Mobbing schwedischer Alltag

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svenska-nyheter
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Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon svenska-nyheter » 3. März 2009 10:15

Für viele Vorschul- und Schulkinder in Schweden gehört Mobbing zum Alltag. Dies belegt der jüngste Bericht des Zentralamts für Schulwesen.


>>ganzer Artikel

(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 3. März 2009 11:17

Zielscheibe seien all jene, die ”von der Norm abweichen”, so der Bericht. Der Generalsekretär des Schulamtes, Per Thullberg, bezeichnete den Rapport als ”erschreckend”.


Eigentlich bin ich etwas müde auf die ständigen "Berichte, Studien, Untersuchungen" - sagen Sie doch meist nur das aus, was man schon lange weiß.

Das ist auch keine Neuigkeit - neu ist eher, dass inzwischen Leute vor Gericht gehen, wenn sie gemobbt werden und sich wehren.

In Schweden werden aber nicht nur Kinder gemobbt, wenn sie "anders" sind, sondern dies gilt auch für Erwachsene - in allen Lebenslagen. Es scheint irgendwie tief in der Mentalität verwurzelt zu sein, dass man eine Abneigung gegen alles Andersartige hat.

Was ist den bitteschön eine "Norm"?

Es kann doch keine Norm für Menschen geben. Schon das finde ich krank - dieses ständige Suchen nach Gleichmacher-Parametern und dieses kleinkarierte Einkasteln in irgendwelche Schubladen.

S-nina

bjoerkebo

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon bjoerkebo » 3. März 2009 11:21

Dies ist auch nicht nur ein schwedisches Problem,
es ist ein Gesellschaftliches,das es natuerlich auch vor anderen Ländern nicht Halt macht.
Man kann nur versuchen seinen Kindern zu vermitteln,das sie sollte es soweit kommen den Mut aufbringen sich jemanden anzuvertrauen.

nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 3. März 2009 11:27

Dies ist auch nicht nur ein schwedisches Problem,
es ist ein Gesellschaftliches,das es natuerlich auch vor anderen Ländern nicht Halt macht.


Natürlich ist es nicht ausschließlich schwedisch. Dass das in anderen Ländern auch vorkommt, entschuldigt aber nicht.

Meine persönlichen Erfahrungen sind so, dass ich es in Schweden habe härter erfahren müssen, wie man/frau "ausgegrenzt" wird. Es reicht unter Umständen schon, dass man dunkle Haare hat oder einen andersklingenden Namen ...

S-nina

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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon Tulipa » 3. März 2009 11:41

Wie passt es denn zu diesen Beobachtungen, dass in Schweden so viele dunkelhäutige und -haarige afrikanisch- oder asiatischstämmige Kinder adoptiert werden ?

Hier erlebe ich eher, dass diese stolz und selbstverständlich vorgeführt werden, ihr "Nachhausekommen" in der Zeitung mitgeteilt wird usw.

LG
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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon priscilla » 3. März 2009 11:45

Ich habe vor einigen Tagen einen Bericht aus Dänemark zu dieser Thematik gesehen. Dort versuchen Eltern und Schule zusammenzuarbeiten, damit es garnicht erst zum Mobbing kommt. Die Eltern treffen sich mehrmals und unternehmen etwas zusammen. Und zu hause vermeiden sie es, kritisch über andere Eltern oder Schüler zu reden. Man war hier der Meinung, daß Mobbing dadurch entsteht bei Schülern, daß ihnen was Falsches vorgelebt wurde bzw. wird.

Ich persönlich finde Mobbing unter Kindern schlimmer als unter Erwachsenen. Als Kind kannst Du mit sowas nicht umgehen und das Ganze kann auch schwere Folgen im weiteren Leben haben.
Als Erwachsener weiß man denke ich eher, wie man das zu beurteilen und damit umzugehen hat.

nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 3. März 2009 11:52

Wie passt es denn zu diesen Beobachtungen, dass in Schweden so viele dunkelhäutige und -haarige afrikanisch- oder asiatischstämmige Kinder adoptiert werden ?


Diese Kindern werden ja nicht deswegen adoptiert, weil sie so anders aussehen, oder weil die Schweden möglicherweise "toleranter" wären.

