Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

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HeikeBlekinge
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Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon HeikeBlekinge » 12. Februar 2009 20:00

Wir haben einen Hund.
Ja, duerfte ja aus der Ueberschrift hervorgehen :(

Dieser Hund ist ein Mischling. Klein, schwarz mit weissen Flecken. Er liebt Menschen und andere Hunde, unsere Huehner und Enten, ja sogar Katzen ueber alles. Im Alter von gut einem Jahr lernten wir ihn kennen. Er war gerade aus Gran Canaria in ein deutsches Tierheim gekommen. Wir wollten eigentlich nur mal schauen und nahmen ihn doch am gleichen Tag mit. Wir bekamen einige Auflagen die wir gerne "in Kauf" nahmen. So muesse sehr liebevoll behandelt werden, sei ein Familienhund und duerfe niemals in einen Zwinger. Sein erstes Jahr habe er als Streuner gelebt, habe schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, hätte halt ein paar Macken.
Noch heute ist es so, das er nicht friesst wenn man nicht demonstrativ "weggeht". Erhebt jemand die Stimme weil man sich halt mal streitet, zieht er sofort mit eingezogenem Schwanz in sein Körbchen, tut einem sofort leid. All sowas halt.
Doch in den 4 Jahren in denen er jetzt bei uns ist war er niemals agressiv, wickelt jeden sofort mit seinem Charme ein. Sein groesster Liebesbeweis war mir einst in den Siljansee zu folgen obwohl er schreckliche Angst vor Wasser hat...

Bloss sein groesstes - oder eher unser groesstes - Problem ist, das dieses Streunertum einfach nicht aus ihm herauszubekommen ist. Sobald sich die klitzekleinste Möglichkeit ergibt ist er weg! Natuerlich kommt er nach geraumer Zeit wieder, aber erst nachdem er gruendlich allen Nachbarn in der Umgebung Hallo gesagt hat.
Nun haben wir seit geraumer Zeit extrem viele und auch neue Nachbarn mit Hundeanhang. Selbstverständlich weiblich und Rassetier wenn (naja fast alle)
Vor 2 Jahren haben wir zähneknirschend schon einmal gut 70 Euro fuer die "Spritze danach" berappen muessen. Waren unsere ehemaligen, netten Nachbarn, die da auch kein grosses Radau drum machten. Aufgepasst hatte damals ein "lieber Besuch" aus D nicht, der nurnochmalkurz um 23 Uhr ans Auto musste (derweil der Hund woanders hin konnte durch die offene Tuer).
Diese Nachbarn zeigtem unserem Hund auch deutlich das er nicht erwuenscht war wenn er mal ausbuexte.
Jedenfalls: Seitdem ist Snuggels schon ein halber Kettenhund. Sommers ist er partout an der langen Leine im Garten wenn ich stundenlang im Gemuesebeet oder so wuehle. Da besteht ja auch Leinenzwang. Doch geht man nur um die Ecke bellt er sich die Seele aus dem Leib. Er ist totunglueklich wenn man ihn allein lässt.
Und sowieso: Ich bin froh ihn zu haben weil wir sehr ländlich wohnen, so ohne Mann im Haus sozusagen. Er passt auch auf uns auf.... oder man hat zumindest das Gefuehl.

Heute war er wieder "auf Tour". Einer meiner drei Jungs hatte es mal wieder vergessen auf ihn zu achten als er rausging, ich oben im Buero und krieg nochnichtmalmit das jemand raus geht... Wie so oft... DA kann ich jedesmal kot--- was habe ich sie schon zur Schnecke gemacht! ...
Dann fällt es auf, jemand geht los um ihn sofort einzusammeln, denn man will ja die Nachbarn verärgern.
Mein 2ter kommt also heute heulend mit Hund wieder.
>Wenn er nocheinmal im Garten stuende riefen sie die Polizei. Wir sollten ihn entweder weggeben oder in einen Zwinger tun<

Ich danke allen die bis hierhin mitgelesen haben :cry: ich hole sehr aus, sorry!!

Nun ist es so, das diese Nachbarin (mit Berner Sennenhund-Zuechtung) vor einigen Tagen bei uns war um sich zu beschweren. Ich habe mich noch nie in meinem Leben so zur Schnecke gemacht und abertausendmal entschuldigt, ihr versucht zu erklären wie es sich verhält. JA! Ich kann sie TOTAL verstehen! Die Schuld liegt bei uns, MIR, JA!
Das sie kurz darauf unseren Hund liebevoll tätschelte und kraulte, ihm erlaubte an ihr hochzuspringen und bedauerte keinen Snack fuer ihn dabei zu haben irritierte mich schon.

