Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

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blueII
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon blueII » 12. Februar 2009 23:36

Hej Heike

Gar nicht so dumm was Klaudia/Krümel da schreibt!!
Solche Findelkinder sind sehr speziell und kennen nur das Rudelleben und sind mur so geprägt.

Unsere ist auch ein Findelkind, allerdings von deutschen Straßen - ein Junkiehund.
Ich weiß nicht wie Du dazu steht´s, aber es ist was wahres dran an der Hundesprache und ich bin ziemlich überzeugt davon.

Ich kommuniziere viel in Hundesprache mir unserm Hund.
Wegdrängen mit gradem Rücken oder anknurren, wenn sie was von der Straße fressen will, oder so...die anderen Passanten gucken dann ganz merkwürdig, aber nur so funktioniert es bei uns.
Lautes brüllen, anschreien oder gar Schlüsselbund werfen, löst die gleiche Reaktion aus, die Du von Deinem Hund beschreibst.
Das wäre dann aber Einschüchterung und hat nix mit Rangordnung zutun.
Auch Dein Hund hat wahrscheinlich, wie unserer, viele schlechte Erfahrungen mit Menschen hinter sich und die hat auch immer was mit lauten Stimmen zutun.
Das anwedeln der Autos macht euer Bello ja nicht aus Freundlichkeit, womit ich nicht sagen will das er unfreundlich ist.
Aber in seinem ersten Leben war das anwedeln von Auto´s, möglichst besetzt mit mitleidvollen Touris ,wahrscheinlich die Haupteinnahmequelle für gute Leckerlis. Es ist immer noch sein Job das zutun!!

Mein Gott---nicht Hundebesitzer unter euch jetzt bitte nicht weiterlesen--ich schreib mich hier gerade um Kopf und Kragen :roll:
Aber ich hab dass nicht von irgendeiner Kräuterhexe gelernt sondern von einen der davon was versteht:

Günter Bloch : http://www.hundefarm-eifel.de/home.html ..arbeitet auchoder mittlerweile nur noch mit Wölfen und hat auch ein paar tolle Bücher geschrieben. Ich meine mich zu erinnern, dass man die auch anrufen kann, um Rat einzuholen.
Schau mal auf der Homepage nach.


Beobachte mal Deinen Hund, fragt er Dich um Erlaubnis mit Blicken etwas zutun oder wohin zu gehen?
Unsere macht das, wenn wir spazieren gehen um den Weg oder die Distanz zu erfragen oder wenn sie auf die Couch springen will.
Wichtig, der Hund darf es nur tun, nachdem du ihm zu verstehen gegeben hast, das es in Ordnung ist.

Also es ist ein Ansatz, aber recht mühselig und zeitaufwendig und ohne Garantie auf wirkliche Besserung.
Das nicht entwischen, muß man dann echt immer wieder üben.
Einer deiner Söhne macht wie immer die Tür auf -ohne auf den Hund zu achten - und Du lauerst im Vorgarten / auf der Straße auf den Ausbüchser...dann anknurren, damit er anhält und OHNE Worte und OHNE in anzufassen, mit aufrechtem Rücken und geraden Schultern ihn ins Haus zurückdrängen. Sollte er ausweichen wollen..anknurren und zwar mit Deiner größten Wut der Verzweiflung im Bauch und tiefster Bass-Stimme :wink:
Solltest Du lachen müssen--was nicht ungewöhnlich wäre :wink: - beiß Dir beim knurren auf die Zunge, wenn Du lachst, hast Du für immer verloren.

Ohgott...hoffentlich hälst Du mich jetzt nicht für durchgeknallt, aber wenn Du unser häufchen Elend vorher gesehen hättest und jetzt so ein tolle Hündin, dann wärst Du auch von diesen Methoden sehr überzeugt. Wir mußten damals nur keine Grenzen klarmachen, sondern unseren Hunden von tausenden von Ängsten befreien.

Ob eine OP hilft...nun bei "normalen" Rüden schon, aber dass muß Du besser wissen. Geht er nur auf Wanderschaft zur läufigen Hündin? Dann nix wie unters Messer oder geht er auch nur spazieren? Allgemein sagt man glaube ich das die dann ruhiger werden....aber ich hatte bisher immer nur Hündinnen.

