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 Betreff des Beitrags: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. März 2009 19:51 
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Hej hej !

Imrhien´s Beitrag "Arzt ...." hat mich dazu angeregt, einmal über meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem zu berichten.

In den ersten 6...7 Jahren fand ich es richtig gut - war ich doch kaum ernsthaft krank und wenn doch einmal, gab es einen wirklich guten schwedischen Arzt, der mir helfen konnte.

Aber in den letzten beiden Jahren sah es mit meiner Gesundheit nicht immer so rosig aus (vielleicht altersbedingt, bin jetzt 64).
Der gute Arzt war mittlerweile weggezogen und ich musste hautnah die Mängel der medizinischen Versorgung erleben.

Zwei kurze Beispiele :

1) Bandscheibenvorfall - wirklich unerträgliche Schmerzen - Anruf bei der Vårdcentral: nimm "Alvedon", meine Antwort: hab ich bereits bis an die zulässige Maximaldosierung genommen, aber keine Linderung, VC: nimm halt noch mehr.
2 Tage später liess ich mich hinfahren, bekam u.a. morphinhaltiges Medikament und Krankengymnastik verschrieben.
Wünschte eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule, wurde vertröstet .... und bekam sie nie.
Einige Monate später wurde sie dann in D geröntgt und es zeigten sich ausser dem Bandscheibenvorfall noch 2 weitere Beschädigungen, die mich veranlssten, es nun "etwas ruhiger" anzugehen ;-) .
(Anlass war anscheinend das Arbeiten mit der Spaltaxt gewesen)

2) Immer stärker werdende Schmerzen in der Nieren-Blasengegend, öfter roter Urin, der lt.Aussage einer Sjuksköterska wie Blut aussah.
Bei den Tests mit Teststreifen war aber Urin immer klar gewesen, also lt. darauffolgender Aussage in Ordnung.
Blutbild- und senkung brachten auch keine Hinweise.
Aushilfsarzt (Vikarie) schrieb Überweisung für Ultraschall und Blasenspiegelung - Wartezeit 6 (!) Monate.
(hier war Ursache der Erkrankung offentsichtlich das Arbeiten unter meinem Auto (im Freien), bei -28 grd gewesen)
Die Schmerzen wurden immer schlimmer.
Die US-Untersuchung funktionierte dann aber nicht richtig, da gab ich auf und fuhr leicht verzweifelt nach D - mitten im Winter auf schnee- und eisbedeckten Strassen, mit Wohnwagen und meinen Hunden.
Die Fahrt war mehr als abenteuerlich, ich brauchte 4 Tage bis Freiburg (2600 km).

Mal schnell nach D fliegen geht bei mir nicht, weil ich hier keinen Pflege-Platz für meine Hündchen finden konnte (auch nicht in einem Hundehotel), sie sind zwar sehr lieb, aber auch sehr temperamentvoll ;-) .


Jetzt, zur absolut unpassenden Jahreszeit bahnt sich wieder ein unfreiwilliges "Abenteuer"
an: seit 3 1/2 Monaten leide ich an einer schlimmen Nebenhöhlenentzündung.
Erst jetzt, nach 3 1/2 monatigem herumprobieren mit verschiedenen Medikamenten, wird endlich mal eine Röntgenuntersuchung veranlasst, um eine gesicherte Diagnose stellen zu können.
Auf das Ergebnis warte ich nun ............ .
Die Schmerzen werden immer unangenehmer, und ich habe begonnen, den Wohnwagen zu beladen !
Er hat natürlich Spike-Reifen (Dubbdäck) - damit habe ich eine reelle Chance, heil bei meiner Tochter in Freiburg anzukommen ;-) .

Ich höre/sehe täglich schwedische Nachrichten und was man da im Laufe der Jahre mitbekommt (alleine nur in Västerbotten), kann einen erschauern lassen - deswegen halte ich das schwedische Gesundheitssystem mittlerweile für menschenverachtend, jedenfalls teilweise !

Es gibt viele, sehr schlimme Beispiele hierzu, teilweise in meiner Nachbarschaft selbst erlebt.
Hier scheint sparen wichtiger zu sein, als heilen.

Hier gibt es so gut wie keine niedergelassenen Ärzte - also auch keine Konkurrenz.
Die üblichen schwedischen Ärzte sind Staatsangestellte ....... .
Fachärzte sieht man, wenn überhaupt, in grösseren Krankenhäusern - das nächste (mittelgrosse) ist 230 km entfernt, die Universitätsklinik knapp 300 km.
Die Entfernungen schrecken mich nicht so sehr, aber die endlosen Wartezeiten und das Betteln um eine Überweisung dorthin.

Wenn es mir mal richtig schlecht ging und keine Hilfe in Aussicht war, habe ich doch tatsächlich überlegt, ob ich jetzt nach 10 Jahren wieder nach D ziehen soll - obwohl ich eigentlich ein "Lappgubbe" bin, der seine Heimat liebt.

Herzliche Grüsse aus Südlappland,
Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. März 2009 20:04 
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hej,
das was du schreibst kommt mir aus deuschland aber auch bekannt vor bei kassenpatienten.
man wird oft gefragt bei der terminvergabe privat oder kasse und wenn du kasse bist haste auch noch die möglichkeit pirvat zu zahlen dann bekommste einen termin der in ein paar tagen ist.
gruß iris

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. März 2009 20:23 
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Mensch Wolfgang, ich bin zutiefst erschuettert!

zu 1. Habe ich haargenauso erlebt. Wirst Du aber wohl gelesen haben.
Man kann solche Erlebnisse also nicht als Einzelfälle hinstellen.

Ich sage auch immer mich kriegen hier keine 10 Pferde weg, aber wenn ich jetzt manchmal so nachdenke, nach mittlerweile mehreren unerfreulichen Begegnungen die allsamt ernsthaft waren, was ist wenn...?
Und ich ertappe mich dabei zu planen. Das wenn ich im Sommer nach D reisen könnte ich das mit diesem oder jenen Arzttermin verknuepfen könnte...

Keineswegs möchte ich hier diagnostizieren oder ähnliches. Habe ja nun gestern gerade deswegen etwas uebereagiert... :oops:
Aber wurden dir jetzt zumindest mal Antibiotika verordnet??
Wurden die NNH mal durchspuelt? (Was zwar auch nicht das Gelbe vom Ei sein soll, aber..)
Ja, WAS wurde gemacht?
Welche Medikamente?
Vielleicht kann sich Thomas hier mal reinschalten und was dazu sagen.

Oder ich schick dir ne Packung AB!
Die werden halt in S wiederwillig verordnet, was zwar nachvollziehbar ist, aber doch bitte nur bis zu einem gewissen Grad!
Neulich habe ich einer Schulkollegin geholfen, die unter einer heftigen Blasenentzuendung litt - tagelang - die AB halfen innerhalb 1/2 Tages, klar. WARUM helfen die schwedischen Ärzte/Schwestern da nicht mehr? Nur viel trinken hilft nicht immer. Kein Abstrich, Probe, nix machen die da! Ich kenne jemanden, der wegen wiederholter Entzuendungen die dann uebergriffen steril wurde... nee auch!
Aber vielleicht ist ja meine Zeit im KH einfach zu lang her :cry:

LG
Heike

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"Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit."
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. März 2009 21:25 
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@iris

Ich war schon einige male, überwiegend aus gesundheitlichen Gründen nach D gefahren - was hier viele Monate dauern sollte, lief dort jedes mal in 2...3 Wochen .... als ganz normaler Kassenpatient.
Beim letzten Besuch, wo ich psychisch ziemlich mitgenommen war (wegen der Aussage, dass es Krebs sein könnte und ich trotzdem ewig auf Untersuchungen warten sollte), kam ich mir in deutschen Praxen wie im (medizinischen) Paradies vor !!

Und hier würde es Dir nicht mal viel nützen, Privatpatient zu sein ....... !

Früher fuhr ich jedes 2. Jahr nach D, meine Kinder (und Enkel) besuchen und liess mich dann auch noch vorsorglich bei einigen Ärzten (Internist, Lunge, Gastroenterologe, Zahnarzt) durchchecken - hier in Lappland scheint Vorsorge nicht sonderlich geläufig zu sein, jedenfalls wenn es wie bei mir um die alle 2 Jahre notwendige Kontroll-Magenspiegelung geht u.ä.
Jezt fahre ich vorsorglich jährlich.


-------------------------------------

@HeikeBlekinge

Zuerst bekam ich schleimhautabschwellende Tabletten - 2 Wochen lang, keine Besserung,
3 Wochen später dann Cortison-Nasenspray - kein Erfolg, nach 2 Wochen sprühen,
3 Wochen später kam dann Kåvepenin (Antibiotikum) dran - keine Wirkung, war vielleicht nicht hoch genug dosiert (?),
dann habe ich es in meiner Verzweiflung mit einem pflanzlichen Antibiotikum (Tropaeolum majus)
probiert, nach einigen Tagen trat scheinbar Besserung ein, aber 10 Tage später wieder Kopfschmerzen und extremer Druck hinter der Stirn,
dann zum 4. mal zum Doktor - ordnete Röntgen und Allergietest an,
und jetzt warte ich .......


---------------------------------------------





Nun noch ein paar weitere Beispiele aus meiner Heimat:

Ein Nachbar - Krebs - 1 Jahr lang hingehalten - tot,

ein 13jähriges Mädchen - unerträgliche Schmerzen - mehrmals vertröstet - Blinddarmdurchbruch - tot,

eine Frau mit Brustkrebs - Wartezeit auf Behandlung, trotz gesicherter Diagnose, 6 Monate !

meine frühere schwed. Freundin - wahnsinnige Schmerzen - ärztliche Vermutung Muskelabriss - Wartezeit für CT 18 Monate,

eine Frau mit unerträglichen Bauchschmerzen stundenlang in Akutmottagning - ignoriert,

ein junger Mann mit unerträglichen Kopfschmerzen - wurde zur Krankengymnastik geschickt - tot,

usw.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. März 2009 21:28 
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DU BEKOMMST EINEN TERMIN, JAAAAAAA, den bekommste aber in Schweden nicht, das ist der Knackpunkt.
iris hat geschrieben:
hej,
das was du schreibst kommt mir aus deuschland aber auch bekannt vor bei kassenpatienten.
man wird oft gefragt bei der terminvergabe privat oder kasse und wenn du kasse bist haste auch noch die möglichkeit pirvat zu zahlen dann bekommste einen termin der in ein paar tagen ist.
gruß iris


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. März 2009 23:55 
Hej Snögubbe,

versuch es doch mal mit Sinova-Dragees (in Deutschland: Sinupret), das ist pflanzlich und hilft oft erstaunlich gut bei Nebenhöhlenbeschwerden aller Art. Gibt's oft bei ICA und Konsum, aber ganz sicher in der Apotheke. Am besten in der Forte-Version.

Ich bin selbst chronischer Sinusitis-Patient, bekomme ebenfalls in Schweden keine Hilfe und helfe mir daher notgedrungen selbst (wenn ich nicht nach Deutschland fahren kann). Probier's mal aus.

Leider kann ich all Deinen Erlebnissen und Berichten aus eigener Erfahrung nur beipflichten. In Schweden zu leben ist ein dauerhafter gesundheitlicher Abenteuer-Urlaub...wenn man Glück hat, geht's gut...

Gute Besserung!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 11. März 2009 12:58 
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Hej Sinusitis !

Vielen Dank für Deinen guten Rat und die guten Wünsche !

Ich nehme Sinova seit 3 Wochen und habe den Eindruck, dass mehr Schleim gelöst wird.
Da es von "kompetenter" Seite hier nur sehr langsam vorangeht, versuchte ich auch mit Hausmitteln der Krankheit beizukommen - Inhalationen, Salz-Nasendusche, Rotlicht (unangenehm), frisch geriebener Meerrettich usw.

Wenn sich in der nächsten Woche nichts tut (von ärztlicher Seite), werde ich gen Süden aufbrechen, auch wenn es sich nur um eine Sinusitis handelt.

Viele Grüsse und herzlichen Dank !
Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 11. März 2009 17:07 
Schweden Guru
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Fällt mir noch etwas zu ein:
Man soll es unterlassen bei Sinusitis zu schneuzen. Man bekommt den Schleim dadurch nicht heraus, nein, die Schleimhäute schwellen eher noch mehr an.
Bei Asiaten, die anders mit Schnupfen umgehen, sind NNH-Entzuendungen so gut wie unbekannt. Europäer schneuzen, Asiaten ziehen hoch, spucken aus. (man verzeihe mir diese fuer unsere Ohren etwas unappetitliche Erklärung)

Versuch vielleicht mal so zu handeln, Wolfgang.
Und Rotlicht ist nicht immer gut bei einer Entzuendung. Klar, es nimmt den Schmerz. Bloss bei bakteriellen Infektionen kann es passieren, das du den Erregern ein richtig heimeliges Mileu in deinen Nasennebenhöhlen schaffst.

LG
Heike

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 11. März 2009 21:42 
Alter Schwede
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Ich hab da mal ne Frage, ist vielleicht etwas dumm... weiss nicht.
Mehrmals habe ich jetzt schon gelesen, dass Leute schrieben, dass sie im Befarfsfall nach Deutschland zum Arzt gefahren sind oder es wird empfohlen das zu tun.
Im letzten JAhr war ich ja noch in Deutschland versichert, weil in Elternzeit. Nun arbeite ich hier, habe in Deutschland gekündigt und bin somit auch aus der deutschen Krankenversicherung raus. Bis dahin hatte ich das ja auch noch so gehandhabt, dass ich, wenn ich grade in Deutschland war, mir einen Termin bei "meinem" Arzt geholt habe. Seit ist hier versichert bin, waren wir nicht mehr in Deutschland, ich dachte aber auch, dass es jetzt nihct mehr so leicht geht.
Wie macht Ihr das?
Kann man mit der Verischertenkarte die man hier ja auch für das Ausland bekommen kann, in Deutschland zum Arzt ,auch wenn es keine Notfallsache ist? Zahlt das die FK? Oder muss ich dann in Deutschland quasi alles privat machen? Das ist ja dann extrem teuer und vermutlich muss man ja erst mal einen Arzt finden der das so macht und dann muss man sicher direkt zahlen.. Oder wie geht das?

Grüße
WIebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 11. März 2009 22:16 
Hi an alle,

ja genau die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Kann ich im Bedarfsfall nach D oder muss ich alles selbst bezahlen. Das könnte ich mir nicht leisten. Oder ist es evtl. sinnvoll in D eine freiwillige KV abzuschliessen???

Danke fuer die Antwort

Speedy


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 11. März 2009 22:18 
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Soweit ich weiß, soll nur kein Krankentourismus entstehen, d.h. man muss bestätigen, dass man nicht extra wegen der Krankheit ins Ausland gereist ist. Ansonsten ist man einem Patienten der deutschen KV gleichgestellt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 11. März 2009 22:41 
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Was heisst das im konkreten Fall wenn ich Vorsorgeuntersuchungen machen lassen will oder wenn ich einfach mit "kleinigkeiten" zum Arzt gehe?
Nicht, dass man hingeht und am Ende alles selber zahlen muss. Die Frage ist auch was genau gezalht wird? Wird tatsächlich alles so übernommen wie ich es aus Deutschland kenne? Das kann ich mir ja fast nicht vorstellen. Die Systeme unterscheiden sich doch etwas, oder?
Und wie ist das dann mit dem Zahnarzt? Der wird doch in Schweden nicht übernommen, in Deutschland ja. Also wird der doch vermutlcih nicht von der FK gezahlt, wenn ich auch in Deutschland gehe? Das wäre ja eine Lücke im System und die wird vermutlich schnell geschlossen. Ich kann mir das also eher nicht vorstellen.
Gibts praktische Beispiele? Ich würd halt manche Untersuchungen einfach gern in Deutschland machen lassen. Nicht mal weil ich die Ärzte hier schlecht fände. Bei den betreffendenen Sachen kann ich es nicht mal beurteilen. Es ist einfach angenehmer zu einem Arzt zu gehen den ich schon kenne. Ausserdem ist es was manche DInge angeht leichter weil ich besser einschätzen kann was die meinen. Vermutlich wird sich das mit der Zeit auch ändern...

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 11:42 
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Hej Imrhien !

Deine Frage kann ich leider nicht beantworten.
Obwohl in Schweden automatisch krankenversichert, hatte ich von Anfang an meine deutsche Krankenversicherung beibehalten.
Und so nutze ich hier in S die schwedische, wenn ich in D bin, aber die deutsche Krankenversicherung.
Ist zwar teurer, doppelt versichert zu sein, gibt mir aber mehr Sicherheit und die war es mir wert.
Und so kann ich mich problemlos bei ernsteren Erkrankungen in D behandeln lassen - ohne erst lange überlegen zu müssen, ob ich mir das leisten kann.
In D gehe ich dann zu meinem langjährigen Hausarzt, der mich kennt und zu dem ich Vertrauen habe, und das empfinde ich gegenüber den hier ständig wechselnden Ärzten als grossen Vorteil.

Gruss,
Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 11:45 
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Snögubbe hat geschrieben:
Hej Imrhien !

Deine Frage kann ich leider nicht beantworten.
Obwohl in Schweden automatisch krankenversichert, hatte ich von Anfang an meine deutsche Krankenversicherung beibehalten.
Und so nutze ich hier in S die schwedische, wenn ich in D bin, aber die deutsche Krankenversicherung.
Ist zwar teurer, doppelt versichert zu sein, gibt mir aber mehr Sicherheit und die war es mir wert.
Und so kann ich mich problemlos bei ernsteren Erkrankungen in D behandeln lassen - ohne erst lange überlegen zu müssen, ob ich mir das leisten kann.
In D gehe ich dann zu meinem langjährigen Hausarzt, der mich kennt und zu dem ich Vertrauen habe, und das empfinde ich gegenüber den hier ständig wechselnden Ärzten als grossen Vorteil.

Gruss,
Wolfgang


Interessante Lösung - nur leider nicht ganz legal, nehme ich an, denn dafür muss man in Deutschland gemeldet sein, oder?

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 12:01 
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@hansbaer
Ich hatte das natürlich vorher mit meiner Krankenkasse abgesprochen - dort wurde mir gesagt, dass es zwar unüblich sei, doppelt versichert zu sein - aber wenn mir soviel daran liege, keine Einwände bestünden. Und als illegal sollte man das nun wirklich nicht bezeichnen, immerhin zahle ich weiterhin meine Beiträge.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 12:08 
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Snögubbe hat geschrieben:
@hansbaer
Ich hatte das natürlich vorher mit meiner Krankenkasse abgesprochen - dort wurde mir gesagt, dass es zwar unüblich sei, doppelt versichert zu sein - aber wenn mir soviel daran liege, keine Einwände bestünden. Und als illegal sollte man das nun wirklich nicht bezeichnen, immerhin zahle ich weiterhin meine Beiträge.


Ich nahm es deswegen an, weil man dafür doch in Deutschland gemeldet sein muss, oder? Und in Deutschland gemeldet zu sein, wenn man da gar nicht wohnt, ist nicht legal - aber oft egal :-)

Ehrlich gesagt finde ich es auch ökonomisch etwas unsinnig. Selbst die studentische Krankenversicherung in Deutschland kostet ja schon 50 € im Monat. 600 € oder mehr pro Jahr für einen Schutz abzugeben, der eigentlich schon durch die Försäkringskassan besteht, finde ich ein bisschen teuer.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 12:21 
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Imrhien hat geschrieben:
Und wie ist das dann mit dem Zahnarzt? Der wird doch in Schweden nicht übernommen, in Deutschland ja. Also wird der doch vermutlcih nicht von der FK gezahlt, wenn ich auch in Deutschland gehe? Das wäre ja eine Lücke im System und die wird vermutlich schnell geschlossen. Ich kann mir das also eher nicht vorstellen.

Eine Freundin von mir hat das gemacht. Sie ist in Irland für 5 Euro (Superpreis oder?) versichert gewesen und wenn sie dann nach D wollte, hat sie beim Zahnarzt angerufen und sich einen "Notfalltermin" geben lassen. Beim Arzt sollte sie dann aussuchen, welche Kasse die Kosten diesmal übernehmen soll und los gings. Geht also auf Kosten des deutschen Systems...

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 12:26 
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Von der Methode habe ich aber auch schon öfters gehört. Einfach irgendwas draufschreiben lassen von "akut" und der Fisch ist geputzt.

tjejen hat geschrieben:
Geht also auf Kosten des deutschen Systems...


Ne, die deutsche Kasse holt sich das dann wieder von der irischen zurück.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 15:02 
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hansbaer hat geschrieben:

Ne, die deutsche Kasse holt sich das dann wieder von der irischen zurück.


Und genau da wüsste ich gerne wie das geht. Also im Fall Schweden ist es ja so, dass der Zahnarzt nicht übernommen wird. Wenn ich also in Deutschland zum Arzt gehe und die da irgendeine KAsse raussuchen die das zahlt, ist das ja nett. Wenn die dann aber zur FK gehen, was ja logisch und sinnvoll wäre und die FK dann sagt, dass sie das aber doch gar nicht übernehmen... wer kommt dann mit der grossen Rechnung zu mir? Die FK, die Kasse aus Deutschland, der Zahnarzt? Es muss doch für sowas ne Regelung geben, sonst könnte ja niemand im Urlaub wirklich im Notfall zum Arzt gehen.

Grüsse
WIebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 15:11 
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Vermutlich die Försäkringskassan, denn die muss beurteilen, wie sie das einstuft. Wenn man sich in D gleich ein paar Brücken machen lässt, dann ist das als Notfallbehandlung ja auch nicht mehr glaubwürdig, aber dass das in Schweden nicht bezahlt wird, kann die deutsche Kasse ja nicht wissen.

Eigentlich ist es egal, von wem die Rechnung letztendlich kommt: zahlen muss man sie sowieso.

Interessant finde ich da folgende Frage: wenn man sich auf private Rechnung zum Zahnarzt in Deutschland begibt, ist das billiger als in Schweden?

Irgendwie bin ich froh um meine robusten Zähne.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. März 2009 15:16 
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Das ist eine sehr gute Frage und ich werde noch rausfinden wie die Antwort dazu ist. So richtig überzeugt war ich von unserem Zanharzt nämlich leider nicht...

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 10:16 
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Am Montagmorgen erwartet man von seiner Zeitung eigentlich nicht viel, weil am Sonntag einfach recht wenig passiert.

Erstaunt war ich daher darüber, dass heute morgen zwei Berichte zum schwedischen Gesundheitswesen in der DN waren.

Zum einen der hier: http://dn.se/insidan/det-ar-en-fasansfull-skam-att-vara-tandlos-1.826721

Ungefähr 850.000 Schweden haben kein Geld für Zahnbehandlungen. Im Netz findet sich anscheinend eine gekürzte Version des Artikels, denn in der Zeitung stand, dass dies nur die Altersgruppe 18 bis 64 Jahre ist - und damit entspricht 850.000 anscheinend jedem sechsten Einwohner in dieser Altersgruppe. Krass fand ich auch, dass manche Kommunen erst bei einem Verlust von mehr als acht Zähnen (!!!) bereit sind, weitere Kosten zu übernehmen. Man könnte überspitzt sagen: den sozialen Status eines Menschen kann man in Schweden am Gebiss erkennen.
Ich habe zur Illustration mal an diese Mail angehängt, was man in Schweden so an Kosten selbst übernehmen muss. Zur Orientierung: eine Wurzelbehandlung eines einzigen Zahnes kostet ca. 5000 kr.

Zum anderen ein Artikel zum Thema Ultraschall in der Schwangerschaftsbetreuung.

Dort wird berichtet, dass viele werdende Eltern in Privatkliniken gehen und dort für ca. 2500 kr eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. In Malmö zahlt die Krankenkasse gerade einmal zwei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, in Stockholm wird sogar nur eine einzige bezahlt. So wird jenseits der 13. Woche kaum noch eine Untersuchung gemacht, und viele gravierende Missbildungen können überhaupt nicht erkannt werden. Eigentlich unglaublich.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Eigenanteil an Behandlungskosten in schwedischen Kronen (tandvårdsbidrag nicht berücksichtigt)
kosten.jpg
kosten.jpg [ 31.31 KiB | 407-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Eigenanteil an Behandlungskosten in Prozent (tandvårdsbidrag nicht berücksichtigt)
anteil.jpg
anteil.jpg [ 32.59 KiB | 406-mal betrachtet ]

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 10:30 
Schwedenfreund
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Deswegen haben auch die wenigen privaten Praxen, die pränatalen Ultraschall anbieten einen extremen Zulauf.
Aus Suedschweden fahren die Schwangeren nach Kopenhagen/Malmö rueber, in der Mitte gibt es noch eine Praxis in Linköping und dann natuerlich in Stockholm.
In unserem Län wir z.B. ebenfalls nur ein Ultraschall angeboten und dieser ist in der 18.Woche.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 10:47 
Zitat:
Man könnte überspitzt sagen: den sozialen Status eines Menschen kann man in Schweden am Gebiss erkennen.


... Genau das war mal die "Wahlkampagne" des so gut meinenden, väterlichen Sozialdemokraten Göran Persson, in dessen Zuhause in seiner harten Kindheit nur ein einziges Buch vorhanden war, ein Lexikon von A bis D ... oder so ähnlich - auf jeden Fall ein Mann aus dem Volk (heute Gutsbesitzer mit Neureichen-Gehabe), der dafür sorgen wollte, dass man den Schweden nicht mehr ansehen soll, aus welcher Gesellschaftsschicht sie stammen ...

Der Statistik nach scheint es ja gelungen zu sein - wenn alle Schweden erst mal "zahnlos" sind, dann ist das sicher bald "STATUS" ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 14:42 
Alter Schwede
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Zähne:
Es scheint auch noch nicht der Gedanke durchgedrungen zu sein, dass das Gebiss ein Zusammenspiel ist. Wenn an einer Stelle ein Zahn fehlt, auch wenn das weit hinten ist und man es nicht sieht, kann das Auswirkungen auf andere Zähne haben. Man macht aber trotzdem nichts und wenn das dann eine Kettenreaktion auslöst, dann ist das eben Pech. Mein Arzt meinte doch glatt, dass so ein Implantat wie ich es habe, so weit hinten gar nicht nötig wäre, höchstens aus kosmetischen Gründen. In Deutschland hört man anderes, und nicht nur von denen die daran verdienen. Ach ja, ich kann mir eine Krone derzeit nicht leisten, daher hoffe ich einfach, dass der Zahn der nun oben keinen richtigen Gegenbiss hat, nicht wandert...

Ultraschall:
Bei uns wird ein Ultraschall in der gesamten Schwangerschaft gemacht. In Woche 18. Man mag darüber streiten ob man mehr als drei braucht. Drei sind in Deutschland der Standard, wobei die meisten Ärzte von sich aus mehr machen und das auch abrechnen können, wenn sie es entsprechend begründen. Rein psychologisch finde ich, sollte man die US nicht unterschätzen. Gerade für unsichere Frauen sind sie toll und für die Männer ist es auch schön etwas mehr teilhaben zu können. Ein Gedanke der mir kam war einfach woher man weiss, dass die 18. Woche ist. Klar... ich kenne das. Man kann das ausrechnen. Was aber, wenn die Frau einfach nicht weiss wann sie ihre letzte Menstruation hatte? Oder wann sie mit ihrem Mann geschlafen hat? Wie soll man das dann errechnen? Die meisten Frauen, die so etwas nicht wissen, haben auch nicht gerade die beste Körperkontrolle und wissen oft erst nach der 10. Woche, dass sie schwanger sind. Wie soll man da wissen wann die 10 ist? Wenn man einfach auf die geschätzte Zeit der Frau zurück geht??? Die Antwort der Hebamme hat mich arg erschreckt. Sie meinte, dass man das schätzt und dann beim Termin ja sieht ob es die 18. Woche ist oder nicht. Man kann das ja anhand der Grösse des Kindes berechnen. Wenn das Kind also aufgrund eines Problemes zu schnell oder zu langsam gewachsen ist, kann das gar nicht auffallen, weil man ja keine richtigen Daten als Grundlage für die Berechnung hat. Das nenne ich nicht besonders vertrauenserweckend. Ich wusste jeweils in der 5. Woche, dass ich schwanger bin. Das konnte dann per Ultraschall bestätigt werden, auch wenn man da noch nichts sieht, ausser wenn man Glück hat, gerade das Herz. Daran lässt sich dann aber recht gut berechnen wann man in der 18. Woche sein soll.
Ein weiterer Gedanke:
Viele Frauen verlieren ihr Kind schon innerhalb der ersten 12-13 Wochen. Wenn der Ultraschall erst in der 18.Woche gemacht wird, dann dauert es entsprechend lange, bis ein Tod des Kindes entdeckt wird. Je nach Wohngebiet, kann es dann auch noch dauern, bis man einen Termin im Krankenhaus bekommt. Gruselig der Gedanke. Natürlich kann der Ultraschall das nicht verhindern. Er kann aber die Zeit verkürzen bis man es erfährt und das finde ich enorm wichtig. In meinem Fall (wenn ich von Entdecken der Schwangerschaft in der 5. Woche ausgehe) wären das 13 Wochen bis man erfährt, dass man doch nicht schwanger ist... Ok, ich weiss, dass der Körper oft entsprechend reagiert und die Frau Blutungen hat und so. Aber auch die müssen nicht sofort kommen und es kann noch eine Weile dauern und auch da habe ich von jemandem gehört, dass die Hebamme meinte: Blutungen sind normal in der Schwangerschaft. Ich würde auf alle Fälle das Geld für extra Ultraschall ausgeben. Vermutlich auch mehr als nur einen... Das Minimum von drei in Deutschland wäre auch für mich persönlich das Minimum. Die Frage ist was die Frauen/Familien machen, die sich das nicht leisten können...

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 15:20 
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Zu mir meinte die Hebamme , das wuerde auch extrem Geld sparen, stell Dir mal die ganzen unnötigen Ultraschalls vor, die gemacht werden wuerden und dann endet die Schwangerschaft in einer Fehlgeburt. Verschwendung von Ressourcen. Nicht schön, diese Betrachtungsweise und schrecklich fuer die betroffenen Frauen/Familien.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 15:22 
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Grattis Wiebke, wann ist es denn soweit? Ich habe das ja erst vor kurzem erlebt.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 15:53 
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Wann ist was soweit? Ich bin nicht schwanger. Oder jedenfalls weiss ich nichts davon. :)
Ich hatte hier bei einer normalen Untersuchung mal mit der Hebamme geredet. Das mit dem Ultraschall hat mich schon sehr erstaunt und da wir grundsätlihc schon noch ein 3. Kind wollen, war ja klar, dass mich das irgendwann betrifft. Daher wollte ich wissen ob das stimmt und was man machen kann wenn man mehr Ultraschalls will.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 16:45 
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Nix fuer ungut. Jedenfalls war die kuerzlich erlebte Schwangerschaft/Vorsorge und Geburt bzw. die Einstellung selbiger hierzu hier in Schweden ziemlich gewöhnungsbeduerftig im Vergleich zu der des Geschwisterchens in D. Wenn´s denn soweit sein sollte, kannste gerne ´ne PN schicken, dann kann ich Dir eine gute Adresse fuer´s private Ultraschall und sonst noch ein paar Tipps dazu geben. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. März 2009 17:05 
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In nunmehr fünf Jahren ist es mir nicht ein einziges Mal gelungen, einen Akuttermin in der VC zu bekommen. Auch sonst niemandem in der Familie, und auch niemandem in meinem Bekanntenkreis. Manche Leute rufen gar nicht mehr an und gehen gleich zur Akuten ins Krankenhaus, auch wenn das 250kr kostet und bisweilen mit stundenlangen Wartezeiten verknüpft ist.

Für die Zähne hatte ich ein Abonnement beim Tandhygienisten vereinbart, dafür wurde mal sehr geworben. Das hat genau einmal funktioniert. Nun habe ich schon zwei Jahre nix mehr davon gehört. Auf meine Nachfrage erklärte man mir, sowas wie ein Abo hätte es nie gegeben, man wollte mir aber einen Termin schicken. Hat man natürlich nicht getan.
Ein Zahnarzt hat mir mal - nicht mehr ganz nüchtern - erklärt, wie man das System überhaupt am Leben hält. Man erklärt den Patienten, dass ihre Löcher in den Zähnen nicht repariert werden müssten und schickt sie nach Hause. Wenn sie dann Zahnschmerzen haben, empfiehlt man Alvedon. So erreicht man, dass die Warteschlangen nicht jahrelang werden. Was passiert, wenn dann die Löcher grösser geworden sind oder das Alvedon ausgeht, verdrängt man.

Um es nochmal klarzustellen, ehe der Proteststurm losbricht: Die Ärzte sind nicht das Problem, sondern das System ist es. Einige Ärzte haben sich aber auch schon voll damit arrangiert und finden das so in Ordnung.

Die Situation ist freilich nicht überall so schlimm. Aber in Norrbotten ist das ganze System derart morsch, dass es nur noch eine Zeitfrage ist, bis es kollabiert. Gleichzeitig laufen die Kosten aus dem Ruder, so dass man schon die Steuern erhöht hat.

Neulich lief im Radio auch ein Beitrag zum Thema Gesundheitstourismus. Hintergrund war ein Fall, in dem ein Schwede seine Krebsoperation in Deutschland hat ausführen lassen, was ihm vermutlich das Leben gerettet hat. Finanziell hat es ihn freilich möglicherweise ruiniert, denn die FK entscheidet solche Fälle individuell, und es war keineswegs sicher, dass ihm die Kosten erstattet werden.

In diesem Sinne: Bleibt bloss gesund!

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 09:25 
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Auch in deutschen Medien findet sich auch etwas zu dem Thema:
http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,p6zeh4jpq4ob4ema~cm.asp

Ziemlich krass...

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 09:55 
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Das ist leider seit Jahren bekannt. Danke fuer den Link.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 11:15 
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Imrhien hat geschrieben:

Gruselig der Gedanke. Natürlich kann der Ultraschall das nicht verhindern. Er kann aber die Zeit verkürzen bis man es erfährt und das finde ich enorm wichtig. In meinem Fall (wenn ich von Entdecken der Schwangerschaft in der 5. Woche ausgehe) wären das 13 Wochen bis man erfährt, dass man doch nicht schwanger ist... Ok, ich weiss, dass der Körper oft entsprechend reagiert und die Frau Blutungen hat und so. Aber auch die müssen nicht sofort kommen und es kann noch eine Weile dauern und auch da habe ich von jemandem gehört, dass die Hebamme meinte: Blutungen sind normal in der Schwangerschaft.


Ich hatte keider schon mehrere Schwangerschaftsmisserfolge in den ersten Wochen, einen davon in Schweden.
In D bin ich bei Blutungen jeweils sofort beim Arzt drangekommen und auch mehrfach einige Tage im Krankenhaus "festgehalten" worden. Genützt hat alles medizinische Bemühen dann aber nichts.
In Schweden rief ich mehrere Tage immer in der gynäkologischen Akuten an und berichtete von meinen Beschwerden. Erst als es sich dramatisch zuspitzte, sollte ich sofort kommen und lag dann auch innerhalb einer Stunde auf dem OP.
Mittlerweile weiss ich, dass man in solchen Fällen auch mit bester Technik und Fürsorge meist nicht viel machen kann. Deswegen kann ich die "schwedische Variante" objektiv gar nicht mal kritisieren, ist ja auch wirklich kosten- und auch für die Patientin zeitsparend. Aber unter Kontrolle ist da gar nichts in der ersten Schwangerschaftszeit, und vielleicht gibt es in Einzelfällen ja doch begründeten Handlungsbedarf.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 11:48 
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Wir wohnen seit nunmehr bald 14 Jahren hier und alle drei Kinder sind hier geboren. Ich durfte bei Problemen in der Schwangerschaft immer reinkommen zum checken, ich bin auch mal dabehalten worden über Nacht, da sie sich nicht sicher waren, ob alles ok war usw. Nie ein Problem, die Hebamme, die mich sonst betreute, sagte selber, dass ich lieber reinfahren sollte zum checken, eine nervöse Mutter sei auch nicht gut :) . Ich weiss auch von sehr vielen, die ein US gemacht haben, um festzustellen, wieweit sie sind, wenn man nicht mehr genau wusste, wann die letzte Montsblutung war. Und dann nachher in Woche 18-20 das Routine US. Sind beim Routine US irgendwelche Unsicherheiten, macht man auch mehr US, oft um Woche 32. In einigen Landstings ist das auch schon Routine geworden.
Ehrlich gesagt, finde ich es übertrieben, bei jedem Besuch ein US zu machen. Es gibt Behauptungen, das US auch Probleme verurssachen können, da ich abe kein Mediziner bin, bin ich nicht so in die Materie bewandert, weiss nur, dass ich mal was gelesen hatte. Man darf auch nicht vergesssen, dass die Hebammen hier sehr gut viele Sachen an Hand der Grösse der Gebärmutter erkennen können, die sind etwas anders ausgebildet und arbeiten anders als in Deutschland z.B. .
Ich habe mich jedenfalls sehr gut aufgehoben gefühlt, ich habe auch immer einen Termin bei der VC bekommen, wenn akut was war, egal ob mit mir oder den Kindern.
Nur wenn es um Allergien und Asthma geht, bin ich nicht mit der VC zufrieden, aber dafür gibt es auch hier private Ärzte, der Kinderarzt wird von der FK voll gedeckt.
AUs Deutschland hören wir genauso viele klagen, ich glaube, es hängt auch ein bisschen davon ab, wo man wohnt, sowohl in Deutschland als auch hier. Es gibt eine ganze Reihe lokaler Unterschiede.
Und wenn man eine Wartezeit als zu lang ansieht, hat man ja das Recht, sich woanders hin zu wenden, auf Kosten der Kasse. Hier in Schweden dann. Und es gibt Instanzen, an die man sich wenden kann, um sich zu beschweren. Vielleicht sinnvoller als auf einem deutschen Forum, da WIR ja nichts bewirken können :) (aber Frust muss man natürlilch mal ablassen :) ).
Gruss
Nanna


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 12:01 
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Nanna hat geschrieben:
Man darf auch nicht vergesssen, dass die Hebammen hier sehr gut viele Sachen an Hand der Grösse der Gebärmutter erkennen können, die sind etwas anders ausgebildet und arbeiten anders als in Deutschland z.B. .



Ja, die schwedische Hebamme hat immer meinen Bauch mit dem Bandmass vermessen. Und als ich dann zur Entbindung in D war, hat der dt. Arzt diese Werte in US-Grössen umgerechnet, weil mein ungeborenes Kind für sein Alter zu klein war und er wissen wollte, ob es überhaupt gewachsen war :)

Ansonsten kann ich mich bei der Hebamme fast nur an ihre Fragen erinnern, sehen wollte die ausgesprochen wenig von mir.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 12:36 
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Tulipa hat geschrieben:
Genützt hat alles medizinische Bemühen dann aber nichts.


Hej,
Ich will noch mal sagen, dass ich auch nicht glaube, dass man durch die Kontrollen etwas verhindern kann oder eine Fehlgeburt gar abwenden. Nein, das geht wohl leider nicht. Aber für die betreffende Frau sind doch die Stunden bis zur Erkenntnis echt schrecklich. Da will ich so schnell wie möglich wissen was los ist und dann auch entsprechend schnell eine op haben oder eben nicht, wenn alles ok ist. In Deutschland wurde ich da sehr ernst genommen. Im Zweifelsfall wurde halt ein US mehr gemacht. Klar, das kostet Geld und gerade wenn alles ok ist und so, dann kann man sich schon fragen was das soll. Aber für die Frauen die eine Fehlgeburt haben ist es toll, wenn sie schnell Gewissheit haben.
Ich habe die Erfahrung einmal gemacht und war da gerade zum Glück zufällig in Deutschland. In Schweden hätte ich noch locker 8 Wochen auf einen Termin gewartet oder es von selbst gemerkt.... Aus Berichten anderer Frauen hier in der Gegend weiss ich, dass auch der OP-Termin nicht immer sofort vergeben wird. Man bemüht sich. Manchmal kann es aber eine ganze Weile dauern... In Deutschland kommt man sofort dran und muss dann halt ein wenig warten um irgendwo dazwischengeschoben zu werden. Medizinisch sicher alles nicht nötig. Die Psyche ist das was mir dabei wichtig ist.

Grüsse
WIebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 13:04 
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Ich bin auch nicht dafuer, dass in der Schwangerschaft das Ultraschall zum Babyfernsehen "missbraucht" wird, jedoch gibt es Indikationen, in denen ich es fuer sinnvoll erachte ein extra Ultraschall zu machen, um z.B der Schwangeren zu vermitteln, dass alles okay ist oder das etwas nicht stimmt. Ich habe zumindestens erlebt, dass der psychische Aspekt oft aussen vor gelassen wurde. Wenn jemand angenommen Blutungen in der Fruehschwangerschaft hat und vielleicht eine Geschichte von Fehlgeburten,Eileiterschwangerschaften etc hinter sich, dann finde ich es zweifelhaft telefonisch beraten/heimgeschickt zu werden mit den Worten, na ja, wenn´s nicht sein soll, dann klappt´s eben beim nächsten Mal. Somatik und Psyche gehören fuer mich zur Medizin, insofern erachte ich ein US in so einer Situation als med. notwendig, auch wenn er die Schwangerschaft nicht erhalten kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 13:10 
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Imrhien hat geschrieben:
Aber für die betreffende Frau sind doch die Stunden bis zur Erkenntnis echt schrecklich. Da will ich so schnell wie möglich wissen was los ist und dann auch entsprechend schnell eine op haben oder eben nicht, wenn alles ok ist.

Medizinisch sicher alles nicht nötig. Die Psyche ist das was mir dabei wichtig ist.


Ja, das stimmt selbstverständlich. Und wenn klar ist, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist, sollte aus diesen Gründen sofort gehandelt werden.

Aber in den ersten Wochen gibt es ja so eine Art Grauzone, wo sich noch immer ein Herzschlag zeigen oder alles wachsen kann. Und da sollte man natürlich weder den Abbruch überstürzen noch sich selbst beim Warten verrückt machen.

Ich sehe es wohl durch meine wiederholten Erfahrungen zu sehr aus meiner Warte. Falls ich noch mal schwanger werden sollte, würde ich wohl nicht in der 5. oder 6. Woche zum Arzt rennen, weil man da eben nichts sicher sieht. Ruhig bleiben und gesund leben ist da wohl förderlicher. Aber spätestens so 9./10. Woche würde ich Mittel und Wege finden, um eine konkrete Auskunft zu bekommen und gegebenenfalls ein schnelles Ende mit Schrecken.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 13:16 
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vinbär hat geschrieben:
Wenn jemand angenommen Blutungen in der Fruehschwangerschaft hat und vielleicht eine Geschichte von Fehlgeburten,Eileiterschwangerschaften etc hinter sich, dann finde ich es zweifelhaft telefonisch beraten/heimgeschickt zu werden mit den Worten, na ja, wenn´s nicht sein soll, dann klappt´s eben beim nächsten Mal.


Hmmm, fällt mir jetzt erst auf: Ich habe zwar keine richtig guten schwedischen Freundinnen, aber hier eigentlich noch nie Geschichten über Fehlgeburten oder Nicht-Schwangerwerden gehört. In D hingegen, sobald ich mich oute, heisst es sofort "Ist mir auch schon passiert", oder der Schwester oder Kollegin oder sonst wem.

Kann es sein, dass Schwedinnen mit der Schwangerwerden und dem Kinderkriegen wirklich gesundheitlich weniger Probleme haben, als deutsche Frauen ?

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 13:28 
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Kann es sein, dass Schwedinnen mit der Schwangerwerden und dem Kinderkriegen wirklich gesundheitlich weniger Probleme haben, als deutsche Frauen ?

LG
Tulipa[/quote]


Dieser Rueckschluss trifft so nicht zu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 14:34 
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Das kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen.

Die Tatsache, dass 15-20% aller erkannten Schwangerschaften (deutsche Statistik) zu Früh- oder Fehlgeburten führen, ist dafür einfach zu hoch. Und dass man dann häufig Frauen trifft, die das auch erlebt haben, ist dann auch nicht mehr verwunderlich.
Wobei Blutungen in der Frühschwangerschaft nicht zwangsläufig zur Fehlgeburt führen müssen. Bei meiner Schwester reichten zum Glück einige Wochen Ruhe im Krankenhaus und der Rest der Schwangerschaft verlief gut. Das war jedoch in Deutschland, ob nach den Geschichten, die ich z.T. hier lese, das auch hier in Schweden so abgelaufen wäre, wage ich einmal leicht zu bezweifeln. Insofern würde ich fast eine höhere Früh- und Fehlgeburtenzahl erwarten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 15:09 
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mmh, nun ich persönlich empfinde die deutsche ärtzliche Versorgung von normalen Sch7wangerschaftsverläufen zu "medizinisch". Und mir ist die schwedische Version, die Betreuung durch Hebammen viel sympathischer.

Da ich aus organischen Gründen mich VOR der Schwangerschaft sehr mit diesem Thema beschäftigt habe, bin ich auf die VErsion Hebammenbetreuung gestoßen -wird einen ja auch nicht freiwillig in D erzählt, das man das kann.
Sehr zum Mißmut meines Frauenarztes habe ich mich fast 100% auf die Hebamme und mich verlassen.
Wenn man von Beginn an sein Körpergefühl vertraut und schult funktioniert das wunderbar.
Ich hatte wahrlich keine problemlose Schwangerschaft, aber ich wußte vorher wann die Hilfe der Hebamme ausreicht oder wenn es Zeit war den Arzt zu konsultieren.

Ich weiß natürlich nicht ob es der Praxis in Schweden entspricht, aber die Hebammen sind mehr darauf geschult ,die Frauen auf ihr eigenes Körpergefühl zu konzentrieren.
Denn vor lauter US- Herztöne usw wird das Wissen um den eigenen Körper vollkommen in den Hintergrund gedrängt. Man verlernt es ja gerdazu. Anstatt auf seinen Bauch und Körper zu hören, ersehnt man nur den nächsten Untersuchungstermin. Und so manche Vermessungen oder Aussagen eines Artzes kann zudem ganz schön verunsichern.

Ganz schrecklich finde ich die Handhabung von sogenannter Risikoschwangeren, also 35Jahre+ in D.
Ohne genügende Aufklärung wird man zu Untersuchungen gedrängt, deren Risiko größer ist als das Risiko welches man ausschließen will.
Da empfinde ich das schwedische System, die Betreuung durch Hebamme ohne das der Frauenartz darauf beleidigt reagiert ,schon frauengerechter.

LG
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 15:29 
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Um meine Erfahrung zu fassen, natuerliche Geburt ist in Schweden noch ein Fremdwort, genau wie Körpergefuehl etc. Die wenigsten Geburten verlaufen ohne Schmerzmittel, man muss sich mit Händen und Fuessen wehren, wenn man "nix" haben möchte. Ambulant entbinden die wenigsten. Ganzheitliche Hebammenbetreuung in D entspricht nicht der Vorsorge hier. Hier ist streng schulmedizinisch. Apropos Handhabung von Risikoschwangeren 35+, in Schweden ist es superpopulär auch in juengerem Alter eine Fruchtwasserpunktion zu machen, um Gendefekte zu entdecken, das wird bezahlt und auch rege davon Gebrauch gemacht. Das wird man schon beim ersten Hebammenbesuch in der 12.Woche gefragt. Die meisten lassen es machen, denn sonst sieht man womöglich erst beim einzigen Ultraschall in Woche 18, dass das Kind nicht"gesund" ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 15:35 
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vinbär hat geschrieben:
Um meine Erfahrung zu fassen, natuerliche Geburt ist in Schweden noch ein Fremdwort, genau wie Körpergefuehl etc. Die wenigsten Geburten verlaufen ohne Schmerzmittel, man muss sich mit Händen und Fuessen wehren, wenn man "nix" haben möchte. Ambulant entbinden die wenigsten. Ganzheitliche Hebammenbetreuung in D entspricht nicht der Vorsorge hier. Hier ist streng schulmedizinisch.



Man kann aber am Ende entscheiden, wie die Geburt ablaufen soll und "was " man haben möchte?

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 15:36 
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Mamamia, Vinbär.
Schrecklich!!!

Habe mich wohl von dem Wort Hebamme verleiten lassen, zu glauben, dass es in S auf diesem Gebiet anders ist.

Aber zum Glück sind Schwangere ja meistens mündig und können selbst entscheiden.

:wink: heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 15:39 
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blueII hat geschrieben:
Aber zum Glück sind Schwangere ja meistens mündig und können selbst entscheiden.



Naja, das ist eben die Frage!

In Deutschland ist es ja so, dass man sich manchen Krankenhäuser z.T. "beugen" muss. D.h. dass eben z.B. dieses Mittel nach der Geburt standardmäßig gegeben wird, damit die Plazenta auch schnell geboren wird. Obwohl das in den meisten Fällen gar nicht sinnvoll ist, da der Körper das ja alleine sowieso machen würde, geht aber wohl einfach zügiger.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 15:47 
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raisalynn hat geschrieben:

Naja, das ist eben die Frage!

In Deutschland ist es ja so, dass man sich manchen Krankenhäuser z.T. "beugen" muss. D.h. dass eben z.B. dieses Mittel nach der Geburt standertmäßig gegeben wird, damit die Plazenta auch schnell geboren wird. Obwohl das in den meisten Fällen gar nicht sinnvoll ist, da der Körper das ja alleine sowieso machen würde, geht aber wohl einfach schneller.


Nun, das liegt in der eigenen individuellen Verantwortung, sich vorab zu informieren, was passieren wird, um vorab entscheiden zu können, ob man was will oder nicht.
Ich habe zum Beispiel verweigert, dass man Kind diese Traubenzuckergabe nach der Geburt bekommt, da ich Angst um den Trinkwillen des Babys hatte und somit die erste hochnahrhafte Muttermilch nach der Geburt von ihr verweigert wird.

Man schafft sich nicht immer Freunde mit solchen "Extras" aber das muß man selber entscheiden.
Natürlich nicht besonders einfach in einem fremden Land.

Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 19:42 
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Man kann und sollte einen Förlossningsbrev verfassen, in dem man genau (also, wenn man denn weiss wie man es vielleicht möchte, wenn die Umstände es denn so zulassen....) beschreiben soll, was man will oder ablehnt. Meine Geburtshebamme hat nur mit den Ohren gewackelt, als sie unseren Brief las. Nein, keine Betäubung, kein Dauer-CTG, nein kein Wehentropf, nein kein Lachgas, nein Fruchtblase nicht routinemässig eröffnen, nein kein Mittel fuer die Plazenta, nein Baby nicht gleich durch´s Wasser ziehen etc etc. Das konnten sie gar nicht verstehen, dass ich einfach meine Ruhe haben wollte, Kind kriegen und schnell nach Hause. Je nachdem an welche Hebamme man dann gerät, gelingt es mit Glueck "sich durchzusetzen" (gar nicht so leicht in Anbetracht der Umstände :) und der Tatsache das die Routinen eben anders sind)
Ich hatte es in D wohl so ähnlich gehandhabt wie Du, Heike-blueII, das Minimum an Frauenarzt und dann nur noch Hebammenbetreuung/Geburt/Wochenbett durch eine freiberufliche Hebamme.
Leider gibt es diese Art von ganzheitlicher Betreuung noch nicht sehr häufig. In Göteborg soll in drei Jahren das erste Birth-Center, das natuerliche Geburten unterstuetzt, eröffnet werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 23:23 
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Imrhien hat geschrieben:
In Schweden hätte ich noch locker 8 Wochen auf einen Termin gewartet oder es von selbst gemerkt.... Aus Berichten anderer Frauen hier in der Gegend weiss ich, dass auch der OP-Termin nicht immer sofort vergeben wird. Man bemüht sich. Manchmal kann es aber eine ganze Weile dauern...


Mir kommt gerade ein für mich furchtbarer Gedanke:
In Schweden sind doch Abtreibungen gang und gäbe, oder ? Soweit ich weiss, gilt da eine Fristenregelung. Werden solche OPs demnach BEVORZUGT durchgeführt ?

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. März 2009 23:33 
Zitat:
Leider gibt es diese Art von ganzheitlicher Betreuung noch nicht sehr häufig. In Göteborg soll in drei Jahren das erste Birth-Center, das natuerliche Geburten unterstuetzt, eröffnet werden.


In Göteborg gab es 1994 noch die ABC-Klinik (Alternative Birth Clinic), die dann kurz danach aber leider stillgelegt wurde.
Einige meiner Freundinnen waren dort und hatten ausschließlich positive Erfahrungen damit.

http://www.nvp.se/Temalasning/Barn/Inge ... lossning-/

Wäre schön, wenn es sie wieder geben könnte. Doch wurden inzwischen auch die beiden Krankenhäuser Sahlgrenska und Östra zu einer einzigen großen Einheit zusammengelegt und seither hört man eigentlich nur "Schreckens"-Meldungen - ständige Einsparungen, ständiger Ärzte-/Personalmangel usw.

Außerdem wäre auch zu hoffen, dass diese Kliniken dann nicht nur auf privater Basis wieder "auferstehen".


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 11:04 
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Heute morgen war wieder ein Bericht über das Gesundheitssysem in der DN, dieses Mal über die Anzahl der Ärzte, die regelmäßig Überstunden machen, und zwar gesetzeswidrig.

Hier die Grafik dazu: http://dn.se/polopoly_fs/1.830426!lakaregrafik.swf

Leider sagt das überhaupt nichts darüber aus, wie hoch der Anteil der überarbeiteten Ärzte ist, denn die Gesamtanzahl der Ärzte wird nicht angegeben. Es ist aber mit Sicherheit eine interessante Fußnote zu den vermeintlich paradiesischen Arbeitsbedingungen für das Personal im Gesundheitssysem.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 12:15 
Zum Thema Überstunden bei Ärzten habe ich mal auf dem Forum des Ärzteblattes gelesen:

Es soll bei Ärzten (vorzugsweise in Norrland) anscheindend ganz beliebt sein Überstunden/Wochenenddienste zu machen und zwar so viele wie möglich. Der Grund: die Stunden sind sehr gut vergütet und man kann sie später an einem Stück (2-3 Monate) "abfeiern" - z. B. während der Sommermonate. Wer dann keine Lust auf Urlaub hat, der nimmt ein "Vikariat" oder "Mietarztdienst" (hyrläkare) z. B. in Norwegen an und kann sich somit sein Gehalt nochmal etwas aufbessern.

Wie oft und wie häufig das dann tatsächlich praktiziert wird - keine Ahnung ...

interessant in der Statistik bei "Västerbotten" - "vägrar att lämna ut uppgifter" - man weigert sich also Angaben darüber zu machen ... :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 12:46 
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In Norrbotten sollte das eigentlich nicht vorkommen. Der Landsting ist so klamm, dass er Überstundensperre ausgesprochen hat und auch keine Urlaubsvertretungen mehr einstellt. Was die Versorgungssituation natürlich nicht direkt verbessert.
Da inzwischen die Hälfte aller Landstings mit Verlust arbeitet, wird es wohl woanders ähnlich sein.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 13:00 
Habe nochmals gesucht - hier hatte ich das gelesen mit den Überstunden:

http://www.aerzteblatt.de/v4/foren/beit ... 813&page=1

Doch wie gesagt, ob das tatsächlich so praktiziert wird: Keine Ahnung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 13:04 
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In unserem Landstinget duerfen keine Ueberstunden mehr gemacht werden. Sie verfallen einfach und so regelt sich das von selbst- es macht keiner mehr welche. Dies wirkt sich natuerlich auf die Wartezeiten aus....


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 13:06 
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Seitdem die Postings im Ärzteblatt geschrieben wurden hat sich mancherorts einiges verändert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 13:13 
Zitat:
Gut 800 Ärzte haben im vergangenen Jahr mehr Überstunden angesammelt als die 200 arbeitsrechtlich zugelassenen. Das berichtet die Zeitung „Dagens Nyheter“. Demnach sollen 150 Ärzte mehr als 400 Überstunden gemacht haben, einige wenige sogar mehr als 700. Dies entspricht vier Monaten Vollzeitarbeit.


... so stehts in dem Nachrichten-Thread ...

Hoffen wir, dass es nicht stimmt. Wenn man schon monatelang auf eine Operation warten muss, möchte man vielleicht auch einen Arzt treffen, der dann ausgeruht und nicht durch Überstunden gestresst ist. Wäre mir zumindest lieber. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 17:48 
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In Schweden errechnen sich diese Überstunden völlig anders als z.B. in Deutschland.
Es gibt sog. kompensationstimmar, die bei einem ganz normalen Dienst anfallen.
Hast Du z.B. als Oberarzt Hintergrundsdienst von zu Hause, zählt jede "Störung" bis 30 min als eine halbe Stunde, für die Du am WE oder an Feiertagen die doppelte Anzahl Freizeit erhältst. Diese Zeit geht auf ein separates "Zeitkonto" und bleibt Dir erhalten. An normalen Werktagen wird "nur" mit 1,5 multipliziert.
Die im "Vordergrund" tätigen Ärzte arbeiten im Schichtdienst, also max. 8 Stunden am Stück und nicht 32, wie in Deutschland bis vor ganz kurzer Zeit ...
Arbeitet man an einem ganz normalen Werktag länger, kann diese Zeit als "Flexzeit" abgegolten werden - sie sollte im Monat auf 30 Std. begrenzt werden.
Solche tollen Arbeitsbedingungen hatte ich in Deutschland nicht ...
Jörg :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 21:35 
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hansbaer hat geschrieben:
Zum anderen ein Artikel zum Thema Ultraschall in der Schwangerschaftsbetreuung.