Was ich von eventuellen Hunde(Rechts)-kennern hier gerne wissen möchte:
MUSS ich ihn wirklich wegtun?
Wir scheinen nicht der Lage ihm beizubringen nicht ständig "Besuche" zu machen oder der Hund kann nicht aus seiner Haut (Vorgeschichte)?
Die Nachbarn haben jetzt die Nase voll und drohen mit Polizei.
Andererseits "belohnten" sie ihn in der Vergangenheit mit Leckerli und dachten nie daran ihn wegzujagen...
WAS macht die Polzei wenn es wirklich soweit kommt????
Welche Repressalien hat man da in Schweden zu erwarten?

Schweden sehen Hunde als Kuscheltierchen die man auch mal kurzerhand wegtut oder einschläfert wenn die nicht so wollen wie sie ... ERLEBT!
Wir sehen unseren Hund als Familienmitglied den man nicht mal so einfach "wegtut".

Ich WEISS das wir im Unrecht sind. WIR haben die Aufsichtspflicht :cry:

Musste mir einfach nur mal die Wut,Verzweiflung und Angst von der Seele schreiben. Ich sehe keine Lösung...

Kann mir trotzdem jemand etwas raten?
Evtl. rechtliches dazu was uns erwartet, wenn...

Völlig aufgelöst
Heike
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon HeikeBlekinge » 12. Februar 2009 20:01

PS:
Sag einfach mal GAR NICHTS @tommy2. Deine Einstellung kenn ich!
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bjoerkebo

Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon bjoerkebo » 12. Februar 2009 20:11

Ich wuerde meinen Hund niemals weggeben,wenn die im Dorf ein Problem mit ihm hätten.
Wenn er jemanden anfallen wuerde und aggressiv,muesste man gucken.
Aber meist sind es doch die Menschen die die Fehler machen und die Hunde muessen es ausbanden.
Vielleicht könnt ihr ja eine Art Schema machen,damit der Hund nicht unbeaufsichtigt herumspringt.
Unser Hund ist wie ein Kind fuer uns........somit nur ueber meine Leiche!

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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon HeikeBlekinge » 12. Februar 2009 20:26

Er springt ja eigentlich nicht unbeaufsichtigt rum. Er ist nur klever genug genau zu merken wann sich die Gelegenheit zum ausbuexen bietet.
Ich selber habs mittlerweile absolut im Blut den Hund nicht aus den Augen zu lassen. Und wenn ich nur kurz zum Muelleimer gehe. Aber die Kinder halt... :-(
Und er ist absolut nicht agressiv. Dann wär das klar fuer mich.

Bloss was ist wenn die uns die Polizei auf den Hals schicken?
Sicher behalten die recht :cry:
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bjoerkebo

Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon bjoerkebo » 12. Februar 2009 20:29

Dann solltet ihr euch das wirklich zu Herzen nehmen und Aufpassen,wenn euch der Hund lieb ist.
Mehr :goodman: weiss ich leider auch nicht

blueII
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon blueII » 12. Februar 2009 20:30

oh scheiß Heike,

wie kann ich Dir dass nachfühlen.
Unsere Hündin ist uns bis vor kurzem auch immer ausgebüchst und hat sich dem ganzen Dorf vorgestellt.
Sie ist auch sehr auffällig sodaßß mittlerweile jeder weiß wohin sie gehört.
Zum Glück haben wir aber nie Ärger bekommen, aber ich habe mir immer vor Angst ins Hemd gemacht, wenn sie unterwegs war.
Es ist ja auch ne Riskikofrage für den Hund.
Geändert hat sich das schlagartig nach der Totaloperation. Wollte sie nie steriliesén lassen, nun mußten wir wegen Tumor.
Das Verhalten hat sich sehr sehr geändert. Sie bleibt jetzt maximal in einem Umkreis von 30-50 mtr am Haus.
Aber treotzdem werden wir wohl in diesem Sommer einen Zaun bauen.
Werder willst du wohl den Hund kastrieren lassen und wenn möglich hast Du bestimmt schonmal über einen Zaun nachgedacht, also kann ich Dir auch nicht wirklich weiterhelfen.

Den Hund weggeben???
Würde ich niemals tun!!!
aber Du MUSST eine Lösung finden, um die Liebe zu Deinem Hund!!

Es muß nicht Euer erzürnter Nachbar sein, aber es kann ja sonst was auf seinen Streifzügen passieren.
Allerdings ...wie wohnt ihr denn?---also hier bei uns --einem 500 Seelendorf kann ich mir nicht vorstellen, dass die Polizei kommt.
Naja, die rechtliche Seite kennst Du selbst wohl am besten...Leinenzwang in bestimmten Monaten und ein freilaufender Hund ohne Frauchen ist in den restlichen Monaten wohl auch nicht gerade genehmigt.