Nochmal zum Zaun. Ihr müßt ja nicht alles umzäunen...geht nicht ein Teilstück, sodaß man ungestraft Tür oder Balkontür öffnen kann. Einen gewissen Auslauf ums Haus zum beobachten und schnüffeln sollten reichen für ihn, und lernen zu aktzeptieren ohne Protest. An die dort fälligen Törchen kann man ja für dösige Kinder und Co einen automatischen Schließer/Schnapper oder wie heißt das anbringen...also so ne Feder die die Tür automatisch zurückholt, oder?

Was für Halsbänder meinst Du? Die mit GPS von Mark oder die mit Stromstoß?
Also die zum erziehen, kann ich nur sagen, lass die Finger weg. Das ist nur was für emotionsstarke Hunde die ein sonstiges heftiges Problem haben und dies als letzte Möglichkeit angesehen wird. Ich behaupte mal in Eurem Fall ungeeignet.

Investier lieber in die von klaudia empfohlenen Bücher und denk mal über eine neue Garten/grundstücksgestaltung nach...damit es Dir nächsten Sommer nicht langweilig wird :wink: :lol:

Kopf hoch, probiers aus und Du wirst eine Möglichkeit für Dich finden

LG
Heike

Hexenhäuschen
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon Hexenhäuschen » 12. Februar 2009 23:48

Hej Heike,

hab´s grade gelesen. Das ist ja schlimm! Ich fühle mit Dir, habe aber auch keinen halbwegs vernünftigen Rat parat; zur rechtlichen Seite schon gar nicht.
Erfahrungen habe ich nur mit Katzen und da ist es tatsächlich so, daß sie nach einer Total-OP häuslicher werden. Vielleicht solltest Du wirklich darüber nachdenken. Schlimmstenfalls wird Hundchen nach der OP noch mal ´ne Runde drehen und "überall Bescheid sagen, daß er nicht mehr kann". Lach nicht - das habe ich bei meinem Kater erlebt.
Gib den Süßen bloß nicht weg!!

Hexenhäuschen
Wenn die Zeit kommt, in der man könnte,
ist die vorüber, in der man kann.
Ebner-Eschenbach

nysn

Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon nysn » 13. Februar 2009 09:52

Hej Heike,
hier eine Meinung von einer, die fürchterlichen Respekt (Angst) von Hunden hat (besonders wenn es große sind) und die wahrscheinlich erst mal so wie einer deiner Nachbarn reagieren würde - also Gezetere und Drohen mit der Polizei, wenn der Hund einfach so "auftauchen" würde ...

Einer unserer Nachbarn hatte auch einen Hund, der immer wieder zu Besuch kam und im Ort herumlief - nach einer Weile wussten wir, dass das Tier "lieb" war - die Nachbarn, die ihn kannten, riefen dann immer bei denen an, um ihnen zu sagen, dass sie den Hund mal wieder "einsammeln" sollten. Mit Polizei hat wohl keiner gedroht.

Wenn es bei Euch nur so 20 Häuser sind, könntest du vielleicht einen Brief an alle Nachbarn schicken, und die Geschichte Eures Hundes erklären, dass er nett und ungefährlich ist - so ähnlich wie oben - vielleicht etwas kürzer :wink: - mit Bild von dem Tier, damit man weiß, wie er aussieht, und mit Eurer Telefonnummer.

Wenn die meisten der anderen ja auch Hundebesitzer sind, dann dürften die wohl etwas Verständnis für Eure Situation aufbringen, wenn sie den Hintergrund kennen.

Es ist halt auch ein bisschen "typisch schwedisch", erst mal wie deine Nachbarin dir von "oben herab" zu sagen, "wo der Schrank stehen soll" ("vårt skåpet ska stå"), um danach aber einzulenken. Die Schweden sind ja auch ein bisschen "feige", wenn es um Konflikte geht - dagegen wieder sehr "diskussionsfreudig". Wenn du eine Diskussion - z. B. über Brief einleitest und um Verständnis für deine Situation bittest, könnte ich mir denken, dass du dann am ehesten Chancen hast.

Viel Glück!

