Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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HeikeBlekinge
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon HeikeBlekinge » 27. März 2009 13:27

Ich dank dir, vinbär!
Habe heute auch mal in der Schule gefragt, und die sagten mir auch ich muesse den vor dem Termin beantragen. Da die Behandlungen jetzt wohl regelmässig stattfinden, werd ich es gleich zum nächsten hin tun.

Stimmt - und nebenbei steigen sogar noch die Behandlungskosten, denn wer länger wartet, muss auch länger versorgt werden mit Medikamenten, Verbandsmaterial etc.


Kann ich nur zustimmen!
In unserem Fall wäre es eines Tages aber so, also wenn Sohnemann 20 wird und die Krankheit nicht anerkannt wurde, das er die aufwendigen und sicher zu erwartenden Zahnbehandlungen (Implantate etc) selber bezahlen muss. Da wuerde das System ja auf geschickte Art und Weise um die Kosten herumkommen! So empfinde ich die Situation jedenfalls momentan. Naja, und welcher Arzt reagiert nicht empfindlich, wenn man ihn mit einer fertigen Diagnose konfrontiert, oder wie?
Tja - halt doppeltes Pech wenn man erstens an solch ein System gerät, und zweitens eine äusserst unbekannte und seltene Krankheit hat.
Aber wir werden uns schon durchboxen ;-) !! Jawoll!

LG
Heike
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon vinbär » 27. März 2009 15:23

sverige_aelg hat geschrieben:
Ich denke, auch in D. gibt es mittlerweile gute Möglichkeiten (Geburtshaus, Hebamme, ambulante Entbindung),



Also in Schweden hast Du diese alternativen Möglichkeiten zum heutigen Zeitpunkt nicht. Was die alternative Geburtsmedizin anbelangt, da ist Deutschland Schweden 10-15 Jahre vorraus, selbst in Bayern und in ländlichen Gebieten:wink:

nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 27. März 2009 22:34

also wenn Sohnemann 20 wird und die Krankheit nicht anerkannt wurde, das er die aufwendigen und sicher zu erwartenden Zahnbehandlungen (Implantate etc) selber bezahlen muss. Da wuerde das System ja auf geschickte Art und Weise um die Kosten herumkommen!


Und wahrscheinlich geht es gerade darum: um die Kosten herumzukommen!

Mein Sohn hat zwar keine "Krankheit" sondern einen leichten Überbiss der oberen Zähne. Jetzt hatten wir eine Zahnärztin, die eigentlich ganz nett ist und die uns gesagt hat, das wäre ganz leicht mit einer festen Zahnspange zu korrigieren. Sie müsste noch mit einer Spezialistin aus Kungsbacka sprechen, die sich die Zähne meines Sohnes auch nochmals ansehen wollte.

Bei diesem zweiten Besuch kam dann Folgendes raus: der Überbiss ist vorhanden - könnte korrigiert werden - ist aber teuer - und sie (die Spezialistin) würden empfehlen, bis zum 19. Lebensjahr abzuwarten - denn das könnte man später immer noch korrigieren ... keine Panik damit.

Ich werde meinen Sohn nun bei einem unserer nächsten Deutschlandbesuche auch mal zum Kieferorthopäden mitnehmen, einfach zum Nachfragen, wie das denn dort gesehen wird und wie das in Deutschland gehandhabt würde.

Ich vermute nämlich stark, dass die schwedische Spezialistin ziemlich einseitig und aus Kostengründen "diagnostiziert" hat.

Das ist eben auch Schweden - man muss sich um vieles selber kümmern, sich andauernd informieren und am besten alles doppelt abchecken.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon vinbär » 28. März 2009 08:20

http://www.sr.se/kristianstad/Nyheter/a ... el=2717666

Da hat man geschafft, dass die Wartezeiten fuer die Anpassung eines Hörgerätes verkuerzt worden, aber, wie verwunderlich, wurden dann mehr Hörgeräte verschrieben, was nun die Kosten in die Höhe treibt und zum Problem wird. Das mit den Wartezeiten ist schon nicht ganz unpraktisch... :wink:

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Björn-Yngve » 4. April 2009 14:18