Dort wird berichtet, dass viele werdende Eltern in Privatkliniken gehen und dort für ca. 2500 kr eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. In Malmö zahlt die Krankenkasse gerade einmal zwei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, in Stockholm wird sogar nur eine einzige bezahlt. So wird jenseits der 13. Woche kaum noch eine Untersuchung gemacht, und viele gravierende Missbildungen können überhaupt nicht erkannt werden. Eigentlich unglaublich.


Ja, das ist so schon richtig, aber auch in D. übernimmt bei normalen Schwangerschaften die Kasse nicht mehr als 3 US-Untersuchungen. In der 20. Woche Feindiagnostik und danach noch eine, den Rest muss man auch selber bezahlen. Und wenn ich es mir so überlege, war unsere erste Schwangerschaft in D. ganz schön nervenaufreibend, weil immer mal wieder irgend ein Wert nicht i.O. war. Dann kam gar noch eine Nabelschnurablasie dazu (statt 3 nur 2 Blutgefäße in der Schnur). Was haben wir uns fertig gemacht und nicht alles ausgemalt. Und herausgekommen ist einganz entzückendes Wesen, was un jeden Tag unendlich viel Freude macht. Mal abgesehen davon: Wo ganz genau siehst Du den Vorteil, wenn Du in der 22. Woche erfährst, dass der Fötus zu 40% Wahrscheinlichkeit irgend etwas hat (z.B. Down-Syndrom durch die Nackenfaltenmessung). Dann siehst Du Dich zwangsläufig mit der Frage konfrontiert: Abtreiben oder nicht? Und eigentlich muss man diese Frage in dem Moment beantworten, wo an sich entschließt, die Untersuchung machen zu lassen. Das ist ein sehr schweres Thema.
Andererseits kommen auch die meisten schwedischen Kinder durchaus gesund zur Welt und komischerweise haben die Schweden eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Wovon profitieren sie, wenn das Gesundheitssystem so grottenschlecht ist?

P.S.: Meine Erfahrungen sind zwar auch nicht die allerbesten, aber Kassenversicherte aus D. erzählen mir zum Thema Barnvård, dass sie auch in D. immer wieder vertröstet werden und der Arzt nichts macht.
Hier auf Lidingö haben wir die Capio Kliniken, die auf mich bisher einen sehr kompetenten Eindruck gemacht hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 21:50 
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Es geht gar nicht alleine darum, dass man mit dem Ultraschall was findet und sich dann Gedanken machen muss. Es geht auch darum, dass man nichts findet und sich eben keine machen muss. Das hilft manchen Frauen und auch manchen Männern. Abgesehen davon, egal wie die Entscheidung Abtreibung oder nicht ausfällt, das Wissen und die Möglichkeit sich darauf einzustellen, hilft doch eher den Meisten. Natürlich kann das auch Nachteile haben und man macht sich mitunter zu sehr verrückt. Das hängt leider auch stark vom Arzt oder der Hebamme ab.
Auch wenn die Kasse eigentlich 3 US zahlt, ich kenne fast keine Frau die nur die drei bekommen hätte. Ein Arzt den ich näher kannte, meinte damals auch, dass er allein deshalb gerne mehr macht, damit sich die werdenende Eltern auf das Kind vorbereiten könnten und ein schöneres Gefühl haben. Gerade die Männer haben sonst nicht besonders viele Möglichkeiten teilzuhaben. Wenn das Kind nicht gerade tritt, während sie die Hand auflegen... naja, sie können reden und lesen und machen und tun. Spüren können sie das Kind aber eben nicht. Und da hilft der US doch ein klein wenig, sich das ganze vorzustellen und sich darauf zu freuen. Der Moment in dem man das Herz des eigenen Kindes auf dem Bildschirm schlagen sieht, der ist was besonderes. Da kann keine noch so wohlgemeinte Aufmunterung der Hebamme, dass alles ok und normal verläuft, mithalten. Bei mir war das jedenfalls so und auch bei allen Frauen mit denen ich bisher darüber gesprochen habe. Da war keine dabei die meinte, dass man die ja aus medizinischen Gründen nicht bräuchte und sie deshalb auf dieses schöne Gefühl verzichten möchte.

Grüsse
WIebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 21:57 
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blueII hat geschrieben:
mmh, nun ich persönlich empfinde die deutsche ärtzliche Versorgung von normalen Sch7wangerschaftsverläufen zu "medizinisch". Und mir ist die schwedische Version, die Betreuung durch Hebammen viel sympathischer.

Da ich aus organischen Gründen mich VOR der Schwangerschaft sehr mit diesem Thema beschäftigt habe, bin ich auf die VErsion Hebammenbetreuung gestoßen -wird einen ja auch nicht freiwillig in D erzählt, das man das kann.
Sehr zum Mißmut meines Frauenarztes habe ich mich fast 100% auf die Hebamme und mich verlassen.
Wenn man von Beginn an sein Körpergefühl vertraut und schult funktioniert das wunderbar.
Ich hatte wahrlich keine problemlose Schwangerschaft, aber ich wußte vorher wann die Hilfe der Hebamme ausreicht oder wenn es Zeit war den Arzt zu konsultieren.

Ich weiß natürlich nicht ob es der Praxis in Schweden entspricht, aber die Hebammen sind mehr darauf geschult ,die Frauen auf ihr eigenes Körpergefühl zu konzentrieren.
Denn vor lauter US- Herztöne usw wird das Wissen um den eigenen Körper vollkommen in den Hintergrund gedrängt. Man verlernt es ja gerdazu. Anstatt auf seinen Bauch und Körper zu hören, ersehnt man nur den nächsten Untersuchungstermin. Und so manche Vermessungen oder Aussagen eines Artzes kann zudem ganz schön verunsichern.

Ganz schrecklich finde ich die Handhabung von sogenannter Risikoschwangeren, also 35Jahre+ in D.
Ohne genügende Aufklärung wird man zu Untersuchungen gedrängt, deren Risiko größer ist als das Risiko welches man ausschließen will.
Da empfinde ich das schwedische System, die Betreuung durch Hebamme ohne das der Frauenartz darauf beleidigt reagiert ,schon frauengerechter.

LG
Heike


Dem bleibt eigentlich nichts mehr hizuzufügen, eller hur?

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 22:07 
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blueII hat geschrieben:

Nun, das liegt in der eigenen individuellen Verantwortung, sich vorab zu informieren, was passieren wird, um vorab entscheiden zu können, ob man was will oder nicht.
Ich habe zum Beispiel verweigert, dass man Kind diese Traubenzuckergabe nach der Geburt bekommt, da ich Angst um den Trinkwillen des Babys hatte und somit die erste hochnahrhafte Muttermilch nach der Geburt von ihr verweigert wird.
Heike


Ich denke, auch in D. gibt es mittlerweile gute Möglichkeiten (Geburtshaus, Hebamme, ambulante Entbindung), aber auch hier wiegt die Frage, wo man sich lokal befindet und welches Personal gerade da ist, entsprechend. Berlin ist da sicherlich weit vorn im Gegensatz zum (bayerischen) ländlichen Raum?! Wir mussten in Berlin schließlich ins KH, auch wenn das nicht von vornherein so geplant war. Die Betreuung durch die Nachmittagsschicht war grauenhaft und unprofessionell. Zum Schichtwechsel bekamen wir eine (offenbar sehr erfahrene) Hebamme, bei der alles dann reibungslos und absolut professionell ablief. Dank ihrer Hilfe war unsere Maus dann ziemlich schnell draussen. Wir wurden auch zu nix gezwungen oder überredet, im Gegenteil, man überließ uns noch fast 2 Stunden den Kreißsaal für's erste entspannte Kennenlernen und Durst löschen :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 22:40 
hej,

bezugnehmend auf sverige älgs folgende Aussage:

"Hier auf Lidingö haben wir die Capio Kliniken, die auf mich bisher einen sehr kompetenten Eindruck gemacht hat."

möchte ich darauf hinweisen, daß Capio Kliniken privat ist und von der (guten) Leistung her Lichtjahre entfernt vom zentralistisch gesteuerten, schluffigen postsozialistischen schwedischen Normal-Vård. Das man bei Capio kompetent betreut wird, kann ich mir aus eigener Erfahrung gut vorstellen. DAS aber ist im sonstigen schwedischen Gesundheitssystem eben nicht die Norm.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 22:49 
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sverige_aelg hat geschrieben:
Andererseits kommen auch die meisten schwedischen Kinder durchaus gesund zur Welt und komischerweise haben die Schweden eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Wovon profitieren sie, wenn das Gesundheitssystem so grottenschlecht ist?


Ich habe mich aus den Schwangerschaftsthemen etwas ausgeklinkt, da ich da naturgemäß nicht viel beitragen kann.

Jedoch denke ich schon, dass es eine Rolle spielt, ob man werdende Eltern über Missbildungen im Ungewissen lässt oder ihnen zumindest die Möglichkeit gibt, darüber vorher bescheid zu wissen. Dass man eventuell eine schwere Entscheidung treffen muss, ist meiner Meinung nach besser, als wenn man wegen eines Ultraschall zu wenig erst gar nicht vor diese Entscheidung gestellt wird.

In dem Bericht hieß es übrigens, dass in Stockholm nur ein einziger Ultraschall bezahlt wird - und ich nehme doch stark an, dass die Mehrheit hier der Meinung ist, dass das zu wenig ist.
Hier ist ein längerer Ausschnitt aus dem Bericht: http://www.alltombarn.se/gravid/efterfragan-pa-fler-ultraljud-ger-rusning-till-privatkliniker-1.23362
Leider steht dort nicht, wie es sich auf ganz Schweden bezogen verhält, denn Malmö und Stockholm sind natürlich nur Stichproben.

Eine Sache möchte ich auch noch klarstellen: das perfekte Gesundheitssystem kann es nicht geben, denn es wird immer jemand nicht zufrieden sein. Dass das schwedische System unter deutschen Auswanderern eines der Lieblingsthemen ist, zeigt aber deutlich, dass hier einiges im Argen liegt. Daher halte ich es für wichtig, sich damit kritisch auseinanderzusetzen.

Schweden hat eine der niedrigsten Kindersterblichkeiten und eine der längsten Lebenserwartungen weltweit. Das Thema Gesundheitssystem ist letzten Endes weniger eine Frage des Überlebens als eine Frage der Lebensqualität. Wenn Leute wegen Leiden, die von einem Facharzt schnell behandelt werden könnten, monatelang in ihrem Alltag eingeschränkt sind und unter Schmerzen leiden, dann beeinflusst nicht die zu erwartende Lebensdauer, aber durchaus die Lebensqualität.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. März 2009 23:39 
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Wenn Leute wegen Leiden, die von einem Facharzt schnell behandelt werden könnten, monatelang in ihrem Alltag eingeschränkt sind und unter Schmerzen leiden, dann beeinflusst nicht die zu erwartende Lebensdauer, aber durchaus die Lebensqualität.[/quote]


und nicht nur die Lebenqualität wird eingeschränkt, auch volkswirtschaftlich schlägt das zu Buche, wenn Patienten monate-und jahrelang krankgeschrieben werden/wurden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 09:23 
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http://svt.se/svt/jsp/Crosslink.jsp?d=2 ... ik_1496971

Niedrigverdiener sind laut Bericht schlechter gestellt in der Krankenversorgung als Besserverdienende.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 09:29 
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Hejsan,

gestern hate mein Juengster einen Termin beim Specialtandvård. (Endlich uebrigens). Jetzt habe ich einige Probleme mit der Ärtztin, die nicht akzeptieren will das in Tyskland eine leichte Form von Dentinogenesis imperfekta diagnostiziert wurde. Sie wollte mir einreden, die Zahnschäden kämen von Karies, der seine Ursache in Fläschchen oder zu viel Suessigkeiten hätte... Ich bin recht sauer. Mein Sohn wurde 9 Monate gestillt und Suesses trifft nicht zu!! Wir sind doch nicht verrueckt, und achten da nicht drauf wenn so etwas diagnostiziert wurde!!
Meine Frage:
Wie bekomme ich einen Tolk? Denn meine Sprachkenntnisse, gerade auf dem Gebiet, reichen absolut nicht aus mit der Ärztin darueber zu reden, das zu erklären. Ich meine mal irgendwo gehört zu haben ausländischen Mitbuergen stände dann ein Uebersetzer zu!?

LG
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 09:30 
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vinbär hat geschrieben:
und nicht nur die Lebenqualität wird eingeschränkt, auch volkswirtschaftlich schlägt das zu Buche, wenn Patienten monate-und jahrelang krankgeschrieben werden/wurden.


Stimmt - und nebenbei steigen sogar noch die Behandlungskosten, denn wer länger wartet, muss auch länger versorgt werden mit Medikamenten, Verbandsmaterial etc.

Unverhofft kam mir heute morgen dieser Podcast unter:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/928544/

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 09:44 
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Eigentlich bekommt man den Tolk, wenn man bei der Terminvergabe Bescheid sagt, bzw. sobald das Kallelse kommt, bei der Vårdcentral/Tandvård etc. anruft, und um einen Tolk bittet. Viele Landstnget haben auf Telefontolk umgestellt, der aber auch vorher gebucht wird, wenn es möglich ist. Fuer den akuten ungeplanten Besuch gibt es auch Tolkzentralen, die innerhalb von Minuten einen Telefonuebersetzer bereitstellen.
Das sollte das geringste Problem darstellen, ansonsten viel Glueck bei der Ueberzeugungsarbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 09:45 
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 14:27 
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Ich dank dir, vinbär!
Habe heute auch mal in der Schule gefragt, und die sagten mir auch ich muesse den vor dem Termin beantragen. Da die Behandlungen jetzt wohl regelmässig stattfinden, werd ich es gleich zum nächsten hin tun.

Zitat:
Stimmt - und nebenbei steigen sogar noch die Behandlungskosten, denn wer länger wartet, muss auch länger versorgt werden mit Medikamenten, Verbandsmaterial etc.


Kann ich nur zustimmen!
In unserem Fall wäre es eines Tages aber so, also wenn Sohnemann 20 wird und die Krankheit nicht anerkannt wurde, das er die aufwendigen und sicher zu erwartenden Zahnbehandlungen (Implantate etc) selber bezahlen muss. Da wuerde das System ja auf geschickte Art und Weise um die Kosten herumkommen! So empfinde ich die Situation jedenfalls momentan. Naja, und welcher Arzt reagiert nicht empfindlich, wenn man ihn mit einer fertigen Diagnose konfrontiert, oder wie?
Tja - halt doppeltes Pech wenn man erstens an solch ein System gerät, und zweitens eine äusserst unbekannte und seltene Krankheit hat.
Aber wir werden uns schon durchboxen ;-) !! Jawoll!

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 16:23 
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sverige_aelg hat geschrieben:

Ich denke, auch in D. gibt es mittlerweile gute Möglichkeiten (Geburtshaus, Hebamme, ambulante Entbindung),



Also in Schweden hast Du diese alternativen Möglichkeiten zum heutigen Zeitpunkt nicht. Was die alternative Geburtsmedizin anbelangt, da ist Deutschland Schweden 10-15 Jahre vorraus, selbst in Bayern und in ländlichen Gebieten:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. März 2009 23:34 
Zitat:
also wenn Sohnemann 20 wird und die Krankheit nicht anerkannt wurde, das er die aufwendigen und sicher zu erwartenden Zahnbehandlungen (Implantate etc) selber bezahlen muss. Da wuerde das System ja auf geschickte Art und Weise um die Kosten herumkommen!


Und wahrscheinlich geht es gerade darum: um die Kosten herumzukommen!

Mein Sohn hat zwar keine "Krankheit" sondern einen leichten Überbiss der oberen Zähne. Jetzt hatten wir eine Zahnärztin, die eigentlich ganz nett ist und die uns gesagt hat, das wäre ganz leicht mit einer festen Zahnspange zu korrigieren. Sie müsste noch mit einer Spezialistin aus Kungsbacka sprechen, die sich die Zähne meines Sohnes auch nochmals ansehen wollte.

Bei diesem zweiten Besuch kam dann Folgendes raus: der Überbiss ist vorhanden - könnte korrigiert werden - ist aber teuer - und sie (die Spezialistin) würden empfehlen, bis zum 19. Lebensjahr abzuwarten - denn das könnte man später immer noch korrigieren ... keine Panik damit.

Ich werde meinen Sohn nun bei einem unserer nächsten Deutschlandbesuche auch mal zum Kieferorthopäden mitnehmen, einfach zum Nachfragen, wie das denn dort gesehen wird und wie das in Deutschland gehandhabt würde.

Ich vermute nämlich stark, dass die schwedische Spezialistin ziemlich einseitig und aus Kostengründen "diagnostiziert" hat.

Das ist eben auch Schweden - man muss sich um vieles selber kümmern, sich andauernd informieren und am besten alles doppelt abchecken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 28. März 2009 09:20 
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Da hat man geschafft, dass die Wartezeiten fuer die Anpassung eines Hörgerätes verkuerzt worden, aber, wie verwunderlich, wurden dann mehr Hörgeräte verschrieben, was nun die Kosten in die Höhe treibt und zum Problem wird. Das mit den Wartezeiten ist schon nicht ganz unpraktisch... :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. April 2009 15:18 
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Kann leider auch keine richtig gute Antwort auf diese Frage geben, ich glaube man wird mit der europäischen Krankenversicherungskarte auch genommen, zumindest bei "Normalen" Besuchen beim Hausarzt oder ähnliches, wenns was "grösseres" ist, keine ahnung...ich habe jedoch vor mich freiwillig in deutschland zu versichern, es ist asozial hier, zumindest was das Gesundsheitssystem angeht...


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. April 2009 20:24 
Ich möchte noch mal meine Erfahrungen hier schildern. es sind meine Erfahrungen
und man sollte nicht gleich wieder dagegen schießen?
Seit 2000 lebe ich in Schweden. Bis 31.12.2008 war ich bei der AOK versichert und hatte auch die Europäische Krankenversicherungskarte. Im Jahre 2005 hatte ich Hämoridden, war zuerst in der Värdcentral, aber da sie mir nicht helfen wollten oder konnten, bin ich in die Notaufnahme des Krankenhauses Jönköping gefahren. Dort erhielt ich einen deutschen Arzt. Untersuchung ergab, Hämoritten müssen verödet werden. Man wollte es auch hier in Schweden machen, jedoch die deutsche AOK lehnte eine Kostenübernahme ab. Also mußte ich nach Deutschland fahren. Hatte vorher schon mit dem Krankenhaus einen Termin abgemacht und bin Sonnabends im Krankenhaus gelandet. Untersucht und Sonntag wurden meine Hämoritten verödet.
Montag wieder entlassen und Dienstag wieder nach Schweden gefahren.
Mein Fazit dazu? Ausländern, die die Europäische Krankenversicherungskarte haben, wird geholfen, aber nur dann, wenn die deutsche Krankenkasse die Kosten übernimmt. In der Regel regelt das alles das Krankenhaus mit Deutschland. So auch bei meinem Freund seiner Frau. Hatte sich das Bein gebrochen. Erhielt hier voriges Jahr ohne Probleme erste Hilfe im Krankenhaus, Bruch wurde genagelt und wo sie dann Transportfähig war, hat sie mein Freund nach Deutschland mit seinem Auto überführt.
Das gilt für alle Urlauber. Wichtig ist die europäische Krankenversicherungskarte, die man haben sollte, wenn man Urlaub in Schweden machen sollte.
Auch möchte ich noch einmal auf meinen Artickel über Versicherung der Rentner hinweißen. Noch habe ich aus Deutschland von der AOK, die dazu zuständig ist, keine Antwort erhalten. Aber ich gehe den Bürokraten weiter auf den Sack. Ich lasse mir nichts bieten und versuche auch für Euch das Beste heraus zuholen.
Ich will die Krankenversicherungen nicht vergleichen. Wichtig für mich ist, das mir geholfen wird?
Schwedenoma.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. April 2009 23:33 
Hej Heike,

Also Heike Blekinge,
bedeutet dass, dass Zahnbehandlungen bis 20 nicht bezahlt werden müssen? Unser Sohn muss nämlich auch 'ne Zahnkorrektur kriegen und die haben gesagt, es wäre besser noch etwas zu warten, bis er ausgewachsen ist. Stimmt das oder wollen die nur Geld sparen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. April 2009 23:53 
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..ich bin zwar nicht Heike, antworte aber mal trotzdem.... auch mein Sohn brauchte eine Korrektur der Zahnstellungen und da war es so, dass bis zum vollendeten 18 Lebensjahr die Behandlung kostenlos war, danach sollte es (glaub ich) bis 24 ein reduzierter Betrag sein und danach gilt vollbezahlen.... ihm wurde eine Versicherung angeboten, die in dieser Zeit (bis 24) alle Zahnarztbesuche zu einem zu einem Festpreis bezahlt...

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. April 2009 00:14 
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Soweit ich weiss, zahlt man, sobald man 19 Jahre ist, alles selber. Von dieser Frist bis 24 habe ich noch nichts gehört. Wäre ja spannend, wobei das ja für mich leider nicht mehr gilt :)
Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. April 2009 06:49 
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habe gerade eine Preisliste gefunden,
Mein Sohn hat beim Sport einen Teil seines Vorderzahnes "verloren". Ihm sagte man, das könne er dann reparieren lassen, wenn er erwachsen sei. .... :lol:

http://www.lthalland.se/upload/62156/ta ... n_2009.pdf


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. April 2009 11:28 
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Hej Tommy,
ich kenne es von D aus absolut nicht, das Zahnfehlstellungen erst dann wenn man ausgewachsen ist korrigiert werden. Es wird, im Gegenteil, sehr frueh mit der Behandlung begonnen.
Ich kenne einen einzigen Fall wo eine Nichte von uns erst da behandelt wurde. Sie hatte allerdings einen heftigen Ueberbiss,der durch durch Verkuerzung der Kieferknochen behoben werden musste - als sie ausgewachsen war logischerweise - und dann bekam sie nochmals eine Zahnspange.
Fehlstellungen lassen sich mit Sicherheit besser in jungen Jahren beheben. Das erscheint nun ja auch mehr als logisch. Eine Skoliose wuerde man ja auch nicht auswachsen lassen oder Schuheinlagen erst im entsprechenden Alter verordnen!
Diejenigen hier, die erst vorein paar Jahren nach S gegangen sind, sollten das aus D doch noch kennen, meine ich!? Was sagt ihr? Wurde euch dort auch bei Fehlstellung empfohlen zu warten??

Also: Entweder hat dein Sohnemann eine besondere Fehlstellung oder das System will sparen. Letzteres wäre ja wirklich (mal wieder) unfassbar!
Was nun Zuzahlungen bei Kindern und Jugendlichen speziell bei Fehlstellungen/Zahnspangen in S betrifft weiss ich nicht genau Bescheid. Ich meine aber alles ist bis zum Beginn des 20.LJ frei. Muesste ich jetzt erst mal beim Lst suchen...
Und ich muesste die Mutter eines Freundes meines Sohnes fragen! Dieser hatte nämlich bis vor einiger Zeit lange eine Spange getragen (8 Jahre). Entweder war sie dann wohl hartnäckig oder sie haben einen Privaten!?

Noch was zum System:
Letzte Woche kam mein Drittältester von der jährlichen Untersuchung bei der Schulschwester. Er hatte ihr von seinen Knieschmerzen erzählt und auch das er aktiver Fussballer ist.
Er solle sich bei TeamSportia Bandagen fuer die Knie kaufen, denn er hätte wohl das Grossmuttersyndrom, das hätten 80 % aller Schweden bis zum 21 LJ. Dann ginge es vorbei.

Ich möchte ja gar nicht abstreiten das sich das auswächst, solche Beschwerden gibt es bei manchen Menschen und unser Sohn hat das sicher.
Bloss wie die Schulschwester damit umgeht (gehen muss?) lässt mir wieder mal die Haare zu Berge stehn. Betroffene sollen fuer 300 Kronen solche Dinger kaufen. Klasse! Und falls was ernsteres hinter Knieschmerzen steckt, dann hat man ja Zeit bis zum 21 LJ...
Genau so säuerlich war ich als sie mittels eines Schreibens letztes Jahr Eltern empfahl bei ihren Kindern Wunden (durch Impetigo contagiosa - trat seuchenmässig auf) mit Wasserstoffperoxid, welches man sich in der Apotheke besorgen solle, auszuwaschen. Von mir bekam sie einen Zettel mit dem Hinweis das mein Juengster (den es heftig erwischt hatte) erst dann wieder zur Schule käme wenn es ausgeheilt sei - auch bei anderen!

So - jetzt widme ich mich lieber erfreulichen Dingen und gehe in den Garten. Frischluft und Bewegung! Man muss ja tuechtig vorbeugen, denn in meinem Alter wächst sich leider nichts mehr aus :roll:

LG
Heike

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. April 2009 11:53 
Hej,

da kommt Freude auf, immer wieder....

"Das geht Vorbei, "Abwarten", "das wächst sich aus" , " nimm ein Alvedon" sind wohl die gängigsten Behandlungsempfehlungen im schwedischen Gesundheitssystem. Diese "klugen" Empfehlungen hat man uns uns in Schweden auch oft gegeben, z.B. bei gebrochenem Zeh, Skoliose, Veränderungen im Gebärmutterhals-Zellabstrich usw. - Ja, und alles irgendwie "kosmetisch geartete" im Zahnbereich, auch für Kinder, ist ja Luxus, sowas machen nur deutsche Zahnärzte, weil sie so geldgierig sind....In Deutschland hätte mein Sohn z.B. eine feste Zahnspange bekommen, hier war das ganz und gar überflüssig....


Auf der anderen Seite kommen aber die schwedischen Gesundheitseinrichtungen offenbar überhaupt erst dann in die Gänge, wenn die Regierung ihnen (bzw. den jeweiligen landstings) eine Milliarde Kronen zur Belohnung verspricht, falls sie die (ohnehin ) vårdgaranti einhalten. Denn siehe da, plötzlich geht es offenbar (jedenfalls allmählich), nach all den Jahrzehnten extrem zähflüssiger, langsamer und unwilliger Patientenbetreuung: Svenska Dagbladet veröffentlicht heute die neuesten Fakten von Sveriges kommuner och landsting, siehe da, es rührt sich was.... es waren nur die finanziellen Mohrrüben, die gefehlt haben. Mehr Geld für ohnehin bereits bezahlte Arbeit....das man nicht früher drauf gekommen ist :-)

Köerna i olika landsting
•Andel patienter i procent som väntat längre än 90 dagar på en operation eller annan behandling:

1. Gotland: 8

2. Halland: 10

3. Kalmar: 14

9. Stockholm: 25

19. Blekinge: 35

20. Västernorrland: 38
21. Gävleborg: 39

Rikssnitt: 24 procent.


•Andel patienter i procent som väntat längre än 90 dagar på ett specialistbesök:

1. Jönköping: 12

2. Kalmar: 13

3. Västmanland och Västra Götaland: 14

6. Stockholm: 20

19. Östergötland: 36

20. Gävleborg: 42

21. Västernorrland: 45

Rikssnitt: 25 procent.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. April 2009 09:49 
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Hallo,

ich habe mir bei der schwedischen försäkringskassa eine "european health insurance card" besorgt. Die Karte kostet nichts. Auf ihrer Rückseite steht übersezt": .. gibt dir das Recht zu medizinisch notwendiger Behandlung...". Das ist ja Auslgegungssache, was medizinisch notwendig ist und wie soll ich das als Laie beurteilen? Die Frage ist, auf was man im Ausland (z.B. Deutschland) achten muss, damit die schwedische försäkringskassa auch die Behandlungskosten übernimmt. Angenommen ich besuche meinen ehemaligen Hausarzt wegen anhaltender Schmerzen in der Brust und Atemnot. Ist das für die Schweden ein medizinisch notwendiger Grund oder werden die Kosten abgelehnt, weil ich ja höchstwahrscheinlich so oder so noch am Leben wäre.

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viele Grüße
Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. April 2009 10:49 
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Oder der Besuch weil man eh mal grade wieder müsste... Der wird wohl kaum übernommen, wenn der betreffende Arzt nicht akkut drauf schreibt...
Ich finde das auch recht schwer. Wobei, ich, kann ja schon verstehen, dass sie nicht jeden regulären Besuch zahlen wollen. Trotzdem... manchmal wünschte man sich einfach die Möglichkeit, wenn man eh schon mal da ist. Der Besuch beim Arzt hat ja auch was damit zu tun, wie man sich da fühlt. Da muss es ja nicht gleich um Inkompetenz oder so gehen. Ihc gehe halt gerne zu den Ärzten die ich kenne. Das habe ich auch in Deutschland so gemacht, dass ich beim "Heimatbesuch" noch einen Termin beim Gyn oder Zahnarzt gebucht habe. Warum sich woanders einen neuen Arzt suchen, wenn ich mit dem zufrieden bin? Klar, das geht halt nur solange man nichts hat und spontan mal hin muss. Aber das finde ich jetzt etwas schade, dass das so nicht mehr geht.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. April 2009 12:57 
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[quote="Angenommen ich besuche meinen ehemaligen Hausarzt wegen anhaltender Schmerzen in der Brust und Atemnot. Ist das für die Schweden ein medizinisch notwendiger Grund oder werden die Kosten abgelehnt, weil ich ja höchstwahrscheinlich so oder so noch am Leben wäre.[/quote

In diesem Fall wuerde wohl niemand ablehnen die Kosten zu uebernehmen. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. April 2009 20:41 
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http://www.metro.se/2009/04/05/57206/stockholmare-ar-nojda-med-varden/

Schon irgendwie grotesk - 25 Prozent der Patienten müssen länger als 90 Tage auf Behandlungen warten, und trotzdem sind 85 Prozent der Stockholmer Bevölkerung zufrieden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. April 2009 17:21 
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Hallo Hansbear,

wenn man nichts anderes kennt, ist man damit zufrieden. Ich hatte mal bei der vårdcentral angerufen und schon 3 Stunden später hatte man mir das Blut für eine Untersuchung abgenommen. Ich musste nicht einmal 5 Minuten warten. Was will man denn da mehr verlangen?

Nur habe ich dann auf das Ergebnis eine geschlagene Woche gewartet und inzwischen ging es mir immer schlechter und erst dann bekam ich endlich einen Arzttermin, eine ausreichende Untersuchung, eine Diagnose und eine Therapie.


Vielleicht sollte man mal ein paar Details zu einem typischen Ablauf verraten. Wenn man die vårdcentral anruft, meldet sich jedenfalls hier in Finspång erst einmal eine Stimme von der Konserve, die einen auffordert nach Drücken der Raute seine Nummer mit Vorwahl einzugeben. Alternativ kann man seine Nummer auch Aufsprechen. Dann sagt einem eine automatische Stimme, wann der Rückruf erfolgt, der meistens nach 10 Minuten kommt. Es meldet sich eine Krankenschwester (mit finnischem Akzent), der man seinen Fall erklären muss. Meistens sagt sie, dass sie dazu einen Arzt fragen muss, was sie zwischen 11:30 und 12:00 machen kann. Dann bekommt man eventuell einen Rückruf und einen Termin genannt, aber nicht unbedingt gleich bei einem Arzt. Wer kein Schwedisch kann, ist verloren. Lern Schwedisch oder stirb, ist wohl die härteste Motivation sich diese Fremdsprache anzueignen. Sicher gibt es noch einen Weg sich mit Englisch oder Deutsch durzuschlagen, den kenne ich aber nicht und ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich mich blöd gestellt hätte.

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viele Grüße
Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. Mai 2009 21:19 
Hallo Volker und alle anderen,
Da ich so meine Probleme mit der schwedischen Sprache habe, fahre ich gleich in die
värdcentral, dort kann ich mich auch gut verständigen. Leiter verschwindet hier in der Bürokratie so einiges. War in der värdcentral in Tranas im März und habe dort einen Termin bei einem Arzt vereinbart. Gewartet auf eine Antwort habe ich bis gestern.
Heute war ich noch einmal in der värdcentral und nun habe ich einen Termin für den 04.06.2009 bei dem distriktläkare bekommen. Auch habe ich wieder einiges dazu gelernt. Ich brauche Schmerzmittel und auch magensaftresistente Tabletten. In Deutschland brauchte ich immer ein Rezept. Nun kann ich diese Medikamente hier auch ohne Rezept kaufen. Nach dem Kauf war ich ein wenig entäuscht. Habe ich doch nur für 10 Tage Medikamente bekommen, wo ich für den gleichen Preis in Deutschland
eine Großpackung für mindestens 30 Tage bekommen hätte. Aber dafür kann ich nicht nach Deutschland fahren und für mich waren die Medikamente richtig wichtig.
Bin nun mal gespannt, was aus der Untersuchung am 04.06 2009 wird?
In Deutschland bin ich ja nur noch eine Karteileiche. Mit mir kann man kein Geld mehr
verdienen. Das habe ich in 14 Jahren meiner Krankheit erlebt?
Verzagt alle nicht, nicht alles ist schlecht?
Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. Mai 2009 21:52 
Hej,

zum Thema schwedisches Gesundheitssystem heute mal wieder ein Artikel in Dagens Nyheter, der beschreibt, wie das (sagenhaft kompetente) Personal am Telefon trotz mehrerer Anrufe die lebensgefährliche Erkrankung eines Dreijährigen (der beim 2. Anruf seiner Mutter schon nicht mehr ansprechbar war) trotz größter Schmerzen als simple Magenerkrankung diagnostizierte und abwiegelte. Beim dritten Anruf endlich wurde Mutter und Kind erlaubt, in's Krankenhaus zu kommen. Zu spät. In ihren Armen der Knabe war tot.

Solche Berichte gibt es in Schweden regelmäßig, ich jedenfalls lese und höre sie seit 15 Jahren. Oft!

http://www.dn.se/sthlm/pojke-dog-efter- ... t-1.859096

Ich hoffe, ich werde in Schweden niemals ernsthaft krank. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem hiesigen Gesundheitssystem reichen mir vollauf.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. Mai 2009 23:10 
bleibt aber die Frage offen, warum eine Mutter, die sieht dass es dem Kind so schlecht geht, einen telefonischen Rat einholen will und nicht sofort den Notarzt angerufen hat oder selbst ins Krankenhaus gefahren ist.

Eine Lethargie der Eltern, die mir auch schon oftmals begegnet ist, wenn auch nicht in so einer dramtischen Form.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. Mai 2009 23:22 
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Ich hab eben auch spontan gedacht, dass ich da einfach fahren würde. Aber ich glaube mit Schuldzuweisung ist in dem Falle Vorsicht geboten. ich glaube kaum, dass es den Eltern egal ist wie es ihrem Kind geht und ob es stirbt. Manch einer verlässt sich darauf was da gesagt wird, auch weil sie es hier nicht anders kennen. Man wird ja darauf getrimmt, dass das so richtig ist was da erzählt wird.

Ich habe eine Freundin, die auch hin und wieder da am Telefon sitzen muss. Sie meinte, dass sie auch schon öfter gezwungen war einen Rat zu geben, den sie persönlich nicht gut findet und bei dem sie genau wüsste, dass sie am anderen Ende des Telefons auch was anderes hören wollte. Sie ist aber ausgebildete Krankenschwester und kann es beurteilen.
Eine andere Sache ist, dass ihr Kind Antibiotikum bekommen sollte. Das wurde allerdings von der Ärztin falsch berechnet. Die Dosierung war viel zu hoch. Das ist 2 mal passiert. Als die Mutter dann beim 2. mal anrief um zu fragen, vor allem weil sie ja eigentlcih beim ersten mal schon korrigiert hatte, meinte die Ärztin am Telefon ganz lapidar sie solle doch einfach halbieren. Da hätte sie eigentlich schon zwei Tage die doppelte Dosis geben sollen. Sie hatte das nicht getan, da sie den Fehler bemerkt hat. Es dauerte aber so lange, bis sie die Ärztin am Telefon hatte und das klarstellen konnte. Jemand anderes hätte die Entscheidung doch gar nicht in Frage stellen können. Wie soll man das auch überprüfen können?
Es ist immer leicht gesagt, dass man selber das anders gemacht hätte. Ich denke mir nur gerade wie sich die Eltern fühlen müssen. Ich bin eh gegen das Telefonsystem. Manch einer hat schon kein eigenes Körpergefühl. Wie soll man da die Symptome beschreiben? Hinzu kommt, dass mancher zu Übertreibung neigt und ein anderer zum Gegenteil. Und eine Lunge hört sich auch schlecht ab über das Telefon (meine Tochter hats wenn meist mit den Bronchien).

Grüße
WIebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 07:45 
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Zitat:
Socialstyrelsen menar att den förs­ta sjuksköterskan borde hämtat in mer information från modern och att den andra gjorde fel som inte tog till sig den uppenbara information hon fick från modern.

Socialstyrelsen konstaterar att händelsen belyser svårigheterna med att bedöma någons hälsotillstånd, särskilt ett barns, på telefon, vilket ställer stora krav på dem som arbetar inom sjukvårdsrådgivningen.


Mir kommt da wirklich das kalte Ko....

Die entschuldigen das noch auf diese Art und Weise das es halt grosse Ansprueche sind das jemand per Telefon ein Kind diagnostizieren muss.
Und was folgt? Wahrscheinlich nichts. Keinerlei Konsequenzen.


Vielleicht sollten die Verantwortlichen einmal die Schmerzen durchmachen die der arme Junge durchgemacht haben muss. Grauenhaft.
Der Mutter das Vorwuerfe zu machen ist das Letzte, denn man MUSS davon ausgehen duerfen, das manche Menschen schlichtweg nicht in der Lage sind solche akuten Momente oder Situationen einschätzen zu können. T.ex weil sie vielleicht einfach nur einfacher gestrickt sind! Der in der Zeitung beschriebene Zustand beim 2ten Anruf hätte die Krankenschwester in höchste Alarmbereichtschaft versetzen muessen. Die geschilderten Symptome deuteten auf die letzte Phase vor Eintritt des Todes hin! Soviel weiss ich noch von meiner Ausbildung!
Ich frage mich ernsthaft was die lernen!

Fassungslos angesichts solcher Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit
Heike

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 09:15 
Hej,

ja klar, die meisten von uns (deutschen) Patienten wären wohl sofort losgefahren und hätten auf den Tisch geklopft uns uns nicht abwimmeln lassen, wenn es unseren Kindern so schlecht gegangen wäre. Wie wir es eben "zuhause" auch machen würden, wie es dort viele/alle machen.

Man darf aber nicht vergessen, daß die Schweden seit Ewigkeiten gehirngewaschen werden, wenn es um das Gesundheitssystem geht: Ersat mal abwarten, dann Anrufen, Anrufbeantworter, am Telefon Schlange stehen, schließlich Krankenschwester erreichen, vertröstet werden, Alvedon nehmen, hinlegen, abwarten, das geht vorüber: Das ist doch der Standard-Ablauf hierzulande.

Außerdem ist dieses System dafür gedacht, die Leute so lange wie möglich vom Arzt fernzuhalten, damit Geld und Ärzte gespart werden. Die Krankenschwestern sind die erklärten Bewachungs-Löwen (und Mini-"Doktoren") dieses Systems und maßen sich eine Kompetenz an, die sie in sehr vielen Fällen nicht haben.

Schweden ist ein wunderbares Land - aber vor dem Gesundheitssystem graut es mir wirklich, das mit gutem Grund seit vielen Jahren.

Kann man eigentlich ein EU-Gesundheitssystem (wegen durchgehender und häufig lebensbedrohlicher Fahrlässigkeit den Patienten gegenüber) vor irgendein Europa-Gericht bringen? Hierzulande passiert doch nix, wenn wieder einmal Krankenschwester und/oder Arzt versagen, das hat ja niemals Konsequenzen. Den schwedischen Ärzten werden ja nur dann ihre Legitimationen entzogen, wenn sie auffällig viele Betäubungsmittel an Drogenabhängige verschreiben. Sonst praktisch nie. Die können ansonsten alles verbocken, was sie wollen. Die lieben guten Krankenschwestern auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 09:20 
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Abwimmeln ist das Grundprinzip des staatlichen Gesundheitswesens. Kein Wunder, denn sonst wären die Warteschlangen noch viel länger. Und so kann man auch ziemlich regelmässig in der Zeitung von Leuten lesen, die mit Schädelbruch oder ähnlichem nach Hause geschickt wurden. War es früher nur die Personalknappheit, so ist nun auch das Geld alle, und das erhöht natürlich den Druck auf das Personal massiv, den Patienten gar nicht erst zu einem solchen werden zu lassen, sondern ihn möglichst frühzeitig abzuwimmeln.

Es ist auch gar nicht mehr möglich, direkt bei der vårdcentral oder der folktandvård anzurufen. Man redet immer erstmal mit dem Computer und muss sich durch diverse Menüs hangeln, seine Personennummer und Telefonnummer eintippen. Möchte mal wissen, wie eine Oma jenseits der achtzig damit klarkommen soll. Dann bekommt man eine Zeit für den Rückruf genannt und wird auch ungefähr zu dieser Zeit angerufen, um sich mit der nächsten Stufe des ausgeklügelten Firewallsystems konfrontiert zu sehen - der telefondiensthabenden Schwester. Hat man die auch überwunden, bekommt man vielleicht in drei oder vier Wochen einen Termin. Einen Akuttermin zu bekommen gleicht einem Hauptgewinn im Lotto, weshalb man eigentlich gleich bis zum Abend warten und in die Akutaufnahme des Krankenhauses fahren kann. Falls man sowas im Umkreis von 100km hat.
Selbst wenn man einen Termin hat, ist man immer noch nicht ganz durch durch die Firewall: Nun darf man erstmal eine Krankenschwester treffen, noch lange keinen Arzt! Erst wenn die sich - je nach Selbstbewusstsein - überfordert fühlt, wird man zum Arzt weitergeleitet. Den man sich natürlich nicht frei aussuchen kann, aber zu dem Zeitpunkt ist man schon froh, irgendjemand im weissen Kittel zu sehen.
Konsequenterweise ist es geradezu verblüffend einfach, an Medikamente zu kommen. Ein Anruf reicht, dann wird das Rezept elektronisch an die Apotheke übermittelt.

Aber es gibt auch Gutes zu vermelden: Nach nur zwei Jahren Wartezeit (keine Ironie, das ist wirklich kurz!) habe ich einen Termin beim privaten Zahnarzt bekommen! Jetzt bin ich dort Patient und darf einmal im Jahr zum Zahnarzt gehen! Und die Kontrolle kostet nur wenig über 1000kr!

Es sei freilich zugegeben, dass das deutsche System bisweilen ins andere Extrem ausschlägt. Meine Tochter sollte in D schon mit vier Jahren eine Zahnspange bekommen. In Schweden kam man mit dem Standardargument "das wächst sich aus", und siehe da: Es hat sich ausgewachsen!

Nun muss die Schwester am Telefon der VC nur noch begreifen, dass sich Krebs, entzündete Blinddärme, zertrümmerte Schädel und Herzinfarkte nicht auswachsen... :evil:

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 09:29 
Schweden Guru
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schwedenoma hat geschrieben:
.
Bin nun mal gespannt, was aus der Untersuchung am 04.06 2009 wird?
In Deutschland bin ich ja nur noch eine Karteileiche. Mit mir kann man kein Geld mehr
verdienen. Das habe ich in 14 Jahren meiner Krankheit erlebt?


Dass du das immer wieder herausstellst, finde ich schon bemerkenswert. Als Rentner bezahlt schließlich die deutsche Krankenversicherung deine Behandlungen hier in Schweden. Mittlerweile hast du ja anscheinend eine deutsche Krankenversicherungskarte, mit der du in Deutschland praktisch zum Nulltarif zum Zahnarzt könntest, während schwedische Arbeitnehmer für einen schiefen Blick auf ihr Gebiss schon 1000 kr auf den Tisch legen dürfen. Dass du dann generell alles gegen das deutsche Gesundheitssystem auslegst, ist schon etwas verwunderlich.

Was die Geschichte mit dem toten Jungen angeht: sicherlich ist das tragisch, aber man sollte nicht vergessen, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Trotz aller berechtigten Klagen über das schwedische Gesundheitssystem ist die Lebenserwartung hier hoch und die Kindersterblichkeit niedrig. Man sollte solche plakativen Fälle nicht überbewerten.
Die zentrale Frage bleibt, ob man durch das Abwimmeln (mir auch schon passiert) die Volksgesundheit im Mittel verschlechtert. Der Verdacht liegt nahe, aber anhand dieses Einzelfalls kann man keine Generalanklage machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 09:38 
Hej,

so wie Skogstroll es beschreibt, so ist es. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Alle diese (wie im DN-Artikel genannten) Vorfälle auf Einzelfälle herunterzuspielen, hilft sicher, die Hoffnung aufrechtzuerhalten. Das landesweit flächendeckende Vorkommen dieser sog. Einzelfälle läßt jedoch m.E. eine ganz andere Schlußfolgerung zu: Man hat einfach großes Glück, wenn einem das nicht passiert...

Nein, für das schwedische Gesundheitssystem gebe ich keine 5 Pfennig. Oder Öre.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 09:43 
Schwedenfreund
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Hallo,

Skogstroll hat geschrieben:
Nun muss die Schwester am Telefon der VC nur noch begreifen, dass sich Krebs, entzündete Blinddärme, zertrümmerte Schädel und Herzinfarkte nicht auswachsen... :evil:

Nicht? Doch, doch, das wächst sich aus.
Und irgendwann wächst Gras drüber... :twisted:

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 10:13 
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Registriert: 25. August 2008 15:19
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Skogstrollhatrecht hat geschrieben:
Hej,

so wie Skogstroll es beschreibt, so ist es. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Alle diese (wie im DN-Artikel genannten) Vorfälle auf Einzelfälle herunterzuspielen, hilft sicher, die Hoffnung aufrechtzuerhalten. Das landesweit flächendeckende Vorkommen dieser sog. Einzelfälle läßt jedoch m.E. eine ganz andere Schlußfolgerung zu: Man hat einfach großes Glück, wenn einem das nicht passiert...

Nein, für das schwedische Gesundheitssystem gebe ich keine 5 Pfennig. Oder Öre.


Ich bin auch kein Freund des schwedischen Gesundheitssystems, aber gerade in diesem Bereich muss man sehr vorsichtig sein. Man wird bei jedem noch so guten Gesundheitssystem Leute finden, die es nicht gut finden, weil sie sich in ihrem jeweiligen Fall nicht richtig behandelt gefühlt haben. Horrormeldungen lassen sich immer finden - mir fällt da auch so manches ein. Das sagt aber nichts über die Qualität im Allgemeinen aus.

Die Frage ist, ob die telefonische Vorberatung sich auf der Breite negativ auswirkt oder nicht.

Vor einiger Zeit hatten wir diese Erhebung, dass bei rund 25% aller Patienten die 90-Tages-Frist zur Behandlung nicht eingehalten wird. Ein Viertel aller Patienten mehr als drei Monate lang mit potenziell lebensgefährlichen Krankheiten dahinsiechen zu lassen finde ich erheblich bedenklicher als die Gefahr menschlichen Versagens in Form einer Fehldiagnose am Telefon.
Aus meiner Sicht ist die Qualität dieser Vorberatung ein marginales Problem im Vergleich zu den mangelnden Kapazitäten im ganzen Land.

Da es anscheinend ein Fall in Stockholm war, möchte ich auch noch anmerken, dass mir hier zwar schon passiert ist, dass ich von Pontius zu Pilatus geschickt wurde, aber irgendwie bin ich immer bei einem Arzt gelandet. Derart abweisend waren sie am Telefon jedenfalls nie.

Man hat hierzulande die Angewohnheit, alles auf plakative Aufreger zu konzentrieren. Dann schreiben alle Zeitungen drei Tage drüber, und danach interessiert es keine Sau mehr. Als politisches Thema findet das Gesundheitswesen hingegen kaum statt. Bei Jämställdhet können sich die Politiker vor Aktionismus kaum retten, aber beim Gesundheitssystem fühlt sich keiner berufen, irgendetwas zu tun.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 10:32 
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Registriert: 19. November 2008 22:51
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Ernsthaft, ganz ohne Ironie:

Die Besuche mit unseren Kindern in der Barnavårdscentral sind immer echte "höjdare" = Höhepunkte. Und das seit Jahren und durch Umzug/Wechsel in der mittlerweile dritten Zentrale. Alles sauber, ordentlich, ruhig und super eingerichtet. Wie ein großes Kinderzimmer aus dem Einrichtungskatalog: verschiedenes, schönes und hochwertiges Spielzeug, Kuschelecke, Maltisch, Spielherd, Puppen und Stofftiere in Puppenwagen und -betten, Verkleidungsutensilien.

Manches Mal haben wir bedauert, immer sehr pünktlich dranzukommen und sind extra deutlich früher hingefahren oder nach der Behandlung geblieben, um noch in Ruhe spielen zu können.

Kinderarztbesuche in D sind dagegen für mich ein Graus: Wartezimmer mit 1-2 Dutzend gelangweilten und genervten Kindern+Anhang, gemütlich etwa wie eine Bahnhofswartehalle. Spielzeug nur in kaputten und nicht zueinander passenden Resten.

Mit der jeweiligen Behandlung waren wir hier und dort dann zufrieden, sind allerdings auch alle mit guter Gesundheit gesegnet.

LG
Tulipa

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man vet aldrig, vem som finns där ute


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 11:15 
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Was habt Ihr den für Kinderarztpraxen in Deutschland erlebt, Tulipa? Das müssen ja alte gewesen sein. Wir haben da nie einen Unterschied zu hier bemerken können, was das Wartezimmer angeht. Im Gegenteil ist es hier gar ein wenig schlechter, was aber daran liegt, dass es keine reine BVC ist. Da kommen auhc die Rentner vom Altenheim um die Ecke hin.
Diese Telefonsache finde ich aber sehr schlecht. Ihc mag nicht gerne am Telefon symptome besprechen, wenn ich nicht mal weiss ob der Gegenüber sich auskennt. Also, wenn ich nicht weiss wer das ist... Wenn das ein Arzt oder ein Pfleger ist, den ich lange kenne und weiss, dass die mich kennen, dann ist das was anderes. Aber das ist ja hier kaum möglich. Ich bin mal gespannt wie es bei uns weiter geht. In Notfällen würde ich vermutlich lieber gleich einfach ins Krankenhaus fahren und mich notfalls etwas daneben benehmen. Wenn es um die Kinder geht jedenfalls. Ich selber hab ja auch schon mal 7 Stunden darauf warten dürfen, dass ein Arzt einen Blick auf mich wirft. Neben mir lagen einige, die eher wie kurz vor dem Ende aussahen. Die warteten auch Stunden...
Das ist kein Spass.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 12:43 
hansbaer,

auch ohne plakative Aufhänger kann man durchaus starke Zweifel am schwedischen Gesundheitssystem begründen. Und da müsste man sich auch mal aufs platte Land begeben, um das nachzuvollziehen. Die Grosstädte sind, wie in vielen anderen Bereichen auch, ein ganz anderes Schweden.

Klar gibt es nette Wartezimmer, nettes Personal, kompetente Ärzte, hochgerüstete Kliniken. Aber viel zu wenig, oder an den falschen Plätzen. Die Zugangsschranken in Form von Telefonabwimmelung ist unerträglich und kontraproduktiv, aber eine Folge der staatlichen Trägerschaft. Mangelwirtschaft eben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 13:14 
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Tulipa hat geschrieben:
Die Besuche mit unseren Kindern in der Barnavårdscentral sind immer echte "höjdare" = Höhepunkte.


Barnvårdcentral?? Was ist das denn?? Sowas gibt es hier im Umkreis von 50mil nicht!
Ich durfte meine fieberphantisierende Tochter schon halb in die Akuten tragen und dort mit ihr stundenlang warten, weil natürlich kein Akuttermin in der VC zu bekommen war. Und im Warteraum dort war schon ein freier Stuhl Grund zur Freude.

Eins ist natürlich richtig: Ist man einmal drin im Räderwerk der VC, dann funktioniert das wie ein schweizer Uhrwerk und mit minimalen Wartezeiten. Nur kommt man nicht rein.

Das Argument des Einzelfalles zieht auch nicht richtig, dazu sind es einfach zu viele "Einzelfälle". Von telefonischer Beratung kann nun wirklich auch nicht die Rede sein. Die "Beratung" besteht aus "ins Bett legen, trinken, Alvedon". Das kann ich auch.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 13:54 
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Ich habe mit dem normalen Barnvårdcentral hier in Järna auch nicht die besten Erfahrungen gemacht, entweder ruft man an und es kommt nie ein Rückruf oder die Telefonzentrale ist hoffnungslos überlastet, so dass man garnicht erst durchkommt.

Seit letztem Monat sind die Kinder im Barnvårdcentral bzw. Vårdcentral in der Vidarklinik hier in Järna, wo wir sehr zufrieden sind. Die Ärzte arbeiten sowohl mit der Schulmedizin als auch mit Naturheilmittel, die Medis. stammen zu 90% von Wala bzw. Weleda und sind auf Naturbasis.
Das Rezept für Yannic´s Melatonin, welches das Karolinska noch immer nicht geschafft hat zuzuschicken ( nach ca. 6 Monaten) haben wir von Yannic´s neuen Arzt innerhalb von 14 Tagen gehabt inkl. Lizenz von der Gesundheitsbehörde.
Ein weiterer Vorteil unseres Arztes, er arbeitet direkt mit Yannic´s Schule zusammen, so das auch da ein enger Kontakt besteht.

Für die Stockholmer unter uns, vor allem die mit Kinder, habe ich mal den Link http://www.vidarkliniken.se/index.php

Die Klinik ist wirklich gut.

LG JANA

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 14:08 
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Hallo,

janaquinn hat geschrieben:
Die Klinik ist wirklich gut.

... was allerdings die Kritik am staatlichen System bestätigt. Denn Träger der Klinik ist eine private Stiftung.

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 14:17 
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Tommy3 hat geschrieben:
auch ohne plakative Aufhänger kann man durchaus starke Zweifel am schwedischen Gesundheitssystem begründen. Und da müsste man sich auch mal aufs platte Land begeben, um das nachzuvollziehen. Die Grosstädte sind, wie in vielen anderen Bereichen auch, ein ganz anderes Schweden.

Klar gibt es nette Wartezimmer, nettes Personal, kompetente Ärzte, hochgerüstete Kliniken. Aber viel zu wenig, oder an den falschen Plätzen. Die Zugangsschranken in Form von Telefonabwimmelung ist unerträglich und kontraproduktiv, aber eine Folge der staatlichen Trägerschaft. Mangelwirtschaft eben.


Ich denke, ich habe schon in vorigen Beiträgen klar gemacht, dass ich von dem System nicht viel halte - insofern sehe ich mich da etwas als den falschen Adressaten. Ich plädiere lediglich dafür, dass man einen tragischen Fall nicht überbewertet.

Was die regionalen Unterschiede angeht, kann ich dem so nicht zustimmen. Die Ausprägungen mögen unterschiedlich sein, aber das dahinterliegende Grundproblem ist überall dasselbe: zu wenig Einrichtungen, zu wenig Personal.
Es mag ja sein, dass man hier in Stockholm besseren Zugang zur VC hat, aber in der Notaufnahme sitzt man auch 8 Stunden rum und auf weitergehende Behandlungen kann man monatelang warten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 16:40 
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Zitat:
Man sollte solche plakativen Fälle nicht überbewerten.


Entschuldige mal!
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 17:09 
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Hansbaer, ich empfehle zur Vorsicht... Darf ich ganz provokativ sagen, dass Du keine Kinder hast?
Ich gebe Dir im Grunde recht und ich glaube auch, dass ich verstehe wie Du das meinst. Grundsätzlich sage ich auch, dass man ein ganzes System nicht an Einzelfällen festmachen darf. Hier geht es aber um ein totes Kind. Gerade bei Eltern liegen da schon schnell die Nerven blank und man neigt durchaus dazu sowas sehr stark zu bewerten. Die Vorstellung, dass es das eigene Kind sein könnte, dass so behandelt oder eben gerade nicht behandelt wird, das führt nicht mehr zu rationalem Denken...
Ich merke jedenfalls wie mein Blutdruck in die Höhe schnellt wenn ich sowas über Kinder lese. Da ist der Fluchtreflex oder Umzugsfeflex plötzlich ganz strak obwohl ich sonst gar nicht weg will.
Ich weiss aber, glaube ich, wie schon gesagt, wie Du es meinst. Es könnte nur zu Wellen führen...

Liebe Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. Mai 2009 21:00 
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Mir ist bewusst, dass dies das Schlimmste ist, was man sich als Mutter oder Vater vorstellen kann. Daher möchte ich mich für die unglückliche Wortwahl entschuldigen - mir liegt es fern, hier die Gefühle von Eltern zu verletzen.