S-nina

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Aelve
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon Aelve » 13. Februar 2009 10:02

Hallo Heike,

das ist wirklich ein Problem - Deine Sache mit Eurem Hund - und ich fühle mit Dir. Die Idee von S-Nina finde ich ganz brauchbar, wenn man den Nachbarn die Lage erklärt, dann sind sie veilleicht etwas entgegenkommender und nehmen das Streunen Deines Hundes eher in Kauf. Ich bin sowieso der Meinung, dass sie keine Handhabe haben, solange der Hund niemanden angreift, aber ich kenne mich mit den Gesetzen in Schweden nicht aus, es mag ja sein, dass es dort strenger gehandhabt wird.
Wir haben in Älvsered auch einen Nachbarn mit großem Hund (Rottweiler), das Grundstück von dem Nachbarn ist zwar eingezäunt mit solch hübschem typisch schwedischen Holzzaun. Trotzdem springt der Hund manchmal darüber und schnuffelt auch auf unserem Grundstück rum. Niemals würden wir den Nachbarn deshalb berufen, solange der Hund friedlich ist.

Wünsche Dir dass sich alles gut auflöst und grüße Dich herzlich Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon geli & uwe » 13. Februar 2009 10:39

hallo heike
ich kann dich gut verstehen
wir haben auch drei vierbeiner, von denen 2 auch gerne mal
ausbüchsen.
kann dir nur raten ihn dringend kastrieren zu lassen, dann hast du das leidige problem
mit dem unerwünschten nachwuchs nicht mehr und die nachbarn brauchen keine angst um ihre "rassenhündinen" zu haben.
unser rüde ist sehr viel rühiger geworden, leider jagt er auch gerne und jetzt werden
wir unsere 4000qm halt einzäunen.
aus kostengründen werden wir einen wildschutzzaun bauen, sieht zwar nicht toll aus
aber ist effektiv.
ich würde meine hunde nie im leben hergeben, mein mann und ich würden dann lieber umziehen, ( was wir schon mal gemacht haben) weiter raus aufs land, damit sie artgerecht leben können.
schönen tag noch
geli
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon HeikeBlekinge » 13. Februar 2009 11:12

Vielen lieben Dank euch allen!

Aber in seinem ersten Leben war das anwedeln von Auto´s, möglichst besetzt mit mitleidvollen Touris ,wahrscheinlich die Haupteinnahmequelle für gute Leckerlis. Es ist immer noch sein Job das zutun!!

Besonders das kann ich nur bestätigen! So muss es gewesen sein.
Kurz nachdem wir ihn hatten, bin ich einmal ueberraschend in die Kueche gekommen und "erwischte" ihn dabei wie er im Muelleimer suchte (obwohl er ja einen Napf hatte und satt war) WIE er den Deckel aufbekam -keine Ahnung! Der Deckel sass festauf, man konnte ihn eigentlich nur durch festes Treten auf den Öffnungsmechanismus öffnen :?

Ich werde mir jetzt etliches zu Herzen nehmen was ihr geschrieben habt.
Als erstes wird ein Termin mit dem Tierarzt vereinbart!
Dann finde ich die Idee mit dem Brief an alle Nachbarn sehr gut (muss nur mal schaun ob ich eine Uebersetzung fuer Streuner oder ausbuexen finde)
Ihm einen Zettel um den Hals zu machen, darueber hatten wir letztens schon gewitzelt. So was wie "Ich bin ein fuerchterlicher Schuft der ständig ausbuext. Wenn ich bei euch auftauche verjagt mich bitte, streichelt mich oder fuettert mich nicht und ruft bitte meine Familie an damit sie mich sofort abholt!"
Also machen wir nun einen Rundbrief in dem wir einiges mehr erklären.
Was mich auch sehr ärgert ist, das keine, oder spez. die Nachbarn, uns direkt ansprach/sprechen. Dabei gehen sie oft an uns vorbei spazieren, begruessen uns und unseren Hund ausserst freundlich. Der Grossteil der Schweden scheint tatsächlich konfliktscheu zu sein - fass es ja nicht - so etwas verlogenes im Prinyip. Aber meinen Sohn konnten sie wohl gestern zur Schnecke machen.

