Nachteile mit schwedischer Personennummer

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HeikeBlekinge
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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon HeikeBlekinge » 18. Oktober 2010 08:49

Hexenhäuschen hat geschrieben:... das mit den 3 oder 6 Monaten Aufenthalt ist schon lange Geschichte. Man muß mind. 12 Monate hier sein, um die PN zu bekommen.


AndreasHofer geschrieben:
wo hast Du denn die information her?
Als Hauseigentümer bekommst du auch eine Personnummer ohne in Schweden dauerhaft zu wohnen weil auch der Steuerbehörde klar ist das man ohne PN durch die Mitarbeiter der verschiedensten Organisationen diskriminiert wird[/quote]

Woher bitte hast DU diese Information?
Man bekommt eine Org.-Nr. - mehr nicht!
Um eine PN erlangen zu können muss man folkbokförd sein in Schweden!
Und eine PN steht nur dann zu, wenn man tatsächlich oder eine genaue regelmässige Zeit in Schweden ansässig ist, oder weitere Umstände hinzukommen!
http://www.skatteverket.se/privat/folkb ... 02966.html
Wer um die PN zu erlangen angibt das er sich entgegen der Wahrheit lange genug (im Jahr) in S aufhält, der bewegt sich am Rande der Legalität!
Dazu bitte den letzten Abschnitt genau lesen! Da steht etwas von zumindest Familien- oder Arbeitsmittelpunkt.

Und das mit den 12 Monaten ist durchaus richtig! Gibt man die Wahrheit an, nämlich nur Ferienhausbenutzer zu sein oder sich unter einem zusammenhängenden Jahr in Schweden aufzuhalten, wird kein Skatteverkmitarbeiter eine PN herausruecken! Alle anderen "erworbenen" PN von FH-Besitzern o.ä. duerften auf illegalen Wege (sprich Luegen, Angabe falscher Tatsachen) erworben worden sein. Da die Schweden entgegen der deutschen Mentaltität zuerst an die Wahrheit glauben die ihnen erzählt wird, ist es fuer sie schwierig anzunehmen sie wuerden gerade belogen...

DAS ist meine Auffassung.
Und wir sind uebrigens knapp 2 Jahre ohne PN bestens klargekommen! Und diskriminiert wurden wir schon gar nicht!
Nach Erhalt und dem damit verbundenen tatsächlichen Umzug nach Schweden, ist mir persönlich nur aufgefallen das es fuer die Schweden halt einfacher ist jemanden anhand der PN zu "identifizieren", einzuordnen.
Also liegt der Verteil einer PN in erster Linie bei den Schweden ;-) (die haben nämlich bei jedem klitzekleinem Formular ein Eingabefeld fuer die PN und sie oder das Eingabesystem tun sich fuerchterlich schwer wenn da nichts eingegeben werden kann. Vielleicht wird das ja eines Tages einmal geändert...)

Hälsningar
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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon Imrhien » 18. Oktober 2010 09:16

Hej,
ich sehe es wie Heike. Möglich ist es schon eine PN zu bekommen, wenn man den Leuten da am Schalter erzählt was sie hören wollen. Aber ob es dann auch legal ist?
Es ist die gleiche Sache wie mit dem in Deutschland gemeldet bleiben. Schaut noch mal nach. Das darf man nicht, wenn man den Lebensmittelpunkt in einem anderen Land hat. Deutschland akzeptiert keinen 2. Wohnsitz, wenn man im Ausland den ersten hat und man darf nicht 2x den ersten Wohnsitz irgendwo haben.
Es gibt viele die das trotzdem machen. Die sich einfach nicht abmelden oder bei anderen (Familie, Freunden) eine Briefkastenadresse haben. Funktioniert ohne Probleme. Bis es mal auffällt. Es ist nicht erlaubt und kann im schlimmsten Fall Ärger bedeuten. Warum sich den Stress antun, wenn es nicht nötig ist?
Klar, man könnte damit Gelder erschwindeln (kindergeld und so weiter). Aber in dem vorliegenden Fall geht es um all so was nicht. Die Dinge, die mit der PN hier bezweckt werden sollen, gehen ja auch anders. Es ist ja durchaus üblihc und möglich ein Ferienhaus hier zu haben ohne gemeldet zu sein und eine PN zu haben. Dann gibt es eben diese Ersatznummer.
Ich persönlich würde den legalen Weg gehen aber das muss jeder für sich selber entscheiden :)

Grüsse
Wiebke

ach ja, Grüsse zurück. Wie wars denn am Mälaren? Schön hier, gelle? :)

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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon V70 » 18. Oktober 2010 20:33

Hallo Zusammen,

vielen herzlichen Dank für die Kommentare.