Mein Anliegen war ein ganz anderes. Hier wurde ein tragischer Fall zum Versagen des Systems umgedeutet - und zwar in der Art, dass die Krankenschwestern am Telefon die Leute abwimmeln, weil sie so wenig Patienten wie möglich haben wollen. Das mag passieren (und passiert vermutlich viel zu oft), jedoch ist es anscheinend nicht in diesem Fall passiert, und deswegen kann man diesen Fall auch nicht zum Kronzeugen für die vermeintlichen Mängel der Telefonberatung machen.
In diesem Bericht ist nämlich nur davon die Rede, dass die Krankenschwestern dazu angehalten sind, Fälle von Magen-Darm-Grippe nach Möglichkeit nicht einliefern zu lassen. Das ist nur verständlich angesichts der Ansteckungsgefahr. Es finden sich keine Hinweise darauf, dass die Abweisung des Jungen eine Folge von Betten- oder Personalmangel war. Vielmehr war es allem Anschein nach die eklatante Fehleinschätzung durch das Personal. Das ist menschliches Versagen, was nicht vorkommen soll und nicht vorkommen darf, aber leider immer wieder vorkommen wird.

Aus solchen Berichten einen allgemeinen Schluss über die Häufigkeit solcher Fälle zu ziehen kann nicht objektiv sein.
Hieraus kann man beispielsweise annehmen, dass über Morde in Deutschland heute mehr berichtet wird als noch vor 5 Jahren:
http://www.google.de/trends?q=mord&ctab=0&geo=all&date=all&sort=0
Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Morde aber rückläufig. Der Umfang der Berichterstattung ist also noch lange kein Indikator dafür, wieviel passiert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. Mai 2009 20:07 
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Da gebe ich Dir recht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. Mai 2009 19:49 
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Nach den heutigen Radiomeldungen muss ich nun doch noch einen drauflegen:
Bis heute gab es in Stockholm ein Bonussystem für Krankenschwestern. Die bekamen einen Tausender extra, wenn sie es schafften, die telefonischen "Beratungsgespräche" in weniger als 3:48 min abzuwickeln. Aus weiter oben diskutiertem Anlass ist das System jetzt so unter Druck geraten , dass man es abgeschafft hat.

Die Schwestern haben das System laut Radiomeldung "unterschiedlich" gesehen. Ein Teil fühlte sich gestresst und unter Druck gesetzt, ein Teil fand es aber auch gar nicht so dumm, sich so einen Tausender dazuverdienen zu können.

Inwiefern der Tod eines Kindes damit in ursächlich zusammenhängen könnte sei noch unklar.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 11:34 
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Hallo zusammen,

dieses Bonussystem ist ja fast schon zynisch.

Ich schlage aus Kostengründen vor alles über ein indisches Call-Center abwickeln zu lassen. Die dortigen Krankenschwestern haben dann vorher einen Crash-Kurs in Schwedisch absolviert. Sicherheitshalber möchte ich dies als Scherz verstanden wissen. Aber wenn dies mal vorgeschlagen werden sollte, würde es mich nicht mehr wundern.

Neulich hat sich mein Arzt beschwert, warum ich denn kein Handy hätte. Ich wäre dann leichter für ihn zu erreichen. Mir ist natürlich bewusst, dass man in Schweden ohne Handy wie Wesen von einem fremden Stern betrachtet wird. Irgendwann werde ich mir widerwillig so eine kontantkort zulegen, denn ich fühle mich ohne Handy ganz wohl.

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viele Grüße
Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 11:56 
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Volker hat geschrieben:
denn ich fühle mich ohne Handy ganz wohl.


Gibt es einen zwingenden Grund weshalb Du es bräuchtest? Sonst lass es, wenn Du Dich ohne wohler fühlst.
Wenn es für die Arbeit nötig wäre, könnte man eines nur für die Dienstzeiten nehmen und es dann wieder in der Schublade verschwinden lassen. Ansonsten würde ich an Deiner Stelle drauf verzichten. Da Du es nicht brauchst, käme es Dir vermutlich wie ein Zwang vor. ist bei meinem Vater so. Und meist vergisst er es eh daheim..
Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich kann ohne kaum leben ...

Das bonussystem erschein mir nicht zynisch sondern (sorry für die Wortwahl) pervers. Das ist fahrlässig. Unterlassene Hilfeleistung im schlimmeren Fall. Nicht Ausübung der Arbeitspflicht. Die Schwestern können ja nicht mal was dafür... Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich dadurch gestresst fühlt. Und wenn ich gerade finanzielle Not habe und alle mir sagen, dass es doch richtig ist die Patienten, die ja eh nichts haben, so schnell wie möglich wieder los zu werden... Ich finde das echt traurig. Nein, eigentlich macht es mich wütend.
Gibt es Zahlen darüber wieviele Gelder darüber als extra eingenommen und von der Kommune ausgegben wurden?`Wäre mal interessant. Für die Patienten ist das ein mieses Gefühl.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 13:56 
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Nicht ganz direkt daran anschließend, aber trotzdem aktuell: http://www.sr.se/cgi-bin/International/nyhetssidor/artikel.asp?ProgramID=2108&Format=1&artikel=2835222

Wer den Bericht des Socialstyrelsen ganz lesen will, kann das hier tun: http://www.socialstyrelsen.se/Publicerat/2009/10430/2009-126-72.htm

Ich schmökere gerade ein bisschen darin.
Meine bisherigen Highlights:

Zitat:
Andelen läkare med utländsk utbildning har ökat i den svenska hälso- och sjukvården under de senaste tio åren. År 2006 hade nästan 19 procent av läkarna en utländsk utbildning. Många av dessa var utbildade i Polen, Tyskland eller något nordiskt land [13].


Also war schon 2006 fast jeder fünfte Arzt aus dem Ausland - offenkundig kein Grund, mal zu überlegen, die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen.

Auch liest man dort, dass in Stockholm sagenhafte 430 Ärzte pro 100.000 Einwohner zur Verfügung stehen, während es im Landesschnitt rund 350 sind. Man wundert sich trotzdem, wie es dann zu monatelangen Wartezeiten kommt.

Interessant sind auch "Främsta orsak till att ej söka sjukvård, år 2008" (S. 103). Die häufigste Antwort war zwar "Ville vänta ett tag" mit knapp 40 Prozent, aber dann kommen
- Kan inte få någon hjälp
- Besvärligt söka vård
- Fick inte tid hos någon läkare
Mit je 10 bis 15 Prozent. Also hat gut ein Drittel aller derjenigen, die auf die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems verzichtet haben, angegeben, dass sie entweder keine Hilfe bekommen können, es beschwerlich sei oder sie keinen Termin bekommen könnten.

Bei der Zufriedenheit mit dem Krankenhäusern ist Schweden allerdings spitze - 90% fanden ihre Behandlung im Krankenhaus gut. Nur Österreich und Belgien schneiden besser ab. Deutschland liegt bei 79%, der EU-Durchschnitt bei 71%.

Grafik 2:8 zeigt, was die Europäer zur Verfügbarkeit von Allgemeinmedizinern sagen. Bildkommentar:
Zitat:
Andelen personer i Eurobarometerns enkät som svarat att det är lätt att få tillgång till en allmänläkare i det land där de bor. Svaren är baserade på svarspersonernas egna erfarenheter eller erfarenheter från närstående. Andelen personer som tyckte det var lätt att få tillgång till en allmänläkare var lägst i Sverige av de redovisade länderna (63 %).

Das ist aber nur die halbe Geschichte - das einzige andere Land mit weniger als 70% ist Portugal. Österreich und Deutschland erreichen über 90%.
Immerhin schafft es aber jeder Teil des Landes, mindestens 85% der Patienten einen Arzttermin innerhalb von 7 Tagen zu geben.

Faszinierend sind die Daten auf Seite 109 - im Sommer beträgt die Wartezeit auf Spezialistenbehandlungen in mehr als 40% der Fälle mehr als 90 Tage. Die Quote sinkt selbst in Herbst und Frühjahr nicht unter 25%.

Auch zu beachten ist Seite 261. Die Anti-Klamydiakampagnen kommen nicht von ungefähr, denn die Zahl der Fälle hat sich in den letzten 15 Jahren in der jungen Altersgruppe verdreifacht.

Die Zahl der Selbstmordversuche hat sich in den letzten 10 Jahren bei jungen Frauen verdoppelt - die Zahl der geglückten Selbstmorde ist aber gefallen.

Das nur mal als Abriss. In dem Bericht ließe sich bestimmt noch einiges interessantes mehr finden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 16:28 
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Gibt es eigentlich in Schweden den Eid des Hippokrates? - Die Frage stelle ich mir gerade mal wieder. Ich habe den noch (in D) geleistet, stehe da auch heut noch zu und bin ueberzeugt, das er auch etwas wert ist ...

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Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 17:49 
Zitat:
Gibt es eigentlich in Schweden den Eid des Hippokrates?


... würde eher sagen die leisten hier den "Eid des Mammon" ... :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 18:33 
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HeikeBlekinge hat geschrieben:
Gibt es eigentlich in Schweden den Eid des Hippokrates?


Naja, das wird in D aber teilweise auch nicht so eng gesehen.
Als ich vorletztes Jahr mit nem Hexenschuß mal eben zum Arzt in der Nachbarnschaft wollte, kam da auch nur die Aussage "Kassenpatienten behandeln wir nicht".


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 19:51 
Ein Hexenschuss ist auch nicht lebensbedrohlich, oder reparierst Du mir mein Auto, wenn ich ´ne Panne habe?
Eid des Mammon, trifft fuer Schweden nicht zu, wegen des Geldes geht kein Arzt nach Schweden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Mai 2009 22:02 
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Hallo,

Arzt hat geschrieben:
Ein Hexenschuss ist auch nicht lebensbedrohlich,

Der Zusammenhang wundert mich aber jetzt etwas. Vielleicht hast Du Deinen Eid ja auch bereits vergessen, aber weder im ursprünglichen Eid des Hippokrates noch im heute üblichen Genfer Ärztegelöbnis heißt es irgendwo, dass Hilfeleistungen nur dann zu erbringen sind, wenn das Leben des Patienten bedroht ist.
Allerdings heißt es dort:
Zitat:
Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein. [...]
Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch [...] soziale Stellung.

Das scheint mir Kassenpatienten nicht als Empfänger von medizinischen Hilfeleistungen auszuschließen?

Arzt hat geschrieben:
oder reparierst Du mir mein Auto, wenn ich ´ne Panne habe?

Früher war es tatsächlich einmal üblich, Pannenhilfe zu leisten.
Heute sind wahrscheinlich zuviele "Ärzte" auf den Straßen...

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Mai 2009 09:04 
Lese gerade in der Göteborgs Posten, dass ein neues Gesetz zur Patientensicherheit geplant ist.

Dabei soll davon ausgegangen werden, dass die Gründe für Fehler immer im System zu suchen sind - nicht in der Verantwortung von Einzelnen:

Zitat:
Ska hitta felen i systemet
Istället för att som nu tvingas peka ut vem eller vilka som har gjort fel, ska det i framtiden räcka med att anmäla själva händelsen. Därefter kommer det att vara Socialstyrelsens sak att utreda. Och det ska ske brett och förutsättningslöst.

En grundtanke i förslaget är att praktiskt taget alla misstag i sjukvården beror på systemfel, som dåliga rutiner eller bristande dokumentation. I den nya lagen finns därför inget personligt ansvarsutkrävande.


http://www.gp.se/gp/jsp/Crosslink.jsp?d ... 1&ref=puff

Spiegelt irgendwie die schwedische Mentalität wider - finde ich. Klingt mir irgendwie auch ziemlich feige, wenn man immer versucht "auszuweichen" und nie bereit ist, sich persönlich auch mal in Frage zu stellen.

Ein Alptraum für jeden Schweden muss folglich sein: Persönliche Verantwortung - und damit dieses Schreckenszenario niemals eintreffen kann, schaffen wir das einfach per Gesetz ab.

Irgendwie kommt es mir vor, als hätte sich ein großer Denkfehler im System eingeschlichen ... :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Mai 2009 10:57 
Hallo Samweis,
hatte den Eid nicht vergessen, trotzdem nett, dass Du mich nochmals erinnerst. Wie soll ich es sagen, wo soll man die Grenze ziehen? Es bleibt eben oft nicht beim "Hexenschuss" etc. plötzlich kommen alle Nachbarn und man hat ganz viele "Freunde", die eben mal ein Rezept brauchen oder man wird gebeten sich dies und das kurz mal in seiner ohnehin minimalen Freizeit anzusehen. Ich helfe wirklich gerne, aber ich kann ja auch nicht jeden anquatschen, der gerade den "gesuchten" Beruf hat und seine Dienste in Anpruch nehmen. Ich bezog mich hiermit auf die Freizeit. Wenn der Arzt in Deiner Nachbarschaft als Privater praktiziert würde er mich als Kassenpatient auch nicht behandeln, seine Privatpatienten behandelt er sicherlich im Sinne des geleisteten Eides. Bei etwas Lebensbedrohlichem würde er dich aber auch nicht wegschicken, sofern er die Kompetenz hat, das zu behandeln.
Deine letzte Äusserung finde ich etwas misslungen, ist doch die Rate derer die bei einem Unfall wirklich Hilfe leisten und nicht Fahrerflucht begehn oder dumm gaffend den Unfallort blockieren erschreckend gering. Diejenigen die anhalten und Leben retten, sind wohl eher Ärzte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Mai 2009 13:44 
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Zunächst einmal: Es ist schlimm, wenn aufgrund welcher Fehler (system- oder personbedingt) auch immer ein unschuldiger Mensch sterben muss, und umso tragischer, wenn es sich hierbei um ein Kind handelt.
Aber - wie Hansbaer schon sagte - man sollte von solchen Fällen nicht auf ein prinzipielles Versagen des Gesamtsystems schließen.
Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe glaube ich, dass jedes System seine Stärken und Schwächen hat. Die Schwäche des schwedischen Systems liegt sicher in der übertriebenen Filterung der Patienten. Man muss aber auch sehen, dass das grundsätzlich schon einen Sinn hat. Ich bin momentan als Vertragsarzt (Kassenarzt) in einem kleineren Ort in Niedersachsen tätig. Trotz schon umfangreichen Sprechstundenangebotes kann ich mir pro Patient kaum mehr als die angesprochenen 3:42 Minuten (oder wieviele das noch gleich waren) Zeit nehmen, weil sonst das volle Wartezimmer zu einem "Hexenkessel" wird (bildlich gesprochen), weil alle glauben, zu lange zu warten. Und wenn sie dann "an der Reihe" sind, sind sie genervt, wenn ich sie nach spätestens 5-8 Minuten wieder herauskomplementieren muss. Sie haben zwar prinzipiell Verständnis dafür, hätten aber doch lieber mehr Zeit im Sprechzimmer verbracht.
Das ist im übrigen auch meine Hauptmotivation, stattdessen in Schweden zu praktizieren: Habe schon ein paar Mal in verschiedenen VC hospitiert und da das genaue Gegenteil erlebt: Endlich mal Zeit für die Patienten, man fühlt sich nicht so unter Druck, kann viel besser aufeinander eingehen, auch mal persönliche Probleme abseits des akuten Geschehens beleuchten etc.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten, um diese Situation (15-20 Minuten pro Patient) zu erreichen: entweder den Zugang limitieren oder aber viermal so viele Ärzte bezahlen. Da sich letzteres aber keiner leisten kann (sondern im Gegenteil die Bezahlung der Ärzte in Deutschland trotz anderslautender Berichte immer weiter gekürzt wird), bleibt nur die Zugangsbeschränkung.
Wie soll diese nun stattfinden? Wer zuerst kommt, kriegt einen Termin, wenn alle Termine voll sind, haben die restlichen Pech gehabt? So hat man - wenn es dumm läuft - 30 Patienten mit Erkältung gut untersucht und behandelt, die auch von selber wieder gesund geworden wären, und 30 schwerer Kranke unversorgt gelassen, die wesentlich dringer ärztlicher Hilfe bedurft hätten. Wie verhindert man das? Man installiert ein Filtersystem, um (optimalerweise) jedem Patienten gerecht zu werden. Sprich: den nicht ganz so kranken beruhigen und "Alltagstipps" geben (das oft gehörte "Bettruhe - Alvedon - viel trinken"), die fraglich kränkeren einzubestellen und nochmal vor Ort zu sichten und die vermutlich schwerer kranken Patienten beim Arzt zu terminieren.
Die aus der zweiten Kategorie werden dann in der VC voruntersucht und dann entweder gleich behandelt oder doch noch (am selben oder am nächsten Tag) beim Arzt vorgestellt. So das Konzept des schwedischen Systems.
Nun kann man sich fragen, wer die Telefonvorsortierung und die VC-Eingagssortierung vornehmen soll. In Deutschland müsste das sicherlich ein Arzt sein, allein schon deswegen, weil die Ausbildung der Krankenpfleger und Arzthelfer(innen) - ohne jemandem zu nahe treten zu wollen - historisch gewachsen keinen Schwerpunkt im Bereich der Diagnostik und Behandlung legt und auch die Übernahme von Verantwortung für diese Berufsgruppen nur sehr eingeschränkt möglich ist. In Schweden ist das - ebefalls historisch bedingt - deutlich anders. Erstens handelt es sich nicht um eine teilschulische Ausbildung sondern um ein akademisches Studium, zweitens sind die Bereiche der Diagnostik und Therapie wesentlich stärker ausgeprägt, drittens wird die Übernahme von Verantwortung (ja, tatsächlich) als selbstverständlich angesehen, wobei allerdings bei Unsicherheit die Rückversicherung bei einem Arzt empfohlen wird. Faktisch arbeitet man also "auf Augenhöhe", nicht selten sind sjuksköterskor und nicht Ärzte die "chefs" der VCn. Das wäre in Deutschland schlichtweg undenkbar (leider).
Während meiner Hospitationen habe ich immer das Gefühl gehabt, dass die Zusammenarbeit und das geschilderte System recht gut funktioniert (kann allerdings auch nur von Dalarna und eingeschränkt Västra Götaland berichten). Zm Beispiel kam eine Schwester aus der bvc rüber, berichtete über einen kleinen Jungen mit Halsweh, legte das Ergebnis der Blutuntersuchung vor, gab an, dass der Rachenabstrich den sie genommen hatte, noch nicht fertig sei und fragte dann, ob aus ärztlicher Sicht gleich Penicillin gegeben werden sollte oder nicht, sie würde aufgrund der Resultate erstmal konservativ behandeln. Das ist doch klasse, finde ich. Soweit also zur schönen Theorie und "wie es sein könnte". Warum hapert es dann doch so stark, dass es so viele Klagen gibt? Zum einen ist es sicher die übertriebene Filterung der Patienten. Je nach Selbstbild der "Telefonschwester" wird da einfach zu radikal abgewimmelt. Wenn man sowas durch Prämien noch fördert, schürt es Unzufriedenheit und führt im Einzelfall zu schlimmen Konsequenzen. Zum anderen könnte sicherlich die Zahl der Ärzte einen Tick höher sein (allerdings wieder Kostenfaktor), um mehr Patienten pro Tag ärztlich vorstellen zu können.

Fazit: Weder dasd deutsche noch das schwedische System sind optimal. Das deutsche krankt an einer zu leichten Erreichbarkeit der Ärzte, wodurch Hektik und zu hohe Kosten verursacht werden, das schwedische an einer zu schweren Erreichbarkeit aufgrund zu hoher Hürden. Die Regulationsmechanismen sind in Schweden schon vorhanden, werden aber zu stark angewendet, in Deutschland würde es einen immensen Aufwand bedeuten, den status quo zu verändern.
Somit gewinnt das schwedische System, sobald man die Zahl der Ärzte etwas erhöht und die Hürden etwas erniedrigt.

Nebenbei: Die Querschnittparameter des "Gesundheitszustands und der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung" sind in Schweden - trotz geringerer Verfügbarkeit von Gesundheitseinrichtungen - sogar besser als in Deutschland, siehe letzten WHO-Report (habe den Link leider gerade nicht greifbar).


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Mai 2009 14:23 
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Danke Thomas!
Ich habe mir eigentlich vorgenommen nicht mehr auf diese Beiträge zu antworten,aber Ausnahmen sind ja erlaubt :wink: .
Ich bin eine der Personen die am "anderen Ende der Leitung " sitzt,wenn auch in einem noch spezielleren Bereich.Was viele unserer Patienten nicht wissen: es gibt eine monatliche Auswertung der Behandlungszahlen einschliesslich der Telefonkontakte. Es wird genau ausgewertet wie hoch die Zahl der behandelten Patienten ist und wie lang die Wartezeiten und vor allem: welche Möglichkeiten haben wir , diese zu verringern.
Ich verstehe den Unmut der PAtienten,die vielleicht nicht sofort die behandlung bekommen,die sie sich wuenschen,andererseits weiss ich,dass wir intensiv daran arbeiten allen gerecht zu werden.Noch ein Punkt: es ist nicht schön zu lesen,dass immer alle ueber den beruehmten KAmm geschoren werden. Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte und ich bin mir absolut bewusst,dass auch das schwedische System seine Schwächen hat,aber wir messen allzu oft mit dem "deutschen Bandmaass".
Hej Thomas: Viel Spass in Falun beim Sprachkurs und "Välkommen i Orsa!" Du bist also der 2. Arzt in der VC.

Gruss Susanne(Die VIer)

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Mai 2009 15:17 
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Hej Susanne!

Ja, den är jag faktisk. Tack så mycket för Dina vänliga önskningar, jag hoppas att det skulle verkligen blir bra hos Er.

Vis ses,

Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 10:28 
Hej Distriktsläkare,

Deinen Ausführungen muß ich widersprechen:

Du schreibst:
"Wer zuerst kommt, kriegt einen Termin, wenn alle Termine voll sind, haben die restlichen Pech gehabt? So hat man - wenn es dumm läuft - 30 Patienten mit Erkältung gut untersucht und behandelt, die auch von selber wieder gesund geworden wären, und 30 schwerer Kranke unversorgt gelassen, die wesentlich dringer ärztlicher Hilfe bedurft hätten."

Schweden gehen niemals wegen Erkältung zum Arzt, sie dürfen ja nicht und Termine gibt es auch nicht. Alle mir jemals (in 15 Jahren) bekannt gewordenen Schweden helfen sich voenehmlich selbst, es gibt ja nichts zu erhoffen. Das gilt auch für wesentlich schwerere Fälle, wo die Leute es einfach aufgeben, zu hoffen, beim Arzt dranzukommen. So warten sie so lange, bis ihre Krebsgeschwüre schließlich aufbrechen oder der Herzinfarkt eingetreten ist. Dann darf man ja endlich kommen, z.B. mit der Ambulanz.

Nein, an diesem menschenverachtenden System gibt es nichts schönzureden. Spätestens nach ein paar Jahren kann man sich dieser Einsicht nicht mehr verschließen.

Man kann praktisch sagen, daß sich die schwedische Standardbehandlung bei ALLEN auftauchenden Krankheiten zunächst auf folgendes reduziert:

"Abwarten, das geht vorüber, hinlegen, Paracetamol (= Alvedon) nehmen."

Ich bin in Schweden in 15 Jahren noch nicht einmal (!) gründlich untersucht worden, weder auf dem Land noch in der Stadt, trotz mitunter verzweifelter Bitten meinerseits. Im Höchstfall werde ich vom Arzt (!) gefragt, was ich habe, welches Medikament ich möchte und wie lange ich krankgeschrieben werden möchte. (Untersuchung und Diagnostik = Fehlanzeige.)

Bevor ich nach Schweden kam,hatte ich immer geglaubt, just die Beantwortung dieser Fragen sei Sache des Arztes.

Wie man sich täuschen kann...


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 11:21 
Zitat:
Nein, an diesem menschenverachtenden System gibt es nichts schönzureden. Spätestens nach ein paar Jahren kann man sich dieser Einsicht nicht mehr verschließen.

Leider scheint das zu stimmen - man hört z. B. inzwischen auch recht häufig von deutschen Ärzten, die nun nach einigen Jahren in Schweden gerne wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.

Liest man dann diese Berichte, so ist von der anfänglichen Begeisterung für Schweden nicht viel übrig geblieben. Der Tenor ist: Schweden vom Land her und für den Urlaub: Ja und immer wieder gerne; von der Arbeit her: nie wieder. Was anfänglich als mehr Freizeit empfunden wurde, kehrt sich mit der Zeit durch fehlende/schwer aufzubauende soziale Kontakte in Langeweile/Tristesse um. Die geregelten Arbeitszeiten in den Vårdcentralen/Krankenhäusern werden überschattet durch eine enorme Bürokratisierung der jeweiligen Landstings-Verwaltungen (die Verwaltungschefs sind in Schweden ja zumeist Politiker - da kann es dann schon vorkommen, dass die parteitreue "Kindergärtnerin mit gymnasiekompetenz" plötzlich zum "Landstingschef" mit Verantwortung für das gesamte Gesundheitswesen in einem Län ausersehen wird).


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 11:55 
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selbst habe ich noch keine Erfahrungen mit dem schwed. Gesundheitswesen gemacht, kann also nur beurteilen, was ich so mit meinen Eltern hier erlebe, mein Vater ist Diabetiker und vor 5 Jahren an Protatakrebs erkrankt, als wir vor 3 Jahren hierher zogen brachte er seine Krankenakte aus D. mit , innerhalb von 1 Woche bekam er einen Termin bei der VC wurde gründlich untersucht u. bekam eine Überweisung zum Urologen, seit dem bekommt er automatisch regelmässig Untersuchungstermine beim Urologen u.bei der VC zur Kontrolle seiner Diabeties.Meine Mutter hat oft mal Probleme mit der Galle, als es neulich recht heftig war habe ich sie ins Auto gepackt und bin einfach zur VC gefahren, nach nur 10 min Wartezeit wurde sie einem Arzt vorgestellt, also bis jetzt können sie nicht klagen.
In D. war das oft anders, ein Beispiel: meine Mutter wollte einen Termin beim Augenarzt (als Kassenpatient) 8 wochen Wartezeit, ich rief am selben Tag beim Augenarzt an und hätte einen Termin am nächsten Tag bekommen, weil ich Privatpatient war uns so ähnlich ist es oft gewesen, auch was Medikamente angeht, hätte ich die bei weiten wirksameren bekommen, als ein Kassenpatient.
Conny


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 12:25 
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Hallo "Unerrreichbarer",

lies dir bitte noch einmal den Text genau durch, den du kritisierst, bevor du loslegst. Ich bin hier froh, dass hier keiner wegen einer banalen Erkältung zum Arzt rennt, um dann noch die anderen im Wartezimmer, die wirklich Hilfe brauchen, anzustecken.

Bei mir hat man in Schweden, obwohl die Diagnose schon klar war, zur Sicherheit von sich aus ein komplettes Blutbild gemacht. Ich kann mich also nicht beklagen, man würde mich nicht ausreichend untersuchen. Was mich allerdings etwas stört in Schweden, ist, dass man etwas hartnäckig Überzeugungsarbeit leisten muss, bis man behandelt wird. So kam auch kürzlich ein TV-Bericht, dass Menschen mit besserer Ausbildung auch eine bessere Behandlung bekommen - unter Anderem wahrscheinlich, weil sie sich selbst besser über Ihre Krankheit informieren und damit besser argumentieren. Aber in Deutschland ist diese Ungleichheit noch viel schlimmer, denn da gibt es Privat- und Kassenpatienten.

Noch etwa zur "gründlichen Untersuchung": Natürlich kann hinter jedem Kopfschmerz ein beginnender Hirntumor stecken und ein Husten kann Lungenkrebs als Ursache haben. Wenn man aber so anfängt alles zu untersuchen, was nur möglich ist, würde ein Gesundheitssystem nicht nur unbezahlbar werden sondern auch noch seine Patienten zu Hypchondern erziehen und damit zusätzliches Leid erzeugen. Und in Deutschland gibt es statistisch gesehen besonders viele Hypochonder. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 1/4 der organischen Krankheiten psychische Ursachen haben.

Abgesehen davon führt eine gründliche Untersuchung fast immer zu irgendeinem Befund. Man muss eben nur lange genug suchen. Bei mir hat in Deutschland ein Orthopäde Plattfüße und einen verkrümmten Rücken festgestellt. Trotzdem laufe ich problemlos ohne empfohlene Einlagen 20 km mit 20 kg Gepäck durchs Fjäll. Allerdings geht das nur, wenn ich vorher trainiere. Und die Trainingsarbeit kann mir kein Gesundheitssystem abnehmen.

Das hat meines Erachtens haben "die gründlichen Untersuchungen" in Deutschland schon System und damit lässt sich übrigens auch viel Geld im deutschen Gesundheitswesen verdienen, wovon etwa 30% der Krankenkassenbeiträge für die Verwaltung benötigt werden.

Um es noch draufzusetzen. Als Selbständiger muss man in Deutschland eine Mindestsumme an monatlichen Beiträgen bezahlen, um überhaupt krankenversichert zu sein. Und wenn man mal nichts verdient, muss man trotzdem zahlen. Kein Wunder, dass immer mehr kleine Selbständige überhaupt nicht krankenversichert sind. So einem System jammere ich nicht nach.

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viele Grüße
Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 12:40 
Zitat:
Aber in Deutschland ist diese Ungleichheit noch viel schlimmer, denn da gibt es Privat- und Kassenpatienten.


... die gibt es hier auch - wenn auch nicht "offiziell" - so ist mein Mann z. B. über seinen Arbeitgeber automatisch an eine private Vårdcentral angeschlossen - d. h. er kann jederzeit immer, wenn er möchte, einen Arzt treffen (auch bei Erkältungen). Wenn er ins Krankenhaus müsste, wäre das für ihn auch kein Problem - die Firma hat für alle Mitarbeiter ein Abkommen, dass diese im privaten Krankenhaus Carlanderska hier in Göteborg versorgt werden.

Der Nachteil ist, dass nicht die ganze Familie eingeschlossen ist - gilt nur für den jeweiligen Mitarbeiter. Ähnliche Abkommen haben auch andere größere Unternehmen in Schweden - ist also durchaus kein Einzelfall.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 12:42 
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@Volker: Bei den Hypochondern musste ich sehr schmunzeln. Das dachte ich mir nämlich auch, hätte aber nicht gewagt, es zu schreiben :-)

Volker hat geschrieben:
Um es noch draufzusetzen. Als Selbständiger muss man in Deutschland eine Mindestsumme an monatlichen Beiträgen bezahlen, um überhaupt krankenversichert zu sein. Und wenn man mal nichts verdient, muss man trotzdem zahlen. Kein Wunder, dass immer mehr kleine Selbständige überhaupt nicht krankenversichert sind. So einem System jammere ich nicht nach.


Das System ist leider kaum durchschaubar, aber meines Wissens ist das mittlerweile nicht mehr so. Praktisch alle müssen mittlerweile versichert sein - siehe auch: http://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__193.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 12:58 
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Habe zwar noch keine Bekanntschaft mit dem schwedischen Gesundheitssystem gemacht, aber bislang nicht allzuviel Gutes darüber gehört seitens meiner Kollegen. Von daher bin ich froh seit April privat krankenversichert zu sein. Aber ob ich davon noch was hab hängt ganz davon ab ob ich meinen Job behalte, da es über die Firma läuft :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 14:54 
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Steppenwolf hat geschrieben:
Habe zwar noch keine Bekanntschaft mit dem schwedischen Gesundheitssystem gemacht, aber bislang nicht allzuviel Gutes darüber gehört seitens meiner Kollegen. Von daher bin ich froh seit April privat krankenversichert zu sein. Aber ob ich davon noch was hab hängt ganz davon ab ob ich meinen Job behalte, da es über die Firma läuft :roll:



WIe versichert man sich privat hier in Schweden?
Kaka


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. Mai 2009 15:23 
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zum Thema "gründliche Untersuchung" kann ich nur sagen, daß das in Deutschland auch nicht immer der Fall ist, meine jüngste Enkelin ( jetzt 7 monate) bekam im Feb. diesen Jahres hohes Fieber und krampfartige Hustenanfälle, da zu der Zeit irgeneine Viruserkrankung in D. grasierte wurde auch bei ihr kurzerhand diese Erkrankung behandelt, in der gleichen Nacht mußte meine Schwiegertochter den Notarzt rufen und ab gings ins Krankenhaus- Diagnose Keuchhusten!
Nach einer Woche wurde die Kleine entlassen mit der Auflage zu Hause weiter zu inhalieren und ein Atmungsüberwachungsgerät anzuschließen, aber Pustekuchen, das Inhaliergerät trotz Rezept einfach in der Apotheke abholen -- 3 Tage Wartezeit, weil es beim Vertragshersteller der Krankenkasse bestellt werden mußte oder sofort eins mitnehmen, aber vollen Preis selbst bezahlen, beim Atmungsüberwachungsgerät, trotz ärztlicher Notwendigkeitsbescheinigung keine!!!
Übnahme der Kosten durch die Krankenkasse, die knapp 600,- Euro mußte mein Sohn aus eigener Tasche bezahlen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 17. Mai 2009 00:30 
Hej,

privat versichern in S geht nicht. Alle sind in der grauen Masse der Sozialversicherten.
Wegen Keuchhusten ein Atemgerät? In Schweden völlig undenkbar.

Hier ist die Devise: am besten garnicht erst hin zum Arzt, die wimmeln dich ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 17. Mai 2009 21:07 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Mai 2008 22:43
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Tommy3 hat geschrieben:
Hej,

privat versichern in S geht nicht.


Ausnahmsweise darf ich Dir mal widersprechen.
Es geht, wie auch von den anderen berichtet, scheinbar nur im Zusammenhang mit dem Arbeitgeber...anderes ist mir wiederum nicht bekannt.

Ich und auch meine Tochter sind durch meinen Mann respektive seiner Firma durch einen fast lächerlichen Betrag per Monat privat zusatzversichert.
Der verschafft uns Zugang zu einer privaten Vardcentral (dessen Qualität aber auch nicht vom Hocker wirft) aber noch wichtiger...fast direkter Zugriff auf die Fachärtze in den Krankenhäusern zur ambulanten oder stationären Behandlung

LG
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 17. Mai 2009 23:22 
Bester Volker,

ich habe seit Jahren Schmerzen in allen großen Gelenken, kann mich oft kaum rühren - das höchste der Gefühle war dann ein Blutbild in der vårdcentral. Da man darin nichts gefunden hat, wird auch weiter nichts gemacht. Das wurde mir ausdrücklich versichert, weitere Versuche zwecklos. Es lebe die Schmerzmittelindustrie! Oder Ryan Air - nach Deutschland..

Ich finde es zynisch, die ewige Nichtbehandlung (und nicht vorhandene Diagnostik) in Schweden stets mit dem Vergleich der Gesundheitssysteme abzuschmettern und gar von Hypochondern zu sprechen.

In Schweden hat man keine Wahl, was ärztliche Behandlung betrifft. Man muß nehmen, was geboten wird - wenn überhaupt was geboten wird. (Und das meiste ist Einheitsmedizin - wie in Ystad, so in Haparanda.)

In Deutschland hat man diese Wahl - nach wie vor. Trotz aller Reformen.

Hier in Schweden gehen die Leute nicht NICHT zum Arzt, weil sie so klug oder keine Hypochonder sind. Hier gehen sie nicht zum Arzt, weil es entweder keine Ärzte oder Termine oder beides gibt - und weil man vor allem irgendwann AUFGIBT.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 12:17 
Schwedenfreund
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Wohnort: Westküste
Bei unserem letzten Deutschland-Aufenthalt traf ich mich mit einer alten Schulfreundin, die gebildet und auch in der Welt herumgekommen ist.

Irgendwie - über das Zähneputzen der Kinder - kamen wir auf das Gesundheitswesen zu sprechen.

Meine Freundin: "Hier in Deutschland haben wir ja leider kein so fortschrittliches Gesundheitssystem wie ihr in Schweden".

Ich, völlig überrumpelt, versuchte zu erklären, dass es so ja nun auch nicht sei.

Sie: "Ja, du findet ja auch das schwedische Bildungssystem nicht gut".

Was sollte ich dazu noch sagen? :roll:

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 14:03 
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Das passiert oft, nicht nur in punkto Gesundheitssystem, denken die Leute in Deutschland in Schweden ist alles besser, auch die Schweden, so habe ich in Gesprächen festgestellt denken in Deutschland ist alles besser, klar die meisten in beiden Ländern hören oder sehen Berichte im Fernsehen o. Rundfunk und da werden eher die positiven Aspekte des jeweiligen Landes gezeigt, um sich eine objektive Meinung bilden zu können muß man schon eine Weile in dem jeweiligen Land leben und selbst dann ist die Meinung immer von persönlichen Erfahrungen geprägt.
Einen perfekten Staat gib es nicht.

Conny


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 14:38 
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Liebe Tulipa, liebe Conny,

ich finde auch, dass es in Schweden alles besser ist....., fortschrittlicher, gepflegter, besser organisiert, eine bessere Natur, ganz besonders die Bildungspolitik ist in Schweden besser und, und und...

Spaß beiseite, es liegt in der Natur des Menschen, dass er in erster Linie nur seine eigenen Probleme sieht und als schlimm erachtet.
Wenn jemand eine Krankheit hat, erzählt es einem anderen, dann wird er die geschilderten Beschwerden erst selber nachempfinden können, wenn er genau das Gleiche durchgemacht hat. Das ist mit allen Dingen so. Solange man selber es nicht auch durchgemacht hat, findet man es nicht schlimm.
So ähnlich ist es mit dem Land in dem man lebt. Da man ja nur die eigenen Probleme im eigenen Land kennt, das andere aber nur vom Hörensagen, findet man, dass es einem selber schlechter geht als dem anderen im anderen Land.
Hinzu kommt, dass man meistens beim eigenen Land eher die negativen Seiten betrachtet, beim anderen Land die positiven Seiten.

Im Grunde lohn es sich kaum, dann darüber zu diskutieren, höchstens um dem Gesprächspartner zu signalisieren, dass eben nicht alles Gold ist was glänzt. Und damit er auch wieder auf den Teppich zurück kommt und das zu schätzen weiß, was er wirklich hat.

Mich rief letzte Woche ein sehr junger Mann aus Schweden an, der einige Zeit in D gelebt hat, auch er erzählte, dass er in D alles besser finde als in S.
Gut, mein Gedanke war, solch junger Mann möchte wohl mehr erleben als nur in der Natur Schwedens zu sein, aber es scheint wohl nicht am Alter zu liegen sondern eher an der Interessenlage.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 14:51 
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Klockestrand hat geschrieben:
Das passiert oft, nicht nur in punkto Gesundheitssystem, denken die Leute in Deutschland in Schweden ist alles besser, auch die Schweden, so habe ich in Gesprächen festgestellt denken in Deutschland ist alles besser,


Das Thema wurde hier schon umfänglich diskutiert (siehe http://www.schwedentor.de/forum/nochmal-bullerbu-syndrom,14078.html), und daher möchte ich dem definitiv widersprechen. Wenn Deutschland im Überall-anders-besser-finden in der Champions League spielt, dann reicht es für die Schweden gerade mal für die Bezirksliga. In Schweden würden Auswanderersendungen nie im Leben eine Popularität erreichen wie in Deutschland. Wenn man sich anschaut, mit welchen Einstellungen hier schon Frage gestellt wurden (so auf die Art "scheißegal, nur weg hier"), dann ist es schwerlich vorstellbar, dass man so etwas auch nur annähernd in Schweden finden wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 15:38 
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Hallo Hansbaer,

ganz richtig beobachtet. Das liegt daran, dass es in D tatsächlich so schlecht geworden ist, sonst würde es nicht soviele Leute geben, die am liebsten sofort aus D wegmöchten. Da greift manch einer nach dem Strohhalm. In Schweden gibt es sicherlich auch Personen, die meinen, dass es in D besser sei. Die würden sich schnell umgucken müssen, wenn sie nur eine kurze Zeit in D leben würden.

Denn dann würden sie merken, dass tatsächlich in Schweden noch ein besseres, humaneres und lebenswerteres System herrscht.


Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 16:17 
Aelve hat geschrieben:

Denn dann würden sie merken, dass tatsächlich in Schweden noch ein besseres, humaneres und lebenswerteres System herrscht.


Grüße Aelve



Ja, so isses


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 16:44 
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Aelve, ich hab hier keine Lust, das große Deja-Vu-Spiel zu spielen - schon alleine, weil es nichts mit dem Thema hier zu tun hat.

Schweden ist nicht generell humaner oder besser.

In Deutschland freut man sich nicht über die Suppe, sondern kann mit Inbrunst über das Haar diskutieren, das man darin gefunden hat.
Sicherlich gibt es in ihr eine Menge Haare, aber man würde sich auch nicht darüber freuen, wenn es nur einziges kleines wäre. Die deutsche Mentalität hat das Motto "Finde ich ja gut, aber...".

Das Ganze ist mehr als eine Mentalitätsfrage als ein reales Problem. Wenn es den Deutschen angeblich so schlecht geht, was sollen dann die Briten sagen, bei denen jedes Jahr Rentner reihenweise in ihren Wohnungen erfrieren? Oder die Spanier, die so etwas wie eine staatliche Sozialhilfe gar nicht haben?

Hier kannst du dir mal die Höhe der schwedischen Sozialhilfe ansehen:
http://www.socialstyrelsen.se/NR/rdonlyres/35076888-9901-4348-A202-96A805E7DA08/6802/Svenska200611425rev.pdf
Da erhält beispielsweise eine fünfköpfige Familie (Kinder 5,8 und 14) insgesamt 13070 kr försöjningsstöd, also 2614 kr pro Person. Bei Hartz-IV erhält eine vergleichbare Familie 1335 €, wenn ich richtig gerechnet habe - und dabei ist nichtmal eingerechnet, dass das schwedische Kindergeld deutlich geringer ist als das deutsche.
Was human daran sein soll, bedürftige Menschen bei schwedischen Preisen mit 2614 kr im Monat leben zu lassen, erschließt sich mir nicht.

Deswegen ist Schweden nicht schlechter als Deutschland. Wir können hier Kindertagesstätten loben, ein verständliches Steuersystem und eine gute Studienförderung. Wir können die Lohngleichheit loben und die unkomplizierte Bürokratie. Das ist schön, das ist gut - aber es ist eben nur die halbe Wahrheit, denn dieses Land ist kein Philanthropenparadies, sondern hat ebenso Schwächen, und das Gesundheitssystem ist eine davon.

Um zum Thema zurückzukehren:

Wir müssen hier einfach zwei Dinge unterscheiden: systematisch bedingte Schwächen und schlechte Erfahrungen im Einzelfall. Wenn ein Arzt eine Krankheit nicht richtig erkennt, dann ist das nicht systematisch bedingt. Wenn man aber ein Vierteljahr warten darf, bis man überhaupt den Arzt sieht, dann kann man das System durchaus dafür verantwortlich machen.
Und es ist nunmal ein Fakt, dass ein Viertel aller Patienten so lange warten muss, während dies in Deutschland nur bei einem kleinen Bruchteil der Fälle so ist.

Dies ist ein Mangel in Schweden, der eben den Deutschen besonders augenfällig ist, weil man so etwas in Deutschland eben nicht erlebt - und es ist definitiv etwas, das geändert werden muss.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 17:32 
Kürzlich habe ich gelesen:

"Zorn sei die Voraussetzung für Mut" (Thomas v. Aquin).
"Zorn öffnet den Rahmen des Denkens. Im Zorn denkt man die Möglichkeit des Unmöglichen"

Eine Kultur der Zufriedenen, der sich selbst Genügsamen birgt daher auch eine Gefahr - Denken/Fortschritt/Weiterentwicklung werden gehemmt/abgeschaltet.

Ich kann es mir nicht anders als so erklären: Das Gesundheitssystem ist hier noch nicht ausreichend schlecht - die Warteschlangen sind noch zu kurz, als dass man hier darüber richtig "zornig" werden würde. Außerdem pflegt man ja auch eine Konsens-Kultur, wo man erst eine ausreichend große Menge einheitlicher Meinungen zusammentragen muss, bevor man sich traut, wirklich durchgreifende Reformen einzuleiten.

Schreiende Titelblätter auf den Boulevardzeitungen, wie neulich als das Kind wegen zu später Behandlung starb, erregen zwar kurzzeitige Aufmerksamkeit, lassen die Leute insgesamt aber recht kalt. Nach einigen Tagen ist so was zumeist (leider) vergessen - heute ist z. B. schon wieder wichtiger, dass Schweden das Melodiefestival nicht gewonnen hat (im schwedischen Morgenmagazin haben nicht weniger als 3 Leute eine geschlagene halbe Stunde darüber diskutiert).

Wenn ich so überlege, dann bin ich schon froh, wenn man in Deutschland über jedes "Haar in der Suppe" erst mal schimpft und sich aufregt. Dies kann ja auch verhindern, dass erst das "Fass zum Überlaufen" gebracht werden muss, bevor sich etwas ändert.

S-nina


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 17:43 
Hej!
Möglicherweise regt man sich in Deutschland lieber auf als in Schweden. Dass dadurch sich aber irgendwas ändert, ist neu für mich.
Grüße,
Tilmann


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 18:31 
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Hallo Hansbaer,

es mag sein, dass es einige Deutsche gibt, die zum Nörgeln neigen und mit garnichts zufrieden sind. Deshalb gibt es ja auch soviele Ausgewanderte, denen es auch im Land ihrer Auswanderung nicht gefällt und sie auch dort jedes Haar in der Suppe mit der Lupe suchen.

Grüße Aelve

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Mai 2009 22:11 
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Zitat:
es mag sein, dass es einige Deutsche gibt, die zum Nörgeln neigen und mit garnichts zufrieden sind. Deshalb gibt es ja auch soviele Ausgewanderte, denen es auch im Land ihrer Auswanderung nicht gefällt und sie auch dort jedes Haar in der Suppe mit der Lupe suchen.


Das klingt nach Frustration deinerseits, Christa. Weil Du hier einige nicht davon ueberzeugen kannst das deine Sichweise die richtige ist... verzeih, aber so liest es sich oft.

Speziell ich bin ein Mensch der sehr wenig zum nörgeln neigt, aber mittlerweile so manchen Eindruck den ich mir als Tourist geschaffen hatte ueber Bord werfen musste. Fakt ist: Es ist schwer und nicht nachvollziehbar fuer einen Aussenstehenden der nicht im Land ist und deshalb nicht den Einblick hat so manches nachzuvollziehen was abläuft. ES IST SO!
Aber deswegen lasse ich mir noch lange nicht sagen ich sei "EinHaarinderSuppeSuchender" ;-)
Fuer mich bedeutet das: Zugeben können, Eingeständnisse hinnehmen können, etwas verarbeiten und nach Lösungen suchen. Gerade nach Lösungen haben wir uns hier in einem Thread wo es um Mentalitätsfragen ging/geht sehr viel gegenseitig weitergegeben und annehmen können.
Etwas kritisieren heisst nicht nach Haaren suchen, auch nicht es anprangern, sondern es schlicht und einfach beim Namen nennen. Das dies ab und zu etwas reisserisch, dann und wann emotional und auch einseitig geschieht ist einzig und allein der Spezies Homo sapiens sapiens anzurechnen ;-)


LG
Heike
die mit ihren angeblich "verlorenen" Träumen bestens leben kann :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 06:56 
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Hallo Aelve,

Aelve hat geschrieben:
ganz richtig beobachtet. Das liegt daran, dass es in D tatsächlich so schlecht geworden ist, sonst würde es nicht soviele Leute geben, die am liebsten sofort aus D wegmöchten.

Auf das Argument, dass Leute aus D wegwollen, weil für Deutschland/Deutsche das Gras auf der anderen Seite des Zauns immer grüner ist, antwortest Du, dass sie deshalb wegwollen, weil das Gras ja tatsächlich grüner ist.

Das ist - mindestens - logisch nicht ganz sauber und zeigt ansonsten nur, dass auch Du der Meinung bist, es sei anderswo grüner.
Es gibt auch viele Deutsche, die nach USA auswandern, und Du wirst kaum einen Amerikaner finden, der nicht felsenfest davon überzeugt ist, im "Gelobten Land" zu leben, während überall um ihn herum das Chaos herrscht, die Hexen in den Wäldern wohnen und in Europa die Menschen von feudalen Großgrundbesitzern und Adeligen geknechtet werden.
Folglich ist das Gras in USA grüner als in D oder S?
Besonders in der Anza Borrego...

Vielleicht ist es doch eher eine Mentalitätsfrage? Oder eine Folge davon, welches Bild des eigenen Landes und anderer Länder sich der mündige Bürger von "seiner" Presse und "seinem" Fernsehen verkaufen lässt?
(Der mündige Bürger, der natürlich niemals in seinem ganzen Leben den Versuch gewagt hat, auch nur in einem einzigen anderen Land Fuß zu fassen, sondern in echter Selbstkasteiung in der Hölle ausharrt.)

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 08:35 
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Hallo Heike, hej Samweis,

frustriert klinge ich eher, weil ich feststellen muß, dass es Personen gibt, die glauben, dass man nur alles Gute zusammen bekommt.
Es ist doch normal, dass eine Sache für einen gut ist, für den anderen eher schlecht. Das wurde hier auch schon zigmal gesagt, ich wiederhole mich deshalb auch nur. Was für einen gut ist, muß jeder selber entscheiden, denn wer sollte ihm die Verantwortung für sein Leben abnehmen?
Wenn jemand das Gesundheitswesen, das Schulwesen, die Lebensbedingungen in Schweden oder auch in einem ganz anderen Land besser findet, weil es eher auf ihn zugeschnitten ist, warum kann er dann nicht sagen, nach meiner Meinung ist es dort und dort besser geregelt? Man darf sich dann aber nicht wundern, dass auch das Gute ihre Schattenseiten hat oder dass die Vorteile, die man vorzufinden hofft, irgendwann doch für einen nicht mehr so zutreffen. Das muß man vor einer Auswanderung ausloten und sich auch bewußt machen, dass man keinen Platz der Erde findet, wo es optimal ist und alles so eingerichtet, wie man persönlich es gerne hätte.
Warum ist seit einiger Zeit in diesem früher so liebenswerten Forum in Schweden nur noch alles mies? Darf jemand, der dorthin auswandern möchte, weil ihm die dortigen Gegebenheiten mehr zusagen, über seine Situation nichts Schlechtes sagen? Aber Ihr, die Ihr bereits die Auswanderung hinter Euch gebracht habt, Ihr dürft Euch ungeniert über das Land negativ auslassen? Ich finde, einige Forumsmitglieder messen mit verschiedenen Ellen. Ansonsten ist ja nichts dagegen zu sagen, dass man auch Kritikpunkte eines Landes anspricht, wobei man sich bewußt machen muß, dass oft das eine ohne das andere nicht machbar ist.

Und natürlich ist für mich in Schweden grüner als es in Deutschland ist, mehr Wald, mehr Seen, viele Wiesen, viele Weiden, viele Acker, zumindest dort wo ich mir eine Bleibe gekauft habe. Denn Schweden ist noch nicht so überlaufen, wie ich es hier nun einmal jeden Tag erleben muß im Großstadtgetümmel, wo man glaubt, dass man eine Ameise in einem Ameisenhaufen ist. Dass ich, wenn ich die Natur Schwedens haben will, nicht gleichzeitig jammern darf, dass dort um die Ecke kein Remmidemmi ist, das ist mir bewußt und weiß ich vorher.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 10:18 
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Hallo zusammen,

erst einmal zu UnerreichbarerVård: Vor etwa 15 Jahren hatte ich so schwere Schmerzen in den Kniegelenken bekommen, dass Treppensteigen und das Betätigen des Kupplungspedals beim Autofahren zum Problem wurden. Insofern kann ich mitfühlen. Meinen damaligen Beruf als Kameramann konnte ich auch nicht mehr ausüben. Da ich damals in Deutschland lebte, wurde ich natürlich zu unzähligen Fachärzten geschickt, die außer etwas mehr Wasser in den Kniegelenken nichts gefunden hatten. Es war frustrierend und exitenzbedrohend. Nach einem knappen Jahr verschwanden die Schmerzen allmählich wie von selbst. Heute habe ich nur noch Schmerzen, wenn sich eine Erkältung oder eine Infektion anmeldet. Es gibt eben Dinge, die auch das beste Gesundheitssystem nicht in den Griff bekommen kann.

Eben habe ich in der Deutschen Welle in der Sendereihe Focus Europa einen Bericht über das staatliche britische Gesundheitssystem gehört. Mit etwas Suchen wird man ihn ab morgen auf http://www.deutsche-welle.de/ finden. Ein direkter Link ist leider nicht möglich. Nach diesem Bericht ist das schwedische Gesundheitssystem im Vergleich dazu das Paradies. Denn in England werden nach diesem Bericht z.B. teuere Medikamente, die im übrigen Europa Standard sind, an Krebspatienten nicht verschrieben, wenn die nur das Leben älterer Menschen verlängern. Mit Operationen wird ähnlich nach Kosten/Nutzen-Überlegungen verfahren. Also - ich finde, ich habe es in Schweden noch ganz gut getroffen.

Ja, als Anleitung zum Unglücklichsein muss man eben nur lange genug suchen und Vergleiche ziehen, und man wird überall Fehler und Macken feststellen und mit Sicherheit ist es irgendwo auf der Welt besser, andere haben bessere Häuser, bessere Autos, weniger Falten, ein angenehmerers Klima, nettere Nachbarn, bessere Schulen, einen besseres Arbeitsklima in einer besseren Firma und was weiß ich alles. Sucht nur intensiv danach und ihr werdet tatsächlich und unbestreitbar etwas finden, wo das Leben besser ist und entsprechend unzufrieden werden. Und wer kritisch ist, ist ja schlau, was uns die tägliche kritische Berichtersstattung beibringt. Bitte nicht missverstehen. Kritik ist immer notwendig, da ja nichts perfekt ist und alles zu verbessern ist. Auch ist das Leben manchmal hart. Aber leicht kann man in die Falle der Unzufriedenheit hineingezogen werden.

Der Bruder eines schwedischen Freundes lebt seit über 10 Jahren der Liebe wegen in Kalifornien: amerikanische Frau, US-Staatsbürberschaft, spricht akzentfrei amerikanisch, zwei Kinder, eigenes Haus, gut bezahlter Job, tolles Wetter. Der amerikanische Traum fast wie im Bilderbuch. Trotzdem hat er extremes Heimweh nach seinem Schweden und feiert in seinem amerikanisch-schwedischen Club selbstverständlich Midsommar unter der Sonne Kaliforniens. Seine Eltern meinen schon, er sei schwedischer als alle anderen Schweden.

Mein Fazit: Ich lebe in dem unvollkommen Schweden und bin glücklich. Ich habe nie erwartet, dass Schweden ein Traumland ist, wo ich ständig auf Wolke 7 schwebe. Ich nehme die Schweden so wie sie sind und akzeptiere auch das Gesundheits-System. In anderen Ländern wird es anders gemacht aber nicht unbedingt besser. Hier kann man es aber sehr gut aushalten. Sollte ich mal den ganz großen Frust bekommen, täte mir vielleicht ein Entwicklungshilfeeinsatz in Afrika ganz gut oder der Gedanke daran würde mir schon reichen.

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viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 10:53 
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Aelve hat geschrieben:
frustriert klinge ich eher, weil ich feststellen muß, dass es Personen gibt, die glauben, dass man nur alles Gute zusammen bekommt.


Ich habe nie erwartet, dass hier alles toll ist, und bin deswegen auch nicht enttäuscht, dass es nicht so ist.
Deine Botschaft hier ist, dass man doch bitteschön nicht so viel über das Schlechte reden soll, weil dann die Gefahr bestehe, das Gute zu bedecken. Und wenn es um Deutschland geht, solle man wegen Aussichtslosigkeit so tun, als rede man über Somalia.
Wenn du das so empfindest, ist das deine Sache.

Ein gesellschaftlich involvierter Mensch muss Probleme auch beim Namen nennen und die Verhältnisse kritisieren. Wir sind zwar "nur" Ausländer, aber auch Teil dieser Gesellschaft, und gerade wir, die den Vergleich haben, sollten Anstöße geben. Dies ist nämlich auch ein Teil von Multikulturalität: dass man voneinander lernt, und zwar nicht nur, dass Falafel lecker schmeckt.

Zitat:
Es ist doch normal, dass eine Sache für einen gut ist, für den anderen eher schlecht. Das wurde hier auch schon zigmal gesagt, ich wiederhole mich deshalb auch nur. Was für einen gut ist, muß jeder selber entscheiden, denn wer sollte ihm die Verantwortung für sein Leben abnehmen?


Ja, es ist gut, dass ich in dieser Phase meines Lebens in Schweden bin. Soll ich es deswegen gut finden, dass ich 4 Monate auf die Operation einer gewöhnlichen Fistel warten musste, die ich in Deutschland in 3 Tagen bekommen hätte?
Dies drückt nicht den Wunsch aus, hier solle man das deutsche Gesundheitssystem einführen. Es illustriert aber, dass es besser gehen kann und auch besser gehen sollte.

Andere Leute mögen ihr Wohnsitzland nach den Kriterien eines Autokaufs auswählen - ich tue es nicht.

Zitat:
Wenn jemand das Gesundheitswesen, das Schulwesen, die Lebensbedingungen in Schweden oder auch in einem ganz anderen Land besser findet, weil es eher auf ihn zugeschnitten ist, warum kann er dann nicht sagen, nach meiner Meinung ist es dort und dort besser geregelt?


