Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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Samweis
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Samweis » 22. November 2009 17:17

Hallo,
schwedenoma hat geschrieben:ich war in so vielen Foren, was habe ich bekommen, nichts.

Na, so etwas?

Alle denken nur an sich!
Nur ich, ich denke an mich.

Viele Grüße

Samweis

Tulipa
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tulipa » 25. November 2009 12:30

Mal was anderes, eine kleine Beobachtung:

Ich verhandele gerade wegen Zahngesundheitsterminen für unsere Kinder, die werden ja so etwa einmal im Jahr per Post vergeben. Neulich hatte ich das abgesagt, weil wir verreist waren, und nur allgemein um neue Termine gebeten.

Nun fällt mir auf, dass diese Termine für Schulkinder offensichtlich grundsätzlich mitten am Vormittag vergeben werden. So dass es sich kaum vorher und/oder hinterher lohnt, in die Schule zu kommen.

Das sagt ja eigentlich wieder etwas über den Stellenwert der Bildung hier, oder?

LG
Tulipa
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Langweiler

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Langweiler » 25. November 2009 12:39

Wenn man die Kinder am Nachmittag einbestellt, dann können die Erwerbstätigen nur vormittags kommen, das wuerde bei den Sprechzeiten auch nicht funktionieren.... Ich habe hier bei der Tandvård eintragen lassen, dass meine kinder nicht am Vormittag kommen können. Weder will ich, dass sie dafuer Schule verpassen, noch kann ich mir extra dafuer frei nehmen. Alternative, Termin um 7.30, also vor der Schule/Arbeit, das funktioniert manchmal.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Skogstroll » 25. November 2009 13:43

Tulipa hat geschrieben:Das sagt ja eigentlich wieder etwas über den Stellenwert der Bildung hier, oder?


Im Prinzip nein. Es sagt eigentlich nur, dass sich die folktandvård nicht im Geringsten darum kümmert, ob ein Termin für den Patienten günstig ist oder nicht. Wozu auch, du darfst froh sein, überhaupt einen Termin zu bekommen. Unser Kind darf z.B. nur noch alle zwei Jahre zur Vorsorge. Wenn man richtig nörgelt und quengelt vielleicht schon nach anderthalb Jahren.
Und apropos Wartezeiten: Bis vor wenigen Wochen war die Wartezeit auf einen Zahnarzttermin in Kiruna zwei (2!) Jahre. Da kündigt man doch lieber den Job als noch zwei Jahre Zahnschmerzen zu haben. Falls sich das Problem nicht inzwischen von selbst gelöst hat. Gelöst im engsten Sinne des Wortes.

Aber mittlerweile hat man eine Gang portugiesischer Zahnärztinnen eingestellt, die sollen jetzt die Wartezeiten wegarbeiten.

Skogstroll

nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 25. November 2009 14:33

Manchmal habe ich den Eindruck, dass in Schweden nicht nur im Fernsehen alles in zigmaliger Wiederholung gezeigt wird, sondern auch in den Zeitungen ständig wieder die selben Themen recycelt werden ... so auch das Thema Zahnarztbesuche/-behandlungen.

So schreibt heute die GP, dass aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise, viele Leute wieder auf regelmäßige Routinekontrollen beim Zahnarzt entweder ganz verzichten oder diese hinausschieben. Viele hätten schlichtweg kein Geld mehr für teure Zahnbehandlungen.

Wenn die Nachfrage sinkt, sollte es doch künftig eigentlich kein Problem sein, einen passenden Termin beim Zahnarzt zu bekommen. :?
Termine für Kinder werden von den Zahnärzten allerdings auch nicht im gleichen Maße prioritiert wie Termine für Erwachsene - Grund: Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen für Kinder sind in Schweden kostenlos.

Das würde ich deshalb nicht in Zusammenhang mit dem Stellenwert der Schulbildung bringen.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tulipa » 25. November 2009 22:15

Hej,
mit meiner kleinen Anekdote wollte ich mitnichten einen allgemeinen Angriff auf den Tandvård hier starten. Ich finde es im Gegenteil sinnvoll, schon Kinder regelmässig zur Kontrolle aufzufordern. Und dass mir erst beim dritten mail hin und her der Gedanke kam, ob es wirklich Vormittagstermine sein müssen, ist ja nun auch nicht deren Schuld.