Komm Heike..Du bsit doch sonst so kreativ...Dir fällt was ein!!
Fakt ist, weggeben wirst Du ihn nicht und die Leine/kette ist auf Dauer auch keine Lösung.
Doch ein Zaun???
Denk nach, streng Dich an!!
Dir was zu raten ohne Hund und Umgebung zu kennen ist echt schwer, aber Du wirst eine Lösung finden!!

Den Frust bis Du auf die zündende Idee gekommen bist, kannst Du Dir doch hier von der Seele schreien.

Drücke Dir die Daumen :goodman:
Heike

PS...die bieten doch hier diese wunderschönen Naturzäune an...habe ich im Interent schon für ca 11 Euro der mtr incl Montage gesehen :wink:

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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon HeikeBlekinge » 12. Februar 2009 20:47

Danke Heike fuer diese Worte!
Ja das geht und ging mit ja auch alles im Kopp rum!
Wasser und Blut schwitzen wenn man merkt das sie mal wieder ausgebuext sind... WAS FUER ein schlechtes Gewissen! Und dann kommt das kleine Elend irgendwann, nachdem man sich entweder wund gepfiffen oder gelaufen hat schwanzwedelnd an! Unser Hund legt sogar den ganzen Verkehr lahm. Er legt sich einfach auf die Strasse vorm Haus und wedelt die anhaltenden Autos freundlich an!

Eigentlich macht unser "Dorf" an die 20 Häuser an einer Strasse" aus.
Aber die Hundebesitzerquote ist hoch. 25%?
Was die tagsueber mit ihren Tieren machen??

Kann denn eine Totaloperation wirklich viel bewirken?
Ich geb zu: Keine grosse Ahnung was das angeht!
Werden Rueden dann wirklich "lammfromm" und ruhig, laufen nicht mehr weg?
Von Menschenmännern kann man das ja nicht sagen :oops:

Dann mach ich das SOFORT!
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon HeikeBlekinge » 12. Februar 2009 20:51

Achsoo
> Zaun ist unmöglich. Hinten am Grundstueck durchgehend Bach mit Baumbewuchs und Pferdeweide. Alles zusammen dann an die 300 m und mehr. Unbezahlbar. Unbaubar.
Ob solche Halsbänder was bewirken? Aber da muss man ja auch mitbekommen das er ausbuext...
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon Mark » 12. Februar 2009 21:27

Ist der Hund kastriert? Ansonsten wie wäre ein Ortungshalsband um ihn wieder heimzuholen...
http://www.environmental-studies.de/pro ... nde-1.html
http://www.sniflabs.com/

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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon Krümel7 » 12. Februar 2009 21:56

Hej Heike,
ich kann dich sehr gut verstehen. Unsere Tochter hat im Sommer ein "Findelkind" ( Welpen) aus Spanien mitgebracht. Eine Bekannte von uns, welche auch aktiv im Tierschutz arbeitet und schon öfter mit Hunden aus dem Süden zu tun hatte, erzählte uns, dass es eigentlich bei solchen Hunden, die schon mal rumgestromert sind, nicht mehr aberzogen werden kann. Zum Glück war sie ja als Welpe zu uns gekommen, aber das Stromern liegt ihr echt im Blut. Was ich als sehr gutes Buch zum besseren Verständnis beim Umgang mit Hunden empfehlen kann, ist" Mit Hunden sprechen" und "Mit Hunden leben" von der Engländerin Jan Fennell. Sie hat sich intensiv mit dem Verhalten von Wolfsrudeln beschäftigt und somit ähnlich dem Pferdeflüsterer die "Sprache der Hunde" gelernt und in ihren beiden Büchern viele wertvolle Hinweise zum Umgang mit Hunden generell und Problemhunden im Besonderen gegeben.
Es geht im Grunde um die Stellung des Hundes innerhalb eures Rudels, welches ihr in seinen Augen zwangsläufig darstellt und damit einhergehende Verhaltensweisen. Wenn du das gelesen hast, wirst du das Verhalten deines Hundes mit ganz anderen Augen sehen und auch bestimmte Gesten anders zu deuten wissen! Obwohl ich vorher bereits 12 Jahre eine Schäferhündin hatte, sind mir erst durch diese Bücher viele Dinge klargeworden.
Was die rechtliche Situation in Schweden angeht, kann ich dir leider nicht weiterhelfen, da ich ja nicht in Schweden wohne. Die Bücher kann ich jedoch uneingeschränkt empfehlen! Vielleicht könnte sich durch die Änderung Eures Verhaltens doch die Stellung des Hundels innerhalb eures Rudels ändern und damit die doch teilweise lästigen Verhaltensweisen deutlich bessern oder entfallen! Ich habe jedenfalls selten einen so entspannten Hund erlebt, wie den Hund meiner Tochter. Dabei werden leider nicht mal alle Vorschläge beherzigt.
Herzliche Grüße
Klaudia


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