so denke. für kinder gibt es hier in d kaum eine chance.

ich weiß auch das schweden nicht gerade auf uns wartet. aber hier komme ich auch nicht mehr weiter. um weiter aufzusteigen in meiner firma bin ich zu alt. nicht meine meihnung sondern wurde mir gesagt. In deutschland wieder was ganz neues anzufangen ist in "meinem alter" nicht nöglich.

Ich habe meine 2 Kinder hier fast allein groß bekommen, ohne unterhaltszahlungen. Und immer wurden mir steine in den weg gelegt. ich habe das wegräumen der steine satt. zumindest hier. wenn dann fange ich woanders neu an. Ich bin auch eine, die "hier nichts gebacken bekommen hat", trotz ich mit 2 kindern immer gearbeitet hat.
den mut zum auswandern hat mir meine tochter gegeben.
endschuldigt bitte das ich alles klein schreibe, aber ich habe im moment nur meine linke hand zur verfüfung.
gruß claudia

Volker
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Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon Volker » 26. Oktober 2007 09:37

Hallo zusammen,

hier noch ein Nachtrag zum schwedischen Immobilienmarkt, der sich besonders in den Ballungsräumen unerwartet schnell abkühlt:

http://www.sbab.se/sbab/jsp/polopoly.jsp?d=1394&a=4095

Natürlich sind die Preisentwicklungen regional verschieden. Bei uns sieht es etwas anders aus. Der größte private Arbeitgeber hier will nächstes Jahr 300 weitere Beschäftigte einstellen und es wird in den nächsten Monaten eine Umgehungsstraße fertiggestellt, die eine bessere Anbindung an die nächstgrößere Stadt bietet.

Irgendwie erinnert mich das hier weit entfernt, auch wenn der Vergleich ziemlich daneben ist, an die Boom-Phase der 50er Jahre in den USA. Da hat man neue Straßen gebaut, den Wald für neue Wohnsiedlungen gerodet, welche die Arbeitskräfte für die neuen Fabriken anlocken sollen. Vor der Haustür erstreckt sich eine Waldfläche, auf der man problemlos Großstädte wie München oder Karlsruhe unterbringen könnte. Das will allerdings zum Glück auch keiner. Ich will damit nur sagen, dass das Land noch viel Potenzial und Freiräume besitzt und man schaut optimistisch in die Zukunft. Schweden setzt sich zwar aktiv für eine Klimapolitik ein, aber freut sich dank der Klimaerwärmung auf bessere Ernten, mehr Touristen und einen größeren Waldertrag. Typisch schwedischer Pragmatismus.

Vor ein paar Monaten habe ich mir eine neue Wohnsiedlung aus Einfamilienhäusern in Süd-Deutschland angeschaut. Eine Mischung aus unterschiedlichen Baustilen, was als individuelles Wohnen verkauft wird und wie Kraut und Rüben aussieht, gebaut in 5 m Abstand von Hauswand zu Hauswand, die Straßen so schmal, dass kein Feuerwherwagen durchkommt und Besucher keinen Parkplatz finden. Welch ein Stress durch "verkehrsberuhigtes Wohnen". "Großzügige Grundstücke" von 600 qm für "familienfreundliche" 250 Euro/qm. Das ist doch schon zynisch. Solche Preise können sich viele nur dann leisten, wenn beide Vollzeit schuften, aber dann ist für Kinder keine Zeit mehr nach dem Grundgedanken des deutschen Sozialsystem, in der sich die Mutter den ganzen Tag um die Kinder zu kümmern hat. Ganz abgesehen davon habe ich dann noch den Ärger mit dem Hausbau und dem Architekten, der um so mehr verdient, je teuerer das Haus wird. Nein Danke!

Ich verstehe das Ganze nicht. In Baden-Württemberg treten sich die Menschen bei 300 Einwohner/qm gegenseitig auf die Füße und verbringen viel Freizeit in Verkehrsstaus, während in Mecklenburg-Vorpommern ganze Landstriche veröden.

viele Grüße
Volker

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Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon janaquinn » 26. Oktober 2007 17:04

Hej Volker,
in vieler Hinsicht kann ich dir zustimmen, vorallem was die Immobilienpreise in und um Stockholm betrifft, aber auch bei anderen Sachen.
Wir leben jetzt ein halbes Jahr hier und fühlen uns sehr sehr wohl, ein Leben in Deutschland können wir uns nicht mehr vorstellen. Wollen wir uns nichtmal mehr vorstellen. Wir sind noch mittendrin im Lernprozess und dem Einleben in die schwedische Mentalität und Kultur, manches kommt uns "spanisch" vor in Schweden, mit vielen Sachen konnten wir uns recht schnell anfreunden und geniessen sie jetzt. Wir haben ein sehr sehr hartes halbes Jahr hinter uns, es geht aber wieder aufwärts und wir können sagen, wir haben es nicht nur überstanden, sondern auch sehr sehr viel erreicht in diesem halben Jahr. Wir haben alle 3 einen festen Job, Yannic geht in die Schule, macht hervorragende Fortschritte, und Taima kommt in 2 Wochen in die Daggis, am 5.11. geht es los.
Wir haben alle 3 sehr sehr hart für unseren schwedischen Traum gearbeitet, haben einige Krisen überwunden und JA, es hätte meinen Mann und mich auch fast die Ehe gekostet, hätten wir nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen. Diese Auswanderung war und ist ein hartes Stück Arbeit und hat von uns allen, das letzte gefordert, aber wir haben den Willen und die Kraft, unseren Weg weiter zugehen, denn wir leben gern in Schweden und fühlen uns sehr sehr wohl. Auch wenn wir uns mit einigen Sachen noch nicht oder vielleicht auch niemals anfreunden können.

Grüsse JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Smultron

Re: Nix wie weg aus Deutschland Forum

Beitragvon Smultron » 27. Oktober 2007 21:08

Hej Jana,
welche Sachen wären es, mit denen du dich noch nicht oder vielleicht auch niemals anfreunden könntest :?:


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