Jedenfalls kamen auf meine Absagen hin immer klaglos und innerhalb von Stunden neue Terminvorschläge, nun auch am Nachmittag. Wobei ich mir dieses Entgegenkommen anders zusammenreime: hier geht immer mal wieder durch die Presse, dass Jugendliche u.a. durch nicht wahrgenommene Tandvårdtermine verschuldet seien. Kommt man einfach nicht, wird das nämlich in Rechnung gestellt und kann sich ganz schön aufsummieren. Vielleicht wollen die Organisatoren das in aller Interesse vermeiden und geben deshalb Änderungswünschen sofort nach.

EineN ZahnärztIn haben unsere Kinder hier noch nie zu Gesicht bekommen, immer nur zwei wirklich sehr nette Tandhygienistinnen. Die guckten jeweils in den Mund, zählten, ob alle Zähne da seien und sagten, sehr schön, weiter so. Und nicht öfter als zweimal täglich putzen und am Samstag ruhig Godis.
... na, da habe ich etwas übertrieben, aber so ähnlich war das Ergebnis und alles einschliesslich kurzer Wartezeit im schönen Wartezimmer sehr angenehm.

LG
Tulipa
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon janaquinn » 12. Dezember 2009 09:02

Der Beitrag von "Altes Mitglied" wurde ins Cafe´verschoben. Wenn dieses Mitglied sich dazu äußern möchte, kann er/sie es gerne dort tun.
Hier der Link...beitrag89918.html#p89918

Grüsse JANA
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Vergleich

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Vergleich » 1. Januar 2010 23:45

Moin,

hier mal ein direkter Vergleich von Einzelfällen des chwedischen und deutschen Gesundheitswesens:
Patient hat starke akute Bauchschmerzen unbestimmter Art und geht zur Notaufnahme des lokalen Krankenhauses.
In Schweden:
Blut und Urinuntersuchungen. Blutdruck. 3 verschieden Ärzte untersuchen, ohne miteinenader gesprochen zu haben. Exakt gleiche Untersuchungen, Bauch abtasten, im Enddarm fühlen. Stundenlange Wartezeiten. Patientenwunsch nach Ultraschall oder Röntgen wurde abgelehnt. Nach Hause geschickt ohne Diagnose, ohne Plan wie es weitergeht, dagegen mit einer Handvoll Schmerzpillen.
In D:
Innerhalb 20 Min Blut und Urinuntersuchungen, Blutdruck, EKG. Innerhalb 3 Std. Ultraschall (2 Methoden) und Röntgen. Die wollten auch gleich eine Endoskopie machen. Gespräch mit Chefsarzt. Empfehlungen für weiteres Vorgehen.

Leute, wenn ihr krank werdet, geht nach Deutschland!!!

Sumac
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Sumac » 2. Januar 2010 12:51

Vergleich hat geschrieben:Innerhalb 20 Min Blut und Urinuntersuchungen, Blutdruck, EKG. Innerhalb 3 Std. Ultraschall (2 Methoden) und Röntgen. Die wollten auch gleich eine Endoskopie machen. Gespräch mit Chefsarzt. Empfehlungen für weiteres Vorgehen.
Leute, wenn ihr krank werdet, geht nach Deutschland!!!


warst du schon mal in berlin im krankenhaus in der notaufnahme? ich meine jetzt nicht im nobelbezirk Zehlendorf, sondern in neukölln oder kreuzberg oder wedding?
kommst da hin und hast noch deinen kopf, da wo er hingehört, also keine sichtbare blutende wunde... was meinst du, wie schnell du da ran kommst... und ob da alles so gemacht wird, wie du es dir hier vostellst?? also ich habe andere erfahrungen...
die gleichen sich mit den schwedischen, also ist es doch egal wo ich hin gehe.

susan_EiS

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon susan_EiS » 2. Januar 2010 13:09

Man hat ja nicht immer die Möglichkeit mal schnell nach D zu fliegen, nur weil man Magenschmerzen hat. *kopfkratz*

Es gibt sicherlich Erkrankungen, wo ich mich auch eher in D behandeln lassen würde, als in S. Aber grundsätzlich vertrete ich schon die Meinung, dass man sich auch den Geflogenheiten in diesem Land anpassen sollte. Die Schweden vertreten eben eine andere Menthalität (so wenig wie möglich, aber dennoch ausreichend).

Es gibt einen Grund, warum das Gesundheitssystem in D kaput ist. Und IGEL-Leistungen können ja wohl nicht die Regel werden.


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