Nein zu Beschneidung trotz Empfehlung

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Nein zu Beschneidung trotz Empfehlung

Beitragvon svenska-nyheter » 20. Juli 2012 10:36

In fünf Provinzen wird nicht-medizinische Beschneidung von Jungen abgelehnt, obwohl Schwedens Gemeinde- und Provinziallandtage bereits vor drei Jahren eine Empfehlung ausgesprochen hatten, nach der alle Gemeinden diese anbieten sollten. Wie die Tageszeitung Dagens Nyheter berichtet, sollte mit der Empfehlung eine Beschränkung der Religionsfreiheit vermieden werden.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

Eipoksolok

Re: Nein zu Beschneidung trotz Empfehlung

Beitragvon Eipoksolok » 20. Juli 2012 13:16

Zudem sollte verhindern dass Eltern den Eingriff möglicherweise außerhalb medizinischer Einrichtungen vornehmen lassen.


Ich verstehe das ganze Gerassel in Deutschland nicht. Da wird von Verstümmelung gesprochen, was absoluter Unsinn ist. Das recht des Kindes sollte vielleicht gestärkt werden, aber wird es das in christlichen Gemeinden nicht auch mehr oder weniger in einen Glauben gezwungen? Dass durch einen kleinen medizinischen Eingriff ein winziges Häutchen, das kaum eine Funktion hat, entfernt wird, stellt für mich keine Verstümmelung dar. Seelischer Druck, sehr oft und weltweit in der Erziehung immer noch angewandt, ob bei Christen, Muslimen, Juden, anders Gläubigen oder Atheisten, ist dagegen viel schlimmer. Darüber wird bei der Diskussion kein Wort verloren.

Jedenfalls wird es viele Juden und Muslime dazu bringen, die Beschneidung unfachmännisch durchführen zu lassen. Ob das besser ist??

Übrigens: neben den Glaubensgruppen ist der Großteil der US Amerikaner beschnitten. Zudem sind Beschnittene weit weniger infizierbar, und man höre und staune: bezogen auf HIV. Na, wenn da die Beschneidung kein Vorteil ist!?!

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Re: Nein zu Beschneidung trotz Empfehlung

Beitragvon Auswanderer » 20. Juli 2012 15:01

Eipoksolok hat geschrieben:Ich verstehe das ganze Gerassel in Deutschland nicht.


Richtig: Du hast es nicht verstanden.

Die Beschneidung kann man nicht rückgängig machen, also ist dies nicht vergleichbar mit der (auch schlechten) auf Religion bezogenen Indoktrinierung durch die Eltern.

Es geht nicht um Religionsfreiheit. Es geht darum, ob Eltern, im Namen der Religion, ihre Kinder etwas antun dürfen, was medizinisch nicht sinnvoll ist.

Soll man für alle anderen Befehle im Alten Testament Ausnahmen beim Grundgesetz machen?

Es fängt bei der Beschneidung an. Nach und nach kommt die Scharia. Nicht lachen: in Kanada und England gibt es schon Anfänge in diese Richtung.

Wenn die Scientologen die Ohrläppchen ihrer Säuglinge abschneiden würden, dann würde der Staat eingreifen.

Die meisten Formen der weiblichen Genitalbeschneidungen, und die häufigsten, sind viel schlimmer. Richtig. Allerdings gibt es eine Form, die 100% der üblichen männlichen Beschneidung entspricht. Sollte man hierfür auch eine Ausnahme machen?

Mit den Argumenten, die man gegen ein Verbot hört (wenn es verboten wird, dann machen sie es im Ausland oder unter schlechten Bedingungen und alles wird viel schlimmer sein) gilt noch mehr für die weibliche Beschneidung. Sollte man sie darum auch zulassen? Dies gilt für fast alle Gesetze: Warum nicht alle Gesetze abschaffen, damit die, die nicht damit einverstanden sind, nicht in die Illegalität betrieben werden?

Infektion? Vielleicht gibt es einen kleinen Vorteil, wenn man unter schlechten hygienischen Verhältnissen leidet. Erstens ist das in Deutschland nicht der Fall. Zweitens könnte man Krankheiten, die durch Samenflüssigkeit übertragen werden, durch Kastration verringern, und Krankheiten, die durch Muttermilch übertragen werden, durch Brustamputation.

Der einzige Grund, weshalb es im Parlament (nicht in der Bevölkerung) eine Mehrheit gegen das Verbot gibt, ist, dass die Leute Angst haben, sonst als antisemitisch zu gelten. Wie lächerlich ist das denn? Hitler war Vegetarier, und zwar aus moralischen Gründen. Sollen wir alle Vegetarier in die Nähe der NSDAP rücken? Die Moslems profitieren auch davon, weil sie auch beschneiden, und nicht einmal die Parlamentarier würden sich trauen, etwas den Juden zu erlauben und anderen nicht.

Dürfen Eltern Piercings, Tätowierungen usw. bei Säuglingen machen lassen? Wenn nicht, warum nicht?

Ein trauriger Tag für Deutschland wenn barbarische religiöse Rituale über das Grundgesetz gestellt werden.
Zuletzt geändert von Auswanderer am 20. Juli 2012 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nein zu Beschneidung trotz Empfehlung

Beitragvon Auswanderer » 20. Juli 2012 15:02

Eipoksolok hat geschrieben:Übrigens: neben den Glaubensgruppen ist der Großteil der US Amerikaner beschnitten.


Und warum soll das in irgend einer Weise relevant sein?
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Re: Nein zu Beschneidung trotz Empfehlung

Beitragvon Auswanderer » 20. Juli 2012 15:21

Ein guter Beitrag zu diesem Thema.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 45502.html

(Nur ein Fehler: die Nazis waren nicht Atheisten.)
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---Stig Johansson

Eipoksolok

Re: Nein zu Beschneidung trotz Empfehlung

Beitragvon Eipoksolok » 20. Juli 2012 16:35

Ich finde die Diskussion weiterhin lächerlich. Von der Beschneidung zur Scharia zu kommen, ist wirklich bei den Haaren herbei gezogen. Damit endet für mich die Diskussion.


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