Mobbing schwedischer Alltag

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Aelve
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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon Aelve » 4. März 2009 11:17

Hallo S-Nina,

welche Lösungsmöglichkeiten schweben Dir denn vor, um die Schweden davon abzuhalten, sich im häuslichen Umfeld negativ über bestimmte Dinge auszulassen?

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 4. März 2009 11:38

welche Lösungsmöglichkeiten schweben Dir denn vor, um die Schweden davon abzuhalten, sich im häuslichen Umfeld negativ über bestimmte Dinge auszulassen?


Ausgehend von meinen persönlichen Erfahrungen mit Leuten:

- Leute, die gut ausgebildet sind - mobben oft weniger
Grund: diese haben oft auch die Fähigkeit, sich in andere rein zu versetzen (Empatie)

- Leute, die schon viel in der Welt herumgekommen sind, haben auch viel mehr gesehen und bringen daher einen größeren Erfahrungsschatz mit (Reisen bildet)
Ausnahme die Kategorie Thailand-Bomber-Chartertouristen, Alkohol-Konsum-Tourismus (z. B. wilde Wikinger-Horden in den Alpen ...)

Gemischte Gesellschaften sind oft toleranter als homogene Gruppen - haben außerdem auch den Vorteil, sich unterschiedlichen Gegebenheiten anzupassen, können Ressourcen/Synergien besser ausnutzen, die sich aus Vielfalt (Diversity) ergeben ...

S-nina

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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon Aelve » 4. März 2009 11:54

Liebe S-Nina,

gut beobachtet. Aber wie willst Du es erreichen, dass alle Leute in Schweden weltoffen, gut ausgebildet und gut gemischt sind?

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 4. März 2009 11:58

Aber wie willst Du es erreichen, dass alle Leute in Schweden weltoffen, gut ausgebildet und gut gemischt sind?


... warum denn in die Sterne greifen wollen ...
eins, zwei, drei, viele würden schon ausreichen ... :wink:

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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon Tulipa » 5. März 2009 10:37

S-nina hat geschrieben:
es ist in Schweden (und das ist meine persönliche Ansicht nach 14 Jahren hier im Land) wichtig, dass man nach aussen hin "korrekt" und "konform" auftritt - das, was man hinter dem Rücken anderer sagt oder denkt, ist oft etwas ganz anderes

S-nina


Schwedische Bekannte von uns - nette Leute - wohnen in einer eher engen Reihenhaussiedlung. Ich sitze öfter bei denen in der Küche und wir unterhalten uns. Da ist es schon mehrfach vorgekommen, dass die mit der Bemerkung, hier hören alle mit, plötzlich das Fenster zumachten. :D

Wobei ich mir so etwas nicht nur in Schweden vorstellen könnte.

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute

glada

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon glada » 5. März 2009 11:54

- Leute, die gut ausgebildet sind - mobben oft weniger
Grund: diese haben oft auch die Fähigkeit, sich in andere rein zu versetzen (Empatie)

Äh, wie bitte? Das habe ich ja noch nie gehört. Ich wusste auch nicht, das Empathie an Schulen oder Unis gelehrt wird.

Merkwürdige Behauptung...

nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 5. März 2009 12:33

Äh, wie bitte? Das habe ich ja noch nie gehört. Ich wusste auch nicht, das Empathie an Schulen oder Unis gelehrt wird.

Merkwürdige Behauptung...


Das war dann wohl die falsche Wortwahl von mir. Gemeint war, dass intelligentere Leute eher die Fähigkeit besitzen, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen.

Das ist aber nur mein subjektives Empfinden und leitet sich aus den Erfahrungen meiner eigenen Schulzeit ab. Die Grundschule in einem oberschwäbischen "Nest" war für mich eine Qual - als ich aufs Gymnasium wechseln durfte, empfand ich das als Erlösung. Die Kinder dort wussten z. B. dass eine Pizza kein ekeliger Kuchen mit Tomaten ist oder dass wir zu Hause durchaus auch andere Sachen aßen (nicht nur Spaghetti) ...

Das war Anfang der 70er-Jahre - und den Titel "Spaghetti-Fresserin" fand ich - na ja, irgendwie nicht besonders nett ...

S-nina

nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 5. März 2009 13:04

Hier noch ein Link - zum Nachdenken - vielleicht sieht ja der eine oder andere gewisse Parallelen zum Auswandern/Einwandern nach Schweden in 2009.

http://www.fluter.de/de/migration/thema ... 83&tpl=148

"Spaghettifresser" war man in den späten 60ern/frühen 70ern - heute ist es in großen Teilen Deutschlands "in" zum Lieblings-Italiener zu gehen, sich in italienisches edles Tuch zu hüllen oder gar ein Haus in der Toscana oder eine Villa im Amalfi zu besitzen ...

Die Zeiten ändern sich - und das ist auch gut so!

S-nina

und Milchkaffe heißt nun mal nicht "LATTE" - das ist nur "Milch" ... auch wenn andere das gerne anders haben wollen ... :wink:

nysn

Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon nysn » 5. März 2009 13:30

Merkwürdige Behauptung...


... es gibt sogar eine Studie darüber.


http://www.bundestag.de/dasparlament/20 ... e/004.html

In einer Studie aus dem Jahr 2003 11 wurden daher verschiedene Komponenten, die mit der Höhe der Bildung einhergehen, theoretisch herausgearbeitet und im Hinblick auf deren Wirkungen auf das GMF-Syndrom empirisch untersucht. Hierbei handelte es sich um die bildungsrelevanten Konstrukte kognitive Fähigkeiten, soziale Kompetenz (mit den Komponenten Empathie und Fähigkeit zur

Perspektivenübernahme), Werteorientierungen (bestehend aus Leistungsorientierung und Konformität) und sozialer Status.


Das fand ich recht interessant:

Die Mittelwerte für Rassismus sind für Gesamtdeutschland mit 1,79 und 1,48 recht gering, lediglich bei Befragten mit niedrigem Bildungsniveau liegt einer der Mittelwerte mit 2,04 im schwach zustimmenden Bereich.


Diesen Satz würde ich auch unterschreiben - ich finde in Deutschland ist Fremdenfeindlichkeit weniger spürbar als in Schweden.

S-nina

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Re: Mobbing schwedischer Alltag

Beitragvon janaquinn » 5. März 2009 13:35

Hej Nina,
dagegen halte ich folgenden Link, er ist zwar nicht der neueste, aber so unaktuell ist das Problem leider nicht in Deutschland: http://www.sueddeutsche.de/politik/10/418774/text/

Gerade in den neuen Bundesländern ist es sehr aktuell. Aber ich kann mich auch noch gut an die bayrischen "Republikaner" erinnern.

Und da immer wieder geschrieben wird, wie weltoffen Bayern bzw. München ist....Liebe Leute, vergesst nicht München ist NICHT Bayern....das sagen selbst die Münchner.
München ist ein Weltdorf mit viel Herz, aber im Umland sieht die ganze Sache schon wieder anders aus...einige ostdeutsche Bekannte sind nach einiger Zeit wieder aus Bayern weg, weil sie einfach nicht akzeptiert wurden.
In München Fuss zu fassen ist recht einfach, wenn man die richtigen Leute kennt, weiss ich aus eigner Erfahrung, aber allein...da ist es ein Graus...

LG JANA
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