Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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sverige_aelg
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon sverige_aelg » 2. Oktober 2011 12:46

Nun ja, aber auch das deutsche System mit direkten Facharztbesuchen ohne Überweisung hat so seine Macken und ist eigentlich auch nicht erwünscht, weil ineffektiv und zu teuer. Da müssen sich dann HNO-Spezialisten eine gemeine Erkältung ansehen, weil es könnte ja was 'ernstes' sein...In der Zwischenzeit warten dann andere, die wirklich einen HNO-Arzt benötigen stundenlang im Wartezimmer. Also so schlecht finde ich das schwedische System gar nicht. Und- der Arzt hat dann auch wirklich Zeit, wenn ich telefonisch einen Termin gebucht habe. Stundenlange Warterei, wie in D. Standard, habe ich hier noch nicht erlebt. Ist der Termin 15.30 Uhr, so sitzt man i.d.R. auch um 15.30 Uhr beim Doc im Zimmer und unterhält sich mit ihm.
Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse der ungenügend informiert ist. (John B. Priestley)

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Imrhien
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Imrhien » 2. Oktober 2011 17:50

Oh, meine Wartezeiten sind immer länger hier. Gut, nicht gerade stundenlang, aber ich warte auch hier mal im Wartezimmer. Und in Deutschland hatte ich wohl Glück. Ausser beim Orthopäden hab ich nie länger als 20min gewartet. Ok, beim Kinderarzt in der Praxis, die auch im Krankenhaus war. Da wollten irgendwie alle hin..
Aber sonst? Da hatte ich wohl Glück. Und hier dann anscheinend Pech :) Ich warte nämlich nicht weniger. Kann also überall verschieden sein :)

Wie ist das eigentlich mit den Privaten Versicherungen? Hat man es da nicht leichter zum Spezialisten zu kommen? Ist hier jemand der das mal ausprobiert hat? Oder jemanden kennt und dessen Erfahrungen schildern kann? Ich würd gern mal was dazu lesen und wissen wie das so ist. Lohnt es sich?
Mich nervt es gewaltig, dass man nicht zum Arzt kann, wenn man es denn möchte. Und ich hätte auch so manches was ich einfach gern mal routinemässig durchschauen lassen würde. Nichts da. Auch nicht mit familiärer Vorbelastung. man wird einfach nicht ernst genommen, oder so fühlt es sich an. Leider habe ich bisher noch keinen Arzt hier getroffen bei dem ich mich echt wohlgefühlt hätte und verstanden. Mag sein, dass ich einfach im falschen län wohne. Muss ja anderswo auch gute Ärzte geben. Da bin ich schon sicher. Leider nicht bei mir in der vårdcentral. Bin gerade mal wieder am überlegen zu wechseln. hab leider noch keine Alternative gefunden, von der ich weiss, dass sie besser ist. Und vom Regen in die Traufe lohnt sich nicht so...

Grüsse
Wiebke

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon maxfritzi » 2. Oktober 2011 18:46

Imrhien hat geschrieben:Wie ist das eigentlich mit den Privaten Versicherungen? Hat man es da nicht leichter zum Spezialisten zu kommen? Ist hier jemand der das mal ausprobiert hat? Oder jemanden kennt und dessen Erfahrungen schildern kann? Ich würd gern mal was dazu lesen und wissen wie das so ist. Lohnt es sich?

Du meinst, wie das in Tyskland gehändelt wird? :hmm:
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon unbekannt » 2. Oktober 2011 19:02

Das Thema private Versicherung wurde vor einigen Tagen hier unter krankenversicherung-in-schweden-was-ist-sinnvoll,23787.html behandelt.

Mein Fazit: Wer gerne als Privatpatient nach deutschem Vorbild eine bevorzugte Behandlung genießen möchte, ist in Schweden im falschen Land.