Du kannst hier jede Meinung äußern, die du möchtest. Jedoch musst du dann damit leben, dass diese debattiert wird - sowas nennt man Diskussion.
Wenn du hier das Gesundheitssystem besser findest (weswegen eigentlich?), dann musst du dir Widerworte von denen gefallen lassen, die 6 Monate auf eine gewöhnliche Magenspiegelung warten müssen. Das sind nämlich auch diejenigen, die sich fragen, ob es nicht ohne kostenlosen Fernseher und Telefon ginge, wenn man dafür einen Arzt mehr bezahlen könnte, der die Wartezeiten verkürzt.
Wenn du das Schulwesen hier lobst und durchaus nachvollziehbare Kritik an seinem deutschen Pendant übst, musst du dir auch gefallen lassen, dass Leute, die aus erster Hand erzählen können, wie es an schwedischen Schulen zugeht, ein paar Wolken in den blauen Bildungshimmel schieben.

Zitat:
Man darf sich dann aber nicht wundern, dass auch das Gute ihre Schattenseiten hat oder dass die Vorteile, die man vorzufinden hofft, irgendwann doch für einen nicht mehr so zutreffen.


Ja, das Gute hat seine Schattenseiten - so ist das immer im Leben, und zwar sowohl in Deutschland als auch in Schweden.

Zitat:
Warum ist seit einiger Zeit in diesem früher so liebenswerten Forum in Schweden nur noch alles mies? Darf jemand, der dorthin auswandern möchte, weil ihm die dortigen Gegebenheiten mehr zusagen, über seine Situation nichts Schlechtes sagen? Aber Ihr, die Ihr bereits die Auswanderung hinter Euch gebracht habt, Ihr dürft Euch ungeniert über das Land negativ auslassen? Ich finde, einige Forumsmitglieder messen mit verschiedenen Ellen. Ansonsten ist ja nichts dagegen zu sagen, dass man auch Kritikpunkte eines Landes anspricht, wobei man sich bewußt machen muß, dass oft das eine ohne das andere nicht machbar ist.


Ich habe gerade einmal die Rubrik "Aktive Themen" durchgesehen. Unter den 91 Themen dort konnte ich 5 finden, die zur Miesepeter-Kategorie gerechnet werden können - und da habe ich noch sehr zu deinen Gunsten gerechnet.

Du darfst durchaus schlechtes sagen, aber es muss fundiert sein. Diese Generalabrechnungen mit dem deutschen Staat, die diesem unterstellen, dass er ein korrupter Moloch im Niedergang sei, gehen ebenso an der Realität vorbei wie das Bild vom Bullerbü-Schweden. Allgemeinplätze helfen weder Probleme zu erkennen noch sie zu lösen.

Zitat:
Und natürlich ist für mich in Schweden grüner als es in Deutschland ist, mehr Wald, mehr Seen, viele Wiesen, viele Weiden, viele Acker,


Der Spruch "the grass is always greener on the other side" ist auch keine Bezeugung der Naturliebe, sondern eine Metapher.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 11:34 
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Hallo Hansbaer,

Deine Meinung und Deine Aufklärung in allen Ehren. Ich weiß, dass der Spruch, woanders ist das Gras grüner nicht auf die Natur Schwedens gemünzt ist, sondern darauf, dass man das was man nicht hat, immer gutheißt und besser findet. Ich könnte dazu sehr viele Beispiele nennen, z.B. dass jemand abends im Dunkeln am Ufer steht, sieht ein tolles Haus am anderen Ufer und gerät ins Schwärmen. Er will sich das Haus näher anschauen, schlägt den Weg zu der anderen Seite des Ufers ein, um sich das tolle Haus von nahem zu beschauen. Plötzlich ist er ganz erstaunt, als er nah genug am Haus ist, denn dann sieht er dass es sich um sein eigenes Haus handelt, was er von weitem und im dunkeln als wunderschön erachtet hat, dass er meinte, der Hausbesitzer müßte der glücklichste Mensch auf Erden sein.
Denke also bitte nicht, Du hast es hier mit einem Dummchen zu tun, lieber Hansbaer, ich kenne mich schon ganz gut aus, das kannst Du mir gerne glauben. Und niemals habe ich gesagt, dass Deutschland mit Somalia gleichzusetzen ist, obwohl ich überzeugt davon bin, dass in Deutschland viel schief läuft und verbesserungswürdig ist. Also praktisch genau das Gleiche, was Du von Schweden schreibst. Auch habe ich in keinem posting behauptet, dass ich vom Gesundheitssystem in Schweden begeistert bin, ich selber war in Schweden noch nie in irgendeiner Behandlung, kann also mit keinem eigenen Bericht aufwarten. Ich weiß nur, dass auch in D das Gesundheitssystem sich nach und nach immer mehr verschlechtert hat, also die finanziellen Probleme haben auch über Deutschland keinen Bogen gemacht.

Ich hörte jetzt von jemanden, der nach Spanien ausgewandert war und mittellos zurückgekommen ist. Seine Aussage war:
das Problem war, dass ich deutsch gedacht habe, ich bin deutsch erzogen worden, ich habe deutsche Gewohnheiten,
ich kann mich mit der Mentalität der Spanier nicht anfreunden und ecke deshalb auch überall an.
Als Einwanderer muß man an sich selber arbeiten, muß zumindest versuchen, seine deutsche Denkweise etwas abzustellen, auch wenn es sehr schwer fällt, weil man nun einmal so erzogen wurde, immer korrekt, immer alles sofort zu erledigen, alles perfekt zu regeln, immer zu funktionieren.
Die Spanier sind anders, nach dem Motto, komme ich heute nicht, komme ich morgen.

Deshalb muß man sich über dieses im Klaren sein, so wie Volker es sehr gut ausführt, was ich voll unterstreichen kann.
Als Ausländer oder Eingewanderter muß ich mich umstellen, sonst wird man immer - so wie Ihr es oft hier macht - glauben, dass in Deutschland alles besser lief und immer noch läuft. Ich bin mit meinem Leben hier in D nicht unglücklich und auch nicht frustriert, trotzdem gefällt mir vieles in Schweden einfach besser, dafür weiß ich, dass auch Nachteile hinzunehmen sind.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 11:48 
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Eigentlich wollte ich mich in diesem Thread nicht mehr zu Wort melden, aber tue es trotzdem.
Erstmal möchte ich Fabian für sein tolles Posting danken, ich kann es in allen Punkten unterschreiben, da ich gleich denke und fühle.

Ich bin hier in Järna in der beneidenswerten Situation zwischen 2 Vårdcentral wählen zu können, ich habe 2 vollkommen unterschiedliche Apotheken in der Stadt, von denen eine ausschliesslich Weleda-Produkte und-Medizin verkauft, ich habe eine Klinik in der sowohl Schulmedizin als auch Naturheilkunde Hand-in-Hand arbeiten, ich kann mir hier mein Bio-Gemüse und Obst wöchentlich heimliefern lassen....ich könnte es weiter aufzählen, aber es bringt nix.
Ich weiss, wie besonders die Situation in dieser kleinen Stadt vor den Toren Stockholms ist.
ABER ich habe hier nur einen einzigen Zahnarzt, den staatlichen Zahnarzt, die ähnlich den privaten Zahnärzten wahrscheinlich, lieber die teuren Behandlungen durchführen, wenn man einen Termin auf die "Schnelle" bekommt, statt beim einem toten Zahn lieber den einfachen und kostengünstigen, für den Patienten, Weg zu gehen und den Zahn zu ziehen.
Zum Vergleich: Eine Wurzelbehandlung schlägt mal eben mit ca. 3500,.sek zu Buche, die einfache mit 2 Kanälen. Den Zahn rauszuholen und dem Patienten unnötige Kosten zu ersparen, kommt auf gerade mal ca. 1000sek.
Mein Mann, der vor knapp 2 Monaten einen Zahn gezogen bekommen, hat noch immer Probleme damit, weil wahrscheinlich Zahnfragmente im Kiefer vergessen wurden und er keinen neuen Termin bekommt.
Also wird der Deutschland-Besuch mit einem Zahnarztbesuch gekrönt, weil wir wissen, dass dort auf unsere Wünsche eingegangen wird und der Kiefer nochmals untersucht wird, wenn der Zahn draussen ist.
Ja, ich bezahle die Gebühren dann aus eigner Tasche, aber ich weiss, dass ich dann endlich keine Schmerzen mehr habe und wieder vernünftig essen kann.
Ich habe, ganz ehrlich, das Vertrauen an die schwedischen Zahnärzte verloren, nachdem im Dezember ein toter Zahn einfach nur bis zur Wurzel ausgehöhlt wurde und irgendwelche Medizin reingespritzt wurde, damit man irgendwann eine Wurzelbehandlung macht, statt den Zahn direkt rauszuholen und irgendwann eine Krone bzw. ein Implantat zu setzen.

Mir geht es wie Heike, ich kann mich meine "geplatzten" Träumen wunderbar und herrlich in Schweden leben, ich kann akzeptieren, dass nicht alles Eitel-Sonnenschein ist und bin glücklich hier.
Was ich aber nicht akzeptieren kann, sorry wenn ich es so deutlich ausspreche, dass mit der Gesundheit meiner Familie gespielt wird und das werde ich auch weiterhin offen kritisieren.

Ich möchte allerdings auch klarstellen, bevor es böses Blut von Seiten unserer Foren-Ärzte kommt, ich sehe das Problem keinesfalls bei den Ärzten, sondern schlicht im System, welches an sich selbst krankt und auf Kosten der schwedischen Bevölkerung geht.
Die Ärzte können nur soviel tun, wie in ihrer Macht liegt, sie sind Menschen, die in und mit diesem System arbeiten und täglich versuchen, dass beste drauss zu machen.
Ich denke, man muss sehr viel Liebe zum Beruf haben, damit man hier in Schweden als Arzt arbeiten kann, denn wie schonmal geschrieben wurde, des Geldes wegen wird kaum einer nach Schweden gehen.

In diesem Sinne
JANA

Nachtrag: Es mag sein, dass ich, auch nach 2 Jahren in Schweden, noch sehr deutsch denke und ticke, aber genau diese Eigenschaft hat meinen Sohn auf eine bessere Schule gebracht. Hätte ich schwedisch gedacht und gefühlt, wäre Yannic noch immer unglücklich auf der alten Schule und ich bzw. wir hätten es stilschweigend akzeptiert.
An Yannic´s Waldorfschule arbeiten viele Deutsche Lehrer und Betreuer, auch sie ticken und denken noch sehr deutsch, aber sie sind integriert im Kollegium, sie fühlen sich und sie trauen sich, obwohl seit Jahren in Schweden und gesellschaftlich akzeptiert, zu sagen, dass auch Deutschland gut und schön ist....dass es gute Seiten an der alten Heimat gibt und sie sich auf die Besuche bei den Familien und Freunden freuen. Aber sie sagen genauso, sie kehren gerne wieder in die Ruhe Schwedens zurück.
Die schwedischen Lehrer kritisieren OFFEN das schwedische Gesundheits-und Schulsystem, der komunalen Schulen, und Järna ist bestrebt sich bis 2014 von der Komune Södertälje zu lösen und eine eigenständige Komune zu werden.
Södertälje behindert Järna mehr in der Entwicklung, als das die Kooperation nutzen bringt...wir werden sehen, wie es ausgeht... Ich persönlich hoffe und unterstütze die eigenständige Komune JÄRNA

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 12:24 
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Aelve hat geschrieben:
Denke also bitte nicht, Du hast es hier mit einem Dummchen zu tun, lieber Hansbaer, ich kenne mich schon ganz gut aus, das kannst Du mir gerne glauben. Und niemals habe ich gesagt, dass Deutschland mit Somalia gleichzusetzen ist, obwohl ich überzeugt davon bin, dass in Deutschland viel schief läuft und verbesserungswürdig ist. Also praktisch genau das Gleiche, was Du von Schweden schreibst.


Ich denke auch nicht, dass du ein Dummchen bist. Du kommst jedoch immer wieder mit allgemeinen Aussagen, die einer Überprüfung im Detail einfach nicht standhalten.

Du kannst Somalia gerne durch jedes andere Land der Dritten Welt ersetzen, denn

Zitat:
Hallo Hansbaer,

Du vergißt, dass Deutschland tatsächlich eine Bananenrepublik ist wie sie im Buche steht.


Darauf spielte ich nämlich an - und du kannst mir nicht erzählen, dass dies für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Sache spricht.

Meine Botschaft war und ist: wir sollten weg von Pauschalitäten. Und zu sagen, dass Schweden ein humaneres und besseres System, ist eine solche.

Zitat:
Auch habe ich in keinem posting behauptet, dass ich vom Gesundheitssystem in Schweden begeistert bin, ich selber war in Schweden noch nie in irgendeiner Behandlung, kann also mit keinem eigenen Bericht aufwarten. Ich weiß nur, dass auch in D das Gesundheitssystem sich nach und nach immer mehr verschlechtert hat, also die finanziellen Probleme haben auch über Deutschland keinen Bogen gemacht.


Die Frage bleibt aber, wo es besser ist. Wenn ich die Wahl habe zwischen kostenloser Basisversorgung im Zahnbereich und einem System, bei dem jeglicher Zahnarztbesuch schon mit einem vierstelligen Kronenbetrag zu Buche schlägt, zwischen monatelanger Wartezeit und zügiger Behandlung, dann wähle ich letzteres - selbst wenn es mich als Steuerzahler mehr kostet.

Das ist nämlich der Punkt. Die Försäkringskassan bezahlt Menschen Geld, dass sie ins Ausland fahren, um ihre Kinder zu kriegen, weil in schwedischen Kliniken kein Platz für sie ist. Sie bezahlt viel Material und Geld für Behandlungen, die wegen der langen Wartezeiten und den daraus resultierenden Krankheitsverläufen entstehen. Dies sind auch meine Steuergelder, und ich finde, sie müssten anders verwendet werden.

Ich möchte kein deutsches System hier mit Zweiklassenmedizin, aber der schwedische Staat muss sicherstellen, dass genügend Ärzte im Gesundheitssystem arbeiten und diese auch in akzeptablen Zeiträumen zugänglich sind. Und daran scheitert das Gesundheitswesen kläglich, wenn es selbst die weitläufig gesetzte Grenze von 90 Tagen nicht einzuhalten vermag.

Zitat:
Ich hörte jetzt von jemanden, der nach Spanien ausgewandert war und mittellos zurückgekommen ist. Seine Aussage war:
das Problem war, dass ich deutsch gedacht habe, ich bin deutsch erzogen worden, ich habe deutsche Gewohnheiten,
ich kann mich mit der Mentalität der Spanier nicht anfreunden und ecke deshalb auch überall an.
Als Einwanderer muß man an sich selber arbeiten, muß zumindest versuchen, seine deutsche Denkweise etwas abzustellen, auch wenn es sehr schwer fällt, weil man nun einmal so erzogen wurde, immer korrekt, immer alles sofort zu erledigen, alles perfekt zu regeln, immer zu funktionieren.
Die Spanier sind anders, nach dem Motto, komme ich heute nicht, komme ich morgen.


Das mag auf viele Bereiche zutreffen, und ich maße mir nicht an, den Schweden einen deutschen Stempel aufdrücken zu können - ich möchte es auch gar nicht, auch weil ich vieles in diesem Land sehr schätze.
Jedoch trifft es nicht in diesem Fall zu, denn ich beschwere mich nicht darüber, dass man hier kein deutsches Brot im Supermarkt kaufen kann. Es geht hier um fundamentale Dinge, die jenseits jeder Mentalität stehen, nämlich das gesundheitliche Wohlergehen von 9 Millionen Menschen.

Potentiell kranke Menschen systematisch über Monate nicht zu untersuchen ist zumindest fragwürdig. Dass es in den zuständigen Stellen anscheinend nicht einmal den Willen gibt, wirklich etwas daran zu ändern, ist im Grunde menschenverachtend. Es ist in jedem Falle eines Landes nicht würdig, das sich selbst dafür rühmt, eines der besten Sozialsysteme der Welt zu haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 13:05 
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Hallo Hansbaer,

Du kannst über meine Aussage, dass Deutschland eine Bananenrepublik ist, denken wie Du vermagst. Ich habe es selber erfahren, dass es Bereiche gibt, wo es nicht nach Recht und Gesetz zugeht, wo Filz und Betrug an der Tagesordnung sind. Wo die Gesetze nur Makulatur sind, wo die Richter bestechlich sind, wo es zugeht wie eben in einem korrupten Land. Durch meine Berufstätigkeit, wo ich sehr viel mit Finanzen zu tun habe, weiß ich wovon ich spreche und woher meine Meinung kommt.
Du hast diese Erfahrung noch nicht machen müssen, sei froh darüber, aber spreche anderen Personen nicht ihre eigenen Erfahrungen ab.
Übrigens, Du bist doch immer so smart, warum meinst Du, dass ich andere überzeugen will von meiner Meinung? Ich diskutiere auch nur darüber, ganz genauso wie Du. Im Grunde ist es mir egal, wie Du tickst oder welche Denkweise Du hast.
Und meine Meinung ist eben die, dass ich meine, dass es seltsam ist, wenn ich als Einwanderer in ein anderes Land gehe und mich hinterher beschwere, dass die Bevölkerung eine andere Mentalität hat, das als Beispiel. Es mag stimmen, dass das Gesundheitssystem in Schweden nicht das Allerbeste ist, es sind ja genügend Beispiele aufgeführt, aber meinst Du, dass sich daran in Schweden etwas ändert, wenn Du es hier anprangerst?
Tut was dagegen, wenn Ihr die Möglichkeit habt, entweder versichert Euch zusätzlich oder tretet einer Partei bei, die sich eine Verbesserung auf die Fahnen geschrieben hat. Ich bemängel es genauso wie Du, dass Parteien sich auf die Fahnen geschrieben haben, sozial zu sein, wo es alles andere als sozial zugeht. Das ist wohl die Kunst der Politiker, dass sie genau das, was gar nicht klappt, als eigenen Verdienst noch hervorheben. Mir gefällt das genauso wenig wie Dir, dass etwas angepriesen wird, was in der Praxis so gar nicht stimmt.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 13:57 
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Aelve hat geschrieben:
Du kannst über meine Aussage, dass Deutschland eine Bananenrepublik ist, denken wie Du vermagst. Ich habe es selber erfahren, dass es Bereiche gibt, wo es nicht nach Recht und Gesetz zugeht, wo Filz und Betrug an der Tagesordnung sind. Wo die Gesetze nur Makulatur sind, wo die Richter bestechlich sind, wo es zugeht wie eben in einem korrupten Land. Durch meine Berufstätigkeit, wo ich sehr viel mit Finanzen zu tun habe, weiß ich wovon ich spreche und woher meine Meinung kommt.


Ich kann es nur nochmal wiederholen:

Zitat:
Als Bananenrepublik werden Länder bezeichnet, in denen Korruption und Bestechlichkeit bzw. allgemein staatliche Willkür vorherrschen oder denen diese Eigenschaften zugeschrieben werden.


Natürlich gibt es Korruption in Deutschland, und in Schweden gibt es dem Anschein nach weniger davon. Wenn man einmal von subjektiven Erlebnissen weggeht und versucht, objektive Massstäbe anzulegen, dann kann man z.B. einen Blick auf den Corruption Perceptions Index werfen. Da erreicht Schweden einen Wert von 9,3 und kommt damit auf den ersten Platz. Deutschland liegt auf Platz 13 mit einem Wert von 7,9 Punkten. Das ist verbesserungsbedürftig, aber immerhin besser als 21 der 26 anderen EU-Länder.

In einer Bananenrepublik zu leben heißt, einen Reisepass nur gegen Schmiergeld zu bekommen. Einen Arzt nur sehen zu dürfen, wenn man der Krankenschwester Geld zusteckt.

In Deutschland gibt es so etwas nicht - und deshalb ist es auch keine Bananenrepublik.

Zitat:
Übrigens, Du bist doch immer so smart, warum meinst Du, dass ich andere überzeugen will von meiner Meinung? Ich diskutiere auch nur darüber, ganz genauso wie Du. Im Grunde ist es mir egal, wie Du tickst oder welche Denkweise Du hast.

Und meine Meinung ist eben die, dass ich meine, dass es seltsam ist, wenn ich als Einwanderer in ein anderes Land gehe und mich hinterher beschwere, dass die Bevölkerung eine andere Mentalität hat, das als Beispiel. Es mag stimmen, dass das Gesundheitssystem in Schweden nicht das Allerbeste ist, es sind ja genügend Beispiele aufgeführt, aber meinst Du, dass sich daran in Schweden etwas ändert, wenn Du es hier anprangerst?


Es ist eine interessante Vorstellung von Diskussion, dass einfach jeder einmal seine Meinung sagt und dann alle wieder auseinander gehen. Wenn Meinungsaustausch zur reinen Meinungsabgabe wird, dann kann man sich das Diskutieren schenken.
Was wir hier betreiben, ist gegenseitige Information und Meinungsbildung.
Sie ändert für sich genommen nichts, hat aber trotzdem eine wertvolle Funktion. Zum einen erfahren Auswanderwillige mehr darüber, was sie erwartet, im Guten wie im Schlechten. Sie können sich auf Dinge einstellen, von denen sie vorher nicht einmal etwas wussten. Zum anderen lernen alle Beteiligten etwas zum Thema. Jedenfalls geht es mir so, denn ich habe in den letzten Monaten in Threads wie diesem eine Menge über Schweden erfahren, was schon alleine deswegen wertvoll ist, weil ich nur an einem Ort in einem Land mit 450.000 km² und 9 Millionen Menschen lebe. Ohne Anregungen wie diese würde ich mich bei weitem nicht so umfassend informieren, wie ich es derzeit tue. Ich denke, wenn die Teilnehmer hier nächstes Jahr zu den Urnen schreiten, wird auch dies seinen Niederschlag haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 15:25 
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Hallo Hansbaer,

da sind wir doch ganz einer Meinung, jeder schreibt in einem Forum seine Erfahrungen und ein Frager oder Interessent sucht für sich das raus, was ihm am ehesten gefällt, was er meint, dass er da was mit anfangen kann, wo er meint, dass er damit übereinstimmt. Sicherlich wird er auch Aussagen, die ihm mißfallen oder mit denen er mit Moment nichts anfangen kann, nicht achtlos vergessen, sonder ebenfalls speichern und sich daran gegebenenfalls auch erinnern, wenn er später die gleichen Erfahrungen sammelt.
Aber man kann nicht davon ausgehen, nur weil eine Person mal gescheitert ist bei der Auswanderung, dass dann jede andere Person auch scheitert.
Oder man kann nicht davon ausgehen, dass bei einem Patient eine Diagnose falsch war, dass das dem anderen Patienten genauso passieren muß.
Dazu gibt es zuviele verschiedene Menschen und möglicherweise bekommt ein Patient keinen schnellen Termin, weil er sich nicht richtig ausdrücken kann, der andere Patient aber bekommt früher einen Termin, weil er seine Sache wichtig machen kann oder sich durchzusetzen vermag.
Also kann man auch nicht allgemeingültig für jeden Fall den richtigen Tipp hier parat haben oder meinen, dass ein Tipp auf alle Leute passen muß.
Was die Sache mit der Bananenrepublik angeht, kannst Du schauen, dass es genügend Leute gibt, die genau das Gleiche behaupten wie ich, weil ihre Erfahrungen dementsprechend waren. Auch wenn Du es persönlich nicht für möglich hälst.

Was ist in Deinen Augen eine richtige Diskussion, dass der andere mundtot gemacht wird und am Ende sagt, dass er sich geirrt hat?
Ich gebe mal zu bedenken, dass Du es warst, der gesagt hat, in Deutschland wollen mehr Leute auswandern als in anderen Ländern.
Als ich dem zustimmte und meinte, dass ja auch viele Leute mit D unzufrieden sind, da sollte es plötzlich nicht mehr sein.
Für mich ist Diskussion auch, dass man die Meinung des anderen toleriert und dass man auch akzeptiert, dass jeder andere Erfahrungen gesammelt hat, die er in einer Diskussionsrunde schildert, ohne dass die anderen Teilnehmer ihm seine Erfahrungen absprechen wollen. Und auch, dass gleiches Recht für alle gilt und nicht, dass einer stöhnen und schimpfen darf, der andere aber hat den Mund zu halten.

Dazu gehört auch, dass jemand, der gute Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem in Schweden gesammelt hat, dieses hier auch schildern darf.
Und dazu gehört auch, dass jemand mal sagt, wenn in Schweden das Meiste schlecht ist, warum geht man dann nicht in ein ganz anderes Land oder zurück nach Deutschland, könnte doch sein, dass die Situation dort für die Person besser ist als vor seiner Auswanderung. Jeder ist doch seines Glückes Schmied. Damit sage ich nicht, dass das Gesundheitssystem in Schweden nicht verbesserungswürdig ist, man sollte nie auf einem schlechten Stand bleiben sondern immer Verbesserung gegenüber aufgeschlossen sein.

Grüße Aelve

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Zuletzt geändert von Aelve am 19. Mai 2009 15:37, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 15:32 
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Hallo Ihr,

ich glaube, ich kann jetzt nachfühlen, wie es tatsächlich ist, wenn man so unendlich lange auf einen Arzttermin warten muss, auch wenn ich, als ich in Schweden wohnte, keine eigenen Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem gemacht habe: Ich wollte hier in meiner Stadt in Süddeutschland einen Facharzttermin ausmachen - leider nehmen alle entsprechenden Praxen in unserer 80000-Einwohner-Stadt keine neuen Patienten mehr an. Mir wurde empfohlen, mich im Herbst nochmal zu melden, um dann einen Termin für das nächste Frühjahr auszumachen.

Zum Glück kann ich ja aber hier auch in jede andere Stadt fahren und dort Termine ausmachen (das werde ich wohl machen - muss ich halt mit dem Zug zum Arzt fahren... :roll: ).

Was ich sagen will: Ich bin eigentlich ziemlich froh, dass hier im Normalfall keine solchen Verhältnisse herrschen. Den anderen notwendigen Facharzttermin bekam ich sofort einen Tag nach dem Anruf.

Naja,
so weit,
Berta.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 15:54 
Zitat:
Aelve: Für mich ist Diskussion auch, dass man die Meinung des anderen toleriert und dass man auch akzeptiert, dass jeder andere Erfahrungen gesammelt hat, die er in einer Diskussionsrunde schildert, ohne dass die anderen Teilnehmer ihm seine Erfahrungen absprechen wollen.

Warum setzt du das beispielsweise in diesem Thread nicht einfach um - ich meine das Tolerieren der Erfahrungen anderer - auch wenn diese möglicherweise negativer Natur sind?

Zitat:
Aelve: Dazu gehört auch, dass jemand, der gute Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem in Schweden gesammelt hat, dieses hier auch schildern darf.

Selbstverständlich darfst du auch deine eigenen Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem in Schweden schildern. Ich meinte nur vorhin gelesen zu haben, dass du diesbezüglich keine eigenen Erfahrungen beisteuern kannst:
Zitat:
Aelve: Auch habe ich in keinem posting behauptet, dass ich vom Gesundheitssystem in Schweden begeistert bin, ich selber war in Schweden noch nie in irgendeiner Behandlung, kann also mit keinem eigenen Bericht aufwarten.


S-nina


Zuletzt geändert von nysn am 19. Mai 2009 16:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 16:05 
Hej
Nina,

sei vorsichtig in deiner Kritik, sonst fliegst du hier schnell raus!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 16:11 
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Irgendwie geht es hier schon wieder um persönliche Diskrepanzen zwischeneinander.

Wir sollten doch versuchen, beim Thema zu bleiben. Ich finde, dass in den Tread "Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem" diejenigen was zu sagen haben, die tatsächlich Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem gesammelt haben. Und scheinbar gehörst du Aelve nicht dazu. Ich will hier niemandem das Wort verbieten, aber permanent Wortgefechte mitzubekommen, die mit dem Thema einfach überhaupt nichts zu tun haben, finde ich persönlich unangebracht. Klar, zu schreiben, dass man, wenn besonders krasse Beispiele hier aus Schweden kommen, dass man möglicherweise froh ist, in Deutschland zu wohnen oder so, das gehört dazu, aber wie man auf Bananenrepublik und Korruption kommt, ist mir vollkommen schleierhaft und um es deutlich zu sagen: Das hat in diesem Tread nichts zu suchen!

Aber, um zum Thema zurückzukommen. Ich habe seit ich hier wohne, zum Glück, noch keine negativen Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem gesammelt. Habe aber von einer Bekannten dramatische Geschichten zu ihren Zähnen gehört. Wie oben beschrieben, dass auf eine völlige Entfernung das Zahnes verzichtet wurde und eher rumprobiert wurde. Desweiteren wurde sie in derselben vårdcentrale von verschiedene Zahnärzten behandelt, was ja gerade bei Komplikationen nicht zu einem Vertrauensverhältnis führen kann. Schlussendlich ließ auch sie bei Besuchen in Deutschland einen deutschen Zahnarzt das Ganze behandeln - erfolgreich und schmerzfrei.
Die Zahnbehandlung von Jugendlichen erlebe ich hingegen als recht gut. :) Vielleicht sind es ja auch nur die schlechten "deutschen" Zähne...

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 16:20 
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Hallo Tommy3,

schmiedest Du immer noch Deine Verschwörungstheorie, dass hier irgendwer irgendjemanden rauswirft? Ich glaubte, gelesen zu haben, dass Dietmar Dir schon einige Male erläutert hat, dass Du es selbst zu verantworten hattest, wenn er als zuständiger Admin einige Deiner postings gelöscht hat.

Und, S-Nina, ich lasse jedem seine Meinung, aber trotzdem mußt Du mir auch zugestehen, wie einigen anderen Kritikern auch, dass man bei ständigem Wehklagen, wie schlecht es doch in Schweden alles ist, mal hinterfragt, wie das angehen kann und ob es nicht auch an Deiner Mentalität liegt, die nicht schwedengeeignet zu sein scheint. Darf ich daran erinnern, dass ein Forum mit Thema Schweden nicht nur dafür da ist, seinen täglichen Frust über Bewohner eines Landes, über die Politik eines Landes, über alles Ungemach, was Dir anscheinend täglich passiert, hier breitzutreten?
Kritik und Erfahrungen ja, aber wenn es - das ist meine persönliche Meinung - nur noch um das Schlechtreden eines Landes geht, dann ist es in meinen Augen nicht der Sinn eines Schwedenforums. Und hier bin ich mit meiner persönlichen Meinung bei weitem nicht alleine.
Gibt es nicht ein Forum in Schweden, wo man seine täglichen Sorgen, seine Kümmernisse, seine täglichen Probleme mit anderen diskutieren und besprechen kann?
Früher hast Du oft gute Tipps und Ratschläge gegeben, tut mir leid, aber das gefiel mir besser als dieses tägliche Gejammer um ein angeblich schlechtes Leben in Schweden. Für mich ist auch ein Ratschlag, dass man sich nicht in ein solches Jammertal begeben soll, ein gutgemeinter Ratschlag.

Aber ich weiß nicht, ob Du mir das abnimmst, dass es von mir nur gutgemeint ist, wenn ich sage, dass das Leben eben nirgends ein Zuckerschlecken ist.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 16:24 
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Aelve hat geschrieben:
Aber man kann nicht davon ausgehen, nur weil eine Person mal gescheitert ist bei der Auswanderung, dass dann jede andere Person auch scheitert.


Ich wüsste jetzt kaum einen Fall von einer gescheiterten Auswanderung hier im Forum. Diejenigen, die hierher gekommen sind, zeigen nämlich, dass sie sich informieren wollen - und wenn man das tut, scheitert es nur dann, wenn einfach keine Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jobsuche vorhanden waren.

Zitat:
Oder man kann nicht davon ausgehen, dass bei einem Patient eine Diagnose falsch war, dass das dem anderen Patienten genauso passieren muß.
Dazu gibt es zuviele verschiedene Menschen und möglicherweise bekommt ein Patient keinen schnellen Termin, weil er sich nicht richtig ausdrücken kann, der andere Patient aber bekommt früher einen Termin, weil er seine Sache wichtig machen kann oder sich durchzusetzen vermag.


Das ist nicht nur spekulativ, sondern schlichtweg nicht zutreffend. Es geht nicht um Fehldiagnosen, sondern um fehlende Behandlungskapazitäten. Was hier beklagt wird, ist nicht, dass die Ärzte Krankheiten nicht erkennen, sondern dass man weggeschickt wird oder ewig warten muss, weil einfach kein Platz zur Verfügung steht. Wenn sogar die Gesundheitsbehörde zugibt, dass das System in einem Viertel der Fälle nicht in der Lage ist, einen Termin rechtzeitig zuzuweisen, dann ist das nicht aus der Luft gegriffen. Im übrigen verläuft die Terminvergabe (nach meinen Erfahrungen) nicht so, dass man diesen Termin im persönlichen Gespräch ausmacht. Man wird vom Hausarzt überwiesen und erhält dann den Termin per Post. Die Terminvergabe beim Facharzt erfolgt also nur auf Basis der Unterlagen, die der Hausarzt schickt. Der Patient hat praktisch keinen Einfluss darauf.

Zitat:
Was die Sache mit der Bananenrepublik angeht, kannst Du schauen, dass es genügend Leute gibt, die genau das Gleiche behaupten wie ich, weil ihre Erfahrungen dementsprechend waren. Auch wenn Du es persönlich nicht für möglich hälst.


Es gibt auch eine Menge Leute, die behaupten, die Amerikaner waren nie auf dem Mond. Die Leute behaupten viel, wenn der Tag lang ist. Und wenn man genau schaut, dann wird jeder in seiner Umgebung eine Baufirma finden, die sich einen Auftrag ermauschelt, einen Bürgermeister, der bestimmten Leuten ganz besonders gewogen ist, und noch vieles mehr. Ich komme aus dem Land des G'schmäckle und wüsste da auch so manche Geschichte zu erzählen.

Jedoch landen wir dabei wieder einmal bei der gleichen Leier - subjektive Einzelerfahrungen werden zu einem großen Ganzen zusammengekittet, und das soll dann als vermeintliche Wahrheit herhalten.
Dagegen wehre ich mich - man kann gerne über Einzelerfahrungen sprechen, aber man sollte nicht anhand solcher Dinge versuchen, die Welt zu erklären.

Zitat:
Was ist in Deinen Augen eine richtige Diskussion, dass der andere mundtot gemacht wird und am Ende sagt, dass er sich geirrt hat?
Ich gebe mal zu bedenken, dass Du es warst, der gesagt hat, in Deutschland wollen mehr Leute auswandern als in anderen Ländern.
Als ich dem zustimmte und meinte, dass ja auch viele Leute mit D unzufrieden sind, da sollte es plötzlich nicht mehr sein.
Für mich ist Diskussion auch, dass man die Meinung des anderen toleriert und dass man auch akzeptiert, dass jeder andere Erfahrungen gesammelt hat, die er in einer Diskussionsrunde schildert, ohne dass die anderen Teilnehmer ihm seine Erfahrungen absprechen wollen. Und auch, dass gleiches Recht für alle gilt und nicht, dass einer stöhnen und schimpfen darf, der andere aber hat den Mund zu halten.


Du bist, wie gesagt, frei, hier zu äußern was du möchtest - unter der Gefahr, dass du Erwiderungen erhältst, die du nicht möchtest.
Ich erwarte gar nicht, dass du mit mir einer Meinung bist, und spreche dir auch deine Erfahrungen nicht ab.

Jedoch kannst du nicht erwarten, dass ich mit deinen Ansichten konform gehe, nur weil du älter bist.

Zitat:
Dazu gehört auch, dass jemand, der gute Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem in Schweden gesammelt hat, dieses hier auch schildern darf.


Sicherlich darf er das - nur ist es das in rund 160 Beiträgen kaum vorgekommen. Ich würde gerne mal lesen, dass jemand seinen Zehnagel in 7 Tagen operiert bekommen hat. Oder dass schon am Tag nach der Überweisung der Termin für den Augenarzt im Briefkasten lag.
Es ist leider nur recht unwahrscheinlich, dass das passieren wird - und zwar ganz einfach deswegen, weil solche wunderbaren Dinge leider selten in Schweden passieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 16:33 
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Erstmal vorweg:
Ich kann mich hansbears und Janas letzten Postings zu 100% anschliessen. Besonders hansbears vorletztem.
Ich blicke nicht so ganz durch von was Du uns hier ueberzeugen möchtest, Aelve! Als Diskussion empfinde ich das leider nicht. Natuerlich gehört dazu das man die Äusserungen anderer akzeptiert - aber wer tut das hier nicht? wo und wann?

z.B.

Zitat:
Und meine Meinung ist eben die, dass ich meine, dass es seltsam ist, wenn ich als Einwanderer in ein anderes Land gehe und mich hinterher beschwere, dass die Bevölkerung eine andere Mentalität hat, das als Beispiel.


Beschweren wir uns "hinterher"wenn wir offen und ehrlich von unseren Erfahrungen reden? Erfahrungen, Erlebnisse die halt ihre Zeit brauchen weil man nicht von heut auf morgen alles mitbekommt, es durchschaut?
Das habe ich so noch nie gesehen! Und ich muss zugeben ich werde leicht säuerlich das mir deshalb der Mund verboten werden soll weil ich als AUSLÄNDER in einem anderen Land mich nicht zu beschweren habe? Nennt man soetwas Demokratie??
Missstände anzuprangen ist der erste Schritt um sie ändern zu können.
Ich bin ueberzeugt davon, das sich ueber kurz oder lang die Verhältnisse im Gesundheitssystem hier ändern (muessen). Dazu tragen Menschen wir wir (Ausländer) bei, weil wir andere Erfahrungen, Ansichten mit einbringen können.
Der Schwede selbst ist gewohnt - ueber Jahrzehnte - im grossen und ganzen alles hinzunehmen was ihm vorgesetzt wurde. Erst seit er dabei ist zu lernen ueber seine Grenzen hinweg zu schauen, merkt er allmählich das es auch anders sein kann. Davon bin ich ueberzeugt. Denn Integration bedeutet nicht nur Anpassung von einer Seite aus!


Zitat:
Aber man kann nicht davon ausgehen, nur weil eine Person mal gescheitert ist bei der Auswanderung, dass dann jede andere Person auch scheitert.




WER sagt das und WO/WIE?
Du nennst es scheitern wenn man etwas anprangert? Meinst du nicht, Christa, das das eine sehr gewagte Äusserung ist? Noch dazu sehr subjektiv?

Die Erfahrungen bezuegl. des schwedichen Gesundheitssystemes die hier bisher aufgefuehrt wurden – zumeist sogar ueberwiegend persönliche! - kannst du nicht als gescheitert oder als individuelle Einzelfälle abtun! Das geht einfach nicht!
Eine Reaktion, welche da einer Diskussiun wuerdig wäre, ist vielleicht die Nachfrage nach dem ”warum”. Warum empfinden wir dieses oder jenes als negativ, ja teilweise als beängstigend. Wie äussert sich soetwas. In dieser Form!
Nicht mit: ”Dann seit ihr halt mit falschen Erwartungen in ein Land gekommen, denkt zu deutsch oder seit ständig unzufrieden mit dem was ihr habt” Das sind pure Angriffe, Christa! Oder ”Dann tut doch etwas anstatt hier rumzumeckern!” Ja, denkst du denn das Leben besteht nur daraus das man sich hier im Forum ”auslässt”? Ich persönlich rede viel mit Schweden ueber solche Themen weil ich einfach versuchen will herauszufinden warum manches so ist oder wie sie dazu stehn, was man tun könne. Das ist sehr zäh, und denk mal nicht, das da die Schweden gerade da auf den Ausländer gewartet haben der ihnen erklärt wie was abzugehen hat! Aber immerhin kan man Denkanstösse geben! Mehr erwarte ich da momentan gar nicht. Und da denke ich schon, das es vielen hier nicht anders ergeht.
Du versuchst ständig zu definieren weshalb wir uns ”beschweren”, weshalb Schweden etc hier im Forum ständig irgendwie mies gemacht wird. Da solltest du dich nicht wundern, wenn so mancher nicht mehr so gelassen reagiert. Denn mit gescheiterten Existenzen verglichen zu werden die nicht das bekommen haben was sie wollten, evtl. weil sie zu hohe Erwartungen oder sonstwas haben und einfach nicht kapieren wollen das in D alles ja noch viel, viel schlimmer ist macht keine Freu(n)de! Du tutst das! (Ich lese das mittlerweile so bei dir, und du weisst, das ICH sehr viel Wert darauf lege das richtig gelesen wird!)
Schweden h a t seine miesen Seiten. Das ist unabänderlich!

Zitat:
Für mich ist Diskussion auch, dass man die Meinung des anderen toleriert und dass man auch akzeptiert, dass jeder andere Erfahrungen gesammelt hat, die er in einer Diskussionsrunde schildert, ohne dass die anderen Teilnehmer ihm seine Erfahrungen absprechen wollen.



Aber genau das tust du selbst doch, wenn du schreibst wir wollen nur miesreden oder uns beschweren! Ich bitte dich Christa! Ueberdenk das doch einmal! Akzeptier DU doch bitte einmal, das unsere Erlebnisse in diesem Land Tatsachen sind! Keine gescheiterten Auswanderungen, keine zu hohen Erwartungen, keine verklemmten Individuen … Schlichtweg: Persönliche Erfahrungen!

Etwas nicht äussern, es zu verschweigen, es totschweigen, das ist genauso schlimm wie die Sache selbst. Und genau deswegen sollte man negative Erfahrungen nicht mit beschweren gleichsetzen!

Und mal ganz ehrlich, Christa: Deine negativen Erfahrungen im Bezug auf Deutschland sind doch dann auch nichts anderes als Beschwerden, oder? Meinst Du nicht, das da der Vergleich in der Waagschale stimmt?

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 16:42 
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Zitat:
....ich lasse jedem seine Meinung, aber trotzdem mußt Du mir auch zugestehen, wie einigen anderen Kritikern auch, dass man bei ständigem Wehklagen, wie schlecht es doch in Schweden alles ist, mal hinterfragt, wie das angehen kann und ob es nicht auch an Deiner Mentalität liegt, die nicht schwedengeeignet zu sein scheint.


Genau DAS meine ich, Christa!

Das ist ganz schön harter Tobak!
Sagt hier jemand zu dir du bist "Deutschland-untauglich" weil du halt da schlechte Erfahrungen gesammelt hast?
Ich persönlich sehe es 1. nicht ein, als nicht schwedengeeignet betrachtet zu werden, nur weil ich am System dieses oder jenes nicht gutheissen kann, einfach weil es nicht gutzuheissen ist! Und 2., weil ich Mensch bin, und nicht in irgendeine Schublade mit Schweden oder auch Deutschen geworfen werden möchte, weil ich mich nämlich schlichtweg mit keiner Nation identifiziere!
Betrachte bitte deine Äusserungen mal näher!

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 16:49 
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Hallo Heike,

was Du bei mir anprangerst, das tut Ihr genau in dem Maße, in dem hier Leute, die wagen zu sagen, sie möchten aus irgendwelchen Gründen aus Deutschland auswandern, diesen sofort Unwissenheit und Blauäuigkeit sowie Bullerby-Denken vorwerft.
Nur da Ihr ja schon ausgewandert seid, da dürft Ihr das? Ihr dürft anderen sagen, in D ist alles super, was wollt Ihr hier in Schweden, da ist ja eh alles nicht so toll. So kommt es leider bei mir an und da stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da. Alle die sich hierüber beschweren, dass in diesem Forum wohl nur noch Personen schreiben, die kein gutes Haar an Schweden lassen, denen wird sofort über den Mund gefahren.

Das ist dann wohl richtig, da Ihr ja so gut Bescheid wißt, wie es in Schweden ist. Sobald ich etwas hier schreibe, dann seid Ihr paar Peoples abwechselnd auf dem Plan, da es ja nicht angehen kann, dass es auch positive Erfahrungen von bereits Ausgewanderten gibt.
Ich will niemanden überzeugen, nach Schweden zu gehen, aber Ihr solltet auch aufhören, Euch darüber auszulassen, dass Ihr hier Richter darüber sein wollt, wer Probleme und in welchem Land haben darf.

Gruß Christa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 17:06 
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Wohnort: Ronneby
Tvärtom - precis, Christa!
Zur Erinnerung: ICH finde so etliches an D sch.... und bin genau deswegen nach S gegangen. Deswegen lasse ich mir noch lange nicht unter die Nase reiben ich sei hier gescheitert weil ich mit dem Gesundheitssystem nicht klarkomme!
DU hast Bullerbyn-Vorstellungen, davon bin ich leider mittlerweile ueberzeugt.
Aber wenn man andere davor warnt, das einem in Schweden bzgl. des Gesundheitssystems etwas unangenehmes erwarten könnte, sehe ich in keinerlei Weise das dann Auswanderwilligen ausgeredet wird herzukommen, geschweige denn ihnen Bullerbydenken unterstellt wird. Solch ein Unsinn!
Und wenn hier mittlerweile so viele - und sogar ich! - deine Bemerkungen kritisieren, solltest Du vielleicht doch langsam anfangen ueber sie nachzudenken!
Ich weiss, es verlangt unheimlich viel Mut sich selbst etwas einzugestehen.
Wahrscheinlich ist das der schwerste Berg den man ueberhaupt besteigen kann! Glaub mir, da spreche ich aus Erfahrung.
Dir trotzdem alles Gute weiterhin im Leben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 17:31 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Mai 2008 22:43
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Wohnort: Insel Orust
schade, wiedermal ein sehr informativer Thread gesprengt....

Applaus Christa

und viel Spaß in 10 Jahren in Schweden mit deutscher Adresse und deutscher Krankenkassenkarte


und wenn es kalt und dunkel wird in Schweden...schnell retour ins deutsche warme Nest.


Dies ist zwar unangebrachte Ironie, aber alle anderen haben schon sehr gut argumentiert und versucht sich zu erklären.
Aber sie sind alle abgeprallt und ins Kreuzfeuer genommen worden.
Also spare ich mir meinen Atem.
Vielleicht erhalten ja HeikeBlekinge´s eindringliche Worte Gehör, aber auch das wage ich zu Bezweifeln.

Inspiriert von einzelnen Angaben in diesem Thread habe ich, denke ich, eine gute Lösung für unsere familäre ärtzliche Versorgung bekommen. Danke schön, dafür.

Vielleicht sollten wir alle unsere Nerven schonen und die wiederholend unangemessenen, themensprengenden, beleidigenden Einwürfe unserer lieben Christa übergehen und bei unseren Unterhaltungen bleiben.

Frei nach dem Motto..."schenk der nächsten Parkuhr 10 Cent" :wink:

Heike

PS noch ein kleiner Nachtrag an Jana:
stimmt was Du schreibst...glückwunsch zu Eurer "besonderen" Region....lag mir schon die ganze Zeit auf den Lippen bzw. in den Fingern :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 17:33 
Schwedenfreund
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Registriert: 8. April 2009 13:51
Beiträge: 359
Wohnort: Västernorrland
Hallo Aelve,

bei all' dem "Ihr" und "Eure Erfahrungen" fühle ich mich hier:
Aelve hat geschrieben:
Hallo Heike, hej Samweis,

mal direkt angesprochen, lese Dein Posting - und finde keinen Bezug zu meinem vorhergehenden Posting.

Statt dessen finde ich:
Aelve hat geschrieben:
Warum ist seit einiger Zeit in diesem früher so liebenswerten Forum in Schweden nur noch alles mies? [...]
ich kenne mich schon ganz gut aus[...]
ich selber war in Schweden noch nie in irgendeiner Behandlung,[...]
dass Deutschland eine Bananenrepublik ist, [...]
weiß ich wovon ich spreche und woher meine Meinung kommt. [...]
nur weil eine Person mal gescheitert ist bei der Auswanderung, [...]
ob es nicht auch an Deiner Mentalität liegt, die nicht schwedengeeignet zu sein scheint. [...]
aber wenn es - das ist meine persönliche Meinung - nur noch um das Schlechtreden eines Landes geht [..]
dieses tägliche Gejammer um ein angeblich schlechtes Leben in Schweden. [...]
dass Ihr hier Richter darüber sein wollt,[...]
Gibt es nicht ein Forum in Schweden, wo man seine täglichen Sorgen, seine Kümmernisse, seine täglichen Probleme mit anderen diskutieren und besprechen kann? [...]

Hmmmm, ist es möglich, dass es Dir hier gar nicht darum geht, anderen Deine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem mitzuteilen?
Sondern dass Du vielleicht etwas ganz anderes aussagen möchtest?

Ich denke, dass Dietmar in seinem Schweden-Forum zur Not auch noch Platz für einen Thread hat, in dem Du Deine täglichen Sorgen, Deine Kümmernisse, Deine täglichen Probleme in D mit anderen diskutieren und besprechen kannst.

Schließlich wirst Du dort ja einigen Zuspruch finden:
Aelve hat geschrieben:
Und hier bin ich mit meiner persönlichen Meinung bei weitem nicht alleine. [...]
wie einigen anderen Kritikern auch [...]
da stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da. [...]

Legitimation durch andere... ganz übel... ist mir in diesem Ausmaß seit 40 Jahren nicht mehr begegnet

Und wenn Dein Thread gar zu einsam wird, werde ich mich gerne dort beteiligen.

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 17:49 
Alter Schwede
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Ich sehe es wie Heike, auch ich sehe nicht, dass auf den Punkt gebrachte Kritik etwas mit Scheitern zu tun hat und ich würde es mir verbitten, unsere Auswanderung als gescheitert zu betrachten, nur weil ich einige Sachen, welche mir nunmal quer im Magen liegen anspreche.
Wenn man nach nur 2 Jahren in einem Land sich ein komplett anderes Leben aufgebaut hat, nachdem man ohne kaum einen Cent in der Tasche, ohne Möbel und nur mit seinem Träumen bewaffnet auswandert, dann kann es entweder fürchterlich schief gehen oder ab auch, wie bei uns, ein sehr schwerer Beginn, ein durchwachsenes Mittelfeld und dann eine, hoffentlich, gute Zukunft geben.
Und ich habe in den letzten WOchen kaum irgendwo in einem Thread gelesen, dass die Foris jemanden ein Bullerbü-Syndrom vorgeworfen haben, vielmehr waren es wie immer grundlegende Info´s, welche Hand und Fuss hatten.

Nach 2 oder mehr jahren im Land ist nun einfach der helle Glanz des Beginn´s weg und es ist alles Normalität geworden, aber an Sachen, wie ewig auf einen Arzttermin warten, kann und darf keine Normalität sein.
Und wie kann man ein Gesundheitssystem als absolut positiv bewerten, wenn man es selber garnicht kennt, wenn man nie einen Fuss in ein schwedisches Vårdcentral gesetzt hat?? Das ist, als wenn ich das Amerikanische System in den Himmel hebe, obwohl ich noch nie in meinem Leben in den Staaten war.
Zum Thema Ausländer und die "Klappe halten": Welch ein Schmarr´n, mein Mann ist sowohl in Schweden als auch in Deutschland Ausländer und er hat nirgendswo seine Meinung verheimlicht. Warum sollte er auch? Schliesslich arbeitet er, zahlt seine Steuern und hat einen Kopf mit dem er denken und einen Mund mit dem er reden darf. Integration beginnt mit der Akzeptanz von Meinungen Andersdenkender, egal ob Schwede, Deutscher, Amerikaner oder was auch immer....
Zum Thema "Bananenrepublik" werde ich mich erst garnicht äußern, denn es sind schlicht und ergreifend Stammtischparolen, die ich als Gebildeter und Belesener Mensch erst garnicht in den Mund nehmen würde, schon garnicht in Bezug auf Deutschland oder irgendein anderes halbwegs zivilisiertes Land...
Zumal es eine Beleidigung einem Grossteil meiner Familie in Deutschland ist, die im Öffentlichen Dienst arbeiten und keineswegs korrupt sind, sondern hartarbeitende und ehrliche Menschen, sowie 99,9 % ihrer Kollegen.

Und nochmal zum Gesundheitssystem:
Wenn ich in Deutschland morgens mit Zahnschmerzen aufwache, kann ich zum nächsbesten Zahnarzt gehen und werde als Akkuttermin betrachtet, zahle 10,-€ Praxisgebühr und werde so behandelt, wie ich es will. Bin ich mit der Behandlung nicht einverstanden, kann ich aufstehen und zum nächsten Zahnarzt gehen.
In Schweden habe ich diese Möglichkeit nicht, da muss ich hoffen innerhalb von 10 Tagen einen Akkuttermin zu bekommen, im Norrland paradiesische Vorstellungen, und dann werde ich nicht so behandelt wie ich es wünsche, sondern wie der Arzt es für richtig hält. Ausweichmöglichkeiten habe ich keine, da es beim nächsten Arzt wahrscheinlich ähnlich aussieht.
Aber es ist nunmal so, dass eine Wurzelbehandlung von der F-Kassa besser bezahlt wird, als einen Zahn zu ziehen...

Man kann nur hoffen, dass die Schwedische Regierung endlich ihre Verantwortung sieht und Reformen auf den Weg bringt, denn so kann es nicht weitergehen...weder für die Patienten noch für die Ärzte

In diesem Sinne
JANA....möge die Schlacht beginnen :twisted:

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 18:20 
Schwedenfreund
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Registriert: 8. April 2009 13:51
Beiträge: 359
Wohnort: Västernorrland
Hallo,

um das Ganze mal etwas aufs Thema zurückzuführen, hier meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem.
- ich werde mir auch Mühe geben, keine gotteslästerliche Kritik am Paradiese vorzubringen -

Tatsächlich haben meine Familie und ich keine negativen Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem. Allerdings auch keine beeindruckend positiven.
Da liegt daran, dass keiner von uns in den letzten 10 Jahren ernstlich krank war und wir uns, nachdem wir in mehreren Ländern gelebt und gearbeitet haben, sehr genau überlegen, wohin wir mit welchen Anforderungen oder "Aufträgen" gehen.

So kann ich z.B. mit einem schwedischen Arzt prima diskutieren, wie Spulwurm-Eier auf schwedisches Biogemüse kommen (wird hier etwa mit menschlichen Fäkalien gedüngt?). Einen deutschen Arzt könnte ich da vergessen - der hätte kein Verständnis und würde mich eher überrascht fragen, wo ich denn Urlaub gemacht habe.

Zahnbehandlung in Schweden? Ein Blick auf die Ruinen 40jähriger Schweden in der Nachbarschaft erinnert mich zu sehr an 80jährige Rumänen in den Nord-Karpaten, als dass ich das riskieren würde. Beide lächeln mit gleichermaßen überschwänglicher Freundlichkeit.

Da einer meiner Nachbarn 9 Monate auf eine Augenoperation warten musste (war ja nicht so wichtig, nur Netzhautablösung 8) , der halbblinde Mann fuhr dann 500km weit zur Behandlung mit dem Auto), werde ich in solchen Fällen die Landesflucht antreten - wie in einigen anderen Ländern dieser Welt auch. Dabei hilft eine zusätzliche private Krankenversicherung mit weltweiter Deckung und (damit es nicht unerschwinglich wird) hohem Selbstbehalt.

Meine Meinung zur allseits beliebten Frage: Welches System ist besser?
Mit fällt kein sinnvoller, begründbarer Einwand dagegen ein, dass
- in Deutschland, ... und USA die Zugänglichkeit von Ärzten größer ist,
- in Deutschland, ... und USA die Wartezeiten geringer sind,
- in Deutschland, ... und USA die Wahlfreiheit und die Einflußmöglichkeit auf die Behandlung größer ist.
Dagegen bezahle ich in D grundsätzlich bei exakt gleicher Leistung das 2,3fache des normalen Tarifs, und die hohe Zugänglichkeit verteuert das Gesundheitssystem. Allerdings ist D in einer Situation, in der eine Herabsetzung der Versicherungsleistungen dazu führen würde, dass der verwöhnte Deutsche nicht mehr zum Arzt geht (er könnte ja etwas bezahlen müssen), was entsprechend negative Auswirkungen auf die Volksgesundheit hätte.
Wobei in anderen Ländern bei geringerer Leistungspflicht der Krankenversicherungen die Gesundheitsausgaben pro Kopf eher höher sind - dort ist man also nicht so geizig wenn's um die eigene Gesundheit geht.

Fazit: Sowohl schwedische Bevormundung des Kranken als auch deutsche all-inclusive Mentalität sind Folgen eines allzu großzügig gedachten Sozialstaates. Der Schwedische ist Anfang der 90er vor den Baum gefahren, der Deutsche gibt noch Gas.

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 19:29 
Alter Schwede
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Registriert: 5. Oktober 2006 10:29
Beiträge: 2204
Wohnort: Järna
Ihr Lieben,
ich habe mal die letzten Beiträge auf die Wiese verschoben..auf Wunsch einer Userin...
hier: beitrag81378.html#p81378 könnt ihr weitertoben...

