Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Infosammler » 11. Juli 2013 21:10

Meint ihr etwa das es in Deutschland besser ist? Ich glaube nicht.
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filifjonkan
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon filifjonkan » 11. Juli 2013 21:22

Hast du da konkrete Erfahrungen mit der Dauer von CT-Diagnosen in Deutschland, Infosammler?

filainu
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon filainu » 12. Juli 2013 06:40

Also ich denke wirklich das kommt ganz drauf an wo man ist und an welchen Arzt man gerät.
Wir hatten neulich Feriengäste aus Spanien hier. Der Frau ging es nicht gut, ihr war ständig schwindelig. Irgendwie verschieben sich bei ihr die kleinen Knöchelchen im Ohr, die dann Wieder zurueckversetzt werden muessen. Sie sind dann irgendwann nach Sunderby sjukhus gefahren. Nachdem sie erklärt hatten was sie wollten hat es 45 Minuten gedauert bis sie zu einem Spezialarzt kamen, der Auch schon den spanischen Dolmetscher per Telefon zugeschaltet hatte. Der Frau konnte geholfen werden und sie waren vom schwedischen gesundheitssystem begeistert.
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Lukä » 12. Juli 2013 10:40

Als Insider kann ich vielleicht mal ein paar Sachen aufklären. Zuerst mal, in deutschen Krankenhäusern ist auch nicht anders, und schon gar nicht in den Notaufnahmen. Ich habe es oft genug erlebt, dass gerade am Wochenende Menschen in eine Rettungsstelle kommen die sich "mal durchchecken" lassen wollen. Ich kann es sogar irgendwie verstehen, wenn ich an die endlosen Wartezeiten in den Arztpraxen denke, aber dafür sind Notaufnahmen einfach nicht da. In Schweden ist das ähnlich, aber hier kommt erschwerend hinzu, dass es kein flächendeckendes Praxensystem gibt. Wenn ich daran denke, wie viele Menschen jeden Tag in die Notaufnahme kommen mit z.B. Kopf- oder Bauchschmerzen, dann erklären sich auch die teilweise langen Wartezeiten. Wichtig ist auch zu wissen, dass jeder Patient triagiert wird. Das geht von grün über gelb und orange bis rot. Nach der Aufnahme der Vitalwerte und einem Gespräch mit dem Pflegepersonal bekommt jeder Mensch eine Priorität. Danach richten sich dann auch die Wartezeiten. Anders kann man so einen Betrieb auch nicht am laufen halten. Kommen Ambulansen, wird sowieso alles über den Haufen geworfen. Da fehlt den Menschen oftmals das Verständnis, weil sie vom Wartezimmer auch gar nicht mitbekommen, was da so an Rettungswagen hintenrum reinrollt. Wichtig ist auch, dass es viele Krankenhäuser gibt, die nur eine Minimalversorgung anbieten. Wer z.B. etwas schwereres Chirurgisches hat, der wird im Krankenhaus Oskarshamn nur minimal versorgt und dann weitergeschickt nach Västervik. Nicht jedes Haus hält alle Fachrichtungen vor. Dazu ist es vielleicht empfehlenswert sich mal die Krankenhäuser im län rauszusuchen und zu schauen, was man wo behandelt. Das kann die Wartezeiten schon mal verkürzen. Ansonsten sind wirklich alle sehr bemüht den Leuten auch schnell und effizient zu helfen. Das kann ich jedenfalls von meinem Haus behaupten.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon unbekannt » 12. Juli 2013 14:14

Vor einem Monat habe ich mich hier in Schweden operieren lassen. Auf die Operation habe ich zwei Monate warten müssen, was sich noch in Grenzen hält. Es war ja auch nicht akut. Unmittelbar vor der Operation musste ich nicht lange warten. Alles lief nach Plan und alle waren unglaublich nett und freundlich. Es ist schön, wenn man nicht als Patient sondern als Mensch behandelt wird. Am selben Tag durfte ich trotz der durchgemachten Vollnarkose auch wieder nach Hause, was mir wirklich angenehmer war. Vorgepackte Schmerzmittel und eine Gebrauchsanleitung hat man mir gleich mitgegeben. Alles unkompliziert. Wenn ich hätte wählen können, hätte ich dem schwedischen Krankenhaus dem deutschen den Vorzug gegeben. Den Verband konnte ich mir dann nach 10 Tagen selbst entfernen. Das hat mir dann einen weiteren Besuch im Krankenhaus erspart. Sollte ich Fragen haben, konnte ich immer eine bestimmte Nummer anrufen.

Was mir allerdings nicht gefallen hat, ist, dass hier seit einigen Jahren aus Kostengründen die Notaufnahme um 21:00 schließt. Danach geht es in die nächstgößere Stadt, welche 45 km entfernt liegt. Damit ich im Falle eines Problems am Tag der Operation auch vorgezogen werde und mir lange Diskussionen erspart bleiben, gab es einen dicken Eintrag in meine Patientenakte.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Infosammler » 12. Juli 2013 19:24

Versuch erst mal überhaupt einen Termin für ein CT oder MRT zu bekommen. Wenn es ganz dringend ist und der Arzt selber anruft, dann haste Glück wenn du nur 4 Wochen warten brauchst. Wenn du dann bei deiner Untersuchung warst dann bekommst du gesagt, dass der Bericht dem behandelnden Arzt zugeschickt wird. Also machst du einen Termin bei dem zuständigen Arzt und wartest dann auch erst mal 4 Wochen für einen freien Termin.
Ist überall das gleiche. Also hinnehmen und gut ist. Wenn man sich aufregt bekommt man ein Magengeschwür und die ganze Prozedur geht von vorne los. Also ruhig bleiben und die nächste Erkrankung fällt dann aus.
Viele Grüße Claudia
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon kattunge » 15. Juli 2013 14:19

Hejsan! Entschuldigt ich habe da mal eine Frage meine Mutter bezieht Rente aus Schweden und Deutsche Rente, wir wissen wenn wir nach Schweden ziehen ist sie automatisch Krankenversichert würde sich meine Mutter besser stellen wenn sie auch in Deutschland Krankenversichert bleibt??? Ob nun Schwedisches Krankensystem oder Deutsches Krankensystem beides hat seine Vor und Nachteile nur ein Beispiel geht man nach Aachen zur Uniklinikum "Spitzname Fabrik" sitzt man für eine Untersuchung mal eben 6 Std. :danke:

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Gottfried » 15. Juli 2013 15:11

Infosammler hat geschrieben:Versuch erst mal überhaupt einen Termin für ein CT oder MRT zu bekommen.


Ich habe heute Vormittag angerufen: ich habe am Mittwoch 08.00 einen CT-Termin! Alles gaaaaaanz schlecht in Deutschland :D
Viele Grüsse

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon EuraGerhard » 15. Juli 2013 16:00

Hallo,

es ist tatsächlich ungewöhnlich lange, wenn für die Auswertung eines CT-Scans zwei Wochen oder gar noch länger benötigt werden. Wenn das passiert, liegt es aber nicht am Gesundheitssystem des Landes, sondern am Missmanagement im jeweiligen Krankenhaus!

Und schlampige Organisation im Krankenhaus ist keinesfalls selten und auch nicht auf Schweden beschränkt: Ich hatte in der Verwandtschaft kürzlich genau so einen Fall: Damals wurden die CT-Bilder mit der gesamten Krankenakte einem Arzt persönlich zugestellt, der gerade am Tag zuvor für drei Wochen in den Urlaub gegangen war. :evil: Das Ganze in einer renommierten deutschen Universitätsklinik.

MfG
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon filainu » 15. Juli 2013 16:00

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