Vor ein paar Tagen wurde ich von einer Zecke gebissen. Da sich einige Tage später ein kleiner roter Kreis entwickelte, rief ich beim Krankenhaus an, um nur zu fragen, ob das schon gefährlich sei. Einen Arzttermin wollte ich überhaupt nicht aber 15 Minuten später hat sich ein Arzt die Sache angeschaut und Entwarnung gegeben, da der Kreis erst ab 5 cm Durchmesser interessant wird. Ich weiß nicht, wie ich das immer hinbekomme, dass ich oft schneller als mir lieb ist einen Arzttermin bekomme. Mir ist das fast schon peinlich. Auch dies ist auch eine Seite des schwedischen Gesundheitssystems.
Zuletzt geändert von unbekannt am 2. Oktober 2011 19:16, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon maxfritzi » 2. Oktober 2011 19:09

Oh sorry! Diesen Thread hatte ich gar nicht gelesen!
Damit sollte sich meine Frage an Wiebke wohl bereits erledigt haben.
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Imrhien » 2. Oktober 2011 22:15

Hallo,
danke Volker. Den Beitrag hatte ich gelesen und bin dadurch wieder etwas neugieriger auf die Privaten geworden. Dass es das wie in Deutschland nicht gibt, ist mir klar. Und dort hatte ich das auch nie. Ich finde es auch gut, dass alle in eine gemeinsame Kasse zahlen, hier eben die Steuern und dass alle was davon haben. Aber da ich leider im Gegensatz zu Dir nur schwer an einen Arzt komme, und die dann auch noch nicht mal besonders persönlich, freundlich ist, hat sich mir eben die Frage gestellt, was mir so eine private Versicherung einbringen könnte. Ich wollte daher eigentlich Berichte von Leuten, die selber praktische Erfahrungen damit haben oder aber, die jemanden kennen, der sie hat. Denn Onkel Google hab ich schon befragt und die länsförsäkringar hab ich im Ort, da kann ich auch vorbeigehen. Interessant wird es aber ja, wenn man hört was es wirklich bringt und nicht nur das was auf dem Papier steht. Denn erzählen können die mir ja viel :)

Trotzdem danke.

Grüsse
Wiebke

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon blueII » 3. Oktober 2011 16:28

Hej Wiebke

wir HATTEN eine private Versicherung. (Betonung auf hatTEN :wink: )

Zur der Zeit durfte man sich die VC noch nicht auswählen und die uns zugewiesene war unterirdisch - äusserlich wie praktisch.
Alte Praxis , von den Instrumenten ganz zu schweigen, Ärzte teliweise lustlos oder inkompetent... schwer von der obligatorsichen Krankenschwester zum Arzt weitergeleitet zu werden.
Wir hatten die, von Jana beschriebene, vom Arbeitgeber subventionierte private Versicherung .
Das kam uns zur der Zeit wie Luxus vor.
Funktioniert wie eine VC. Man ruft bei der Versicherung an und die machen einen Termin.
Vorteil zu damals..am gleichen Tag konnte man noch einen Arzt treffen ( war zur damaligen Zeit unmöglich) und Fachärzte konnten, ohne Umwege ueber den Allgemeinmedizinier, direkt konsultiert werden.
z.Bsp fragte mein Mann die Versicherung telefonisch, ob es eine Möglichkeit gebe, den Gehörsinn zu ueberpruefen......ohne grosse Umschweife hatte er nach 1 Woche einen Termin bei einem Facharzt in einer grossen Klinik und wurde daraufhin ohne Verzögerung mehrmals unter grossem technische Aufwand untersucht....kam mir damals schon ein wenig uebereifrig vor.

Später durfte man ja die VC selber wählen, was wir dann auch schnellstens gemacht haben.
So habe ich heute keine Probleme mehr...ich rufe morgens an ..habe max 2-3 Stunden später einen Termin bei der Krankenschwester und wenn die nicht weiterhelfen kann, max 1 weitere Stunde später einen Arzt.
Alle wirken sehr kompetent und freundlich und die VC macht einen sehr modernen Eindruck (moderner als die "private VC")

So haben wir uns irgendwann vor einem Jahr entschieden auszutreten.
Vorallem weil die Versicherung scheinbar spontan ihre Vertragsbedingungen anpassten.
Als mein Mann regelmässig Medikamente brauchte, hat die liebe Versicherung strax genau diese Kostenersattung aus den Vertrag genommen :roll: .

