Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

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Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon BlekingeNina » 12. Juni 2014 09:23

Hej!
Mal eine ganz dumme Frage: Kann sich jemand eventuelle Nachteile einer doppelten Staatsbürgerschaft (deutsch plus schwedisch) vorstellen?


Danke für Denkanstösse!

Christina

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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon Auswanderer » 12. Juni 2014 11:33

BlekingeNina hat geschrieben:Hej!
Mal eine ganz dumme Frage: Kann sich jemand eventuelle Nachteile einer doppelten Staatsbürgerschaft (deutsch plus schwedisch) vorstellen?


Wehrpflicht? Mehr Steuern zahlen?
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon tjejen » 12. Juni 2014 12:19

Auswanderer hat geschrieben: Mehr Steuern zahlen?

Steuern hängen in unserem Fall (D+S) wohl nicht von der Statsbürgerschaft ab sondern vom Wohnsitz und Einkommensland.

BlekingeNina hat geschrieben:Hej!
Mal eine ganz dumme Frage: Kann sich jemand eventuelle Nachteile einer doppelten Staatsbürgerschaft (deutsch plus schwedisch) vorstellen?

Es gibt einen Tråd zu diesem Thema im Forum und ich meine mich zu erinnern, dass keine Nachteile genannt werden konnten.
Gnäll suger, handling duger.

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tjejen
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon tjejen » 12. Juni 2014 12:32

Gnäll suger, handling duger.

Volker
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon Volker » 12. Juni 2014 12:37

Hallo Christina,

es gibt eigentlich keine. Ich kenne nur Vorteile. In Einzelfällen kann es sogar erhebliche finanzielle Vorteile haben auf seine deutsche Staatsbürgerschaft zu verzichten.

Dass die Wehrpflicht in Schweden in absehbarer Zeit wieder eingeführt wird, halte ich für unwahrscheinlich, und wenn, dann sind das sicherlich nur relativ angenehme 6 Monate. Frage Experten und sie werden dir meistens unter vorgehaltener Hand antworten, dass schon die Bundeswehr vor 20 Jahren die Wehrpflichtigen nur als eine Last angesehen hat. Nicht anders ist es bei den schwedischen Streitkräften. Wehrpflichtige haben einfach nicht die notwendigen Qualifikationen für eine moderne Kriegsführung.

Eventuell sollten Erbschaftsfragen durch ein Testament neu geregelt werden, um Unklarheiten zu beseitigen, ob bei einer Doppelstaatsbürgerschaft schwedisches oder deutsches Recht gilt.

Ansonsten ist der psychologische Effekt nicht zu unterschätzen als schwedischer Staatsbürger hier in Schweden nicht mehr im Ausland zu leben. Ich bin kein Schweden-Fan. Schweden ist ein Teil meiner Identität. Das ist etwas anderes.

Jetzt fällt mir tatsächlich noch ein Nachteil ein, der für die meisten unwichtig ist. Wer nur als Deutscher in Schweden volksbuchgeführt ist, der hat bei der Europawahl die Entscheidungsfreiheit, ob er deutsche oder schwedische Abgeordnete wählen will. Wer aber hier als Schwede volksbuchgeführt ist, darf nur die schwedischen Europaabgeordneten wählen. Weitere Staatsbürgerschaften bleiben unberücksichtigt. Ich kann mir aber niemanden vorstellen, der deshalb auf die schwedische Staatsbürgerschaft verzichtet.

Speedy
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon Speedy » 12. Juni 2014 13:06

Hej,

ich denke man muss davon ueberzeugt sein, das Schweden die Heimat geworden ist. Ansonsten sollte man das mit der Staatsbuergerschaft lassen.

Gruss Speedy

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Hanjo
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon Hanjo » 12. Juni 2014 14:07

Speedy hat geschrieben:Hej, ich denke man muss davon ueberzeugt sein, das Schweden die Heimat geworden ist. Ansonsten sollte man das mit der Staatsbuergerschaft lassen.
Gruss Speedy
Hejsan,
ich denke das ist die beste Antwort auf diese Frage. Wir haben es nie bereut, die schwedische Staatsangehörigkeit beantragt und bekommen zu haben, dabei aber auch für uns selbstverständlich die deutsche Staatsangehörigkeit behalten zu haben - man kann die Jahrzehnte, die man dort gelebt hat, nicht einfach so vergessen.
Nachteile wie auch Vorteile haben wir praktisch keine erkennen können - bis heute jedenfalls nicht :D .
Hejdå
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon andy_smaland » 12. Juni 2014 14:23

Hallo Hanjo,

Es würde mich interessieren, wie der Beantragungsprozess für eure schwedische Staatsbürgerschaft abgelaufen ist.