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. Mai 2009 23:15 
Hej,

da ist dieser Thread mal wieder, wie so viele vorher auch, entglitten. Wie kommts?
Einige Ausgewanderte schildern ihre guten und schlechten Erfahrungen mit verschieden Aspekten in S, was andere User so deuten, dass man ewig rummeckert und das Auswanderland schlecht machen möchte. Was natürlich nicht stimmt, sondern die in Schweden Wohnenden zeigen das auf, was in Schweden verbesserungswürdig ist.
Wir, die wir in Schweden wohnen, brauchen nicht nur als jasagende Trottel rumlaufen, nur weil wir Gäste sind. Wir sind keine Gäste, sondern arbeiten hier, zahlen Steuern (und das nicht zu knapp), und haben ein Recht und eine Pflicht daran, an der öffentlichen Diskussion teilzunehmen. Und wenn da sone Hobby-Schweden kommen und sagen, wir sollten die Klappe halten und uns fügen, dann ist das fehl am Platze.
Einige von uns in Schweden sind nicht wegen Bullerby und Enge in Deutschland hergekommen, sondern aus beruflichen Gründen. Für uns ist Schweden ein Land wie jedes andere Ausland. Und dann muss sich Schweden natürlich messen lassen gegen USA, Australien, Dubai, Chile, usw. Völlig unsentimental.
Andere Leute hier in diesem Forum möchtgen gerne Weihrauch über dieses Land streuen für ihren zukünftigen Aufenthalt im Rentnerdasein. Solln sie doch, aber das ist eine andere Nummer. Und daher kommt dieser ewige Streit. Träumer gegen Realisten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 09:39 
Schwedenfreund
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Registriert: 27. Februar 2007 20:43
Beiträge: 417
Wohnort: Östergötland
Hallo zusammen,

hier prallen eben zwei vollkommen verschiedene Gesundheitssysteme zusammen. Insbesondere kann es doch für viele, die ihren Lebensabend im kuscheligen Schweden verbringen möchte, ein große Ernüchterung sein, wenn man mitkriegt, wie das schwedische Gesundheitssystem funktioniert. Gerade im Alter legt man auf die ärztliche Rundum-Versorgung besonderen Wert und lässt sich lieber einmal zu viel als zu wenig untersuchen und möchte vielleicht wie in Deutschland seine jährliche Runde von einem Facharzt zum anderen beibehalten, die einigen wie das Selbstverständlichste von der Welt vorkommt. Schließlich möchte man noch was vom Leben haben. Völlig verständlich - vor allen Dingen, wenn´s dem Einzelnen fast nix kostet.

Bis jetzt bin ich mit meinem Erfahrungen hier ins Schweden relativ zu Frieden. Denn ich habe ja etwas Unkompliziertes. Unnötige Arztbesuche bleiben mir erspart und Aufenthalte im Wartezimmer sind auf ein Minimum reduziert. Ich muss noch nicht einmal ein Rezept abholen. Meine Rezepte sind im Computersystem der Apotheken abgespeichert und gegen Vorlage der ID-kort kann ich meine Medikamente wo auch immer in Schweden abholen. Das ist die praktische Seite an Schweden, die mir so gut gefällt.

Allerdings frage ich mich wirklich, wie es aussieht, wenn ich hier mal ins Rentenalter komme, denn dann bin ich nicht mehr eine Arbeitskraft, die erhalten werden muss, sondern koste nur noch Geld. Und ich kenne die Geschichten aus erster Hand, wie Rentner fast ein Jahr überhaupt mal auf eine Computertomografie warten müssen geschweige denn auf eine Operation, besonders wenn sie "nur" die Lebensqualität verbessert. Eine Hüftoperation z.B. ist eben viel teurer als so ein Rolator (Gehhilfe mit vier Rädern, "Rentnerporsche"). Der Rolator ist übrigens eine schwedische Erfindung und auch ein Teil der schwedischen Kultur.

Soll ich deshalb dann als Rentner wieder nach Deutschland ziehen? Ich denke, in 10 oder 20 Jahren lässt sich auf Grund er Überalterung das jetzige deutsche Luxus-System überhaupt nicht mehr finanzieren und wir werden in Deutschland ähnliche Verhältnisse wie in Schweden vorfinden, allerdings kein staatliches System. Kassenpatienten werden ein Minimalversorgung ähnlich wie in Schweden erhalten. Wer Geld hat, bekommt natürlich mehr wie fast überall auf der Welt.

Noch etwas zum Zahnartzbesuch: Die meisten, die ich kenne, zahlen lieber etwas mehr und gehen zu einem privat niedergelassenen. Abgesehen davon gibt es jetzt auch für die Zahnbehandlung Zuschüsse von der Krankenkasse. Meines Wissens ein völliges Novum, den seit ewigen Zeiten musste man als Erwachserner alles komplett selber zahlen. Seit letztem Jahr gibt es ein jährliche Untergrenze und ab einem bestimmten Betrag muss man einen bestimmten %-Satz zuschießen. Viele machen auch einen Kurzurlaub in Ungarn (Fliegen ist ja so billig) und lassen sich da die Zähne machen.

Noch ein Nachsatz: Schweden befindet in einer noch nie dagewesenen Rezession. 25% der jungen Menschen sind arbeitslos. Wer hier seine Brötchen verdienen muss und um seine Arbeitstelle fürchtet und die täglichen Nachrichten hört, reagiert verständlicherweise empfindlich auf eine romantisierte Vorstellung von Schweden. Dazu sei gesagt, dass einem in Schweden betriebsbedingt - also auftragsbedingt - schneller gekündigt werden kann als in Deutschland. Wer das Wort "varsel" noch nicht kennt, hat hier wahrscheinlich einiges noch nicht mitbekommen.

Ehrlich gesagt bin ich kein Realist sondern lieber Optimist, denn der Realismus liegt hauchdünn zwischen Optimismus und Pessimismus und ist kaum zu treffen. Auf der leicht optimistisch zugewandten Seite lebt es sich nachweislich besser, gesünder und erfolgreicher. Einfach gelassener. Und diese Gelassenheit, wie ich sie in Schweden kenne und in Deutschland vermisse, nehme ich mir immer wieder zum Vorbild.

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viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

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Zuletzt geändert von Volker am 20. Mai 2009 10:09, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 10:07 
Schweden Guru
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Registriert: 14. Januar 2008 12:20
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Wohnort: 23858 Reinfeld
Hallo Volker,

Deine postings sind stets sachlich und auch nüchtern beschrieben, deshalb finden sie fast immer meine volle Zustimmung.
Es ist so wie Du sagst, es wird auch in D beim Gesundheitssystem immer schlechter werden, da brauchen wir uns gar nichts vorzumachen.

http://nachrichten.t-online.de/c/18/78/ ... 84954.html

Man braucht ja nur den vorherigen Artikel mal zu lesen und aus guter Quelle weiß ich, dass den Arztpraxen auch die Felle wegschwimmen, weil sie nur eine Pauschale im Quartal für einen Patienten bekommen. Davon kann eine kostenintensive Praxis nicht existieren. Viele Ärzte blocken deshalb, weil der zweite Besuch sich für den Arzt nicht mehr rechnet. Es werden immer neue Sparmaßnahmen seitens der Regierungen oder auch Krankenkassen beschlossen, dieses wirkt sich natürlich auf die Behandlung aus. Wir werden damit rechnen müssen, dass man sich über die gesetzliche vorgeschriebene Sozialversicherung hinaus noch Privat versichern muß. Das bedeutet, aus dem Pflichtprogramm kann man sich als Arbeitnehmer nicht verabschieden, aber man darf dann außerdem noch eine Privatversicherung bezahlen, um Leistungen zu erhalten. Ergo zahlt man doppelt, besonders wenn man hohe Pflichtbeiträge zahlen muß. Und jeder Arztbesuch im Quartal oder jedes Medikament kostet ohnehin Zuzahlungen, wir kaufen, wenn wir krank sind, gleich selber einige Mittel auf unsere Kosten, ohne überhaupt zum Arzt zu gehen, wenn es nicht gravierende Krankheiten sind.

Wir alle wissen nicht, was auf uns zukommt, weder in Schweden noch in Deutschland. Vielleicht sagen wir in 10 Jahren, das war 2009 noch ein gutes Jahr gegen das Jahr 2019.

Ehrlich gesagt bin ich kein Realist sondern lieber Optimist, denn der Realismus liegt hauchdünn zwischen Optimismus und Pessimus und ist kaum zu treffen. Auf der leicht optimistisch zugewandten Seite lebt es sich nachweislich besser, gesünder und erfolgreicher. Einfach gelassener. Und diese Gelassenheit, wie ich sie in Schweden kenne und in Deutschland vermisse, nehme ich mir immer wieder zum Vorbild.

Dieser Satz ist für mich der beste Satz, den ich seit langer Zeit irgendwo gelesen habe.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 10:20 
Schweden Guru
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Registriert: 25. August 2008 15:19
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Volker hat geschrieben:
Soll ich deshalb dann als Rentner wieder nach Deutschland ziehen? Ich denke, in 10 oder 20 Jahren lässt sich auf Grund er Überalterung das jetzige deutsche Luxus-System überhaupt nicht mehr finanzieren und wir werden in Deutschland ähnliche Verhältnisse wie in Schweden vorfinden, allerdings kein staatliches System. Kassenpatienten werden ein Minimalversorgung ähnlich wie in Schweden erhalten. Wer Geld hat, bekommt natürlich mehr wie fast überall auf der Welt.


Das ist leider zu befürchten - sowohl Schweden als auch Deutschland arbeiten letztendlich mit einem Umlagesystem, bei dem die Gesunden die Kranken unterstützen. Mit einer Überalterung besteht die Gefahr, dass dies nicht mehr getragen werden kann. Die Frage ist natürlich, was man dagegen tun kann.

Zitat:
Noch etwas zum Zahnartzbesuch: Die meisten, die ich kenne, zahlen lieber etwas mehr und gehen zu einem privat niedergelassenen. Abgesehen davon gibt es jetzt auch für die Zahnbehandlung Zuschüsse von der Krankenkasse. Meines Wissens ein völliges Novum, den seit ewigen Zeiten musste man als Erwachserner alles komplett selber zahlen. Seit letztem Jahr gibt es ein jährliche Untergrenze und ab einem bestimmten Betrag muss man einen bestimmten %-Satz zuschießen. Viele machen auch einen Kurzurlaub in Ungarn (Fliegen ist ja so billig) und lassen sich da die Zähne machen.


Ich habe mal zwei Grafiken angehängt, die ich vor einer Weile erstellt habe. Diese zeigen, wieviel man selbst bezahlt. Es gibt weiterhin einen jährlichen Zuschuss des Staates. Dieser beträgt 300 kr wenn man jünger als 30 oder älter als 74 ist, ansonsten 150 kr. Dieser Zuschuss läuft natürlich unter der Rubrik "gut gemeint, aber vollkommen wirkungslos".

Die Bezuschussung bezieht sich allerdings auf Referenzpreise. Kostet die Behandlung mehr als dieser Referenzpreis, zahlt man die Differenz komplett selbst.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Eigenanteil an den Zahnbehandlungskosten (absolut)
kosten.jpg
kosten.jpg [ 31.31 KiB | 199-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Eigenanteil an den Zahnbehandlungskosten (prozentual)
anteil.jpg
anteil.jpg [ 32.59 KiB | 196-mal betrachtet ]

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 11:15 
Schwedenfreund
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Nun das was geändert werden muß ist absolut klar.
Es gibt Vardcentralen die noch funktionieren aber die Verbreitung der ärtzlichen Versorgung - gerade in den nördlichen Bereichen ist katastrophal.
Ich erlebe es hier genauso, wie wahrscheinlich im Norden. Sind wir doch in einer recht wohlhabenden Region (Westküste), verfügt die ansässige Kommune auf unserer Insel jedoch nicht über die gewünschten Mittel und so finde ich mich oft in den Beschreibungen aus den nördlichen Teilen Schwedens wieder.

Was machen die Schweden hier?....man hilft sich selbst und das nimmt manchmal sehr skurrile Formen an. :?

Ein kleiner Pferdehof z.b. bietet Schmerzlinderungen durch Stromtherapie an.
Eigentlich hatte er die Geräte für seine Tiere gekauft aber nach vermehrter Nachfrage aus der Nachbarschaft, hat er begonnen es nach Feierabend als Dienstleistung zu verkaufen. Ausbildung/Lehrgang? achwo.....er besitzt ein tolles Handbuch, das muß reichen :roll:

Ein anderes Beispiel.
Ich lernte vor kurzem ein älteres deutsches Ehepaar kennen, mit den üblichen Wehwehchen des Alters und sie leidet unter einem chronischen Wirbelsäulen Problem.
Als ich zum Ausdruck brachte, dass ich es ziemlich mutig finde, in unsere ärztliche Sahara im Rentenalter zu ziehen, erklärten sie mir, dass sie eine Lösung gefunden haben.
Anstatt wochenlang auf Akutbehandlung in der Vardcentral zu warten, wäre ihnen ein privater Arzt empfohlen worden.
Der würde nicht die vollen Sätze berechnen, es wäre geradezu billig! oh wie toll, dachte ich.
Die Sache hat nur einen Haken.
Der Arzt ist schon sehr alt und leidet an Parkinson.
Durch seine Schüttellähmung kann er die Spritzen nicht mehr selber setzen, dass macht dann seine Frau für ihn...selbstverständlich unter Anleitung...nur die ist noch nicht mal eine Krankenschwester. :roll: :shock:

Ich frage Euch, was sagt es über die offizielle medizinische Versorgung aus, wenn sich Menschen, denen ich nicht einen gesunden Selbstherhaltungstrieb absprechen möchte, sich solchen Umständen aussetzen? :x

Mir rollen sich bei solchen Erlebnissen die Fußnägel auf und ich werde und habe Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um wenigstens für unsere Tochter eine halbwegs gute Versorgung sicherzustellen.

Von mir aus kann man mich deswegen als nörgelnde nur deutschdenkende, chronisch Unzufriedene beschimpfen. :twisted:

Ich für meinen Teil werde mich diesbezüglich auf keinen Fall anpassen. Für mich ist es z.b. ein Nogo diese telefonische Beratungen anzurufen. Als halbwegs klardenkender Mensch findet man meiner Überzeugung nach, bessere Hausmittelchen als die, durch Ferndiagnose geleitete Damen.

Habt ihr eigentlich schon mal in dem Handbuch der Vardcentral gelesen, die den Patienten zur Verfügung gestellt wird, um sich Selbst zu helfen?
Habe erst gedacht es wäre von einem Kabarettisten geschrieben u.a. steht dort, dass man sich einen gequetschten Fingernagel am besten SELBST aufbohrt……es lebe der nächste Infektionsherd im Körper!!! :twisted:

...Zustände wie vor hundert Jahren, nur hat man zu der Zeit noch ein gutes Wissen über Heilkräuter gehabt...aber das ist in Schweden leider auch ganz verloren gegangen.

Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 11:55 
Zitat:
Habt ihr eigentlich schon mal in dem Handbuch der Vardcentral gelesen, die den Patienten zur Verfügung gestellt wird, um sich Selbst zu helfen?


Oh ja, das hatte ich schon fast vergessen! Habe es gerade mal aus dem Schrank hervorgekramt: Ein wirklich nettes Heftchen - bei uns sogar mit einem lustigen Männchen drauf, das uns auf pädagogisch wertvollste Art und Weise alle möglichen Schrecken gelassen vergessen lässt:
Dateianhang:
Egenvard.JPG
Egenvard.JPG [ 44.22 KiB | 218-mal betrachtet ]


Besonders nett auch der Tipp, an wen man sich "im Notfall" noch wenden könnte:

Bildlich sehr schön wiedergegeben: die weißen, erschrockenen - fast fragenden, traurigen - Augen der "telefonischen Auskunft", die irgendwo im tiefschwarzen Universum anzutreffen sind ....

S-nina :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 12:12 
Schwedenfreund
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Klasse Nina...ich hab es damals erbost weggeworfen.
Ich hätte es wie Du, wie ein Comic lesen sollen, dann ist es echt lustig :lol: :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 12:26 
... ja, dieses Büchlein ist ein richtiger kleiner Schatz - das werde ich auch gut aufbewahren ...
(Lachen ist ja bekanntlich sehr gesund!)

Hier z. B. aufschlussreich illustriert, wie z. B. Läuse übertragen werden ...

- herzallerliebst ...
Dateianhang:
LÖSS.JPG
LÖSS.JPG [ 90.62 KiB | 214-mal betrachtet ]


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 12:35 
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Wohnort: Östergötland
Hallo zusammen,

mir ist noch etwas eingefallen: Unser Kater hatte einen Abszess am Schwanz. Ein Anruf beim Tierarzt hatte genügt und mit dem Zauberwort "akut" lag der Kater zwei Stunden später in Vollnarkose auf dem OP und wurde vom Tierarzt operiert. Heute ist das Tierchen wieder putzmunter und klettert wagemutig die Bäume hoch. Vielleicht weiß er, dass die ärztliche Versorgung für ihn in Schweden stimmt. Wenn wir wollen, können wir in auch versichern. Dann ist er sozusagen Privatpatient. Auch mit den Impfungen ist das alles kein Problem.

Wenn man als Mensch im Gegensatz dazu eine Blinddarmentzündung bekommt, hat man es manchmal nicht so eilig und muss tagelang auf eine Operation warten, die bis kurz vorm Durchbruch stattfindet. Am Wochenende wird nämlich nicht gerne operiert (Information aus erster Hand von einer Betroffenen).

Das sind zwar jetzt zwei plakativ gegenübergestellte Einzelfälle, die mir aber trotzdem zeigen, dass so ein staatliches System nicht optimal funktioniert. Aber warum und was man dagegen tun kann, wäre eine elend lange Diskussion.

Natürlich gibt es auch für Tiere am Wochenende eine Noftaufnahme, die dann 30 km entfernt wäre. Für Tiere wird gut gesorgt, weil jeder Patient das Einkommen verbessert. Geld regiert die Welt und nicht jeder Kater hat so ein Personal (Hunde haben Herrchen oder Frauchen, Katzen haben Personal).

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Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 12:42 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Mai 2008 22:43
Beiträge: 767
Wohnort: Insel Orust
S-nina hat geschrieben:
....

- herzallerliebst ...


ja wirklich :lol: , erklärt ja auch die Frage aus einem anderen Thread, warum manche schw. Männer so unromantisch wirken....kein Wunder wenn Kuscheln SOLCHE Gefahren bergen :lol:

sorry...wir werden jetzt fürchterlich offtopic


@Volker, da gebe ich Dir recht....ist mir letztes Jahr mit unserer Hündin passiert......innerhalb 3 Stunden OP
und das beste
am nächsten Abend hat der Doktor höchstpersönlich angerufen, um sich nach seinem Patienten zu erkundigen. :P

ja, da kommt der Mensch ins schwärmen :razz: .


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 12:58 
Hej,

http://www.sjukvardsradgivningen.se/start.asp


da weiss man was man hat


:danke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 18:55 
Hej,

ja da kommt Freude auf, wenn man die aktuellen (!) Tips zur Selbsthilfe bei der offiziellen schwedischen "Sjukvårdsupplysningen" (Krankheits- und Behandlungsinformation per Web oder Telefon) nachliest.

Der weiter oben im Thread genannte ungemein pfiffige Vorschlag aus der Broschüre "Egenvård", sich nämlich bei geklemmtem Finger gern selbst ein Loch in den Fingernagel zu bohren, um die Flüssigkeit herauszulassen - das zum Beispiel gern mit einer Büroklammer - ist dort heute am 20.Mai 2009 noch immer zu finden....

Viel Vergnügen beim Lesen! Hier sind die offiziellen schwedischen Tips zur Selbstbehandlung im Krankheitsfalle. Sie sind jedoch - entgegen hier vielfach geäußerten Vermutungen - gar nicht als Comic gedacht. Kaum zu glauben :-)
http://www.sjukvardsradgivningen.se/Inn ... oryID=8813

Das ist original schwedische Behandlungskunst - wie meistens auf die ganz bäuerliche Art...

Willkommen im 19. Jahrhundert!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 22:31 
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Hejsan alle hier,

ich habe mir die Beiträge mal durchgelesen und es scheint mir das, dass schwedische Gesundheitssystem genau so wie das deutsche seine Stärken und Schwächen hat. In Schweden sind ja die Läns für das Gesundheitssystem zuständig und daher gibt es scheinbar auch sehr große Unterschiede in der Versorgung. So wie es aussieht scheint die Versorgung in ländlichen Gegenden wohl besser zu sein wie in großen Städten. Bei uns jedenfalls (Kalmar Län, Hultsfred Kommun) ist die Versorgung sehr gut. Da ich selbst unter mehreren chronischen Erkrankungen wie z.b. Diabetes leide kann ich nur sagen das ich hier sehr gut versorgt bin.
Im Gegenteil, ich fühle mich hier sogar besser versorgt wie in Deutschland. Da ich ja durch eine kaputtene Wirbelsäule Frührentner bin und dadurch bedingt öfter sehr starke Rückenschmerzen habe hat mein Arzt in Deutschland mir die guten (teuren) Schmerzmittel die letzte Zeit nicht mehr verschreiben dürfen da die Krankenkassen sie nicht mehr bezahlten. Statt dessen bekam ich Paracetamol verschrieben die nichts halfen und wovon ich nur zusätzlich Magenprobleme von bekam. :( Hier in Schweden bekomme ich ohne Probleme super Schmerzmittel verschrieben die den (guten) von früher aus Deutschland ähneln.
Auch kann ich lange Wartezeiten die oft beklagt werden nicht bestätigen. Als mein Arzt in der Vårdcentral mich ins Krankenhaus nach Kalmar überwiesen hat, hatte ich innerhalb einer Woche den Termin und alles hinter mir. Auch auf Termine in der Vårdcentral habe ich noch nie länger als ein paar Tage warten müssen.
Wie das bei Notfällen aussieht kann ich nicht sagen da ich noch keinen hatte, ich weiß nur das ein Bekannter bei uns aus dem Ort einen Herzinfarkt hatte und Ruckzuck versorgt, nach Jönköping ins Krankenhaus kam und 4 Bypässe gelegt bekam. Er sagte mir das er "Super" versorgt worden sei.
Zu den Zahnarztkosten kann ich nur so viel sagen das ich für die Reparatur einer Krone mit Brücke (ca. 2,5 Stunden Arbeitszeit plus Zahntechniker) 560:-kr bezahlt habe was nicht teuer ist.
Bis letztes Jahr musste man ja in Schweden Zahnersatz selber bezahlen, aber ab letztes Jahr gelten hier auch Zuzahlungsgrenzen. Bis 300 € bezahlt man weiterhin alles selber, ab 300 € bis 1.500 € bekommt man 50 % Zuschuss und über 1.500 € bekommt man 85 % Zuschuss. Ein Bekannter von uns hier hat für 4 Zahnimplantate 38.000:-kr (ca. 3.800 €) bezahlt, ich sollte damals in Deutschland für 2 Zahnimplantate 5.000 € bezahlen was dazu führte das ich mir eine Brücke hab machen lassen, wo ich immer noch 1.500 € zuzahlen musste.
In Schweden brauch ich mich auch nicht wie in Deutschland mittlerweile üblich hinter Privatpatienten in zweiter Reihe anzustellen.
Also, alles in allem kann ich nur sagen das ich mich hier in Schweden jedenfalls in unserer Kommune besser und vor allem gerechter versorgt und behandelt fühle und nicht als Patient zweiter Klasse wie in Deutschland.

Gruß aus Småland :flagge:
Harald

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Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 20. Mai 2009 22:36 
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Beiträge: 64
Wohnort: 792 52 Mora
Ich will jetzt ja gar nichts sagen, aber das Trepanieren des Nagels ist bei Einblutung unter den Nagel DIE Behandlungsmethode. Das hat nichts mit bäuerlich oder 19. Jahrhundert zu tun, beim Arzt (ja, auch in Deutschland) wird das genauso gehandhabt. Entweder mit einer Büroklammer (über Flamme erhitzt und damit ein Loch in den Nagel sengen) oder mit einer Kanüle ein Loch bohren (wobei das "Sengen" den Vorteil hat, dass die Größe des Loches das Abfließen des Blutes deutlich verbessert). Lindert sofort die Schmerzen, da der Druck abnimmt, und warum soll das ein Arzt machen, wenn man es selber tun kann? Nebenbei, die Tipps auf der besagten Seite sind generell nicht so schlecht und ziemlich fundiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 00:08 
Im Moment habe ich mir einen Termin beim Distriktläkare geholt. Nach 6 Wochen ist der Termin am 04. 06.2009. Ich setze sehr viel auf den Termin. Aber ich habe wenig Hoffnung, das man mir hier in Schweden helfen kann. Da sprechen die Aussagen bei meinen Untersuchungen dagegen. Durch einen Besuch in der Akut Central vor 14 Tagen, wo ich Zusammen gebrochen bin, wurde mein Problem kommend vom Rücken diagnostiert. Eine Weiterbehandlung wurde aber nicht eingeleitet.Im Moment klappere ich alle deutschen neurogischen Kliniken ab und versuche für mein Problem einen Termin zur Untersuchung zu bekommen. Aber auch in Deutschland bist Du ein nichts, da Du bei der AOK bist.
Mein Problem ist, das man mit mir kein Geld mehr verdienen kann.
Das hoffe ich, das in Schweden nicht so sein wird.
Schwedenopa


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 07:38 
Schwedenfreund
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Hallo Distriktläkare,
Distriktläkare hat geschrieben:
Das hat nichts mit bäuerlich oder 19. Jahrhundert zu tun,

Richtig. Was vor hundert Jahren gut war, muss heute nicht schlecht sein. Schließlich ist auch heute noch die Medizin weit entfernt von einer exakten Wissenschaft.
Nach der Definition von Gesundheit der WHO ist es schon nicht leicht, Krankheit in allen Fällen "objektiv" festzustellen.
Ich sehe Medizin eher als eine Kombination von Handwerk und Kunst. Oder "Handwerkskunst".

Die handwerkliche Seite hat in den vergangenen Seiten durch technische Entwicklungen klar hinzugewonnen.
Zur "Kunst" gehören aber z.B. auch kommunikative Fähigkeiten, die dem Patienten Vertrauen und Sicherheit geben. (Dass diese Dinge eine Heilung beschleunigen bzw. manche Patienten sich nach entsprechender Aufklärung trotz weiterhin objektiv feststellbarer Symptome gar nicht mehr krank fühlen, brauche ich Dir als Arzt nicht zu erzählen.)
Meiner Ansicht nach hapert es damit heute manchmal etwas. Ich kann aber aus eigener Erfahrung keinen Vergleich mit dem 19. Jahrhundert anstellen. :wink:
Jedenfalls aber sind lange Wartezeiten, fehlende Wahl- und Einflussmöglichkeiten und eine beschränkte Zugänglichkeit von Ärzten dem Vetrauen und dem Gefühl von Sicherheit nicht förderlich.

Hm, vielleicht wolltest Du aber der sich hier durch Schreckensgeschichten ausbreitenden Unsicherheit entgegentreten? Das wäre sehr löblich, und dann wünschte ich, Du hättest etwas "dicker aufgetragen".
Denn Formulierungen wie
Distriktläkare hat geschrieben:
nicht so schlecht und ziemlich fundiert.

führen bei manchen Patienten eher zu dem Gedankengang: "Nicht sooo schlecht - ich sterbe also noch nicht heute. Aber ziemlich bald?" :zwinker:

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 07:54 
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Hallo,

mal eine etwas provokante Frage (ganz ungewohnt von meiner Seite :wink: ):

Was ist eigentlich so schlecht an dem hier schon einmal erwähnten britischen System der amtlichen Festsetzung eines "Kopfgeldes" für ein Menschenleben, das dann zur Wirtschaftlichkeitsberechnung im Straßenbau (z.B. Leitplanken) oder bei der medizinischen Versorgung herangezogen wird?
Wenn ich doch einmal in der Situation bin, dass ich begrenzte Resourcen habe und nicht alles bezahlen kann, dann kann ich doch wenigstens für Transparenz sorgen, wenn es darum geht, was nicht bezahlt werden soll. "Nicht bezahlt" heißt ja nicht "nicht behandelt".
Klar, wenn ich den Wert einer königlich-britischen Yacht statt in Pfund dann in Menschenleben umrechne, wird's arg makaber...

Aber wenn die medizinische Versorgung eines Kindes von den kommunikativen Fähigkeiten einer aufgeregten Mutter und der Überzeugungskraft einer Krankenschwester im Telefondienst abhängt - zwecks Kostensenkung durch Zugangsbeschränkung...

Im britischen Fall geht es darum, was die Allgemeinheit bezahlt. Im zweiten Fall geht es darum, wer Hilfe bekommt.

So, jetzt gehe ich mal lieber... :wink:

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 09:01 
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Hallo zusammen,

da wurden jetzt zwei Beiträge gleichzeitig gechrieben. Mein nachfolgender Beitrag bezieht sich auf die Selbshilfetipps. Das Thema ist von allen Seiten beleuchtet wirklich sehr interessant. Letzten Endes geht es einfach um die Gesundheitskosten, die immer weiter steigen und steigen.

Also ich finde die Selbsthilfetipps unter http://www.sjukvardsradgivningen.se/Inn ... oryID=8813 sehr informativ, nützlich und kompakt zusammengefasst. Indirekt steht dort auch beschrieben, wie ich für einen Artztermin argumentieren muss. In Schweden wird eben nach Möglichkeit gerne erst einmal alles selbst gemacht, angefangen vom Zusammenschrauben seiner Ikea-Möbel bis zur Selbstbedienung in Restaurants. So spart man einfach Geld.

Allerdings fängt gerade mein Daumen erheblich an zu schmerzen, weil ich mir vorstelle, wie ich mit meiner Ständerbohrmaschine im Keller versuche meinen Daumennagel mit einem 0,8-mm-Bohrer aufzubohren :D. Ich gebe zu, dass mich das Aufbohren eines Fingernnagels auch erhebliche Überwindung kosten würde und das lieber von einem Arzt machen lassen würde, der weiß, was er tut. Ich kenne mich mit der Anatomie eines Fingers einfach nicht genau genug aus. Ich habe schon mal eine Wasserleitung angebohrt. Aber was passiert, wenn ich bei einem Daumennagel zu tief bohre? Das ist bestimmt noch schlimmer. :( . Ja, ich bin jetzt dankenswerterweise informiert, dass man es mit einer heißen Nadel machen soll, aber trotzdem.

Zu dem Thema Selbsthilfe fällt mir die "Apotheken Umschau" http://de.wikipedia.org/wiki/Apotheken_Umschau ein, die in Deutschland mit einer Auflage von über 9 Millionen alle 14 Tage in den Apotheken kostenlos verteilt wird. Die Zeitschrift ist werbefinanziert und wird von den Apotheken mit 0,5 Euro pro Heft mitfinanziert. Eigentlich müsste jeder erkennen, dass die eigentliche Absicht der Zeitschrift ist den Umsatz der Apotheken zu steigern und die Kunden zu binden. Meiner Ansicht ist das Lesen solcher Druckwerke absolute Zeitverschwendung und die meisten Ratschläge nutzen mehr den Apotheken als einem selbst. Ich finde das manipulativ und es macht ehrlich gesagt auch etwas wütend, wenn ich erlebe, was die Leute für einen Quatsch alles glauben.

Bei der "Apotheken Umschau" geht es darum an die Geldbeutel von Patienten heranzukommen. Bei den schwedischen Selbsthilfetipps geht es um Kosten sparen und Volksgesundheit. Letzteres erscheint mir vernüftig und vor allen Dingen ehrlich.

Ach ja, und wenn ich dann noch bedenke, was im Internet mit traumhaften Gewinnmargen und wachsenden Umsätzen an Salben, Pillen und Tröpfchen als "Geheimtipp" verkauft wird, mit denen man sich umbringen oder schleichend vergiften kann, hat uns in diesem Punkt das 17. Jahrhundert der Jahrmarkt-Quacksalberei wieder eingeholt.

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viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

http://schweden.pl7.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 11:33 
Zitat:
Bei der "Apotheken Umschau" geht es darum an die Geldbeutel von Patienten heranzukommen. Bei den schwedischen Selbsthilfetipps geht es um Kosten sparen und Volksgesundheit. Letzteres erscheint mir vernüftig und vor allen Dingen ehrlich.

Es gibt in Schweden genau so eine Zeitung auch in der Apotheke - inwieweit die nun "helfen" möchte oder gar "ehrlich" ist, keine Ahnung. Aber auch in schwedischen Apotheken sollst du "einkaufen/konsumieren" -genau wie in deutschen. In Schweden ist es zurzeit noch ein staatliches Unternehmen (Apoteksbolaget), dessen Privatisierung gerade in vollem Gange ist - bei uns in Halland sollen im Herbst mehr als die Hälfte in privater Hand sein. In Schweden bedeutet dies dann eben eine neue Kette (Apoteks-Ikea/H&M AB oder so ähnlich - Ziel: Profitmaximierung) - du wirst wahrscheinlich kaum kleine, persönliche Apotheken mit freundlicher, gelassener Beratung finden. Schweden steht für "Rationalisierung/Automatisierung" - Gelassenheit geht in Schweden immer damit einher, dass du in erster Linie von einem "Computer" bedient wirst ... schnell und friktionslos ...

http://www.sr.se/Halland/nyheter/artike ... el=2814299

S-nina


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 14:55 
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Oha, also die "Apotheken Umschau" ist tatsächlich ein ziemliches Reizthema, allerdings in erster Linie unter den Apothekern selber! Das mit der "Subventionierung mit 0,5 Euro seitens der Apotheker" ist nämlich nur halbfreiwillig: Das Grundprinzip ist, dass ein Verlag OHNE DEN AUFTRAG seitens der Apotheker ein Heft herausgebracht und massiv medial beworben hat, um sich DANACH das Geld von den Apothekern zu holen. Die Botschaft (die auch aktuell noch permanent zu "Hausfrauenzeiten" im Radio dudelt) lautet: Die "Apotheken Umschau" bekommen Sie kostenlos in Ihrer guten Apotheke. Dann wurde sie den Apothekern angeboten, nach dem Motto: "Wenn Du sie Deinen Kunden nicht anbietest, gehen sie davon aus, dass Du nicht zu den GUTEN Apotheken gehörst und gehen woanders hin". Da es - leider - ein deutliches Überangebot an Apotheken gibt und niemand Kunden verlieren will (die dann natürlich wirklich in seiner Apotheke etwas kaufen), kauft er dem Verlag die Dinger ab.
Ziemlich geniales Modell, und aufgrund der Apothekendichte und der o.a. Argumente sehr einträglich für den Verlag. Dazu kommen - wie berichtet - natürlich noch massive Werbeeinnahmen seitens der Pharma- und Naturheilindustrie (siehe dazu auch den Wikipedia-Link). Dass das Konzept aufgeht, bekommen Apotheken zu spüren, die sich weigern, mitzumachen. So sagte neulich mein Schwiegervater, dass sie wohl einen ziemlich geizigen Apotheker hätten. Da bekomme man nicht mal die "Apotheken Umschau". Nun gehe er zu einer anderen Apotheke. Es sitzt also tatsächlich in den Köpfen. Habe ihm natürlich geraten, zu besagter Apotheke zurückzukehren, gerade weil die nicht bei der "Masche" mitmachen.
Übrigens wird die "Apotheken Umschau" unter Kollegen meist als "Rentner-BRAVO" umtituliert :-)

Nochmal zu "kan det själv": Habe es deswegen eingeschränkt ("nicht so schlecht"), weil es für manche Probleme bessere und ungefährlichere Lösungen gibt als die vorgeschlagenen. Siehe 0,8mm Ständerbohrer vs. Büroklammer. Außerdem ist bei uns Bremern "gar nicht mal so schlecht" so ziemlich das größte Lob, das man aussprechen kann ;-)


Zuletzt geändert von Distriktläkare am 21. Mai 2009 14:59, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 14:58 
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 15:00 
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Hehe, das hast jetzt aber DU gesagt ;-)

Ach, das sehe ich gerade, ZAPP hat das auch schon hinlänglich erörtert, den Link habe ich gerade bei nochmaligem Lesen des Wikipedia-Artikels gefunden.

http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archi ... p1718.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 21. Mai 2009 18:35 
Über diese Apotheken-Zeitschrift habe ich bisher nie so nachgedacht - dachte das wäre einfach typisch für Apotheken, dass die eine Zeitung anbieten - eine ähnliche gibt es ja auch hier in Schweden:
http://www4.apoteket.se/privatpersoner/ ... ning=20091

Habe gerade gesehen, dass man in der schwedischen Apotheke auch Mitglied eines "Kundenclubs" werden kann - mit Kundenkarte, der Möglichkeit einen Newsletter zu abonnieren, ständig Angebote und feine Rabatte zu erhalten - selbstverständlich wird dann jeder Einkauf mit Kundenkarte in der Apotheke registriert und die Daten nach schwedischer Manier großzügig gespeichert ...

Ich sehe schon die künftigen EXTRAPREIS-Angebote auf mich zukommen - "Kaufe zwei Packungen Glückspillen und bekomme die dritte gratis dazu" ... :roll:

Zitat:
Apoteket Plus
Gå med i Apotekets kundklubb och ta del av erbjudanden och rabatter.

im Rahmen der Privatisierung dürften diese Kundendaten auch eine reine Goldgrube sein (werden die denn mitverkauft???) :?

Das wäre doch eine geniale Geschäftsidee auch eine Art Zeitung ähnlich der Apotheken-Umschau in Schweden zu starten - solche Kundenzeitungen sind hier nämlich ebenfalls äußerst beliebt - schaut mal am Wochenende in Euren Briefkasten (vorher das "Ingen Reklam Tack"-Schild abmachen) - da gibt es Werbung und Hochglanzbroschüren gleich kiloweise ... und ab 1. Juli 2009 sicher bald auch von "Ihrem Apotheker" ...

http://www4.apoteket.se/privatpersoner/ ... tsida.aspx

Ach so, bevor ichs vergesse: "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 10:27 
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Distriktläkare hat geschrieben:
Oha, also die "Apotheken Umschau" ist tatsächlich ein ziemliches Reizthema
Hej hej alle,

ja das stimmt, die Apotheken Umschau schon ein Reizthema und im Prinzip nichts anderes als ein Verkaufsblättchen der Pharmaindustrie das bevorzugt von Rentnern mitgenommen wird, aber dieses Blättchen ist nicht das schlimmste.

Ich finde das ganze Gesundheitssystem in Deutschland ein Reizthema. Ein Gesundheitssystem sollte normal kostendeckend und nicht profitorientiert arbeiten, und in Deutschland ist es seit je her so das sich gewisse Gruppierungen (Pharmaindustrie und Kassenärztliche Vereinigung etc.) nach Herzenslust bedienen und die Taschen Vollstopfen. In Deutschand kosteten fast alle Medikament die ich z.b. benötige (Diabetes, Allergie etc.) fast 10 X so viel wie hier in Schweden, warum? Ich hoffe nur das durch die momentan laufende Privatisierung der Apotheken in Schweden nicht auch hier so ein Profitgegeier einsetzt wie in Deutschland und der Schwedische Staat weiterhin ein Auge darauf hat.

Auch die hier so oft erwähnten Wartezeiten in Schweden hat man in Deutschland mittlerweile auch schon sehr oft. (Jedenfalls als Kassenpatient) Die Oma meiner Frau hat z.b. 9 Monate auf eine Hüft OP warten müssen obwohl sie vor Schmerzen kaum Laufen konnte.

Ich für meinen Teil fühle mich hier in Schweden gut und vor allem gerechter und nicht als Mensch zweiter Klasse behandelt. Und man muß ja auch nicht wegen allem zum Arzt, es gibt ja auch immer noch die hier schon erwähnten Hausmittelchen die bei den Schweden übrigens sehr beliebt sind. :D


Viele Grüße aus Småland :flagge:
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 11:15 
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Haro hat geschrieben:
In Deutschand kosteten fast alle Medikament die ich z.b. benötige (Diabetes, Allergie etc.) fast 10 X so viel wie hier in Schweden, warum? Ich hoffe nur das durch die momentan laufende Privatisierung der Apotheken in Schweden nicht auch hier so ein Profitgegeier einsetzt wie in Deutschland und der Schwedische Staat weiterhin ein Auge darauf hat.


Die Deutschen zahlen in der Tat viel für Medikamente, aber der Preisvergleich ist so nicht richtig. In beiden Ländern übernehmen die Kassen einen Teil der Medikamentenkosten. Daher lassen die Preise, die man in der Apotheke zahlt, kaum Rückschlüsse auf die realen Preise zu. Es kann ja sein, dass die Medikamente von den Pharmariesen in Schweden billiger verkauft werden, aber an den Apothekenpreisen ist das nicht abzulesen.

Hier übrigens ein interessanter Artikel, der auch einiges zur Qualität des deutschen Gesundheitssystems im internationalen Vergleich sagt:
http://www.bmj.com/cgi/content/full/337/nov07_1/a1997?ijkey=ziTE32RxCC6LVQC&keytype=ref

Zitat:
Auch die hier so oft erwähnten Wartezeiten in Schweden hat man in Deutschland mittlerweile auch schon sehr oft. (Jedenfalls als Kassenpatient) Die Oma meiner Frau hat z.b. 9 Monate auf eine Hüft OP warten müssen obwohl sie vor Schmerzen kaum Laufen konnte.


Dieses Beispiel wurde schonmal früher in diesem Thread erwähnt, aber ein zweites Beispiel hat bisher noch keiner angebracht. Ja, bei Hüft-OPs ist das so, aber wann sonst? In Schweden ist eher die Frage, bei welchen Behandlungen man nicht warten muss. Bei obigem Link heißt es, dass nur 6% der Patienten in Deutschland mehr als 4 Monate auf "elective surgery" (also chirurgische Eingriffe, die nicht zwingend sofort gemacht werden müssen) warten müssen. In Schweden müssen rund 25% der Patienten schon einmal über 3 Monate warten, bis überhaupt ein Facharzt eine solche Entscheidung treffen kann, und dann warten rund 25% nochmals über 3 Monate, bis sie operiert werden.

Ich möchte auch keine Zweiklassenmedizin, aber wenn der Preis dafür ist, dass einfach alle lange warten müssen, dann kann das nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Dass es in Schweden keine Zweiklassenmedizin gibt, ist außerdem so auch nicht (mehr) richtig. Wohlhabende können sich mit den hier erwähnten Zusatzversicherungen durchaus eine Behandlung ohne Wartezeiten erkaufen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 16:17 
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hansbaer hat geschrieben:
Die Deutschen zahlen in der Tat viel für Medikamente, aber der Preisvergleich ist so nicht richtig. In beiden Ländern übernehmen die Kassen einen Teil der Medikamentenkosten. Daher lassen die Preise, die man in der Apotheke zahlt, kaum Rückschlüsse auf die realen Preise zu. Es kann ja sein, dass die Medikamente von den Pharmariesen in Schweden billiger verkauft werden, aber an den Apothekenpreisen ist das nicht abzulesen.
Hej hansbaer,

ich kann mir schon vorstellen das es einen Unterschied ausmacht das die Kassen beider Länder einen Teil der Kosten übernehmen. Aber, wenn man den Unterschied der Mehrwertsteuer noch mit einrechnet was die Deutschen Preise ja noch höher erscheinen lässt, macht das aber mit Sicherheit nicht so viel aus das viele Medikamente in Deutschland 10 X so teuer sind wie in Schweden oder auch anderen Ländern. Zudem gibt es ja auch frei verkäufliche Medikamente die in beiden Ländern frei von der Zuzahlung der Kassen sind, wo die Preisunterschiede ähnlich ist und von daher kann man die Preise schon in etwa vergleichen.


hansbaer hat geschrieben:
Dieses Beispiel wurde schonmal früher in diesem Thread erwähnt, aber ein zweites Beispiel hat bisher noch keiner angebracht. Ja, bei Hüft-OPs ist das so, aber wann sonst? In Schweden ist eher die Frage, bei welchen Behandlungen man nicht warten muss. Bei obigem Link heißt es, dass nur 6% der Patienten in Deutschland mehr als 4 Monate auf "elective surgery" (also chirurgische Eingriffe, die nicht zwingend sofort gemacht werden müssen) warten müssen. In Schweden müssen rund 25% der Patienten schon einmal über 3 Monate warten, bis überhaupt ein Facharzt eine solche Entscheidung treffen kann, und dann warten rund 25% nochmals über 3 Monate, bis sie operiert werden.

Wir wohnen in einer ländlichen Gegend in Schweden und haben bis jetzt mit Wartezeiten im Gesundheitssystem hier nichts zu tun, das es in Schweden in den großen Städten oder Ballungsgebieten durch die hohe Zahl der Einwohner zu Wartezeiten kommt kann ich mir gut vorstellen, dann solltest Du oder die, die deine Daten erstellen das aber auch bei Vergleichen berücksichtigen das ca. 70-80 % der Schweden in einigen, wenigen großen Städten leben und der Rest in ländlichen Gebieten. Also, kann man deine Ansichten und Zahlen so nicht allgemein auf Schweden übertragen. Im Gesamten betrachtet mögen die Zahlen vielleicht stimmen aber von daher betrachtet hinken die von Dir genannten Vergleiche meiner Meinung nach schon eine wenig. Wenn man das auch in den Foren richtig beobachtet sind es zum größten Teil Leute aus großen Städten die sich über diese Wartezeiten beschweren.

Gruß aus Småland :flagge:
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 16:52 
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Hallo,
Haro hat geschrieben:
Ein Gesundheitssystem sollte normal kostendeckend und nicht profitorientiert arbeiten,

Wie stellst Du Dir das vor?
Heißt das, dass Du möchtest, dass Arzneimittel von privaten Arzneimittelherstellern nicht mehr verschrieben und vertrieben werden dürfen, da die damit ja einen Gewinn machen?
Woher nimmst Du dann die Arzneimittel?
Und wo ist die Grenze? Warum darf der Lebensmitteleinzelhandel einen Gewinn machen?

Haro hat geschrieben:
z.b. benötige (Diabetes, Allergie etc.) fast 10 X so viel wie hier in Schweden, warum?

Hm, bist Du sicher, dass Du da dieselben Arzneimittel vergleichst?

Immer wenn ich nämlich so einen Vergleich anstelle, stelle ich fest, dass die Apoteket keineswegs die supergünstigen Preise realisiert, die sie als Monopolist eigentlich bekommen müsste.
Beispiel: Zovirax kostet in D 7,83 €, in S 102 SEK (gleiche Menge, gleiche Dosierung, gleicher Hersteller).
Auch bei Antihistaminika kann ich den Faktor 10 nicht nachvollziehen.

Haro hat geschrieben:
in Schweden in den großen Städten oder Ballungsgebieten durch die hohe Zahl der Einwohner zu Wartezeiten kommt kann ich mir gut vorstellen, dann solltest Du oder die, die deine Daten erstellen das aber auch bei Vergleichen berücksichtigen das ca. 70-80 % der Schweden in einigen, wenigen großen Städten leben und der Rest in ländlichen Gebieten.

Hm, diese Logik erschließt sich mir jetzt nicht - Da die meisten Schweden in "Ballungsgebieten" wohnen (von denen das größte wohl Stockholm ist - im Vergleich mit anderen Metropolen Europas ein Kaff.), müssen sie in Ballungsgebieten eine schlechtere medizinische Versorgung und längere Wartezeiten hinnehmen als auf dem Land?
Und weil die meisten Schweden also längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, muss die von hansbaer zitierte Statistik geändert werden?
Irgendwie stehe ich auf der Leitung...

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 20:00 
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Hej Samweis,
Samweis hat geschrieben:
Wie stellst Du Dir das vor?
Heißt das, dass Du möchtest, dass Arzneimittel von privaten Arzneimittelherstellern nicht mehr verschrieben und vertrieben werden dürfen, da die damit ja einen Gewinn machen?
Woher nimmst Du dann die Arzneimittel?
Und wo ist die Grenze? Warum darf der Lebensmitteleinzelhandel einen Gewinn machen?
Zum ersten Punkt möchte ich Dir folgendes sagen: Gut das mit dem kostendeckend war vielleicht etwas falsch von mit ausgedrückt aber man kann wie in anderen Ländern möglich (übrigens auch Schweden) den Profit begrenzen in dem man vom gleichen Medikamententyp die teuren und nicht wirksameren einfach nicht zulässt. Es sind auf jeden Fall nicht solche Gewinnspannen nötig wie in Deutschland die nur auf Kosten der Allgemeinheit erzielt werden und wo die Pharmaindustrie nach Herzenslust in die Kassen greift.
Samweis hat geschrieben:
Hm, bist Du sicher, dass Du da dieselben Arzneimittel vergleichst?
Ja, ich habe die gleichen Medikamente in der gleichen Dosierung, Stückzahl und sogar von selben Hersteller verglichen der angeblich zu den günstigen in Deutschland gehört.
Kannst Du auch gerne hier: http://h-y-kehne.de.tl/Preisvergleiche.htm mit Bildern einsehen. Die Bilder auf unserer Homepage sind von Originalverpackungen aus Schweden und Deutschland. Ich könnte noch mehr dieser Vergleiche bereitstellen.
Samweis hat geschrieben:
Immer wenn ich nämlich so einen Vergleich anstelle, stelle ich fest, dass die Apoteket keineswegs die supergünstigen Preise realisiert, die sie als Monopolist eigentlich bekommen müsste.
Beispiel: Zovirax kostet in D 7,83 €, in S 102 SEK (gleiche Menge, gleiche Dosierung, gleicher Hersteller).
Auch bei Antihistaminika kann ich den Faktor 10 nicht nachvollziehen.
Ich weiß nicht welches Zovirax Du jetzt meinst, (gibt ja mehere Dosierungen und Ausführungen.) sollte das, dass gegen Lippenherpes sein dafür habe ich das letzte mal in Deutschland noch für eine kleine 2 g Tube 13,65 € bezahlt, aber ist mal egal.
Außerdem habe ich ja auch nur geschrieben das "fast alle" der Medikamente die "ich benötige" 10 X so teuer sind wie in Deutschland.
(Das ist nur eine Tatsache und Feststellung von mir.) Sicher kann es wie überall auch hier Ausnahmen geben.
Samweis hat geschrieben:
Hm, diese Logik erschließt sich mir jetzt nicht - Da die meisten Schweden in "Ballungsgebieten" wohnen (von denen das größte wohl Stockholm ist - im Vergleich mit anderen Metropolen Europas ein Kaff.), müssen sie in Ballungsgebieten eine schlechtere medizinische Versorgung und längere Wartezeiten hinnehmen als auf dem Land?
Und weil die meisten Schweden also längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, muss die von hansbaer zitierte Statistik geändert werden?
Irgendwie stehe ich auf der Leitung...
Dazu muss ich Dir sagen lese Dir das nochmal durch was ich geschreiben habe, da hast Du garantiert was falsch verstanden. Ich habe nämlich nur geschreiben das wir mit den Wartezeiten noch nichts zu tun hatten da wir in einer ländlichen Gegend in Schweden wohnen und das ich mir das vorstellen kann das es in Ballungsgebieten zu Wartezeiten kommen kann. Ferner habe ich geschreiben das 70-80 % der Schweden in den größeren Städten wohnen. Dann habe ich noch geschreiben das im Gesamten betrachtet die Zahlen vielleicht stimmen mögen aber man die von hansbaer genannten Statistiken und Zahlen so nicht allgemein auf Schweden anwenden kann. Außerdem habe ich noch geschreiben: wenn man das auch in den Foren richtig beobachtet sind es zum größten Teil Leute aus großen Städten die sich über diese Wartezeiten beschweren.
(Das war eine Feststellung.)
Ich habe weder was davon geschrieben das die Menschen in Ballungsgebieten eine schlechter Versorgung noch längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen noch das die von hansbaer genannten Statistiken geändert werden müssen.
Aufgrund dessen kann ich deine Schlussfolgerung und Antwort auf mein Posting nun überhaupt nicht nachvollziehen. :(

PS. Wobei das mit den Statistiken so eine Sache ist, man sollte schon mal dahinter schauen wer sie in Auftrag gegeben oder erstellt hat oder wem sie Nutzen bringen.
Wenn Person eins 2 Millionen Euro hat und Person zwei nichts, haben Statistisch gesehen beide Personen je 1 Million Euro was aber Person zwei auch nichts nützt. :lol: So viel zum Thema Statistiken.

Gruß aus Småland :flagge:
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 20:15 
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Hallo,

da wir gerade in Schweden weilen, habe ich kürzlich eine 80 jährige Dame gefragt, wie es bei ihr mit der ärztlichen Versorgung in Schweden - nahe Malmö - aussieht. Ob sie lange Wartezeiten in Kauf nehmen muß, da sie mit 80 Jahren auch so einige Krankheiten hat. Sie sagte sofort, dass sie immer gleich Arzttermine bekommt, wenn sie in ihrer Vardcentrale anruft. Sie hat immer den gleichen Arzt, sie konnte wählen, welchen Arzt sie haben möchte und wenn sie Beschwerden hat, ruft sie dort an und bekommt umgehend einen Termin.

Dann habe ich heute mit unserem deutschen Vorbesitzer unseres Hauses in Älvsered gesprochen, der gerade an einer Augenentzündung leidet. Ich war erstaunt, dass er mir berichtete, dass er ein Taxi bezahlt bekommt.
In Deutschland muß man sehr viel zubezahlen, wenn man nicht selber Autofahren kann und ein Taxi nehmen muß.
Früher bekam man Fahrtkosten von den Krankenkassen erstattet, wenn man einen Arzt in einem anderen Ort besuchen mußte, wenn es vor Ort keine Praxis gab, das ist alles vorbei.

Grüße Aelve

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 20:51 
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Aelve hat geschrieben:
Hallo,

da wir gerade in Schweden weilen, habe ich kürzlich eine 80 jährige Dame gefragt, wie es bei ihr mit der ärztlichen Versorgung in Schweden - nahe Malmö - aussieht. Ob sie lange Wartezeiten in Kauf nehmen muß, da sie mit 80 Jahren auch so einige Krankheiten hat. Sie sagte sofort, dass sie immer gleich Arzttermine bekommt, wenn sie in ihrer Vardcentrale anruft. Sie hat immer den gleichen Arzt, sie konnte wählen, welchen Arzt sie haben möchte und wenn sie Beschwerden hat, ruft sie dort an und bekommt umgehend einen Termin.

Dann habe ich heute mit unserem deutschen Vorbesitzer unseres Hauses in Älvsered gesprochen, der gerade an einer Augenentzündung leidet. Ich war erstaunt, dass er mir berichtete, dass er ein Taxi bezahlt bekommt.
In Deutschland muß man sehr viel zubezahlen, wenn man nicht selber Autofahren kann und ein Taxi nehmen muß.
Früher bekam man Fahrtkosten von den Krankenkassen erstattet, wenn man einen Arzt in einem anderen Ort besuchen mußte, wenn es vor Ort keine Praxis gab, das ist alles vorbei.

Grüße Aelve

Hejsan Aleve,

genau so geht es bei uns auch, wenn wir was haben ein Anruf in der Vårdcentale und innerhalb von zwei, drei Tagen haben wir einen Termin und haben auch immer den selben Arzt, (übrigens, Zufällig ein ganz netter Deutscher) Im Krankenhaus haben wir auch nie länger als eine Woche auf einen Termin warten müssen. Medikamente kann ich in der Vårdcentrale sogar per e-Mail bestellen, wenn es sein muss.

Das mit den Fahrtkosten habe ich übrigens auch so ähnlich erfahren, mein Nachbar war mit dem Krankenwagen und akutem Blinddarm nach Kalmar ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo er sofort Operiert wurde. Nach drei Tagen kam er mit dem Taxi nach Hause und sagte mir er habe für die Rückfahrt ca. 110 km 80:-kr ca. 8 € bezahlt den Rest bezahlt die Försäkringskassa.

Ist ja irgendwo auch logisch das die negativen Erfahrungen immer sofort (auch von den Medien insbesondere DN) breitgetreten und aufgebauscht werden und die positiven eben nicht weil das jeder so erwartet und weil man damit keine Schlagzeilen machen kann.
:(

Viele Grüße aus Småland :flagge:
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 21:06 
Zitat:
Haro: Außerdem habe ich ja auch nur geschrieben das "fast alle" der Medikamente die "ich benötige" 10 X so teuer sind wie in Deutschland.

Das hatte mich jetzt aber auch ziemlich erstaunt und habe mal nachgesehen, was ich neulich für die Asthma-Medizin meines Sohnes in Schweden bezahlt habe:

1 Verpackung Bricanyl Turbohaler kostete am 27.03.09 in der Apotheke 151,50 SEK

Den Preis, den ich dafür in Deutschland gefunden habe:
http://www.apomio.de/preisvergleich/bri ... zneim.html
für Bricanyl 21,63 Euro

Also so groß (10 x mehr) wie von dir genannt ist der preisliche Unterschied nun wirklich nicht.

Der wesentliche Unterschied hier zu Schweden ist: In Deutschland hätte ich für das Medikament gar nichts bezahlen müssen (da Rezept - und Kinder-/Jugendliche bis 18 J. von der Zuzahlung ganz befreit sind).

Ansonsten wünsche ich allen in Schweden: BLEIBT GESUND - es lohnt sich!

S-nina


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 21:31 
Schweden Guru
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Hallo,

und ich wünsche allen Teilnehmern hier im Forum - egal ob sie in Schweden wohnen in Deutschland oder auch ganz woanders stets beste Gesundheit. Denn erst wenn man richtig krank ist, dann weiß man, wie gut man es vorher hatte. Und nicht umsonst sagt man, die beste Krankheit taugt nichts.

Also alles Gute für Euch alle und für Euer gesundheitliches Wohlergehen wünscht Aelve

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 21:40 
Schwedenfreund
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Hallo Haro,

Haro hat geschrieben:
Es sind auf jeden Fall nicht solche Gewinnspannen nötig wie in Deutschland die nur auf Kosten der Allgemeinheit erzielt werden und wo die Pharmaindustrie nach Herzenslust in die Kassen greift.
"Solche Gewinnspannen" sind für mich nicht nachvollziehbar. Mir ist nicht ganz klar, woher Du diese Information nimmst - zumal die Gewinnspannen in Deutschland im europäischen Vergleich recht niedrig sind.
Siehe dazu hier:
http://www.vfa.de/download/SAVE/de/wirt ... gleich.pdf?
http://www.vfa.de/download/SAVE/de/wirt ... europa.pdf?