Ja, das Baden im Mälaren war wunderschön, ich komme bestimmt wieder ( ich war mit einem Freund zum großen US - Car - Treffen in Västeras und wir wollen in 1-2 Jahren noch mal hin )

Herzliche Grüße

Henning

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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon andreashofer » 19. Oktober 2010 01:06

HeikeBlekinge hat geschrieben:Woher bitte hast DU diese Information?
Man bekommt eine Org.-Nr. - mehr nicht!
Um eine PN erlangen zu können muss man folkbokförd sein in Schweden!


Mag ja alles sein.

Etwa ein halbes Jahr nach dem Erwerb meines Anwesens hatte ich beim Skatteverket zu tun und sprach dort das "Problem" Personnummer und Diskriminierung an.
Eine Organisationsnummer besass ich ja schon durch den Hauserwerb. Der freundliche Mitarbeiter des Skatteverket meinte es sei kein Problem und ich bekam etwa drei Wochen später die Mitteilung über meine Personnummer- bestehend aus meinem Geburtsdatum und den dazugehörigen Kontrollziffern! Also weder eine Organisationsnummer noch irgend eine Samordningsnummer.

Auch habe ich beim dortigen Mitarbeiter keine falschen Angaben über meinen Status als zeitweiliger Besucher abgegeben.
Mag eventuell sein das in anderen Büros des Skatteverket anders entschieden wird oder sich die gesetzliche Lage zwischnzeitig wieder geändert hat.

Meine Personnummer habe ich in den letzten 10 Monaten( so lange habe ich sie) auch nur ein paar mal anwenden müssen. Zuerst versuche ich natürlich auch ohne Nummer auszukommen.

Es gibt aber leider Mitarbeiter der verschiedensten Unternehmen die es nicht verstehen können dass jemand der in Schweden ein Haus besitzt keine Personnummer hat.

Im Übrigen kommt man gerade in der Privatwirtschaft häufig mit einer Organisationsnummer nicht wirklich weit weil eben diese Nummer proprietär auf die Ausgebende Stelle bezogen ist.

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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon Imrhien » 19. Oktober 2010 08:37

Hej,
das ist ja ein interessanter Fall. Von so was habe ich noch nie gehört. Du musst ein Unikat sein. Aber es zeigt mal wieder, dass man alle Regeln umgehen kann, wenn man den richtigen Sachbearbeiter findet. Man kann sich halt nur leider nicht drauf verlassen oder es einklagen.
Hast Du die Nummer auch anderswo angewendet? Bank? Post? Apotheke? Es wäre spannend zu sehen was da passiert. Ich meine, theoretisch könntest Du mit der Nummer nun Gelder beantragen. ich meine, Kindergeld... Oder einfach mal zum Arzt gehen... Oder einen Sprachkurs kostenlos machen. Gibt es etwas das Du mal studieren wolltest? Versuch Dich mal einzuschreiben, bzw. bei Komvux anzumelden. Mit dem Ferienhaus als Wohnsitz und der PN dürfte das kein Problem sein. Eine spannende Situation. Ich glaube, ich würde allein um zu sehen was geht mal versuchen was passiert... Heisst ja nicht, dass Du was ausnutzen musst. Aber mal anmelden und schauen was passiert? Wobei, in Deinem Fall, wo Du die Nummer vielleicht brauchst, schlafende Hunde soll man ja auch nicht wecken. Nihct, dass die Nummer wieder stillgelegt wird...

Grüße
Wiebke

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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon tjejen » 19. Oktober 2010 09:52

Zumindest eine Steuererklärung wird nächstes Jahr fällig sein ... Wobei, wenn die Summe zu gering ist, wird keine rausgeschickt ...

Auch wenn er zum Arzt gehen kann, so ganz versichert ist er dennoch nicht. Dazu muss man nämlich arbeiten und steuern zahlen. Nach Zusendung der Personnummer kam ja auch das Formular der Försäkringskassan dass er mit den richtigen Antworten einsenden sollte ...

Ich las auf der Seite der Försäkringskassan auch mal dass bei der Beantragung gewisser Vorteile geprüft wird ob man richtig versichert ist. Dank der Nummer geht das ja auch ganz problemlos ...
Gnäll suger, handling duger.

