Nebenkosten für ein Haus

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Yvonnsche&Co
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Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Yvonnsche&Co » 29. November 2007 22:58

Hej hej,

habe da mal wieder ne Frage. Wenn ich ein Haus von ca. 100 qm in S habe, was kommen da in ca. für Nebenkosten auf uns zu?

Vielen Dank schon mal.

Hejdo Yvonnsche

Volker
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Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Volker » 29. November 2007 23:27

Hallo,

das steht in der Expertise des zu kaufenden Hauses drin und hängt hauptsächlich von der Heizung ab und wie gut das Haus isoliert ist. Rechne mal so ungefähr mit 30.000 Kronen Betriebskosten (driftkostnader). Am teuersten wird der Spaß, wenn man mit Strom heizt, wobei Heizöl noch teuerer ist, aber das macht eigentlich niemand mehr hier.

Die Bandbreite kann recht groß sein: Ein Bekannter, der eine Pelletsheizung hat, meint, er käme mit 15.000 Kronen aus, aber da muss man schon sehr sparsam sein. Unsere Vorbesitzer haben angeblich ständig die Fenster aufgeklappt gehabt, auch im Winter, so dass sie astronomische 30.000 KWH pro Jahr verbraucht haben und insgesamt auf 40.000 Kronen pro Jahr kamen. Also den Lebensstill kann ich mir nicht leisten buchstäblich das Geld zum Fenster herauszublasen.

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Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Skogstroll » 30. November 2007 08:50

Mit den Heizkosten ist es so eine Sache. Strom ist teuer, klar. Ich habe einen Mix aus Elektroheizung, Luft-Luft-Wärmepumpe und Holz bzw. da Holz relativ schnell verbrennt sog. Värmeloggs, zu Brikettgrösse aufgeblasene Pellets. Letztere sind aber - ebenso wie Pellets - in diesem Jahr derart im Preis gestiegen, dass die Kosten auf gleicher Höhe liegen wie die der Elektroheizung, sobald der Wirkungsgrad unter 95% liegt, und das tut er immer.
Am günstigsten kommt man, wenn man mit Holz heizt und am besten einen eigenen Wald hat. Ansonsten sind Wärmepumpen eine schöne Sache (jord-, berg- oder sjövärme), setzten aber voraus, dass das Haus ein wassergebundenes Heizungssystem hat, sonst wird die Installation nochmal erheblich teurer. Der Nachteil: Bei Stromausfall wird's kalt. Man sollte also noch irgendeine Alternative im Ärmel haben.

Skogstroll

Volker
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Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Volker » 30. November 2007 09:27

Ja, Heizung ist ein tolles Thema. Rechnet man zum Beispiel die vielgelobte Bergvärme mit Abschreibung, kalkulatorischen Zinsen und so weiter durch, dann ist sie bei einer minimalen Lebensdauer von 15 Jahren für das Bohrloch und die Wärmepumpe etwa so teuer wie wenn man nur elektrisch heizen würde. Muss jemand noch eine Zentralheizung nachrüsten (etwa 50.000 Kronen / pro 100 qm), kann man gleich bei "direktverkande el" = "an den Wänden montierte Heizwiderstände" bleiben.

Viele meinen Schweden sei langweilig. Stimmt nicht, wenn man sich einen Kaminofen anschafft. Da hat man dauernd Beschäftigung. Würde man den Arbeitsaufwand umrechnen, käme die Holzheizung am teuersten. So darf man das natürlich nicht sehen. Einen Kaminofen "braskamin" also nur anschaffen, wenn man Spaß daran hat und einen Bauern kennt, von dem man das Holz günstig gespalten und gesägt angeliefert bekommt.

Wasser ist auch so eine Sache. Ist zwar billiger hier aber man braucht so 150 Kubikmeter pro Jahr und Haus Leider waren mit dem Rasensprengen etwas großzügig und haben 250 Kubikmeter gebraucht. Also Vorsicht mit dem Gartenschlauch.

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Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Yvonnsche&Co » 30. November 2007 10:15

Tjena Volker Skogstroll und Volker,

vielen Dank schon mal für eure Antworten. Da kann man sich mal in etwa ein Bild davon machen. Man muss ja alles einkalkulieren.

Hejdå Yvonnsche

Storstadstjej

Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Storstadstjej » 30. November 2007 11:40

Bergwärme ist so ein Ding... Die Wärme ist "endlich" - zu viele Häuser bekommen zu wenig Leistung, für wenige Häuser ist die Geschichte recht teuer.
Stromheizung... Geht gar nicht - "normale" an der Wand hängende Elemente geben eine så pass trocken Luft ab, dass ich pünktlich zur Heizungsperiode alle möglichen Probleme mit den Luftwegen bekomme, ausserdem steigt mein Feuchtigkeitscremeverbrauch in's unermessliche. Natürlich haben unsere 18 000 KWH/Jahr auch was mit dem undichten Haus zu tun (4000 SEK - Energierechnungen flattern uns regelmässig in's Haus), ich muss aber zu unserer Entschuldigung sagen, dass unsere Elemente nicht auf 25 sondern auf 17 Grad stehen. Fazit: NIE WIEDER.
Prognose meines Schwiegervaters: Oljepanna, also Ölheizung, wird in den nächsten Jahren günstiger werden als Strom. Sie ist auch im Unterhalt - also abgesehen von der Betankung günstiger.
Übrigens kann ich wirklich jedem zur Investition in die Fussbodenwärme raten - es ist nicht nur angenehm, sondern senkt real auch oft die Kosten für den Unterhalt, da Fussbodenheizung wesentlich effektiver heizt, als einzelne Elemente.