Weitere Vorteile/Erstattungen, die je nach Vertrag möglich ist:
- komplette Erstattung aller Nebenkosten (Arztbesuch (100-150 kronen), Medikamente)
- Reise und Logikosten zu Spezialisten
- Reha
- Krankengymnastik und Chiropraktik
- second option

Wir waren bei der Länsförsäkring und haben rund 20 Euro per Person bezahlt.
Mein Fazit
Fuer den tagtäglichen Gebrauch ist unsere Versorgung zur Zeit prima ohne Zusatzversicherung.
Was wird wenn es mal kniffliger ist, bin ich gerade jetzt wieder etwas verunsichert.

Meine Freundin hat eine Schleimbeutelentzuedung im Schlutergelenk. Nach mehreren Cortisonsprizen kann sich nach einem halben Jahr immer noch nicht ihre Schulter/Arm bewegen. Sie wartet händeringend auf einen Termin bei einem Facharzt .......wäre natuerlich mit private Versicherung kein Problem

Lg
Heike

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon janaquinn » 4. Oktober 2011 09:25

Kann jetzt nur von Järna berichten, aber seid diese VC privatisiert wurde, hat es tausendfach gebessert. Kein Abwimmeln am Telefon mehr, Termine bekommt man zeitnah, manchmal fast zu zeitnah, dass man direkt los muss, damit man pünktlich ist, auch die Öffnungzeiten wurden verbessert, Rezeption ist täglich bis 16.30 Uhr geöffnet und Telefonzeit von 8.00-17.00 Uhr....genial.Meine Rezepte verlängere ich nur noch online, binnen 24h ist aller erledigt. Die Ärzte sind toll, wir haben sogar sowas wie einen Hausarzt, weil wir direkt gefragt werden, zu welchem Arzt wir wollen und den bekommen wir dann auch.
Mein Fazit für Järna: Daumen Hoch!!!

Grüsse JANA
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Imrhien » 4. Oktober 2011 13:45

Danke Blue, das war genau das was ich hören wollte :)
Jana, seid Ihr privat versichert? Oder ist das "nur" eine private VC in die man als Normalversicherter auch rein darf?

Bei uns ist das irgendwie unterschiedlich. Manchmal bekommt man sehr schnell einen Termin aber manchmal eben auch nicht. Und vor allem wenn man dnekt, dass es wichtig ist, wäre ja ein Arzt nett. Mir ist halt auch schon mehrmals so gegangen, dass ich beim Arzt war und der einfach nichts getan hat. Also, gar nichts. Und das fühlt sich so richtig mies an. Er könnte ja, bei Ruckenproblemen oder was ähnlichem mal dort fühlen? Oder auf dem Magen, wenn man mit Schmerzen dort kommt? Oder Ultraschall? Oder sonst was... Aber einfach nichts? Das ging mir jetzt mehrmal so. Sicher, ich bin nicht ernsthaft krank und ich weiss im Grossen und Ganzen was ich hab. Aber wenn man mich dann quasi vertröstet und wegschickt, dann fühl ich mich echt doof. Daher überleg ich ob eine private VC mir den Zugang zu anderen Ärzten bringt. Hängt ja auch vom län ab und vom Ort, ob die dann besser sind. Es könnte ja hier auch eine VC geben, die besser ist. Ich weiss es leider halt nicht. Zwei hab ich probiert und keine war gut. Leider. Nun weiss ich nicht recht weiter. Es ist njicht richtig schlimm bisher, aber ich habe etwas Sorge und traue denen eben nicht zu, dass sie mich im Ernstfall richtig behandeln. Das ist eher das Problem.

Naja, ich muss wohl noch etwas suchen.
Danke,
Grüsse
Wiebke

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon janaquinn » 4. Oktober 2011 14:24

Hej Wiebke,
nee, wir sind nicht privat versichert, aber unsere VC wurde von Proxima übernommen, keine Ahnung. Aber seitdem läuft es alles besser und runder. Allein, dass man nicht mehr nur 1 Telefonstunde am Tag hat ist unglaublich und nicht versuchen muss zwischen 8-9.00 Uhr morgens anzurufen, sondern jederzeit dort durchklingeln kann ist toll.

Heute auch direkt am Zahnarzt einen Termin für morgen früh bekommen, ging reibungslos, aber an der Freundlichkeit müssen wir noch etwas basteln, hatte kurzzeitig Angst, die gute Frau am Empfang will mich fressen...aber der Termin steht!

Grüsse JANA
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