Haro hat geschrieben:
Kannst Du auch gerne hier: http://h-y-kehne.de.tl/Preisvergleiche.htm mit Bildern einsehen. Die Bilder auf unserer Homepage sind von Originalverpackungen aus Schweden und Deutschland.

Ich habe die Angaben auf Deiner Homepage gecheckt - und kann sie wiederum nicht nachvollziehen. Den von Dir genannten Faktor 10 finde ich lediglich in einem einzigen Fall. In genau dem Falle sind aber Äpfel mit Birnen verglichen. Versuche ich heute, in beiden Märkten billige Nachahmer-Präparate zu vergleichen, finde ich in D einen Preis von 33,33 € für 100 Stück und in S einen Preis von 283,50 SEK für 98 Stück.
Soviel zum Thema Statistik und wer sie macht :wink:
Haro hat geschrieben:
sollte das, dass gegen Lippenherpes sein dafür habe ich das letzte mal in Deutschland noch für eine kleine 2 g Tube 13,65 € bezahlt, aber ist mal egal.
7,83 € für genau diese Tube. Schweden hat natürlich den Vorteil, dass es nur eine Apoteket gibt. Du kannst Dir also nicht eine teurere Apotheke aussuchen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass in Schweden Arzneimittel Moms-frei sind. Trotzdem aber sind Arzneimittel in Schweden durchschnittlich nur 1 % billiger als in D. Gleichzeitig erhalten in S die Arzneimittelhersteller 81% des Verkaufspreises, in D dagegen nur 57%! Die ach so unverschämten Margen der Arzneimittelhersteller scheinen also in D wesentlich kleiner zu sein als in S.
Haro hat geschrieben:
Außerdem habe ich ja auch nur geschrieben das "fast alle" der Medikamente die "ich benötige" 10 X so teuer sind wie in Deutschland.
(Das ist nur eine Tatsache und Feststellung von mir.)
Ich würde sagen, es ist eine Feststellung, keine Tatsache. Und selbst die Feststellung kann ich anhand Deiner eigenen Daten nicht nachvollziehen.
Haro hat geschrieben:
Sicher kann es wie überall auch hier Ausnahmen geben.
Richtig. Es gibt überall Ausnahmen. Die Frage ist nur: Was ist die Ausnahme?
Dafür gibt es Statistik.
Haro hat geschrieben:
Ich habe nämlich nur geschreiben das wir mit den Wartezeiten noch nichts zu tun hatten da wir in einer ländlichen Gegend in Schweden wohnen und das ich mir das vorstellen kann das es in Ballungsgebieten zu Wartezeiten kommen kann.
Ich bin nicht sicher, ob man in Südschweden ländlicher wohnen kann als hier. Aber das Beispiel, das ich vor ein paar Seiten hier gebracht hatte, betraf meinen Nachbarn. 9 Monate Wartezeit. Wohnort: Glesbygd.
Haro hat geschrieben:
Dann habe ich noch geschreiben das im Gesamten betrachtet die Zahlen vielleicht stimmen mögen aber man die von hansbaer genannten Statistiken und Zahlen so nicht allgemein auf Schweden anwenden kann.
Siehst Du - und das ist mir eben schleierhaft. Wieso kann ich Zahlen, die "im Gesamten betrachtet" stimmen, dann nicht auf Schweden anwenden - also auf das Land, in dem sie erhoben wurden?

Haro hat geschrieben:
PS. Wobei das mit den Statistiken so eine Sache ist, man sollte schon mal dahinter schauen wer sie in Auftrag gegeben oder erstellt hat oder wem sie Nutzen bringen.
Sollte man. Kann man auch. Die Zahlen, die hansbaer genannt hat sind offenbar von der OECD.
Haro hat geschrieben:
Wenn Person eins 2 Millionen Euro hat und Person zwei nichts, haben Statistisch gesehen beide Personen je 1 Million Euro was aber Person zwei auch nichts nützt. :lol:

Das verstehe ich. Und wenn 25% der Patienten mehr als 3 Monate auf einen Facharzt-Termin warten müssen, dann haben sie herzlich wenig davon, dass Haro in Småland einen tollen deutschen Arzt hat, mit dem er sich (auf deutsch) gut versteht. :wink:


Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 23:10 
Hej,

gar wundersam, was Haro und Aelve so für Erfahrungen machen oder erzählt bekommen... Für uns alle anderen, die z.T. schon jahrzehntelang in Schweden leben - ganz einzigartige, ungewöhnliche Erfahrungen: nämlich EINEN TERMIN ZU KRIEGEN, SOFORT DRANZUKOMMEN, IM NULLKOMMANIX OPERIERT ZU WERDEN UND DANN AUCH NOCH SUPREBILLIGE MEDIKAMENTE ZU KRIEGEN. - Der Wahnsinn - sage ich nach 15 Jahren Land- und Stadtleben in Schweden...davon träume ich nur...

Aelve und Haro sind offenbar direkt im medizinischen Himmel gelandet - was mich für sie freut. Aber vermutlich nicht auf der schwedischen Erde....


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 24. Mai 2009 23:33 
Hej,

wenn ihr in D zum Arzt geht, zahlt die schwedische Försäkringskassan das, wenn es ein Notfall ist. Sonst nicht.
Der Luxus, den man in D mit dem Gesundheitssystem gewohnt ist (wegen jeder Erkältung zum Arzt, am besten gleich Facharzt, und dann auch noch mehrere Ärzte konsultieren), zahlt die schwedische F-kassa nicht. Aber kann man ja selber zahlen, wenn man in D ist und das wichtig findet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 00:05 
Schweden Guru
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Haro hat geschrieben:
ich kann mir schon vorstellen das es einen Unterschied ausmacht das die Kassen beider Länder einen Teil der Kosten übernehmen. Aber, wenn man den Unterschied der Mehrwertsteuer noch mit einrechnet was die Deutschen Preise ja noch höher erscheinen lässt, macht das aber mit Sicherheit nicht so viel aus das viele Medikamente in Deutschland 10 X so teuer sind wie in Schweden oder auch anderen Ländern. Zudem gibt es ja auch frei verkäufliche Medikamente die in beiden Ländern frei von der Zuzahlung der Kassen sind, wo die Preisunterschiede ähnlich ist und von daher kann man die Preise schon in etwa vergleichen.


Frei verkäuflich sind Dinge wie Aspirin etc. - einen Faktor 10 wird es bei solchen Medikamenten nicht geben, wahrscheinlich nicht mal einen Faktor 2.

Ohne zu wissen, wie der Preis zustandekommt, kann man nur spekulieren.
Ist der Preis, auf den du dich beziehst, der, den du selber bezahlst, oder der Apothekenpreis?
Ich konnte leider nichts dazu finden, wie die Zuzahlung in Schweden läuft. In Deutschland zahlt man 10 Prozent des Apothekenpreises, jedoch maximal 10 € für ein Medikament. Konkret: 90% übernimmt die Kasse. In Bezug auf das würde ein Faktor 10 heißen, dass der Preisunterschied exorbitant ist.

Haro hat geschrieben:
Wir wohnen in einer ländlichen Gegend in Schweden und haben bis jetzt mit Wartezeiten im Gesundheitssystem hier nichts zu tun, das es in Schweden in den großen Städten oder Ballungsgebieten durch die hohe Zahl der Einwohner zu Wartezeiten kommt kann ich mir gut vorstellen, dann solltest Du oder die, die deine Daten erstellen das aber auch bei Vergleichen berücksichtigen das ca. 70-80 % der Schweden in einigen, wenigen großen Städten leben und der Rest in ländlichen Gebieten. Also, kann man deine Ansichten und Zahlen so nicht allgemein auf Schweden übertragen. Im Gesamten betrachtet mögen die Zahlen vielleicht stimmen aber von daher betrachtet hinken die von Dir genannten Vergleiche meiner Meinung nach schon eine wenig. Wenn man das auch in den Foren richtig beobachtet sind es zum größten Teil Leute aus großen Städten die sich über diese Wartezeiten beschweren.


Dann würde ich mal mit Tommy und Skogstroll reden - die sind wohl von dem Verdacht frei, von Städterproblemen zu klagen.
Die Stadt-Land-Theorie mag gut klingen, stimmt so aber leider nicht, denn die verschiedenen ländlichen Regionen schneiden sehr unterschiedlich ab. Zudem ist Stadt nicht gleich Stadt und Land nicht gleich Land, insbesondere in Schweden. In Jokkmokk zu wohnen ist was ganz anderes als in einem Dorf in Blekinge. Die drei Großstadtregionen machen schon 40% der Bevölkerung aus, aber selbst da gibt es große Löcher. Wenn man wie ich mitten in den Schären wohnt, sollte man nicht meinen, dass man Teil des größten Ballungsraums von ganz Schweden ist. In meiner Kommune gibt es auch Wohngebiete, von denen aus die nächste Notaufnahme über 40 km entfernt ist.

Stockholm hat trotz der hohen Bevölkerung den höchsten Anteil von Ärzten in der Bevölkerung. Ich selbst bin, wie irgendwann mal erwähnt, mit dem Zugang zu den Allgemeinärzten recht zufrieden, da ich teilweise noch am gleichen Tag einen Termin bekam, während es in den ländlichen Regionen Nordschwedens offenbar schon hier hakt. In Stockholm hängt es dann vor allem an den Wartezeiten für die weitergehenden Behandlungen.

Hier ein Auszug aus dem aktuellen Socialstyrelsen-Bericht:
Zitat:
Kalmar, Gotland och Jönköping är de landsting
där lägst andel patienter har behövt vänta längre
än 90 dagar på besök eller behandling under år
2007–2008. Även Västmanland har lyckats bra på
besökssidan, men ligger närmare genomsnittet för
riket när det gäller behandling. För Uppsala gäller
det omvända. Där väntar förhållandevis få patienter
längre än 90 dagar på behandling, men på besökssidan
är problemen avsevärt större. Jämtland,
Gävleborg och Västerbotten hör till de landsting
där stora andelar patienter har väntat längre än 90
dagar under en längre tid.
[...]
Av landstingens rapporter till Socialstyrelsen
framgår att samtliga landsting anser sig ha problem
med väntetider i något avseende. Bland faktorer
som kan leda till kortare väntetider nämns bättre
logistik och produktionsplanering, bättre hantering
av väntelistor, tydligare prioriteringar från ledningen,
bättre bemanningsplanering (schemaläggning)
och rätt urval av patienter. För att väntetiderna ska
kunna förkortas krävs dessutom god vilja och en
positiv attityd. God tillgång till personal och inga
vakanser är vidare ett måste för att olika enheter
ska kunna bedriva sina verksamheter med kontinuitet.
I vissa fall menar landstingen också att det
krävs ökade resurser.


Du wohnst also in einem der Gebiete, die am besten abschneiden. Das hat aber mit Stadt und Land wenig zu tun, wie auch dieser Beitrag, den ich in Erinnerung rufen möchte, belegt: http://www.schwedentor.de/forum/beitrag79351.html
Stockholm liegt da also noch über dem Landesschnitt, während das ländliche Gävleborg vollkommen durchfällt.

Die große Preisfrage ist, wieso Kalmar relativ gut im Rennen liegt, während Uppsala große Probleme hat und Västmanland trotz ähnlicher Bevölkerungsdichte auch nicht so gut abschneidet. Das ist auch interessant, weil Kalmar wohl zur Region Sydöstra gehört, die sowohl mit Ärzten und Krankenschwestern relativ schwach besetzt ist.

Was die Dame von 80 Jahren angeht, von der Aelve geschrieben hat: als eine Freundin nach 6 Monaten (I'll repeat: 6 Monate) Wartezeit endlich ihren Termin für eine Magenspiegelung bekommen hat, sagte man ihr dort, dass alte Menschen bevorzugt würden und sich dadurch diese Situation ergebe. Es ist erfreulich, dass diese nicht so lange warten müssen, aber die große Mehrheit der Einwohner dieses Landes sind nun mal nicht im hohen Alter.

Man kann nur nochmal festhalten, und das gibt auch das Socialstyrelsen unumwunden zu: über das gesamte Land betrachtet sind die Wartezeiten lang, selbst an den doch bescheidenen Zielen der Vårdgaranti gemessen. Dass bestimmte Regionen und bestimmte Altersgruppen etwas besser dran sind, ist schön, bringt aber dem ganzen Rest ziemlich wenig.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 08:39 
Bin ich zu dumm um den Titel zu verstehen? Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem bezieht sich auf die Erfahrungen die jeder selbst gemacht hat. Warum dürfen diese Erfahrungen den nur so sein, das sie bestimmten Leuten in den Kram passen. Was ist daran so schlimm wenn jemand mit dem System zufrieden ist. Der tenor das in Schweden alles schlecht ist kommt hier im Forum immer mehr zum tragen. Eigentlich wollte ich mich ja anmelden, da ich schon eine ganze Zeit hier lese. Aber inzwischen hab ich auf die negativeinstellung mehrer User hier einfach keine Lust mehr und sag als Gast einfach mal Tschüs. Und ich frage mich warum bleibt ihr in schweden wenn ihr mit sovielen Sachen nur negative Erfahrungen habt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 09:03 
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Registriert: 25. August 2008 15:19
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Haro hat geschrieben:
PS. Wobei das mit den Statistiken so eine Sache ist, man sollte schon mal dahinter schauen wer sie in Auftrag gegeben oder erstellt hat oder wem sie Nutzen bringen.
Wenn Person eins 2 Millionen Euro hat und Person zwei nichts, haben Statistisch gesehen beide Personen je 1 Million Euro was aber Person zwei auch nichts nützt. :lol: So viel zum Thema Statistiken.


Sorry, aber so oft, wie du dieses idiotische Beispiel schon gebracht hast, muss ich da mal was anmerken:
Für dich sind Statistiker anscheinend grenzdebile Idioten, die nichts weiter können als Durchschnitte auszurechnen. Schonmal was von Standardabweichung, Median, Stichprobe und Perzentilen gehört?

Es gibt nämlich Fälle, in denen ein Durchschnitt eine Aussage hat, und welche, in denen das nicht der Fall ist. Das Maß ist das Standardabweichung. Diese muss deutlich kleiner sein als der berechnete Schnitt.
Dein "Beispiel" hätte einen Durchschnitt von 1.000.000 Euro, aber auch eine Standardabweichung von 1.000.000 Euro. Folglich ist die Aussage des Durchschnitts in diesem Fall vollkommen wertlos.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 09:16 
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Registriert: 25. August 2008 15:19
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Wohnort: Gustavsberg
Verstehe ich den Titel falsch hat geschrieben:
Bin ich zu dumm um den Titel zu verstehen? Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem bezieht sich auf die Erfahrungen die jeder selbst gemacht hat. Warum dürfen diese Erfahrungen den nur so sein, das sie bestimmten Leuten in den Kram passen. Was ist daran so schlimm wenn jemand mit dem System zufrieden ist. Der tenor das in Schweden alles schlecht ist kommt hier im Forum immer mehr zum tragen. Eigentlich wollte ich mich ja anmelden, da ich schon eine ganze Zeit hier lese. Aber inzwischen hab ich auf die negativeinstellung mehrer User hier einfach keine Lust mehr und sag als Gast einfach mal Tschüs. Und ich frage mich warum bleibt ihr in schweden wenn ihr mit sovielen Sachen nur negative Erfahrungen habt.


Wenn hier jeder nur seine Erfahrungen hinschreibt und man nicht drüber diskutieren soll, dann braucht man eigentlich auch kein Forum. Es ist ja gut, dass manche auch positive Erfahrungen mit diesem System gesammelt haben - das spreche ich ja keinem ab, aber Fakt ist nun mal, dass 80 Prozent hier solche Erfahrungen kaum gemacht haben. Damit sind sie in guter Gesellschaft hier in Schweden, und das sollte man den Leuten auch sagen, die hier mitlesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 10:00 
Zitat:
Eigentlich wollte ich mich ja anmelden, da ich schon eine ganze Zeit hier lese. Aber inzwischen hab ich auf die negativeinstellung mehrer User hier einfach keine Lust mehr und sag als Gast einfach mal Tschüs.


Eigentlich wärs ja schon besser, wenn du dich anmelden würdest, lieber Gast.
Wenn du aber keine Lust mehr zum Diskutieren hast, dann soll man ziehende Gäste ja auch nicht unbedingt aufhalten ... denke ich.

Zitat:
Und ich frage mich warum bleibt ihr in schweden wenn ihr mit sovielen Sachen nur negative Erfahrungen habt


Wenn du allerdings noch Fragen hast und weiterdiskutieren möchtest, dann herzlich willkommen - vielleicht möchtest du dich ja dann noch anmelden. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 10:17 
Hej,

Zitat:
"Und ich frage mich warum bleibt ihr in schweden wenn ihr mit sovielen Sachen nur negative Erfahrungen habt"

Ja - warum bleibt denn dann überhaupt noch einer in Deutschland, wenn man in Deutschland immer so schlechte Erfahrungen macht? - könnte man in Erwiderung obiger Schlußfolgerung antworten. Über Deutschland wird doch von den allermeisten ausgiebig und kräftig gemeckert - also alle schleunigst auswandern!? - Was ist das denn für eine Logik??

Seltsam, daß viele Leute glauben, man müsse als Ausgewanderter im neuen Land mit allem zufrieden sein und alles hinnehmen, egal, wie schlecht gewisse Dinge sind, und noch dazu so vital wichtige wie gesundheitliche Einrichtungen. Auch im neuen Land sind wir steuerzahlende mündige Bürger, die ihre Ansprüche auf eine medizinische Untersuchung und Behandlung, die wenigstens Grundstandards genügt, nicht bei Grenzübertritt abgegegen haben...

Und wir können ja nicht alle nach Hultsfred ziehen. Es sei denn, Haro macht ein vandrarhem auf, dann kommen wir zu regelmässigen Check-Ups bei seinem deutschen Arzt vorbei :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 10:35 
Schwedenfreund
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Wohnort: Västernorrland
Hallo,

da dachte ich doch gerade: "Mensch, der Thread hat ja gerade den Körpersprache-Thread getoppt. Dann wird's ja höchste Zeit für die Trollwiese."

Und sofort danach gibt's ein nettes Posting mit irgendwie bekanntem Sprachgebrauch.

Verstehe ich den Titel falsch hat geschrieben:
Bin ich zu dumm um den Titel zu verstehen? Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem bezieht sich auf die Erfahrungen die jeder selbst gemacht hat. Warum dürfen diese Erfahrungen den nur so sein, das sie bestimmten Leuten in den Kram passen. Was ist daran so schlimm wenn jemand mit dem System zufrieden ist. Der tenor das in Schweden alles schlecht ist kommt hier im Forum immer mehr zum tragen. Eigentlich wollte ich mich ja anmelden, da ich schon eine ganze Zeit hier lese. Aber inzwischen hab ich auf die negativeinstellung mehrer User hier einfach keine Lust mehr und sag als Gast einfach mal Tschüs. Und ich frage mich warum bleibt ihr in schweden wenn ihr mit sovielen Sachen nur negative Erfahrungen habt.


:smt017 :smt115 :sagnix:

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 11:25 
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Beiträge: 270
Wohnort: Rosenfors (Småland)
Hej Samweis und alle anderen,
Samweis hat geschrieben:
"Solche Gewinnspannen" sind für mich nicht nachvollziehbar. Mir ist nicht ganz klar, woher Du diese Information nimmst - zumal die Gewinnspannen in Deutschland im europäischen Vergleich recht niedrig sind.
Siehe dazu hier:
http://www.vfa.de/download/SAVE/de/wirt ... gleich.pdf?
http://www.vfa.de/download/SAVE/de/wirt ... europa.pdf?
Es tut mir ja fürchterlich leid aber arbeitest Du für die Pharmaindustrie? Wenn Du Erhebungen und Statistiken die von der Pharmaindustrie in Deutschland http://www.vfa.de/de (Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. - vfa bio vertritt die Biotechnologie-Interessen der forschenden Pharma-Unternehmen) erstellt worden sind zu den Gewinnspannen der Pharmaindustrie in Deutschland vorlegst kannst Du auch einem Fuchs sagen er soll auf die Hühner aufpassen.

Wie soll man sich mit solchen Leuten Diskutieren?

Nichts Desto Trotz, mir ist schon oft aufgefallen das es hier im Forum scheinbar einige Leute gibt die so "Selbst-" und "Statistikverliebt" sind das sie außer ihren eigenen Meinungen und Erfahrungen keine anderen zulassen oder dulden und auf alles und jeden der eine andere Meinung hat oder andere (Gute) Erfahrungen in Schweden gemacht hat eindreschen und versuchen mit ihrer negativen Einstellung alles nieder zu machen was andere gut finden oder an guten Erfahrungen in Schweden gemacht haben.

Es gibt nämlich nicht nur Leute die schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Ich frage mich nur und das habe ich schon mal hier im Forum, wenn in Schweden alles soooo schlecht ist und in Deutschland soooo gut warum diese Leute dann in Schweden leben und nicht in ihrem all so hoch geliebten Deutschland was ja scheinbar so gut ist.

Seltsam kommt mir da nur vor das Schweden in fast allen Vergleichen mit Deutschland und der EU teils deutlich besser da steht wie Deutschland oder der Rest der EU.

Mensch, sollte da jemand die Statistiken gefälscht haben? :lol:

Ich für meinen Teil jedenfalls lege keinen Wert mehr darauf mit solchen Leuten zu Diskutieren.
Ich verlasse mich nicht auf Statistiken, sondern auf meine eigenen Erfahrungen und manchmal auch auf die meiner Mitmenschen in meinem näheren Umfeld, denn damit bin ich bis jetzt im Leben am besten gefahren und am weitesten gekommen.

PS. Noch eine Anmerkung zu Statistiken!

Zitat:
Ein Manager o h n e Statistik ist wie ein Schiffbrüchiger in der Weite des Ozeans: ein Manager m i t Statistik ist wie ein Adler hoch über den Wolken. - Doch leider versperren die Wolken oft den klaren Blick, und die Luft dort oben ist sehr dünn.

Daniel Goeudevert (*1942), dt. Topmanager belg. Herk., 1991-93 Vorstandsvors. Volkswagen, s. 1994 Vizepräs. Internat. Grünes Kreuz, Genf | Zitat-Nr.: 9274

Gruß aus Småland :flagge:
Harald

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Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 11:33 
Ein Blick nach Großbritannien zeigt, dass es dort mit dem Gesundheitssystem auch nicht zum Besten steht. Und vielleicht können wir hier in Schweden sogar etwas "froh" darüber sein, dass nach Schweden (noch) gerne deutsche Ärzte einwandern. Und dort, wo es dann deutsche Ärzte gibt - wie in Hultsfred bei Haro - die Patienten sehr zufrieden sind!

Die schwedischen Ärzte scheinen es dagegen vorzuziehen, nach Großbritannien zu gehen (was man/frau sich ja auch fragen kann, wenn es in Schweden 1. doch einen offensichtlichen Ärztemangel gibt und 2. die Arbeitsbedingungen für gerade Ärzte und Pflegepersonal hier in Schweden angeblich so fantastisch gut seien.)

Das "schwedische Arbeitsmodell" scheint allerdings nicht gerade von Erfolg gekrönt zu sein - wie die Zeitung Daily Telegraph heute berichtet: Dutzende von Patienten werden zusätzlichen Schmerzen ausgesetzt, weil sie nach verpfuschten Operationen durch schwedische Chirurgen erneut operiert werden müssen.

http://www.telegraph.co.uk/health/healt ... ctors.html

Zitat:
Dozens of patients left to repeat surgery after botched work by Swedish doctors
Dozens of elderly people were left in pain and requiring further surgery after botched work by Scandinavian surgeons brought in to reduce NHS waiting lists, an investigation has found.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 11:59 
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Registriert: 25. August 2008 15:19
Beiträge: 1265
Wohnort: Gustavsberg
S-nina hat geschrieben:
Die schwedischen Ärzte scheinen es dagegen vorzuziehen, nach Großbritannien zu gehen (was man/frau sich ja auch fragen kann, wenn es in Schweden 1. doch einen offensichtlichen Ärztemangel gibt und 2. die Arbeitsbedingungen für gerade Ärzte und Pflegepersonal hier in Schweden angeblich so fantastisch gut seien.)

Das "schwedische Arbeitsmodell" scheint allerdings nicht gerade von Erfolg gekrönt zu sein - wie die Zeitung Daily Telegraph heute berichtet: Dutzende von Patienten werden zusätzlichen Schmerzen ausgesetzt, weil sie nach verpfuschten Operationen durch schwedische Chirurgen erneut operiert werden müssen.


Auch deutsche Ärzte gehen nach Großbritannien - man verdient dort mehr als doppelt so viel als in Deutschland oder Schweden. Daher ist es kein Wunder, dass die Ärzte dorthin gehen. Ich denke, an den schwedischen Arbeitsbedingungen hängt es weniger. Zwar ist es bei weitem nicht so idyllisch, wie man sich das gerne vorstellt, aber ich denke, in Deutschland hat ein Arzt mehr Stress.

Ausländische Ärzte sind im Vereinigten Königreich in letzter Zeit offenbar öfter Gegenstand des öffentlichen Interesses. Wie z.B. das hier:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,622893,00.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 12:00 
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Haro hat geschrieben:
Wie soll man sich mit solchen Leuten Diskutieren?[/b]


Sachlich und ohne Anfeindungen?

Haro hat geschrieben:
"Selbst-" und "Statistikverliebt"

Das nenne ich weder sachlich noch ohne Anfeindungen.

Haro hat geschrieben:

Es gibt nämlich nicht nur Leute die schlechte Erfahrungen gemacht haben.


Das streitet niemand ab. Umgekehrt erzählen auch wir von unseren Erfahrungen und Erlebnissen. Wenn die nun mal negativ sind? Sollen wir die dann nicht erzählen? Und oft erzählen wir auch schöne Dinge. Ist ja nicht so...

Haro hat geschrieben:

Ich frage mich nur und das habe ich schon mal hier im Forum, wenn in Schweden alles soooo schlecht ist und in Deutschland soooo gut warum diese Leute dann in Schweden leben und nicht in ihrem all so hoch geliebten Deutschland was ja scheinbar so gut ist.


Tja, wie schon von jemandem vorgeschlagen. Wieso wohnen dann nicht alle die in Deutschland meckern, in Schweden?
Und nochmal: Ich mag Schweden. Ich glaube, die anderen auch. Mir ist niemand bekannt, der Schweden abgrundtief hasst und nichts als weg will.


Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 12:01 
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Guten Morgen Zusammen,
bitte bleibt bei euren Postings, trotz aller Emotionen und gegenteiligen Erfahrungen, bei einem netten Umgangston... Äußerungen wie "selbst"- und "Statistikverliebt" bringen nichts und bauschen nur unnütz auf.

Es handelt sich bei diesem Thread um einen Erfahrungsaustausch bzgl. Erfahrungen mit dem Gsundheitssystem in Schweden, dazu gehören positive als auch negative Erfahrungen.
Sätze wie" Dann geht doch zurück nach Deutschland" sind unproduktiv und bringen nur noch mehr Unruhe...

LG JANA :danke:

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 12:21 
Schwedenfreund
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Registriert: 8. April 2009 13:51
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Hallo Haro,
Haro hat geschrieben:
Es tut mir ja fürchterlich leid aber arbeitest Du für die Pharmaindustrie?
Interessant ist, dass jemand, der Deine Meinung nicht teilt, korrupt sein muss oder aus Eigennutz lügt...
Haro hat geschrieben:
Wenn Du Erhebungen und Statistiken die von der Pharmaindustrie in Deutschland http://www.vfa.de/de (vfa bio vertritt die Biotechnologie-Interessen der forschenden Pharma-Unternehmen) erstellt worden sind zu den Gewinnspannen der Pharmaindustrie in Deutschland vorlegst kannst Du auch einem Fuchs sagen er soll auf die Hühner aufpassen.
Wärst Du etwas aufmersamer gewesen, wäre Dir nicht entgangen, dass die "Erhebungen" keineswegs von der vfa "erstellt worden sind" sondern von einem öffentlich-rechtlichen Institut aus Skandinavien.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Du hattest gesagt, dass Du (noch) nicht so gut Schwedisch sprichst, deshalb hatte ich nach einer deutschen Quelle gesucht. Soll ich jetzt bereuen, so nett gewesen zu sein?
Haro hat geschrieben:
mir ist schon oft aufgefallen das es hier im Forum scheinbar einige Leute gibt die so "Selbst-" und "Statistikverliebt" sind das sie außer ihren eigenen Meinungen und Erfahrungen keine anderen zulassen oder dulden
Den Schuh darfst Du Dir gerne anziehen. Drucks aus und stecks Dir hinter den Spiegel.

Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass ich bisher sachlich und mit Fakten argumentiert habe und Deine "Fakten" lediglich überprüft habe?
Leider haben sie der Überprüfung nicht stand gehalten.

Deine Reaktion darauf ist nicht etwa ein neuer Beweisversuch sondern "mit solchen Leuten". Das ist - zumindest - nicht mehr sachlich.
Schade. Ich wäre doch auf den Beweis gespannt gewesen.
Haro hat geschrieben:
warum diese Leute dann in Schweden leben und nicht in ihrem all so hoch geliebten Deutschland was ja scheinbar so gut ist.
Ist doch klar. Natürlich sind alle aus der Bananenrepublik ins neue Kanaan ausgewandert. Warum wohl sonst sollte jemand auswandern?
Haro hat geschrieben:
Seltsam kommt mir da nur vor das Schweden in fast allen Vergleichen mit Deutschland und der EU teils deutlich besser da steht wie Deutschland oder der Rest der EU.
Na, das wäre doch interessant. Könntest Du das bitte belegen? Es interessiert mich wirklich.
(Allerdings ging es beim letzten "fast alle" um genau einen Fall von dreien - und der war nachweislich falsch recherchiert.)

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 12:27 
Hej Haro!

Willkommen in der Liste der ignorierten Mitglieder!
Ein Spiegel wäre nicht schlecht.....

Hej då!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 12:52 
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Hej då Haro hat geschrieben:
Hej Haro!

Willkommen in der Liste der ignorierten Mitglieder!
Ein Spiegel wäre nicht schlecht.....

Hej då!


Warum schreibt man sowas nicht mit einem Namen? Traut man sich womöglich nicht sich zu outen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 13:10 
Schwedenfreund
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Hallo Wiebke,

Imrhien hat geschrieben:
Warum schreibt man sowas nicht mit einem Namen? Traut man sich womöglich nicht sich zu outen?
... zumal man niemanden ignorieren kann, wenn man nicht Mitglied und angemeldet ist.

Anonyme Postings von beiden Seiten, persönliche Angriffe, Ersatz des Arguments durch leere Polemik... Man könnte meinen, es geht hier um etwas.
Habe ich irgendetwas nicht mitbekommen? Gibt's hier irgendwann einen Preis für "die beste Meinung"?

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 13:14 
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Hier werden keine Preise verliehen...weder für den "besten persönlichen Angriff" noch für den "besten Gegenkonter"...wir sind alle friedlich, akzeptieren, bitte bitte, die Meinung der anderen und wenn es jemanden "to much" wird, geniesst diesen wunderschönen Frühsommer-tag....

Gastschreiber sind natürlich wie immer herzlich willkommen, insbesondere wenn sie etwas zum Thread beitragen können und nicht nur, eh schon angestaute Emotionen, anheizen...

LG JANA :danke:

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 13:18 
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jap habs verstanden... war zwar nicht anonym, werd mich jetzt aber auch wieder wichtigeren Sachen widmen. Danke Jana.

Liebe Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 13:40 
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@Haro: Würdige Diskutanten sind offenbar nur die, die alles abnicken, was du schreibst. Einfach abbrechen ist offenkundig die einfachste Methode, sich Gegenargumenten nicht stellen zu müssen. Manchmal denke ich mir, wir haben es mit einem Generationenproblem zu tun, dass eine angeregte Debatte jedesmal so enden muss. Als Märtyrer fühlt man sich wohl einfach besser.

Indem du allen Statistiken generell unterstellt, sie sind gefälscht, umgehst du, dass du dich mit ihnen auseinandersetzen musst. Eine Statistik, die dir gerade nicht passt, kann natürlich nur frisiert sein.

Die Statistik, die dir passt, ist dir dafür umso lieber. In der Tat steht Schweden in zahlreichen Statistiken besser da als Deutschland - und diese Statistiken sind nicht gefälscht. Die Lebenserwartung ist beispielsweise höher, was aber auch kein Wunder ist, denn in der DDR war die Lebenserwartung beträchtlich niedriger als in der alten BRD, und das wirkt bis heute nach. 1990 lagen BRD und Schweden bei den Frauen gleichauf, bei den Männern lebten die Deutschen etwas kürzer (man kann sich ja denken, woran das liegt). Das Bild bei der Kindersterblichkeit ist im Wesentlichen das gleiche. Du kannst herzlich gerne Beispiele bringen, bei denen eine Diskrepanz nicht so leicht zu erklären ist.

Was du nicht verstanden hast, ist, dass ich deine Erfahrungen nicht in Zweifel ziehe. Auf deinen ersten Beitrag hier hat dir keiner widersprochen. Es sind deine Erfahrungen hier, und es ist ja schön, dass die positiv sind. Ich spreche sie dir nicht ab.

In der Folge hast du dann aber begonnen, ein großes Fass aufzumachen: die Pharmaindustrie zockt die Deutschen ab und verlangt von ihnen exorbitant erhöhte Preise, dann die Stadt-Land-Theorie. Letzteres ist nachweislich falsch - sowas einzugestehen scheint dir aber nicht möglich zu sein.

Wer große Schlüsse ziehen will, muss damit rechnen, dass diese in Zweifel gezogen werden. Wenn die Anbringung von Fakten aus seriösen Quellen kein passendes Mittel hierzu ist, was dann?

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 20:28 
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Hallo,

gerade wieder aus dem wunderschönen und erholsamen Schweden zurück, sehe ich, dass es hier jetzt ganz schön heiß hergeht.

Ich kann es auch nicht nachvollziehen, wie sofort immer über positive Berichte drüber hergefallen wird. Wenn es sich um Erfahrungsberichte handelt, wir Ihr ja alle selber einräumt, dann laßt doch auch positive Erfahrungsberichte gelten. Ich habe extra ein Ehepaar in Schweden wohnend, beide sind an die 80 Jahre alt, gefragt, wie sie mit ihrer ärztlichen Versorgung in Skane zufrieden sind und habe positive Antworten bekommen. Dann kenne ich eine Krankenschwester, die vor ca. 1 1/2 Jahren nach Schweden ausgewandert ist und im Krankenhaus Borås arbeitet. Sie meinte auf Nachfrage, dass es zwar etwas länger dort dauert, bis man einen Termin im Krankenhaus bekommt, dafür ist aber die Nachversorgung dort erheblicher besser als in Deutschland. Man kann also nicht generell sagen, dass das Gesundheitssystem in Schweden gegenüber anderen Ländern grottenschlecht ist. Auch in Deutschland gibt es eine Menge Patienten, die Horrorgeschichten erzählen könnten und Patienten, die mit der ärztlichen Versorgung sehr zufrieden sind.
Oft liegt es auch am Arzt, es kann auch teilweise am Patienten selber liegen, es kann auch am System liegen, wenn einer zufrieden ist und der andere eben unzufrieden.

Ich selber könnte von Deutschland ganze Bände erzählen, was schief lief bei einem Krankheitsfall, kann aber genauso gut viele gut verlaufende Krankheiten, die schnell geheilt wurden, aufzählen.
Auch ich bin der Meinung, dass man nicht in allen Fällen statistische Werte benötigt, um etwas hier aufzuführen, oft genügt auch der gesunde Menschenverstand, um etwas hier berichten zu können. Denn wir Ihr selber sagt, die Statistik mag auf die eine Person zutreffend sein, aber für die andere Person eben nicht.

Dann kann ich noch berichten, dass das ältere Ehepaar erzählt hat, dass für häusliche Arbeiten, die sie nicht mehr ausführen, wie z.B. Fensterputzen mit Trittleiter, exta unentgeltlich eine Person kommt, die diese Arbeiten übernimmt. Ich finde das eine ganz tolle soziale Errungenschaft, dass man als ältere Person sich darauf verlassen kann, schwere Arbeiten ausführen zu lassen, um so lange wie möglich dann zu Hause leben zu können. Auch das ist gesundheitsfördernd, wenn ich als ältere Person diese gefährlichen Arbeiten nicht ausführen muß und weiß, dass ich so lange wie möglich im heimischen Umfeld leben kann.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 21:23 
Zitat:
Dann kann ich noch berichten, dass das ältere Ehepaar erzählt hat, dass für häusliche Arbeiten, die sie nicht mehr ausführen, wie z.B. Fensterputzen mit Trittleiter, exta unentgeltlich eine Person kommt, die diese Arbeiten übernimmt. Ich finde das eine ganz tolle soziale Errungenschaft, dass man als ältere Person sich darauf verlassen kann, schwere Arbeiten ausführen zu lassen, um so lange wie möglich dann zu Hause leben zu können.

Hier kann ich dich wieder in die "schwedische Realität" zurückholen: Die Ausführung von häuslichen Arbeiten - hemtjänst - gilt längst nicht für alle gleich. Das ist immer wieder ein großes Thema, ob der hemtjänst z. B. Fensterputzen übernehmen soll, wann und wie oft.

Unentgeltlich ist es schon zweimal nicht - denn auch der hemtjänst kostet GELD!

Hier kannst du dich informieren, was es z. B. in Halland 2009 kostet:

http://www.halmstad.se/prod/halmstad/he ... 20WEBB.pdf


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 21:31 
Das klingt doch super fuer unsere baldigen Pensionäre. Nur die Hüftprothesen und den grauen Star und das Hörgerät vor dem Umzug lieber noch vorher in Deutschland einbauen/operieren lassen. Gegen den Zucker gibt´s die Medikamente auch in Schweden. Alle die in jüngeren Jahren nach Schweden kommen müssen sich eben selber fit halten. Was will man mehr. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 21:41 
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Hallo Aelve,

Aelve hat geschrieben:
wie sofort immer über positive Berichte drüber hergefallen wird. Wenn es sich um Erfahrungsberichte handelt,
Wo wäre das eine oder das andere der Fall gewesen?
Aelve hat geschrieben:
Ich finde das eine ganz tolle soziale Errungenschaft, dass man als ältere Person sich darauf verlassen kann, schwere Arbeiten ausführen zu lassen,
Hm?? Kannst Du in D nicht auch jemanden bezahlen, damit er Hausarbeiten für Dich verrichtet?
Ich bin ja mit dem deutschen Steuersystem nicht mehr so vertraut, aber kann man das nicht sogar absetzen?

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 21:49 
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Hallo S-Nina, hallo Samweis,

das ältere Ehepaar, das mir davon berichtet hat, dass man für schwere Arbeiten, die man als älterer Bürger nicht mehr ausführen kann, jemanden kostenlos bestellen kann, der diese Arbeiten ausführt, hat ausdrücklich erklärt, es wäre der Service kostenfrei. Ich habe nämlich extra nachgefragt, ob es in der Tat nichts kostet, da es mir auch fast unwahrscheinlich erschien, dass man als älterer Bürger diese Dienste nicht bezahlen muß und mir wurde versichert, dass derjenige kostenlos diese Dinge ausführt. Natürlich nicht alle Hausarbeiten, sondern nur solche Arbeiten, die jemand aufgrund seines Alters nicht mehr selber ausführen kann bzw. Arbeiten wie Fensterputzen, da sie für ältere Personen unzumutbar sind.
Es geht hier nicht darum, dass ich mir jemanden zum Reinigen meines Haushalts hole, denn das ist sehr kompliziert, da man diese Personen steuerlich anmelden muß und Lohnsteuer Pauschale dafür abführen muß. Da haben ältere Personen sicherlich Probleme, diese Formalitäten zu erfüllen und nehmen dann entweder schwarz bezahlt jemanden oder gehen dann ins Heim. In Schweden wird insgesamt älteren Bürgern mehr ermöglicht, lange zuhause wohnen zu bleiben, wenn sie pflegebedürtig sind kommt Pflegepersonal ins Haus.

Grüße Aelve

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Zuletzt geändert von Aelve am 25. Mai 2009 22:24, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. Mai 2009 22:05 
Hej Aelve,
am besten du schaust in dem oben genannten Link nach - dann weißt du, was es kostet und wie sich der hemtjänst berechnet.

Hier kannst du auch nachlesen - was hemtjänst ist:

http://sv.wikipedia.org/wiki/Hemtj%C3%A4nst


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 17:40 
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...jepp, wir haben hier auch einen "fixarnisse", der kostenlos kleine Reparaturen ausfuehrt, kleine Malararbeiten oder auch die Gardinen aufgängt und von der Kommune bezahlt wird.... die Klienten muessen 65+ sein.... hat nix mit dem hemtjänst zu tun....(da arbeite ich nämlich)...

:smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 18:34 
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Hallo Faxälva,

danke für die Aufklärung Deinerseits. In der Art muß es sich bei unseren schwedischen Bekannten auch um solche kostenlose Hilfe handeln, die evtl. auch von der Kommune bezuschußt wird, ist mein Gedanke dazu. Wie ich bereits sagte, die alten Herrschaften dürfen im Winter kostenlos in die Schwimmhalle gehen und es werden auch Kurse für alte Leute angeboten. Meine Bekannte meinte, es geht nach der finanziellen Situation der Kommune.

LG Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 18:51 
Aelve, wäre das nicht eine Herausforderung, so einen Dienst auch den älteren Menschen in Deutschland zur Verfügung zu stellen? Wenn ich das richtig verstehe, engagieren sich hier Menschen für ihre älteren Mitbürger.

Schön, wenn man sich in seinem Urlaub Ideen mitnehmen kann und versucht, solche Hilfen in seiner Heimat zu installieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 19:30 
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Lieber Glada,

die Idee ist hervorragend und verdient gewiss der Umsetzung. Wenn ich nicht mehr arbeiten gehen muß, zur Zeit arbeite ich in Hamburg und bin von morgens 7 Uhr bis abend 18 Uhr nicht zuhause, somit bin ich persönlich noch nicht in der Lage, solche Dienste anderen Leuten anbieten zu können. Aber ich hatte mir schon vorgenommen, mich später im Kirchenkreis einzubringen, sobald meine Zeit es erlaubt. Das werden zwar keine Haushaltshilfen sein, sondern dort wird eher etwas für die Gemeinsamkeit getan, wie z.B. gemeinsames Kaffeetrinken mit Senioren, wobei man dann seine Hilfe mit Vorbereiten solcher Treffen einbringen kann und mit der Betreuung älterer Bürger. Dann gibt es speziell hier in Reinfeld die Reinfelder Tafel, da erbringen Bürger auch Hilfe für Bedürftige, indem ihnen Lebensmittel von Lebensmittelketten angeboten werden. Es finden extra Bücherbasare statt, der Erlös daraus wird solchen sozialen Einrichtungen gespendet. Bei den öfter stattfindenen Bücherbasaren helfen meine Kinder und ich stets beim Auf- und Abbauen mit.
Wie ich sicherlich schon einmal berichtet habe, war ich 12 Jahre lang ehrenamtlich für den Legasthenieverband tätig, davon 4 Jahre im Bundesverband Legasthenie als Schatzmeisterin. Kürzlich bin ich hier im Ort in die CDU eingetreten, ich kann mir gut denken, dass ich dort einen Posten in der gleichen Art übernehmen würde, sobald hierfür Bedarf besteht. Im Sportverein bin ich Mitglied des Ältestenrats, das ist praktisch eine Schiedsstelle bei Streitigkeiten unter den Mitgliedern, wo der Ältestenrat dann angerufen werden kann. Insofern bin ich auch jetzt schon gemäß meiner Möglichkeit ehrenamtlich involviert.
Hier mal ein Foto, welches aufgrund meines Eintritts in die CDU in den Lokalnachrichten erschien, da der schleswig-holsteinische MP Peter Harry Carstensen mir einen Blumenstrauß zum Eintritt überreichte. Vielleicht kann man als Parteimitglied mehr bewirken, auch mein Sohn engagiert sich mit Hilfe für die Partei in Form von Internethilfe.
Da in Schweden ja für diese sozialen Dienste der Haushaltshilfe Gelder von der Kommune bereit gestellt werden, wäre es eine gute Idee diese Dienste, die im Ausland gut ankommen, bei Sitzungen innerhalb der Partei anzusprechen und zu hoffen, dass die Politiker dafür Geld zur Verfügung stellen.

Grüße Aelve


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 19:41 
Klasse, Aelve, vielen Dank für dein Engagement. Mit deinem Wissen über Schweden und Deutschland kannst du sicherlich dazu beitragen, dass beide Seite voneinander lernen können. Mit ein wenig Diplomatie wird dir das sicherlich gelingen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 19:45 
Zitat:
Da in Schweden ja für diese sozialen Dienste der Haushaltshilfe Gelder von der Kommune bereit gestellt werden, wäre es eine gute Idee diese Dienste, die im Ausland gut ankommen, bei Sitzungen innerhalb der Partei anzusprechen und zu hoffen, dass die Politiker dafür Geld zur Verfügung stellen.


Ein bisschen finde ich es schon bedauerlich, dass man für eigentlich selbstverständliche Nachbarschaftshilfe Gelder zur Verfügung stellen muss, damit man/frau mal Hilfe beim Gardinenaufhängen, Rasenmähen usw. bekommt. :(

@Aleve: schönes Foto - und die mit dem Blumenstrauß bist also du - oder?

S-nina


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 20:02 
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Hallo S-Nina,

ja, die mit dem Blumenstrauß bin ich, wie Du siehst bin ich nicht mehr ganz so frisch wie die schönen Blumen auf dem Foto. :wink:

Nachbarschaftshilfe sollte auch so schon überall gegeben sein, da hast Du vollkommen Recht.
Meine Begabung liegt mehr darin, dass ich Tipps über Finanzen erteilen kann oder über Steuerangelegenheiten, Aufstellungen über Einnahmen/Ausgaben sind mein Metier, da ich das beruflich mache. Da helfe ich jetzt schon gerne, wenn jemand meinen Ratschlag haben will, deshalb hatte ich ja auch als Schatzmeisterin im BVL die Möglichkeit genutzt, dort für diese finanziellen Angelegenheiten ehrenamtlich tätig zu sein.

Ich finde, dass man auch von seinen eigenen Problemen etwas abgelenkt ist, wenn man sich ein wenig ehrenamtlich betätigt, man erhält Anerkennung und wird gebraucht, das ist das was jeder Mensch möchte.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 26. Mai 2009 20:16 
Zitat:
Ich finde, dass man auch von seinen eigenen Problemen etwas abgelenkt ist, wenn man sich ein wenig ehrenamtlich betätigt, man erhält Anerkennung und wird gebraucht, das ist das was jeder Mensch möchte.

Da gebe ich dir auch Recht! :D

S-nina

P.S. Habe heute in der Zeitung auch über eine gute Sache gelesen: Eine Journalistin hat mit einigen älteren Damen (70 - 90 Jahren) eine Schreibwerkstatt gegründet. D. h. sie hat sich jede Woche für einige Stunden lang mit den Damen getroffen, die so ihre Erinnerungen aufgeschrieben haben. Es hat wohl sehr viel Spaß gemacht - vor allem, weil die Arbeiten dann auch als Buch gedruckt wurden. Leider sind die Bücher aber privat - ich hätte sonst gerne eines gekauft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 29. Mai 2009 11:22 
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Kurz am Rand möchte ich auch meinen Respekt für ehrenamtliche Tätigkeit bekunden. Es ist nicht nur eine Bereicherung der Gesellschaft - es ginge auch nicht ohne.

Allerdings möchte ich zum eigentlichen Thema zurückkehren. Im Zusammenhang mit der EU-Wahlberichterstattung ist auch das Gesundheitssystem ein Thema. In Schweden ist ein zentraler Punkt - wenig überraschend - die Wartezeit auf Behandlungen und unter welchen Konditionen man ins EU-Ausland gehen können soll, um sich dort behandeln zu lassen.
Dazu gab es diesen Bericht eines stark übergewichtigen Mannes, der sich den Magen verkleinern lassen wollte und darauf nicht bis zu zwei Jahre warten wollte. So landete er in Deutschland.
Über den Sinn und Unsinn gerade dieser Operation kann man sicherlich streiten. Jedoch berührt sie natürlich eine Kernfrage, nämlich ob eine solche nicht akute Operation direkt bezahlt werden soll oder ob man das Geld erst einmal selbst auslegen muss. Zudem wird debattiert, ob man dazu vorher erst einmal die Genehmigung der Versicherung einholen muss oder gleich ins Ausland gehen kann.
Aus schwedischer Sicht ist das natürlich auch die Erinnerung daran, dass man zwar selbst die höchsten Standards vom eigenen Land erwartet, aber viele Menschen für eine einigermaßen zeitnahe Durchführung zur Behandlung ins Ausland gehen müssen.
Hier ist der Bericht:
http://www.dn.se/fordjupning/europa2009/han-trottnade-pa-kon-fick-vard-i-tyskland-1.879149

Ich selbst war heute morgen wegen eines entzündeten Zehnagels beim Arzt, nachdem ich gestern angerufen hatte. Ich musste zwar zehn Minuten länger warten, was aber verglichen mit deutschen Verhältnissen ja wirklich nicht viel ist. Die Ärztin meinte, wir warten noch bis Montag ab, und sie ruft mich dann. Wenn es dann nicht besser ist, verschreibt sie mir (telefonisch) Antibiotika, die ich dann direkt bei der Apotheke abholen kann. Eine Woche später gibt es dann einen neuen Termin. Soweit alles prima, was die Behandlung angeht, würde ich sagen.
Sie hat mich aber gleich darauf vorbereitet, dass es notwendig werden könnte, zu operieren (hatte ich auch erwartet). Und das birgt dann wohl die düstere (und schmerzhafte) Aussicht, bis mindestens September auf eine solche Operation zu warten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 29. Mai 2009 14:06 
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Achgott Du Armer! Ich kann dir nachfuehlen wie schmerzhaft das ist!
Mein Ältester hat das uebrigens scheinbar von mir geerbt und leidet zur Zeit auch höllisch. Bis ca. Mitte 20 litt ich selbst irgendwie ständig unter eingewachsenen Zehnägeln. Heute ist das völlig verschwunden - keine Ahnung warum - aber vielleicht hast Du ja auch irgendwann das Glueck ;-)

LG
Heike

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 29. Mai 2009 14:14 
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Danke für die Sympathiebekundung. So schlimm ist es nicht, und es tut auch kaum weh. Es stört mich vor allem, weil ich befürchte, es könnte die sportliche Betätigung einschränken. Ich wusste, dass irgendwann eine solche Operation fällig werden würde. Es ist nur ärgerlich, dass es genau die Stelle ist, an der ich vor 10 Jahren schonmal operiert worden bin. Damals hatte ich mich lange Zeit um eine Operation gedrückt und durfte dann während dieser feststellen, dass sich in der entzündeten Stelle eine Schwarte gebildet hatte, in der die Betäubung nicht wirkte. Das war ein Spaß. Daher lasse ich es lieber gleich machen, aber bei den Wartezeiten hier ist "gleich" sehr relativ - würde man es in ein oder zwei Wochen machen, wäre die Sache bis zum Juli erledigt. So laufe ich Gefahr, dass es während der Wartezeit nur schlimmer wird und mir die Geschichte den ganzen Herbst versaut.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Juni 2009 14:05 
Hallo,
bisschen spät mit der Antwort hoffe kann Dir trotzdem helfen. Habe ziemliche Probleme mit den Nebenhöhlen gehabt. Super Hilfe dagegen: Kleine Nasenspülkanne, lauwarmen Wasser und einem Teelöffel Salz und dann die Nase spülen. Brauch jetzt keine Schmerzmittel mehr nehmen. Tschüß lilly


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Juni 2009 22:36 
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Hej lilly01 !

Danke für den guten Tip !
Das nächste mal werd ich´s testen :-) .

Im vergangenen Winter half garnichts, solange ich in Lappland war.
Im März fuhr ich dann nach Freibureg i. Br. - dort war es 24 grd warm und es dauerte knapp 10 Tage, dann war ich die Nebenhöhlenentzündung los.
Der Arzt dort hatte mir Cortison-Nasenspray verschrieben, aber ich glaube, es war hauptsächlich das angenehme Klima, das half.

4 Wochen hielt ich es im sonnigen Süden aus, dann trieb mich das Heimweh wieder zurück in die wunderbare lappländische Stille :-)) .

Gruss,
Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Juni 2009 00:15 
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Wohnort: Ronneby
Lieber Wolfgang!
Dann ist eines klar: Du benötigst fuer den nächsten Winter eine handgefilzte "Strumpfmaske". Damit deine NNH nicht immer wieder unterkuehlen ;-)

... teil mal bei Gelegenheit deinen Kopfumfang mit :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Juni 2009 18:58 
Hej,

alte Menschen in Schweden MÜSSEN kostenlose Helfer oder den Hemtjänst beauftragen, weil es keine Altenheimplätze gibt (bzw. nur im Vor-Exitus-Zustand) und man auch für die wenigen normalen Seniorenwohnungen je nach Kommune bis zu 35 Jahre in der Schlange stehen muß. Macht Euch keine Illusionen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 11. Juli 2009 10:22 
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Hallo ihr gesundheitsgeplagten Forumschreiber,
ich kann mit euch fuehlen, obwohl oder vielleicht weil ich leg. sjukstköterska hier in Schweden bin.
Leider ist hier das System so, dass wenn du Hilfe brauchst du zuerst bei der Vårdcentral anrufen sollst, dann rufen die mit Gottes Hilfe zurueck bevor du verstirbst und dann, ja dann komm eine Sjuksköterska und stellt via Telefon eine Diagnose und das ist leider das Dilemma.
Ich selbst kämpfe täglich mit der Ignoranz dieser Instanz und das seit einigen Jahren.
Ich kiann jedem nur anraten, ins Auto sitzen und direkt in die Akutmottagning des nächsten Krankenhauses fahren.
Dort duerfen sie dich auf keinen Fall abweisen. So mache ich es inzwischen mit meinen Patienten in der Kommune.
Was den Besuch eines Arztes in Deutschland betrifft, nehmt eure Euroverischerungskarte von der Försäkringskassa mit geht zum Arzt und dort braucht ihr nur eure Gebuehr wie alle anderen bezahlen.
So mach ich es auf jeden Fall und es funktioniert.
In diesem Sinne ein gesundes Wochenende :P
Gundi


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 22. Juli 2009 00:23 
Hallo an alle,

ich schließe mich den Fragen meiner beiden Vorgängern an:

Wie habt ihr das gemacht, eure Beschwerden in D behandeln zu lassen? Wer hat das bezahlt?

Wir sind im März nach Schweden ausgewandert und dementsprechend auch nicht mehr in D gemeldet bzw. aus dem deutschen Gesundheitssystem abgemeldet.

Für den Fall der Fälle ( bei wirklich ersthaften Erkrankungen) wäre es super zu wissen, wie man auf das deutsche Gesundheitssystem zurückgreifen kann. Bisher hatten wir relativ gute Erfahrungen mit dem schwed. System, muss aber dazusagen, dass es sich glücklicherweise nur um "kleinere" Erkrankungen gehandelt hat.

Viele Grüße an alle
Andy aus dem schönen Småland


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 22. Juli 2009 10:15 
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Wir hatten vor unserem Urlaub einen Patienten aus Schweden da. Der hat natürlich auch keine Versicherungskarte so wie man sie in D kennt. Aber dadurch das es ja mit zur EU gehört ist das alles kein Problem.
Es gibt 2 Formulare die man dann direkt beim Arzt ausfüllen kann.
Da schreibt man dann das Herkunftsland drauf, wo man zu der Zeit in D wohnt, wie lange man in D verweilen möchte im Urlaub und ganz wichtig die Ausweisnr. (Perso oder Reisepass). Der hatte auch eine Karte mit dabei so wie wir sie aus D kennen als Versicherungskarte. Dann kann man sich in D sogar noch die Krankenkasse aussuchen und die macht das dann mit der Kasse in Schweden.
Man muß aber sich vorher vielleicht so einen Auslandskrankenschein abholen. So hat er mir das erklärt. Aber es gab bis jetzt noch nie Probleme bei uns wenn welche aus Schweden bei uns in der Praxis gewesen sind.
Einfach mal in S nachfragen wie es mit dieser Auslandskrankenkarte aussieht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 22. Juli 2009 12:09 
Also die Auslandskrankenkarte kann man auf fk.se bestellen ... wird in Deutschland anstandslos akzeptiert.

Ansonsten in Schweden wirlich zur akutmottagning fahren ... ich freue mich immer auf deutsche Patienten... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 22. Juli 2009 19:02 
Mit der EU-Krankenkarte kann es einem in Deutschland passieren, daß die Ärzte sie nicht akzeptieren. So ging es uns bereits 2 x. Wahrscheinlich, weil sie keinen Bock auf den Papierkram haben. :evil:
Dann muß man die Rechnung selbst bezahlen und sich dann bei der Krankenkasse in Schweden das Geld zurückholen. Teilweise kriegt man dann nur die Kosten erstattet, die die Krankenkasse meint, wirklich notwenig waren bzw. in Schweden angefallen wären. Durch den schlechten Kr-Kurs bezahlt man da natürlich auch noch drauf zur Zeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 22. Juli 2009 19:59 
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gundi hat geschrieben:
Ich kiann jedem nur anraten, ins Auto sitzen und direkt in die Akutmottagning des nächsten Krankenhauses fahren.
Dort duerfen sie dich auf keinen Fall abweisen. So mache ich es inzwischen mit meinen Patienten in der Kommune.