Unterhalt für ein ein Haus steht und fällt mit der Heizung. Alles andere ist vergleichbar pipifax.

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Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Skogstroll » 30. November 2007 13:08

Hej Storstadstjej,

die Luftfeuchte ist eigentlich ziemlich unabhängig vom Heizungstyp. Wenn du kalte Luft warm machst, dann sinkt die relative (nicht die absolute!) Luftfeuchte. Die Art der Wärmequelle spielt dabei keine Rolle, allenfalls unterscheidet sich die Menge Staub, die dabei in die Luft geblasen wird.
Ich habe bei mir einiges in die Isolation gesteckt und sämtliche Fenster gegen Niedrigemissionsfenster getauscht. Zusammen mit ein paar Kubikmetern Holz komme ich mit gut 10000 kWh im Jahr über die Runden.

Skogstroll

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Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Volker » 30. November 2007 14:57

Da ich mir überlege, einen Pelletsbrenner anzuschaffen, habe ich mal an Hand der aktullen Preise nachgeforscht: 4 Palletten Sackware kosten mit Anlieferung 9236 SEK. Das sind 3328 kg. Dann kostet 1 kg 2,7 SEK. Da ein 1 kg 5 kWh liefert, kostet die kWH Pellets etwa 0,6 SEK, wenn man bei der Heizung einen Wirkungsgrad von 90% zu Grunde legt. (Nachtrag: 80% Wirkungsgrad sind realistischer, dann kostet die KWH fast 0,7 KWH und es lohnt sich fast nicht mehr) Das ist doch (etwas) billiger als Strom, der bei 1 SEK / KWH liegt. Holz kostet etwa 0,2 bis 0,3 SEK / KWH nach meinen Berechnungen.

Dass Öl billiger als Strom wird, halte ich für ausgeschlossen. Alleine schon aus umwelt- und klimapolitischen Motiven würde man den Preis über Abgaben und Steuern so beeinflussen, dass Strom langfristig gemittelt günstiger als Öl bleibt. Alle weltwirtschaftlichen Prognosen sprechen dafür, dass der Ölpreis weiter steigen wird, während die Uran-Vorkommen für Atomkraftwerke noch wesentlich länger halten und deren Preise stabiler bleiben. Wie auch ich haben sehr viele in den letzten Jahre ihren Öltank im klimapolitischen Glauben verschrottet. Den Aufschrei der Empörung möchte ich mal hören, wenn Öl die billigere Energiequelle werden würde.

Eine Fußbodenheizung macht wegen der geringen Vorlauftemperatur besonders im Zusammenhang mit Wärmepumpen Sinn. Ich selbst leide eher unter heißen Füßen und kann die Wärme von unten nicht gebrauchen. Auch graut es mir bei den Gedanken, wenn eine Undichtigkeit im System auftreten würde. Ich hatte ein Leck in ein im Betonboden eingegossenem Heizungrohr. Die Erfahrung reicht mir.

Im letzten Jahr haben wir nur mit Strom geheizt und 20 000 KWH alles in allem verbraucht. Jetzt haben wir noch einen Kaminofen. Ich bin natürlich gespannt, ob meine Kalkulation aufgeht und ob meine 10 Festmeter Holz reichen, um 110 qm zu heizen. Der Keller wird weiterhin mit Strom auf 16 bis 17 Grad gehalten. Die Frage ist, ob eine Umrüstung auf Pellets dann noch lohnt. Wahrscheinlich nicht. Zudem haben wir fast nur noch Energiesparlampen in Betrieb.

Smultron

Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Smultron » 30. November 2007 17:26

Hej,
Skogstroll sind Niedrigemissonsfenster = zwei-/dreifach verglaste Fenster?
Bin überrascht, dass eine Bergvärmeanlage eine Lebensdauer von nur 15 Jahren hat. So müssen sich erst die hohen Anschaffungs-/Einbaukosten rechnen, so sehe ich es auch bei der Pelletsbrennanlage die ebenfalls in der Anschaffung nicht günstig ist. Wenn man überlegt, werden die Pellets mit einem hohen Anteil an Energie gepresst (auch nicht so umweltschonend). Und natürlich müssen ausreichend trockene Räumlichkeiten für die Lagerung vorhanden sein. Finde als zusätzliche Lösung immer noch das Heizen mit Holz am besten. Natürlich sollte man zum Holzmachen auch Geschick/Lust/Spaß und Ausdauer haben. Ob ich mehrmals wöchentlich ins Fitnessstudio gehe u. mich schinde, oder ob ich es beim Holzmachen tue und dabei auch meine Pfunde purzeln.... finde ich diese Tätigkeit sinnvoller. In den letzten Jahren häuften sich die Stromabbrüche, auch für längere Zeit, wegen Stürme/Schneelasten u. Blitzeinschlägen in Schweden. Da ist es doch besser man hat eine Alternative. Im Vergleich zu D ist der Preis für Holz billig, im Rheinland bezahlt man für einen Festmeter Hartholz (fertig gespalten) 70 - 100 Euro. Hatte schon in einem anderen Beitrag erwähnt, in D wird z.zzt heiß diskutiert über die Einbaupflicht eines Rußfilters für Holzöfen. Dieser Einbau soll bei etwa 1.200 Euro liegen.
Viele Grüße Helga

Gast

Re: Nebenkosten für ein Haus

Beitragvon Gast » 30. November 2007 17:56

Hallo,

ist jemand von Euch bei EON. Was zahlt Ihr denn da an Grundgebühr pro Jahr und wie sehen die Preise bei Wasser und Müllabfuhr bei Euch aus. Irgendwie kommt mir Schweden wie ein Tarifdschungel vor.


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