Glaubt mir, das mit dem Zaun ist unmöglich.
Da ziehen wir lieber um. Etwas, worueber ich seit einiger Zeit wirklich schon nachdenke, denn hier ziehen in letzter Zeit immer mehr Stadtmenschen hin die anscheinend ueber Huehnergegacker oder Komposthaufen empört die Nase ruempfen :( Am besten ab in den Wald wenn sich alles nicht löst, was?

Ich danke euch nochmals. Es tat allein schon gut sein Herz auszuschuetten und jemanden zum zuhören zu haben. Werde euch auf dem laufenden halten - wie sich der Rabauke und die Situation entwickelt.

Momentan sitzt er totungluecklich dreinschauend unten in seinem Körbchen, an einer langen Leine, weil ich einfach zuviel Schiss habe das irgendwer nicht aufpasst und er wieder weg ist :cry: das sieht er sicher als Strafe fuer irgendetwas an was er ueberhaupt nicht versteht.

Liebe Gruesse
Heike
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

nysn

Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon nysn » 13. Februar 2009 12:21

Was mich auch sehr ärgert ist, das keine, oder spez. die Nachbarn, uns direkt ansprach/sprechen. Dabei gehen sie oft an uns vorbei spazieren, begruessen uns und unseren Hund ausserst freundlich. Der Grossteil der Schweden scheint tatsächlich konfliktscheu zu sein - fass es ja nicht - so etwas verlogenes im Prinyip. Aber meinen Sohn konnten sie wohl gestern zur Schnecke machen.


Hej Heike,
wollte jetzt nicht wieder so "negativ" klingen, doch mir scheint es, als wäre das leider eine sehr gewöhnliche Verhaltensart der Schweden - man ist freundlich nach außen, grüßt und wahrt das Gesicht. Auch wenn man sich womöglich in Wahrheit sehr über etwas aufregt, z. B. über "den Besuch" Eures Hundes.

Jetzt haben wir zwar kein Problem mit Haustieren - doch haben wir in 14 Jahren nun schon diverse Kontakte mit allen möglichen Nachbarn/-typen gesammelt. Gibt es bei uns ein Nachbarschaftsproblem, dann löst das mein Mann meist auf "schwedische Art" - d. h. man wendet sich nie direkt an die Person, über die man sich aufregt und um die es eigentlich geht.

Man sucht sich zuerst mal ein paar Gleichgesinnte und "diskutiert" ein bisschen - natürlich immer höflich und mit freundlichem Gesicht (ganz wichtig: lugnt och sansat). Man sondiert quasi die Lage. Stellt man fest, dass man mit seinem Problem alleine ist, dann lässt man es lieber und steht es aus - nach dem Motto, vielleicht löst es sich ja von selber.

Stellt man fest, dass es ein paar Gleichgesinnte gibt, dann versucht man einen Lobbyisten zu finden, einer der über einen anderen dem betroffenen Nachbarn sagt, dass es mit ihm ein Problem gäbe.

Es gibt auch eine "fiese" Variante - die besteht darin, dass man irgendwelche Behörden oder die Polizei als "Dritten" einbezieht - die ruft man dann an, am besten anonym und ist nach außen aber weiterhin freundlich. Die betroffene Person soll ja nicht wissen, wer der "Fiesling" ist.

Bei Euch scheint es ja so zu sein, dass Eure Hund eher ein "Hündchen" ist - also eher klein und süß und außer seinen Ausflügen niemandem etwas zuleide tut.
Dann wird sich die Polizei wohl nicht sonderlich darum kümmern - die kommen erst, wenn eine Gefahr besteht - also, wenn der Nachbar anrufen würde und behaupten würde, ein streunender Kampfhund wäre unterwegs ...

Versuchs doch offensiv - geht auf die Nachbarn zu, schildere dein Problem - am besten per Brief, den ihr persönlich abgibt - und drück auf die "Mitleids"-Drüse - betone, wie klein und harmlos Euer Hund ist, dass es ein "Findelkind" ist, wie leid es Euch tut und wie sehr ihr Euch bemüht, dass der "kleine Racker" nicht ständig ausbüchst.

"att den lilla rackaren inte beger sig på rymmen"

Versuch dich auch kurz zu fassen (Schweden lieben kurze Sätze).