Gundi


Aber nur, wenn du nicht in Kiruna und Umgebung wohnst und nicht am Wochenende krank wirst. Das Krankenhaus in Kiruna hat nämlich alle Akutoperationen ausserhalb der Bürozeit eingestellt. Damit alle Ärzte ihren Sommerurlaub nehmen können, so die offizielle Version.
Wenn sich also am Freitag Abend der Blinddarm meldet: Sie zu, dass du bis Montag früh am Leben bleibst!

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 22. Juli 2009 22:07 
abc-xyz hat geschrieben:
Teilweise kriegt man dann nur die Kosten erstattet, die die Krankenkasse meint, wirklich notwenig waren bzw. in Schweden angefallen wären. Durch den schlechten Kr-Kurs bezahlt man da natürlich auch noch drauf zur Zeit.


So ist es auch umgekehrt beim Aufenthalt in S. Die D-Krankenkasse erstattet mir auch nicht die in S (jedesmal)anfallenden Gebühren bei der Anmeldung. Da ist ein zusätzlicher Auslandskrankenschutz sehr sinnvoll, der erstattet solche Kosten.

Smultron


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 23. Juli 2009 08:22 
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Das ist richtig, die zahlen nämlich alles, bis auf den letzten Cent. Bei mir ist das praktischerweise bei der Kreditkarte mit bei. Mußte es auf Grund der Jahre auch schon ein paar Mal in Anspruch nehmen. Das Geld war meistens nach 14 Tagen auf meinem Konto.

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Ein Mensch, dem nicht jeden Tag wenigstens eine Stunde gehört, ist kein Mensch.
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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. August 2009 16:10 
Mal von diesen gnazen schaurigen Geschichten abgesehen :shock: Wenn man schon seit 10 Jahren in Schweden lebt, wie kann man dann noch in Deutschland als Kassenpatient behandelt werden? Das müsste man doch privat bezahlen, was doch mächtig teuer sein dürfte?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. August 2009 16:16 
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Myra27 hat geschrieben:
Mal von diesen gnazen schaurigen Geschichten abgesehen :shock: Wenn man schon seit 10 Jahren in Schweden lebt, wie kann man dann noch in Deutschland als Kassenpatient behandelt werden? Das müsste man doch privat bezahlen, was doch mächtig teuer sein dürfte?!


Ich weiß jetzt nicht, auf welche Geschichte du dich genau beziehst, aber Rentner bleiben auch dann in Deutschland versichert, wenn sie in Schweden leben. Außerdem soll die europäische Krankenversicherungskarte dafür sorgen, dass man in ganz Europa so behandelt wird, als wäre man im jeweiligen Land normaler Kassenpatient. Wenn man also als in Schweden lebender Deutscher zum Urlaub nach Deutschland fährt, ist man dort im Fall der Fälle einem Kassenpatienten gleichgestellt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 19. August 2009 16:22 
Ah, vielen Dank für die Auskunft... hätte ich vielleicht noch 2 Min. länger drüber nachgedacht, wäre ich wohl von selbst drauf gekommen. :oops:
Das sind ja doch schon ziemlich fiese Erzählungen :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. September 2009 22:56 
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Hej,

Mir wurde nun zwar gesagt, dass es in Deutschland in den letzten zwei Jahren viel viel schlimmer geworden ist und die Krankenkasse gar nichts mehr zahlt und mal auch da alles selber zahlen muss (ehrlich wahr, habe ich gehört!) aber so ganz kann ich es nicht glauben. Ich war nämlich echt entsetzt als ich letzte Woche mit meinem Mann beim Zahnarzt war.

Rutinekontrolle und leichte Schmerzen...
Beide waren wir da zur Kontrolle, haben ein Röntgenbild bekommen und dürfen noch zur Hygiene"tante". Dann muss mir ein Zahn gezogen werden und mein Mann bekommt eine kleine neue Füllung (nichts dolles). Beim Rausgehen haben wir dann umgerechnet etwas über 700 Euro bezahlt!
Also mal ehrlich, so viel habe ich in Deutschland nicht mal für mein Implantat bezahlt und das sitzt ganz hinten und ist richtig gut. Auch die Krone kostet deutlich weniger als hier. Hier müsste ich 500 Euro zahlen meinten nun schon 2 verschiedene Zahnärzte. In Deutschland hat mich das viel weniger gekostet, die Kasse hat ja auch was übernommen.

Wie sind denn Eure Erfahrungen? In Schweden und Deutschland. Zahlt man in Deutschland wirklich auch 700 Euro für Zahnziehen und Füllung und mal drüber schauen???? Kann ich mir fast nicht vorstellen.
Ich muss sagen, dass ich echt noch nicht weiss wie das gehen soll in Zukunft, wenn da noch mehr anfallen würde...

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 6. September 2009 23:08 
hej,

imrien, wenn du oder dein Mann bei irgendeinem Arbeitgeber arbeitet, fragt doch mal nach, ob es da eine betriebliche Krankenkostenversicherung gibt. Bei uns zahlt eine firmeneigene Kasse alle Arztbesuche und bestimmte Zahnsachen. Das kann sehr hilfreich sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. September 2009 09:24 
700 Euro / 7000 SEK erscheint mir jetzt auch recht viel, wenn es nur eine Routineuntersuchung und Zahnziehen war.

Hier mal ein Link zu den aktuellen Preisen in unserem Landsting Halland - für Västerås gibt es sicher auch eine ähnliche und die Abweichungen dürften wohl nicht so dramatisch sein.

http://www.lthalland.se/upload/61945/ta ... n_2009.pdf

Eine normale Untersuchung kostet z. B. so um die 600 bis 700 SEK, dazu gehören Röntgenaufnahmen und der Zahnarzt schaut sich die Zähne an.

Einen Zahn ziehen kostet ca. 800 SEK, die Zahnhygienistin kostet auch so um die 600 - 700 SEK.
Bei den Füllungen ist es etwas anders - kompliziertere Sachen können schon so um die 2.000 SEK kosten - ganz teuer sind Wurzelbehandlungen (rotfyllning), wo man schnell bei 5000 SEK landen kann.
War es aber wirklich nur eine einfache Füllung, würde ich sagen, das liegt bei ca. 500 bis 800 SEK max.

Bei Zahnuntersuchungen empfehle ich, die Ärzte/Kliniken vorher anzurufen und zu fragen, was die für eine normale Untersuchung verlangen und dann mit der Landstings-Taxa zu vergleichen. Nur so kannst du dich davor schützen, dass du zu viel bezahlst.

Private Zahnärzte, dazu gehört auch z. B. Praktikertjänst nehmen oft horrible Preise, die Behandlung muss aber nicht immer besser sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. September 2009 10:04 
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Hallo Wiebke,
Imrhien hat geschrieben:
Wie sind denn Eure Erfahrungen? In Schweden und Deutschland. Zahlt man in Deutschland wirklich auch 700 Euro für Zahnziehen und Füllung und mal drüber schauen???? Kann ich mir fast nicht vorstellen.
bei Zähnen bin ich etwas sensibel :wink: Deshalb kommt für mich S als Behandlungsort nicht in Frage. Hier meine "Werkstattrechnung" aus D vom letzten Jahr:

Einer meiner Weisheitszähne hatte einen Backenzahn von unten zerbombt. Zunächst wurden digitale Röntgen-Einzelaufnahmen von verschiedenen Seiten angefertigt, um sich das Dilemma anzuschauen. Dann war klar: es muss gegraben werden. Beide mussten raus.

1. Strahlendiagnostik Zähne
Vollständige Untersuchung des stomatognathen Systems... erhöhter Schwierigkleitsgrad... erhöhter Zeitaufwand... eingehende, das gewöhnliche Maß überschreitende Beratung
Preis 56,47 Euro (2,3 bis 3,5fach GÖÄ)

2. Kiefernchirurg:
nochmal Untersuchung und Beratung, Anästhesie, Osteotomie (2 Stück), Extrem schiwerige Entfernung durch mehrere Wurzelfrakturen, Kältepackung, Nachbehandlung, schriftl. Krankh. und Befundbericht
Preis 225,13 Euro (2,3 bis 3,0fach GÖÄ)

Der Mann hat ganz schön geschuftet. Das kann ich bezeugen, ich war dabei :zwinker:

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. September 2009 11:22 
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Samweis hat geschrieben:
Der Mann hat ganz schön geschuftet. Das kann ich bezeugen, ich war dabei :zwinker:


:danke: :D :D :D :D :D

LG

Gottfried


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. September 2009 11:32 
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Samweis hat geschrieben:
bei Zähnen bin ich etwas sensibel :wink: Deshalb kommt für mich S als Behandlungsort nicht in Frage. Hier meine "Werkstattrechnung" aus D vom letzten Jahr:


Hallo Samweis,
dumme Frage: wie machst du das, wenn du in D zum Zahnarzt gehst ?
(ich gehe mal davon aus, du bist nicht in D versichert).
Sagst du einfach in der Praxis, du seist gar nicht versichert, bitte Rechnung stellen, die du dann komplett selbst bezahlst?
So abwegig scheint mir das gar nicht, habe ich aber noch nie gehört/erlebt.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. September 2009 15:17 
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Hallo Tulipa,
Tulipa hat geschrieben:
dumme Frage: wie machst du das, wenn du in D zum Zahnarzt gehst ?
[...] bitte Rechnung stellen, die du dann komplett selbst bezahlst?
Genau so. Die Kosten trage ich privat.

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. September 2009 18:59 
Schwedenfreund
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Registriert: 19. November 2008 22:51
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Wohnort: Westküste
Samweis hat geschrieben:
Genau so. Die Kosten trage ich privat.


Ja, das hatte ich auch so verstanden, und warum auch nicht?

Ich meinte ja deswegen "dumme Frage", weil das in Arztpraxen wohl ungewöhnlich ist. Zumindest weiss ich von Privatpatienten, dass die über Versicherung, Beihilfeberechtigung usw. Auskunft geben müssen.

Schliesst du denn einen richtigen Behandlungsvertrag ab, oder läuft das alles mündlich? Glauben die einfach so, dass du das bezahlen wirst/kannst?

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 7. September 2009 21:16 
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Hallo Tulipa,
Tulipa hat geschrieben:
Schliesst du denn einen richtigen Behandlungsvertrag ab, oder läuft das alles mündlich? Glauben die einfach so, dass du das bezahlen wirst/kannst?
jetzt muss ich mal gerade überlegen. Ich kenne den Mann ja schon eine Weile. Mit dem Kiefernchirurgen habe ich zwar vorher noch keine Bekanntschaft machen müssen, aber ich kam ja auf "Empfehlung" - und ich war irgendwie gern gesehen. :wink:
Ganz am Anfang habe ich, glaube ich, mal einen Behandlungsvertrag unterschrieben. Aber da ging es nur um Aufklärung, Rechte, Pflichten, evtl. Schadenersatzansprüche sowie meine Adresse.

Tja, und ansonsten sehe ich wohl einfach vertrauenswürdig aus. :zwinker:

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. September 2009 21:02 
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Hej,
ich muss das noch mal nachrechnen aber ich glaube, dass die im Rahmen lagen... Es waren dann doch noch mehr Sachen angefallen. Ich habs noch mal auseinander gerechnet und geschaut. Es ist so: Mein mann und ich waren zu Zweit. Wir hatten beide Routine. Ausserdem bei mir Zahnziehen und eine Plombe neu. Dann Hygiene, bei ihm auhc. Und natürlich Röntgenbilder und bei mir auch eins mehr, weil ich ja den Zahn kaputt hatte. Also, eigentlich war es schon was an Behandlungen...
Trotzdem haben wir in Deutschland noch nie so viel für den Zahnarzt gezahlt. Ausser bei meinem Implantat. Aber für Zahnziehen hab ich nie auch nur einen Cent gezahlt. Und für Röntgen auch nicht, keine Ahnung wie die das abgerechnet hatten. Und auch nicht für die Hygiene"tante". Es ist vielleihct für Schweden ok der Preis, ich war geschockt. Auch über Deinen Preis in Deutschland. Das werde ich mir wohl auch mal überlegen müssen beim nächsten Mal...
Wobei ich sagen muss, das sich suuuuper begeistert von der Praxis und der Ärztin bin. Sie wusste was sie tat und hatte echt Ahnung wie sie es so macht, dass es nicht wehtut. Was meine Zähne angeht bin ich nämlich auch sensibel. Nach einem Sturz im Jugendalter hab ich da regelmässig Ärger und meine Zähne sind sehr anfällig. Auch Wurzelbahndlung mit übler Entzündung während der Schwangerschaft... alles schon erlebt. Ihc kenne Ärzte die Spritzen können und welche, die eben das nicht können. Fachlich (so weit man das als Patient überblicken kann) hatte sie was drauf. Nur die Preise stören mich noch...

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. September 2009 21:27 
Zitat:
Wobei ich sagen muss, das sich suuuuper begeistert von der Praxis und der Ärztin bin.


Eigentlich muss ich sagen, dass ich mit meinem Zahnarzt hier in Schweden auch sehr zufrieden bin (angeschlossen an Folktandvård und trotzdem gut).
Besonders gut finde ich, dass es die Zahnhygienisten gibt (die gibt es soweit ich weiß, in Deutschland so "noch" nicht). Ich werde jedes Jahr regelmäßig zu einem Termin geladen und die Zähne werden gründlich gereinigt/poliert (Zahnstein, Verfärbungen usw. entfernt). Außerdem gibt es auch immer Tipps für die Pflege.
Die ca. 60 Euro, die das dann kostet, ist es mir echt wert.

S-nina


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. September 2009 07:52 
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Hallo Wiebke,
Imrhien hat geschrieben:
ich war geschockt. Auch über Deinen Preis in Deutschland.

na, wenn da zwei Leute (Arzt und Helferin) über eine Stunde unter Einsatz diverser Geräte und Verbrauch von Material an Dir herumbasteln, dann finde ich 200€ nicht völlig überzogen.
Wenn man dann noch berücksichtigt, dass dies der "Luxus-Preis" ist, d.h. 2,3 bis 3mal soviel wie ein Patient mit deutscher gesetzlicher KV bezahlt (das darf man ja nicht vergessen: eigentlich geht es viel billiger) , dann bin ich ja bald beim Stundenlohn für einen Fliesenleger. Nur, dass es bei dem nicht so schlimm ist, wenn er irgendwo mal eine Ecke abschlägt... :zwinker:

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. September 2009 10:35 
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Wohnort: Göttingen
Hallo S-Nina,

wenn das, was du hier beschreibst
S-Nina hat geschrieben:
Besonders gut finde ich, dass es die Zahnhygienisten gibt (die gibt es soweit ich weiß, in Deutschland so "noch" nicht). Ich werde jedes Jahr regelmäßig zu einem Termin geladen und die Zähne werden gründlich gereinigt/poliert (Zahnstein, Verfärbungen usw. entfernt).
ungefähr einer sogenannten Professionellen Zahnreinigung entspricht, dann gibt es das in Deutschland schon. Auch ich werde von meinem Zahnarzt alle sechs Monate angeschrieben und bevor er die Routineuntersuchung macht, führt die dafür extra ausgebildete Zahnarzthelferin die Reinigung durch.

Allerdings muss man die Leistung, zumindest als gesetzlich versicherter Mensch, auch selber zahlen. Und ich zahle rund 80 Euro dafür.

Einen Gruß aus dem Schwäbischen,
Berta.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. September 2009 12:22 
Hej Berta,

genau, eine solche "Fachkraft" meine ich - wusste echt nicht, dass es die inzwischen in Deutschland auch gibt. Früher "zu meiner Zeit" - gab es nur die Zahnarzthelferin oder wie sich diese heute nun auch immer nennen mag.

In Schweden scheint dieser Service dann doch günstiger zu sein - allerdings zahlen wir hier für die Routineuntersuchung plus die Zahnhygiene/Prophylaxe jeweils ca. 60 Euro (dafür aber in der Regel auch nur einmal jährlich).

Herzliche Grüße ins Ländle
S-nina :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 9. November 2009 19:47 
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hey.
ich muss ja sagen, ich hab mich vor meinem Jahr in Schweden über so ziemlich alles informiert, nur nicht so richtig, was ich alles machen muss, wenn ich mal krank bin.
Medikamente hab ich massig mit, weil ich ja weiß, woran man im Jahr so erkranken kann.

Auf jeden Fall hab ich seit letzten Mittwoch Rückenschmerzen in der oberen Hälfte und weiß nicht, woher die kommen könnten bzw. warum die nicht weggehen.
Hab auch schon nen bisschen rumgegoogelt, aber nicht viel gefunden, was wirklich nützlich war.
Muss ja zugeben, anfangs gehofft zu haben, dass das nach 3 Tagen gegessen ist.

Nun hab ich auch schon mal geschaut, ob es Orthopäden in Uppsala gibt, konnte 3 finden.

Nun aber die Frage an euch:
Kann man einfach so zum Orthopäden gehen und dort schön warten oder sollte ich vorher anrufen und einen Termin ausmachen??
Sollte ich überhaupt zu nem Orthopäden gehen oder wem anders?

Vielen lieben Dank für eure Antworten im voraus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 9. November 2009 20:06 
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Beiträge: 1544
Wohnort: Orsa
Der normale Weg: Geh zur vårdcentral. Dort wird Dir häufig schon geholfen. Der (deutsche) Weg direkt zu einem Spezialisten funktioniert meist nicht. Viele Fachärzte haben remiss-Pflicht, d.h. Du brauchst eine Überweisung. Wenn es ganz schlimm ist, hilft die Akuten (Notaufnahme) weiter ...
Nebenbei: In Deutschland brauchst Du eigentlich auch eine Überweisung, wenn Du zu einem Orthopäden willst ...
Jörg


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 9. November 2009 20:18 
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Registriert: 28. September 2009 02:21
Beiträge: 70
Wohnort: Dresden
ja da hast du wohl recht, dass ich die Überweisung für den Orthopäden in Deutschland brauche oder zumindestens die 10€ Praxisgebühr :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 9. November 2009 21:59 
Hier in Schweden habe ich mit Fachärzten eine schlechte Erfahrung gemacht.
Auch die sogenannte Notaufnahme bringt für mich nichts.
Ich war 14 Tage in der Charite in Berlin. Mein Status deutscher Rentner in Schweden und somit
anspruch in Deutschland auf Behandlung.
Nachdem ich nach Schweden zurück gekommen bin und die deutschen Empfehlungen hier in
Schweden umsetzen wollte, war ich sehr erstaunt, das ich keinen Orthopheten für meine
Erkrankung erhalten habe. Die Orthopheten in Schweden operieren nur, mit solchen Problemen
wie meines habe ich keine Chanse, in Schweden einen Orthopheten zu bekommen. Ich bin also
gezwungen, mich immer noch auf Deutschland zu konzentrieren und damit meine Krankheit von
Deutschland zu behandeln lassen. Ich muß allerdings dazu sagen, das ich eine Erkrankung habe,
die bei 1 zu einer Million vorkommen. Deswegen war ich auch in der Charite in Berlin, das Krankenhaus,
was mich behandeln wollte, obwohl ich zig Universitätskrankenhäuser angeschrieben hatte?
Fazit:
In Schweden habe ich keine Chanse, das meine Krankheit behandelt wird. Auch das krauchen auf
allen Vieren und nicht mehr laufen können, hat keine Reaktion bei die behandelten Ärzten hier in
Schweden ausgelößt. Du wirst irgentwie auf das Abschiebegleis gestellt. Aber das ist ja für mich
nichts Neues. Auch in Deutschland wurde ich schon 1997 auf dieses Gleis gestellt. Schon damals
wollte man mir eine Morphiumpumpe einbauen. Nur weil ich es nicht wollte, lebe ich Heute zwar mit
Schmerzmitteln, aber ich habe noch ein Leben, welches für mich besser als eine Morphiumpumpe ist.
Für mich zählt eigentlich die Versorgung durch unsere Ärtzte nur noch in Geldverdienen. Sollte es in
dieser Richtung wegfallen, so hat man eben keine Chanse und muß mit seinem Problem leben und
keiner wird Dir in Zukunft helfen. Was für ein Krankensystem?
Das meine Gedanken dazu.
LG schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 9. November 2009 22:41 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Mai 2008 22:43
Beiträge: 767
Wohnort: Insel Orust
Da der Thread mal wieder nach oben geholt wurde und ich was aktuelles (schreck) noch in Blut und Knochen schreckt, will ich mal meine heutige Meinung loswerden.

Also...wir durften ja auch im Sommmer eine andere Vardcentral wählen...das haben wir getan und siehe da...alles prima.
Tolle Ärzte, gute Behandlung...und haltet euch fest..auch schnell

ich rufe morgensan...bin 2 Stunden später beí der Krankenschwester...spätestens nochmals 2 Stunden später wenn notwendig beim Arzt.

SUPER!!!!!!!!!!!!!!!!

Im Sommer hatten wir einen Supergau.
Mein Mann wurde recht schwer krank...aber mit etwas wofür man nur schwer eine Diagnose bekommt.
Nachts 1177 angerufen...morgens drauf um 10.oo Termin beim Facharzt gehabt.....der sah seine Kompetenz überschritten also weitergegeben zur Notaufnahme Krankenhaus...1 Stunde Wartezeit = medikamente in der Hand.
Nachbetreuung wurde selbstständig von der Vardcentral organisiert, wir wurden 2 Tage später angerufen, um uns die nächsten Termine bekannt zugeben.

Ich war PAFF, SPRACHLOS, DANKBAR!!!!

Super gelaufen...ein hoch auf das neue Gesetz...die Vardcentral selbst wählen zu dürfen und ein Hoch auf unsere neue Vardcentral mit ihren tollen Ärzten und Krankenschwestern!!!!!!!!!!!! :huepf: :huepf: :huepf:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 9. November 2009 23:10 
Es ist schon richtig, man kann gewisse Dinge wählen?
Eigentlich hatte ich das auch mit meinem Problem gedacht. Hatte auch extra
meine Empfehlungen von der Charite nach Schweden in dem Sjukjournal
niedergelegt. In dem Sjukhuset i Jönköping und auch im Sjukhuset bzw. in der Värdcentral
i Tranas. Aber auf meine Probleme ist man garnicht eingegangen. Nun bin ich also nur noch
auf Deutschland angewiesen.
Aber ich kämpfe mich mit meinen Problem irgendwie durch. Das mache ich schon 13 Jahre.
Noch lebe ich und wenn ich mich nicht selber helfe, andere helfen mir nicht. Es ist in dieser
Gesellschaft traurig, das nur noch Krankheiten zählen, die durch Behandlungen Geld bringen.
Für mich ist das Gesundheitssystem, egal in welchen Land, für den Kleinen immer mehr
reduziert wird und nur noch durch gut verdienende bezahlt werden kann. Hoch auf unsere
Politiker, sie sind diejenigen Leute, die Menschen wie mich versuchen, in die Kiste wünschen.
Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. November 2009 01:48 
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Registriert: 28. September 2009 02:21
Beiträge: 70
Wohnort: Dresden
Also ich bin noch net so alt, sodass ich halt auch net weiß, inwiefern die hier überhaupt was tun werden.
Ich hatte schon mal in nem anderen Berich Rückenschmerzen gehabt und da bin ich damals in Berlin zum Orthopäden gegangen und der hat mir nach x Stunden Wartezeit, was ja normal ist, gesagt: ach da kann ich auch nix gegen machen, das wird in ner Woche wieder weg sein, hast nur auf dem falschen Stuhl gesessen.
Hab halt so das Gefühl, dass die mir in Schweden hier sowas ähnliches erzählen würden, daher hab ich irgendwie noch nicht so die Motiviation gehabt, zum Arzt zu gehen, wenn er mir - wie doch so oft in den letzten Jahren - immer nur erzählt, was ich bereits weiß :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. November 2009 02:34 
Hallo Ukkat,
Ich bin leiter schon 65 Jahre und seit 14 Jahren in Deutschland eine sogenannte
Karteileiche. Ich habe eine Krankheit, die nur einer von 1Million Patienten bekommt.
Wie in Deutschland, so bin ich auch in Schweden nicht mehr teraphiefähig. Also man
hat mit mir nichts mehr vor und wird mir auch nicht mehr helfen. Hier in Schweden
als ich mich bei der värdcentral angemeldet habe und einen Orthopeten haben wollte,
hat mir meine Hausärztin erklährt, Orthopeten machen in Schweden nur Operationen.
Mein Problem wird also nicht mehr Behandelt, da die Ärzte mit mir wie auch in Deutschland
kein Geld mehr mit mir verdienen können. Da habe ich mich aber schon in Deutschland daran
gewöhnt, wenn Du nichts mehr Wert bist, so mußt Du eben in die Kiste springen.
Für mich ist so etwas unsozial? Aber der Kapitalismus bestimmt ja unser Leben.
Aber ich möchte Dich nicht durch meine Worte entmudigen. Seih stark und Kämpfe für Dich.
Das ist das beste Rezept. Wenn Du an Dich glaubst, dann kannst Du Berge versetzen.
LG
Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. November 2009 07:14 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

Registriert: 25. August 2009 07:42
Beiträge: 432
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ich möchte als erstes voraussschicken, das mir jeder kranke leid tut.

nun zu dir schwedenoma...

was hat die industrie für ein interesse daran, sich deiner krankheit anzunehmen?
da ja im kapitalismus eben nun mal der profit wichtig ist, wäre eine forschung in richtung deiner krankheit, rausgeschmissenes geld.. sorry, klingt hart, aber so ist das nun mal.

abgesehen davon, zeige mir ein land auf dieser erde, welches in puncto krankenbehandlung besser ist, als DE... schweden war es mal, aber auch hier mußte der staat federn lassen (kostenexplosion als stichwort).

sei du doch einfach zufrieden, das du die möglichkeit hast, das du auch in DE zum arzt gehen kannst, obwohl dein lebensmittelpunkt schweden ist (übrings bin ich mir da nicht so sicher, ob das statthaft ist).
soweit meine informationen stimmen, hast du bei deiner deutschen krankenkasse das formblatt E121 ausfüllen lassen und dieses hier bei der staatlichen krankenkasse eingereicht, somit bist du nur in SE berechtigt, die ärztlichen leistungen in anspruch zu nehmen, sicher kannst du in DE zum arzt gehen, wie jeder EU-Bürger, aber es darf nicht den anschein des "krankentourimus" haben.
ob das alles der richtigkeit entspricht, weiß ich nicht, aber so habe ich es gelesen und gehört... falls da was verkehrt sein sollte entschuldige ich mich und würde mich über eine richtigstellung freuen.
übrings ich hab mal so überlegt... da du ja rente in DE bekommst und da die KV gleich abgezogen wird (ca.14%), muss doch deine kasse mit dir zufrieden sein, da hier in SE ja nur 11% vom Brutto für die KV bezahlt wird, also 3% unterschied...oder liege ich da in meiner logik falsch?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. November 2009 07:38 
Alter Schwede
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Liebe(r) Schwedenoma,
auch mir tut es leid, dass du erkrankt bist. Aber, wie du selber geschrieben hast, es ist eine extrem seltene Krankheit und es gibt keinerlei Therapiemöglichkeiten mehr. Es gibt sie einfach nicht mehr und da kann weder Deutschland noch Schweden etwas dran ändern. Ich habe selber ein behindertes Kind, kenne die Kämpfe in D.um Therapien und Hilfsmittel, ja auch Leute wie wir müssen kämpfen, obwohl unsere Kinder und Angehörigen so etwas normales wie eine Behinderung haben. Da werden Therapien gestrichen oder nicht mehr gezahlt, weil das Geld einfach nicht mehr da ist. Aber auch ich kann von der Medizin kein Wunder erwarten, denn sie wird mein Kind niemals heilen können oder zumindest nicht in den nächsten 20 Jahren, da das Gehirn noch nicht weit genug erforscht ist. Aber schimpfe ich deswegen stets und ständig? Nein, weil ich meine Energie lieber in mein Kind und seine Pflege investiere als in schwache Hoffnungen, die sich vielleicht irgendwann auf eine nächste Generation beziehen könnten.

Und wenn ich daran denke, wieviele Ärzte in Deutschland um das reine wirtschaftliche Überleben kämpfen müssen, kann man da von Profitgier nun wirklich nicht mehr sprechen. Es ist eine kleine Gruppe, die viel Geld verdient, aber diese sind dann auch hochspezialisiert und haben Jahre ihres Lebens im Studium verbracht. Ich habe in Deutschland wie auch in Schweden viele hochqualifizierte Ärzte getroffen und kennengelernt, aber keiner, nicht einer, konnte meiner Familie und mir die Sicherheit einer 100% Diagnose geben. Also lebe ich damit und freue mich darüber, dass mein Kind mit Therapien und Hilfsmitteln bereits soviel erreicht hat und gebe die Hoffnung nicht auf, dass es noch mehr erreichen kann.

Und genau aus diesem Grund kann ich deine Frustration nicht wirklich nachvollziehen, denn es gibt Millionen Menschen, denen es sicherlich bedeutend schlechter geht als dir oder meinem Kind. Es gibt jedes Jahr Millionen von Aidstoten, in vielen Gebieten der Welt sterben die Menschen an Seuchen und deren Auswirkungen. Wir leben hier in einem Land, wo wir zum Arzt gehen können, du kannst sogar nach Deutschland in die Charite´fliegen und dich dort behandeln lassen und bist trotzdem unzufrieden. Nein, nicht böse sein, aber nachvollziehen kann ich deinen Frust wirklich nicht.

Grüsse JANA

_________________
Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. November 2009 07:58 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

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nachtrag von mir für schwedenoma:

was ist sinnvoller...eine forschung voranzureiben wo millionen von menschen erkrankt¹ sind oder die forschung voranzutreiben, wo einer von einer million erkrankt ist?


¹ Krebs,Aids, MS und viele andere chronische krankheiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. November 2009 08:06 
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Wohnort: Järna
@Sumac: Danke, dass du MS erwähnst, denn ein sehr guter Freund unserer Familie ist an MS erkrankt. Ein vorher topgesunder Mensch, dem nichts fehlte. Nun ist er zu 50% Behindert und hat nicht wirklich viel an seiner Lebensart geändert. Vielmehr lebt er jetzt intensiver, als vor seiner Erkrankung, er fährt Motorad und geniesst sein Leben. Denn keiner kann ihm sagen, wie lange dies noch möglich ist.
In meiner Familie gab es mehr Krebstode, als "einschlafen und nicht mehr aufwachen", stecke ich aus diesem Grund den Kopf in den Sand? Nee, warum auch, sollte ich diese Diagnose bekommen, werde ich kämpfen. Auch meiner 70jährigen Schwiegermutter geht es alles andere als gut: Parkinson ect.. und trotzdem ist sie Fit wie ein Turnschuh und kommt uns dieses Jahr sogar in Schweden besuchen.
Es kommt immer auf den einzelnen Menschen an, entweder er kämpft bis zum letzten Atmenzug oder er gibt sich schon im Vorfeld komplett auf und schimpft lieber auf das System, die Ärzte und die Pharmaindustrie.

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. November 2009 01:02 
Wenn ich hier darüber rede, wie es mir mit dem deutschen System ergangen ist, so
will ich mich doch nicht beklagen, ich will nur meine eigenen Erfahrungen mit diesem
System mal erklähren und auch irgentwie meinen Frust heraus schreien. Schon alleine
die Aussagen meines Hausarztes, ich kann dir nur Medikamente verschreiben, aber von deiner
Krankheit habe ich keine Ahnung :evil:
Ich kann hier auch nicht beschreiben, was mir alles in meiner Situation wiederfahren ist.
Nur ein Beispiel will ich anführen, ich konnte nicht mehr gehen und war in der Notaufnahme der
UniKlinik in Eppendorf (Hamburg), geholfen haben sie mir nur, das sie mir einen Termin in 8 Wochen
zu einer Untersuchung angeboten hatten und sie wollten mir Schmerzmittel geben, die ich schon
hatte und die das letzte vor Morphium sind.
Und als ich mich im Juni dieses Jahres überhaupt nicht mehr bewegen konnte und darauf hin fast alle Uni-
Kliniken über E-Mail in Deutschland angeschrieben habe, wer kann mir helfen, war nur eine Klinik
bereit, sich mit meinem Problem zu beschäftigen. Es war die Charite in Berlin. Dort hat man mir wieder
neue Lebensqualität gegeben mir 8 Spritzen in die Wirbel gespritzt und ich muß sagen, heute habe
ich eine neue Lebensqualität und habe auch keine Depressionen mehr. Und das passt eigentlich im
Moment zu den Sachen mit Robert Enke. Ich finde all die Berichterstattung hier zum Teil fehl am Platze.
Es ist tragisch, aber viele Menschen in Deutschland haben viel schlimmere Krankheiten und wissen,
ihr Leben dauert nicht mehr lange und irgendwann ist es zu Ende. Aber man hat wieder etwas zu
berichten und man hat wieder Möglichkeiten der Loppy gefunden mit diesem Problem wieder Geld
zu verdienen. Mit den Medikamenten, welche mir die Charite verschrieben hat, mußte ich nach
Kontrolle in Schweden feststellen, das ich Medikamente für Depressive bekommen habe, obwohl ich
gar nicht Depressiv war. Ich habe natürlich sofort dieses Medikament abgesetzt. Und es hat dann auch
Wirkung gezeigt, das ich ganz anders drauf war und dann das Leben auch anders empfunden habe.
Also diese Scheiß-egal Stimmung war dann auch irgentwie weg. Ich denke, diese Medikamente verstärken noch die Depresiven Stimmungen und der Patient wird mit der Zeit von diesen Medikamenten
abhängig. So kann ich auch sagen, wenn du allzeit Schmerzmittel nimmst, so wirst du irgentwann abhängig und du kannst ohne diese nicht mehr Leben. Das trifft auch auf Tramal zu. Ein Schmerzmittel,
was das letzte vor Morphium ist.
Aber erst einmal Schluß.
LG Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. November 2009 07:40 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

Registriert: 25. August 2009 07:42
Beiträge: 432
Wohnort: Sverige
schwedenoma hat geschrieben:
und auch irgentwie meinen Frust heraus schreien.


warum gehst du da nicht in ein dafür entsprechendes forum...
z.B.:
http://www.paradisi.de/Health_und_Ernae ... tel/Forum/

wenn jeder seinen frust hier ablassen würde, dann wäre das :schwedentor2: kein platz mehr für schweden relevante dinge, sondern ein frustforum...

übrings sei zufrieden... obwohl du in Schweden lebst, kannst du deutsche krankenhäuser benutzen... also das deutsche krankensystem in anspruch nehmen,
ich denk mal, da gibt es viele in schweden, die dankbar wären, wenn sie es könnten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. November 2009 22:58 
Hallo Sumac,
ich war in so vielen Foren, was habe ich bekommen, nichts. Ich dachte, in diesen Forum
bin ich zu Hause und kann über meine Probleme reden und finde vielleicht Leute, die zwar
nicht die gleichen Probleme haben, aber die auch einen Frust auf das Krankensystem in
Deutschland haben.
Wenn Du der Meinung bist, das ich hier verkehrt bin und ich nicht mehr über diese
Probleme reden sollte, so kann ich ab sofort das Thema sperren und ich werde dann in diesem Forum
nicht mehr versuchen, Probleme anzusprechen und mich auch aus diesen Forum zurück ziehen.
Vielleicht kannst Du mal dazu Deine Meinung äußern.
LG Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. November 2009 23:19 
Teilnehmer
Teilnehmer

Registriert: 10. März 2009 16:59
Beiträge: 48
schwedenoma hat geschrieben:
, aber die auch einen Frust auf das Krankensystem in
Deutschland haben.

bedingt ja...kannst Du ja versuchen...aber dieses Thema heißt meine Erfahrungen mit dem SCHWEDISCHEN Gesundheitssystem

schwedenoma hat geschrieben:

so kann ich ab sofort das Thema sperren.

damit überschätzt du aber deine Kompetenz

schwedenoma hat geschrieben:
und ich werde dann in diesem Forum
nicht mehr versuchen, Probleme anzusprechen

naja...kann man ja niemanden verbieten...aber vielleicht könntest Du mal drüber nachdenken, nicht ausschließlich nur so zu schreiben??????


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. November 2009 00:32 
Schwedenfreund
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Registriert: 25. August 2009 07:42
Beiträge: 432
Wohnort: Sverige
schwedenoma hat geschrieben:
.....dann in diesem Forum nicht mehr versuchen, Probleme anzusprechen
Vielleicht kannst Du mal dazu Deine Meinung äußern.
LG Schwedenoma


es geht nicht um die probleme nicht ansprechen, es geht um deinen frust ablassen... das ist ein kleiner aber feiner unterschied.
alles andere wurde vorher schon erläutert von vitlök...


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. November 2009 14:21 
Schweden Guru
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Registriert: 4. Januar 2008 21:20
Beiträge: 1218
Wohnort: Ronneby
Zitat:
ich war in so vielen Foren, was habe ich bekommen, nichts. Ich dachte, in diesen Forum
bin ich zu Hause und kann über meine Probleme reden und finde vielleicht Leute, die zwar
nicht die gleichen Probleme haben, aber die auch einen Frust auf das Krankensystem in
Deutschland haben.


Wird dir schwerfallen da jemanden zu finden.
Erst ich selbst hatte letzte Woche wieder "allerliebste" Erlebnisse mit der schwedischen Akuten und ich bin immer noch stinksauer auf das schwedische Gesundheitssystem, ueberlege nun nach D zu fahren....

ABER! Ich lasse mich trotzdem nicht hier darueber so aus wie du es über das deutsche tust, ganz einfach weil da ganz viel individuelle Erfahrungen, Erlebnisse und insbesondere Einstellungen dazu gibt. Da wird man niemanden gerecht werden können und die Köppe werden nur heißgeredet.
Was erwartest du also hier, Schwedenoma? Das jemand dir zustimmt? Deine oftsmals sehr subjektive Äusserungen beklatscht? Ich glaube nicht das das passiert, denn die Art und Weise wie du schreibt klingt leider nur nach Frustablassen und - entschuldige, aber so ist es: Nach depressiven Stimmungen. Da du ja dafür bist das etwas offen ausgesprochen wird tue ich das mal: Chronische Erkrankungen, insbesondere Schmerzen die das tägliche Leben stark beeinflussen können zu Depressionen fuehren. Meiner Meinung nach zeigst du dafür deutliche Symptome und die Charite hat vielleicht gar nicht so unklug gehandelt.
Soweit ich weiß gibt es auch in S Schmerzambulanzen, bei denen der Patient lernt mit chronischen Schmerzen umzugehen, auch ohne Schmerzmedikamente. Versuch es da doch einmal. Und versuche zu akzeptieren, das Depressionen keine Schande oder ein Tabuthema sind - evtl. hilft dir ja die Geschichte mit dem deutschen Nationaltorwart darüber einmal objektiv und vorurteilsfrei nachzudenken.

Ich wünsche dir alles Gute und möglichst viel Beschwerdefreiheit!

Heike
... die weiß, was chronische Schmerzen und Tramal sind!

_________________
"Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit."
Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. November 2009 22:03 
Hallo Heikeblekinge,
eigentlich dachte ich, das ich in diesen Forum zu Hause bin
und auch mal darüber berichten kann, was mich alles so bewegt.
Aber in diesen Forum wird man als Mensch nicht akzeptiert und
in diesen Forum hat man auch keine Chanse, über persöhnliche
Probleme zu reden. :smt006
Es ist kein Forum für mich und deswegen will ich auch meine persöhnlichen
Gedanken hier nicht mehr einstellen und warscheinlich auch all meine
Aktivitäten in diesen Forum einstellen?
LG Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. November 2009 22:17 
Schweden Guru
Schweden Guru
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Registriert: 4. Januar 2008 21:20
Beiträge: 1218
Wohnort: Ronneby
Ich denke du wirst als Mensch vollauf akzeptiert, red dir da nichts ein.
Lerne einfach damit umzugehen: Das du mit deinen Äusserungen "aneckst" und red halt nicht allzuviel ueber persönliche Probleme - gerade fuer letzteres ist das www der denkbar ungeeignetste Ort, glaub mir!
Und versuch alles ein wenig positiver zu sehen. Das schadet nie!

LG
Heike

_________________
"Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit."
Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. November 2009 22:28 
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Registriert: 2. November 2009 20:36
Beiträge: 141
Wohnort: Västernorrlän
Hejsan,
also nach all dem negativen gerede möchte ich mal was positives berichten. mein lebensgefährte ist auch kronisk sjuk, schweres nierenleiden. Alle 3 monate bekommt er eine einladung zum krankenhaus fuer immer wieder unterschiedliche untersuchungen. dies alles funktioniert voll automatisch. der doc im krankenhaus meinte es sei sehr wichtig den krankheitsverlauf zu beobachten. ich selber habe schilddruesenprobleme und muss hormone nehmen, auch hier bekomme ich zweimal im jahr eine einladung vom vårdcentralen zur blutprobe ohne das ich mich darum kuemmern muss. okej, der zahnarzt ist so eine sache. ich habe viele meinungen eingeholt bevor ich mich fuer einen super guten privaten zahnarzt entschieden habe. auch dort bekomme ich nun einmal im jahr einen termin nach hause geschickt. das einzigste trostpflaster ist bei den kosten, dass man nach bezahlten 3000 kr in einem kalenderjahr nur noch fuer alles die hälfte bezahlen muss. :D
es ist doch noch nicht alles so ganz negativ :wink:
liebe greusse
Älven
:smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 13. November 2009 23:24 
Hej Schwedenoma,

wie heißt denn Deine Krankheit? Vielleicht kann man Dir besser helfen, wenn man das weiß, oder vielleicht hat dann jemand Tips? Meine Tochter hatte z.B. jahrelang entsetzliche Schmerzen in ganzen Körper und war total down, weder deutsche noch schwedische Ärzte konnten das diagnostieren oder ihr helfen - letztendlich war es unerkannte Zöliakie, die meiner Tochter das Leben zur Hölle machte. Ich kam irgendwann selbst drauf - seitdem sind alle Schmerzen und Symptome (durch konsequentes Vermeiden von Gluten) wie weggeblasen. Und derartiger Krankheiten dürfte es viele geben, die meisten werden leider nicht diagnostiziert. Das nur als Beispiel.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 00:24 
Hallo,
eigentlich möchte ich nicht mehr über mich persöhnlich etwas berichten.
Aber ich will es Dir noch einmal erklähren.
1995 hat man nach einer Bandscheiben-OP 1988 festgestellt, das ich Narbengewebe
im Wirbelkanal habe und somit das Narbengewebe auf die Nerven drückt.
Nach dem ich alle Instanzen durch hatte und man mir gesagt hatte, wir können Dir nicht
mehr helfen, bzw. mir Alternativen angeboten hatte: Einbau einer Morphiumpumpe, Einbau eines
Stimulationsgerätes, habe ich mich für das Stimulationsgerätes entschieden. Dieses Gerät hat
mir 5 Jahre meine Schmerzen unterdrückt. Um es zu erklähren: in die Wirbelsäule wird zwischen
die Wirbel eine Elektrode eingebaut, die über Strom die Schmerzen plockiert. Dann sind meine Schmerzen
von den Beinen in die Hüftgelenke gewandert und das Gerät konnte dadurch die Schmerzen nicht mehr
plockieren. Von dieser Zeit habe ich nur noch mit Schmerzmitteln gelebt. Irgentwann in diesen Jahr
konnte ich überhaupt nicht mehr gehen. Eine Behandlung hier in Schweden hatte keinen Erfolg bzw.
man hat sich mit mir garnicht in dieser Richtung abgegeben.
Aus diesen Grund schickte ich an alle Uni-Kliniken in Deutschland eine Mail, wer kann mir helfen?
Als einzige Antwortete mir die Charite in Berlin. Sie wollte mir helfen und ich fuhr auch nach Berlin.
14 Tage Aufenthalt und 8 Spritzen in die Wirbel mit Kordision halfen mir zwar noch nicht in Berlin,
aber nach Hause in Schweden zeigten doch die Spritzen nach Tagen dann doch ihre Wirkung. Heute
lebe ich im Moment ohne Schmerzmittel und hoffe nur, es hält noch lange an.
In Schweden angekommen, habe ich auch gleich die Empfehlungen dem Krankenhaus in Jönköping
und meiner vardcentral in Tranas mitgeteilt. Auch habe ich auf Empfehlung der Charite, einen Termin
bei einen Ortopheten beantragt. Was mußte ich aber feststellen, ich bin bei meiner Hausärztin gelandet.
Die Erklährung: Ortopheten in Schweden operieren nur. Auch teilte mir meine Hausärztin mit: In
Tranas hat man nur einen Privatarzt, der Infiltrationen, wie meine Spritzen in Berlin, vornehmen kann.
Also im Krankenhaus dadurch keine Behandlung. :smt006
Irgent wie fühle ich mich manchmal von den Ärzten verarscht.
Auch die Aussage von meinen Hausarzt 1997 war für mich schockierend: Ich habe keine Ahnung von
Deiner Krankheit, aber ich kann Dir Medikamente verschreiben?
Ich habe weder Frust noch beschwere ich mich. Ich freue mich jeden Tag, wo ich ohne Schmerzen
Leben kann. Und das sollten Alle wissen.
Das meine kurzen Ausführungen.
Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 00:53 
Schweden Guru
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Beiträge: 1218
Wohnort: Ronneby
Seit also nahezu 20 Jahren schlägst du dich damit herum und suchst nach Lösungen?

> http://www.med1.de/Forum/Neurologie/462057/

Hast du wirklich keinen lebendigen Menschen mit dem du dich damit austauschen kannst? Keinen Freund? Partner?
Ich wiederhole und meine es gut: Das www ist dafuer nicht der beste Ort!

LG
Heike

_________________
"Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit."
Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 01:30 
Deinen Hinweiß auf das Forum finde ich gut, aber da war ich schon. Und eine Antwort
auf meine Fragen waren negativ.
Aber was soll es. Noch lebe ich und im Juni hatte ich schon die Befürchtung,
auf Grund meines Zustandes, das nur noch der Rollstuhl für mich in
Frage kommt. Ein Ausenstehender kann meine Krankheit nicht nachvollziehen.
Selbst mein Sohn schüttelt den Kopf und fragt mich, warum Du und spinnst Du manchmal?
Ich habe hier vor dem Besuch der Charite gesessen und meine schwedischen Nachbarn
waren in meiner Situation so Hilfsbereit, was man sich nicht Vorstellen kann.
Aber ich muß sagen, ich habe mich in all den Jahren daran gewöhnt, mit meiner
Krankheit zu leben und ich denke immer daran, das es noch andere Menschen
gibt, die noch viel schlechter als ich dran sind. Auch habe ich den Ärzten viele Dinge nicht
geglaubt und das war auch für mich wichtig? Meine Schmerzmittel machen abhängig und sie sind
das letzte vor Morphium. Hätte ich den Ärzten geglaubt, wäre ich heute vielleicht davon abhängig.
Ich freue mich wirklich, jeden Tag neu zu erleben. Und gerade hier in Schweden,
wo ich meinen Traum erfüllen konnte, habe ich meine Erfüllung gefunden.
Viele Dinge könnte ich noch berichten, was sich alles in den fast 20 Jahren zugetragen hat, aber eins
weiß ich, ich bin all die Jahre durch das deutsche Gesundheitssystem allein gelassen worden. Und beim
schwedischen Gesundheitssystem läuft es jetzt langsam an, aber nur, weil ich in der Charite in Berlin
war und konkrete Maßnahmen für eine Weiterbehandlung erhalten habe?
Das als Schluß.
Schwedenoma


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 01:31 
Schweden Guru
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Beiträge: 1218
Wohnort: Ronneby
Zitat:
ich habe mich in all den Jahren daran gewöhnt, mit meiner
Krankheit zu leben und ich denke immer daran, das es noch andere Menschen
gibt, die noch viel schlechter als ich dran sind.


In diesem Sinne wuensche ich dir eine Gute Nacht!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 01:34 
ja,

und ich habe mich auch ewig lange mit halbschlechten Ärztediagnosen rumgeschlagen. Nach 15 Jahren richtige Diagnose bei Nichtärzten gefunden. Rat: In Schweden werdet ihr mit Ärzten nicht glücklich. Wenn ihr überhaupt mal zu Ärzten kommt!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 07:24 
Schwedenfreund
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Beiträge: 432
Wohnort: Sverige
schwedenoma hat geschrieben:
eigentlich möchte ich nicht mehr über mich persöhnlich etwas berichten.
Aber ich will es Dir noch einmal erklähren.
Das meine kurzen Ausführungen.
Schwedenoma


sorry, aber das widerspricht sich wiedermal... hättest du einfach z.B. gesagt es handelt sich um morbus crohn oder um sonst eine andere chronische krankheit, hättet du dir den gesamten psalm, der persönlich war, sparen können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 07:39 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

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Beiträge: 432
Wohnort: Sverige
schwedenoma hat geschrieben:
Und eine Antwort auf meine Fragen waren negativ.
Aber was soll es. Noch lebe ich und im Juni hatte ich schon die Befürchtung,
auf Grund meines Zustandes, das nur noch der Rollstuhl für mich in
Frage kommt. Ein Ausenstehender kann meine Krankheit nicht nachvollziehen.

aber eins weiß ich, ich bin all die Jahre durch das deutsche Gesundheitssystem allein gelassen worden. Und beim schwedischen Gesundheitssystem läuft es jetzt langsam an, aber nur, weil ich in der Charite in Berlin war und konkrete Maßnahmen für eine Weiterbehandlung erhalten habe?


ich finde es fürchterlich... dein gejammere und deine ausführungen...

ich kenne viele chronisch kranke, die auch mit schmerzen leben müssen, aber die jammern nicht mal halb soviel wie du....
und dann immer diese stiche aufs gesundheitsystem in DE... das ist unterste schublade und dann noch der bescheuerte satz, in SE läuft es jetzt nur an, weil DU...
sag mal weißt du noch, was du schreibst?

normlerweise werde ich in Foren nie persönlich, aber bei schwedenoma geht es einfach durch mit mir...

Nachtrag:

du schwedenoma schreibst in dem anderen forum:

Im Moment ist es bei mir so, das ich kaum noch laufen kann und keine Lebensqualität mehr habe. Was soll ich noch machen?
Zitatende

besorg dir einen rollstuhl, wenn die schmerzen so unerträglich sind, dadurch erhöht sich die lebensqualität wieder, aber ob auch deine??


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 14:04 
Alter Schwede
Alter Schwede
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Registriert: 5. Oktober 2006 10:29
Beiträge: 2204
Wohnort: Järna
Ganz ehrlich, wenn ich die Postings von Schwedenoma so lese, werde ich richtig richtig wütend. Denn wenn unsere Familie sich in den letzten 9 Jahren so verhalten hätte, wäre unser Kind nicht da wo es heute ist.
Auch wir mussten teilweise bis zu 9 Monate auf Termine bei Spezialisten warten, habe unzählige Ärzte und Untersuchungen über uns und unseren Sohn ergehen lassen, damit wir eine Diagnose bekommen, ohne jeden Erfolg. Ich bin teilweise über 600km gefahren, damit ich zu einem bestimmten Arzt komme, der mir eventuell sagen kann, was mein Sohn eigentlich hat und bin für Therapien durch ganz München gefahren...mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Wir haben uns teilweise offen anfeinden lassen, weil wir ein behindertes Kind haben. Aber wir haben niemals sooo gejammert und gemeckert wie er. Ich kann erst seit ca. 4 Wochen endlich mal wieder einige Nächte am Stück durchschlafen, weil wir, z.Z. ein Medikament haben, dass beim Schlafen UND Durchschlafen hilft. Vorher hat unser Sohn jede Nacht max. 3 Stunden geschlafen und ich habe einen täglichen Arbeitstag von 16h. Ich kann es mir nicht erlauben ständig zu jammern und zu schimpfen, denn es bringt nichts, mein Sohn ist nunmal ein Pflegefall...da hilft alles nichts.

Ich stecke die wenige Energie, die ich noch in mir habe, lieber in die Hilfe für andere Menschen, die entweder auch behinderte Kinder haben oder selber eine Behinderung haben. Ich komme täglich an meine Grenzen, aber ich muss, für meine Kinder, darüber hinaus gehen und mache es auch. Aber ich weiss auch, dass ich gute Freunde und Bekannte habe, die mich auffangen, wenn ich am Ende bin und nicht mehr weiter weiss.


Sorry, ich weiss, es steht mir als Mod. nicht zu, so zu schreiben, aber diese Postings machen mich einfach nur wütend. Es gibt sooo viele Menschen, die chronisch krank sind, Kinder, die täglich vom Tode bedroht sind und mit dem bisschen Kraft, die sie haben, um ihr Leben kämpfen, Eltern, die ihren Kindern beim Sterben zu schauen müssen, weil es keine Heilung ect. gibt und die nicht wissen, wie es weitergehen wird. Wenn all diese Menschen nur jammern und meckern würden, hätten sie keine Kraft mehr für sich und ihre Angehörigen.

JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. November 2009 14:16 
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:smt041 :smt041 :smt041

jätte bra janaquinn

auch ich arbete als krankenschwester und habe schon viele menschen in den tod begleitet, schwer kranke menschen, aber noch nie einen getroffen der so ist wie schwedenoma.

liebe gruesse
Älven
:smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. November 2009 23:26 
hallo!

das gesundheitssystem ist überall in der sagen wir europäischen welt fraglich!

in deutschland wird geschumpfen...über das krankensystem!!
aber es ist immer noch besser als in schweden!
das merkt man vor allem bei schwierigen und notwendigen operationen!

sommen


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. November 2009 07:11 
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sommen hat geschrieben:
das gesundheitssystem ist überall in der sagen wir europäischen welt fraglich!
sommen


nenn mir bitte ein land auf der erde (aussereuropäisch), welches ein besseres gesundheitssystem hat, als deutschland oder schweden oder finnland usw.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. November 2009 20:08 
Ich denke, die Beschwerden (und den Kummer) chronisch Kranker muß man immer respektieren. Wem es elend geht, der darf (und sollte!) jammern, zumal wenn gar keine Besserung in Sicht ist. Das diesbezügliche deutsche Jammerverbot und der ewige Appell, sich stets zusammenzureißen und den Mund zu halten - ein solches Klima im Umgang zwischen Menschen führt nicht selten zu Verzweiflung oder gar zum Selbstmord Betroffener, wie z.B. im aktuellen Fall Robert Enke. Man darf nicht versagen, leiden, elend oder schwach sein....m.E. ganz besonders nicht in Deutschland.

Schwedenoma- hier ist Link zu einem deutschsprachigen Forum, in dem sich Leute mit unbehandelten/nicht behandelten/ falsch diagnostizierten und falsch behandelten/seltenen und ungewöhnlichen Symtomen, Krankheiten und Diagnosen treffen und austauschen, vielleicht findest Du dort Tips, Hife, Rat und Verständnis

http://www.symptome.ch/vbboard/

Alles Gute!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. November 2009 20:21 
Schwedenfreund
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an der richtigen stelle ist es auch OK zu jammern, aber hier???

wenn jeder jammern würde, dann würde aus dem Schwedentor ein Jammertor werden... gott bewahre mich davor.
by the way... ich habe auch eine chronische krankheit, die nicht heilbar ist... also ich weiß, wovon ich rede.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. November 2009 20:29 
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Sumac hat geschrieben:
wenn jeder jammern würde, dann würde aus dem Schwedentor ein Jammertor werden...


Klingt irgendwie nach Klagemauer.

Das ist irgendwie das Schizophrene an der deutschen Mentalität - der Indianer kennt keinen Schmerzen, aber im Jammern sind wir Weltmeister :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. November 2009 20:36 
Schwedenfreund
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hansbaer hat geschrieben:
Das ist irgendwie das Schizophrene an der deutschen Mentalität - der Indianer kennt keinen Schmerzen, aber im Jammern sind wir Weltmeister :-)



bitte nicht verallgemeinern... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. November 2009 21:02 
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@Tip für Schwedenoma:
Der Fall Robert Enke ist ein sehr spezieller Fall, denn dieser Mann hat 6 Jahre gegen seine Erkrankung gekämpft und ihn am Ende verloren. Er hat alles versucht und hatte Rückhalt in der Familie. Wir verbieten Schwedenoma nicht zu jammern, wenn es denn Jammern wäre, aber schimpft die ganze Zeit auf ein System, auf welches er doch trotzdem immer wieder regelmässig zurückgreift. Warum Robert Enke am Schluss nur noch diesen einen Ausweg wusste, könnte er nur selber beantworten. Sein Tod geht mir sehr sehr nah, zumal er aus meiner Nachbarstadt Jena stammt und nur wenige Monate jünger ist als ich.