Kann leider auch keine richtig gute Antwort auf diese Frage geben, ich glaube man wird mit der europäischen Krankenversicherungskarte auch genommen, zumindest bei "Normalen" Besuchen beim Hausarzt oder ähnliches, wenns was "grösseres" ist, keine ahnung...ich habe jedoch vor mich freiwillig in deutschland zu versichern, es ist asozial hier, zumindest was das Gesundsheitssystem angeht...

schwedenoma

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon schwedenoma » 4. April 2009 19:24

Ich möchte noch mal meine Erfahrungen hier schildern. es sind meine Erfahrungen
und man sollte nicht gleich wieder dagegen schießen?
Seit 2000 lebe ich in Schweden. Bis 31.12.2008 war ich bei der AOK versichert und hatte auch die Europäische Krankenversicherungskarte. Im Jahre 2005 hatte ich Hämoridden, war zuerst in der Värdcentral, aber da sie mir nicht helfen wollten oder konnten, bin ich in die Notaufnahme des Krankenhauses Jönköping gefahren. Dort erhielt ich einen deutschen Arzt. Untersuchung ergab, Hämoritten müssen verödet werden. Man wollte es auch hier in Schweden machen, jedoch die deutsche AOK lehnte eine Kostenübernahme ab. Also mußte ich nach Deutschland fahren. Hatte vorher schon mit dem Krankenhaus einen Termin abgemacht und bin Sonnabends im Krankenhaus gelandet. Untersucht und Sonntag wurden meine Hämoritten verödet.
Montag wieder entlassen und Dienstag wieder nach Schweden gefahren.
Mein Fazit dazu? Ausländern, die die Europäische Krankenversicherungskarte haben, wird geholfen, aber nur dann, wenn die deutsche Krankenkasse die Kosten übernimmt. In der Regel regelt das alles das Krankenhaus mit Deutschland. So auch bei meinem Freund seiner Frau. Hatte sich das Bein gebrochen. Erhielt hier voriges Jahr ohne Probleme erste Hilfe im Krankenhaus, Bruch wurde genagelt und wo sie dann Transportfähig war, hat sie mein Freund nach Deutschland mit seinem Auto überführt.
Das gilt für alle Urlauber. Wichtig ist die europäische Krankenversicherungskarte, die man haben sollte, wenn man Urlaub in Schweden machen sollte.
Auch möchte ich noch einmal auf meinen Artickel über Versicherung der Rentner hinweißen. Noch habe ich aus Deutschland von der AOK, die dazu zuständig ist, keine Antwort erhalten. Aber ich gehe den Bürokraten weiter auf den Sack. Ich lasse mir nichts bieten und versuche auch für Euch das Beste heraus zuholen.
Ich will die Krankenversicherungen nicht vergleichen. Wichtig für mich ist, das mir geholfen wird?
Schwedenoma.

Tommy3

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tommy3 » 4. April 2009 22:33

Hej Heike,

Also Heike Blekinge,
bedeutet dass, dass Zahnbehandlungen bis 20 nicht bezahlt werden müssen? Unser Sohn muss nämlich auch 'ne Zahnkorrektur kriegen und die haben gesagt, es wäre besser noch etwas zu warten, bis er ausgewachsen ist. Stimmt das oder wollen die nur Geld sparen?

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Faxälva » 4. April 2009 22:53

..ich bin zwar nicht Heike, antworte aber mal trotzdem.... auch mein Sohn brauchte eine Korrektur der Zahnstellungen und da war es so, dass bis zum vollendeten 18 Lebensjahr die Behandlung kostenlos war, danach sollte es (glaub ich) bis 24 ein reduzierter Betrag sein und danach gilt vollbezahlen.... ihm wurde eine Versicherung angeboten, die in dieser Zeit (bis 24) alle Zahnarztbesuche zu einem zu einem Festpreis bezahlt...
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Imrhien » 4. April 2009 23:14

Soweit ich weiss, zahlt man, sobald man 19 Jahre ist, alles selber. Von dieser Frist bis 24 habe ich noch nichts gehört. Wäre ja spannend, wobei das ja für mich leider nicht mehr gilt :)
Grüsse
Wiebke

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon vinbär » 5. April 2009 05:49

habe gerade eine Preisliste gefunden,
Mein Sohn hat beim Sport einen Teil seines Vorderzahnes "verloren". Ihm sagte man, das könne er dann reparieren lassen, wenn er erwachsen sei. .... :lol:

http://www.lthalland.se/upload/62156/ta ... n_2009.pdf


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