Das hat wohl eher damit zu tun, dass es relativ einfach ist, aus diesen Ländern adoptieren zu können. Kinder aus diesen Ländern bekommt man einfach "leichter" - das Angebot ist größer, wenn man es mal so "plump" ausdrückt.

Außerdem würde ich auch nicht sagen, dass es diese Kinder irgendwie leichter hätten in Schweden. Es gibt genug Berichte darüber, wie schwer es gerade für diese Gruppe ist. Ich erinnere mich z. B. noch an einen Fall aus einem Hotel in Halmstad, der vor DO gelandet ist. Dort wurde eine dunkelhäutige, junge Frau (adoptiert aus einem afrikanischen Land) deswegen nicht angestellt, weil sie zu "dunkel" war ...

Diese Fälle sind recht zahlreich - gerade in Schweden.

S-nina

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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon janaquinn » 3. März 2009 11:58

Ich habe Mobbing persönlich in Schweden nur bei unserem ehemaligen Vermieter in Stuvsta erlebt, aber diese Erfahrung reicht für die nächsten Jahre. In Deutschland dagegen mehrfach, gerade in meiner alten Münchner Firma, speziell als ich mit meiner Tochter schwanger war und kurz vorher eine Fehlgeburt hatte. Meinn Teamleiter rief recht laut in die Menge, nachdem ich ihn über die Schwangerschaft in Kenntniss setzte, "der nächsten, die schwanger wird, zahle ich die Abtreibung..!"
Ich empfand es als unangebracht und sehr verletztend, gerade aufgrund meiner Vorgeschichte.
Umgegangen sind mein Arzt und ich damit, indem er mich bis zum Ende der Schwangerschaft krankgeschrieben hat, die Gefahr einer neuerlichen Fehlgeburt war ihm einfach zu hoch.

Persönlich schlimmer empfand ich aber das Mobbing hier in Schweden, da es gegen meine Kinder ging und weniger uns als Erwachsene getroffen hat, lautstarke Musik zur Schlafenszeit und knallende Türen bis 3.00 Uhr morgens, das Verbot am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr durch die Wohnung zu laufen u.ä. Dinge, das war schon mehr Terror als Mobbing....

In Äygpten haben wir eine Familie gesehen, aus Schweden, die ebenfalls 3 Adoptierte Kinder hatte, eine kleine Asiantin und 2 Jungen aus Mittelamerika...ich fand sie sehr nett und aufgefallen sind sie eigentlich nur deswegen, weil die Eltern strohblond waren :lol:
Aber sehr sehr süss und sie waren auch sehr beliebt bei den anderen Schwedischen Familien :wink:


LG JANA
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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon Tulipa » 3. März 2009 11:59

Ja, liebe S-Nina,

trotzdem kenne ich hier in Schweden mehrere Familien mit dunklen Adoptivkindern und in D keine einzige. Und ich habe auch noch in keiner deutschen Zeitung gelesen, dass ein neues Adoptivkind aus Sumatra oder aus Swasiland dann und dann "zu uns nach Hause" geholt wurde.

LG
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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon Aelve » 3. März 2009 12:00

Hallo,

ich finde es immer hilfreich, wenn man Bücher über diese Themen liest, an denen man besonders interessiert ist.
Ich habe z.B. dieses Buch mit sehr großem Interesse gelesen:

http://www.amazon.de/gp/product/images/ ... 56&s=books

Wenn man liest, wodurch es zu Mobbing kommt, wer andere mobbt, wer gemobbt wird, wie man in eine Opferrolle gedrängt wird, wie man sich wehren kann, dann hilft einen das ungemein. Zum einen kann man es leichter erkennen, dass man evtl. gemobbt wird, man kann sich auch besser dagegen wehren und man kann es besser nachvollziehen, wenn auch nicht immer verstehen, dass es Menschen gibt, die aus welchen Gründen auch immer, andere Menschen mobben.
Wenn man aber weiß, dass hinter den Mobbingattacken oft Unsicherheit bei den Mobbenden herrscht, auch bedingt ist durch Angst um den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes oder weil es sich Mitziehende auch leicht machen wollen, dann kann man alles besser durchschauen. Dann ist man selber besser gewappnet und auch evtl. beherzter, wenn man Gemobbten Hilfe leisten will.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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