Hoffentlich, war das nun nicht "zu negativ" und hoffentlich löst sich die Sache bald für Euch.

Ich denke auch nicht, dass Ihr Euren Hund weggeben müsst - wenn ihr nicht gerade die absolut "fiese" Variante Nachbarn habt, dann geben die schon "bald wieder Ruhe" - das entspricht ja auch eher der schwedischen Mentalität, dass man vor allem seine Ruhe haben möchte.

S-nina

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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon Berta » 13. Februar 2009 13:30

Hallo Heike,

meine Eltern haben einen großen Hund, der, als er noch jung war (heute ist er alt und schläft den ganzen Tag... :wink: ) auch gerne jede Gelegenheit nutzte, um auszubüchsen. Vor allem nachts.

Er trieb sich dann zwar nicht immer bei den Nachbarn, aber vermutlich immer im Wald herum. Das ist kein akzeptabler Zustand, zumal er im Wald auch hätte erschossen werden dürfen (er wildert nicht - ist ein Hütehund); auf der Straße hätten ihn die Autos überfahren können, weil er, schwarz wie er ist, kaum gesehen werden kann.

Unser Hund kam über jeden Zaun und nutzte jede Sekunde. Letztendlich haben wir ihn kastrieren lassen - davon ist er sehr viel ruhiger, viel weniger umtriebig geworden. Für ihn war das - angesichts der Aussicht, sonst vielleicht eines Tages erschossen oder überfahren zu werden - sicherlich der bessere Weg.

Und für uns bedeutete es viel weniger Stress, viel weniger Peinlichkeiten (kein Hund, der bei Freunden nachts um halb drei Einlass begehrt, keine Fragen an irgendwelche Menschen, ob sie nicht vielleicht einen großen, schwarzen Hund gesehen haben) und bedeutend weniger Sorge.

Gruß,
Berta.

Gummibärchenvernichter
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon Gummibärchenvernichter » 13. Februar 2009 14:27

Hallo zusammen,

also erstmal @Berta: Wie kommst Du auf die Idee, dass Hütehunde nicht jagen???

So, nun zu Deinem Problem, Heike. :wink:
Wie alt ist euer Hund? Eine Kastration bringt nicht wirklich immer eine Veränderung. Wenn der Hund schon etwas älter ist und noch dazu schon mal einen "Erfolg" bei einer Hündin hatte, dann möchte ich bezweifeln, dass das Kastrieren wirklich die Lösung des Problems darstellt.

Ich habe in meiner Bekanntschaft erst vor ein paar Monaten erleben müssen, dass deren Rüde, der wieder mal wegen einer läufigen Hündin unterwegs war, von einem LKW überfahren wurde - kein schöner Anblick!!!

Ich denke, es liegt in eurem Ermessen, was ihr möchtet. Und wenn euch der Hund so wichtig ist, wie Du schreibst, dann sollte es, denke ich, kein Problem sein, ein kleines Stück eures Gartens einzuzäunen oder baut ihm eine Laufkette.
Ich finde es auch nicht toll, wenn ein Hund nicht frei rumlaufen kann, aber in eurem Fall wäre das die wohl sicherste Alternative für euren Hund.
Und wenn ihr genug Gassi mit ihm geht, dann wird ihn dieser Umstand auch nicht zu sehr zu schaffen machen.

LG
Anke, mit zwei eigenen Pelznasen
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Re: Muss ich wirklich unseren Hund weggeben?

Beitragvon Berta » 13. Februar 2009 14:58

@Anke: An dieser Stelle halte ich drei Fragezeichen für unangemessen! Ich habe nicht gesagt, dass Hütehunde prinzipiell nicht jagen. Mein Hund jagte nicht, dafür ist er absolut ungeeignet (unseren Hund kann man mit Tieren gleich welcher Art konfrontieren, er hat die Tiere zusammengetrieben, sich daneben gesetzt, blöd rumgeguckt, mehr nicht) - da ich auch andere (Jagd-)Hunde kenne, kenne ich den Unterschied.

Unabhängig davon: Bei ihm hat die Kastration etwas gebracht. Einen Versuch ist es wert. Wenn die Alternative das Abschaffen des Hundes ist, dann würde ich es ausprobieren.

Berta.


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