Oj oh, das ist keine einfache Frage. Erst mal, es tut mir leid für Dich, wie es Dir in Bayern geht. Ich glaube, man muss für das Leben da geschaffen sein... Je nach dem wo man dort lebt, gilt man auch nach 20 Jahren noch als zugezogen. Ich kenne andere, denen es genauso erging. Nach einigen Monaten in einem anderen Bereich in Deutschland hatten sie mehr Freunde (nicht nur Bekannte) als nach 10 Jahren Bayern. Und das obwohl es sich um einen Brauer und Jäger handelt. Das sollte doch eigentlich nicht ganz verkehrt sein, in Bayern mein ich.
Es könnte Dir also in einer anderen Gegend in Deutschland wieder besser gehen, wie in Hessen eben.
Das Problem: In Schweden kannst Du ganz genau die gleichen Erfahrungen machen. Sowohl die aus Hessen als auch die aus Bayern. Schweden ist soooo riesig und so verschieden. Du wirst sehr viele Infos über die einzelnen Gegenden sammeln müssen und vergleichen. Denn ein Hessen gibt es hier bestimmt. Aber eben auch Bayern. Und das ist ja sehr subjektiv. So wie man in Deutschland Menschen findet, die Bayern lieben und die Menschen da für freundlich und aufgeschlossen halten, so ist das auch in Schweden sehr unterschiedlich.
Manche sagen, dass die Menschen im Norden weniger aufgeschlossen wären, weil sie so weit auseinander wohnen und eher Einzelgänger sind. Andere sagen aber auch, dass sie gerade deshalb offener und freundlicher sind, weil sie mehr aufeinander angewiesen sind.... Du siehst, es gibt keine pauschale Antwort.
Aus dem Västmanland kann ich meine Erfahrungen schildern. Es dauert lange bis man Freunde findet, deutlich länger als in Hessen (da hab ich auch schon gelebt). Aber es ist nicht unmöglich. Kollegen sind sehr freundlich und offene Anfeindungen kenne ich nicht, habe ich auch noch nicht ernsthaft bei anderen erlebt. Klar, nicht jeder mag einen, aber das ist ja wohl normal

Die Arbeit wird geschätzt, wenn man sie gut macht, das zählt und nicht die Herkunft. Durch grosse Firmen kennt man viele Ausländer. Es mag sein, dass der eine oder andere Schwede dadurch genervt ist und auch Unterschiede macht, aber im Grossen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass man eher aufgeschlossen ist, weil man täglich Übung damit hat. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Aber mein Grundgefühl ist positiv und ich fühle mich nicht ausgeschlossen oder sonst was nur weil ich zugezogen bin. Es ist allerdings deutlich einfacher andere zugezogene Menschen, auch Schweden zu treffen und als Freunde zu bekommen als die, die hier schon immer leben. Dadurch, dass es aber so viele Zugezogene gibt, ist es doch relativ leicht und fällt nicht ins Gewicht. Ähnliches wurde auch schon von diversen deutschen Unistädten gesagt. Die EInheimischen bleiben oft untereinander. Gibt es genug andere, kann man sich aber ja dort wen aussuchen
Das Västmanland ist jedenfalls kein schlechter Ort für den Neuanfang in Schweden, für mich jedenfalls.
Grüße
Wiebke