Wir wohnen nun seit fast 5,5 Jahren in Schweden und haben in der Familie bereits darüber gesprochen, in absehbarer Zeit die schwedische Staatsbürgerschaft zu beantragen (unsere deutsche Staasbürgerschaft wollen wir selbstverständlich behalten).

Ich habe allerdings von mehreren Seiten gehört, dass dies ein sehr "zäher" Prozess sein kann, der sich ziemlich in die Länge ziehen kann.


Wenn jemand also kürzlich diesbezüglich Erfahrungen gesammelt hat würde ich mich sehr über eure Erfahrungsberichte freuen.
Viele Grüsse aus Småland

Andy
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Volker
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon Volker » 12. Juni 2014 15:46

Der Knackpunkt ist das permanente Aufenthaltsrecht, welches man nach 5 Jahren rechtmäßigen Aufenthalts automatisch erwirbt. Allerdings muss man es sich vor dem Antrag auf die schwedische Staatsbürgerschaft registrieren lassen. Und darin liegt der Hase im Pfeffer. Es werden lückenlose Einkommensnachweise der letzten fünf Jahre verlangt und auch der Nachweis über die rechtzeitige Registrierung seines Aufenthaltsrechts. Außerdem wird der Identitätsnachweis verlangt, wozu Kopien des Passes und der Geburtsurkunde, eventuell auch der Heiratsurkunde gehören. Jede Menge Papierkram also. Bei uns hat sich ein dicker Ordner angesammelt.

Ist die Registrierung dieses permanenten Aufenthaltsrechts geglückt, dann ist der Online-Antrag auf die schwedische Staatsbürgerschaft fast nur noch eine Formsache. Die Sachbearbeiter holen sich nur noch Erkundigungen ein, ob Einträge beim Gerichtsvollzieher vorliegen, ob Vorstrafen existieren und ob der Geheimdienst einen auf der Liste hat. Wie lange die ganze Abwicklung dauert, ist vollkommen unterschiedlich.

Dummerweise hatte wir unseren Online-Antrag für die Staatsbürgerschaft vor der Registrierung des permanenten Aufenthaltsrecht abgeschickt, das uns dann schließlich erst einmal verweigert wurde, weil nach der Auffassung der Behörde ein paar Monate gefehlt hätten. Dann hat aber anscheinend die Einbürgerungsabteilung mit der Aufenthaltsrechtsabteilung gesprochen. Eines Tages bekam ich aus heiterem Himmel einen Anruf von der Einbürgerungsabteilung wir sollten so schnell wie möglich unsere deutschen Pässe zuschicken, damit wir unsere Staatsbürgerschaft bekommen. Ich bin nach dem Anruf halb vom Stuhl gefallen. Die Pässe haben wir dann abgeschickt und drei Arbeitstage später hatten wir unsere Einbürgerungsurkunden in der Hand. Eine Einbürgerungsfeier gab es nicht in unserer Gemeinde. Insgesamt hatte sich die Einbürgerung über ein halbes Jahr hingezogen. Der Witz der ganze Geschichte ist auch, dass wir nie eine Registrierung für unser permantes Aufenthaltsrecht erhalten haben. Das braucht man auch nicht mehr als Schwede, weil ja dann ein absolutes Aufenthaltsrecht besteht.

Jetzt kann es wieder etwas anders laufen. Es hängt auch mit der Auslastung der Behörden zusammen. Die deutsche Staatsbürgerschaft behält man auf jeden Fall.

Speedy
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Re: Nachteile schwedischer Staatsbürgerschaft?

Beitragvon Speedy » 12. Juni 2014 18:46

...und nun stellt sich mir die Frage, was ist der Vorteil der schwedischen Staatsbuergerschaft?

Ist die Solidarität mit dem Land wo man lebt, ist es nur das Papier, ist das Gefuehl anders oder wird man mehr anerkannt wenn man die Staatsangehörigkeit hat?

Fragt sich Speedy


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