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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon Imrhien » 19. Oktober 2010 15:26

Hej,
das mit dem Arbeiten und Steuern zahlen beim Arzt halte ich nicht für ganz richtig. Oder sagen wir, ich bin mir nicht sicher ob es stimmt. Denn, was machen die ganzen Familienangehörigen, die hier "nur" leben und eine PN haben aber nicht arbeiten? Ich hatte auch nicht sofort Arbeit und war trotzdem versichert.
Es kann natürlich sein, dass die prüfen ob irgendeiner in der Familie arbeitet aber was wäre dann mit den Arbeitslosen?
Vielleicht weiss jemand genauer wie das ist? Ich bin mir jedenfalls nicht sicher.

Grüße
Wiebke

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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon Hexenhäuschen » 19. Oktober 2010 18:01

Die Krankenversicherung wird u.a. aus Steuermitteln und Einnahmen aus der Mehrwertsteuer (!) finanziert, ergo bezahlen hier alle mehr oder weniger Steuern (und wenn`s bloß der Kaffee an der Tanke ist).

Hexenhäuschen
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ist die vorüber, in der man kann.
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Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon tjejen » 19. Oktober 2010 20:23

Imrhien hat geschrieben:das mit dem Arbeiten und Steuern zahlen beim Arzt halte ich nicht für ganz richtig. Oder sagen wir, ich bin mir nicht sicher ob es stimmt. Denn, was machen die ganzen Familienangehörigen, die hier "nur" leben und eine PN haben aber nicht arbeiten? Ich hatte auch nicht sofort Arbeit und war trotzdem versichert.
Es kann natürlich sein, dass die prüfen ob irgendeiner in der Familie arbeitet aber was wäre dann mit den Arbeitslosen?
Vielleicht weiss jemand genauer wie das ist? Ich bin mir jedenfalls nicht sicher.

Hmm, da hab ich mich wohl ungenau ausgedrückt. Das alleinige haben der Personennummer reicht absolut für das zum Arzt gehen. Man hat aber keinen vollen Schutz wie zum Beispiel staatliche Rente (also die für alle, nicht die die du mit dem Gehalt erarbeitest) oder eine Versicherungskarte die auch im Ausland gültig ist. Die kann man eben nicht einmal beantragen wenn man nicht voll versichert ist. Und beim Beantragen von Leistungen wird man eben geprüft ob man den rechten Schutz besitzt.

Das Recht auf Vollversichung erwirbst du wenn du mindestens 15 Stunden (ca) die Woche arbeitest. Als ausländischer Student bist du beispielsweise nicht voll versichert.

Ich weiss das daher, da es bei mir der Fall war und ich so einiges mit der Försäkringskassan telefoniert habe. Als ich dann endlich den Schutz bekommen hab, bekam ich auch einen Brief dass ich nun versichert sei. Da hatte ich der Personennummer schon sehr lange. Da ich aber nachweisen konnte schon eher soviel gearbeitet zu haben wurde ich rückgeltend versichert (wichtig bei Rentenansprüchen).

Als Arbeitsloser hast du dir ja schon den Schutz erarbeitet, soll heissen du hast schon fleissig Steuern bezahlt.

Wie das mit den Familienangehörigen gehandhabt wird, weiss ich nicht so genau, aber ich denke mal dass es eben reicht wenn einer der Kernfamilie die Bedingungen erfüllt.

Das Thema "Utförsäkrade", was ja neulich mal wieder in den Medien diskutiert wurde, ist in dem Zusammenhang auch ganz interessant. Lebt man zu lange im Ausland kann man auch leicht den vollen Versicherungsschutz verlieren.

Wer unsicher ist ob er richtig versichert ist kann einfach mal hier versuchen die EU Karte zu beantragen: https://www.forsakringskassan.se/servic ... o?op=12011
Klappt es nicht sollte man sich bei der F-Kasse mal über den eigenen Versicherungsschutz erkundigen.
Gnäll suger, handling duger.

Tommy3

Re: Nachteile mit schwedischer Personennummer

Beitragvon Tommy3 » 19. Oktober 2010 21:26

Hej,

ist schon merkwürdig, die Neuzuwanderer (oder Geschäftemacher) sehen die PN als was erstrebenswertes an, weil sich damit in S alle Möglichkeiten eröffnen. Ich als Langeingesessener finde die PN und deren Verwendung als extrem unangenehm, weil ich dauerns von Vertretern angerufen werden, nur weil ich mal im Internet nach verschiedenen Versicherungsprämien gefragt habe, und sogar der Fernsehfritze will die PN aufschreiben. Ist doch oberlästig!


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