Meine Mutter hat nach der Krebsdiagnose nicht geheult und gejammert, sondern sie hat gekämpft, solange bis sie keine Kraft mehr hatte, dann haben ihre Kinder für sie gekämpft und ihr ein würdevolles Sterben ermöglicht. Allein dies hat jeden von uns an seine Grenzen gebracht, nur wer dies persönlich erlebt hat,kann sich wirklich vorstellen was es heisst, seine eigne Mutter in den Tod zu begleiten.
Ja man kann jammern, wenn es einem elend zu mute ist, aber es sollte nicht das ganze Leben bestimmen, darüber vergisst man die wirklich wichtigen Dinge nämlich: die Familie und die Freunde, die einem Rückhalt geben können.

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 16. November 2009 23:08 
hallo!

das beste gesundheitssystem hat mit abstand deutschland!!!
es ist zwar am bröckeln, aber immer noch besser als in schweden!
auch wenn wir schimpfen..das problem sind nur die kosten!
bei schweren fällen bekomm tman gleich einen termin zur operation, in schweden muß man warten!!

sommen


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 22. November 2009 18:17 
Schwedenfreund
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Hallo,
schwedenoma hat geschrieben:
ich war in so vielen Foren, was habe ich bekommen, nichts.

Na, so etwas?

Alle denken nur an sich!
Nur ich, ich denke an mich.

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. November 2009 13:30 
Schwedenfreund
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Mal was anderes, eine kleine Beobachtung:

Ich verhandele gerade wegen Zahngesundheitsterminen für unsere Kinder, die werden ja so etwa einmal im Jahr per Post vergeben. Neulich hatte ich das abgesagt, weil wir verreist waren, und nur allgemein um neue Termine gebeten.

Nun fällt mir auf, dass diese Termine für Schulkinder offensichtlich grundsätzlich mitten am Vormittag vergeben werden. So dass es sich kaum vorher und/oder hinterher lohnt, in die Schule zu kommen.

Das sagt ja eigentlich wieder etwas über den Stellenwert der Bildung hier, oder?

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. November 2009 13:39 
Wenn man die Kinder am Nachmittag einbestellt, dann können die Erwerbstätigen nur vormittags kommen, das wuerde bei den Sprechzeiten auch nicht funktionieren.... Ich habe hier bei der Tandvård eintragen lassen, dass meine kinder nicht am Vormittag kommen können. Weder will ich, dass sie dafuer Schule verpassen, noch kann ich mir extra dafuer frei nehmen. Alternative, Termin um 7.30, also vor der Schule/Arbeit, das funktioniert manchmal.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. November 2009 14:43 
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Tulipa hat geschrieben:
Das sagt ja eigentlich wieder etwas über den Stellenwert der Bildung hier, oder?


Im Prinzip nein. Es sagt eigentlich nur, dass sich die folktandvård nicht im Geringsten darum kümmert, ob ein Termin für den Patienten günstig ist oder nicht. Wozu auch, du darfst froh sein, überhaupt einen Termin zu bekommen. Unser Kind darf z.B. nur noch alle zwei Jahre zur Vorsorge. Wenn man richtig nörgelt und quengelt vielleicht schon nach anderthalb Jahren.
Und apropos Wartezeiten: Bis vor wenigen Wochen war die Wartezeit auf einen Zahnarzttermin in Kiruna zwei (2!) Jahre. Da kündigt man doch lieber den Job als noch zwei Jahre Zahnschmerzen zu haben. Falls sich das Problem nicht inzwischen von selbst gelöst hat. Gelöst im engsten Sinne des Wortes.

Aber mittlerweile hat man eine Gang portugiesischer Zahnärztinnen eingestellt, die sollen jetzt die Wartezeiten wegarbeiten.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. November 2009 15:33 
Manchmal habe ich den Eindruck, dass in Schweden nicht nur im Fernsehen alles in zigmaliger Wiederholung gezeigt wird, sondern auch in den Zeitungen ständig wieder die selben Themen recycelt werden ... so auch das Thema Zahnarztbesuche/-behandlungen.

So schreibt heute die GP, dass aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise, viele Leute wieder auf regelmäßige Routinekontrollen beim Zahnarzt entweder ganz verzichten oder diese hinausschieben. Viele hätten schlichtweg kein Geld mehr für teure Zahnbehandlungen.

Wenn die Nachfrage sinkt, sollte es doch künftig eigentlich kein Problem sein, einen passenden Termin beim Zahnarzt zu bekommen. :?
Termine für Kinder werden von den Zahnärzten allerdings auch nicht im gleichen Maße prioritiert wie Termine für Erwachsene - Grund: Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen für Kinder sind in Schweden kostenlos.

Das würde ich deshalb nicht in Zusammenhang mit dem Stellenwert der Schulbildung bringen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 25. November 2009 23:15 
Schwedenfreund
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Hej,
mit meiner kleinen Anekdote wollte ich mitnichten einen allgemeinen Angriff auf den Tandvård hier starten. Ich finde es im Gegenteil sinnvoll, schon Kinder regelmässig zur Kontrolle aufzufordern. Und dass mir erst beim dritten mail hin und her der Gedanke kam, ob es wirklich Vormittagstermine sein müssen, ist ja nun auch nicht deren Schuld.

Jedenfalls kamen auf meine Absagen hin immer klaglos und innerhalb von Stunden neue Terminvorschläge, nun auch am Nachmittag. Wobei ich mir dieses Entgegenkommen anders zusammenreime: hier geht immer mal wieder durch die Presse, dass Jugendliche u.a. durch nicht wahrgenommene Tandvårdtermine verschuldet seien. Kommt man einfach nicht, wird das nämlich in Rechnung gestellt und kann sich ganz schön aufsummieren. Vielleicht wollen die Organisatoren das in aller Interesse vermeiden und geben deshalb Änderungswünschen sofort nach.

EineN ZahnärztIn haben unsere Kinder hier noch nie zu Gesicht bekommen, immer nur zwei wirklich sehr nette Tandhygienistinnen. Die guckten jeweils in den Mund, zählten, ob alle Zähne da seien und sagten, sehr schön, weiter so. Und nicht öfter als zweimal täglich putzen und am Samstag ruhig Godis.
... na, da habe ich etwas übertrieben, aber so ähnlich war das Ergebnis und alles einschliesslich kurzer Wartezeit im schönen Wartezimmer sehr angenehm.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 12. Dezember 2009 10:02 
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Der Beitrag von "Altes Mitglied" wurde ins Cafe´verschoben. Wenn dieses Mitglied sich dazu äußern möchte, kann er/sie es gerne dort tun.
Hier der Link...beitrag89918.html#p89918

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 00:45 
Moin,

hier mal ein direkter Vergleich von Einzelfällen des chwedischen und deutschen Gesundheitswesens:
Patient hat starke akute Bauchschmerzen unbestimmter Art und geht zur Notaufnahme des lokalen Krankenhauses.
In Schweden:
Blut und Urinuntersuchungen. Blutdruck. 3 verschieden Ärzte untersuchen, ohne miteinenader gesprochen zu haben. Exakt gleiche Untersuchungen, Bauch abtasten, im Enddarm fühlen. Stundenlange Wartezeiten. Patientenwunsch nach Ultraschall oder Röntgen wurde abgelehnt. Nach Hause geschickt ohne Diagnose, ohne Plan wie es weitergeht, dagegen mit einer Handvoll Schmerzpillen.
In D:
Innerhalb 20 Min Blut und Urinuntersuchungen, Blutdruck, EKG. Innerhalb 3 Std. Ultraschall (2 Methoden) und Röntgen. Die wollten auch gleich eine Endoskopie machen. Gespräch mit Chefsarzt. Empfehlungen für weiteres Vorgehen.

Leute, wenn ihr krank werdet, geht nach Deutschland!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 13:51 
Schwedenfreund
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Registriert: 25. August 2009 07:42
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Vergleich hat geschrieben:
Innerhalb 20 Min Blut und Urinuntersuchungen, Blutdruck, EKG. Innerhalb 3 Std. Ultraschall (2 Methoden) und Röntgen. Die wollten auch gleich eine Endoskopie machen. Gespräch mit Chefsarzt. Empfehlungen für weiteres Vorgehen.
Leute, wenn ihr krank werdet, geht nach Deutschland!!!


warst du schon mal in berlin im krankenhaus in der notaufnahme? ich meine jetzt nicht im nobelbezirk Zehlendorf, sondern in neukölln oder kreuzberg oder wedding?
kommst da hin und hast noch deinen kopf, da wo er hingehört, also keine sichtbare blutende wunde... was meinst du, wie schnell du da ran kommst... und ob da alles so gemacht wird, wie du es dir hier vostellst?? also ich habe andere erfahrungen...
die gleichen sich mit den schwedischen, also ist es doch egal wo ich hin gehe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 14:09 
Man hat ja nicht immer die Möglichkeit mal schnell nach D zu fliegen, nur weil man Magenschmerzen hat. *kopfkratz*

Es gibt sicherlich Erkrankungen, wo ich mich auch eher in D behandeln lassen würde, als in S. Aber grundsätzlich vertrete ich schon die Meinung, dass man sich auch den Geflogenheiten in diesem Land anpassen sollte. Die Schweden vertreten eben eine andere Menthalität (so wenig wie möglich, aber dennoch ausreichend).

Es gibt einen Grund, warum das Gesundheitssystem in D kaput ist. Und IGEL-Leistungen können ja wohl nicht die Regel werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 16:38 
IGEL-Leistungen?
Was ist denn das?
Magenschmerzen wegen einem queren Furz ist natürlich eine Sache, aber Bauchschmerzen können sehr wohl die Symptome von vielen lebensbedrohenden Zuständen sein. Die möchte man natürlich ausschliessen lassen, oder?

>>>Aber grundsätzlich vertrete ich schon die Meinung, dass man sich auch den Geflogenheiten in diesem Land anpassen sollte. Die Schweden vertreten eben eine andere Menthalität (so wenig wie möglich, aber dennoch ausreichend). <<<<

Das ist mit das dümmste, was ich im Zusammenhang mit dieser Diskussion gehört habe. Würde das auch gelten, wenn man zufällig in Nigeria mit dessen Gesundheitssystem wohnen würde?
Die Schweden vertreten hier keine Mentalität, sondern hier herrscht eine Mangelwirtschaft, bei der die laufend gekürzten Mittel für immer weniger Krankenfürsorge reicht. Und daher wird schonungslos abgewimmelt, manchmal mit tödlichen Folgen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 16:59 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

Registriert: 25. August 2009 07:42
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Vergleich hat geschrieben:
IGEL-Leistungen?
Was ist denn das?

>>>Aber grundsätzlich vertrete ich schon die Meinung, dass man sich auch den Geflogenheiten in diesem Land anpassen sollte. Die Schweden vertreten eben eine andere Menthalität (so wenig wie möglich, aber dennoch ausreichend). <<<<

Das ist mit das dümmste, was ich im Zusammenhang mit dieser Diskussion gehört habe. Würde das auch gelten, wenn man zufällig in Nigeria mit dessen Gesundheitssystem wohnen würde?



http://www.igel-verzeichnis.de/

was soll diese pauschale aussage, das ist das dümmste.... usw.?
das war einfach unüberlegt, deine aussage.

ich war vor jahrzehnten mal im krankenhaus, in Papua New Guinea... was meinst du, wie es da zugeht...
meinst du, nur weil ich aus DE komme, haben die ne ausnahme für mich gemacht?
also man sollte sich schon an die geltende form halten und das beste daraus machen, ob man es ändern kann, wäre eine zweite frage.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 17:44 
Vergleich hat geschrieben:
Das ist mit das dümmste, was ich im Zusammenhang mit dieser Diskussion gehört habe. Würde das auch gelten, wenn man zufällig in Nigeria mit dessen Gesundheitssystem wohnen würde?
Die Schweden vertreten hier keine Mentalität, sondern hier herrscht eine Mangelwirtschaft, bei der die laufend gekürzten Mittel für immer weniger Krankenfürsorge reicht. Und daher wird schonungslos abgewimmelt, manchmal mit tödlichen Folgen.



Wie kann ich denn "zufällig" in Nigeria wohnen? In der Regel bestimme ich meinen Wohnort selbst. Schon bevor ich nach S zog, wusste ich, dass hier nicht alles gruen ist. Es war also keine Ueberraschung fuer mich. Fuer andere scheint es aber immer noch eine Art Ueberraschungsei zu sein.

Wo zieht man eigentlich die Grenze? Wann sollte ich nach D fliegen? Wer bezahlt es? Nicht jeder kann sich einen KURZFRISTIGEN Flug fuer ca. 250 Euro leisten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 21:20 
Klar,
wer kann sich das leisten? Wir, die hier ordentlich Steuern zahlen, sollten eigentlich ein Recht auf eine vernünftige und ausreichende Krankenversorgung haben. Das ist aber leider nicht der Fall. Und dann müssen wir uns nicht an die existierenden Verhältnisse anpassen, sondern dafür arbeiten, dass es besser wird. Wie jeder andere Mitbürger auch. Das hat nichts mit Extrawurst zu tun, sondern mit gesellschaftspolitischen Engagement.
Und wenn es mir wirklich an die Nieren geht, dann versuche ich alles, um meine Gesundheit zu bewahren. Wenn nötig und sinnvoll, fahre ich dafür auch nach Patagonien. Ich gehe nicht oft und nur ungerne zum Arzt, dank der schwedischen Abwimmeltaktik, aber manchmal ist es wirklich ernst. Und das ist kleine Überraschung, sondern war mir seit meinem ersten Arztbesuch in S klar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 21:39 
Gesellschaftspolitischen Engagement ist es doch aber nicht, wenn ich nur anpreiße bei einem Krankheitsfall direkt ins Ausland zu gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Januar 2010 23:55 
susan,

glaub nicht, dass ich nur nach D zur Untersuchung gefahren bin. Gleichzeitig spreche ich alle relevanten Politiker hier in S an, wie die sich die medizinische Versorgung gedacht hatten. Du weisst sicherlich, dass es auf Landstingsniveau Instanzen gibt, wo man Klagen und Beschwerden loswerden kann.

Gesellschaftliches Engagement ist, Misstände anzuprangern und Lösungsvorschläge aufzuzeigen. Komisch, dass du das nicht weisst.

Und bei gesundheitsbedrohlichen Sachen fahre ich dahin, wo es bessere Pflege gibt, ist doch so selbstverständlich wie sonstwas, oder? Würdest du das nicht machen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Januar 2010 00:03 
Vergleich hat geschrieben:
Gesellschaftliches Engagement ist, Misstände anzuprangern und Lösungsvorschläge aufzuzeigen. Komisch, dass du das nicht weisst.



Woher glaubst Du zu wissen, dass ich das nicht weiß?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Januar 2010 08:48 
Schwedenfreund
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Registriert: 25. August 2009 07:42
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Vergleich hat geschrieben:
.........in Nigeria mit dessen Gesundheitssystem wohnen würde?.........

Gesellschaftliches Engagement ist, Misstände anzuprangern und Lösungsvorschläge aufzuzeigen.
Und bei gesundheitsbedrohlichen Sachen fahre ich dahin, wo es bessere Pflege gibt, ist doch so selbstverständlich wie sonstwas, oder? Würdest du das nicht machen?



ich bleibe mal bei deinen aussagen:

woran erkennt man (auch frau), das es sich um ein missstand handelt?
der auswanderer aus Nigeria, für den könnte das schwedische gesundheitssystem der himmel auf erden sein,
für den deutschen ist es der missstand schlechthin.
wer ist jetzt die gesellschaft?
nur der deutsche, weil er missstände erkennt oder auch die anderen?

du als deutscher hast dir die tür offen gelassen, das du dahin gehen kannst, wo die versorgungsleistung besser ist... findest du das fair gegenüber den menschen, die diese möglichkeit nicht haben?
aber wer spricht denn von fairem verhalten.. erst komm ich und dann die anderen. :D

meinst du, das nur die deutschen das rad erfunden haben (und jetzt zurück zur steinzeit gehen, unter scharz/gelb)?

ich überlege mir gerade, wie es sein würde, wenn eine minderheit in DE etwas anprangern würde, wie da die deutsche seele kochen würde... so in richtung, was wollen die denn.. ist doch alles bestens hier im lande.

wir sind gäste in einem land, das nicht erst seit der einwanderung von deutschen existiert, sondern schon eine ganze weile länger.
klar das nicht alles so ist wie in DE, denn wäre es so, dann müßte man ja nicht auswandern,
aber der deutsche liebt es ja, die missstände anzuprangern, die in anderen ländern herrschen, aber die im eigenen land sieht er nicht oder er "flüchtet" in ein anderes land.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Januar 2010 20:16 
>>>du als deutscher hast dir die tür offen gelassen, das du dahin gehen kannst, wo die versorgungsleistung besser ist... <<<
Jeder EU-Mitbürger hat die Möglichkeit, bei einem akuten Krankkheitsfall in D sich dort behandeln zu lassen. Egal, ob Deutscher oder nicht. Wo ist also das Privileg?

>>>wir sind gäste in einem land, das nicht erst seit der einwanderung von deutschen existiert, sondern schon eine ganze weile länger. <<<

Falsch. Grundfalsch. Wir, die wir hier arbeiten und wohnen und Steuern zahlen, haben dieselben Rechte und Pflichten wie die Einheimischen. Und dazu gehört eben auch die moralische Pflicht, die Gesellschaft ständig zu verbessern. Und du kannst Gift darauf nehmen, mein lieber sumac, dass ich das auch in D versuchen würde, wenn ich da wohnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Januar 2010 20:20 
Hej,
Zitat:
der auswanderer aus Nigeria, für den könnte das schwedische gesundheitssystem der himmel auf erden sein,

Ja, könnte. Muss aber nicht sein. Und sollte einem nigerianischen Einwanderer in Schweden etwas nicht gefallen, so hat er/sie die gleichen Rechte wie jeder andere in Schweden, nämlich seine Meinung zu vertreten und Kritik zu ueben. Diese Rechte sind nicht von irgendeiner Nationalität abhängig, noch stehen sie dem einen mehr zu als dem anderen. Klar oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Januar 2010 20:30 
Ihr werdet in diesem Punkt keine Einigung finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Januar 2010 20:37 
Schwedenfreund
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Vergleich hat geschrieben:
Falsch. Grundfalsch. Wir, die wir hier arbeiten und wohnen und Steuern zahlen, haben dieselben Rechte und Pflichten wie die Einheimischen.


nur wohnen und steuern zahlen reicht manchmal nicht aus... WAHLRECHT?????

deine pauschale aussage:
dieselben rechte und pflichten wie einheimische, wobei ich das wort staatsangehöriger bevorzuge...


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 15:48 
Hier gibt es eine Stelle in Schweden, die schwedischen Patienten, die nicht länger in schwedischen Warteschlangen stehen möchten, dabei hilft, in Deutschland behandelt zu werden -
im schwedischen Text steht z. B. auch, dass es in Deutschland praktisch keine Warteschlangen gibt:
Zitat:
Får Du inte vård inom rimlig tid?
Om Du är en av de 350 000 personer som står i vårdkö eller skickas runt till olika läkare utan att det händer något då är denna webbplats något för Dig.
Du behöver inte stå i vårdkö!
Är Du folkbokförd i Sverige har Du numera rätt att fritt välja sjukvård inom EU och få den betald av Försäkringskassan om motsvarande vård ges i Sverige.
Vi är specialiserade på att hjälpa till med att utnyttja denna möjlighet.
Främst förmedlar vi vård till Tyskland där det praktiskt taget inte finns några köer.
Vi erbjuder hjälp med allt som behövs för att planera, genomföra och följa upp vården.

Ausführliche Info gibt es unter:
http://www.fecit.se/index.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 17:32 
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äähm... les ich das richtig, dass die fuer die Vermittlung tex einer Hueft-OP eine Gebuehr in Höhe von 19 000 kronen verlangen??


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 18:34 
Schwedenfreund
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...ich hab´s auch so gelesen..... also werd ich diesen Dienst kaum in Anspruch nehmen können...

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Tyck inte illa om att bli gammal, var glad att du fått chansen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 18:36 
hej,

19000 für die Vermittlung einer rechtzeitigen OP ist wohl nicht zuviel, wenn man an den Aufwand denkt, und welche Schmerzen mit einer kaputten Hüfte während zwei Jahren sonst erduldet werden müssen. Wem das zuviel ist, kann das ganze ja auch selber arrangieren, man muss nur Anträge stellen, kämpfen, Kontakte finden usw.

Wer meint, damit hätten nur die Reichen die Möglichkeit zu angemessener Wartezeit, hat Recht, und sollte sich im Rahmen seiner demokratischen Möglichkeiten bemühen, der hiesigen Mangelwirtschaft ein Ende zu bereiten. Aber dann gibt es wieder diese Vögel, die meinen, wir Deutschen sind hier Gast im Lande und sollten uns an die Gegebenheiten anpassen. Schlaft weiter!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 18:39 
Ich verstehe es eher so, dass man die Gesamtkosten von ca. 19000 SEK verauslagen muß und dann von der F-Kassan erstattet (teilweise)bekommen sollte. Wenn es aber tatsächlich so ist, wie Du geschrieben hast, ist es für eine Hüft-OP natürlich viel Geld. Aber wenn man Krebs hat, bezahlt man höchstwahrscheinlich gerne dieses Geld.

Wir leben nunmal leider in eine 2-Klassen-Gesellschaft. Moralisch ist das sicher nicht richtig, aber verhindern kann man es nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 19:01 
Zitat:
Ich verstehe es eher so, dass man die Gesamtkosten von ca. 19000 SEK verauslagen muß und dann von der F-Kassan erstattet (teilweise)bekommen sollte.


das wäre aber schon etwas billig für eine Hüft-OP - ca. 1.900 Euro dürften dafür kaum ausreichen.

Für 19.000 SEK erhält man ein komplettes Beratungs-/Vermittlungs-Paket, das u. a. bereits im Vorfeld ermittelt, ob die schwedische Försäkringskassa die OP und Behandlungskosten in D übernimmt, Finanzierungsmöglichkeiten und Rückversicherungsmöglichkeiten aufzeigt, bei der Auswahl einer Klinik in Deutschland behilflich ist, Übersetzung der Krankenjournale usw.

Sicher bedeutet dies eine 2-Klassen-Gesellschaft. Moralisch bedenklich halte ich diese Beratung/Vermittlung allerdings nicht - wenn man auf eine dringende Operation monatelang warten muss, dann ist es doch gut, wenn man auf ein anderes System ausweichen kann. Moralisch bedenklich empfinde ich eher die schwedische Mangelwirtschaft, die Menschen oft würdelos unnötig lange warten lässt, manchmal sogar so lange, bis dann jede Behandlung zu spät kommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 23:52 
Komischerweise wurden die ewigen schwedischen Warteschlangen im schwedischen Gesundheitssystem erst dann kürzer, als die Regierung im Sept. 2008 eine Milliarde Kronen an diejenigen Landstings auslobte, die die vårdgaranti einhalten würden (innerhalb von 7 Tagen zum Arzt, dann innerhalb von 90 Tagen zum Erstgespräch beim Spezialisten, dann innerhalb weiterer 90 Tage zur Erstbehandlung beim Spezialisten). Plötzlich ging, was ewig nicht möglich war. Die Misere im schwedischen Gesundheitssystem war/ist absolut hausgemacht, gewollt und vor allem von den Ärzteverbänden entscheidend beeinflußt, die alles tun, um die Anzahl der Ausbildungsplätze für Ärzte gering zu halten (gezeigt bei "Uppdrag Granskning).

Die Möglichkeit zur (vorab durch die Försäkringskassan genehmigten) Behandlung/OP im Ausland gibt es schon länger. Nur: Kaum jemand nutzt sie, da die Schweden (zu Recht) meinen, daß sie schon genug Steuern für medizinische Behandlung bezahlen und nicht noch was drauflegen wollen. Lieber warten sie ewig auf Behandlung. Jedenfalls wenn es nicht lebensbedrohlich ist. Resignation und Fatalismus in puncto Gesundheitssystem sind in Schweden sehr ausgeprägt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 00:13 
Vergaß den Link bezüglich der von der schwedischen Regierung ausgelobten Milliarde Kronen zum Abbau der Warteschlangen im schwedischen Gesundheitssystem:

http://www.vantetider.se/foerbaettrings ... v-pengarna


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 10:02 
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Geldhilft hat geschrieben:
Komischerweise wurden die ewigen schwedischen Warteschlangen im schwedischen Gesundheitssystem erst dann kürzer, als die Regierung im Sept. 2008 eine Milliarde Kronen an diejenigen Landstings auslobte, die die vårdgaranti einhalten würden (innerhalb von 7 Tagen zum Arzt, dann innerhalb von 90 Tagen zum Erstgespräch beim Spezialisten, dann innerhalb weiterer 90 Tage zur Erstbehandlung beim Spezialisten). Plötzlich ging, was ewig nicht möglich war. Die Misere im schwedischen Gesundheitssystem war/ist absolut hausgemacht, gewollt und vor allem von den Ärzteverbänden entscheidend beeinflußt, die alles tun, um die Anzahl der Ausbildungsplätze für Ärzte gering zu halten (gezeigt bei "Uppdrag Granskning).


Die Warteschlangen sind nicht kürzer geworden, man hat sie nur geteilt und einen Teil mehr oder weniger geschickt versteckt. Der Begriff der vårdgaranti wird einfach so gedeutet, dass man einen Arzttermin innerhalb der angegebenen Zeiten irgendwo im Bereich des zuständigen landstings erhält. Das können dann schon mal ein paar hundert Kilometer zum Arzt sein.
Will man einen Termin an seinem Wohnort oder zumindest in der Nähe desselben, fliegt man aus der Schlange raus und kommt in eine sogenannte "freiwillige" Warteschlange. Damit ist man dann aber auch raus aus der Statistik und - Wunder über Wunder - die vårdgaranti wird erfüllt!

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 10:59 
Hej,

ja, schlau sind sie schon, die Schweden!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 27. Juni 2011 22:05 
Stiller Beobachter

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Wenn man lange genug sucht, dann findet man in jedem Gesundheitssystem etwas zu meckern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 29. Juni 2011 20:27 
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stresti hat geschrieben:
Wenn man lange genug sucht, dann findet man in jedem Gesundheitssystem etwas zu meckern.


Nur dass man hier eben nicht so lange suchen muss ..... :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Juli 2011 14:47 
Stiller Beobachter

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Hej,

kennt ihr gute Quellen (vorzugsweise Filme/Dokumentationen, oder aber auch Text) die das Gesundheitssystem in Swe beschreiben u. bewerten? Da die Hauptaussagen dieser Topic doch schon ein wenig in die Jahre gekommen sind, interessieren mich auch aktuelle Situationen/Gegebenheiten/Erfahrungen/Veränderungen, da ich grundsätzlich doch schon ziemlich schockiert bin was ich hier gelesen habe.

Tack :)

Marc


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Juli 2011 14:55 
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Hi Marc! Es gibt schwedische Ärztezeitungen und den schwedischen Ärzteverbund.
Vielleicht helfen dir diese Linke weiter:

http://www.lakartidningen.se
http://www.slf.se

Weiterhin hat das schwedisches Radio ein großes Newsarchiv das man durchstöbern kann (auch auf Deutsch):
http://sverigesradio.se/sida/sok.aspx

Viele Grüße,
Mark


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Juli 2011 21:35 
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In Sandra Eichingers Buch "Alptraum Schweden" Ist dem Gesundheitssystem eine Menge Platz eingeräumt und dort wird alles mit Fakten belegt. Ziemlich erschreckend aber das Gesundheitssystem hier ist echt nichts wo Schweden stolz drauf sein kann.

Eigene Erfahrung: Vorige Woche mit dem Fuß dumm umgeknickt, lief sofort blau an und wurde doppelt so groß. Dachte ja direkt an Bänderriß oder ähnliches. Ab zur Vårdcentral die mich ins Lazarett nach Karlstad schickten. Röntgen - nichts gebrochen - ab nach Hause: Abwarten und alles wird gut. Wurde es aber nicht- bin heut wieder hin wo der Arzt dann meinte, da+ ich mir wohl einen Ledbandskada geholt habe. Schickt mich wieder nach Karlstad ins Lazarett, die röntgen den Knochen wieder um festzustellen, das der nicht gebrochen ist. Ich sag zu denen, ob sie sehen können was mit den drei Bändern ist - nö - können sie nicht sehen sagen sie.
Komisch - in Deutschland gibt es da Methoden aber die müssen hier wohl erst noch ankommen. Hoffentlich bleibt nichts zurück...


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Juli 2011 21:38 
Stiller Beobachter

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Sind schon pfiifig die Schweden :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. Juli 2011 10:48 
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Mein Sohn -mittlerweile mit schwedischer Staatsbürgerschaft-hatte im Frühjahr eine schwere Grippe und musste im vårdcentral 6!Stunden auf einen Arzt warten :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 5. Juli 2011 16:19 
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bin mal rueckwärts gestolpert. wir sind dann zur vårdcentrale gefahren.die meinten doch glatt zu mir,warum ich nicht vorher angerufen hätte.es wäre sowieso kein arzt anwesend.alle ärzte seinen in urlaub.danach sind wir zur akuten nach ö.sund gefahren,innerhalb kuerzester zeit wurde alles gemacht.kam dann mit beiden handgelenken eingegipst,wieder zu meinem sambo zurueck,der auf mich gewartet hatte.
die nachsorge dauerte ewig ,meine die wartezeiten im krankenhaus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 8. Juli 2011 19:37 
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skerry hat geschrieben:
Mein Sohn -mittlerweile mit schwedischer Staatsbürgerschaft-hatte im Frühjahr eine schwere Grippe und musste im vårdcentral 6!Stunden auf einen Arzt warten :cry:


Ich glaube nicht, dass die Wartezeit mit der Staatsbürgerschaft zusammenhängt.

Die schlechten Erfahrungen kann ich keinster Weise bestätigen. Habe einen Freund mal mit einer schweren Axtverletzung in die nächste Vårdcentral gefahren, da war innerhalb von 30 Sekunden ein Arzt zur Stelle und hat die Erstversorgung übernommen. Und nein: es war nicht in einer Großstadt, sondern auf dem Land.

Ich selbst musste vor einem halben im Krankenhaus mit akuten Unterleibsschmerzen ca. 10 Minuten auf den diensthabenden Arzt warten, dann lag ich im Untersuchungszimmer.

Lieben Gruß von Lussekatt
(die mit einer Grippe nicht zum Arzt geht, sondern ins Bett) :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 8. Juli 2011 21:27 
Schwedenfreund
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Die schwedische Vårdcentral funktioniert auch ganz anders wie eine normale österreichische Arztpraxis. Hier gilt es immer zuerst anzurufen, entweder die Vårdcentral, sjukvårdsupplysning oder auch direkt das nächste Krankenhaus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 10. Juli 2011 20:03 
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Was mich nur mal interessieren würde ist, ob man im Ausland überhaupt von solchen Fällen hört, oder liest, dass ein Kind gestorben ist, weil man der Mutter am Telefon mehrmals sagte, dass sie nicht ins Krankenhaus fahren soll. So was liest man hier natürlich schon in der Zeitung, mit Schrecken und hofft immer, dass es nur halb so stimmen kann wie es da steht. Aber ich erinnere mich nicht, dass ich früher von Deutschland aus solche Dinge gehört hätte. Und wenn man den Zeitungen glauben darf, dann gibt es leider schon den einen oder anderen Fall, wo jemand nicht oder zu spät zum Arzt kommt, weil das System eben nicht in allen Fällen funktioniert.
Ich will nicht sagen, dass es in Deutschland besser ist. Es war für mich besser, aber hauptsächlich weil ich es so kannte und damit leben kann. Hier ist manches für mich ungewohnt und daher immer noch schwer, was das Gesundheitssystem angeht. Aber da wir nicht oft hin müssen, ist es nicht wirklich schwer.
Nachdenklich hat mich die Geschichte einer Frau aus unserem Ort gemacht. Sie bekam hier ein Kind. Aber nicht wie geplant im Krankenhaus, sondern daheim. Man hatte sie (mit 2. Kind) heim geschickt. Da sie Schmerzen hatte und nicht heim wollte, aber auch so müde war und nicht schlafen konnte, hatte man ihr sowohl Schmerzmittel und etwas zum Schlafen gegeben. Und als sie weinend, weil sie bleiben wollte, die Hebamme fragte wann sie denn dann wieder kommen dürfte, weil sie eigentlich glaubte, dass es bald losginge, meinte die Hebamme, dass sie wieder kommen könne, wenn sie glaubte zu sterben. Die Frau war also recht zugepumpt mit Schmerzmittel und anderem und merkte dann daheim kaum, dass es wirklich losging. Sie waren nicht länger als eine Stunde daheim. Und das Kind kam dann als sie zur Toilette wollte. Der Mann konnte nur noch den Krankenwagen anrufen. Es gab hinterher eine Entschuldigung vom Krankenhaus und angeblich eine personelle Änderung.
Das ist keine Horrorgeschichte, die man sich so unter der Hand erzählt, oder die ich irgendwo gelesen habe. Ich habe die Frau getroffen und sie hat es mir etwa 3 Monate nach der Geburt erzählt. Ihr Kind und meins werden wohl gemeinsam in den Kindergarten gehen. Ich erzähle das hauptsächlich um zu zeigen, dass es auch solche Seiten im schwedischen Gesundheitssystem geben kann. Nicht alles erfährt man von Deutschland aus.
Aber natürlich ist auch nicht alles schlecht hier. Im Gegenteil! Ich war ja nur einige Wochen nach der Frau auf der gleichen Station und hatte absolut null Probleme. Das war alles wie ich es mir gewünscht hatte und das Personal war wirklich kompetent und wichtiger für mich in der Situation, super nett. Sogar die Schülerin in Ausbildung war klasse. Aber da sieht man, dass man überall Glück haben kann oder eben auch Pech. Es hängt sehr stark ab vom Menschen auf den man trifft und natürlich von einem selber auch.

Nicht alles was glänzt ist Silber (hehe, nicht Gold), auch nicht in Schweden.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 18. Juli 2011 16:52 
Hab leider auch ne meise erfahrung mit dem gesundheitssystem hier gemacht.

Nach nem Schlüsselbeinbruch haben die mich ne woche lang auf ne op warten lassen wobei sie mir jeden tag geagt haben "morgen gibts dann die OP" und dann am nächsten tag "ne heute leider nicht, morgen dann" und das die ganze woche.
Durch falsche Medikation hab ich Hautausschlag bekommen und weil wie mich solange hingehalten haben durch schwächung des Körpers noch 40Grad Fieber dazu, dass dann erst mit starken Antibiotika bekämpft werden musste.

Bin insgesamt dann also 10 Tage mit nem gebrochenen Knochen rumgelegen. Ein Spass.

Ich hab mich nun an http://www.patientnamndenstockholm.se/ mit dem ganzen gewandt.
Also ich muss leider sagen dass ich von dem ganzen sehr geschockt war, bei der reputation des Gesundheitssystems und alzumal ich noch in Stockholm wohne.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 28. September 2011 20:33 
Stiller Beobachter

Registriert: 26. September 2011 13:20
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hallo Leute,

das sind ja "feine" Geschichten die man hört. Ich ziehe auch bald nach Stockholm für ein Jahr. Da kann ich ja nur hoffen, das ich nicht ernsthaft krank werde und Pflege brauche.


Viele Grüße und lasst es euch gut gehen. :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 30. September 2011 02:25 
Stiller Beobachter

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habe ich das gerade richtig gelesen, man muss erst immer anrufen beim Arzt? Also man kann nicht einfach zum Arzt gehen, wenn man etwas hat wie hier bei uns in Deutschland.

Was ist mit den "Alten"? Kommt da auch ein Arzt oder Pflege ins Haus?


Grüße

Hanna


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 30. September 2011 09:04 
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Hallo Hanna,

zusammendfassend in Stichworten: Schweden hat wie z.B. Finnland, Norwegen und Großbritannien ein staatliches Gesundheitssystem. Praktisch alle Ärzte sind in staatlichen Krankenhäusern beschäftigt. Privat niedergelassene Hausärzte gibt es praktisch nicht. Chiropraktiker und Masseure sind privat zugelassen und muss man aus eigener Tasche bezahlen. Heilpraktiker sind mir nicht bekannt und ich habe auch noch keine schwedische Übersetzung für Heilpraktiker gefunden.

Im Notfall die 122 anrufen, dann kommt der Notarzt mit Krankenwagen oder Hubschrauber (Herzinfarkt auf einer Insel, schwerer Unfall). Wenn es dringend ist oder Wochenende, gehst du unangemeldet in die "akuten", der Notaufnahme des Krankenhauses. Dort wird dein Fall eingestuft. Je nach Dringlichkeit Wartezeiten von 5 Minuten (Gürtelrose) bis 7 Stunden (gebrochener Finger), im Schnitt dauert es so 5 bis 7 Stunden. Wenn du also in die Akuten gehst, dann nur, weil es nicht anders geht. Abgesehend davon zahlst du dafür 250 Kronen.

Im Normalfall an Wochentagen aber rufst du eine spezielle Nummer des Krankenhauses für die medizinische Beratung an oder gibst deine Telefonummer auf einer Homepage ein. Du wirst dann innerhalb einer halben Stunde zurückgerufen. Auf Grund des Gespräches und deiner elektronischen Krankenakte wird dann entschieden, wann und ob du einen Arzttermin oder eine andere Untersuchung (z. B. Blutuntersuchung, Blutdruckmessung) bekommst. Diese Wartezeit auf den Termin kann je nach Lage und Dringlichkeit 10 Minuten bis eine Woche dauern. Dafür sind die Wartezeitn im Wartezimmer meist unter 5 Minuten. Wenn du also in einer Woche einen Termin um 9:20 bekommst, dann kann man in der Regel danach auch die Uhr stellen.

Überweisungen zum Facharzt gibt es nur vom Allgemeinarzt oder einem anderen Facharzt. Auf einen Facharzttermin kann man bis zu einem halben Jahr oder länger warten. Das kommt immer darauf an, wo man wohnt und um welchen Facharzt oder um welchen Fall es handelt. Die Wartezeiten auf Operationen sind oft zu lange. Anderseits sind manche Abläufe viel besser als in Deutschland, da viele Behandlungsmaßnahmen im Team beraten und entschieden werden. Bestimmte Symptome werden sehr ernst genommen, z.B. nicht nur akute sondern auch chronische Schmerzen in der Brust.

Auf Grund von statistischen Untersuchungen werden vom staatlichen Gesundheitsystem bestimmte Maßnahmen priorisiert oder nicht. Dies hängt von der Risikoeinschätzung und den Folgekosten bei unterlassenen Behandlungsmaßnahmen ein. Ich wurde z.B. vor einigen Tagen von einer Zecke gebissen. Diese habe ich mir selbst entfernt. Es wäre keine Hilfe sofort einen Arzttermin zu bekommen, weil eine Blutuntersuchung erst mehrere Tage nach dem Biss aussagefähig ist. Sollte ich allerdings in den nächsten Tagen grippeähnliche Symptome zeigen, bekomme ich sofort einen Arzttermin. Bei diesem System muss man als Patient auch mitdenken. Kostenlosen Rat kann man sich über diverse Telefonnummern immer einholen. Auf den Internetseiten der staatlichen Krankenversicherung gibt es auch Ratschläge.

Es kommt immer darauf an, wo du wohnst. In Östergötland z.B. sind die Menschen recht zufrieden. Unsere Kleinstadt bekommt in den nächsten Jahren ein nagelneues Krankenhausgebäude. Laut einem kürzlich ausgestrahlten TV-Bericht soll allerdings die medizinische Versorgung in Malmö schlecht sein. Im dünn besiedelten Nordschweden sollte man auch keine übertriebenenen Erwartungen haben.

Tendenziell hilft man sich in Schweden erst einmal selber und hofft darauf, dass die Beschwerden von selbst verschwinden, was auch meistens der Fall ist. Schmerzmittel gibt es nicht nur in der Apotheke, sondern in vielen Lebensmittelläden rezeptfrei (Alvedon), meistens dort, wo man die Post abgibt. Wegen einer normalen Erkältung gibt es keinen Arzttermin. Der würde zudem 150 Kronen kosten, die man sich sparen kann.

Der Arzt macht keine Hausbesuche. Dafür hat er keine Zeit. Taxis und andere Fahrdienste zum Krankenhaus werden aber unter Umständen gezahlt. Medikamente kann man sich auch ins Haus schicken lassen.

Alte und Behinderte werden durch einen hemtjänst ("Heimdienst") betreut. Dieser kommt z.B. zu unserer alleinstehenden Nachbarin zweimal pro Tag vorbei. Der Aufenthalt in einem Altersheim wird so lange wie möglich hinausgezögert. Dass sich wie in Deutscland Familienangehörige um die Pflege der Alten kümmern, ist eher selten, da

1. es ungewöhnlich ist, wenn mehrere Generationen einer Familie in einem Haus leben.
2. die vorherrschende Einstellung ist, dass sich der Sozialstaat um die Alten und um die Gebrechlichen kümmern soll. Dazu zahlt man ja Steuern.
3. Die Erwerbsquote auch bei Frauen hoch ist und somit keine Zeit für die Pflege der Eltern vorhanden ist.

Schreckensmeldungen über Fehlbehandlungen und lange Wartezeiten hört man immer wieder. Auf Grund des Offenlegungsprinzips ist es einfacher darüber zu berichten. Fehler werden in Schweden auch eher zugegeben, da man hier nicht geneigt ist, einen einzelnen Sündenbock zu bestrafen, sondern die Schuld eher einer schlechten Organisation gibt. Wer in Deutschland Behandlungsfehler aufdecken will, kommt erstens schlecht an die Beweise heran und handelt sich zweitens schnell eine Verleumdungsklage ein. Insbesondere bei unsinnigen Behandlungen und Untersuchungen ist die Dunkelziffer in Deutschland wahrscheinlich sehr hoch.

Falls es jemanden tröstet: Die Lebenserwartung ist statistisch gesehen in Schweden etwas höher als in Deutschland.

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Volker

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 30. September 2011 09:27 
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Volker hat geschrieben:
Im Notfall die 122 anrufen, dann kommt der Notarzt mit Krankenwagen oder Hubschrauber (Herzinfarkt auf einer Insel, schwerer Unfall).


Also ich würde eher die 112 empfehlen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 30. September 2011 09:42 
Schwedenfreund
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ja, danke, da habe ich mich vertippt. Die 112 geht für alle Notfälle.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 30. September 2011 22:24 
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Man könnte auch noch hinzufügen, dass es in Schweden einen "Routinecheck" wie in Deutschland nicht gibt. Also, wenn man z.B. einfach mal alle Jahre wissen möchte, ob das Herz noch in Ordnung ist, oder einfach mal eine Augenuntersuchung bekommen möchte. In Schweden muß man schon mit dem Bein unterm Arm kommen, wenn man Ernst genommen werden möchte. Ich habe seit Jahren diverse Probleme, welche ich eigentlich gerne mal untersucht bekommen würde ...... Fehlanzeige. Da muß man schon etwas umdenken. Dass Facharzttermine nur schwer zu bekommen sind, hat Volker ja bereits beschrieben. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich das Gefühl habe, dass die Allgemeinmediziner hier eine Art Firewallfunktion haben - einfach erst mal alles abwimmel, was nicht wirklich akut ist. Wenn die Leute dann wiederkommen, dann besteht vielleicht Handlungsbedarf. Ich kann nur das Beispiel wiederholen, dass mich der Allgemeinmediziner allen Ernstes zum Optiker verweisen wollte, nachdem ich über ein Augenproblem klagte und er nichts sehen konnte. Das findet man dann nicht sehr lustig. Mit Fersensporn (selbst diagnostiziert, mit Hilfe von Wikipedia) wird man zum Schumacher geschickt - einfach mal ausprobieren!

Und dann ertappe ich mich wieder dabei, nur Negatives zu schreiben :-)
Richtig - ich wohne ja in Jämtland. In Västra Götaland hat das Gesundheitssystem wesentlich besser funktioniert! Man kann das also nicht so pauschal sagen!

/Viele Grüße,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2011 13:46 
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Nun ja, aber auch das deutsche System mit direkten Facharztbesuchen ohne Überweisung hat so seine Macken und ist eigentlich auch nicht erwünscht, weil ineffektiv und zu teuer. Da müssen sich dann HNO-Spezialisten eine gemeine Erkältung ansehen, weil es könnte ja was 'ernstes' sein...In der Zwischenzeit warten dann andere, die wirklich einen HNO-Arzt benötigen stundenlang im Wartezimmer. Also so schlecht finde ich das schwedische System gar nicht. Und- der Arzt hat dann auch wirklich Zeit, wenn ich telefonisch einen Termin gebucht habe. Stundenlange Warterei, wie in D. Standard, habe ich hier noch nicht erlebt. Ist der Termin 15.30 Uhr, so sitzt man i.d.R. auch um 15.30 Uhr beim Doc im Zimmer und unterhält sich mit ihm.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2011 18:50 
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Oh, meine Wartezeiten sind immer länger hier. Gut, nicht gerade stundenlang, aber ich warte auch hier mal im Wartezimmer. Und in Deutschland hatte ich wohl Glück. Ausser beim Orthopäden hab ich nie länger als 20min gewartet. Ok, beim Kinderarzt in der Praxis, die auch im Krankenhaus war. Da wollten irgendwie alle hin..
Aber sonst? Da hatte ich wohl Glück. Und hier dann anscheinend Pech :) Ich warte nämlich nicht weniger. Kann also überall verschieden sein :)

Wie ist das eigentlich mit den Privaten Versicherungen? Hat man es da nicht leichter zum Spezialisten zu kommen? Ist hier jemand der das mal ausprobiert hat? Oder jemanden kennt und dessen Erfahrungen schildern kann? Ich würd gern mal was dazu lesen und wissen wie das so ist. Lohnt es sich?
Mich nervt es gewaltig, dass man nicht zum Arzt kann, wenn man es denn möchte. Und ich hätte auch so manches was ich einfach gern mal routinemässig durchschauen lassen würde. Nichts da. Auch nicht mit familiärer Vorbelastung. man wird einfach nicht ernst genommen, oder so fühlt es sich an. Leider habe ich bisher noch keinen Arzt hier getroffen bei dem ich mich echt wohlgefühlt hätte und verstanden. Mag sein, dass ich einfach im falschen län wohne. Muss ja anderswo auch gute Ärzte geben. Da bin ich schon sicher. Leider nicht bei mir in der vårdcentral. Bin gerade mal wieder am überlegen zu wechseln. hab leider noch keine Alternative gefunden, von der ich weiss, dass sie besser ist. Und vom Regen in die Traufe lohnt sich nicht so...

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2011 19:46 
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Beiträge: 154
Wohnort: Wohn-Haft D
Imrhien hat geschrieben:
Wie ist das eigentlich mit den Privaten Versicherungen? Hat man es da nicht leichter zum Spezialisten zu kommen? Ist hier jemand der das mal ausprobiert hat? Oder jemanden kennt und dessen Erfahrungen schildern kann? Ich würd gern mal was dazu lesen und wissen wie das so ist. Lohnt es sich?

Du meinst, wie das in Tyskland gehändelt wird? :hmm:
Max :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2011 20:02 
Schwedenfreund
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Wohnort: Östergötland
Das Thema private Versicherung wurde vor einigen Tagen hier unter krankenversicherung-in-schweden-was-ist-sinnvoll,23787.html behandelt.

Mein Fazit: Wer gerne als Privatpatient nach deutschem Vorbild eine bevorzugte Behandlung genießen möchte, ist in Schweden im falschen Land.

Vor ein paar Tagen wurde ich von einer Zecke gebissen. Da sich einige Tage später ein kleiner roter Kreis entwickelte, rief ich beim Krankenhaus an, um nur zu fragen, ob das schon gefährlich sei. Einen Arzttermin wollte ich überhaupt nicht aber 15 Minuten später hat sich ein Arzt die Sache angeschaut und Entwarnung gegeben, da der Kreis erst ab 5 cm Durchmesser interessant wird. Ich weiß nicht, wie ich das immer hinbekomme, dass ich oft schneller als mir lieb ist einen Arzttermin bekomme. Mir ist das fast schon peinlich. Auch dies ist auch eine Seite des schwedischen Gesundheitssystems.

_________________
viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

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Zuletzt geändert von Volker am 2. Oktober 2011 20:16, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2011 20:09 
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Oh sorry! Diesen Thread hatte ich gar nicht gelesen!
Damit sollte sich meine Frage an Wiebke wohl bereits erledigt haben.
Max :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2011 23:15 
Alter Schwede
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Registriert: 6. Dezember 2006 11:31
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Hallo,
danke Volker. Den Beitrag hatte ich gelesen und bin dadurch wieder etwas neugieriger auf die Privaten geworden. Dass es das wie in Deutschland nicht gibt, ist mir klar. Und dort hatte ich das auch nie. Ich finde es auch gut, dass alle in eine gemeinsame Kasse zahlen, hier eben die Steuern und dass alle was davon haben. Aber da ich leider im Gegensatz zu Dir nur schwer an einen Arzt komme, und die dann auch noch nicht mal besonders persönlich, freundlich ist, hat sich mir eben die Frage gestellt, was mir so eine private Versicherung einbringen könnte. Ich wollte daher eigentlich Berichte von Leuten, die selber praktische Erfahrungen damit haben oder aber, die jemanden kennen, der sie hat. Denn Onkel Google hab ich schon befragt und die länsförsäkringar hab ich im Ort, da kann ich auch vorbeigehen. Interessant wird es aber ja, wenn man hört was es wirklich bringt und nicht nur das was auf dem Papier steht. Denn erzählen können die mir ja viel :)

Trotzdem danke.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 3. Oktober 2011 17:28 
Schwedenfreund
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Hej Wiebke

wir HATTEN eine private Versicherung. (Betonung auf hatTEN :wink: )

Zur der Zeit durfte man sich die VC noch nicht auswählen und die uns zugewiesene war unterirdisch - äusserlich wie praktisch.
Alte Praxis , von den Instrumenten ganz zu schweigen, Ärzte teliweise lustlos oder inkompetent... schwer von der obligatorsichen Krankenschwester zum Arzt weitergeleitet zu werden.
Wir hatten die, von Jana beschriebene, vom Arbeitgeber subventionierte private Versicherung .
Das kam uns zur der Zeit wie Luxus vor.
Funktioniert wie eine VC. Man ruft bei der Versicherung an und die machen einen Termin.
Vorteil zu damals..am gleichen Tag konnte man noch einen Arzt treffen ( war zur damaligen Zeit unmöglich) und Fachärzte konnten, ohne Umwege ueber den Allgemeinmedizinier, direkt konsultiert werden.
z.Bsp fragte mein Mann die Versicherung telefonisch, ob es eine Möglichkeit gebe, den Gehörsinn zu ueberpruefen......ohne grosse Umschweife hatte er nach 1 Woche einen Termin bei einem Facharzt in einer grossen Klinik und wurde daraufhin ohne Verzögerung mehrmals unter grossem technische Aufwand untersucht....kam mir damals schon ein wenig uebereifrig vor.

Später durfte man ja die VC selber wählen, was wir dann auch schnellstens gemacht haben.
So habe ich heute keine Probleme mehr...ich rufe morgens an ..habe max 2-3 Stunden später einen Termin bei der Krankenschwester und wenn die nicht weiterhelfen kann, max 1 weitere Stunde später einen Arzt.
Alle wirken sehr kompetent und freundlich und die VC macht einen sehr modernen Eindruck (moderner als die "private VC")

So haben wir uns irgendwann vor einem Jahr entschieden auszutreten.
Vorallem weil die Versicherung scheinbar spontan ihre Vertragsbedingungen anpassten.
Als mein Mann regelmässig Medikamente brauchte, hat die liebe Versicherung strax genau diese Kostenersattung aus den Vertrag genommen :roll: .

Weitere Vorteile/Erstattungen, die je nach Vertrag möglich ist:
- komplette Erstattung aller Nebenkosten (Arztbesuch (100-150 kronen), Medikamente)
- Reise und Logikosten zu Spezialisten
- Reha
- Krankengymnastik und Chiropraktik
- second option

Wir waren bei der Länsförsäkring und haben rund 20 Euro per Person bezahlt.
Mein Fazit
Fuer den tagtäglichen Gebrauch ist unsere Versorgung zur Zeit prima ohne Zusatzversicherung.
Was wird wenn es mal kniffliger ist, bin ich gerade jetzt wieder etwas verunsichert.

Meine Freundin hat eine Schleimbeutelentzuedung im Schlutergelenk. Nach mehreren Cortisonsprizen kann sich nach einem halben Jahr immer noch nicht ihre Schulter/Arm bewegen. Sie wartet händeringend auf einen Termin bei einem Facharzt .......wäre natuerlich mit private Versicherung kein Problem

Lg
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Oktober 2011 10:25 
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Kann jetzt nur von Järna berichten, aber seid diese VC privatisiert wurde, hat es tausendfach gebessert. Kein Abwimmeln am Telefon mehr, Termine bekommt man zeitnah, manchmal fast zu zeitnah, dass man direkt los muss, damit man pünktlich ist, auch die Öffnungzeiten wurden verbessert, Rezeption ist täglich bis 16.30 Uhr geöffnet und Telefonzeit von 8.00-17.00 Uhr....genial.Meine Rezepte verlängere ich nur noch online, binnen 24h ist aller erledigt. Die Ärzte sind toll, wir haben sogar sowas wie einen Hausarzt, weil wir direkt gefragt werden, zu welchem Arzt wir wollen und den bekommen wir dann auch.
Mein Fazit für Järna: Daumen Hoch!!!

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Oktober 2011 14:45 
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Danke Blue, das war genau das was ich hören wollte :)
Jana, seid Ihr privat versichert? Oder ist das "nur" eine private VC in die man als Normalversicherter auch rein darf?

Bei uns ist das irgendwie unterschiedlich. Manchmal bekommt man sehr schnell einen Termin aber manchmal eben auch nicht. Und vor allem wenn man dnekt, dass es wichtig ist, wäre ja ein Arzt nett. Mir ist halt auch schon mehrmals so gegangen, dass ich beim Arzt war und der einfach nichts getan hat. Also, gar nichts. Und das fühlt sich so richtig mies an. Er könnte ja, bei Ruckenproblemen oder was ähnlichem mal dort fühlen? Oder auf dem Magen, wenn man mit Schmerzen dort kommt? Oder Ultraschall? Oder sonst was... Aber einfach nichts? Das ging mir jetzt mehrmal so. Sicher, ich bin nicht ernsthaft krank und ich weiss im Grossen und Ganzen was ich hab. Aber wenn man mich dann quasi vertröstet und wegschickt, dann fühl ich mich echt doof. Daher überleg ich ob eine private VC mir den Zugang zu anderen Ärzten bringt. Hängt ja auch vom län ab und vom Ort, ob die dann besser sind. Es könnte ja hier auch eine VC geben, die besser ist. Ich weiss es leider halt nicht. Zwei hab ich probiert und keine war gut. Leider. Nun weiss ich nicht recht weiter. Es ist njicht richtig schlimm bisher, aber ich habe etwas Sorge und traue denen eben nicht zu, dass sie mich im Ernstfall richtig behandeln. Das ist eher das Problem.

Naja, ich muss wohl noch etwas suchen.
Danke,
Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Oktober 2011 15:24 
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Hej Wiebke,
nee, wir sind nicht privat versichert, aber unsere VC wurde von Proxima übernommen, keine Ahnung. Aber seitdem läuft es alles besser und runder. Allein, dass man nicht mehr nur 1 Telefonstunde am Tag hat ist unglaublich und nicht versuchen muss zwischen 8-9.00 Uhr morgens anzurufen, sondern jederzeit dort durchklingeln kann ist toll.

Heute auch direkt am Zahnarzt einen Termin für morgen früh bekommen, ging reibungslos, aber an der Freundlichkeit müssen wir noch etwas basteln, hatte kurzzeitig Angst, die gute Frau am Empfang will mich fressen...aber der Termin steht!

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Oktober 2011 15:59 
Schwedenfreund
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Registriert: 27. Februar 2007 20:43
Beiträge: 417
Wohnort: Östergötland
Eine Stunde Telefonzeit ist ja wirklich eine Zumutung. Unsere vårdcentral ist nicht privat sondern gehört dem landsting. Die Telefonzeiten sind von 8:00 bis 16:00. Besonders bequem ist das Eintippen seiner Telefonnummer auf eine Internetseite, um zurückgerufen zu werden. Der Umgang ist überwiegend freundlich.

Hier stehen die Beurteilungen der einzelnen vårdcentralen und anderen medizinischen Abteilungen:
http://www.indikator.org/publik/

Weitere Links zu Beurteilungen medizinischer Leistungen:
http://www.omvard.se/patienttoppen
http://www.doktorsguiden.se/

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viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

http://schweden.pl7.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem
BeitragVerfasst: 4. Oktober 2011 18:20 
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Registriert: 12. Februar 2010 20:06
Beiträge: 33
Wohnort: Hishult
Also in Laholm habe ich bisher nur positive Erfahrungen gemacht,einen Termin
bekomme ich in der Regel innerhalb von 3 Tagen.Wenn es mir nicht gut geht
am selben Tag,selbst bei kleinen und nicht akuten Geschichten.Letztens hatte
ich einen Hexenschuss und bin sehr gut betreut worden,fast schon unheimlich.
Auch die Termine bei Fachärzten in Halmstad gingen einigermassen schnell.
Die Akutabteilung im Krankenhaus ist allerdings eine Tortur, 5 bis 6 Stunden
muss man wirklich einplanen.
Viele Gruesse aus Halland
Utusch


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